Wiesbadener Tagblatt
Montag, 4. Mai 1942
kleinen
teure
11. Fortsetzung
Ein FUegerroman
h.kappler^ and
3ulIU vor dem winde
Nr. 102 Seite 3
Erfolge un erer See- und Luftstretttrafte im Eismeer
Ein britischer 19 »OO-Tonnen-Kreuzer und mehrer« feindliche Kan delsschisse versentt — Mehrere feindliche Zerstörer schwer be- schädigt - Bergeltungsangrifs auf dl« Hafenstadt Exeter
Aus dem Führerhauptquartier, 4. Mai. (Funkmeldung. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
2m mittleren Abschnitt der Ostfront wurde ein eigenes örtliches Augriffsunternehmen erfolgreich durchge- führt.
In Lappland und an der Murma^front wurden erneute Angriffe des Gegners abgewiefen.
Im nördlichen Eismeer haben Unter- und Überwasserstreitkräfte der Kriegsmarine im Zufammenwtr- ken mit Berbände» der Luftwaffe feindliche Geleitzuge. dre durch starke Kampfgruppen gesichert waren, in tagelange« Angriffen bei Sturm, hohem Seegang und Bereifung bekämpft. Dabei hat eia Unterseeboot unter Führung des Kavitänleataants Teichert zwei Torvedotreifer auf einen britischen 1 0 0 0 0 - T o n n e «-,K r e »- rer erzielt, der bewegungslos liegen blreb und spater gesunken ist. Eine deutsche Zerstorerflottille. nahm den Kampf gegen die überlegene feindliche Zerstorerflcherung auf und beschädigte hierbei mehrere feindliche Zerstörer schwer. Ein deutscher Zerstörer trug erobere Beschädigungen davon. Aus einem der feindlichen Eeleit- züge wurden zwei Dampfer von zusammen 12 000 BR T. durch Zerstörer torpediert. Mit dem Untergang der beiden Dampfer ist bei dem schweren Seegang ,n rechnen. Untersee-
Tagung der Reichsarbeitskammer
(Fortsetzung von Seite 1)
und zum Söchsteinsatz der Schaffenden.
Gerade in den letzten Kriegsmonaten hat sich bei den Rüstungsorganisatoren die eindeutige Erkenntnis durchgerungen, daß betriebliche Selbstverantwortung alles ist.
Man ist zu der Überzeugung gekommen, da« man der persönlichen Initiative der Betriebsfübrer durch Beseitigung einer allzu starken amtlichen Reglementierung mehr Spielraum gewähren mutz, und daß die Nutzung des persönlichen Verantwortungsbewuhtseins, des persönlichen Fleißes, des Organisations- und Konstruktionstalents mehr denn je gewährleistet sein muh.
Es erscheint mir ein Gebot der Stunde, nicht nur die in der Selbstverantwortung liegenden produktiven Krmte unserer Letriebssübrerschaft, sondern auch die unserer Gefolgschaften zu wecken.
Als Ausdruck wirklichen Vertrauens von Betriebsfübrer zu Gefolgschaft und umgekehrt ist es zu werten, wenn in einem immerhin mehr als 10 000 Mitarbeiter zählenden Betrieb die betriebliche Menschenführung und Personlich- keitswertung so weit geht, dah man zuverlässige Arbeitskameraden zu „Selbstkontrolleuren" machte, d. d. im Vertrauen auf das Verantwortungsbewuhtsein und die Anständigkeit dieser Arbeitskameraden darauf verzichtet diese in der Durchführung ihrer Arbeit durch die überall üblichen Kontrolleure überwachen und überprüfen zu lassen.
Wir wollen uns klar darüber sein, dah Arbeit?- und Eefolgsschaftsnäbe wesentliche Voraussetzungen für eine wirtlich erfolgreiche Betriebsführerarbeit find. Betriebliche Sozialarbeit bedeutet also nicht allein das. was wir unter dem Begriff der Fürsorge verstehen, wie z. B. Fürsorge für die schaffende Frau. i>en Jugendlichen, für die Familie des Mitarbeiters, oder des von seiner engeren veimat getrennten Dienstverpflichteten: das alles fällt unter den Begriff der Betreuung und kameradschaftlichen Hilfe, betriebliche Sozialarbeit bedeutet vor allem auch Lelstungsertuchtigung und zweckmähigen Einsatz der Arbeitskraft. Sie fuhrt zur vollkommenen Rationalisierung.
