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Donnerstag, 28. SRoilMS

Wiesbadener Tagblatt

In Kürze erzählt:

Aus dem Gaststätten- und Fremdengewerbe

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Bestellung eines Sondertreuhänders

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Sport und Spiel

der zum

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Der Reichsarbeitsminister hat den Reichstreuhänder Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Thüringen, Dr. Wiesel, „ Sondcrtreuhänder für das Gaststätten- und Beherbergungswesen bestellt. Der neue Sondertreuhänder hat die Ausgabe, unter Zu­ziehung eines Sachverständigenausschusses nachzuprüsen, in wie­weit eine einheitliche Regelung der Arbeitsbedingungen für die Eefolgschaftsmitglieder im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe möglich ist. Diese Prüfung wird im Einvernehmen mit den anderen Reichstreuhändern der Arbeit und der Deutschen Ar­beitsfront, die sich mit diesen Fragen bereits eingehend befaßt

Seite i Nr. 122

Spieljahrabfchltlh der Jugend-Abteilung des BFB. 1902

Die Jugend-Abteilung des Biebricher Fußball-Vereins konnte auch dieses Jahr wieder schöne Erfolge erzielen. In der Klasse A verteidigte die erste erfolgreich ihren Bannmeistertitel. In der Klasse Eem. war es der 3. und in der Klasie B der 2. Platz. Außerdem holte im Jungvolk das Fähnlein M. 2 den Bannmeister, Fähnlein 17 wurde Eruppenmeister. Zwei Vannmeister und drei Eruppenmeister, das ist eine beachtliche Leistung, die nur durch intensive Arbeit und Kameradschaft zu erreichen ist. Hier hat Jg. Kampe als Jugendleiter den größten Anteil mit. Bor allem hat Kampe es verstanden, die Fähnlein richtig zu er- fasien. Wir wollen hoffen, daß auch in den kommenden Spielen um die Eebietsmeisterschaft der Klasie A endlich einmal der Erfolg gelingt und der Titel eines Eebietsmeisters nach Bieb­rich kommt.

klären, wobei auf die praktische Auswirkung dieses zur Zeit wich­tigsten Problems des Beherbergungsgewerbes der Leiter des Städtischen Berkehrsamtes Kühne zu verschiedenen Punkten Stellung nahm und um die Mithilfe an der Lösung der mitunter nicht leichten Ausgabe bat.

In einer Aussprache wurden manche Sorgen und Rote des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes vorgebracht und durch den Kreisgruppenleiter und den Geschäftsführer beantwortet, wobei zu erkennen war, daß die Kreisgruppe bemüht ist, ihren Mitgliedern ein hilfreicher Führer zu sein. Nur die gemeinsame Arbeit kann dazu führen, daß alle gestellten Kriegsausgaben er- süllt werden und Schäden von dem Gewerbe ferngehalten werden. Das Gaststätten- und Beherbergunasgewcrbe spielt im Leben unserer Kurstadt eine wichtige Rolle und wenn Kreisgruppen­leiter Ketterer an seine Berufskameraden den Appell richtete, den Belangen des Wiesbadener Kur- und Verkehrsvereins in jeder Weise Rechnung zu tragen und diese kurfördernde Insti­tution mit tragen zu helfen, so dürfte er wohl bei allen auf das richtige Verständnis gestoßen sein. P-

Schwerer Unfall durch ein Reh

-- Bacharach, 27. Mai. Der Winzer Alfred Kemmer in Steeg war mit seinem Kuhsuhrwerk auf die Höhe hinter dem Dorf gefahren und im Begriff, das Gerät vom Wagen abzuladen, als plötzlich ein Reh aus dem Gebüsch sprang. Dadurch scheute eine Kutz so daß sie, die andere Kuh mit sich reißend, mit dem Wagen in den Wald raste. Kemmer wurde zu Boden gerisien und von den Hinterrädern des Wagens überfahren. Mit schweren inneren Ver­letzungen wurde er dem Binger Krankenhaus zugeführt.

