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Wiesbadener Tagblatt

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Nummer 112

Freitag, 15. Mai 1942

90. Jahrgang

USA-Kreuzer und Zerstörer versenkt

Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf ein USA-Geschwader zwischen Nordkap und Spitzbergen

Der Nordwesten Neu-Guineas in javanischem Besitz.

Tokio. 14. Mai. Nach offiziellen Nachrichten aus Mand- roari sind alle wichtigen Punkte im nördlichen Neu- Guinea bereits feit drei Wochen in javanischem Besitz.

Qualität ist der Trumpf der deutschen Wehrmacht

USA.-Zeitschrist muh die deutsche über legenheit an der Ostfront anerkennen

nehmen. Außerdem ist das Kaliber der ..Aale" jetzt gröber. Wie die gesteigerte Kampfkraft in den U-Booten unterge­bracht werden konnte, die gegenüber denjenigen anderer Seemächte als klein, oder mittelgrob zu bezeichnen sind, dar­über zerbricht man sich im Ausland besonders den Kopf. Einen der Gründe führte Ministerialdirigent Dr.-Jng. Schürer an, nämlich die Tatsache, dab das Gewicht der Diesel-Motoren beute um die Hälfte leichter geworden ist. Daher konnten die U-Boote durch gröbere Maschinenstärke mit der inzwischen gewachsenen Geschwindigkeit der Handels­schiffe gut Schritt halten. Ein weiterer Fortschritt liegt in den Nachrichtenmitteln, die heute den Verkehr der U-Boote mit der Führung und damit die Lenkung ihres Einsatzes in ganz anderer Weise möglich machen als früher. Auch hier zeigt sich, dab immer weiter an der Vervollkommnung der Waffen gearbeitet wird, dab die Heimat bemüht ist. der Front zu Wasser, zu Land und zur Luft die besten Waffen zu geben, mit denen dann die glänzenden Erfolge errungen werden. _______

15500 Hauser auf Matta zerstört

Die Wirkung der unausgesetzten Luftangriffe

Genf, 14. Mai. „Diejenigen Engländer, die die am meisten bombardierten Teile Erotzbritanniens bewohnen, würden er­schrecken, wenn sie die Schäden auf Malta sähen", stellt ein Sonder­berichterstatter des Londoner „O b s e r v c r", der Malta besuchte, fest. Es ist schwer, die Schäden zu beschreiben, da Worte allein nicht ausreichen. Nicht weniger als 15500 Häuser sind völlig zerstört oder so schwer beschädigt, daß man sie, um sie wieder bewohnen zu können, neu ausbauen mutz.

Auf Malta, so heißt es weiter, habe bet- Korrespondent allein 127 zerstörte öffentliche Gebäude gesehen. In La Valetta seien 75% aller Häuser und in Senglea sogar 80% und in Floriana 85% den Bomben zum Opfer gefallen. Denke man an einen Neuaufbau am Ende dieses Krieges und stelle dabei Berechnungen an, so ergebe sich, daß es s e ch z i g 2 a h r e baute, um alle bie auf Malta angerichteten Schäben zu beheben.

Genf, 14. Mai. In einem Artikel bet Mainummet bet US$L= Zeitschrift „Fortun e", bet sich mit ben ktiegeiischen Aus- einanbetsetzungen im Osten beschäftigt, heißt es über ben Ostfeli> - äug bes vergangenen Sommers, baß Deutschland bas bessere Material, bie besseren Truppen unb bie besseren Panzer gehabt habe. „Die Deutschen mußten in einem verwüsteten Lanb verrücken", .so rühmt ber Artikelschreiber bie deutschen Leistungen, wo alle Verbindungslinien und Transpottmöglichkeiten unter­brochen waren. Die sowjetischen Verteidiger hatten dagegen ben Vorteil bet intakten Verbinbungen, sowie ein großes Eisenbahn- unb Straßennetz.

