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Wiesbadener Tagblatt

Dnrck und Verlaa: L. SckeUenbera'ickie Rilcktlnnickerei. Lanaaaiie Rr. 21 iTaablatt..Haust ' KS-JX Wückientlick: in 6 Ausaaben Ericketuuuasreit werktäalick nackmittaas

Dr«ck und Verlag: L. Schettenberg'fche Buchdruckerei, Lauggasje Rr. 21 (Tagblatt-Haus)

Erjcheiuuugszeit werktäglich nachmittags

Wöchentlich in 6 Ausgaben

Nummer 111

Donnerstag, 14. Mai 1942

90. Jahrgang

1

Damit hat

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tandrgen in London und ihre Vorbereitungen auf

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abzurechnen. Gleich

dah die

er Sand ge-

Aus dem Führerhauvtquartier, 14. Mai. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: .

Deutsche Unterseeboote erzielten im Kamps gegen die feindliche Bersorgungsschiffahrt in verschiedenen Seege­bieten neue grobe Erfolge.

Äm Rordatlantik griffen sie einen Eeleitzug der Englandfahrt an und versenkten aus ihm in mehrtägigem schweren zähen Kampf neun Schiffe mit 31000 BRT. Ein weiterer Dampfer wurde durch Torvedotreffer be­schädigt.

Andere Unterseeboote versenkten in amerikanischen Ge­wässern zwölf Handelsschiffe mit 82000 BRT. und einen Bewacher.

Einsatz ausländischer Arbeiter im Reichsgebiet

Berlin, 13. Mai. Um die Anwerbung und den Einsatz ausländischer Arbeitskräfte zu ordnen, hat der Generalbe­vollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, eine Anordnung herausgegeben, die alle die ausländischen Arbeiter betreffenden Fragen wie Anwerbung, Betreuung, Unterbringung, Ernährung und Behandlung klärt. Nach diesen neuen Bestimmungen obliegt der Deutschen Arbeits­front die gesamte Betreuung der ausländischen nichtlandwirtschaMichen Arbeitskräfte innerhalb des Reichs­gebiets.

Damit hat die feindliche Schiffahrt innerhalb von weaigen Tagen wieder 21 Schiffe mit 113000 BRT. verloren.

Der japanische Ansturm von Osten versetzt den Verteidi­ger Indiens also in eine geschichtlich neue Lage. An der Westküste des Golfs von Bengalen entlang verfügt er über eine gute Eisenbahnverbindung von der Südspitze der Halbinsel bis Kalkutta und weiter nördlich, sie besitzt Zweigverbindungen quer über die Halbinsel hinweg nach dem Arabischen Meer (Karatschi. Surat. Bombay, Goa und Kalikut). Aber dieses Eisenbabnsystem ist an seinen emp­findlichsten Punkten durch Luftangriffe vom Golf von Bengalen her leicht in heillose Verwirrung zu bringen. Indien ist inzwischen zum östlichen Eckpfeiler einer zusammenhängenden strategischen Position geworden. Die Sorge um die weitere militärische Entwick- urng nach dem groben Siege der Javaner in Burma halten den ganzen von den Engländern noch kontrollierten Bereich des Indischen Ozeans bis nach Kapstadt in Atem. ..New Bork Herald Tribüne" meldet aus Bombay, daß die einge­borenen Grubenarbeiter ihre Arbeitsstätten aufgegeben haben. Ein Sonderberichterstatter aus Durban an der Ostküste Afrikas schildert in der ..Daily Mail" die Furcht der südafrikanischen Regierung, dah ein japanisches Geschwader diesen wichtigen Hafen angreifen könnte. ..Wenn

Rettet Indien!

Die neue Lage in Ostakien

—er. Aus Sonderberichten deutscher Korrespondenten im neutralen Ausland ergibt sich folgendes Bild der Kriegs­lage in Ostafien.