Am Hochzeitstag tödlich verunglückt

-- Fulda, 27. Mai. In den frühen Morgenstunden des Dienstags wollte der Eisenbahnbetriebsarbeiter Willy Voß am Eüterbahnhof die Rangiergleise überqueren, als sich gerade zwei Züge kreuzten. Während er dem einen noch ausweichen konnte, erfaßte ihn die Lokomotive des andern, wobei ihm das Wind­schutzblech der Maschine den Schädel zertrümmerte. Der Tod trat auf der Stelle ein. Der Verunglückte wollte am gleichen Tage heiraten. _________

= Weilburg. 27. Mai. Am Mittwoch konnten die Eheleute Schreinermeister Gottlieb Wahl in Ahausen ihre diamantene Hochzeit feiern. Der Jubilar zählt 84, die Jubilarin 85 Lebens­jahre. Gleichzeitig konnte Wahl sein KOjähriges Berussjubiläum begeben.

= Biedenkopf, 27. Mai. In der Ortschaft Ellershausen fand ein zwölfjähriger Junge aus dem Speicher eine alte Armee- pistolc. Der Junge legte im Scherz aus die Schwester an. Es löste sich ein Schuß, der das Mädchen aus der Stelle tötete.

= Fulda, 25. Mai. Im Bereich der Revierförsterei Corn­berg bei Bebra, wo sich einst ein berühmtes Benediktiner- Nonnenkloster befand, wurde von einem Forstbeamten eine alte Grabstätte aufgesunden, in der sich Teile von drei menschlichen Skeletten befanden. In der Nähe der Skelette deren Eebisie sehr gut erhalten sind, sand man einen altertümlichen Schlüssel, dessen Bart ein Hakenkreuz zeigt, sowie einen Köcherpseil. Ziegelstern- reste und Tonscherben lassen auf eine alte Siedlung schlreßen.

„Bulgarische Woche" in der Gauhauptstadt

Die (Bauleitung Hessen-Nassau der NSDAP., die Stadt des deutschen Handwerks, die Deutsch-Bulgarische Gesellschaft, dre Wirtschaftskammer Hessen und das Königlich-Bulgarrsche General­konsulat haben in diesen Tagen zur „Bulgarischen Woche", dre vom 3. bis 6. Juni in Frankfurt a. M. stattfindet, eingeladen.

In dieser „Bulgarischen Waches der ersten m Deutschland, erwartet die Eauhauptstadt hohe Gäste und namhafte Künstler aus Bulgarien. Nach der offiziellen Begrüßung der bulgarischen Gäste am Mittwoch, 3. Juni, um 9.30 llhr, durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger im Adolf-Hitler-Haus findet um 10.30 Uhr die feierliche Eröffnung der „Bulgarischen Woche" im Kaisersaal des Römers statt. Utn\18 Uhr wird die Vulgär,sche Musik- und Theaterschau in der Wandelhalle des Opernhauses eröffnet. Ihr folgt am Abend im Opernhaus die Festauffuhrung des Tanzdramas „Nestinarka" („Die Feuertänzerin'Z von Marrn Eoleminoff, zu der das Ballett der National-Oper Sofia nach Frankfurt a. M. kommt. ' . .

An weiteren Veranstaltungen seien hervorgehoben: Dre Er­öffnung der Bulgarischen Kulturschau im Städelschen Kunst­institut und das Deutsch-Bulgarische Sinfoniekonzert am Donners­tag, den 4. Juni, im Saalbau, die Eröffnung der Bulgarischen Studententagung am Freitag, den 5. Juni, um 10 llhr, in der Aula der Johann-Wolfgang-Eoethe-Universität, am Abend die Festaufführung des bulgarischen Lustspiels „Die Schwiegermutter von A. Straschimiroff int Schauspielhaus, am Samstag, den 6. Juni, um 11 Uhr die Bulgarische Morgenfeier im kleinen Saal des Saalbaues und um 19.30 Uhr der große Deutsch-Bulgarische Abend, den die Kreisleitung Groß-Frankfurt der NSDAP, und die Abteilung Volksbildungswerk der NS.-Eemeinschaft „Kraft durch Freude" gemeinsam veranstalten.

Den Höhepunkt des Abends bildet das Auftreten einer bul­garischen Volkstanzgruppe, die auf Originalinstrumenten begleitet wird. Von deutscher Seite wirken mit: Ein Musikzua der Luft­waffe, der Chor des Musischen Gymnasiums, die Volkstanzgruppe Leihgestern-Langgöns mit ihrer Bauernkapelle, die Mädeltanz- gruppe des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit" und der Fanfarenzug der HI. »

Während der ganzen Woche führt das Volksbildungswerk tn seinen Zweigstellen bulgarische Volkstumsabende durch, rn bereit Mittelpunkt ein Vortrag über Bulgarien stehen wird, den Prof. Dr. Stadtmüller, Leipzig, Hauptmann Dr. Kayser und Dr. Dimiter Popoff halten werden.

