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Wiesbadener Tagblatt

ErfcheinungSzeit werktäglich nachmittags

Wöchentlich in 6 Ausgaben

Truck und Verlag: L. Lchcllenberg'sche Bnchdruckerei, Lauggasse Sir. 21 (Tagblatt-Haus-

90. Jahrgang

Donnerstag, 7. Mai 1942

Nummer 105

।

en

ischt worben. Ein Jäger mit ihren

iie Spitze besah. Bei den reinen dieser Beziehung noch sehr viel

ffemrut; Bommel-Str. 596 31 Drahrarychrlfr: Tagblan, Wiesbaden Polychecklonlo: Srantfurt a. SDi. 7405 Sejugspreiie; Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Mona: RM 2.— emschlietzlich der TrLgerlohnes Durch die Post bezogen für einen Mona! RM 2.35. zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld • Einzelnummern RM 0.10 Bei Behinderung der Lieferung infolge höherer (Bemalt kein Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreise»

geworden. ..

Aber sie find doch geflogen! Oft und oft waren die Ju.-Der- bände von feindlichen Jägern unterwegs erwischt worden. Ein etwas ungleicher Kampf! Die schnellen, kleinen Jager m,t ihren

Zweck des Madagaskar-Rummels

Die auf alle« Fronten fälligen vlotokratischen Niederlagen sollen vertuscht werden

Über ein Vierteljahr hatten die vorgeschobenen Verbände ganz auf fich gestellt und von jedem Nachschub zu Lande abgeschnitten, dem Vernichtungswillen des Feindes und des nordrufiifchen Win­ters getrotzt. Die Sowjets hatten eine Lbermachtan Trup­pe n in diesen Abschnitt geworfen, um diesen deutschen Truppen dasselbe Schicksal zu bereiten, das ihnen im Sommerfeldzug des vergangenen Jahres selbst so oft zuteil geworden war. Nachdem es ihnen im Januar unter schweren Opfern gelungen war, über zugefrorene Sümpfe und Seen, durch unübersichtliche Wälder vor- "•s*ßen und die wenigen Nachschubstratzen abzuschneiden, glaubten

Grohersolg unserer U-Boote

Wieder 22 Handelsschiffe mit 138 000 BRT. vor der Ottküste der USA. und im Karibische» Meer versenkt.

Aus dem FLbrerhanptqnartier. 7. Mai. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Kampf gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt im Wettteil des Atlantischen Ozean» erzielten deutsche Unterseeboote wiederum grobe Erfolge.

Sie versenkten vor der Ottküste Nordamerika» «nd im Karibischen Meer 22 Handelsschiffe mit zu» kämmen 138000 BRT. und beschädigten zwei weitere Dampfer von 17 000 BRT. durch Torvedotreffer schwer.

land verloren ist und daß zugleich auch Tschungking-Linna nun abgeschnitten und isoliert itt. Wenn führende Persön­lichkeiten der Tschungking-Regierung für diese Niederlage England verantwortlich machen, das nicht genügend Kriegs­material geliefert habe, so erhöben solche Feststellungen nur die Unlust der englischen Blätter, fich mit diesem Thema 8U ^Gleichzeitig wird die für die Engländer so überaus un­erfreuliche Lage im M i t t e l m e e r durch die über Italien kommende Meldung gekennzeichnet, datz der bisherige Ober­befehlshaber der englischen Mittelmeerflotte. Admiral Cunningham, jetzt in den Ruhestand versetzt worden sei. Sein Bruder. Generalleutnant Sir Alan Cunningham, der eine Armee in Nordafrika kommandierte, ist bekanntlich schon während der letzten mitzglückten Offensive abgelött worden. Auch das dritte C — man batte so grobe Hoffnun­gen auf die drei C gesetzt — Lustmarschall Cunningham scheint aus Nordafrika verschwunden zu sein. Auch das find Dinge, von denen man in England am liebsten nicht redet.