Die Rückwirkung des japanischen Sieges in Burma auf Indien wird von der Londoner Zensur nach Möglichkeit verschleiert. Aber die Wahrheit sickert doch überall durch. Der Krieg in Burma steht von seinem Ende. Die japanische Offensive ist heute, wo sie an.die Tore Australiens und Indiens pocht, augenscheinlich im Begriff, eine andere Technik zu entwickeln, als diejenige, die sie auf der Halb- insel Malaya. in Singapur oder in Niederländisch-Ostrndien anwandte. Für den oberflächlichen Blick ist eine Pause ent- standen: aber ihre Gründe fallen nicht zugunsten der Alliierten tn die Waagschale, und in London und Washing­ton werb man das. Gemessen an allem, was die javanische Offensive, bisher bewältigt hat, sind Australien und Indien grobe militärische Obiekte, die eine unbedingte Sicherung der lavanischen Verbindungen und starken Nachschub an Landtruppen erfordern. Es war die grobe Hoffnung der Alliierten, Japan werde sich vom Schwung seines Angriffs­geistes fortreihen. lassen, dielen australischen oder indischen Feldzug zu improvisieren, bevor jene Voraussetzungen erfüllt waren. Eines Tages würde sich zeigen, dab die Elastizität der lavanischen Verbindungen überspannt worden sei, und die Nachschublinien würden reiben. So sprach man in Lon. von und Washington schon vor mehr als zwei Monaten, als Singapur gefallen war. Heute gesteht man sich, dah die rückwärtigen Verbindungen Japans bisher nicht die ge- ringste Überbeanspruchung erlitten haben.

Wieder 113 000 BRT versenkt

Erneut 21 Schiffe im Nordatlantik und in den llSA-Gervässern vernichtet

Fernruf: Sammel-Nr. 59631 - Drahtanschrift: Tagdlatt, Wiesbaden . Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 7405

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Geschäftszeit durchgehend von 8—19 Uhr außer Sonn- und Feiertags - Berliner Büro . Berlin-Wilmersdorf Anzeigenpreise: Ein Millimeier Höhe der 22 Millimeier breiten Spalte im Anzeigenteil RM 0.07, der 46 Millimeter breiten Spalte im Terteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 10 maßgebend - Nachlässe nach Preisliste Nr. 10 - Schluß der Anzeigen-Annahme 9 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Vortage

Gefangenen- und Beutezahlen ständig im Wachsen

Der qrohe Erfolg aus der Halbinsel Kertsch — Bolschewisten auf engstem Raum zusammengepreht und vernichtet — Die Luftwaffe zerschlägt de« zurückgehenden Feind

as. Berlin, 14. Mai. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) An dem gleichen Tage, an dem das OKW- die stolze Siegesmeldung über die Durchbruchsschlacht auf der Halbinsel Kertsch bekanntgeben konnte, versuchte Reuter noch die Engländer mit der Lüde zu trösten, dah der deutsche Offensiovorstoh bisher ..keine konkreten Ereignisse" gezeitigt habe. Auch der englische militärische Kommentator A n n a - l i st erzählte noch kurz vorher, dah die Sowjets ..entschlossen ihre Stellungen halten." Die alte Lügenmethode wird also auch diesmal befolgt, obwohl man doch mit den Märchen­erzählungen über die angeblich so erfolgreiche bolschewi­stische Winteroffensive einen so bösen Reinfall erlebte. Heute müssen selbst-die Sowjets eingesteben, dah ihnen diese Winteroffensive keinen Erfolg, wohl aber schwerste Verluste brachte. So gibt das englische Nachrichtenbüro „Exchange Telegraph" einen recht interessanten Bericht über einen in Moskau vor hohen bolschewistischen Offizieren gehaltenen Vortrag wieder. Es ist recht bemerkenswert, dah gerade „Exchange Telegraph" diese Darstellung verbreitet, denn dieses Büro hat während des Winters nicht genug Siegesmeldungen über die sowjetische Offensive ausgeben können, Siegesmeldungen, die erst unlängst ein Schweizer Blatt zum Anlah nahm, um mit dieser verlogenen Berichterstattung abzurech— "" einleitend wird in dem Vortrag festgestellt. deutsche Winterl.ini e in deutsche blieben ist und dah das Overationsziel der Aufteilung dieser Linie nicht erreicht wurde. Es werden sodann die Gründe hierfür untersucht und es wird dabei darauf ver­wiesen, dah der deutsche Widerstand sehr stark war. Die Lei st ungen eingeschlossener d e u t s ch e r .Ver­bände mühten hervorgeboben werden. Man muß also auch die gegnerischen Leistungen, wie der Kampfgruppe Scherer und kleinerer Gruppen, die vorübergehend von

