Wiesbadener Tagblatt
EiEstag/Sonntag. S./1Ü. Mai 1942
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Von Links nach Rechts: 1. Fl-bfackfäbre über eine« Fluß im Olten. (PK.-Auknabme: KricgsberichtcrLachmann. Weltbilds 2. ^Der Knüvoeldamm hilft weiter. Wo der Morast fast grundlos ist, baßen unsere Truppen mit Holzstammen einen Knüppeldamm gebaut. tPK.-Aufnabme: Kriegsberichter Sentzlckel. Weltbild.) 3. Infanterie baut tbrv Stellungen aus. Ist erst einmal der gefrorene Boden weggeräumt, dann geben die weiteren Ausschachtungen flott voran. (PK.-Ausnabme. Kriegsberichter Keßler. Weltbild.) 4. Bor jedem Einsatz «nerlüdlich. Der Bordschütze muh sich auf seine Waffen verlassen können, desbalb werden die Waffen vor lebem Einsatz genau geprüft und sorgfältig gereinigt. (PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Rheinländer. Weltbild.)
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Das Heraustreten Deutschlands aus der europäischen Enge, der sehr vorsichtige Übergang zur Kolonialpolitil und Deutschlands zunehmende Beteiligung am Welthandel sollten nach Bismarcks Wunsch nicht gleichbedeutend mit einer planvollen Verkürzung der englischen Jnteresien sein. Als er auf englischen Widerstand stich, hat Bismarck freilich bei der Durchsetzung bescheidener deutscher Kolonialforderungen gewisie vorübergehende englisch-französische Differenzen und englisch-russische Meinungsverschiedenheiten ausgenutzt. Er hat dann aber später, der kolonialen Schwierigkeiten müde, die Lösung kolonialer Fragen mit England zu erreichen versucht, so daß das Schlagwort vom Beginn einer deutsch-englischen Kolonialehe entstand. Die Möglichkeit eines völligen Interessenausgleiches nicht nur auf kolonialem Gebiet schien gegebxn. In England dachte man jedoch anders. Ein offenes Bllndnisanaebot Bismarcks im Jahre 1889 lehnten die Engländer ab Der britische Premierminister legte es nicht einmal der Königin vor. Der Kanzler muhte sich davon überzeugen, datz England als Freund Deutschlands nicht ]u gewinnen war. Er muhte feststellen, dah sich England eben „nicht lieben lassen wollte". England wollte nicht begreifen, dah seine Freundschaft für Deutschland zwar von hohem Werte sei, die Freundschaft Deutschlands für England aber „unter Umständen von noch höherem".
So sehr sich das politische Gesicht Europas wandelte, der Satz Bismarcks, dah die Engländer sich von uns nicht liehen lasten wollten, und die weiter« Feststellung, dah di« Seemacht England nicht den Wert Deutschlands als Verbündeten auf dem Kontinent zu erkennen vermochte, ist gültig geblieben. Auch die klügsten Engländer, so meinte Bismarck einmal, dächten sich „das ganze Festland wie eine Pulvermine, an die sie nur den
Stukas als Eisbrecher
Bomben beseitigen eine schwere Gefahr für eine Nachschubstrohe
NDZ. Berlin, 5. Mai. (PK.) Wagen auf Wagen rollt über die Kriegsbrücke, die die beiden Ufer des Flustes miteinander verbindet. Die Kriegsbrücke hat ihre Belastungsprobe tausendfach bestanden. Eisschollen krachen und splittern gegen die Holzpfeiler. Ganz plötzlich ist Tauwetter eingetreten. Gefahr für die Brücke! Pioniere sind ununterbrochen damit beschäftigt, Stauungen des Eises zu verhindern.
Die Luft hallt vom Dröhnen bei Sprengungen. Vorläufig reichen die Kräfte noch aus, um die mächtigen Blöcke aus ihrer gefährlichen Bewegungslosigkeit zu wecken und sie fluhabwärts zu leiten. Wie aber, wenn weiter oberhalb sich neue Stauungen gebildet haben? Keine Zeit ist zu verlieren. Aber die Straßen sind durch das Tauwetter grundlos geworden Tage würden vergehen, bis sich die Sprengkommandos durch Dreck und Morast vorgearbeitet hätten bis zu der Stelle, wo sich die Stauung befindet. Inzwischen schreitet die Echneeschmelze weiter fort. Das Master steigt und setzt den Eiswall in Bewegung. Dann aber wäre jede Hilfe zu spät. Oft schon haben in den letzten Monaten die Stukas unseren Erdtruppen geholfen, heute droht kein Einbruch feindlicher Truppenmasten in unsere Front. Eine wichtige Nachschubftrahe ist in Gefahr. Ein anderer Feind rückt heran, das Packeis des Flustes. Aber kann man ihn nicht mit den gleichen Mitteln bekämpfen?
