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Wiesbadener Tagblatt

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Nummer 117

Donnerstag, 21. Mai 1942

90. Jahrgang

Der Stahlpatt

Von Walter Aßinus

Als am 22. Mai 1939 in der Reichskanalei zu Berlin der Freundschafts- und Bündnispa kt zwischen Deutschland und Italien unterzeichnet w*»*t da wurde einmal die Folgerung aus einer Entwicklung gezogen, die sich seit dem italienisch-abeffinischen Konflikt und das heißt seit dem Sanktionskrieg der westlichen Demokratien gegen Italien ange­bahnt hatte, und es wurde zugleich allen Kriegstreibern und Einkreisern im demokratischen Lager eine sehr deutliche Warnung zuteil. Das ist auch in der Erklärung zum Ausdruck gekommen, die Reichsautzenminister von Ribbentrop nach der Unterzeichnung des Vertrages im Rundfunk abgab. „Wenn demokratische Kriegs­hetzer die kompliziertesten und zweideutigsten Paktsysteme zu erfinden versuchen, um Deutschland und Italien einzukreisen, so ist dieses Bündnis die entschlosiene Antwort darauf." Das sind Worte des Reichsautzenministers, der dann hinzufügte: „In Zu­kunft werden die beiden Nationen zusammenstehen, komme, was da kommen mag, immer bereits einem Freunde die Friedenshand entgegenzustrecken, aber eisern entschlossen, gemeinsam ihre Lebens­rechte zu wahren und sicherzustellen."

An dem Willen der Demokratien, die „Habenichtse" am Boden zu halten und jeden Aufstieg Deutschlands und Italiens zu verhindern, konnte schon damals nicht der geringste Zweifel mehr bestehen. Herr Chamberlain gab für England eine „Garantie" nach der anderen. Am 19. Mai hatte der damalige englische Premierminister sich nochmals ausführlich über bieje Politik der Garantien geäuhert und auch die britisch­sowjetischen Besprechungen nicht unerwähnt gelassen. Am gleichen Tage hatte Reichsminister Dr. Goebbels in einer Rede in Köln noch einmal den deutschen Friedenswillen unterstrichen. „Der Führer ist ein Friedensfreund", so erklärte er. „Die deutsche Nation will keinen Krieg. Cie steht Gewehr bei Futz. Aber das deutsche Volk ist entschloffen, seine Lebensrechte zu wahren und zu verteidigen." Auch das waren Worte, die sich nicht überhören ließen und die dann drei Tage später durch den deutsch-italienischen Bündnispakt sehr stark unterstrichen wurden, sagten sich darin doch die beiden Partner volle Waffenhilfe zu, womit sich 150 Millionen Deutsche und Italiener zu einer unlösbaren Kampfgemeinschaft, zu einem unbesiegbaren Block zusammenschlossen.

