Wiesbadener Tagblatt
Druck ->nd Verlag: L. LcheUonberg'sche «uchvruckeret, Langgasse Nr. 21 (Tagblatt-Haas, L_ Wöchentlich in 6 Ausgaben Lrscheiunngszeit werktäglich nachmittags
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Lcheltenberg'lche Bmhdruckeret, Langgasse Nr. 21 (Tagblatt-Hans)
Wöchentlich in 6 Ausgaben
Lrscheiunngszeit werktäglich nachmittags
Nummer 119
Eamstag/Somrtag, 23./2L. Mai 1942
90. Jahrgang
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W Wegen des Pfingstfestes erscheint die nächste „Tag, blatt"-Ausgabe am Dienstag.
Kommandanten, eine Meldung, die gerade am Jahrestag des deutich-italienifchen Vündnisvaktes bekannt wurde.
Die auf Charkow gesetzten Hoffnungen abgeschrieben
Aber auch in England ist die Stimmung kaum bester als in den USA. Die Unterbaus-Debatte bat ja erkennen lasten, wie wenig man mit der Gesamtlage zufrieden ist. So sehr sich auch die Churchill nabestehende Presse bemüht, von kommenden Aktionen zu reden, so dämvft es doch auch gleichzeitig die Stimmung, daß dieselben Blätter die Hoffnungen die sie auf die sowjetischen O v e r a t i o n e n bei Charkow setzten, abzukchreiben beginnen. Gerade angesichts dieser ganzen Lage wirkt es dann allerdings besonders seltsam, wenn die Lords im Oberhaus sich wieder einmal mit allen möglichen Plänen zur dauernden Unter- lochung Deutschlands befallen. Wenn sich hier also der be- kannte Deutschenhaller Vansittart gegen eine ..gerechte Behandlung Deutschlands nach dem Krieg" aussprach. wenn der Regierungssprecher Cranborne die Deutschen einer „barten und unerbittlichen britischen Gerechtigkeit" unterwerfen will, wenn Lord L e i g h t o n eine längere britische Okkupation in Deutschland „als eine Art Sch u tz h a f t für das deutsche Volk" fordert, so nehmen wir diese Aussprache einer alttestamentarischen Saßgesinnung zur Kennt- nis. Unsere Wehrmacht wird dafür sorgen, daß diese Pläne unserer Gegner ebenso zunichte werden, wie die Vernicktungs- vlane Stalins.
Italienisches U-Boot versenkte USA-Schlachtschiff
Auf der Sähe der brastlianischen Küste torpediert
Das italienische Unterseeboot „V a r b a r i c o". das das nordamerikanische Schlachtschiff versenkte, gehört zur „Marcello"-Klalle. Es hat eine Wallerverdrängung 941 Tonnen, eine llnterwassergeschwindigkeit von 8.5 und eine Überwallergeschwindigkeit von 17 Knoten. Das Unterseeboot verfügt über zwei Geschütze von 10 Zentimeter, vier Maichinengewehre und acht Torpedorohre.
Der Kommandant des U-Bootes „Barbarico", Korvettenkapitän Enzo G r o s s i, wurde im Jahre 1908 in Sao Paulo in Brastlien als Kind italienischer Eltern geboren, trat 1923 in die Marineakademie ein. wurde 1939 Korvettenkapitän und nahm am abessinischen Feldzug teil. 2m Jahre 1941 erhielt Kapitän Erolli die Silberne Tapserkeitsmedaille als Kommandant eines U-Bootes für eine glänzend durchge- fübrte Aktion gegen ein feindliches viermotoriges Flugzeug.
Telegrammwechsel zum 3. Jahrestag des Stahlpaktes
zwischen dem Führer, dem italienischen König und Kaiser und dem Duce
Rom, 22. Mai. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt soeben folgende Sondermeldung bekannt:
Am 20. Mai um 2,50 Uhr römischer Zeit griff auf der Höhe der brasilianischen K ü st e, 100 Meilen westlich der Insel Fernando de Roronha, das Unterseeboot „Var- barico", befehligt von dem Korvettenkapitän Enzo G r o k k i, eine amerikanische Flottenfomation mit Kurs nach Süd an. Nachdem das U-Boot die begleitenden Zerstörer passiert batte, gab es aus wenigen hundert Meter Entfernung eine Torpcdosalve gegen ein Schlachtschiff der „M a r y l a n d"- Klasse (32 000 Tonnen) ab. Das Schlachtschiff wurde am Bug getroffen und ist in kurzer Zeit gesunken.