Der Landedelmann Bismarck hat zweifellos Gefallen am englischen Wesen und an der damals rassischnoch niä)t& so
alt-englischen Wesen und an der damals verdorbenen englischen Aristokratie und ihrem — gefunden. Ja, eine erste Englandsreise (1842) veranlahte den Tatenlustigen sogar zu dem zweimal erwogenen Plan, in ost- indische Militärdienst« zu treten, um der Enge der preuhischen Beamtenlausbahn zu entgehen. Man kann also ohne weiteres festftellen, dah der junge Bismarck bestimmt von jeder Voreingenommenheit gegen England frei war. Das hinderte ihn nicht, sich allen Wünschen und Forderungen, englische Versastungs- bestimmungen zu übernehmen — Forderungen, wie sie 1848 immer wieder erhoben wurden —, entgegenzustemmen, weil er die Unübertragbarkeit solcher Einrichtungen klar erkannte. Auch die Vermählung des damaligen preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (des späteren Kaiser Friedrich) mit der liberalen englischen Königtntochter Victoria erfüllte rhn schon in seiner Frankfurter Zeit mit tiefster Besorgnis.
Der Staatsmann Otto von Bismarck hat es wohl immer als seine höchste Aufgabe betrachtet, einen Zusammenschluh Frankreichs und Rußlands gegen Deutschland zu verhindern. Dadurch ist seine Haltung England gegenüber weitgehend bestimmt worden. Freilich hatte er von Anfang an die Erfahrung machen müste«, dah England jeden Ausstieg Preuhen-Deutschland, bekämpfte. Weder 1864 noch 1871 hat es an englischen Em- mischungsversuchen gefehlt. Dem ist Bismarck stets energisch entgegengetreten, aber der Groll Über diese englischen Bemühungen, Deutschland am Boden zu halten und somit die Bildung eines europäischen Schwerpunktes zu verhindern, klingt noch tot deutlich aus einer Äußerung Bismarck» aus dem Jahre 1896 heraus. „Die englische Politik ist." so schrieb er damals in den Hamburger Nachrichten, „niemals wohlwollend für uns gewesen, und die englische Presse hat Deutschland früher ebenso mit Geringschätzung behandelt, wie sie uns heute feindliche Eifersucht zeigt; ersteres geschah aus Hochmut, letztere, aus Angst vor dem made in Germany.
Bismarck und England
Von Walter Aßmus
Der 42jähriae Gesandte Otto von Bismarck schrieb an Leopold von Eerlach: „Ich habe, was das Ausland anbelangt, in meinem Leben nur für England Sympathie gehabt." Wer daraus folgern wollte daß Birsmarck ein begeisterter Freund Englands war, müßte schon aushorchen bei der Fortsetzung dieser Briefstelle:
. und bin stundenweis noch nicht frei davon." Kein Zweifel, daß in diesem „stundenweis" eine sehr erhebliche Einschränkung liegt. Im Sommer 1896 sagte der gleiche Bismarck, als ihn der chinesische Sonderbotschafter Li Hung Tschang besuchte: „Ich haste die aufgeblasenen Engländer." Diese beiden Zitate zeigen bereit» rote gefährlich es unter Umstanden ist, Äußerungen eines großen Staatsmannes als Beweis für feine Einstellung gegenüber einem Lande ohne Rücksicht auf die Zeit, in der eine solche Äußerung fiel, zu benutzen. In der hohen Politik wechseln die Konstellationen, und mit ihnen müssen naturnotwendig auch die* Stellungnahmen der maßgebenden Politiker einem Wechsel unterliegen. Trotz einer solchen Einschränkung ist es auch heute noch reizvoll, Bismarcks Einstellung gegenüber England genauer zu betrachten. Mariinilian von Hagen, der sich lange mit diesem Stoff beschäftigt hat, gibt uns in feinem bei der Deutschen Verlagsanstalt erschienenen Buch „Bismarck und E n g l a n d", in dem in verschiedenen Aufsätzen die mannigfachen Seiten dieses Problems behandelt werden, dafür einen ausgezeichneten Leitfaden an die Hand.