Diese Erkenntnis muh der Gesamtheit unserer Betriebsführer zu eigen werden. Sie wird uns auch förmlich aufgezwungen durch den Krieg, der die Forderung erhebt, mit der dem Rüstungsvrozeh in beschränktem, Umtang zur Verfügung stehenden Arbeitskraft haushälterisch umzugehen und im Interesse einer raschen und klaren Entscheidung höchstmögliche Leistungen zu erzielen.
Wir wissen, dah der deutsche Soldat bei aller Tapferkeit und bei allem Mut den Sieg nur dann an seine zahnen heften kann, wenn ihm die schaffende Heimat in Gute und Menge die Waffen und Kampfmittel zur Verfügung stellt, die zur Herbeiführung einer Entscheidung notwendig sind. Die Haltung unserer deutschen Betriebe ist em Beweis dafür. dah sie die Bedeutung, die ihrer Arbeit zukommt. und die Verantwortung, die sie zu tragen haben, voll und ganz üctftchctt.
Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß die Betriebsgemeinschaften einer besonderen Ehrung würdig sind, die in iiesem einmaligen Leistungskamvf. m dem heute das ge- kmte deutsche Volk steht, höchste Bewahrung bewiesen haben.
Auszeichnung der Kriegsmusterbetriebe
Erstmals verleiht diesmal am. Nationalen Feiertag des deutschen B-lkes der Führer ..Nationalso,»allstl!chen Musterbetrieben" und sonst in ihrer Haltung bewahrten Betrieben, die als Produktionsspitzenbetriebc ihres Fertigungszweiges an;u!vrechen find, die Auszeichnung „Knegsmusterbetrieb mit dem Recht, in Würdigung der Leistung der. gesamten Betriebsgemeinschaft das Kriegsverdienftkreu, an der Fahne des Betriebes zu tragen.
Mit Berkündung dieser vom Führer ausgezeichneten Ve- tziebe eröffnen wir ein neues Jahr unseres betrieblichen Wettkampfes.
Die Aufgabe für diese« Wxttkamvf bat uns der Führer selbst gestellt, indem er den schaffenden. Deutschen zur,ef: .Schafft Waffen, schafft Munition, schafft wieder Waffen!"
Der Befehl des Führers ist uns heilig, denn er ist gegeben von dem Mann, der das Schicksal des gesamte« deutsche« Volkes auf seinen Schultern trägt; der «egehen wurde um Deutschlands Zukunft willen. Für die Gesamtheit der deutsche« Betriebsgemeinschaften und insbesondere für unsere Musterbetriebe ist dieser Befehl die Verpflichtung zur hochit- und bestmöglichsten Leistung.
Die neuen Pioniere der Arbeit
boote versenkten einen Munitionsd am v f er von 6500 BRT. und torpedierten einen weiteren Dampfer. Kampfflugzeuge versenkte« drei Handelsschiffe mit zusammen 19.000 BRT. und beschädigten einen gröbere« St“3nt91toTba srika Artillerie- und SväbtruvvtLtigkeit.
Militärische Ziele auf Malta wurde« am Tage, der Hafen Alexandria bei Nacht durch die deutsche Luftwaffe angegriffen. ,, ,± . . ,, ,
Im Kampf gegen Großbritannien erstellen leichte deutsche Kampfflugzeuge am Tage Bombenvolltreffer t« kriegswichtigen Anlagen der Kiittenttadt H a ft tn SS.
Als Vergeltung für dre Terrorangriffe britischer Bomber auf deutsche Städte belegten in der Nacht »um Montag starke Verbände von Kamvfflugteuaen abermals die §afe"»<*ht Bieter mit Svrena- und Brandbomben.
Versuche der britischen Luftwaffe, unter starkem Jagdschutz am gestrigen Tage gegen die Kan all ulte vor,«- stohen. wurden unter erheblichen Verluste« für. den Fe,nd abgeschlagen. Deutsche Jager und Flakartillerie brachten bierJei 10 feindliche Flugzeuge zum Absturz.
Die britische Luftwaffe griff in der vergangene« Nacht Wohnviertel in Hamburg. vorwiegend mit Brandbombe« au. Nachtjäger und Flakartillerie schollen fünf der angrerfen- den Bomber ab.
Endlich wandte fick lllla Ramin ihr wieder zu.