Sollten die Amerikaner etwa von dem Verlust der an­geblich doch uneinnehmbaren Jnselfesiung Corregidor. dem „Gibraltar des Pazifik" reden? Soll man beute sagen, dab alle Meldungen über den heldenhaften Widerstand der Nordamerikaner auf Vataan und Corregidor nur Schwindel waren, dab sich diese Truppen nur solange halten konnten, weil die Javaner diese Pofitionen bei ihrem Angriff zu­nächst aufsparten, da sie ihnen nicht mehr gefährlich werden konnten? Was bleibt nun von den Erotzsprechereien des Reklanie-Eenerals Mac Arthur, der die Pbilivvinen zurück­erobern und Corregidor entsetzen wollte? Die Kapitulation der Besatzung Corregidors vollendet die nordame- rikanische Niederlage im ostafiatischen Raum. Frau Tschiangkaischek aber, die unlängst ihrer Verwunderung dar­über Ausdruck gab, dab die Truppen der Demokratien immer wieder vor den Japanern kapitulieren, dürfte einen neuen Anlab haben, ihre einst so überaus günstige Meinung über die Amerikaner einer Revision zu unterziehen. Aber auch das sind Dinge, von denen man in den USA. äuberst ungern spricht. Deshalb also der Madagaskar-Rummel auf der ganzen Linie. Um die Niederlagen zu verdecken, mub der Straßenraub herhalten.

Ruhmesblatt derJu 52-BerbSnde

Wie die Besatzung des eingeschlossenen Stützpunktes aus der Luft versorgt wurde

an. Berlin, 7. Mai. ((Ein. Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Der ebenso heimtückische wie risikolole Über­fall einer starken britischen Kräftegruppe auf den nur mabig ausgebauten franzöfischen Flottenstützpunkt Diego Suarez im Norden Madagaskars hat in der ganzen englischen und nordamerikanischen Presse groben Jubel ausgelöst. Eng­lische Berichte müssen zwar eingestehen, dab die französische Besatzung auf Madagaskar nur klein sei und nur übet wenige Flugzeuge verfüge. Doch hält fie das nicht ab, dielen gemeinen Straßenraub als groben Sieg herauszustellen. In den USA. aber beeilt man fick kund zu tun. dab man fich mit England solidarisch fühlt. „New Botk Sun" schreibt, datz die Aktion der Briten gegen Madagaskar „mit mora­lischer Unterstützung der USA." erfolge. Die „Times' ver­rät dazu weiterhin, dab dieser Überfall bereits bei dem Be­such des amerikanischen Eeneralstabschefs M a r s h a I l in London besprochen worden sei. Das Tollste aber rst die Er­klärung des amerikanischen Außenministers Süll, dab die USA. jeden französischen Wider st and. gegen den britischen Überfall als einen feindseligen Ak.t gegen die USA. betrachten würde. Er setzte hinzu, ameri­kanische Schiffe würden die Aktion unterstützen, wenn die Engländer allein nicht fertig werden sollten. Roosevelt ist also für die britische Infamie voll mit verantwortlich. Die beiden groben Räuber und Rechtsbrecher Churchill und Roosevelt arbeiten auch hier Hand in Hand. Der eine Strahenräuber packt zu und der andere bedroht den Be­raubten für den Fall, dab dieser sich zur Wehr setzen und fich nicht ohne weiteres ausplündern lasten will.

Wenn die englische und amerikaniiche Presse dielen feigen Überfall als Sieg feiern, so haben sie dafür allerdings ihre Gründe. Die Nachrichten von den verschiedenen Kriegs­schauplätzen find allzu trübe, so daß die anglo-amerrkanische Öffentlichkeit einer Aufmunterung bedarf. Man macht in England und in den USA. so viel Getöse um Madagaskar, um nicht io viel von den anderen Dingen reden zu muffen. Da sind beispielsweise die trüben Nachrichten aus Burma, die ein englisches Blatt zu der Aufforderung an lerne Leser veranlassen, nun die Karten von Burma beiseite zu legen und die Karten von Madagaskar aufzumachen, .womit noch einmal eingestanden wird, dab Burma endgültig für Eng-

zustoben und die wenigen Nachschubstratzen abzuschneiden, gl ste alle Trümpfe in der Hand zu haben. Mußte nicht der Tag lammen, da auch der erbittertste Widerstand der eingeschloffenen Verbände ins Wanken kommen würbe, weil die letzte Patrone verschossen unb das letzte Kommißbrot verzehrt war? Drei Monate rannten sie gegen die belagerte Festung an, opferten unge­zählte tausende Menschenleben und stürmten doch er­folglos. Sie warteten vergeblich aus den Tag, da die letzte Patrone verschossen wat.

