Seite 4 Nr. 101
Mesvavener Tagblatt
Freitag/Samstag, 1./2. Mai 1942
Wiesbadener Nachrichten
Mai
Kam er in einer Windsbraut —? Har eine milde Mondnacht Wolken von Blütenduft ausgefchüttet —? Hat ein kleiner, warmer Sonnenstrahl das Wunder in das Licht gehoben —? Wer weist, wie es geschah —? An einem Morgen sind die Knospen am Birnbaum aufgesprungen, und die Magnolien breiten ihre Blütenkelche weit auseinander wie eine Opferschale. Der Himmel ist blank und hell, und in seiner Seidenbläue türmen sich schlohweiße Wolken zu wuchtigen Burgen und springenden Tieren. Der Wald baut lichtgrünes Filigran zu den Wänden und Pfeilern seines Domes und über Wiesen und Ackern schwebt ein unsagbares Duften von Fruchtbarkeit und Reisen. Das ist der Mai, wie die Sehnsucht unserer Herzen ihn an eiskalten Wintertagen erträumte. So war er immer und so wird er immer sein. Und doch geht der Mensch in jedem Jahre anders dielen betörend-lieblichen Weg zum Rosentor, das in die hohe Zeit der Erfüllung führt. Schicksal und Erlebnis haben an ihm geformt, aber der Verzauberung, die aus den reichen Äräften der Natur in uns einströmt, kann niemand sich entziehen. Wir haben in dem Blütengrunde die Früchte gesehen und wisien von dem Sommergold, — das macht uns froh und stark. Wir lachen grauen Wolken und kühlen Lüften ins Gesicht, denn mitten im Alltag erreicht uns das Lied' der Nachtigall. A. Pl.
Tauwetter bedingt übermenschliche Leistungen
Die neue Filmwochenscha«
Die neue Wochenschau bringt einen weiteren Bericht von den übermenschlichen Leistungen, die unsere Truppen im Osten infolge des Tauwetters zu vollbringen haben. Ein PK.=3Rann, der mehrere dieser Ausnahmen drehte, schreibt dazu: „Es taut, warmer Wind lächelt uns zu, und unten steigen wir bis zu den Waden durch Schlamm und Wasser. Rechts und links der in den letzten Wochen mühsam vom Schnee freigehaltenen Wege und Stratzen türmen sich riesige Wälle von Schnee. Von dort rieselt das Wasser über die Straße, so daß nur noch Fahrzeuge mit Raupenantrieb vorwärts kommen. Die Straße ist durchweg ein zäher Brei." Und das spricht aus allen Bildern von der Ostfront. Wo ein Wagen halten muß, packen alle mit an. Immerhin ist man froh, daß der schwerste Winter überstanden ist. Bald werden auch die letzten Folgen dieses harten Winters überstanden sein.
Die Wochenschau zeigt weiter Gegenstöße der finnischen Infanterie an der Swir-Front. Sie haben innerhalb von zehn Tagen 150 Angriffe der Sowjets abgewehrt und den Bolschewisten schwerste blutige Verluche beigebracht. 3m Waldai-Gebiet, wo die Sowjets den ganzen Winter hindurch gegen die deutschen Linien anrannten, ohne wesentliche Erfolge zu erzielen, nimmt Artillerie Bereitstellungen des Feindes unter Feuer. Die Sowjets werden durch kühnen Flankenstoß gepackt und in ihre Ausgangsstellungen zurückgeworfen. Auf der Krim besichtigt Marschall Antoneseu rumänische Verbände, die Seite an Seite mit den deutschen Soldaten in schweren Winterkämpfen die Front hielten und nun von ihrem Staatsführer hohe Auszeichnungen empfangen.
