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Wiesbadener Tagblatt

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Nummer 104

Mittwoch, 6. Mai 1942

90. Jahrgang

Stephan von Horthy rum aktiven Wehrdienst eingerückt

Budavekt, 5. Mai. Wie amtlich mitgeteilt wird, rückte der Stellvertreter des Reichsverwesers Stevban von Hortby bei den Jagdfliegern zum aktiven Militärdienst in Szolnok ein.

Kapitulation Corregidors

Der letzte US.-amerikauische Stützpunkt auf den Philippinen liquidiert

Saigon, 6. Mai. (Funkmeldung.) In einer hier vor­liegenden Reuter-Meldung heißt es:

Das amerikanische Hauptquartier teilt amtlich mit. daß Corregidor sich ergeben bat.

Japanische Truppen besetzten den Flugplatz Akyab

Ein strategisch wichtiger Stützpunkt am Bengalen-Sols

Brutaler britischer Übersatt auf Madagaskar

USA. decken Ehurchills Gangster-Politik

Eruvven. zu erreichen. Ein Versuch, der in den rnaß- aebenden indischen Kreisen auf stärksten Widerstand stößt. Es wird nämlich berichtet, daß in Kürze eine indische „Mission des guten Willens" nach Moskau fahren wird. Das Programm für die Reise wird die Organisation ..Freunde der Sowjetunion" festlegen. Das ist die Organi­sation für die innere Bolschewiüerung eines Landes. Sie war bekanntlich in Finnland vor dem sowjetischen Überfall stark am Werk und ist auch in anderen Ländern , als Vor­trupp der Bolschewisten tätig. Herr Cripps bemüht nun also seine Moskauer Freunde, um auf die Inder einzu­wirken. wobei sich allerdings Folgen einstellen müssen, gegen die das amtliche London heute noch blind ist.

wt. Rach dem Fall Manilas hatten sich die US.« amerikanischen Truppen auf die Batang-Halbinsel und auf das Felseneiland Corregidor zurückgezogen. Nach erbittertem Widerstand mußten sich vor kurzem die Verteidiger der Batang-Halbinsel ergeben. Die von der Natur für Verteidigungszwecke außerordentlich begünstigte Insel Corregidor konnte sich trotz schwerer Beschießungen und Bombardierungen noch halten. Am 4. Mai wurde das Felsennest von der javanischen Marineluftwaffe abermals mit schweren Bomben belegt. Starke Schäden in Bunker- stellungen und Magazinen konnten festgestellt werden und riesige Rauchschwaden bestätigten die Tresferwirkung. Nun­mehr bat sich auch dieser Stützpunkt bedingungslos ergeben müssen. Nachdem auch die Feindstreitkräfte auf der Insel Mindanao kapituliert haben, ist die gesamte Inselgruppe der Philippinen in japanischer Hand. Die Reste feindlichen Widerstandes, die sich auf einzelnen kleinen Inseln noch vorsinden. sind militärisch belanglos. Ein Unruhefaktor im Rücken der gegen Australien gerichteten javanischen Front ist ausperäumt und 150000 6is 200 000 ausgezeichnete javanische Soldaten, worauf die amerikanische Zeitschrift „Time" hinweist, sind zum Einsatz an anderer Stelle freigeworden. Im Zusammenhang mit dem Fall der Batang-Halbinsel schrieb die erwähnte Zeitschrift, die USA. müßten erkennen, daß ihre Soldaten geschlagen und gezwungen wurden, stch in beschämender Weise bedingungslos dem Feinde auszuliefern. Die Japaner seien mit einem Schlag für die USA. nicht nur zu einem starken, sondern sogar zu einem recht gefährlichen Gegner geworden. Eine, wie uns scheinen will, recht späte Erkenntnis. Der mit soviel Vorschußlorbeeren ausgestattete ÜS.-amerikanische Oberkommandierende in Australien, General Mac Arthur, aber wird sich freuen, daß er der philippinischen Hölle rechtzeitig entronnen ist.

Berlin, 5. Mai. Wie Reuter aus London meldet, hat Churchills Kriegsministerium am Dienstagmorgen bekannt- gegeben. daß britische Streitkräfte auf der franzö­sischen Insel Madagaskar gelandet sind.