Auch ben beutschen Verteibigungskämpfen bes vergangenen Winters wirb bet Artikel durchaus gerecht in ber Feststellung, baß eine Form bet Verteidigung beutscherseits entwickelt würbe, in ber Männer, vom Frost gepeinigt, immer wieder kämpfend aus= harrten. Mit erstaunlicherZähigkeit hätten die Deutschen in ihren Jgelbastionen, die schnell von ihren Ingenieuren unb Arbeitsbataillonen aufgebaut würben, stanbgehalten. Für bie kommenben Kämpfe komme es weniger auf bie Menge als auf bie Qualität an, unb bie Qualität fei bet Trumpf bet Deutschen. Was ben Ersatz ber Panzer unb Flugzeuge angehe, so verfüge Deutschlanb nicht nur über seine eigene Industrie, son­dern über bie Industrie bes ganzen Kontinents.

Ein strategisches Meisterwerk

Bewundernde Kommentare der Weltpresse zu dem deutschen Bernichtungssieg auf Kertsch

Flotteninitiative der Achse

* Erfolgreich im Atlantik, Eismeer, Mittelmeer un» Korallenmeer

K B. Als man einst in Washington Japan in die dritte Reihe der Seemächte versetzte, da glaubten die Plutokratien. sie hatten für alle Zeiten sich die Herrschaft der M e e r e gesichert. Auch bei Ausbruch des englischen Krieges verließ nch England sowohl wie der hinter ihm hetzende Roosevelt auf die Überlegenheit der britischen Flotte. Amerika und England zusammen aber wiefen ja in der Papierform ihrer Seestreitkräfte eine Überlegenheit auf, die ihren Besitzern eilt Recht zur Ruhe und Zuversicht zu geben schienen. Als sich freilich als erstes großes Ergebnis der neueren technischen Umwälzung heraussiellte. daß eine Flotte nur dann von Wert ist. wenn sie gleichzeitig von einer ebenso starken Luftflotte unter Schutz genommen werden kann, da erlebten die Plutokraten ihre erste herbe Ent­täuschung. Aber die Seeberrschaft ist heute illusorisch, wenn gleichzeitig U-Boote der neuesten Konstruktion jeder Ent- fernung und jeder Verfolgung zu spotten vermögen. Auch dieser orall ist eingetreten. Und so ergibt sich für die jungen Völker die klare Sachlage, daß trotz der gewaltigen Kriegs­schiffsbauten der Plutokratien deren Heeherrschaft so gut wie entschwunden ist. Heute ist wirklich eingetreten, was der Erste Lord der Admiralität einmal in banger Borabnung zu prophezeien wagte, daß England und die USA. auf den sieben Weltmeeren um ihre Existenz kämpfen müssen. Dieser Kampf hat ihnen in jüngster Zeit lebensgefährliche Verluste gebracht. Die Achse erwies sich dabei sowohl im Eismeer wie im Mittelmeer als überlegen, wie sich auch Japan im Korallenmeer als der Kriegsvartner erwies, der das Gesetz des Handelns seinem Kriegsgegner diktiert.

Es ist wirklich lächerlich, wenn man auch jetzt wieder, wenigstens was die Schlacht im Äorallenmcer an­langt. zu lächerlichen Lügen seine Zuflucht zu nehmen ge­nötigt ist. Die Javaner haben den Kern der britisch-ameri­kanischen Flotte, die zum Schutze Australiens eingesetzt war. vernichtet. Die Seeschlacht ging offenbar über sehr große Entfernungen. Trotzdem konnten die Javaner genau Klasse und Größe der vernichteten Feindeinbeiten angeben. Sie waren ebenso genau im Bilde über die feindlichen Flugzeug­verluste, wie sie die eigenen Einbußen an Flugzeugen genau angaben. Wenn man mit diesen zwar knavven aber sehr korrekten Berichten die allgemeinen Phrasen und phrasenden Allgemeinheiten der Amerikaner und Engländer vergleicht, so fällt dieser Vergleich wahrhaftig nicht zu Gunsten der Achsenmächte aus. Der neue Seesieg der Javaner setzt ja auch nur die Reihe der glänzenden Erfolge fort, die mit der Vernichtung der ..Prinee of Wales" und der „Revulse" vor Malaya ihren Anfang nahmen. Dann kamen die See­schlachten von Surabaja. Batavia und Java. In jeder dieser denkwürdigen Seeschlachten blieben die Javaner Sieger und amerikanisch-britische und holländische Schiffe gingen auf den Grund der Meere. Heute kreuzt die javanische Flotte im Golf von Bengalen, sie beherrscht auf der anderen Seite den Pazifik, und nur im tiefsten Südwestkurs kann Amerika Australien anfahren.