2m Führerhauptquartier werden verdiente Offiziere des Heeres mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet: Generalmajor B r e i t h, der mit seinen Verbänden gegen schwerste Massenangriffe der Sowjets die Front nordöstlich Kursk hielt, Generalmajor Wessel, Generalmajor Eberbach, Kommandeur einer Panzerbrigade, Oberst Specht, der trotz seiner Verwundung mit seinem Infanterie-Regiment den Durchstoß durch den zäh verteidigten Ugra-Abschnitt ausführte, und Oberst H i tz f e l d, der als Kommandeur eines Infanterie- Regiments maßgebend an der Erkümpfung der Krimzugänge beteiligt war. — In St. Razaire erhalten Soldaten, die sich bei der erfolgreichen Abwehr des britischen Landiingsversuches hervortaten, aus der Hand des Großadmirals Raeder das Eiserne Kreuz. JPS.
Wir gedenken verdienter Wiesbadener
1. Mai 1887: Ferdinand Möhring
In der nordwestlichen Rondellseite des Nordfriedhoses ruht unmittelbar neben Friedrich Bodenftedt und nicht weit vom Grabe des Liederkomponisten Franz Abt entfernt der am 18. Januar 1816 in Alt-Ruppin geborene Königliche Musikdirektor Ferdinand Möhring, der Komponist des Liedes „Elslein von Kaub". Ferdinand Möhring war im Gymnasium zu Neu- Nuppin der Schulkamerad Theodor Fontanes. Später besuchte er die Gewerbeschule zu Berlin. Schon damals begann er Gedichte von Schiller, Körner und Goethe zu vertonen. Der Vater wollte davon aber nichts wißen, er schickte ihn zu einem Zimmermann in die Lehre. Doch jedes echte Können läßt sich nicht an die Kandare legen. Früher oder später bricht es durch. Möhring konnte schließlich doch nach Besuch eines Institutes für Kirchenmusik und der Akademie der Künste die Dirigentenstelle eines Gesangvereins in Saarbrücken, sowie die eines Organisten in der gleichen Stadt erhalten. 1844 zum Königlichen Musikdirektor ernannt, ging er 1845 erneut nach Alt-Ruppin und war hier Organist und Gesangslehrer am Gymnasium. 1848 entstand seine Oper „Das Pfarrhaus". Seinen Lebensabend verbrachte Möhring, der zahlreiche Männerchöre komponierte, in unserer Stadt, die ihm und seiner Gemahlin Ehrengräber gab und auch eine Straße nach ihm benannte. Sein von deutschen Sängern gestiftetes Grabmal ist eine Schöpfung des Bildhauers Hermann S ch i e s.
3. Mai 1827: Georg Heinrich Ebharbt
Am ersten Weihnachtstag 1758 kam in Bendorf der Kammerdirektor Georg Heinrich E b h a r d t zur Welt. Er besuchte die Gymnasien zu Weilburg und Karlsruhe. Hier schloß er Freundschaft mit Johann Peter Hebel. 24jährig begann er seine Beamtenlaufbahn, die ihn auch nach Frankreich führen sollte. In den Stürmen der französischen Revolution hielt er treu zum deutschen Vaterlande; mehrere Male entging er mit großem Glück der Guillotine. 1810 erhielt er feine Ernennung zum Hofrat, 1815 kam er als Rechnungskammerdirektor in unsere Stadt. 1817 erschien seine auch heute noch lesenswerte vortreffliche „Beschreibung der Stadt Wiesbaden". Georg Heinrich E b h a r d t, der sich neben seinem Berufe auch mit Mathematik, Physik und Geschichte beschäftigte, ist der Mitbegründer des Nasiauischen Altertumsvereins. 68jährig trug man ihn auf dem Friedhof am Schulberg zu Grabe. \_/
3. Mai 1898: Rudolf Riemann
Der Klaviervirtuose und Komponist Rudolf Niemann, am 4. Dezember 1838 zu Wesselburen geboren, war der Sohn des dortigen ersten Lehrers und Organisten. An den Konservatorien zu Leipzig und Paris bildete er sich aus, seinen letzten Schliss erhielt er durch Hans v. Bülow. Hierauf nahm er als Klavierbegleiter an den Konzertreisen des „Eeigerkönigs" August Wlhelmy durch Deutschland, Frankreich, England und Rußland teil. Rudolf Niemann war auch als Komponist tätig. Er schrieb hauptsächlich Eenrestücke für Klavier und Lieder, die teilweise heute noch erklingen. 1883 kam er aus Hamburg nach Wiesbaden und unterrichtete hier kurze Zeit an der in Biebrich von August Wilhelmy gegründeten Eeigerschule. 1895 wurde er Lehrer am Wiesbadener Konservatorium. Er starb nahezu SOjährig im Hause Nikolasstraße 23, heute Bahnhofstraße, und sand auf dem Nordsriedhof sein Grab.