Ich wollte dich bitten, deine Koffer zu packen," begann Re. „Wir verreisen morgen."
..Wir?" stieh Enka Segal erstaunt hervor..
„Ja. Ich werde mit dir gemeinsam zu einem Ausflug nach dem sonnigen Italien starten!" .
Da sprang Erika! Segal mit einem.Jubelschrei auf und fiel ihrer Freundin um den Hals. Zwei, drei Küste knallte sie vor Begeisterung auf deren Mund.
Hergott! Was bist du für ein Eoldmadel, du! Erst fürchtete ick. du würdest mir nochmals den Kopf waschen — wegen meiner vorlauten Reden „vom letztenmal — und nun sehe ich. dah du mir gar nicht böse bist?"
Ulla lächelte unter den stürmischen Freudenkundgebungen ihrer Freundm.^n gu äir gekommen, du Schäfchen?"
Schäfchen — sagst bu?8 rief Enka Segal gerührt und hing, neben ihr kniend, noch immer an ihrem Halse. „Ach du goldige Ulla, du!" .
„Und du willst mit nur fliegen?"
Klar! Ich sebne mich schon seit langem danach, nut dir wieder in deiner hübschen Reisemaschine durch die Wolken zu 3U meinem Bruder und zu den Fliegern gesagt,
bah ich es allein in ber Heimat nicht mehr aushalten könne. Das bevorstehenbe tagelange Warten auf eine Funknachncht aus Afrika würde mir unerträglich werden. Aus.diesem Grunde habe ich einen Flug nach Süditalien vorbereitet.
,Aha! Ich verstehet bemerkte Erika Segal spitzbübisch.
Natürlich will ich meinen Flug weiter nach Süden aus» dehnen. Mein Ziel ist Audlchilaft' . , ,
„Hab' ntir’s gedacht! Alle Wetter, das wird eine Sache! Das wird eine ganz pfundige Sache!"
„Allerdings ent wenig gefahrvoll. wandte Ulla ^m’unHo bester!" fuhr die Freundin jubelnd fort. „Du weiht doch, liebe Ulla, mit mir kann man Pferde stehlen! Ich bin bei jeder tollen Sache dabei! Und die beiden Jungen werden wir schon aus dem Dreck buddeln, das ist ionnentlcr!
(Fortsetzung folgt)
„Die beiden haben fick kräftig gezankt?"
(Ein bißchen bloß." erwiderte dersommersprossige gtieje äyrttsMwg L- dimm-q- ----d- irn Otten, »l- 64 leine Sitte -°m
Ausgezeichnet!" £ntfubr C5 Erika Segal. ..Endlich ist Sasto zu? Vernunft gekommen. Und von Ulla durfte man das gleiche annehmen können.
Nachdem Re ihren Besucher gründlich ausgehorcht yaile. war JeldVick Sarder für Re ohne Bedeutung, geworden, Aui- fallend eilig. wenn auch mit aller Höflichkeit °erabschiedet- ste ihn und begleitete ihn ungeduldig zur TU. obwohl man es ifim ansah. dah er gar zu gern noch eme Weile geblteben Enttäuschung über bas rasche Ende ber trau- n^en Unterredung made fick deutlich auf fernen offenen Z^Kaum dah stch die Tür hinter dem Besucher geschlossen hatte eihe Erika Segal an bas Fenster und lugte ooriuhng amt5<ipn den Vorhängen auf die Strahe hinab. Nichtig. Sie ?and ihre Vennutung bestätigt, als Re kurz zuvor glaubte in einem von der Straße heraufdnngenden Hupensignal das Boschhorn von Ullas Wagen herausgehört zu bähen.
illla kam zu ihr? Da begann. Erika Segals Herz etwas heftiger zu klopfen. Was führte die Freundin zu. ihr. hie Re vor achtundvierzig Stunden erst des Hauses verwiesen hatte? ffpnni hielt unwillkürlich die Hande vor ber Brun verkrampft, a^s Ulla Ramin in ihr Zimmer trat. Mit ueunb= Uchem Gruß schritt Re zu Erika Legal u-ib tat. a s fei nicht-
um gleich barauf einen Likör aus dem Wandschränkchen zu tram3Rit heimlichem Vergnügen stellte Ulla. Ramin feft.daß auf ihrer sonst so auicklebenbigen Freundin tn diesem Augenblick boch der Alpdruck eines .schlechten EewM.ns lastete. S,e hatte ihrer Besucherin nicht einmal richtig in die Augen sehen können.