— Eründung des Eausozialgewerkes in Wiesbaden. Nachdem in sämtlichen Kreisen des Rhein-Main-Eebietes Sozialgewerke für die Handwerker gegründet worden sind, erfolgt nun am 30. Mat als Zusammenfassung dieser Sozialgewerke in einer Sitzung in Wiesbaden die Gründung des Sozialgewerkes für die Hand­werker des (Baues Hessen-Nassau. Damit schließt die Deutsche Ar­beitsfront in unserem (Bau vor allen anderen (Bauen an erster Stelle eine organisatorische Arbeit ab, die bei uns mit den Sozial­gewerken in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt a. M. auch bei­spielhaft für alle (Baue Deutschlands begonnen wurde. Die Leitung des Aufsichtsrates des neuen Eausozialgewerkes übernimmt der Landeshandwerksmeister, Eauamtsleiter (Samet.

— Von Maulbronn bis Berchtesgaden. In der Photo­graphischen Gesellschaft sprach am Mittwochabend Dr. Voß, der die Zusammenkunft der Mitglieder in Vertretung des Vereins- führers Evelbauer eröffnete. Zwei der bedeutendsten frühen Klostergründungen, Maulbronn und Berchtesgaden, bildeten Be-' ginn und Ausgang einer Bildreihe, die immer abseits der großen Straßen entlangsiihrte. Durch die Täler des Schwarzwaldes mit Frauenalb und Herrenalb hinauf auf die wolkenumspielten Höhen von Dobel, einer Gründung aus dem 8. Jahrhundert, weiter zu Sagemühlen nach Wildbad mit dem Hornsce und wehrhaften Schwabenstädtchen wie Horb a. N. und Haigerloch nach Ulm mit seinen idyllischen Fachwerkhäusern an bet, Blau, mit Tteppen- galetien unb bem putzigen Silhouettenspiel schrniebeeisetnet Wirts- hausschildet. Die Pfeiler bet Mangfallbrücke leiten über zu einem verhältnismäßig unbekannten Teil Bayerns. Kufstein und vor allem Waldfee mit dem grotesk aufregenden Mießbetg boten Dr.- Voß Anlaß zu zahlreichen, teilweise außerordentlich eindrucks­vollen Aufnahmen. Die schweigenben Wälle bet steinernen Alpenhänge von dem letzten fallenden Licht, Sennhütten und Bauern, Trachtenaufnahmen und Barockbauten in jener heiteren bayrischen Gelassenheit, die sich in den Erabmalgestalten Jorg Gärtners, eines Meisters der Spätgotik, schon anzumelden scheint. Die Kteuzgänge bes’ Klosters in Berchtesgaben mit uns rätsel­haft anmutenben Sinnbilbern bet germanischen Mythe und Bilder von Salzburg und bem Königsee tunbeten ben fefielnben Vortrag von Dr. Voß ab, ber auch immer roieber technische Er­läuterungen zu feinen Silbern gab. e-

Mus Gau und Provinz

hat, vorgenommen werden.

Frembenoerkehrslenlung gilt auch für Erholungsheime

Die Anorbnung zur Lenkung bes Fremdenverkehrs im Kriege bestimmt, daß der Beherbergungsraum in erster Linie den Front­urlaubern, sodann den kriegswichtige Arbeit leistenden Volks­genossen und einigen weiteren Persönlichkeiten zur Verfügung zu stellen ist. Der Staatssekretär für Fremdenverkehr hat in einem Erlaß ergänzend sestgestellt, daß diese Anordnung grundsätzlich auch auf Erholungsheime Anwendung findet. Auch die Leistungen aller dieser Heime müssen die Dauer des Aufenthalts in die dritte Reichskleiderkarte des Gastes eintragen. Im öffentlichen Dienst chird ein Erholungsurlaub von mehr als 21 Tagen im Jahr 1942 grundsätzlich nicht gewährt. Aber auch bei anderen Erholungs­suchenden muß vermieden werden, daß sie durch den Besuch eines Erholungsheimes etwa gegenüber sonstigen Urlaubern in Vorteil kommen können.