Lin völliger Wandel in der großen Politik hatte sich damit allerdings nicht vollzogen. In dieser Hinsicht hatten die demo­kratischen Blätter mit Ihren Kommentaren vollkommen recht. Dieser Wandel hatte sich bereits im Jahre 1935 angebahnt, in dem Jahr, das man vielleicht überhaupt als das Schicksalsjahr Europas bezeichnen kann, als nämlich Deutschland sich während des Abessinienkrieges weigerte, an den von den Demokratien gege« Italien verhängten Sanktionen, an denen 52 Staaten teilnahmen, sich zu beteiligen. Diese Sanktionspolitik war ein Schlag ins Waffer. Italien konnte den Abcffinienkrieg siegreich beenden und damit den Grundstein zu seinem Imperium legen. Aus dieser Sanktionspolitik aber erwuchs die enge deutsch-italienische Ver­bundenheit, die Achse. Dieses Wort ist zum ersten Male von Mussolini benutzt worden in einer Rede, die er am 1. November 1936 in Mailand hielt und in der er u. a. erklärte: „Die Diagonale Berlin—Rom ist jedoch keine Trennungslinie, sondern eher eine Achse." Die demokratischen Blätter haben sich immer Mieder der Hoffnung hingegrben, daß diese Achse zerbrechen würde. Dabei waren die Äußerungen der Staatsmänner der Achse stets derart eindeutig, daß nur solche Leute, die Wunschträumen nachhängen, Zweifel an der Entwicklung hegen konnten. Auf dem Maifeld in Berlin hatte Muffolini am 28. September 1937 das Wort gesprochen, daß man mit einem Freund bis an das Ende marschiere. Dem Besuch Mussolinis in Berlin folgte im Mai 1938 der Besuch des Führers in Rom, der wiederum die enge Freund­schaft zwischen den Staatsmännern der beiden Länder, den Führern zweier wesensverwandter Revolutionen, dokumentierte. In der Tschechenkrise mußte sich die Welt erneut von der deutsch­italienischen Solidarität überzeugen, die zu dem Münchener Abkommen führte, das nach dem Willen der Achsenmächte ein Friedenswerk sein sollte, von den Kriegshetzern der Demokratien aber nur als Atempause gewertet wurde. Sooft auch die Demo­kratien glaubten, Risse und Meinungsverschiedenheiten feststellen zu können, immer wieder mußten sie sich überzeugen, daß es solche Risse und Meinungsverschiedenheiten nur in der erhitzten Phan­tasie demokratischer Journalisten, nicht aber in der Wirklichkeit gab.

Als Polen sich in das englische Einkreisungsnetz einbeziehen ließ und das deutsch-polnische Verhältnis damit in ein neues Stadium trat, lebten solche Hoffnungen in den Demokratien erneut auf. Französische Blätter schrieben Anfang Mai 1939, als der Reichsaußenminister nach Italien fuhr, daß seine Begegnung mit dem Grafen Ciano in einem entlegenen Nest am Comersee statt- sinden müsse, da sich Ribbentrop nicht in Mailand sehen lassen könne angesichts der Unpopularität der Achsenpolitik. Tatsächlich fand die Zusammenkunft in Mailand statt, auf ihr wurde „erneut die volle Übereinstimmung der Auffassungen nach jeder Richtung hin sestgestellt und beschlossen, der engen Verbundenheit der beiden Völker durch einen umfassenden politischen und militärischen Pakt Ausdruck zu geben". Am 21. Mai traf dann Graf Ciano in Berlin ein, um den Vündnispakt zu unterzeichnen, der unter der Kennzeichnung stählerne Achse in die Geschichte einging.

Die demokratische Presse versuchte, genau wie sie es später auch bei der Unterzeichnung des Dreimächtepaktes tat, die Be­deutung des deutsch-italienischen Bündnisses zu bagatellisieren. Auch während des Krieges selbst hat man sich immer wieder Illusionen Über „Risse in der Achse" hingegebe». Der Führer hatte zwar in seiner Reichstagsrede vom 6. Oktober 1939 nach dem Polenfeldzug noch einmal mit allem Nachdruck auf die enge die Unierhaus-Debatte