Infolge der kriegerischen Leistung der Versenkung dieses amerikanischen Schlachtschiffes wurde der Korvettenkapitän Enzo Erokki zum Fregattenkapitän ernannt.
Bei dem Angriff des Unterseebootes auf das Schlacht- schlif erfolgte, wie in einer späteren Stefani-Meldung mit- geterlt wird, keine Abwehr. Das Unterseeboot „Barba- rico konnte daher dem Untergang des Schiffes, der sich außerordentlich schnell vollzog, beiwohnen.
Dieser Verlust ist für die amerikanische Flotte umso schmerzlicher, da dieses SchlachtschÜf bereits das neunte ist, das versenkt wurde aus einer Reibe von 15, die die Vereinigten Staaten zu Beginn dieses Krieges besaßen.
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NEicht von der Versenkung des nordamerikanischen Schlachtschiffes durch das italienische U-Boot „Barbarico" bat in der gesamten italienischen Öffentlichkeit st ü r m i s ch e B eg eisterung und -r reu de hervorgerufen. Sonderausgaben sämtlicher römischer Zeitungen geben mit großen Schlagzeilen der Öffentlichkeit die Versenkung des Schlachtschiffes bekannt. In allen Blättern kommt die lebhafte Ee- irUS^ulln8 8reui)e über diesen Sieg der italienischen 8um Ausdruck, überall wurde hervorgehoben, der Angriffsgeist und die initiative Kraft der Achsenmächte im Kamps gegen die englisch-ameri- kanische Seeberrschaft erwiesen habe, und im Gegensatz zu ?/Zq^KEtungen der englisch-amerikanischen Agitation ll^A.-<flotteneinhelten nicht im Mittelmeer operierten, ^srn„?eutf4e ?nb ltaUenische U-Boote im Atlantik dem Feind vernichtende Schläge erteilten.
?s. Berlin. 23. Mai. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Ein wenig erfreuliches Pfingstfest erlebt man auf der Seite unserer Gegner. Die schlechten Rach- richten Haufen stch wieder einmal in besonders starkem Maße. Sie und so schlecht, daß Roosevelt es vorzieht, zunächst die Torpedierung des amerikanischen Schlachtschiffe s vor der brasilianischen Küste zu verschweigen. Es paßte das freilich auch gar nicht zu dem von ihm gestern veranstalteten Flottentag. zu dem ja auch, worauf wir gestern hinwresen. unsere U-Boote ihren besonderen Beitrag lieferten. Der Verlust des Schlachtschiffes ..Maryland"-Klasse trifft die USA. um so mehr, als ein Schlachtschiff dieser Klasse, die .^WestvirgiNill . bereits von den Japanern versenkt wurde. So erleidet die US.-amerikanische Kriegsflotte, die schon vor vawai stark angeschlagen und dann vor Java und im Korallenmeer weiter geschwächt wurde, einen Verlust nach dem anderen. Offenbar war der amerikanische Flottenoerband, aus dem heraus das Schlachtschiff versenkt wurde, für den Indischen Ozean bestimmt, steuerte er doch entlang der brasilianischen Küste Kurs auf das Kap der guten Hoff- nung Durch eine Betätigung an möglichst vielen Stellen der Welt mochte Roosevelt seine schweren Niederlagen zur See vertuschen. Er erleidet dabei, wie die Tat des italieni- Wn ll-Vootes unter Kapitän Grolli beweist und wie erst kürzlich die Versenkung eines schweren amerikanischen Kreuzers der „Pensocola"-Klalle im Eismeer zeigte, neue schwere Verluste. Vorübergehend scheint das selbst die amerikanische Großsprechereien etwas zu dämpfen, warnt doch Roose- v e l t. auf einer Presse-Konferenz vor unberechtigtem Ovtim Ismus, wobei er die Versenkung amerikanischer Handelsschine als em ernstes Problem bezeichnet. Auch der Vorsitzendeim Außenausschuß des amerikanischen Senats warnt vor Hoffnungen auf einen Zusammenbruch Japans.