Das wat damals, als der Winter den weißen Segen des Himmels in verschwenderischer Fülle bis in die Kochbtunnengegend anhäufte, ohne daß man ihm Dank für diesen Reichtum wußte. Rur unsere Jungen waren entzückt von den mächtigen Schnee­haufen. Ihrer Phantasie erwuchs aus dem veränderten Straßen­bild ein Kriegsoperationsgebiet ersten Ranges. Bald erscheint ein Junge, gefolgt von einem halben Dutzend Altersgenossen, die in ihrer Kleidung irgendwie das Militärische und Wintetgernatze Betonen, zum Wachtdlenst in der Kirchgasse. Aus bet Brust bes Wachtkommanbanten penbelte ein Fernstecher eignen Fabrikates unb von einer Größe, bie einen Felbmarschall neiblsch machen könnte: aus schwarzem Pappbeckel, offenbar dem Rest einet Ve^ bunklungsvorrichtung sind zwei Röhren gewalzt, geleimt und durch ein Mittelstück verbunden worden, so daß die schöpferische, Absicht des Jungen kein Mißverständnis aufkommen laßt. Auf hoher Schneekante nimmt der Wachthabende -Aufstellung und meldet irgend einem unsichtbaren Vorgesetzten stramm dienstlich: Posten an der Kanalküste! Und bann geht bas Fernrohr mit bet Regel­mäßigkeit eines Uhrwerks im Halbkreis ben weiten Horizont ent­lang, unb man sieht es den zusammengekniffenen Lippen des Postens an, wie schwer es ist, bei diesem verfluchten Nebel bis ' Dover" durchzukommen. Daß in Wirklichkeit Omnibusse und

nach „Dover durchzulommen. 4)ag tn xuirrnaiieu vniuivun« “|lu Kehrichtwagen sowie anderes Fuhrwerk die Aussicht versperren, hindert dsn Posten nicht in der strikten Durchführung ber Wacht- vorschriften: Auge immer gegen den Feind! Der Einfachheit halber ist der Junge, etwas abweichend vom militärischen Gebrauch zu­gleich Posten und Wachthabender und setzt ben Dbetfager Klein mit zwei Mann in Marsch: Richtung Calais! Dem Rest einer Mannschaft gibt er den Befehl: Am Unterstand welterbauen! So­fort werden aus den verdächtig gewölbten Brustseiten der Blusen Kohlenschippen gezückt, die irgendwo von Küchenherden schwer ver­mißt werden. Der Posten guckt unentwegt durch sein Fernrohr «hinüber nach „England". Im Schneewall entsteht tn kürzester Frist ein backofenähnliches Loch, das gegen allerlei Unbilden Schutz zu bieten verspricht, nur nicht gegen die Straßenpolizei. Schon haben die kleinen Kriegsfreiwilligen den-.Unterstand^ beinahe fertig, ohne beachtet zu haben, daß habet fiter höchst überflüssige Schlachtenbummler mit ganz hübschen Schneepackungen bedacht worben sind, da taucht plötzlich das Auge des Gesetzes unheilver­kündend vor ihnen auf. Kaum daß sie noch die Kohlenschtppen tn bie improvisierte Scheide stecken, und schon sausen sie vor der höheren Gewalt um die Ecke. Der Posten aber guckt unentwegt angestrengt hinüber nach England und merkt nichts von der Krasteverlagerung hinter seinem Rücken. Doch jetzt zeigt ihm sein guter Feldstecher einen verdächtigen Punkt im Nebel über ben Wellenkämmen, unb ben Kops nur leicht seitwärts gedreht. brüllt et: Feind in Sicht! Als der Alarmruf keinerlei Bewegung im Unterstand auslöst, springt er mit dem tn den Wachtvorschriften nicht vorgesehenen Ruf: Ihr Rindviecher! rückwärts bis auf den Unterstand, in dem er dann bis an die Arme versinkt. Im Nu ist aus bem „Posten an bei Kanalküste" ein waschechter Wies­badener Bub geworden, und was er an urwüchsigen Kraftworten heraussprudelt, wird auch in keinem unserer Vororte besser fabri­ziert. Erst als sich das Auge des Gesetzes hilfebringend über ihn neigt, verstummt er, und fein Eemütsthermometer sinkt auf Null. Aber der Mann mit bem Tschako lacht ihn laut an: „Jungens, bas habt ihr ausgezeichnet gemacht; ihr seid fetzt schon »chi-ge Soldaten. Aber wenn ihr wieber einmal einen Posten an der Kanalkuste aus- stellt, bann geht lieber an den Rhein. In der Kitchgasse machen w i r das bißchen!" • ~