auch die amtlichen Stellen in London und Washington sich weiterhin bemühen, .die Erfolge der deutschen U-Boote zu bagatellisieren, so werden sie doch immer wieder von den Tatsachen Lügen gestraft. Die Öffentlichkeit läht sich mit optimistischen Berichten nicht mehr beschwichtigen und eine wachsende'Nervosität ist unverkennbar. Die Rekordversenkungsziffer im ersten Drittel des Mai verstärtte die Sorgen noch, wurden doch innerhalb von zehn Tagen im Westatlantik über 250 000 auf den Grund des Meeres geschickt, wozu noch 36 000 BRT. im Nördlichen Eismeer kamen. Hinzu kommen die eben gemel­deten 113 000 BRT. Vesonders drückend werden die Tanker-Verluste empfunden, die beute bereits drei Millionen BRT. ausmachen. Im ganzen standen den Eng­ländern und Amerikanern, die geraubte und gecharterte Tonnage eingerechnet, elf Millionen BRT. zur Bersugung. Berücksichtigt man, dah der Bedarf an Benzin und Mine­ralölen durch den Krieg erbeblich gestiegen ist. so sind die noch verfügbaren acht Millionen BRT. völlig unzureichend. Eini modernes Tankschiff von 10 000 ÄRT., das etwa 15 000 Tonnen Öl faßt, genügt zur Bestreitung von 83 Luftangriffen zu je 100 Flugzeugen über eine. Entfer­nung von drei Flugstunden. Die gleiche Benzinmenge reicht aus, um 500 Panzerwagen 50 mal zu einer Fahrt von 300 Kilometer einsatzfäöig zu machen. Aus diesen Zahlen

Kleinlautes Sowjet-Geständnis

Die Winterschlacht war eine blutige Niederlage der Bolschewisten

den Bolschewisten eingeschlosien wurden, sich dann aber durchschlagen oder entsetzt werden konnten, anerkennen. Be­merkenswerter aber ist noch das Eingeständnis, dah der Kampf gegen die „Igelstellungen" mehr Munition er­forderte als erwartet wurde, wodurch eine erhebliche Be­lastung des Nachschubs eintrat. Auch heiht es weiter, dah die sowjetischen Mannschaftsverluste „der Schwere dieser Kämpfe entsprachen", und dah man sich deshalb bald mehr an die Richtlinien des obersten Verteidigungsrates für die „ökonomische Kriegführung' habe halten müsien. Das be­deutet also, dah die sowietische Winteroffensive, die den Bol­schewisten keinen Erfolg brachte, mit einem sehr grohen Munitionsaufwand durchgefiibrt wurde und dah sie zu auherordentlich starken blutigen Verlusten führten, die selbst die Sowjets auf die Dauer nicht hinnebmen konnten. Hier­durch werden gewisse Kritiker im feindlichen Lager gerecht­fertigt. die mehrfach die Frage erhoben, ob es für die Sowjets nickt bester gewesen wäre, die in der Winter­offensive unnütz verpulverte Munition, ebenso wie die da­bei aufgeopferten Truppen zur Abwehr künftiger deutscher Angriffe auszusparen. Bemerkenswert ist schließlich noch, dah man auf sowjetischer Seite die Sturbeit der Operationen zugeben muh. Man beklagt, dah die Kriegführung geistig nicht beweglich genug gewesen sei. Uns sagt das alles nichts Neues. Dennoch bleiben diese Einge- ständniste, da sie von maßgebender bolschewistischer Seite ge­macht wurden, recht interestant. zumal sie die kräftigste Widerlegung all der Lügenmeldungen sind, die die englische Preste im Winter fast Tag für Tag über die angeblichen sowjetischen Erfolge in die Well hinausvosaunte. Wenn aber weiterhin davor gewarnt wurde, die Stärke des deut­schen Gegners zu unterschätzen, so ist das eine Warnung, deren Berechtigung bereits durch die grohen deutschen Er­folge auf Kertsch erwiesen wurde.

In Murmansk wiederum erfolgreich

Berlin, 13. Mai. Wie das OKW, zu dem erfolgreichen An- oriff deutscher Kampf- und Sturzkampffliegerverbande auf Schifss- ziele an der Eismeerküste und im Hafen von Mu rm a ns k weiter mitteilt, erschienen die deutschen Bomberverbände völlig überraschend. Nur ein einziger bolschewistischer Jager war ge­startet und wurde zur Flucht gezwungen. Ein Handelsschiff von 8 000 BRT. wurde durch Bombentreffer auf dar Heck schwer beschädigt, ein andere» in der Nähe liegendes Frachtschiff

von ebenfalls 8000 BRT. erhielt Treffer auf den Bug, an Back­bord und Eteuerbordwand. Nach der Detonation der Bomben brannte das Schiff lichterloh, und ein weiteres Handelsschiff in der Gröhe von 4000 BRT. erhielt einen Nahtresfer. Im Hafen von Jo ko na a, ostwärts Murmansk auf der Halbinsel Kola, er­zielten deutsche Kampfflugzeuge auf zwei Frachtern von j e 4000 BRT. Bombentreffer. Im Abflug wurden auf den getroffenen Schiffen starke Brände beobachtet. In der Lizza-Bucht zerstörten deutsche Sturzkckmpfflieger eine Anlegebrücke und ein kleines Handelsschiff, drei Küstenboote von je 500 BRT. wurden beschädigt. Nach erfolgreichen Angriffen auf bolschewistische Barackenlager auf der Fischerhalbinsel nördlich von Pott Wladimir beschädigten deutsche Kampfflugzeuge ein bolschewistisches Handels­schiff von etwa 2Ö00 BRT.