Denn die deutschen Verbände erhielten jeden Tag neue Patronen, neue Granaten, neuen Sprit, neue Lebens­rnittel. Hatten sich die Bolschewiken mit den todbringenden Ele­menten des russischen Winters verbündet, so hatte die einge- schlossene Besatzung einen noch stärkeren Bundesgenossen gefunden.

Das waren die Tranportverbände der deutschen Luftwaffe. Die gute dicke Ju. 52, die „alte Tante", die Liel- gerühmte und oft Bewährte, die fich in dieser einzigartigen Auf­gabe, diese Truppe bin Vierteljahr lang zu versorgen, selbst Über­

traf.

Auf dem Eefechtsstand des Lufttransportführer». Ein einfach eingerichtetes Zimmer in einet ehemals sowjetischen Kaserne auf einem Feldflugplatz. Oberst Morziks schlanke Ossiziersgestalt steht über Karten und Meldungen gebeugt am Tisch; das Ritterkreuz, das ihm der Führer kürzlich verlieh, blitzt in der Sonne. Erne Leistung ist mit dieser Auszeichnung anerkannt worden, die auch in der deutschen Luftwaffe zum außerordentlichen zählt. Denn die Ausgabe, die dem Oberst im Januar gestellt wurde, nämlich diese Truppen ausschließlich aus der Luft zu versorgen, war ohne Beispiel in der Kriegsgeschichte. An Größe und Schwierigkeiten ist das Unternehmen wohl nur mit dem Nachschub nach Nar­vik ober Kreta zu vergleichen. In kürzester Frist mußte die gewaltige Nachschubvrganisation geschaffen. Der Einsatz von zahl­reichen Transporter-Gruppen durchgesührt werden; Oberst Morztk hat die Aufgabe mit einem erstaunlich geringen Personalaufwand bewältigt — er selbst mit einer Handvoll Offizieren seines Stabes befehligt den Einsatz von Hunderten In. 5 2.

Engste Zusammenarbeit mit dem Heer, das für den Abtrans­port des Verladegutes auf die Absprungplätze zu sorgen und mit den Iagdverbänden, die Begleitschutz zu stellen hatten, war not­wendig. An Absprunghäfen war kein Mangel. Komplizierter war die Frage der Landung im eingeschloffenen Stützpunkt; denn die verfügbaren Landeplätze waren primitiv und sehr beschränkt an Zahl. Schwierigkeiten über Schwierig­keiten türmten fich: die wettermäßig besonders ungünstigen Win­termonate mit Schneestürmen bis minus 52 Grad Fräst- und tiefen Schichtwolken; vor allem aber die heftige Boden- und Jagdabwehr des Feindes, der gegenüber die mächtigen, verhältnis­mäßig langsamen und schwach bewaffneten Ju. 52, die ja zum Transport, nicht zum Luftkampf bestimmt find, einen besonders schweren Stand hatten. Trotz allem wurde geflogen, t ä g 11 ch mit dutzenden, mit hundert oder mit mehreren hundert Ma­schinen — so wie es die Lage erforderte.

Oberst Morzik gibt einige Ziffern vom Einsatz der letzten zwei Monate: „Ich weiß nicht", sagt der Oberst etwas sinnend, „ob fich alle vorstellen können, was diese Ziffern rein menschlich bedeuten. Wieyiel Tapferkeit, Ausdauer und Können der Besatzungen, wie­viel Entsagung und härteste Pflichterfüllung besonders auch des Bodenpersonals, das bei 40 und 50 Grad unter Null die Maschinen zu warten hatte . , . Aber das läßt sich wohl alles gar nicht in Ziffern ausdrücken. Die Hauptsache ist doch, daß jeder wußte, wie wichtig und wertvoll sein Einsatz ist.