Ausrichtung auf die Kriegswirtschaft

Der starke Besuch der Pflichiversammlung der Wirf- schaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungs­gewerbe, Kreisgruppe Wiesbaden, am Mittwochnachmittag im Hotel „Metropole" beweist, daß es den Angehörigen dieser wichtigen Wirtschaftsgruppe unserer Stadt ernst damit ist, den ihr kriegsbidingt aujcrlegten Verpflichtungen pflichtbewußt nach­zukommen. Da tauchen Fachfragen auf, die mit einem Rund­schreiben allein nicht gelost werden können, bie ber eingehenden Kommentierung bedürfen. So hatte sich denn, nachdem Kreis- gruppenleiter Ketterer feine Berufskameraden und bie Ver­treter bei mit dem Geweihe zufammeilatbeite.rden Dienststellen begtüßt und Kreisstellenlefter (Blauninger an die Bettiebs- fühtet oppeHiert hatte, die Berufserziehungsmaßnahmen det DAF. allen im Gewerbe tätigen Volksgenossen nutzbar: zu machen, bet Eefchäfisfühtet Di. Hirster ber Aufgabe unter­zogen, zu aktuellen Fragen bes Gewerbes in erläuternber Form Stellung zu nehmen. Et begann fein Referat mit bet Behand­lung des Problems ber Preisgestaltung, bie ja Bei bet Stellung des Gaststätten- unb Beherbergungsgewerbes im Brenn­punkt bes öffentlichen Interesses von besonderer Bebeulutm ist. Das Rückgrat unserer gesamten Preisgestaltung bildet die Pxeis- stopverordnung und der vielgenannte § 22 der KWD., die Dr. H i r st e r eingehend behandelte. Grundsatz ist, daß niemand am Kriege verdienen soll, deshalb bestimmt der § 22, daß Preise und Entgelte für Güter und Leistungen jeder Art nach den Grundsätzen bet kriegsverpflichteten Wirtschaft geBilbet werben müssen. Der § 22 geht nicht von dem ausreichenden Preis, sondern von dem kriegswirtschaftlich gerechtfertigten Preise aus; er ver­langt, daß sich bie Preishöhe det jeweils bedingten Lage anpaßt, um den Verpflichtungen bet kriegsverpflichteteii Wirtschaft gerecht zu werben und Übergewinne zu vermeiden. Jeder Detriebssührer muß immer wieder prüfen, ob und in welchem Umfange kriegs­wirtschaftlich ungerechtfertigte Preise gefordert werden. Zeigt sich zum Beispiel, daß die Küche, einen ungewöhnlichen Ertrag er­bringt, so müssen die Speisenvreise gesenkt werden. Dr. H i r ft e r behandelte sodann einige Fälle aus ber Praxis, ferner die Be­stimmungen über die Einteilung in Preisgruppen und bie sich daraus ergebenden Einstufungen. Der Abgabe von Speisen galten die weiteren Ausführungen von Dr. H l t ft e r, der diese Tätigkeit des Eaststättengewerbes als eine her richtigsten Auf­gaben während der Kriegszeit bezeichnete. Oberster Grundsatz ist die sparsamste Auswertung aller Nahrungsgüter. Auch auf die Bestimmungen bet ß e n ru'tt g bes Reiseverkehrs ging bet Vortragende näher ein und konnte hier manche Zweifelsfrage

Frau, auf Umwegen gefunden

Von Joses Robert Harrer

Einige Tage nach seiner Hochzeit, bie alle bekannten über­rascht hatte, traf sich ber Schriftsteller mit seinen Freunben. Er

B„Cs ist ein paar Monate her; ich wat in bie Arbeit vertieft, als die Post kam. Ohne sie anzusehen, legte ich sie und

arbeitete weiter. Dann tarn noch ein Anruf. Kurz, nfirna^te mw) erst am Nachmittag über die Post. Mechanisch öffnete ich °te Briefe. Da fand ich ein kurzes Schreiben, übet das ich nur ben Kopf schütteln konnte.