Rachdenklich?etzte Ull? Ramin bas leere Glas auf bis Platte bes Rauchtisches zurück. . „
Du verstehst beine Gäste ausgezeichnet zu bewirten, ich etwas ruhiger geworben — tn ber letzten Zett.
.Das heiht mit anberen Worten: Dieses mal muhte der nie sonderlich redselig gewesene Härder herhalten?
Die blonde Gastgeberin wurde puterrot. Mit flinker Bewegung tauschte sie die mit Aschenresten O^uÜte Schale gegen eine leere um. Auch bas noch auf dem. Tisch stehende Glas bes männlichen Besuchers verschwand mit zauberhafter ®etömmbigteitmmt ntanchmal mit bei mit vorbei," wich Erika,Segal babei aus.
„Ein netter Kerl. Du wirst inzwischen von ihm erfahren haben, dah Sasso Folkening in ber vergangenen Nacht ge» rtart2)atittonnte Erika Segal nicht umhin, zustimmenb zu "tdeeine Pause tiefen Schweigens entstand. Während Ma gedankenoerloren zum Fenster hinaus schaute, starrte। ihre Freundin auf den Teppich hinab und fuhr mit dem hohen Absatz ihres Schuhes auf den Verzierungen des Tevvlch- mufters entlang. Dabei nagten ihre Zahne erregt Md„ verlegen zugleich an ihrer.Untetlivve. Es wurde ihr allmählich unbehaglich zumute. Sie konnte aus den Worten und dem Verhalten ihrer Freundin nichst recht klug werden. Ulla ; führte irgendetwas tnt Schilde. Es fragte sich nur. ob es stch ; um eine angenehme oder unangenehme Angelegenheit I handeln würde.
Bei Würdigung der Arbeit unserer Betriebsgemeinschaf- ten muh mit besonderer Anerkennung der. Persönlichkeiten gedacht werden, die auf Grund einmaliger schöpferischer und führender Leistungen dem Schaffen der Millionen ein klares Ziel und einen wirklichen gemeinnützigen Inhalt geben.
Am heutigen Tage fei daher anerkennend all der kleinen und großen Erfinder und Konstrukteure aedacht. deren Wirken zur ständigen Verbesserung und zur Schaffung immer neuer Kampfmittel fuhrt. 5»Jet gedacht ber Geistesarbeiter, die den entscheidenden Beitrag »um Gelingen dieses Kampfes überhaupt liefern und ste alle feien aufgerufen, tn ber bem erfinderischen Geist etgenen Unermüdlichkeit weiter zu schaffen, um damit der Arbeit unterer Volksgemeinschaft kriegsentscheidenden Wert zu S< 6$er Führer würdigt das Schaffen, solcher Mäner durch Nerleibuna der Auszeichnung „Pionier der Arbeit, le.ttoe« M-'LW«-»I W-.I-
'»«, i is wa ,u... .
tionalen Feiertag des deutschen Volkes zu „Pionieren der Arbeit" ernannt bat: -
de« Konstrukteur des in der Kälte des Ostens und in der Sitze Afrikas bewährten Volkswagens, Mufterbetriebs- fjzbrer Pg. Profefior Dr. Ferdinand Porsche,
den Schöpfer der einsatzbewährten Seinkel-Flugzeuge. Musterbetricbsführer Pg. Professor Dr. Ernst S e, n k e l,
den für die Gestaltung und Sicherung, der Wahrung und Wirtschaftsgrundlage, der deutschen «/beU verantwortlichen ReichswirtschaftsmiNifter. Rerchsbankprafident, .öluftetbe» triebsführer Pg. Walther Funk.
In herzlichen, persönlich gehaltenen Worten dankte darauf Reichsorganisationsleiter Dr. L e„y tnt Namen des Führers den Pionieren, der Arbeit für ihre vorbildliche Leistung und Betriebsführung. , —
Von Mann zu Mann gehend, überreichte danach Dr. Ley den einzelnen Betriebsführern und Betriebsobmannern die Urkunden für ihre Auszeichnung und sprach lbnen. wie auch Reichswirtschaftsminister Funk und dem Minister: für Bewaffnung und Munition, S v e e r, zu dieser hohen Ehrung die Glückwünsche aus.
