Wiesbadener Tagblatt
Freitag Samstag, L/2. Mai 1942
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zwei Jahrhunderten be- Neben Richihofen liegen
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Kriegsarbeitstagung der DAF
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Im Residenz-Theater;
Heinrich Kipper.
der er- Older
Westfront unbesiegt den Heldentod starb. Max Immelmann, der „Adler von Lille", war ihm
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sechzehn Gegner, zur Strecke gebracht hatte, im Tod vorausgegangen.
Frühling
Nun prangst und blühst du wieder, du heilige Natur, ein Heer von bunten Blumen steht aus der grünen Flur.
«Beim SD-Airtzenkommando in einer sowjetischen Kleinstadt
Der Kamps gegen »anditen und Heckenschützen hinter der Front
Ein Zirpen und ein Trillern erfüllt die linde Luft, und bis zum hohen Himmel reicht Sonnenpracht und Duft.
Und dringt bi» in das Herze, und raunt und flüstert leis: „Der Frühling ist gekommen!" Und schmilzt das Sorgeneis.
Nr. 101 Seite 3
Pioniere der Arbeit
Ein seltener nationalsozialistischer Ehrentitel
Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes werden auf Vorschlag des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley vom Führer wiederum hervorragende deutsche Betriebe zum Nationalsozialistischen Musterbetrieb ernannt werden. Gleichzeitig damit erfolgt erstmalig die Ernennung einiger weniger Betriebe zu ..K r i e g s m u st e r b e t r l e b e n . denen eine Fabne mit dem Kriegsverdienstkreuz verlieben wird und deren besonders hervorragende Produktionsleistung für die kriegswichtigste Rüstung damit die höchste Anerkennung findet. Aukierdem werden am 2. Mai voraus- Wtlich wiederum hervorragende Männer der deutschen Wirtschaft vom Führer zum Pionier der Ar beit ernannt werden. Neben die Auszeichnung bewährter Beirievs- ?emeinichaften tritt damit die Ehrung verdienter Perwn- ickkeiten. Auch die Ernennung von Pionieren der Arbeit beginnt zur Tradition bei der Feier des 1. Mai (tn dreiem Iabr des 2.) Mai zu werden. „
Pionier der Arbeit ist eine bisher selten-verliehene Auszeichnung. Durchweg wurden dies nur Manner, bereu Namen dem deutschen Volk seit langer Zeit geläufig und deren Leistungen ihm bekannt stnd. Als erster wurde im August 1940 Dr. Kruvv von Bohlen und Halbach Pionier der Arbeit. Dieser Mann bat das Schiss der Kruov- Werke durch die schwere Krisenzeit nach Beendigung des Ersten Weltkrieges erfolgreich hindurchgesteuert und diese Waffenschmiede Deutschlands für jene Rustungsleistmigen erhalten und vorbereitet, die jetzt seit Jahren dem wrotz- deutschen Freiheitskamvs zugute kommen.
Einige Monate später, am 1. Mal 1941. ernannte der Führer aus Vorschlag des Reichsorganisationsleiters drei weitere Männer zu Pionieren der Arbeit, unter ihnen als ersten Reichsleiter Max Amann, den Kriegskameraden des Führers. Die deutsche Öffentlichkeit weih, daß die schnelle und wirksame verlegerische Neugestaltung der deutiwen Presse das Werk Max Amanns in hervorragendem Matze war. Die einst von ihren Geldgebern abhängige, beiitz- mähig unkontrollierbaren Einflüssen ausgesetzte deutsche Prelle ist beute ein, starkes, wirtschaftlich, gefestigtes und schlagkräftiges Instrument zur klar ausgerichteten Wlllens- bildung der deutschen Nation. Mit Amann zugleich wurde Reichsminister Obnesorge Pionier der Arbeit, em
Boelcke» Nachfolger als Führer der berühmten Jagdstaffel 2 wurde Manfred von Richihofen. Das Erbe seines Lehrmeisters und Borgängers lag bei ihm in guten Händen. Wo der „rote Kampfflieger" mit seiner wendigen Maschine in den Lüften auch auftauchte, verbreitete er Furcht und Schrecken. Der Engländer und Franzose, der fich ihm gegenübersah wußte fast immer im vorhinein, daß er verloren war. Richihofen» oberster Grundsatz im Kampfe war, was auch bei Boelcke und Immelmann der Fall war, Ritterlichkeit. Der Feind hat dies auch, wie bei Boelcke und Jm- melmann, durch den Abwuri einer Kranzspende nach seinem Heldentod hinter den deutschen Linien anerkannt.