— Wo stehen ungenutzte Krankenwageu? Die kommenden schönen Frühlings- und Sommertage wecken bei vielen verwundeten Insasien der Wiesbadener Lazarette den Wunsch, sich an den Schönheiten unserer heimischen Natur zu erfreuen. Besonders den gehbehinderten Kameraden muß ein solcher Wunsch erfüllt werden. Die NSKOV. wendet sich daher an alle Wiesbadener mit der Bitte, den Lazaretten entbehrliche Krankenfahrstühle zur Verfügung zu stellen. Wo ein solcher Fahrstuhl ungebraucht herum- steht, sollte er umgehend in den schönen Dienst der Verwundetenbetreuung gestellt werden. Der Kameradschaftssührer der NSKOV., Kreisamisleiter Körner, Landeshaus, nimmt solche Meldungen mit Dank entgegen.
Ruf an die deutsche Jugend
Freiwilliger Dienst in der Waffen-^
Die Divisionen der W a s f e n - ss kämpsten aus allen Kriegsschauplätzen und stehen jetzt in der vordersten Front im Kampf gegen den Bolschewismus. Ihre stolzen Taten find ein Ruf an die deutsche Jugend und an die wehrhaften Männer. Vollmotorisiert umfaßen die Divisionen alle Truppen, wie Infanterie, Artillerie, Pioniere, Panzer, Nachrichtentruppen, Kavallerie, Panzerjäger, Flak, Kradschützen und Sanitätstruppen. Sofort eingestellt werden: a) Freiwillige auf Kriegszeit (ohne Dienstzeitverpflichtung) vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 45. Lehensjahr; vom 17. bis zum vollendeten 25. Lebensjahr nur für Infanterie, Panzer und Nachrichtentruppen (Funker), b) Freiwillige mit Dienstzeitverpflichtung (viereinhalb' Jahre) vom vollendeten 17. Lebensjahr bis zum vollendeten 35. Lebensjahr, c) Freiwillige mit Dienstzeitverpflichtung (zwölf Jahre) vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 23. Lebensjahr. Längerdienende und Kriegsfreiwillige der Waffen-4s zur Zeit ohne vorherige Ableistung des RAD. Der Dienst in der Waffen-^ ist Wehrdienst. Bei Eignung stehen dem Freiwilligen die Unterführer- und Führerlaufbahn, sowie Sonderlaufbahnen offen. Einberufung zur Truppe erfolgt beschleunigt.
Ferner werden eingestellt Freiwillige für die jj-Polizei- Dioistonen und Anwärter für den Dienst in der Deutschen Polizei. Den Freiwilligen ist durch den Eintritt in die ss-Polizei- Dioifion die Möglichkeit gegeben, zur Zeit ihrer Wehrpflicht zu genügen. Die Freiwilligen können nach Kriegsschluß bzw. Beendigung der Wehrpflicht bevorzugt in die Polizei übernommen werden. Die jj-Polizei-Division ist eine Polizeitruppe, die Seite an Seite mit den übrigen Divisionen der Waffen-ss und den Heeresverbänden in vorderster Front im Kampf gegen den Welt- seind eingesetzt ist. Eingestellt werden Freiwillige der Eeburts- jahrgänge 1905—1924.
Den Bewerbern wird empfohlen, sofort das Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die fs-Polizei-Division anzufordern, das bei der Ergänzungsstelle Rhein ((XII) der Waffen-)s, Wiesbaden, Hindenburgallee 59, sowie bei allen Dienststellen der Schutzpolizei, der Gendarmerie, der Partei und der Allgemeinen-^ zu erhalten ist.