Funken zu legen brauchen, um jeden widersetzlichen Monarchen in die Luft zu sprengen ' Indessen, so fügte Bismarck hinzu, „der Kalkül wäre nur da richtig, wo Schwächlich und Bullenkalb auf dem Throne säßen". Bismarck hat aus der anderen Seite auch nie den Gedanken eines Bündnisses mit England so forciert, daß Deutschland, eines Tages etwa gezwungen gewesen wäre, den Briten die Kastanien aus dem Feuer zu holen." „Er hat niemals als Gegenleistung „den festländischen Degen des großen und starken jungen Kerls" abgeben wollen. Er hat nie die englische Kurzsichtigkeit verkannt, „die in der Sorte von Politik liegt, andere veranlassen zu wollen, daß sie die englische Politik aus eigene Kosten machen, und Bundesgenossen verbrauchen zu wollen, ohne sie zu unterstützen."
Es fehlt auch sonst nicht bei Bismarck an scharfen Äußerungen Über die verlogene englische Politik. Er spricht mit schärfstem Spott Über die „in England üblichen und wirksamen Wandlungen der Humanitätsgefühle, deren Betätigung England von allen anderen Mächten erwartet, aber seinen eigenen Gegnern nicht zugute kommen läßt". „Menschlichkeit, Friede und Freiheit ist immer ihr Vorwand , heißt es ein anderes Mal, „wenn es nicht Christentum und Ausbreitungen der Segnungen, der Gesittung unter Wilden und Halbbarbaren sein kann, zur Abwechslung." Gewiß ein Wort, das heute nicht weniger gilt als damals Die Schwäche der englischen Position war dem großen Staatsmann dabei nicht verborgen geblieben. In der schon einmal erwähnten Unterredung mit 8t Hung Tschang im Sommer 1896 sprach Bismarck das prophetische Wort: „England mit all seiner Prahlerei und Angeberei hat Hunderte von schwachen Punkten, und es weiß, daß ein Koflikt mit einer nur einigermaßen ebenbürtigen Macht seinen Untergang bedeuten kann."
So kommt es, daß Hauptmann B. und Unteroffizier B. den Auftrag erhalten, mit ihren Maschinen den Pionieren zu helfen. Schnell sind die Flugzeuge beladen. An ihrem Rumpf hängen die schweren Brocken, die mit ihrer Sprengladung die Gefahr für die Brücke beseitigen sollen. Die Sicht ist heute ausgezeichnet, wie geschaffen für diesen Flug, diesen Einsatz der Stukas als Eisbrecher. Vereinzelt treiben drunten kleinere Eisschollen. Sie können der Brücke nicht gefährlich werden. Es ist nicht mehr weit bis zur Brücke. Und noch immer nichts? Sollte die Gefahr vorüber fein? Halt, was ist das? Wie ein weißer Damm zieht es sich quer über den Fluß. Dort sitzt der Feind, den es heute unschädlich zu machen gilt.
Der Flugzeugführer drückt die Maschine hinunter. Sieht sich die Stelle genau an Man muß vorsichtig zu Werk gehen. Gerade dort, wo sich der Eiswall von User zu User zieht, liegt ein Dorf, hart am Rande des Stromes. Die Bomben wüsten also geworfen werden, daß sie die Häuser und die Bewohner nicht gefährden, außerdem muß man sich darüber klar werden, an welcher Stelle die Bomben auf das Eis geworfen werden wüsten, um den mächtigen Wall in einzelne Schollen zu zersplittern, die abwärts treiben, ohne die Brückenpfeiler zu beschädigen. Die beiden „Eisbrecher" gehen ganz tief hinunter. In niedriger Höhe geht es über das Wasser. Jetzt liegen die Eismasten unter ihnen. Die Bomben werden ausgelöst. Drunten schießt eine mächtige Wassersontäne hoch. Eisbrocken wirbeln durch die Luft. Leben kommt in den eben noch unbemeglid) und starr daliegenden Damm. Er löst sich auf in einzelne Schollen. Die drohende Gefahr ist beseitigt. Der Strom des Nachschubes fließt ohne Unterbrechung weiter. Die Brücke ist gerettet. Kriegsberichter Hans Caratiola.