Wie glänzend und überlegen die Seestrategie. insbeson­dere der deutschen Kriegführung ist, geht wohl aus der Tat­sache hervor, daß deutsche U-Boote nicht nur ihre Erfolgsserien an der amerikanischen Ostküste fortsetzen können, sondern gleichzeitig im hohen Norden die Arktis zu einem für den Feind völlig unsicheren Meer geworden ist. Die Geleitzugstraße für die englisch-amerikanischen Trans­porte nach Murmansk liegt unter der Herrschaft der deutschen Kriegsmarine und unserer Luftwaffe. Die Engländer ver­loren hier sogar den modernen Kreuzer ..Edinburgh", sowie drei Zerstörer. Die sowjetische Eigenproduktion ist völlig unzureichend geworden, da Deutschland heute schon die wich­tigsten Industriegebiete Sowjetrußlands in Besitz hat. Stalin ist auf die Zufuhren durch die Arktis angewiesen, da der Umweg über Iran erstens für die Amerikaner und die Briten auch nicht sicherer ist, zum zweiten aber weil die Route nach Murmansk die kürzeste Strecke darstellt. In kühnstem Angriffsgeist und in härtester Ausdauer werden im hohen Norden die Transporte vernichtet. Hier wird Stalin mit Roosevelt und Churchill zugleich geschlagen.

Im M i 11 e l m e e r ist es vor allem die italienische Flotte, die hier Briten und Amerikaner fesielt. Mit Recht vergleicht ein italienisches Blatt das Mittelmeer mit dem Pazifik als ein System von kommunizierenden Röhren. Amerika hat jetzt im Mittelmeer den Briten beilvringen müssen. England bekennt damit, daß es sich gegenüber der

as. Berlin. 15. Mai. (Eig Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Die großen dentscheU Erfolge zu Lande und »u Wasier stehen weiterhin im Mittelpunkt des Interesses der Weltöffentlichkeit. Bei den Blättern vieler Länder wird der Sieg auf der Halbinsel Kertsch in mannigfachen . Kommentaren gewürdigt, wobei oft genug auf die Bla; mage Churchills verwiesen wird, der noch am 10.Mar abends von dieser Durchbruchsschlacht, die damals schon zwei Tage tobte, nichts wußte, oder nichts willen wollte.. Die ganze Verlogenheit der feindlichen Bericht­er st a 11 u n g. die in Wirklichkeit nur eine Gerüchterstattung ist. läßt sich gerade am Beispiel der siegreichen Durchbruchs­schlacht von Kertsch wieder einmal glänzend Nachweisen. Versuchen doch selbst jetzt noch amerikanische und englische Zeitungen den großen Sieg in eine Niederlage umzu­falschen. Die Eefangenenzabl wird als ganz unmöglich be­zeichnet und was derlei unsinniges Gerede mehr ist. Da­mit kann man höchstens noch auf die immer wieder belogene und betrogene Öffentlichkeit in England und in den USA. Eindruck machen. Die übrige Welt stellt fest, daß sich wieder­um die unbedingte Überlegenheit der deutschen Truppen er­wiesen hat. daß sich, wie ..Karriere della Sera“ sagt, die Angriffsdynamik noch gesteigert hat. Der militärische Mit­arbeiter des spanischen Blattes ..ABC bezeichnet es als strategisches Meisterwerk, dab es der deutschen Führung nicht nur gelungen ist. die stark befestigten Stellun­gen des Gegners frontal zu durchbrechen, sondern daneben auch auf dem engen Raum der Halbinsel eine Hmfanungs« Operation durchzufübren. Durch die deutschen Erfolge sei eines der Nervenzentren des bolschewistischen Widerstandes im Südabschnitt ausgeschaltet worden. Japanische Blätter sehen in dem deutschen Sieg einen neuen Beweis dafür, wie gut sich Deutschland vorbereitet habe. Mit großem Ver­trauen könne das deutsche Volk der kommenden Entwicklung an der Ostsront entgegensehen. Das sind nur einige wenige Stimmen aus der Fülle der anerkennenden und bewundern­den Kommentare.