Großartige Leistungen der Italienischen Marine
3n Italien wird der Erfolg des Kapitäns Grolli um so mehr geleiert, als er die erste Versenkung eines feindlichen Schlachtschiffes durch italienische Waffen darstellt. Die Kriegsmarine unseres Bundesgenollen hat damit einen neuen wertvollen Beitrag zu dem Kampf gegen die • Tyrannei geliefert. In zahlreichen Schlachten
im Mittelmeer hat Re sich auf das beste bewährt und in vielen Aktionen ihren Heldenmut und ihre Opferwilligkeit oewieien. Ganz besondere Erwähnung verdienen dabei die kühnen Sturmbootunternebmungen der italienischen Kriegs- ?r?rlne, so gegen die Suda-Bucht von Kreta, wo ihnen der britische Kreuzer „Bork' zum Opfer fiel, das Unternehmen gegen Malta, das Unternehmen gegen Gibraltar, wo im Hafen mehrere Transporter vernichtet wurden und vor allem dgs kühne Unternehmen gegen Alexandria, wo in der Nacht vom 18. zum 19. Dezember zwei englische Schlachtschiffe von le 30 000 Tonnen von den italienischen Sturmbooten für lange Zeit außer Gefecht gesetzt wurden. Mit aufrichtiger Bewunderung vernahm das deutsche Volk, das wiederholt von dem erfolgreichen Wirken der italienischen Kriegsmarine auch außerhalb des Mittelmeeres hörte, die Meldung von der schneidigen Tat des italienischen U-Boot-
Die m der italienischen Sondermeldung erwähnte .Maryland'-Klalle der amerikanischen Kriegsmarine bestand aus den Schlachtschiffen „West Virginia", „Colorado" und „Maryland'. Bei den drei Schiffen handelt es sich um altere Bauten, von denen die beiden ersten im Jahre 1921. die „Maryland" bereits im Jahre 1920 in Dienst gestellt wurden. Die ^Wasserverdrängung beträgt bei der „Maryland" 31 500 Tonnen, bei der „West Virginia" 31 800 Tonnen und bei der „Colorado" 32 500 Tonnen. Die Bestückung setzt stch zusammen aus je. acht 40,6-Zentimeter-Ee- ' - Zentimeter-
Neue Ritterkreuzträger
Berlin, 22. Mai. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major der Schutzpolizei Helmut Dörner.
« eint” tt-P°li,ei-Regiment: Major der Schutzpolizei Rudolf P a n n , e r, Bataillonskommandeur in einem //-P»l«ze,-Reg,ment: Hauptmann Dedo von K r v s i a f !XP‘bI,eÄ , «nein 2nfanterie-Rezim«nt: Oberleutnant B-tt-ri-suhrer in einer Sturm-»«. schutz-Abteilung. Aus Borschlag des Reichsmarschalls verlieh der Führer das Ritterkreuz an Leutnant Jaekel, Flugzeugführer in entern Sturzkampfgeschwader. 86 s
Geschäftszeit durchgehend von 8—19 Uhr außer Sonn- und Feiertags - Berliner Büro. Berlin-Wilrnersdorf Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter hreiten Spalte im Anzeigenteil RM 0.07, der 46 Millimeter breiten Spalte im Serteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 10 maßgebend - Nachlässe nach Preisliste Nr. 10 ■ Schluß der Anzeigen-Annahme 9 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Vortage
mit ungebrochener Kraft an allen Fronten führen, möchte ich Ihnen Führer meinen Eruh übermitteln und Ihnen noch einmal den Glauben de s faschistischen Italiens an den darstrilen^wird^"' ben ^gültigen Triumph unserer Sache
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Der dritte Jahrestag der Unterzeichnung des Stahlpaktes wird von der gesamten italienischen Öffentlichkeit mit dem Bewußtsein der unlösbaren Waffenbrüderschaft und der u n - ^b-r en Stegeszuversicht gefeiert, die heute das deutsche und italienische Volk miteinander vereinigt. In der Presse wird übereinstimmend darauf hingewiesen, daß in diesem Krieg zwei Volker und zwei Revolutionen in unverbrüchlicher Verbundenheit den Weg für eine neue bessere Weltordnung be- schritten haben Die Waffenbrüderschaft Deutschland- und Italiens bildet, so betont die Presse, die stärkste Garantie für den kommen- den Sreg.
Glückwunsch des Reichsmarschalls
an Hauptmann Baer und Anerkennungsschreiben an das Jagdgeschwader
Berlin, 22. Mai. Der Reichsmarschall hat an Hauptmann B a e r zu seinem 1 0 3. L u s t s i e g folgendes Glückwunschschreiben gerichtet:
»Lieber Baer! Die Meldung Ihres 99. bis 103. Sieges in den Lustkämpfen des 19. Ma, erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit. Sie zählen damit zu meinen kühnsten und Uegr.ichsten Jagdfliegern. Ich spreche Ihnen zu Ihren außerordentlichen Kampserfolgen meine besondere Anerkennung aus und wünsche Ihnen auch für die Zukunft immerwährendes Soldatenglück.
ge,.: E ö r i n g, Reichsmarschall de- Eroßdeutschen Reiches und Oberbefehlshaber der Lustwaffe."