Das Staatsdepartement in Washington bat sich beeilt, im Zusammenhang mit der englischen Landung auf Mada­gaskar eine Verlautbarung berauszugeben. das angeblich im gleichen Wortlaut dem französischen Botschafter in Washing- t,n ausgehändlgt wurde. In dieser Verlautbarung identi­fiziert sich die Regierung der USA. ausdrücklich tnit dem angeblichen Überfall, der damit begründet wurde, daß einem angeblichen japanischen Unternehmen gegen den französischen Flottenstützpunkt Diego Suarez auf Mada­gaskar zuvor gekommen werden sollte., 2m übrigen zeigt die amerikanische Erklärung, in welchem Maße die Außen­politik der USA. von einer Eangstermoral beherrscht wird.

Der überfall auf das französische Gebiet Madagaskar wird darin als eine treuhänderische Maßnahme hingestellt, und es wird mit besonderer Betonung erklärt, daß. sollte die französische Regierung sich gegen diese willkürliche Aktion gegen ihr Hoheitsgebiet zur Wehr setzen, die Vereinigten Staaten dies als einen Kriegsakt gegen sich betrachten würden.

Das Land der „unbegrenzten Möglichkeiten" Verwendung von Stahl und Eilen für Gebrauchsartikel in USA. untersagt

Berlin. 5. Mai. Die Regierung der Vereinigten Staaten bat, wie aus einer Washingtoner Meldung hervorgeht, die Verwendung von Eisen und Stahl für über 400 Kategorien von Gebrauchsartikeln untersagt. Tausende, von Fabriken wurden angewiesen, die Herstellung einer langen Reibe von Gegenständen einzustellen, die Eisen und Stahl enthalten. Das Verbot betrifft u. a. Badewannen, Briefkasten. Füll­federn, Registrierkasien, Feuerzeuge. Lampenständer. Haus­nummern, Autozubehöre. Werkzeugkasten usw. Es handele sich hierbei um die einschneidendste Maßnabme. die bisher auf diesem Gebiet getroffen wurde.

In immer stärkerem Maße bekommt das USA.-Volk den Roosevelt-Krieg zu spüren, und die neuen Einschränkungs- mabnahmen sind um so bemerkenswerter, als diese gerade in einem Lande notwendig wurden, das sich stets seiner an-, geblich unbegrenzten Rohstoffquellen gerühmt bat.

Tokio, 6. Mai. (Funkmeldung.) Wie das Kaiserliche Hauptquartier bekanntgibt, haben javanische Armeetruvven am 4. Mai den Flngvlatz von A k n a b an der b n r m e s r s ch- indischen Grenze, 400 Kilometer südwestlich von Man­dalay. besetzt.

Obwohl eine amtliche Bestätigung noch aussteht, wird in Tokio angenommen, daß inzwischen auch die Stadt Akyab besetzt wurde. Akyab ist, wie von unterrichteter Sd'te betont wird, ein strategisch wichtiger militärischer Stützpunkt am Bengalen-Golf. Die Engländer hatten den Flugplatz gerade dieser Hafenstadt seit Kriegsbeginn besonders' stark als Luftstützpunkt ausgebaut. Wie die halb­amtliche Agentur Domei hervorhebt, ist Kalkutta nun­mehr von diesem Flugplatz aus für die javanische Luftwaffe leicht zu erreichen. Außerdem sind die britisch-indischen Streitkräfte in Burma damit ihrer letzten Nachschubbasis vom Seeweg her beraubt. Für die gegen die Engländer in Indien anzuwendende Strategie sei daher die Einnahme Akyabs von allergrößter Bedeutung.

Die Hafenstadt Akyab. Sauvtort des Bezirks Arakan der Provinz Unterburma, liegt an der Mündung des Arakan- Flusies in den Bengalischen Meerbusen und bat etwa 40 000 Einwohner, meist Hindus und Burmesen. Die Aus­fuhr des Hafens setzt sich vor allem aus Reis. Baumwolle, Tabak, Pfeffer. Häuten und Holz zusammen. Akyab ist der letzte größere Safenort Burmas vor der indischen Grenze und liegt etwa 500 Kilometer Luftlinie von Kal­kutta entfernt.