Jahrelang konnte Manfred von Richthosen, von seinem obersten Kriegsherrn mit den höchsten Orden ausgezeichnet, einen Abschuß an den anderen reihen. Schließlich stand er mit 81 Luftsiegen an der Spitze aller Kampfflieger des ersten Weltkrieges. Ganz Deutschland blickte mit Stolz aus seinen großen Sohn. Am 21. April 1918 fand er bei Baux sur Somme unter lange Zeit ungeklärt gebliebenen Umständen den Fliegertod. Die sterblichen Überreste Man- Deutschland llbergeführt.
denen Umständen den Fliegertod. Die sterblichen Überreste Manfred von Richtbosens wurden später nach Deutschland llbergeführt. Auf dem berühmten Jnvaliden-Friedhof zu Berlin, wo so viele andere große Soldaten aus den letzten zwei Jahrhunderten bestattet sind, sand er die letzte Ruhestätte. Reben Richthosen liegen dort, angetreten zum letzten Appell, auch der Kampsslieger Berchtold, der nach der Novemberrevolte von 1918 in der Heimat schwerverletzt vom roten Pöbel erschlagen wurde, sowie Übet und Mölders. 3n diesen vier Männern allem ist ausopferndftes und sieggewohntes deutsches Heldentum vertreten. Nach der Schaffung der neuen Luftwaffe wurde bekanntlich dem Jagdgeschwader Nr. 132 vom Führer der Traditionsnamen „Richihofen^ verliehen. Der Geist des toten Helden aber lebt nicht nut in dieser Formation, sondern in allen deutschen Fliegern weiter, die in diesem Kriege eine Ruhmestat nach der anderen vollbrachten.
Mann, dessen ungewöhnliche Leistungen tm Interesse der Kriegführung auf dem Eebi"« des Nachrichtenwesens erst in späteren Jahren gewürdigt werden können. Prof M e s s e r- s ch m i t t s Taten aber kennt jeder deutsche. Junge icbpr bevor er die Schule besucht: Meiserschmitt-Jager stnd ein, Begriff in der Welt, der Schrecken des Feindes und eine überlegene Waffe geoen unsere Feinde. Zu diesen Tragern der Auszeichnung gesellte sich etwas später Robert Bo ich ohne besten Lebenswerk beute manche erstklassige Watte ebenfalls nicht ibre schlagende Wirkung hatte.
Wer in der Litte der bisherigen Trager dieser Auszeichnung lieft, findet durchweg Schöpfer außergewöhnlicher Werke. Leiter großer Organisationen. Trager hervorragender technischer, wirtschaftlicher und sozialer Taten Manner mit einmaligen Schicksalen, alle von überragender Tatkraft Ihre Namen, ibr bisheriges Lebenswerk tbre Leistungen für die Nation stnd jeweils verschieden, aber stets ungewöhnlich abseits herkömmlicher Laufbahnen. Es stnd eben Persönlichkeiten, auf ihren Gebieten Bahnbrecher Deshalb gewannen ste für das nationale Leben des großdeutichen Volkes eine Bedeutung, daß der Führer ste als .Proniere der Arbeit" vor der gesamten Nation berausftellte
Der Führer hat mit der Schaffung der Ebrenbezetchnunll ..Pionier der Arbeit" eine Auszeichnung gestiftet die tabr- lich nur an wenige Persönlichkeiten von besonderem Format verlieben wird. Was uns diele Männer so wertwoll macht, ist. daß ste neben ibren außerordentlichen technischen oder wirtschaftspolitischen Leistungen große Sozialisten nnv. die von ihnen geführten Gefolgschaften hervorragend lozial- volitisch betreuen — mit einem Wort: ebenso bervorragende Menichenfübrer wie persönliche Gestalter von Werken stnd. die die Nation in ibrem politischen und mriitart!chen Kampi entscheidend nützen. Sie. stnd anderen Menschen Vorbild, ibre Haltung und Tat wirkt anfeuernd, ibr Erfolg beifvtel- »Ebend.^ Nationalsozialismus bat mit der Bezeichnung Pionier der Arbeit" eine neuartige Ehrung von Persönlichkeiten geschaffen, die nicht nach Herkunft und Alter. Rang oder Besttz fragt, sondern eben die einmalige Sonder- leistung großer Männer würdigt. Wenn. jetzt wteder''m einzelne Persönlichkeiten bieies Schlages tn das Blickfeld der Ration gerückt werden, dann willen wir. daß auch diele Männer dem Führer und dem deutschen Volk mit besonderen Leisiütngen gedient haben.