Berliner Ttzecrterbrief
Berlin, Anfang Mai
Hans Leip, der bekannte Hamburger Erzähler und Verkäster des Volkslieds von Lili Marleen, nimmt in seiner Komödie „Jdothea" die im Deutschen Theater zur Uraufführung gelangte, das Thema eines euvipideischen Satyrspiels auf. Es geht da um ein „Double" der Schönen Helena. Die Vielgeliebte und Vielgescholtene sei nach einer griechischen Überlieferung ein Muster ehelicher Treue gewesen. Nicht sie. sondern die Proteus-Tochter Jdothea, die der Gattin des Menelao» so täuschend glich, sei von Paris entführt worden, während Helena geduldig und reinen Eewistens zehn Jahre lang auf die Heimkehr ihres Gatten gewartet habe . . . Leip schrieb eine Komödie der „ehrenwerten Täuschung", im Grundriß verwandt dem Kleistschen „Amphiiryon". Aber das Stück rührt nicht an die liefen des menschlichen Seins. Es hat eigentlich kein Problem. Menelao» ist von der so teuer wiederrungenen Frau, Die er für seine Helena hält, maßlos enttäuscht Er kennt sie kaum wieder: ein ganz primitives Trieb- wesen So bedarf es keines inneren Zwanges, um das legale Verhältnis wieder herzustellen. Das Ganze ist nicht viel mehr als em lustig tollendes Berwechslungsspiel. Doch ist es von poetischem Glanz übersprüht und manche seingeschlifsenen Ironien blitzen auf Die zauberhaften Märchenbilder von der mythischen Insel Pharos die Caspar Reher entworfen hat. leihen dem romantischen Spiel den stilgerechten Rahmen. Schön von Antlitz und Gestalt: Anna Dammann, eine elegische Helena und eine frivole Jdothea. Ganz mühelos meistert sie die Kontraste der Doppelrolle. Christian Kayßler als heimkehrender Menelaos. Erich Ponto als göttlicher Zauderer Proteus, Eva Lista, ein graziles Rautendelein, und Hans Brausewetter, ein sehr crgöülicher ägyptischer Bierbrauer, sind die anderen Stützen des wohlabgestimmten Ensembles. Das Publikum nahm das muntere Stück sehr beifallsfreudig auf.
Eine weit stärkere Talentprobe der Holsteinerin Erna Weißenborn als jene „Destille Seit", das naturalistin- symbolische Schauspiel, das vor zwei Jahren, ebenfalls im Deutschen Theater, zur Uraussührung kam, ist die Waterkant-Romanze Linna Nordman n". Auch hier der Zug -zum Überrealen. Legendäres raunt geheimnisvoll durch Linna Nordmanns Kramladen. Eine alte Kundin hat die Gabe des zweiten Gesichts. Ein bleicher Schiffer geistert vorüber, erzählt rhapsodisch vom Seemannstod seines Freundes Asmus, Linnas Mann. All dies Ungewöhnliche empfindet man wohl zuweilen als Hemmung der Handlung aber cs wirkt doch in der Umwelt des Stückes nicht unorganisch, gibt dem Zanzen einen besonderen Stimmungsreiz. Ein
anderer Reiz geht von dem Neben- und Ineinander von Handlung und Episode aus. Banale Dinge der Außenwelt dringen ernüchternd und aufreizend in da» seelische Erleben der beiden jungen Menschen, die sich lieben lernen. Die beabsichtigte ironische Wirkung wird nur zu wichtig genommen, verliert durch Übertreibung an Kraft. Die beiden Hauptgestalten sind gerade gewachsene Menschen, Linna, die tüchtige, klar blickende junge Frau, und der fremde Reisende, den sie als Jugendfreund wieder- erkennt. Ob sie ihren Mann liebte? Sie hat nie darüber nachgedacht. Aber jetzt weiß sie, daß sie liebt, den andern liebt. Da trifft di« Nachricht vom Tode des Asmus ein. Er würde sie frei- gegeben haben, das wußte sie. Aber nun kann sie ihn nicht mehr fragen. Der Junge, Geliebte zieht fort. Auch er kühlt daß der Tote zwischen ihnen steht. Das ist eine Überspitzung des Problems, der sich unser Gefühl verschließt. Die beiden ersten Akte sind voll dichten Lebens und dramatischer Spannung. Der dritte enttäuscht . . . Unter Heinrich Koch» Regie eine schöne, stimmungsvolle, ausgeseilt« Vorstellung. Wie sich Gisela von Collandes sprödes Wesen löst, wie herbe Kraft mit zarter Empfindung zu- sammenklingt, das ergibt einen ganz persönlichen Eindruck.