USA.-Truppenabteilung vernichtet

Tokio, 5. Mai. Wie Domei zufolge erst jetzt, bekannt wird, vernichteten die japanischen Truppen, die längst des I r a w a d i nach Norden marschierten, am 28. März ameri­kanische Truppen unter Führung des Generals Mari hat 25 Kilometer südlich von Prome. 240 Kilometer nordwestlich von Rangun. Die gleichen javanischen Streitkräfte, die am 29 März Sckwedaung. 18 Kilometer südöstlich von Prome erreichten, rieben motorisierte feindliche Einheiten fast völlig aus. Diese Einheiten bestanden aus 5000 Soldaten mit 60 Panzern. 68 Panzerspähwagen, sowie ungefähr 400 Kraftwagen. Die japanischen Truppen erbeuteten in dieser Schlacht 22 Panzer. 30 Panzerspähwagen. 165 Lastwagen. 20 Motorräder. 4 Geschütze. 20 Flakgeschütze. 80 schwere und 21 leichte Maschinengewehre.

Mandalay — ein Fanal für Indien

Tokio, 6. Mai. (Funkmeldung.) In einem leidenschaft­lichen Appell an die Inder, sich zu erbeben und das britische Joch abzuwerfen, erklärte der Vorkämpfer für die indische

Unabhängigkeit, RasiHBehari Bose, die Inder müßten schon jetzt erwachen, denn sonst würde das heutige Schicksal der Burmesen morgen auch ihr Schicksal sein. Die Einnahme von Mandalay, der Hauptstadt des nun unabhängigen Burma, diene dazu, den Indern die britische Tyrannei erneut ins Gedächtnis zu rufen. „Wir alle willen, wie viele indische Patrioten viele Jahre der Qual und der Bitterkeit in britischen Gefängnillen in Mandalay verlebten." Rasch Behari Bose wies darauf bin. daß das burmesische Volk jetzt unter den Greueln und Verwüstungen zu leiden bätte. die die britischen Truppen auf ihrem Rückzug begingen.

Wenn die Inder nicht sofort zur Tat schritten, müßten sie ebensolche Leiden durchmachen wie die Burmesen. Die Briten würden nach ihrer Vertreibung aus Burma Indien, ihre letzte Kolonie in Ostasien, auf Kosten indischen Blutes zu ballen versuchen.

Französische Meldungen besagen, daß die französischen Streitkräfte auf Madagaskar den Befehl baben. den Eng­ländern Widerstand zu leisten.

as. Berlin, 6. Mai. (Eig. Drahtbericht unserer Ber­liner Schriftleitung.) Die javanischen Truvven in Burma setzten ihren Siegeszug fort. Wie selbst der englische Rund­funk cingestehen muß. hat die javanische Gruppe. tue im Norden des Landes hart an der Grenze gegen Tichungkmg operiert jetzt bereits d i e Grenze überschritten uni) den Ort Wanting auf der chinesischen Seite erreicht. Re­serven, die Tschiangkaischek auf Lastkraftwagen heranschaffen ließ, wurden von den Javanern, die ihren Vormarsch fort­setzen, geschlagen. In England befürchtet man. daß tue Japaner sich nun mit verstärkter Energie gegen Tschungking wenden werden. Für England und jur oje Amerikaner bedeutet das. daß die Demokratien, endgültig auf das chinesische Menschenreservoir verzichten müllen, das in ihren Berechnungen eine so große Rolle spielte. In Eng­land möchte man zwar noch den Eindruck aufrecht erhalten, daß auch weiterhin die gegenseitige Unterstützung möglich sein werde. So teilt der stellvertretende englische Müiister- vräsident A t t l e e im Unterhaus wieder einmal mit. daß nach dem Verlust der Burma-Straße neue Verbindungswege nach Tschungking über das Hochgebirge „geplant iete.n. Etwas realistischer betrachtet die, „Times die Lage, die in einem Bericht aus Kalkutta erklärt, man könne nicht damit rechnen, daß in absehbarer Zeit ein Ersatz für die Burma- Straße geschaffen werden könne. Auch Lufttransporte, von denen man in letzter Zeit viel spreche, seien schwer, durchzu­führen. Damit wird von englischer Seite, bestätigt, daß Tschungking nunmehr völlig abgeschnitten und auf sich allein angewiesen ist.