„Quälgeist! Deine Zudringlichkeit wirb immer unerträglicher. Es ist mit Dir fürchterlich! Aber bamit Du nicht am Leben »er» zweifeln mußt, will ich mich mit Dir treffen. Komm um sechs Uhr ins Cafe am Markt! Pünktlich, ja! Irma."

Ich [oll ein Quälgeist fein, bachte ich. Unb wer war diese Irma Ich sah mir ben Briefumschlag an; da bemerkte ich, daß der Brief nicht für mich bestimmt war, sondern für den Herrn Friedrich Koll ein Stockwerk tiefer. Der Briefträger hatte bas Schreiben irrtümlich zu meiner Post gegeben. Ich lächelte. Ich kannte ben Herrn Friedrich Koll, der erst kürzlich das Zimmer in meinem Wohnhause gemietet hatte, nur flüchtig vom Sehen. Er sah gar nicht danach aus, daß er einer Irma wegen am Leben verzweifelte. Nun, er sollte nicht verzweifeln! Es war erst fünf Uhr. Ich wollte Heu Brief Herrn Koll einhändigen, aber er war nicht zu­hause. Seine Zimmerfrau wußte nur, daß er aufgeregt sottge- gangen war, wohin, das wußte sie nicht. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als selbst das Eafh am Markt aufzusuchen. Wie fand ich nun unter den mehreren einsamen Mädchen die Irma heraus? Nicht nur in einer erfundenen Kurzgeschichte, son­dern auch im Leben hat ber Oberkellner bie Möglichkeit cm Frau­lein Irma ausfindig zu machen. So geschah es auch. Ich. trat an ben Tisch bes übrigens sehr hübschen Fräuleins unb sagte: „Herr Koll kann Berber nicht kommen! 3hr Brief . . . Das Fräulein muri* über unb über rot unb sagte hastig: „So! Zuerst bestürmt er mich mit Briesen! Uub wenn ich enblich etnoerftanben bin, schickt er einen Vertreter!" Und sie sprach, sprach immer hitziger, ohne mich zu Worte kommen zu lassen. Sie gefiel mir. dachte: Wenn das Schicksal ihren Brief tn meinen Besitz statt tn den des Herrn Koll gibt, bann hat bas auch einen Zweck!

„Wir wissen bereits alles!“ unterbrach ben Schriftsteller einer bei Freunde. „Du hast Jima im Glauben gelassen daß dieser Heu Koll auf sie verzichte. So hast bu selbst ein hübsches Mabchen tennengeleint! Pbei ich muß schon sagen, daß es nicht gerade anständig von dir war, wenn auch rn Drngen der Liebe alle Waffen erlaubt sind!"

„Ja, so lernte ich wirklich meine Frau kennen! erwiderte bet Schriftsteller lächelnd. .

Nun, was wir vermuten! Du hast Irma geheiratet!

„Irma? Nein! Schließlich siegte doch das, was du Anständig feit nennst! Und schließlich war Irma so müde, daß auch ich zum Reden kam. Ich erklärte ihr ben Zusammenhang. Da leuch­tete ihr Gesicht. „Ach, der atme Friedrich!" s-ufzte sie. „Was mache ich nur? Er glaubt bestimmt, ich sei ayf ihn böse! Oh, er tut sich etwas an!“ __

Sie sprang auf unb lief bavon, mich mit ihrer unbeglichenen Rechnung allein zurücklassend. Sie wartete, wie ich später erfuhr, vor meinem und Friedrichs Wohnhaus, bis er heimkam.. Die beiben finb jetzt bas lieblichste Liebespaar. Mich nennen sie nur ihren Retter unb Gönner. Aber bas Schicksal belohnte mich hoch! Im CafS am Markt saß am Nebentisch eine junge Dame d,e zu kichern begann, als Irma so plötzlich aussprang unb fortlief. Ich fragte, ob sie mich auslache. „Erraten!" erwiberte sie. Wir kamen ins Plaudern. Ob ich immer nur in den ßiebesbtngen anderer vermittle und ob ich so immer zwischen zwei Stühlen sitze, fragte sie. Ich seufzte. Das sei oft so das ßos der Schriftsteller. Auch in ihren Geschichten ergehe es den ersonnenen Gestalten glücklicher als den armen Dichtern selbst. So plauderten wir und — —

Sie wurde deine Stau!" meinte ber, ber einem immer so gern ins Wort fällt unb ber alles weiß, ohne baß er bis zum Schluß zuhört. Der Schriftsteller schüttelte ben Kopf.