Ferner sandte der Reichsmarschall an das I a g d a e s ch w a - der 77, da- am 19. Mai seinen 2011. Abschuß erzielte, folgendes Anerkennungsschreiben:
-Ach habe die Meldung erhalten, daß das Geschwader am 1®- Mai den 2011. Abschuß erzielte. In stolzer Bewunderung spreche ich den tapferen Jagdgruppen des Geschwaders, das damit allein in den letzten sechs Kriegsmonaten über 1000 w e, t e r e L u f t s i e g r «[tritt, erneut meine volle Anerkennung zu diesen hervorragenden Leistungen und meinen besonderen Dank für den stets bewiesenen kühnen Angriffsgeist aus.
gez.: 8öring.Reichsmarschall des Großdeutschrn Reiches und Oberbefehlshaber der Luftwaffe."
,®er.yn> 22. Mai. Aus Anlaß des dritten Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch-italienischen Freundschafts- und Bünd- Nlspaktes fand ein Telegrammwechsel zwischen dem
König Victor Emanuel HI. und dem Duce Statt. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der Kgl. italienische Außenminister Graf Kiano tauschten gleichzeitig Telegramme aus:
Der F L h r e t an König und Kaiser Biktor Emanuel:
Zum Jahrestag der Unterzeichnung des unsere beiden Völker untrennbar verbindenden Freundschafts- und Bündnispaktes bitte ich Eure Maiestat meine aufrichtigsten Wünsche für den Ruhm und die Größe Italiens sowie den Erfolg seiner Waffen entgegennehmen zu wollen.
Viktor Emanuel in. an den Führer:
Zum 3. Jahrestag des Paktabschlusses, der unsere beiden Völ- ter zu einem unauflöslichen Bündnis zusammengeschlossen hat mochte ich Ihnen, Führer, meine lebhaften Glückwünsche zugleich mit meinen wärmsten Wünschenfür den siegr eich en Abschluß unseres gemeinsamen Kampfes übermitteln.
Der Führer an den Duce:
Duce, an dem Tage, an dem vor drei Jahren Deutschland Und Italien tn feierlicher Form vor der Welt ihren Willen bekundeten rn unverbrüchlicher Gemeinschaft zusammenzustehen, gedenke ich Ihrer tn herzlicher Freundschaft und Verbundenheit. Der u n- beugsame Siegeswille unserer im Nationalsozialismus und tm Faschismus geeinten Völker und die Waffentaten unserer tapferen Soldaten bieten die stcherste Bürgschaft für den gemeinsamen Endsieg.
Der Duce an den Führer:
Juni 3. Jahrestag des Abschlusses des Stahlpaktes, der die unauflösliche Schicksalsgemeinschaft Deutschlands und Italiens besiegelt und sie tm Krieg» v^o4nt ha«, den unftta beiibW Völker
Schlag auf Schlag trifft den Feind
Der Kriegsverbrecher Roosevelt warnt vor „unberechtigtem Optimismus"
schützen, zwölf 12,7 Zentimeter-Geschützen, vier 5 Geschützen, acht 12.7 Zentimeter-Flak- und elf Flak. Außerdem besitzen die Schiffe je zwei Flugzeugschleudern und tuhren ie drei Flugzeuge an Bord. Sie entwickeln eine Geschwindigkeit von 20.6 Knoten. Die satzung beläuft sich auf ie 1407 Mann.