Zugleich lallen die Nachrichten aus Burma erkennen, daß auch die engli schen Tr uvven ihren Ruckzug fortsetzen müllen. Londons größte Hoffnung..gebt da­bin, daß es dem Oberkommandierenden, dem Dünkirchen- General Alexander, gelingt, sich.der drohenden Um­klammerung zu entziehen und die indische Grenze zu er­reichen. Ein Teil der englischen Truppen gebt entlang des Chindwin-Flulles. also etwa in nördlicher Richtung zuruck. Stellungen, die im Cbindwin-Tal errichtet wurden, liegen aber bereits im japanischen Feuer. Erne, andere Kolonne geht entlang der von Mandalay nach Myitkyina führenden Eisenbahnlinie, also etwa parallel zur ersten Gruppe zurück. Die Engländer klagen darüber, daß, ihre rückwärtigen Be­wegungen durch burmesisch e A u s st a n d i s ch e erschwert werden, die einzelne britische Abteilungen ang.riffen. wah­rend gleichzeitig die Javaner mit großer. Energie nachrucken und durch Umfasiungsmanöver die britischen Truvven ein» zukelleln versuchen. t ,,,, _ _ „„ ..

Die Betrachtungen der englischen Prelle über ine Lage in Burma sind denn auch auf einen recht ernsten Ton ge­stimmt. Man muß zugeben, daß die Javaner, etwas erreicht hätten, „was noch vor einer Woche als unmöglich erschien. Die „Daily Mail" erklärt, daß die. Demokratien ihren größten Mißerfolg seit Singapur erlitten hätten. Es fehlt aber auch nicht an Versuchen die Chinesen dafür verantwortlich zu machen, wie es >a englischer Brauch ist eine Niederlage dem Bundesgenossen in die Schube zu schieben. So erklärt man. daß Tschungking zu wenig und zu schleckt ausgerüstete Truvven gesandt babe. .

Angesichts der katastrophalen Entwicklung in Burma bemüht sich London mit um io größerem Eifer, in Indien eine Verständigung, wenigstens mit einzelnen

Tschungking-Grenze überschritten

Das chinesische Menschenreservoir für die Plutokraten endgültig verloren

Konzentration der Wirtschaft

Von Willi Pemvel

Im Laufe der letzten Tage haben führende Männer der deutschen Wirtschaft: Reichswirtschaftsminister Funk, Staatssekretär Reinhardt und Gauleiter S a u ck e l, der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, zu aktuellen Fragen unserer Wirtschaftsvolitik Stellung genommen, deren jede einzelne ein Programm bedeutet, die aber gemeinsam der für das Volksganze bedeutungsvollen Konzentra­tion der Kräfte dienen. In seiner richtungsweisenden Rede in Graz verkündete Reichswirtschaftsminister Funk die Neuorganisation der gewerblichen Wirtschaft durch die Schaffung der Gauwirtschaftskammern, zu denen in Zukunft die Industrie- und Handelskammern, die Hand­werkskammern und die Wirtschaftskammern, ferner die be­zirklichen Gliederungen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft zusammengefaßt werden. Zweifellos wird durch diese Maßnahmen eine begrüßenswerte Vereinheitlichung der Wirtschaftsverwaltung erreicht, die letzten Endes mit dazu beiträgt, die in der Wirtschaft selbst angestrebten und zum Teil auch bereits durchgesührten Rationalisierungs- Maßnahmen mit dem Ziele weiterer Leistungssteigerung auch auf die Organisation selbst anzuwenden. Wenn z. V. in unserem Eaugebiet int Rahmen der 41 im Reiche zur Auf­lösung kommenden Industrie- und Handelskammern auch die Kammern in Bingen. Darmstadt, Friedberg, Gießen. Mainz. Offenbach und Worms wegfallen werden — sie bestehen allerdings so lange mit ihren sämtlichen Rechten und Pflich­ten fort, bis die entsprechenden Veränderungsbestimmungen vorliegen und veröffentlicht werden —. so werden hier Ar­beitskräfte freigestellt, die an anderen Stellen der Wirt­schaft ihre wertvollen Erfahrungen und Kenntnille einsetzen können, um nur ein Beispiel für die Auswirkung der neuen Anordnung zu nennen. \