„Wieber falsch geraten! Susi war ja bereits verheiratet! Sie würbe meine Schwägerin!"

, Ma es kam bann ihre Schwester ins CafS unb diese — —

,Zum drittenmal daneben geraten, mein Bester! Ihr Mann kam mit feiner Schwester unb diese ist nun meine liebe auf so merkwürdige Umstände gefundene Frau!"

Frankfurts Schwimmer gewannen in Frankfurt am Main einen Acht-Säbtekampft mit 40 Punkten vor Darmstabt (311, Wiesbaben (27), Worms (23), Friebberg (17), Mainz (12), Gießen (9) unb Offenbach (5), während bei den Frauen Frank­furt mit 27 Punkten vor Offenbach (24), Darmstadt (17), Wies­baden (15), Worms (12) unb Gießen (4) siegte.

Deut schlanbs Rabfportler gewannen in Wuppertal den ßänbedampf gegen Italien auf ber Bahn sicher mit 31,5 zu 21,5 Punkten. Den Hauptanfeil am Sieg hatten bie Dauerfahrer, bie mit einem Punktverhältnis von 15:6 aufwarteten. Beste Flieger waren Bunzel unb Merkens, bester Dauerfahrer war Lohmann.

Einen Schweizer Sieg gab cs bei ben Steh er - rennen in Köln. Der Schweizer Heimann gewann beibe 50-Kilometer-Läufe bes Eolbpokals vom Rhein" unb siegte im Gesamtergebnis vor Schön, Krewer, Krauß und Vopel.

Frankfurt schlug Offenbach im Handball-Städte» kämpf Überlegen mit 19:6 (11:2) Toren.

Bemerkenswert für unsere Soldaten

Lebensvers icherung so ertrag e B erwund eter

Zur Aufnahme von Kriegsbeschädigten in bie Lebensversiche­rung hat bas Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung Richtlinien gegeben. Danach hat ber Abschluß von Lebensversicherungen Kriegsbeschäbigter bes ersten Weltkrieges unb bes jetzigen zunächst im Rahmen ber üblichen Ausnahmegrunbsätze ber einzelnen Ver­sicherungsunternehmen zu erfolgen. Wenn "ach diesen Grund­sätzen ber Antrag nur unter Erschwerungen angenommen werben kann ober sogar abzulehnen ist, ist zu prüfen, ob die Erschwerungen ober die Ablehnung auf die Kriegsbeschadigungen zuruckzusuhren sind. Sollte dies der Fall sein, so bedarf der Antrag einer Sonder- Behandlung im Sinne einer für den Betreffenden Kriegsbeschädig­ten sehr entgegenkommenden Regelung. Ablehnungen siim bei Kriegsbeschädigten mit verheilten Wunden oder beendeter Krank­heit ganz zu vermeiden, in allen übrigen Sollen soweit irgend möglich zu unterlassen. Von Erschwerungen ist -bzusehen wenn nach verheilten Wunden ober beenbeter Krankheit bestimmte Schädigungen vorliegen, bie bas Rundschreiben im einzelnen auf- füfirt. 8 Sollte bei der Aufnahme in eine Versicherung eine Er­schwerung nicht ganz zu vermeiden fetn, so darf sie höchstens das halbe sonst übliche Maß betragen, soweit die Erschwerung auf die Kriegsbeschädigung zurückzusuhren ist und rn einem ZuMagzum Beitrag oder in einer Beschränkung der Befticherungsleistung ln Form von Wartezeiten besteht. Das Rundschreiben stellt weiter sicher, daß Kriegsbeschädigten auch die Möglichkeit gegeben werben mutz, sich gegen Invalidität mit zu versichern sowie gegen erhöhte Unfallgefafir. Die neuen Gesichtspunkte gelten auch für die Klein­lebensversicherung, jedoch hier unter Anpassung an bie betrieb­lichen Eigenarten dieses Verficherungszweiges.

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Das „W. T." gratuliert. Die Eheleute Landwirt Philipp Christ und Frau Luise, geb. Eotzmann, Bierstadtei Straße 5, feiern am Freitag das Fest ber goldenen Hochzeit.

Momentaufnahmen:

Unsere Jungen auf dem Kriegspfad