Werner Scheunemann.
gen auf den gesegneten Rollbahnen durch das Schneetreiben. Pferdeschlitten müssen uns zu dem abseits gelegenen Ziele bringen. Seit Tagen sind wir hinter einem ausgekochten Lunchen hen der nach Zeugenaussagen plündernd und stehlend die verlassenen Hausee heimsucht, das wenige noch vorhandene gierig zusammenraffend Wir beobachten den Halunken wohl, haben aber seine Warenlager noch nicht entdecken können. Heute verfolgen wir eine neue Spur und haben Glück. In einem ehemaligen feindlichen, halb zerfallenen Luftschutzbunker nicht weit von seiner Wohnung liegt vor uns ein wohlsortierter Laaer: Wäschestücke, Mäntel, Säcke mit Trockenbrot, Mehl, Konserven. Da, in der Ecke ein automatisches Gewehr, einige Handgranaten und ein kleiner Sack mit Sprengstoff. Das hat sich also gelohnt. Das ist nicht bloß ein Plünderer. D a st e h t e i n e Terrorgruppe dahinter, die der Bursche offenbar mit Proviant und Waffen versorgt. Jetzt schnell den Kerl in seiner Wohnung dingfest gemacht. Wir treffen ihn in seiner Bruchbude, unb er markiert das weitze Lämmchen. Er und ein Plünderer! Man möge doch sein Haus duich'uchen. Darauf verzichten wir großmütig, nehmen ihn aber dafür in unsere Mitte und bringen ihn zu dem ihm „völlig unbekannten" Lager. Da hilft nun freilich kein Leugnen mehr. Schon auf Plünderung steht die Todesstrafe — das weiß er und im Angesicht der Waffen und des Sprengstoffes schwindet seine zur Schau getragene Frechheit. Schnell mit dem Banditen in den Wagen und zurück zur Dienststelle.
Aus der Rückfahrt begegnen wir noch mitten im Walde zwei zerlumpten, halberfrorenen Gestalten. Sie haben keine Papiere bei stch und schwören unter unzähligen Beteuerungen, ste hätten sie verloren Diese Ausrede ist so dumm, daß wir die Burschen näher begucken — und siehe da, der eine trägt unter seinem dreckigen Zeugmantel einen sowjetischen Wafsenrock und der andere eine Militärhose. Die Beiden nehmen wir auch noch mit. Sie werden im Wagen eben übereinander gepackt.
Trotz der dicken Pelzmäntel kommen wir durchfroren „zu Hause" an. Da stehen schon wieder die Besucher In einer langen Reihe. Wenigstens die Wichtigsten wollen mir schnell vernehmen. Die Petroleumlampe tritt rußend in Tätigkeit.
Als wir am Abend allein sind, kreisen unsere Gedanken nut um ein Ziel: Jetzt darf die zu dem Waren- unb SBaffenlaget ae» hörige Terrorgruppe nicht gewarnt werden. Wir muffen sie fassen können. Die Nacht ist langst hereingebrochen, als wir das Kreuzverhör des Plünderers durchführen können. Es gibt uns Anhaltspunkte zu weiterem Vorgehen, und als Mitternacht längst vorüber ist, wissen wir, daß der „TaaesfahiPlan" für den nächsten Tag an arbeit nichts zu wünschen übrig lassen wird.
^-Kriegsberichter Sch aal.
des Lustkampfes, selbst 40 Abschüsse zielte und am 28. tobei 1916 an
* Nürnberg fördert Bühnenautoren. Nürnberg hat im Haushaltsplan 1942 neben den großen Summen, die als Zuschüsse für kulturelle Aufgaben bestimmt sind, auch einen größeren Betrag für „Autorenprämien" vorgesehen. Dabei handelt es sich nicht um die Stiftung eines Bühnenpreises, sondern um die Möglichkeit, bewährten Autoren und jungen Talenten Beihilfen unter gleichzeitiger Auftragserteilung zu geben, oder Autoren, deren Werke zur Uraufführung angenommen wurden, die entstehenden Ausgaben ganz oder teilweise abzunehmen. Die Förderung soll den Autoren musikalischer Werke und den Lersasser von Werken der Schauspielkunst zuteil werden können.