Berlin, 13. Mai. Zu dem grohen Erfolg der deutschen und rumänischen Truppen auf der Halbinsel Kertsch werden vom OKW. folgende Ergänzungen mitgeteilt:

Der Angriff auf der Halbinsel Kertsch begann in der Frühe des 8. Mai nach planmäßiger Vorbereitung durch Artilleriefeuer und durch Fiegerangrisse. Nach einem letzten starken Feuerschlag traten die für den ersten Angriff bestimmten deutschen Kräfte gegen die stark ausgebautcn, mit Tausenden von Mi­nen gesicherten und durch einen breiten Panzergraben ge­schützten feindlichen Stellungen an. Es gelang den deutschen Truppen, den völlig überraschten Gegner oft schon beim ersten Anlauf zu werfen, seine Stellungen zu durchbrechen und tief in das feindliche Hinterland vorzustohen.

In Fortsetzung dieses ersten Angriffserfolges drangen schnelle deutsche und rumänische Truppen an den nächsten Tagen weiter nach Osten und Norden vor und verhinder­ten so den Rückzug stärkerer Kampsverbände des Gegners. Am 11. 5. gelang es den nach Norden vorstohenden deutschen Kräften, die Küste des Asowschen Meeres zu erreichen und die sich im Raume um Ak M o n a j noch verteidigenden feindlichen Kräfte von ihren rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden, während gleichzeitig deutsche und rumänische Truppen von Westen her die eingeschlossenen feindlichen Divisionen auf engsten Raum zusam- menprehten. Die Masie der auf zwei Seiten von den deutsch­rumänischen Kräften und auf der dtttten Seite vom Asowschen Meer eingeschlosienen feindlichen Truppen bot ein lohnendes Zielfür die deutsche Luftwaffe, die in rollenden Ein­sätzen unbeschreibliche Vernichtung in die bolschewisti- scheu Truppenmasien trug.

Nach Abweisung verzweifelter Ausbruchsver­such e und nach Brechung des letzten feindlichen Widerstandes, der besonders immer wieder bei Ak Monaj aufflackerte. wurden die eingekesielten feindlichen Kampsverbände vernichtet oder gefangen­genommen. Die gemeldeten Gefangenen - und Beute­zahlen sind ständig im Wachsen. Während sich so das Schicksal der eingeschlosienen feickdlichen Divisionen vollendete, setzten andere deutsche und rumänische Verbände die rastlose Verfolgung der geschlagenen Reste des Gegners in Rich­tung auf Kertsch sott.

Die deutsche Luftwaffe legte, nachdem sie den feindlichen Widerstand zermürbt hatte, von Beginn der Kämpfe an die Schwerpunkte ihres Einsatzes auf Verfolgung und Zer­schlagung des zurückgehenden Feindes. Obwohl in den Tagen des Erohkampfes das Wetter ungünstiger wurde, waren die deutschen Kampfflugzeugverbände und Schlachtflieger nicht daran gehindert. dem zurückflutenden Feind schwerste Verluste zu- zufiigen. In Tiefangriffen auf die Rückzugsstrahen wurden zahl- reiche motottsierte Fahrzeuge, auf denen die bolschewistischen Trup­pen nach Osten flüchteten, zerstött. Deutsche Schlachtfliegerverbande blieben dem weichenden Feind auf den Fersen und zerschlugen den feindlichen Widerstand. Deutsche Flakartillerie und Sturzkampf­flugzeuge vernichteten zahlreiche Panzer und Batterien. S ch i s f »- ziele des Gegners im Seegebiet von Kertsch sowie die Bereit­stellung einer Rückzugsflotte in einem Hasen des Asowschen Meeres wurden mit Bomben belegt, vernichtet oder zersprengt. Bon Beginn des Großangriffes an beherrschken die deutschen Jager den Lust­raum über der Halbinsel Kertsch und schosien nach bisherigen Mel­dungen allein in erbittert en Lustkämpfen 183 feind- licheFlugzeuge ab.