Wieder einmal werden die Scheinwerfer auf die zweifelhaften Hintergründe des «Kongresses von 1815 gelenkt. „Spiel mit dem Feuer" von Rudolf Kremser will zeigen, wie sich allerlei Affären der Liebe mit denen der hohen Politik vermischten, als die Staatsmänner der verbündeten Mächte über die Neugestaltung Europas berieten. Indesien, nicht das geschichtliche Repetitorium eines lehrsamen Dramatikers ist das Lustspiel. Es läßt die Figuranten wie Schatten an der Wand vorüberziehen. Nur Metternich mit seinem Einbläser Eentz und der Zar Alexander erhalten schärferen Umriß. Deren Rivalitatskampf zielt ebensä auf die Erweiterung ihrer Landesgrenzen wie auf den Besitz einer schönen Frau. Die Schlußpointe: wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Heloise findet zu ihrem Verlobten, bem, Grafen Brissot, und Napoleon setzt wieder seinen Fuß auf Frankreichs Boden. Dem Intrigenspiel einet internationalen Welt fehlt merkwürdigerweise der wienerische Erundton, wie ihn mit erwärmender Anmut ein um. hundert Jahre älteres Kongreß-Lustspiel, Bauernfelds „Kategorischer Imperativ" aufweist. Doch sei dem neuen Autor zugestanden, daß er seinen Dialog witzig zu instrumentieren verstand. Der Regisieut Karlheinz Martin hat für die Uraufführung im Theater in der Saarlandstraße keine Mühe gescheut, die graue Theorie der Salonpolitik mit frischen Farbflecken interesiant zu machen. Friedrich Dornins Metternich und Flockina v Plaicns Gräfin Heloise bestimmten den soignierten Charakter der sehr beifällig aufgenommenen Vorstellung. Florian Kienzl
* Ein erster Preis für den Erbauer de» Reichsehrenmals Die türkische Regierung hatte einen Wettbewerb zu einem Entwurf für das A i a t ü r k - M a u s o l e u m ausgeschrieben, an dem sich 49 Künstler beteiligten. Von diesen Entwürfen hat der Ausschuß drei ausgearbeitet, um sie der Regierung zur engeren Wahl vorzulegen; diese ausgewählt und mit Preisen bedachten Entwürfe stammen von Prof. Johannes Krüger. Pros. Emin Onar und Prof. Anoldo Foschini. Johannes Krüger, der mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, ist der Meister, der zusammen mit seinem Bruder Walter Krüger das Reichsehrenmal Tannenberg geschaffen hat.
* Ehrung Heinrich Sohnrey». Wie Gauleiter Staatsrat Lauterbacher bei der Erünoung des Gauheimatwerkes Süd- Hannover-Braunschweig in Hannover bekannt gab, wurde der Dichter Heinrich Sohnrey zum Ehrenmitglied des Heimatwerkes ernannt. Der Dichter habe, so sagte der Gauleiter, in seinen Schöpfungen Menschs stiner Heimat zum Mittelpunkt des Schassens werden lassen und wurzele fest verwachsen in der schönen Landschaft dieses Gaues. Sohnrey habe auch vor vielen Jahren schon gegen die Landflucht aufgerufen, deren Gefahren er klar erkannt hatte. Das Eauheimatwerk soll unter besonderer Berücksichtigung des Handwerks das Überlieferte zur Grundlage einer lebendigen Erneuerung aller Ausdruckssormem des Lebens und der Wohnkultur machen. Reben dem Handwerk werden im Heimatwerk auch das Bauerntum stehen und einige Städte, die schon jahrelang auf bestimmten kulturellen Gebieten Vorbildliches geleistet haben.
* »Das heldische Jahr." Front und Heimat berichten in diesem Buch „das heldische Jahr" (Verlag Zeitgeschichte Berlin) von dem Krieg. 97 Kriegsseuilletons wurden von den Herausgebern WU- frid Bade und WUmont Haack« gesammelt, und Reichsprestechef Dr. Dietrich hat ein Vorwort zu dem Buch geschrieben. „Frühere Zeiten erfuhren selten und spät von dem, was den Soldaten im Lärm der Schlachten bewegt. Heute haben die Männer der Propagandakompanien Schwert und Feder — früher so oft im Widerstreit der Gefühle und Meinungen einander cntgegenwirkend — vereint im neuen Typ des Schriftleiter-Soldaten", so heißt es in diesem Vorwort und „eine Bewahrung über den Tag hinaus-' soll das Buch fein. 97 Kriegsfeuillctons von deutschen Journalisten unb' Dichtern, sic verdienen cs wirklich über den Tag hinaus bewahrt zu werde», Denn sie sind Zeugnis des heldischen Jahres, in dem Deutschland den entscheidenden Kampf seiner Geschichte siegreich ausfocht und Front wie Heimat sich gemeinsam bewährten. Die beiden Herausgeber haben klug und mit ordnender Hand aus der Fülle vorliegenden Materials das wesentliche herausgesucht und die Einzelftücke gleichsam zu einem gewaltigen Epos gefügt, das so von einer großen Zeit finget und sagt. Carl Ems