400 000 BRT. in der ersten Maihälfte

Darüber wird aber die neue Erfolgsmeldung unserer U - Boote nicht vergeßen und es wird dabei gebührend unter­strichen. daß somit die deutschen U - Boote in den ersten 14 Tagen des Monats Mai 65 Schiffe mit 375000 BRT. versenkten. Kennzeichnend für die Schiffsraumnote unserer Gegner ist es,-daß die neun aus dem Geleit auf dem Rordatlantik herausgeschossenen Schiffe nur insgesamt 31 000 BRT. ausmaäten. Das ergibt eine Durchschnltts- größe von rund 3500 BRT. Mil anderen Worten heißt das. daß die Engländer hier schon verhältnismäßig kleine Dampfer einsetzen müllen, die früher auf diesen Seewegen nicht benutzt wurden, weil eben jetzt die großen Schiffe bereits fehlen. Selbst in Washington muß man angesichts der immer neuen Erfolge, die bte deutschen Unterseeboote erzielen. Befennen. daß. die U - Boote der Schiffahrt Englands und der USA. „fühlbare Wun­den" schlagen. Wenn man bann weiterhin baruber jammert, baß bas beuttoe Unterseeboot von heute viel besser fei. als bas U - Boot bes Weltkrieges, so soll bas wohl eine Entschuldigung für die Unwirksamkeit der amerikani­schen Abwehr sein. Das amerikanische Blatt, bas btefe Fest­stellung trifft. Hal aber burchaus recht.

Fortschritte im deutschen U-Boot-Bau

Auch beim Bau ber Unterseeboote sind weitere große Fortschritte erzielt worben. So hat., bei spielsweise ber Übergang von ber Nietung zur StfimeiBung. wie ber Chef ber Abteilung für ben Entwurf unb ben Bau von Untersee­booten im Oberkommanbo ber Kriegsmarine gjZtmftenaI= birigent Dr.-Jng. Schürer btefer Tage un Rundfunk aus- führte. bie ll - Boote roiberitanbsfäbiger gegen die Wirkung feinblicher Wallerbomben gemacht. Losgelvrungene Nieten sinb beute keine Sorge von U-Boot-Kommanbanten mehr. Auch die verräterische Öl spur, bie bei solchen Schöben an Treibstofftanks bie Verfolgung eines getauchten U-Bootes erleichterte, ist bamit verschwunben. Die U-Boote können beute mebr Torvebos als im ersten Weltkrieg mit-

1 Eisbrecher und 1 Frachter versenkt

Aus dem Fübrerbauvtquartier 15. Mai. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3w Kampf gegen ein amerikanisches Geschwader bat die deutsche Luftwaffe gestern zwischen Nordkap und Spitzbergen einen Kreuzer der „Penfacola"-Klasse von 910 0 Tonnen, sowie einen Zerstörer versenkt. Ferner wurde ein Eisbrecher von 3000 BRT. und ein Handelsschiff von 2 0 0 0 BRT. vernichtet. Ein Frachter von 10 0 0 0 BRT. wurde so schwer getroffen, daß er vom Bug bis zum Heck brannte.

In einem Hafen der englischen Siidkii st e ver­nichteten außerdem leichte Kampfflugzeuge vier britische Handelsschiffe mit zusammen 75 0 0 BRT.