Auf einem Feldflugplatz. Am Rande des Rollfeldes wimmelt es von In. 52. Es ist immer ein imposantes Bild, wenn man die gewaltigen Vögel in großer Zahl auf engem Raum beieinander sieht. Vor den meisten Maschinen stehen Lastkraftwagen, eine lange Reihe LKW. wartet bereits wieder bei der Baracke der Flug­leitung. Es wird verladen — der Betrieb reiht den ganzen Tag über nicht ab. Fässer mit Sprit werden zu den Sus gerollt, schwere Kisten unter lautem „Ho-Ruck!"-Rufen in den Rumps ge­wuchtet, die Körbe der Granaten durch eine Händekette weiterge­geben. Unheimlich, wieviel Gut der Bauch der dicken Ju. frißt. Tonnenweise verschwindet das im Innern und immer ist noch irgendwo Platz für den Feldpostsack ober die Ladung Zigaretten, die noch mit soll. Was die Transporter in den Kessel schaffen, deckt tatsächlich den gesamten Bedarf: von den Geschützen, Waffen und der Munition aller Art, den Bestandteilen für Kraft­fahrzeuge bis zum Feldpostsack. Verpflegung aller Art — Wehl für die Bäckerkompanien im Stützpunkt. Frischfleisch, Firschgemuse, Konserven, Hafer für die Pferde, daneben als sehr wichtiges Nach­schubgut Medikamente und Verbandszeug für die Lazarette. Und nicht zu vergessen natürlich den Menschen selbst, die Landser, die zur Unterstützung ihrer Kameraden nach drüben transportiert wurden.

Unsere Gruppe ist eben mit der Verladung fertig. Die Heeres- LKW. rumpeln davon, eine Minute später rollen wir schon zum Start. Unsere Maschine trägt eine süße Last: lauter Marmelade. Uber einen Berg von Kisten klettert der Flugzeugführer nach vorn. Wir fliegen in etwas auseinandergezogenem Verband, denn die Bewölkung ist ziemlich dicht. Bald umgibt uns graue Wasch­küche. Böen schütteln den mächtigen Leib der Maschine, Eisnadeln »eitschen Motoren und Flächen entgegen. Es wird eisig kalt. Aber was ist das heute gegen die Strapazen der vergangenen Monate! Jetzt liegen ja die Wälder, Sümpfe und Felder dieser unwegsamen Gegend ichon braun und grün zu unseren Füßen. Vor drei Wochen war noch alles weiß, Sumpfe und Flüsse gefroren. Schneesturme hatten fich oft genug den Maschinen entgegengewotfen. Auf­liegende Wolken hatten die Piloten gezwungen, hundette Kilo­meter im Tiefflug über Feindgebiet zu überqueren und sich der heftigsten Bodenabwehr auszusetzen. Eine ttefflregende Ju. 52 ist eine gute Zielscheibe — mancher Besatzung ist der bloße ME.- oder Gewehrschuß eines Bolschewiken zum Verhängnis

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Mr. Smuts Hai einen Traum

Von Wilhelm Ackermann

Der Minitteroräfident der südafrikanischen Union gehört zu den Menschen, die der Ehrgeiz abtrünnig an ihrem eigenen Volkstum werden ließ. Längst hat er die Zeit ver­gessen. da er als Vurengeneral gegen England zu Felde stand und in einem mit den grausamsten Methoden geführten Krieg mit seinem Volke Ichließlich unterlag. Geködert von der scheinbaren Großzügigkeit, mit der die englische Kolonial­politik den unterworfenen Vurenrepublikcn im Rahmen der südafrikanischen Union Selbstverwaltungsrechte gab. ging Smuts wie auch ffein Feldzugskamerad General Botba ins englandhörige Lager über, was beiden persönlich durch die Berufung zur Ministerpräsidentschaft gelohnt wurde. Im Weltkrieg 1914/18 batte Smuts, während Botha die deutsche Kolonie Südwefiafrika eroberte, das Kommando der Unions­truppen gegen Deutsch-Ostafrika, und es ist daher nur dre Fortsetzung seiner damaligen Haltung, wenn er in diesem Weltkrieg sich wieder als eifriger Helfer Englands auf afrikanischem Boden erweist und südafrikanische Truppen für die Eroberung Abessiniens wie für den libyschen Feld­zug zur Verfügung stellte. Seine Politik der unbedingten Hörigkeit gegenüber London hat ihm die scharfe Gegner­schaft der nationalburischen Kreise eingetragen: aber er hält bedenkenlos die sich regende Opposition mit Polizeigewalt nieder, ungeachtet der Tatsache, daß von den 2 Millionen Weißen, die die südafrikanische Union aufweist. r»nd drei Fünftel burischer Abstammung sind.