Ritterkreuzträger der Arbeit

Der Dank des Führers und der

Symbol des deutschen Sozialismus

as. Berlin, 21. Mai. (Eigener Drahtbericht unserer Ver- ltner Schriftleitung.) Die enge Verbundenheit zwischen der kämpfenden Front und der schaffenden deutschen Seimat- front wurde auf das Deutlichste dokumentiert durch die Verleihung des Ritterkreuzes zum Kriegsver­dienstkreuz an den Obermeister in einem Rüstungswerk, Franz Hahne, und die Verleihung von 137 Kriegsver­dienstkreuzen 1. Klasse an Rüstungsarbeiter und -arbeite- rrnnen, Vergmänner und Hüttenarbeiter, sowie Bauern, Bäuerinnen und Landarbeiter in einem feierlichen Staats­akt. Svmbolisch für diese allerengste Verbundenheit zwischen der Front, die kämpft und Tag für Tag der Welt auf das Eindringlichste die deutsche Überlegenheit zu Lande, zu Wasser und in der Luft in immer neuen Heldentaten und Erfolgen beweist, und der Heimatfront, die dieser kämpfen­den yront die Waffen, die am und im Eismeer ebenso zu­verlässig arbeiten wie unter der Sonne des Mittelmeeres oder Rordafrtkas, liefert, war vor allem der Augenblick, in dem in diesem Staatsakt der Gefreite des Heeres, erst 24 Jahre alt, mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes geschmückt, als Sonderbeauftragter des F L h r e r s die Kame­raden aus den Fabriken und Bergwerken begrüßte und dem Merster Hahne das Ritterkreuz des KriegWerdienstkreuzes. am rot-weiß-schwarzen Band um den Hals hing. Diese enge Verbundenheit kam ebenso nachdrücklich in den Ansprachen des Reichsmarschalls und des Reichsministers für Be­waffnung und Munition. Speer, zum Ausdruck. Der Führer hat seinen Dank den Rüstungsarbeitern für ihre un­ermüdliche Arbeit schon einmal mit den Worten ausgedrückt: „Auf jedem Gebiet waren unsere Waffen besser. Das ist euer Verdienst. das Ergebnis eurer Werkmannsarbeit, eures Fleißes und Könnens und eurer Hingabe."

Der Staatsakt in der neuen Reichskanzlei war zugleich aber auch Symbol und Ausdruck des Nationalsozialismus. Wenn hier der Gefreite neben dem Reichsmarschall, die Landfrau neben dem Minister, der Rüstungsarbeiter neben dem General saßen, so offenbarte sich in diesem Staatsakt die Welt des jungen deutschen Sozialismus, der einem Churchill und Roosevelt so gefährlich und deshalb ausrottungswert erscheint. Nicht jeder Arbeiter und nicht jede Arbeiterin freilich bat nun die Gelegenheit in einem so besonderen Maße heroorzutreten. wie die letzt Ausgezeich­neten. Die gestrige feierliche Verleihung der hohen Aus­zeichnungen war deshalb zugleich auch der Dank des Führers und der Dank der Front an alle, die oft unter schwierigsten Umständen in den Fabriken stehen oder das Land bestellen, in den Bergwerken arbeiten, oder das Erz verhütten und so mit ihrer Leistung neben die deutsche Wehrmacht treten, genau so wie der kämpfende Soldat draußen entschlossen, zu arbeiten und zu kämpfen bis zum Endsieg.

Das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes, das erst zum erstenmal verlieben wurde, wurde geschaffen durch eine Verordnung des Führers vom 19. August 1940. Diese Ver-

Staatsatt im Mosaiksaal

Der Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei hatte zu dieser Feierstunde, die eine gewaltige Ehrung aller schaffenden Deutschen in Stadt und Land wurde, ein festliches Gewand angelegt. Kopf bei Kopf, in langer Reihe saßen die Männer, grauen und die Ehrengäste, der Rüstungsarbeiter neben dem Staatssekretär, der Bergmann neben dem Eeneralfeld- marschall und die Bäuerin neben dem hohen SA.-Führer. das Bild einer Gemeinschaft, wie sie sich nicht schöner dokumentieren kann. Punkt 17 Uhr erscheint Reichsmarschall Göring mit seiner Begleitung, herzlichst von den Arbeitern und Arbeiterinnen begrüßt.

Rede des Reichsministers Speer

Wuchtig und ergreifend erfüllt „Les vreludes" von Liszt, gespielt von der Staatskavelle unter Leitung von Professor Heger, den festlichen Raum.

Dann spricht der Reichsminister für Bewaffnung und Munition Speer. In eindringlichen Worten gibt er seiner Freude und Genugtuung Ausdruck, daß die Waffen- vroduktion in den deutschen Rüstungsfabriken von Monat zu Monat eine Steigerung erfährt, und knüpft daran den Dank an alle Arbeiter und Betriebsführer, die in unermüdlichem Einsatz zum Gelingen des großen Werkes Tag und Nacht- ihr Bestes geben.