Lautsprecher aufl
Das Rundfunkprogramm der Woche
An wichtigen Sendungen bringt das Reichsprogramm in der kommenden Woche: Am Sonntag um 9 Uhr steht das Schatzkästlein unter dem Motto: „Die Ammer flötet tief im Grund". Das ewige Lied der Arbeit klingt auf in der Sendung um 14.20 Uhr. Um 16 Uhr folgt das 9. Kapitel der Sendereihe „Fortsetzung folgt". Um 19.30 Uhr besucht das Mikrophon den Wiener Komponisten Karl Loube. Am Montag um 15.30 Uhr spielt Heinz Stanste in der Sendung „Der Virtuose". „Für jeden etwas" um 20.20 Uhr bringt schöne Stimmen und Meister ihres Instrumentes. Am Dienstag um 11 Uhr spielt das Mozart- Quartett, um 16, Uhr hören wir schöne Opernmelodien, um 19.30 erklingt „Musik aus der Zeit Friedrichs des Großen", um 20.20 Uhr führen Solisten und Karnmerorchester des Musikerzieher- Lehrganges der HI. Mozarts „Bastien und Bastienne" auf und um 21 Uhr führt Wiens Programm im Fluge durch drei Jahrhunderte. Der Mittwoch bringt um 15.30 Uhr kleine Stücke großer Meister, um 18 Uhr Filmmusik ohne Film, um 20.20 Uhr neue Soldatenlieder und um 21 Uhr das Funkbrettl. Der Donnerstag überrascht mit einer schönen Abendmusik im Mai. Am Freitag wird um 11 Uhr Klaviermusik von Mozart gesendet, um 15.30 Uhr hören wir Vogellieder „Alle Vögel find schon da", um 16 Uhr schöne Opernmelodien. Die Sendung am Samstag um 19.30 Uhr bringt Märsche von Richard Strauß, das Funkbrettl um 21 Uhr ein heiteres Wochenende.
Im Deutschlandsender erklingt am Sonntag- morgen Orgelmusik. Um 16 Uhr entdecken wir Volksmusik in Werken großer Meister. Hermann Abendroth dirigiert um 18.10 Uhr das Gewand Hausorchester. Um 20.15 Uhr singt Gerhard Büsch. Die Sendung am Montag um 21 Uhr bringt Werke ans Pfitzners zu (einem 75. Geburtstag. Am Mittwoch um 17.15 Uhr hören wir Musik aus dem Elsaß, die Sendung um 20.15 Uhr bringt Querschnitte durch Operetten von Millöcker und Lehar. Am Donnerstag um 17.15 Uhr wird Musik aus alten Tagen gesendet, die Abendsendung ist dem Geburtstag Johannes Brahms gewidmet. Die Sendung am Freitag um 20.15 Uhr ehrt den 60jährigen Joseph Marx, um 21 Uhr wird Eugen d'Alberts musikalisches Lustspiel „Flauto solo" gesendet. Am Samstag um 20.15 Uhr erklingen unter dem Titel „Kommt ein schlanker Bursch gegangen“ verliebte Melodien. Wir wünschen guten Empfang.
Wann muh verdunkelt werden?