Dr. Ley eröffnet den Leistnngskainpf
Dr. Ley richtete abschließend aufrüttelnbe. hinreißende Worte an die Versammlung. Er eröffnete zugleich den
Ä-/L" y ta'Äi» L-İ-K AÄfcÄWC? NS S MirÄÄg Uchen Willenskraft das Seer tm Osten zu unvorstellbaren Heldentaten beflügelt habe. Dr. Ley ruf. feine Ausführungen beschließend, die Heimat, das werktatige Volk. die Betriebe, alle deutschen Menschen aiif. bem Beisviel des Führers nachzueifern bann werde der Sieg und bu Freiheit von ben deutschen Waffen errungen werben.
Die Lieber ber Natron schlossen biete würbige Feier- stunbe ber Nation.
Abschied von den Walenkis
Soldatenföh« in bet Thermosflasche
NdZ. Berlin, 30. April. (PK.) Da stehen sie nun in der staubigen Ecke des Ofens. Krummgelaufen und abgeschabt Ste haben ihre Schuldigkeit getan, diese Walenkis. jene Wen, plumpen Filzstiefel, deretwegen wir noch im Herbst du Bevölkerung mitleidig belächelt haben. Zuerst wunderten wir uns, daß die Sowjets stundenlang auf Eis und Schnee umherftehen konnten, ohne kalte Fuße zu bekommen. Wir in unseren Lederstieseln, mochten Re nomjo gut gepflegt fein, hielten das nicht aus. Bis schließlich du ersten Landser stolz mit solchen Walenkis ankamen. Der Besitz von Walenkis wurde entscheidend für die Widerstandskraft des Einzelnen. Immer mehr Soldaten vertauschten die Knobelbecher mit den Filzstiefeln. Du Zivilbevölkerung im rückwärtigen Gebiet war unentwegt am Werk, um bi« vielen Bestellungen unserer Landser zu erledigen. Wie oft haben mir es erlebt, daß in der Abwehrfront des Winters Späh» trupps gestartet wurden ... mit dem bedeutsamen Nebenzweck: Be- sorgung von Filzstiefeln! Bunker wurden ausgerauchert. 15, 20 Bol- chewisten gingen dabei zugrunde. Ihre Walenkrs waren noch wichtigere Beute als die Waffen. Elegant find ste wahrlich nicht. Aber warm, unerhört warm. Abends werden ste auf der Bauernofen gestellt Und wenn ste am Morgen richtig durchhitzt sind, steckt man mit wohligem Aufatmen die ewig kalten Füße hinein. Dann aber — o Wunder! — bleiben sie den ganzen Tag über behaglich temperiert. - Wie eine Thermosflasche. — Dazu kommt der Bor- teil, daß man mit den dicken Filzsohlen auf Glatteis und festge. tretenem Schnee großartig laufen kann, ohne auszurutschen.
Ob sie auch Nachteile haben? Man holt sich bei jahrelanger Benutzung gewiß einen redlichen Plattfuß darin, denn man schlürft wie in alten Hausschuhen einher. Sie treten stch schnell krumm und schief, und man läuft buchstäblich neben seiner eigenen Sput her. Heitere Bilder sahen wir in den Wintermonaten. Vom General bis zum jüngsten Ersatz — alles bewegte stch schlurfend, schleichend auf Filz Nichts war es mehr mit zackigem Hackenknallen, höchstens wie das Knistern alter Wellpape hörte es sich an. Nun aber nehmen wir Abschied von unseren Walenkis! Bei Tauwetter, bei Schlackerschnee und Matsch «erden sie zu unbrauchbarstem Gerät. Binnen zehn Minuten hat man patschnasse Füße. Also: Raus aus den Filzstiefeln! Und hinein in die lieben, guten, alten Knobelbecher! Ihr solltet nur einmal unsere Landser sehen, mit welcher inbrünstigen Liebe sie ihre echten deutschen Kommißstiefel mit Fett, Wichse und Bürste bearbeiten. Der Abschied von den Walenkis ist zugleich ein Abschied vom Verharren, vom Stillhalten der Winterfront. In die Ecke mit dem alten Filz! Nun beherrschen wieder Eisen und fieber die Straßen, die nach Osten führen!
Kriegsberichter Meyer-Haenel.