Ein Gefreiter und Ritterkreuzträger als Beauftragter des Führers

Als Sonderbeauftragter des Führers be­tritt nun ein mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes aus­gezeichneter, erst 24 Jahre alter Gefreiter des Heeres das Rednerpodium, zu dessen beiden Seiten inzwischen vier Ritterkreuzträger des Heeres, der Kriegsmarine, der Luft­waffe. sowie der Waffen-^ Aufstellung genommen haben, und überbringt den Männern und Frauen die Grütze des Führers und der Front.

Front an die schaffende Heimat

Das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes

(Vorder- und Rückseite), das beim feierlichen Staatsakt in der Neuen Reichskanzlei erstmalig verliehen wurde.

(Weltbild-DAF.)

ordnung ergänzte jene vom 1& Oktober 1939, durch die das Kriegsverdienstkreuz für Verdienste geschaffen wurde, die keine Würdigung durch das E. K. finden können. Auch hier gibt es. wie bei dem E. K„ zwei Klassen. Das Ritterkreuz wieder ist eine vergrößerte Ausführung des Kriegsverdienst­kreuzes in Silber und wird am Halse getragen. Es ist be­stimmt als Auszeichnung für überragende Ver­dienste auf kriegswichtigem Gebiet, durch die der Verlauf des Krieges wesentlich beeinflußt wird. Die jetzige Ver­leihung zeigt also, welche besondere Bedeutung der Einsatz eines einzelnen Rüstungsarbeiters erlangen kann.

der Neuen Reichskanzler

Hermann Göring spricht *

Reichsmarschall Hermann Göring ergreift dann das Wort zu einer einstündigen Rede, in der er dem unvergleich­lichen Kämpfertum unserer Soldaten die hohen Leistungen der Schaffenden in der Heimat gegenüberstellt und auf den Führer als das leuchtende Vorbild aller Deutschen hinweist. In packenden und mitreibenden Ausführungen würdigte er die unerschütterliche Entschlossenheit des ganzen deutschen Volkes, alle Kräfte anzuspannen, bis der endgültige Sieg errungen ist.

Stürmischer Jubel braust auf. als der Reichsmarschall geendet. Begeistert stimmen die Männer und Frauen in das Sieg - Heil ein. das der erste Ritterkreuzträger des Kriegsverdienstkreuzes auf den Führer ausbringt, und mit erhobenen Herzen singen sie die Lieder der Nation.

Der Reichsmarschall und Obermeister Hahne schreiten

die Front der Ehrenkompanie ab

Durch den Mittelgang des Mosaiksaales begeben sich dann der Reichsmarschall. Reichsminister Sveer. der Sonder­beauftragte des Führers, sowie der mit dem Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes Ausgezeichnete und die vier Ritter­kreuzträger des Heeres, der Kriegsmarine, der Luftwaffe und der Waffen-ff zum Ehrenhof. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schreitet nun Reichsmarschall Hermann Göring, begleitet von dem von der gesamten Nation als Vertreter der deutschen Arbeiterschaft geehrten Obermeister Hahne die Front der dort angetretenen Ehrenkompanie ab.

Niemals ist eindrucksvoller als in dieser Stunde die Schicksalsgemeinschaft von Front und schaffender Heimat vor dem deutschen Volk zum Ausdruck gekommen. — In diesem Symbol der Einigkeit des deutschen Volkes möge die ganze Welt die Gewißheit des deutschen Sieges sehen!

Churchill drückt sich um

Obermeister Hahne, ‘ der erste Träger des Ritterkreuzes zum Kriegsverdienstkreuz

Während dann die Klänge des Präsentiermarsches er­tönen und alle sich von ihren Plätzen erheben, tritt der Sonderbeauftragte des Führers auf den Obermeister in einem Rüstungsbetrieb. Franz Hahne, zu und legte ihm das Band mit dem Ritterkreuz zum Kriegsoerdienstkreuz um. Augenblicke feierlicher Spannung sind es. in denen sich diese höchste Ehrung, die je einem Arbeiter zuteil geworden ist, vollzieht, denn hinter diesem einen stehen in dieser Stunde die Hunderttausende deutscher Rüstungsarbeiter, Berg­männer. Hüttenarbeiter, Bauern und Landarbeiter, die der Führer mit dieser Verleihung gleichfalls ehrt.