Wir müllen in der Verwaltung der Wirtschaft zwei große Gebiete unterscheiden: die fachliche und die regio- n a I e Gliederung. Jeder Betrieb gehört nun einmal fach­lich einem bestimmten Wirtschaftszweig an. Wir haben hier in der nationalsozialistischen Wirtschaft eine Organisation mit Reichsgruppen und Wirtschaftsgruvpen mit entsprechen­den bezirklichen und lokalen Untergliederungen. Wenn bei der Neuordnung der Eauwirtschaftskammern hierin die be­zirklichen Gliederungen der gewerblichen Wirtschaft einge­baut werden, so bleibt doch das Weisungsrecht der fachlichen Gliederungen weiter bestehen. Als Beispiel sei hier er­wähnt, daß auf dem Gebiete des H an d w e r k s die zentrale Führung des Reichshandwerksmeisters auch weiterhin ge­währleistet ist. Als nach der Machtübernahme die Neu­ordnung der gewerblichen Wirtschaft in Angriff genommen wurde, da knüpfte diese in regionaler Hinsicht an die Organisation der 111 Industrie- und Handelskammern an, deren Grenzen in ihr« historischen Entwicklung sich häufig noch aus der Zeit des Partikularismus und der vielen kleinen Dynastien erklären. In Zukunft wird also in den 42 deutschen Gauen jeweils nur eine Eauwirtschaftskammer, bestehen, wobei allerdings in Gauen mit besonders starker und verschiedenartiger Industrie — und das trifft zweifellos auch für unser Eaugebiet zu — die Möglichkeit besteht, die Arbeit der Eauwirtschaftskammer dadurch zu dezentrali­sieren. daß die eine oder andere der früheren Industrie- und Handelskammern als Wirtschaftskammern oder Zweigstellen der Gauwirtschaftskammern erhalten bleiben. Wies- b a d e n ist z. B. in der Liste der 41 aufzulösenden Kam­mern nicht aufgefübrt. Der Reichswirtschaftsminifter wird jeweils die Errichtung der Eauwirtschaftskammern anord­nen, die in engster Zusammenarbeit mit dem Gauleiter ihre Ausgaben erfüllen werden. Damit wird auch die Wirtschaft stärker als bisher an die politische Willensbildung der Partei herangeführt.

Reichswirtschaftsminister Funk hat in einer weiteren Rede in Klagenfurt das wichtige Gebiet der Kon­tingentierung behandelt und zwar ebenfalls unter dem Blickpunkt der Vereinfachung der Verwaltungsarbeit. Sein Hinweis, daß bei Festlegung des neuen Kontingen­tierungsverfahrens darauf zu achten sei. daß sich der technische Ablauf der Bewirtschaftung mit einem Mindestmaß von Schreibwerk zu vollziehen habe, ist allgemein begrüßt worden und dürfte ebenfalls zur Konzentration der Kräfte beitragen. Ganz wird auf Meldungen und Fragebogen nicht verzichtet werden können, denn aus ihnen allein gewinnt die Wirt­schaftsführung einen Überblick über die Anforderungen der einzelnen Produktionszweige, man wird aber dem System des Fragebogens um seiner selbst willen zu Leibe rücken und eine Vereinfachung wird wesentlich auch eine Klärung und Bereinigung von Ballast aus diesem wichtigen Faktor des Wirtschaitslebens zur Folge haben. Vor allem dürfte durch die neue Anordnung erreicht werden, daß die Zutei­lungen selbst so beschleunigt erfolgen, daß der Produktions- >vrozeß ohne Stockung und Verzögerung abrollen kann. Die neuen Maßnahmen mit dem Ziele einer vereinfachten Kon­tingentierung bezwecken nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch Bei den Reichsstellen eine Vereinfachung der bisher sehr umfangreichen Verwaltungsarbeit. Zweifellos beinhalten die neuen Pläne ein großes Vertrauen, das die Führung