Die Wiesbadener Verdunkelungszeiten
In der Erfüllung unserer Verdunkelungspflicht darf kein Volksgenosie nachläsiig werden. Auch hierin zeigt sich die Ee- schlosienheit der Heimatfront. Folgende Zeiten sind genau einzuhalten:
Verdunkelung: Entdunkelung: Verdunkelung: Entdunkelung: 2. Mai 21.55 Uhr 5.24 Uhr 7. Mai 22.03 Uhr 5.15 Uhr
3. Mai 21.57 Uhr 5.22 Uhr 8. Mai 22.05 Uhr 5.14 Uhr
4. Mai 21.58 Uhr 5.20 Uhr 9. Mai 22.07 Uhr 5.11 Uhr
5. Mai 22.00 Uhr 5.19 Uhr 10. Mai 22.08 Uhr 5.09 Uhr
6. Mai 22.02 Uhr 5.17 llbr
— Das „SB. gratuliert. Am 3. 3Hai begeht General
major a. D. Wilhelm Rotte, Lahnstraße 6, seinen 80. Geburtstag. Als Solin eines Pionier-Generals trat er am 1. 10. 1880 in das Earde-Pionier-Bataillon ein und wurde am 13. 9. 1882 Offizier. 1892 tarn et zur Kriegsakademie und wurde anschließend zum Großen Generalstab kommandiert. 3m Jahre 1900 wurde der Jubilar Adjutant der Eeneralinspektion des Ingenieur- und Pionierkorps und der Festungen. Danach war er vier Jahre als Major im Kriegsministerium tätig. In den Jahren 1906—1910 war er Jngenieuroffizier vom Platz in Köln, dann ein Jahr Kommandeur des Pionier-Batl. Nr. 19 in Straßburg und danach bis zum Kriegsausbruch Inspekteur der 3. Festungsinspektion in Posen. Im Weltkriege führte er die Armierung der Festung Posen durch, war Ehef des Stabes beim Gouvernement Posen, wurde später zum Generalmajor befördert und dann General der Pioniere 1. Rach dem Weltkrieg verlegte Generalmajor
Die NSKOB. im Krieg seins atz
Aus der Arbeit der Wiesbadener Kreisamtsleitung
Die Kreisamtsleitung der NSKOV. hatte ihre Mitarbeiter und Abteilungsführer sowie die Hinterbliebenen-Betreuerinnen zu der allmonatlich stattfindenden Sitzung einberufen. Kamerad- fchaftsführer Körner eröffnete die Sitzung unter besonderem Hinweis auf die sechste Kriegsfitzung des Deutschen Reichstages. Er betonte, daß auch die Mitglieder der NSKOV. alles für das Leben der Nation einsetzen werden und die vom Führer auf- gegebenen Pflichten vor erworbene Rechte stellen. Dankbarkeit und Treue sowie äußerste Pflichterfüllung jedes einzelnen wird uns zu neuen Kämpfen begeistern. Er ermahnte jeden, die Bewährungsprobe, die uns der gegenwärtige Krieg stellt, zu bestehen, um am Ende des Krieges das Bewußtsein erlangt zu haben, daß auch wir in der Heimat unser Teil zum Siege beigetragen haben.
3m Anschluß daran gab er einen Überblick über die internen Arbeitsgebiete, personelle Änderungen in der NSKOV. und der besonderen Aufgaben innerhalb des Kreisgebietes. Die Hauptpunkte der Tagesordnung galten der Fürsorge und B e - t r e u u n g unserer Kameraden des gegenwärtigen Krieges. Der Kreisamtsleitung wurden u. a. wieder eine größere Anzahl von Freiplätzen in verschiedenen herrlich gelegenen Bade- und Erholungsorten zur Verfügung gestellt. Den Vorrang in der Verschickung haben neben den Kameraden und Hinterbliebenen von 1914/18 die Hinterbliebenen einschließlich der Kinder gefallener Kameraden in diesem Kriege. Der vorbildliche Einsatz der Kameraden und Hinterbliebenen der NSKOV. des Krieges von 1914/18 für die Wollsammlung unserer Wehrmacht sowie des
Kraftquell der Arbeit
Ein Tag der Besinnung und des Dankes
Der Nationalfeiertag des deutschen Volkes ist in diesem Jahre aus Zweckmäßigkeitsgründen um einen Tag verschoben worden. Wenn auch in diesem Jahre durch den Wegfall der Beflaggung und der Ausschmückung das äußere Siraßenbild gegenüber der Friedenszeit eine Wandlung erfahren hat, so ist doch der Sinn dieses Feiertages der Nation unwandelbar. An diesem Tage besinnt sich der schaffende Mensch auf die hohen Ausgaben, die ihm im Dienste des Volkes gestellt find. Gerade in der Kriegszelt hat es sich erwiesen, daß Mann und Frau, alt und jung, mit hohem Verantwortungsgefühl ihren Pflichten der Allgemeinheit gegenüber nachkommen. Dieser Feiertag ist daher ein wohlverdienter Ruhetag, ein Tag der Besinnung und des Dankes an die Vorsehung, die es uns ermöglicht hat. in der größten Zeit der deutschen Geschichte unsere ganze Kraft dem Werke des Führers widmen und damit für ihn und das deutsche Volk arbeiten zu können.
p.