Von diesem, in politischer Beziehung kaum mißverständ- ' lichen Mann berichtet nun eine amerikanische Zeitschrift be­merkenswerte Pläne, die er jüngst auf einer Reife dul­den Osten seines Herrschaftsbereiches öffentlich besprochen hohe. Vor südafrikanischen Truppen hat er danach den Ge­danken einer politischen Neugestaltung des afrikanischen Kontinents erörtert tn der Richtung eines „größeren Süd7 afrika", das als Vorläufer der „Vereinigten Staaten von Afrika" zu betrachten sei. Man sieht, es fehlt dem Ehrgeiz des Mister Smuts nicht an hochgesteckten Zielen. E.r möchte nicht nur tn seiner unmittelbaren Nachbarschaft ein wenig erben, wobei er vermutlich in erster Linie an den Anschluß der beiden Rhodesien, des Betschuanalandes und vielleicht auch noch der nördlich anschließenden englischen Mandate bzw. Kolonien Tanganvika. Uganda und Kenya denkt. Sicherlich ist man darüber im Londoner Kolonialamt durch­aus anderer Meinung, denn dort bat man den Bemühungen der zentral- und ostafrikanischen Kolonien um die Berler- !iung des Dominienstatuts ständig Widerstand entgegenge- etzt. der auch nicht durch die Krieasverhältnisse überwunden ist: und wenn man ihnen diese« Zugeständnis und den Zu­sammenschluß unter sich verweigerte, dann wird man ihnen beides wohl etft recht nicht bei ihrem Anschluß an die Union zugetteben wollen. Aber das sind schließlich interne Fragen des englischen Empire, die maßgeblich bestimmt werden durch den Ausgang des Krieges, der wohl noch einiges an der politischen Geographie des schwarzen Erdteils änbent wird, wie fie derzeit nach der englischen Eroberung der ostafrt- kanischen italienischen Kolonien besteht.

DNB. .... 7. Mai. (PK.) Der Abwehrkampf der vorgescho­benen Kräftegruppen des Heeres unb bet Waffen-ff im nördlichen Abschnitt bet Ostfront wirb als eines ber benlwürbigften Kapitel in bie Geschichte ber Winterschlacht eta­ge h e n. Nach erbitterten Kämpfen haben sich bie deutschen Trup­pen von Westen unb von Osten her vorgekämpft unb Fühlung aufgenommen. Die Verbinbung mit ben Divisionen im Westen ist wieberbergeftellt.

Wesentlich für den Traum des Mister Smuts find bie allgemeinen Voraussetzungen, die für seine Verwirklichung — fehlen. Wenn er von den USA. Nr. 2, den United States of Africa ichwärmt. dann übersieht er, daß sich der ganze Kontinent bis auf die ehemaligen Buren-Republiken Transvaal und Oranje und das Königreich Ägypten politisch aus Gebilden zusammensetzt, in denen keinerlei eigener staatsbildender Kern steckt. Bei all diesen englischen, fran- gfischen, ehemals deutschen, portugiesischen und spanischen efitzungen handelt es sich um ausgesprochene Kolonial­gebiete mit einer zum Teil nur hauchdünnen weißen Oberschicht und einem Ejngeborenenelement. dar fich mit Ausnahme der Ägypter zur Staatsbildung vollkommen un­fähig erwiesen bat. Selbst in Abessinien bat ja keine tat­sächliche Staatsgewalt und halbwegs moderne staatliche Organisation bestanden, sondern eine patriarchalische Stammesherrschaft, die im Negus eine praktisch mehr repräsentative als autoritäre Spitze besaß. Bei den Negervölkern steht es in dieser Beziehung noch sehr viel schlechter als bei den Amharen und dem arabischen Element.