Kriegs-Pfingsten 1942
Von Fritz Günther
. .Die Allmacht des Schöpfers bat den Höhepunkt der Entwicklung im ewigen Ablauf der Jabreszeiten auf die Zeit um Pfingsten gelegt. Mit der Natur, die nach dem Vliiten- wunder des Frühlings, ihre Erneuerung vollendete und in chrem Schoße nun wieder Frucht trägt, wendet sich auch der Eelst wieder mit froher Zuversicht dem Dasein zu. Das Kluck dieser Tage, das jede Kreatur wie ein himmlisches Geschenk dankbar empfindet, läßt unsere Herzen höher schlagen, weil wir die Gewißheit haben, daß nun die Zeit im Werden ist. die Erfüllung bedeutet. Erfüllung der Wünsche und Hoffnungen, die wir an das Leben haben. Im übertragenen Sinne bedeutet diese Erneuerung durch den P1 i n g st g e i st aber auch gleichzeitig die Stärkung unserer Bereinchaft, mit aufgeschlossenem Herzen und dem vollen Einsatz unserer Kräfte die Entwicklung zu fördern und ihr damit den Inhalt zu geben, den Natur und Gesetz dem Menschen vorschreiben. Von selbst fallen uns die Früchte nicht in den Schoß, die uns die Erde mit jedem Jahre neu wachsen laßt. Da war der Boden vorzubereiten, und wenn auch die Sorge, daß aus der Blüte Frucht werde, von uns genommen ist. so stehen doch noch Wochen harter Arbeit und entschlossenen Zuvackens vor der Ernte. Aber das Gröbste haben wir geschafzt.
. Wir sind über diesen strengen Winter gekommen, der mit das Schwerste war, was einem Volke, das um seine Freiheit kämpft, zugemutet werden kann. Dabei sind die Anforderungen, die an die Heimat gestellt werden, trotz aller Unbequemlichkeiten nur gering, gemessen an dem, was die Front tagtäglich zu leisten hat und immer wieder leisten muß. Der Winterkrieg im Osten ist wohl die härteste Probe gewesen, der sich eine kämpfende Truppe jemals zu unterziehen hatte. Daß es unseren tapferen Soldaten möglich war. trotz Schlamm und Schnee und grimmiger Kälte dem wütenden Ansturm der an Zahl überlegenen Kräfte der bolschewistischen Mordbrenner standzuhalten und mit dem volle, Einsatz ihres Lebens nicht nur die Heimat zu schützen, sondern auch die Voraussetzungen zu schaffen für eine siegreiche Fortsetzung des Kampfes mit dem Anbruch der dafür günsti- gen Jahreszeit, das dankt ihnen mit dem deutschen Volke ganz Europa, um dessen endgültige Befreiung und Neuordnung dieser Kampf geht. Mit Stolz und Bewunderung erfüllt es uns, daß trotz der Schwere der Kämpfe in keinem Augenblick der Glaube wankend wurde, daß aus der Verteidigung wieder Angriff werden mußte, sobald die Zeit dafür gekommen war.
Alle Illusionen des Feindes, der sich von den sowietischen Massenangriffen m den Wintermonaten eine entscheidende Wendung des Krieges versprach und schon den Vorteil tn Rechnung gestellt hatte, den ein überrennen der deutschen Verteidlgungslmte für die Gesamtkriegslage bedeuten wurde, sind vernichtet worden. Seine Hoffnungen ?jrlInen ^ieß >issd früher noch als erwartet in die Ent- tauichung einer schweren Niederlage verwandelt worden. Dabei war unser. Sieg von Kertsch, die völlige Eroberung dieser stark befestigten und mit unerhörten Mitteln an Memchen und Material als Angriffsbasis ausgebauten Halbinsel auf der Krim nur ein Vorspiel. Dem Gegner aber wurde mit den gewaltigen Gefangenen- und Veutezahlen, die hier nach barten Kämpfen auf schmalem Raum gemacht N^den konnten, wieder einmal auf das Deutlichste vor Augen geführt, daß sich das &esetz des Handelns U?$ ^/,e vor bei Deutichckanü und feinen Verbündeten befindet und daß sich der Führer weder den Zeitpunkt noch den Schauplatz eines operativen Einsatzes vorschreiben laßt.
^er trügerische Trost, den sich die Strategen in London und rn Wachington den Winter über gegenseitig spendeten. 'Ndem sie sich vorsviegel en daß es Stalin, die einzige Hoff- nung der Plutokraten, schließlich doch noch gelingen würde, dre -iront im Osten.aufzurollen, ist mit einem Schlage dahin, nachdem sich auch die Erwartungen nicht erfüllt haben mit denen man dem Ausgang der Schlacht von Charkow entgegensah. Hatte man doch hier ganz bestimmt damit gerechnet, daß es der „Timoschenko-Offensive" gelingen würde. Bresche zu schlagen. Nachdem aber der gestrige OKW.-Bericht ebenso schlicht wie überzeugend verkündete, daß als Folge der schweren Verluste des Gegners auch in der Schlackt bei Charkow nunmehr das Gesetz des Handelns auf unsere Seite ubergegangen ist, bleibt den britischen und amerikanischen Maulhelden nichts weiter übrig, als sich mit den Tatsachen