Rotte seinen Wohnsitz nach Wiesbaden. — Am 1. Mai sind es vierzig Jahre, das Fräulein Johanna und Fräulein Maria Brömmelhaus, Wiesbaden, Kaftellstraße 6, ununterbrochen im Dienste der DRK.-Schwesternschaft Wiesbaden in den Stöbt. Krankenanstalten stehen. — Die Eheleute Friedrich Müller und Frau Anna, geb. Grünewald, Jahnstraße 44, feiern am 3. Mai ihre silberne Hochzeit. — Arn Samstag wird Frau Seltne Koller, Albrechtstraße 16, 75 Jahre alt. Den vielen Freunden des alten Wiesbadener Hoftheaters ist die Jubilarin wohl noch in bester Erinnerung. Jrn April 1884 begann sie in Krefeld ihre Theaierlaufbhn, die sie an viele deutsche Bühnen brachte. Als sie am 1. April 1909 ihr 25jähriges Bühnenjubiläum feierte, konnte sie auf ein Arbeitspensum von 368 verschiedenen Rollen und 2123 Theaterabende zurückblicken. Bei ihren Berufskameraden erfreute fie sich großer und herzlicher Sympathien. — Frau Schlemm-Älbus, Helenenstraße 8, 1., wird 75 Jahre, und Herr P. Hommerich, Loreleyring 10, am Sonntag 70 Jahre alt.
— Ordentliche Führung der Werkstattheske. Aus dem Werk- », das heute bei der Nachwuchserziehung eines der wichiig-
Ifsmittel ist, kann man erkennen,.ob die Erziehung der Lehrlinge den beabsichtigten Erfolg bei den jungen Arbeitslame- raden haben. Aus ihren Arbeiten kann außerdem entnommen werden, ob sie mit besonderem Interesse in dem von ihnen erwählten Beruf tätig find, und ob sie überhaupt hierfür entsprechende Veranlagung zeigen. Darüber hinaus kann das Werkstatthtfi als ein besonders wertvolles Hilfsmittel für die Erziehung zur Ordnung und Sauberkeit angesehen werden. Aus diesen Gründen sieht die DAF. die regelmäßige und saubere Führung der Werkstatthefte sowie der Lehrlingsbücher als besonders wichtig an.
— Sternschau vom 1. bis 10. Mai. Der bis VA Stunden nach der Sonne untergehende helle Stern im Sternbild Stier ist der sonst nur selten sichtbare innerste Planet Merkur in 170 Mill. Kilometer Entfernung. Der bis 3 Stunden nach Sonnenuntergang im WNW. sichtbare hellste Stern ist der Riefenwandelstern Jupiter im Sternbild Stier, 915 Millionen Kilometer von uns weg. Der am Morgenhimmel eine Stunde vor der Sonne im O. sich erhebende hellste Stern des Himmels ist Planet Venus in den Fischen in 160 Millionen Kilometer Abstand.
öicsbaöon-ßicbrftfi
Das „W. I.“ gratuliert. Am 4. Mai vollendet Herr 6t. phil. Emil Uhlhorn, Wiesbaden-Biebrich, das 80. Lebensjahr. 1862 in Ovelgönne (Oldenburg) geboren, legte er in Leipzig die pharmazeutische Siaaissprüfung ab und promovierte dann nach mehrjähriger Assistentenzeit am Universitäts-Laboratorium in Rostock zum Dr. phil., um danach die Leitung der Bremer Chemischen Fabrik in Hude ju übernehmen. Einige Jahre später wurde er zum Korpsstabsapotheker des damaligen XVI. AK. ernannt, konnte aber diese Stellung nicht antreten, da er inzwischen technischer Direktor der Petroleum-Raffiniere der Galizischen Karpathen-Petroleum AG., Eotlice, gewoidon war, die unter seiner Leitung zur damals größten Raffinerie des europäischen Kontinents heranwuchs. Ende des Jahrhunderts kehrte Dr. Uhlhorn nach Deutschland zurück und erwarb die Adler- Apotheke in Bremerhaven. 1913 fiedelte er mit seiner Familie nach Wiesbaden über, wo er eine chemisch-pharmazeutische Fabrik gründete, der er heute noch selbst in voller Frische vorstehi. 1941 hat die Universität Rostock Herrn Dr. Uhlhorn aus Anlaß seines goldenen Doktor-Jubiläums fein Diplom erneuert.