Zwischen der australischen und der indischen Gefahr Neigen die militärischen Sachverständigen in London und Washington dem Gefühl zu, i' ; Indien konzentrieren zu müsien. Indien kann nicht durch stehende Fronten und Befestigungen entlang seiner ganzen Äüstenlinie gegen javanische Landungen geschützt werden. General Waoell sucht die Lösung in Luftverstär­kungen und einer Manövriermasie von leicht beweglichen Landtruvven. die nack Bedarf bald da, bald dorthin an die Küste geworfen werden können. Dieser Grundgedanke hat die öffentliche Meinung daheim und in gewissen indischen Krei­sen, »u deren Trost ibn der General zum Vesten gab, bald angefteckt. Die Idee der mobilen Verteidigung bestach um so leichter, als Indien, verglichen etwa mit Burma, im Ruf» eines Landes mit guten strategischen Verbindungen steht. Erst wenn man einer Verallgemeinerung, wie dieser letzteren, in den Einzelheiten nachgrht, wird man sich der Schwierigkeiten bemüht, mit denen Wavell bei der Ausführung seines sckeinbar so erfinderischen Rezepts zu rechnen hat. Das strategische Verkehrsnetz Indiens ist. wie alle militärischen Einrichtungen und Vorkehrungen des Landes einschliehlich der traditionellen Eeneralstabsideen. nach der West- und der Nordwest grenze orientiert. Von dorther kamen alle historischen Eroberer und Brand- schatzer Indiens, zuletzt die Engländer selbst, und Wavell kann roebei die materielle noch die geistige Erblast dieser Tradition ganz abschütteln. Die indische „North-West Frontier Province" war viele Jahrzehnte hindurch die einzige militärische Landgrenze des Britischen Reiches.

ergibt sich, wie schwer jeder Tanker-Verlust für die feindliche Kriegführung ins Gewicht fällt. Im Hinblick auf diese Ent­wicklung ist ein Artikel, den die llSÄ.-Zeitschttft „United States News" veröffentlicht, von besonderem Interesse. Diese USA.-Zeitschrift stellt einleitend klipp und klar fest, dieScklacht im Atlantik entscheide sich gegen die USA. und ihre Verbündeten. Die deutschen U-Boote schlügen der Schiffahrt der Verbündeten furchtbare Wunden. Sie seien gegenüber dem Weltkrieg auherordent­lich verbessert worden und verfügten im Gegensatz zu damals über sehr ausgedehnte Vasen, vom nördlichen Norwegen bis zur Viscaya. Die USA. dagegen sähen sich bedeutend gröberen Schwiettgkeiten als im Weltkrieg gegenüber, seien doch zwei grobe Flottenmächte. Italien und Japan, an die Seite Deutschlands getreten. Das Problem des Augenblicks, so schreibt die Zeitschrift weiter, ist die Sicherung der Schiff­fahrt von den Kattbischen Inseln nach den Neu-England- Staaten und die Aufrechterhaltung der Schiffsverbindungen mit Südamettka. Dabei verfügen die USA. aber nicht über genügend Kriegsschiffe für Eeleit- zwecke und die U-Boot-Abwehr mit Landslugzeugen und Motorbooten bat sich als absolut unzureichend erwiesen. Im weiteren weist „United States News" darauf hin. dab o"ch der Seeweg nach Island und England unter allen Umstän­den offen gehalten werden müsie. Dazu käme die gefährdete Route nach der Sowjetunion. Zu dem Aufbau der sagen­haften Westfront würden allein, wenn man zwei Millionen USA.-Truvven nach Europa befördern wollte, sieben Millionen BRT. benötigt. In den amerikanischen Häfen staue sich das Kriegsmaterial turmhoch auf und in Südamerika seien die Waren am Verderben, weil sie wegen des fehlenden Schiffsraums nicht abtransvortiert werden könnten. In dem Wettrennen zwischen Versenkungen und Neubauten aber lägen die deutschen U-Boote weit vorn. Marineminister Knox, der immer wieder ver­sprochen habe, dah die ll-Voot-Eefahr baldigst beseitigt werde, habe sich als schlechter Prophet erwiesen. Die Ver- senkungsziffern an der amerikanischen Ostküste stiegen viel­mehr wie eine Rakete zum Himmel.

Diese Ausführungen zeigen, dab alle Beschwichtigungs­versuche Roosevelts und Churchills keinen Glauben mehr finden. Die deutschen U-Boote aber werden dafür sorgen, dah ihr Lügengebäude völlig zusammenbrickt.