Die ausgezeichneten Wirtschaftsführer
Ferdinand Porsche wurde am 3. 9. 1875 im Subetenlanb als Lohn eines Klempners geboren. S^on um die Sobthunbert. wende wurde er durch die Erfindung des Radnaben-Motors für Elektrofahrzeuge bekannt. Wenige Jahre fpäter errang Jein Käme durch die Konstruktion von Touren- und Rennwagen bei Daimler- Benz internationalen Klang. Porsche gründete tm Jahr« 1929 in Stuttgart ein eigenes Konstruktionsbüro, von dem aus es dann möglich wird, seine großen Planungen tn tue Tat umzufetzen. So iah der Führer in ihm den geeigneten Mann zur S ch a f f u n g des Volkswagen s. Troß aller Zweifel gelang dieses Werk, wie nicht zuletzt die Erprobung des Volkswagens an der Front bewiesen hat. Nach weiteren Verbesserungen auf ffitunb bet Kriegs- etsahrungen wird bet Volkswagen in kommenden Ftiedensiähren seiner ursprünglichen Mistion dienen und den Namen feines Scköofers in die Welt hinaustragen. , „ . „
Ernst öeintel ist Schwabe und stammt von Handwerkern ab Er ist Zeuge des Echfetdinget Zeppelin-llnglückes und beginnt von da ab sich mit der Fliegerei zu befasien. Sein Aufstieg begann im ersten Weltkrieg als Lhefkonsttukteut und Technischer Leiter der Hansa- und Brandenburgischen Flugzeugwerke, von denen aus er der deutschen und österreichischen Luftwaffe 30 veÄchledene erfolgreiche Baurnustet schuf, und zwar in erster Lune Seemaschinen, die sichv-n Zeebrügge aus gegen einen weit stärkeren Feind butch- setzten Heinkel war bann ber einzige, bet nadj d-m Weltkrieg ttoh bet in Versailles erlassenen Verbote in Deutschland Ktregs- fluazeuge baute. Im Zusammenhang damit gründete er entgegen allen Widerständen Ende des Jahres 1922 ein eigenes Werk in Warnemünde, das nach und nach wieder weit ausgebaut wurde und den Grundstock für die letzigen Heinkelwerke bildete. Dieser Betrieb ist zum NationalsozialistischenJDluftet- betrieb erklärt worben, denn Heinkel gehört zudenWirtschaft^ führern, denen die Bewältigung bet sozialen Frage eine Het- Lnannaeleaenheit ist. In seinem Werke werden nicht nut Ilnge- werben Facharbeiter, unb
Facharbeiter werden Meister und Abteilungsleiter. In seinem Werk sind mustergültige Konstrukteure ohne Jngenieutausbildung tätig. Die Ernennung von Dt.-Jng. e. h. Dt. pH". 0- c- Ernst Heinkel zum Pionier bet Arbeit ist eine verdiente Ehrung die sich würdig an die im Jahre 1938 erfolgte Verleihung des Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft anschließt.
Walther Funk, der ursprünglich Wirtschaftsschriftleiter bet „Berliner Börsenzeitung" war, leitete bereits tm Jahre 1931 bte damalige Kommission für Wirtschaftspolitik tn bet Reichslettung ber NSDAP. Von hier aus würbe er nach bet Machtergreifung Pressechef bei Reichsregierung und Staatssekretär tm Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Im November 1937 würbe er zum Reichswirtschaftsminister ernannt und tm Iahte 1939 zum Präsidenten der Reichsbank berufen. Er ist fett zwei Jahr- zehnten als Kämpfer eine wirkliche nationale deutsche Volkswirtschaft bekannt und ist so heute mit Recht für die gesamte deutsche Wirtschaftspolitik einschließlich der Notenbankpolittk verantwortlich. Diese Tatsache wird auch dem Laten etnen Eindruck von der ungeheueren Verantwortung vermitteln, bte Walther Funk während dieses zweiten Weltkrieges tragt. Es ist ihm gelungen, die Währung stabil zu halten unb bte Lebenshaltung des Schaffenden als unabänderlich zu sichern. Da zudem heuteJeber Betritt hinsichtlich seiner Produktionsaufgaben von bet staatlichen Wirtschaftslenkung abhängig ist, mitt um so deutlicher, daß das Funktionieren des gewaltigen Arbeitssektors, dem Funk vorsteht, entscheidend für eine erfolgreiche Kriegführung ist.