Kanonen unb bie behäbige Ju. mit ihren paar ME's! Nicht jebem in ber Ju. gelingt so ein Husarenstück wie jenem Bordschützen, ber zusammen mit [einem Kameraden am Seiten.3R(5. auf einem Flug gleich brei Sowjetjäger herunterholte! ... Seher Iransportflieger, ber in seine Ju stieg, um Nachschub in ben Stützpunkt zu schaffen, wußte, baß es jebesmal ein Flug auf Tob unb Leben würbe, bei bem man mehr bem Solbatenglück als ben eigenen Waffen vertrauen mußte.

Dennoch sinb sie geflogen, Tag für Tag.

über Feindgebiet Die Wolken sind aufgetiffen, unten ist ber mäandergleich gewunbene Lauf bes Flusses zu sehen. Zwei schmale Striche kommen pfeilschnell näher, wachsen zusehenbs — es find unsere Me 109, die Jagdschutz geben. Wir begrüßen sie mit großer Genugtuung. Die Erfahrung hat bewiesen, baß fich bie Sowjetjäger bann nicht herantrauen. Tatsächlich gelangen wir ohne jeben Zwischenfall auf unseren Feldflugplatz im Stützpunkt. Ein paar Kilometer im Tiefflug über Saumwipfel — unten ein großer Acker — bann setzen wir auf bem Rollfeld auf.

Flugzeugtrümmer am Rand — manche Maschine hat bei Schneensturm unb Bodennebel landen müssen und ist zu Bruch ge­gangen, manche ist bei Tiefangriffen ber Sowjetschlachtflieger ge­troffen worben.

Rasch wirb ausgelaben. Alles muß flott gehen, Dutzend kleine Panjewagen stehen bereit. Ein Bild malerischer Gegensätze, dieses Durcheinander von Spritfäffem, Mehlsäcken, Kisten, struppiger Panjepferbchen unb verladender Landser im Schatten ber gewaltigen Tragflächen. Schon mühen sich bie Fahr- zeuge durch Morast unb Knüppeldämme zur Umschlagstelle. Morgen werben die Batterien an der nahen Front mit den Gra­naten schießen unb bie Kanoniere bie Marmelade essen, bie wir jetzt mitgebracht haben.

Auf einem Felbslugplatz im Stützpunkt. „Wir leben hier zwar aus ber Luft aber nicht von der Luft" sagte eine Offizier vom Stabe, bet mich zum Mittagessen einlub. „Sie können sich ruhieg noch einen Schlag nehmen, wir haben keine Not." Alle Landser haben hier eine grenzenlose Hochachtung vor den In-Fliegern. Jeder weiß ihre Leistungen zu schätzen, denn ste spüren fie am eigenen Leib. „Unb grüßen Sie“ ruft ber Leut­nant zum Abschied, „bie Kameraden außerhalb von ben Kameraben im Stützpunkt/'

16.15 Uhr: Wit fliegen heute schon zum zweitenmal auf dem Bauch. Zwei Bombenangriffe ber Bolschewisten — in ein Dorf in bet Nahe bes Flugplatzes fielen bie Bomben. Unsere Flak am

(Fortsetzung auf Seite 2)

Corregidor vollständig besetzt

Tokio, 7. Mai. (Funkmeldung.) Das Kaiserliche Haupt­quartier gab am Donnerstag um 7.40 Ubr bekannt, dab Streitkräfte des iapauischen Heeres und der japanischen Marine am 5. Mai um 23.15 Ubr im feindlichen Feuer eine Landnng ans der Insel Corregidor vornabrnen und dab Re am 7. Mai 8 llbr Corregidor und die übrigen Fort» ans anderen Insel» in der Manila-Bncht vollstän­dig besetzt batten.