Äus Gau und Provinz
Eroßfeuer in Mainz
= Mainz, 30. April. Im Saget einer Eewürzmühle auf der Rheinallee brach ein Eroßfeuer aus. Die Feuerfchutzpolizei, die mit mehreren Zügen anrückte, nahm wenige Minuten später die Bekämpfung mit mehreren Schlauchleitungen auf. Die Löfch- arbeiien gestalteten sich infolge der starken Rauch- und Flammenentwicklung schwierig. Das Feuer griff auf eine Schreinerei und zwei Wohnhäuser übet. Die Gebäude waren nicht zu retten.
Das traurige Ende einer jungen Ehe
— Heidelberg, 30. April Im Neckartal wurde vor einigen Tagen die Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Die polizeilichen Feststellungen ergaben, daß sie das Opfer eines heimtückischen Planes ihres erst 21 Jahre alten Mannes geworden ist. Die junge Frau, die 20 Jahre zählte, war mit ihrem Mann am Neckarkanal entlang gelaufen, wo der Ehemann sie plötzlich ins Wasier stieß. Die Ehe der jungen Leute war schon sehr getrübt, so daß auch die Nachbarn von dem Zerwürfnis wußten. Aus diesem Grunde richtete sich der Verdacht der Täterschaft auf den Ehemann, der schließlich ein Geständnis ablegte, als man ihn in Haft nahm.
= Mainz, 30. April. An der Mündung des Mains wurde die Leiche eines neugeborenen Mädchens gelandet, die etwa zehn Tage im Wasier gelegen hat. Die Leiche war in ein Stück graues Tuch gepackt und mit Kordel umfchnürt. über die Kindesmutter ist nichts bekannt. Sachdienliche Meldungen nimmt die Kriminalpolizei Mainz entgegen.
= Limburg, 30. April. In Elkerhausen wollte der Invalide Rudolf H a r p e l seine Kühe vor der Ausfahrt aufs Fell»
Kriegs-WHW. wurde sowohl von der Wehrmacht als auch von den Parteidienststellen besonders gewürdigt.
Eine längere Besprechung erforderte die Rückfichtnahme einzelner Volksgenosien gegenüber unseren verwundeten Soldaten des jetzigen Krieges. Einzelne Kameraden berichteten über Erleb- nisie zwischen Verwundeten und Volksgenosien in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf der Straße, in Geschäften usw. Bis auf geringe Ausnahmen wurde allgemein bestätigt, daß die Bevölkerung unseren Verwundeten mit Achtung entgegenkommt und weitgehend versucht, den Kameraden ihren Aufenthalt in Wiesbaden so angenehm wie möglich zu gestalten. Einzelne Ausfälle schwerfälliger Volksgenosien, denen die Größe der Zeit noch nicht zum Bewußtsein gekommen ift, erscheinen allerdings ganz unverständlich. Der Kameradschaftsführer teilte mit, daß er mit Rücksicht aus die kriegsbedingten Verhältnisie und der einzelnen Klagen sich an die in Frage kommenden Dienststellen gewendet hat und dieselben ihm sofortige Abhilfe zugesagt haben. Insbesondere sollen jedoch die Mitglieder der NSKOV., die Amtswalter usw. vorkommendenfalls belehrend eingreifen und unseren Verwundeten die notwendige Achtung und Ehre verschaffen, wenn wirklich einmal ein Dickhäuter die erforderliche Rücksichtnahme gegenüber den Verwundeten fehlen läßt. Die Höflichkeit und Rücksichtnahme gegenüber unseren Verwundeten ist ja nur ein ganz kleiner Dank der Heimat für die großen Taten und um das Ringen Eroß- deuischlands.
Freitag Verdunkelung von 21.53—5.26 Uhr
Samstag Verdunkelung von 2L55—5.24 Uhr
Sonntag Verdunkelung von 21.57—5.22 Uhr