*

as. Der gestrigen Erfolgsmeldung unserer U-Boote folgt heute eine Meldung über große Erfolge unserer Luftwaffe gegen die feindliche Kriegsmarine und die Versorgungsschiffahrt. Wenn hier im äußersten Norden ein amerikanischer schwerer Kreuzer von über 9000 BRT. versenkt werden konnte, ein Kreuzer mit 10 Ge­schützen zu 20,3 Zentimeter und vier Geschützen zu 12,7 Zentimeter, so zeigt auch das wieder, welche Kräfte unsere Gegner einsetzen, um die Versorgungsstraße zu den Sowjets nach

Murmansk offenzuhalten. Wiederum erweist sich, daß die Luftwaffe diesen Weg scharf überwacht und daß sie nicht nur die Zufuhren zu treffen weiß, sondern auch die feindlichen See- streitkräfte die eingesetzt werden, um diese Zufuhren zu sichern.

In wie starkem Maße man in den USA. die Gefahren dieser Schiffsoersenkungen fürchtet, zeigen einige neue Äußerungen ameri­kanischer Zeitschriften. So schreibt „News Week" u. a., es bleibe eine uneingestandene Tatsache, daß die U-Boot-Eefahr an der amerikanischen Atlantikküste ein ungeheures Ausmaß angenommen habe. Sie sei viel größer als im Weltkrieg 1914/18 und man habe noch immer keine wirksamen Abwehrmaß­nahmen. Gleichzeitig weist die Zeitschrift „Time" darauf hin, daß auch ein „fabelhaftes Schiffbauprogramm" nichts nütze, sondern nur der tatsächlich vorhandene Schiffsraum. Aber nur vier von den zehn Hauptwerften der USA. vermöchten mit dem eigentlichen Produktionsprogramm Schritt zu halten.

Ebenso zeigt die mißglückte Landung einer sowjetischen Maiinebrigade im äußer st en Norden, daß die Sowjets nach wie vor bemüht bleiben, diesen Weg offenzuhalten. Wenn sie glaubten, durch diese Landung irgendetwas erreichen zu können, so hat auch diese Hoffnung ge­trogen. Mit schwersten blutigen Verlusten wurden sie heimge­schickt. Im übrigen läßt der Bericht des OKW., den wir auf der zweiten Seite veröffentlichen, erkennen, daß auf der ganzen Front sich unsere Angriffskraft immer erneut beweist, wofür ein besonders gutes Zeichen die Vernichtung einer feindlichen K a m p f g r u p p e i m W o l ch o w g e b i e t ist. Auf der Halbinsel Kertsch hatten offenbar die Sowiete noch einmal versucht, auf den Höhen vor der Stadt Fuß zu fallen. Auch hier ist aber ihres Bleibens nicht lange gewesen, auch hier hat sich die Angriffskrast der deutschen Truppen wieder als überlegen erwiesen.

Nachdem die genannte Zeitschrift die deutschen Erfolgsaus­sichten durchweg positiv beurteilt und die Feststellung macht, daß der Augenschein die Deutschen begünstige, wird die Frage behandelt, wie die Sowjets für die kommenden Ereignisse ausgerüstet sind. Die Bolschewisten könnten wohl mobilisieren, aber es käme auf die Qualität an. Artillerie- und andere Fahrzeuge bildeten wahrschein­lich für die Sowjetunion kein Problem, wohl aber derLerlust der Fabriken in Charkow, Kramatorsk und Rostow, sowie des Eisenerzes in K r i w o j r o g , der metallur­gischen Produktion der Städte am Dnjepr und Donez und der endlosen Kette von Maschinenfabriken und chemischen Industrie. Die sowjetische Produktion sei dadurch ver­krüppelt. Die Hoffnung, daß diese sowjetischen Verluste durch Lieferungen der USA. und Englands wieder wettgemacht würden, scheint nach Ansicht der Zeitschrift nur schwach. Weiter erwähnt der Artikel die Notwendigkeit, die sowjetischen Heere neu zu organi­sieren und ihren taktischen Einsatz in diesem Frühjahr zu verbesiern. Als Kernpunkt des Problems wird in diesem Zusammenhang eine „fähige sowjetische Führung" gefordert, deren Fehlen im Jahre 1941 den größten Zusammenbruch heraufbeschworen habe, Die „sowjetische Taktik" sei jedoch noch ein tiefes Geheimnis und dabei doch der wichtigste aller Faktoren.