Nach dem der Reichsmarschall und der Reichsminister Sveer dem ersten Ritterkreuzträger des Kriegsverdienft- kreuzes ihren Glückwunsch ausgesprochen haben, erfolgt die Überreichung der Kriegsverdienst kreuze 1. Klasse an 137 Arbeiter und Arbeiterinnen, die von Minister Sveer. Reichsminifter Funk, den Generalfeld- marschällen Keitel, v. Leeb und Milch. General­admiral W i tz e l I. Reichsleiter Dr. Ley. Generaloberst Fromm und Staatssekretär Backe vorgenommen wird. Auch diese Ausgezeichneten beglückwünscht der Reichsmarschall aufs herzlichste.

Der Bestand des Empire »an i

as. Berlin, 21. Mai. (Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Das englische Unterhaus hat eine zweitägige Aus­sprache über die Kriegslage hinter sich. Man kann nicht sagen, baß diese Aussprache wesentlich neue Gesichtspunkte zutage ge­bracht hätte. Bemerkenswert war eigentlich nur. daß Chur­chill ihr fernblieb, was die Herren Abgeordneten zu einigen bissigen Bemerkungen veranlaßte. Überhaupt fehlte es nicht an Krittk an dem englischen Premierminister. Die Opposition erhob erneut ihre Forderung, daß Churchill den Posten eines Verteidigungsministers an einen militärischen Fach­mann abtreten solle. Zur Verteidigung Churchills waren zwei Minister aufgeboten, nämlich Attlee und Cripps. Sie versuchten, die Einwände der Opposition zu widerlegen, wobei Cripps meinte, man habe in der Kritik des Premierministers und der Kriegsplanung nach einem .Ibermenschen" verlangt. Einen solchen aber könne die Regierung beim besten Willen nicht auf- treiben. Auch die Abschlußworte von Cripps waren nicht gerade besonders ermutigend. Er mußte nämlich eingestehen, daß es für England außerordentlich schwierig sei, Truppen und 'S t r e i 111 ä f t e - an die jeweils am stärksten gefährdeten Fronten zu bringen. „In dieser Beziehung besitzen unsere Feinde einen großen Vorteil. Die Deutschen und Ita­liener in Europa verfügen über die innere Linie. Sie können

it Sieg der Sowjet abhängig

ihre Steitkräste schnell von einer Front an die andere werfen während wir uns immer um Peripherien bewegen müssen Die Japaner haben zur Zett die Kontrolle über den Pazifik und da­mit den Vorteil der inneres Seeverbindungen. Das hat sie in­standgesetzt, ihre Sttettkräfte da zu konzentrieren, wo sie zu­schlagen wollten. Es wurde hierdurch dem britischen Oberbefehls­haber an Ort und Stelle außerordentlich schwer gemacht, voraus­zusagen, wo ein Angriff stattfinden würde und seine Kräfte an dieser Stelle schnell zu konzentrieren." Das ist wiederum ein Ein­geständnis der britischen Schwäche und wenn man noch den Kommentar des „News Chronicle" hinzunimmt in dem deutlich festgestellt wird, daß sich die Alliierten nach wie vor auf allen Fronten in der Defensive befinden, daß Australien und Indien immer noch gefährdet seien und daß dte mächtigen Armeen Deutschlands in Europa erst noch aktionsunfähig gemacht werden müßten so hat man ein kenn­zeichnendes Bild. Man begreift zugleich aber auch, weshalb Cripps wieder einmal seine ganzen Hoffnungen auf dle Sowjets setzt und u. a. erklärte, daß England kein Preis zu hoch erscheine für Fortsetzung der bolschewistischen Anstrengungen. Dazu muß man noch ein Wort des Abgeordneten Shinwell nehmen: ,LLenn die Sowjets besiegt sind, zweifle ich daran daß das englische Weltreich das überlebt". °