* Ein Film übet den rumänischen Einsatz im Osten. Im Beisein König Michaels, der Königinmutter Helene und der gesamten Regierung sowie des in Bukarest akkredierten diplomatischen Korps fand am Mittwoch in einem der größten Lichtspieltheater der rumänischen Hauptstadt die Uraufführung des Film» ,D e r heilige Krieg" statt, der als einzigartiges Dokument zur Geschichte des Krieges im Osten den Einsatz des rumänischen Heeres unter dem Oberbefehl des Marschalls Antonescu an der Seite der deutschen Wehrmacht in Aufnahmen festgehalten hat. die von den Kriegsberichtern der Armee an der Front gedreht unb hier zu einem packenden Erlebnisbericht aus der ersten Phase des Kampfes gegen den Bolschewismus vereinigt werden.
„D<rr Cügnar unö Ma Henna“
Ein Theaterstück von Kurt Götz
Kurt Götz ist als Schauspieler sein eigener Stückeschreiber und als Dichter Schöpfer meist von ihm persönlich verkörperter Rollen, die nur de» Stichwortes bedürfen, um aus dem Wort heraus eme abendfüllende Komödie zu gestalten. Die Handlung entwickelt sich völlig aus dem Dialog und ihre Gestalten haben bei aller Vermenschlichung nur die Aufgabe, geschliffene Formulierungen des Autors feine geistvollen Apercus und seine witzigen Ranbbemerkun- Sen zum Thema mit Leben zu erfüllen. Es ist deshalb immer wie- er amüsant, ein Stück von Kurt Götz zu sehen, zumal man habet stets mit Überraschungen rechnen kann, die der Handlung jeweils eine unerwartete Pointe aufsetzen. Die originelle Art. die den Ablauf der Fabel bestimmt, die geheimnisvollen Zusamnienyange, die sich zunächst nur ahnen laffen und die effektvolle Losung aller Verwicklungen, die sich schließlich auf einen einfachen Renner bringen läßt hält das Publikum in Spannung unb entlaßt es mit dem Gefühl, einem vergnügten Adenb beigewohnt zu haben.
Das gift im besonderen auch von der Geschichte mit dem großen Lügner und der kleinen Nonne, die eine durchaus romantische Angelegenheit ist. wenn stch auch der Dichter im Vorspiel eigentlich aus her Suche nach einem Zeit- und Tendenzstück befindet. Daß bet Kurt Götz auch die Romantik sich nicht in himmelblaue Wesenlosigkeit verflüchtigt, bedarf habet keiner besonderen Feststellung. And so kommt henn auch hie kleine Novizin angelifa, bie unter schwerem Verdacht steht unb bet ihrer überstürzten Flucht aus bem Kloster biielt in die Fallstricke her Siebe gerat, zu ihrem Recht und Charly, bet unverbesserliche Lügenbold sieht das Ende seiner hartnäckig verteidigten Junggesellenlaufbahn vor sich Es kommi alles aenau so wie es der Zuschauer haben will unb bas ist bet einem Stück bas unterhalten soll - unb Kurt Götz versteht es nun einmal (ein Publikum zu unterhalten - die Hauptsache.
Unter bei Regie von Direktor Max Muller wurde vortreffliches Theater geboten. Das Ensemble spielte wie aus einem Guß. die Dialogführung war dem Stile der Götz-Komödien aufs Beste angepatzt mtd die Entwicklung der Handlung ließ die dramatischen Wlekte wirkungsvoll in Erscheinung treten. Bühnenbild (Margot (’n ü n $ e D unb Kostüme brachten den Stimmungsgebalt beredt zum ■..«hnirf Joachim Ernst hatte als Charly I unb Charly n eine
* Die Goethe-Medaille. Der Führer hat dem Ordentlichen Professor Dr.-Jng. e. h. Emil Mörsch in Stuttgart: Weilimdorf aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um die theoretische. Entwicklung der Beton- und Eisenbetonweise die Goethe-Medaille für Kunst und Wiffenschast verliehen.
* .Polenblut" spielt jetzt in Mähren. Im Auftrage der Reichsstelle fiir Mufikbearbeituna hat Hermann Hermecke die Operette „Polenblut" von Oscar Redbal neu gestaltet. Unter bem Titel „Die Erntebraut" wirb sie am 3. Mai im Chemnitzer Opernhaus zum ersten Male in her Neufassung aufgeführt. Die Handlung ist nach Mähren verlegt worben.
* Bühne unb Liihnenkunst. In einem Wettbewerb zur Erlangung von Bühnenbildern für „Kirschen für Rom" von Hans Homburg, her in der von Prof, von Wecus betreuten Bühnen- bilbtlaffe der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf für die Städtischen Bühnen in Mainz bearbeitet wurde, hat die Studierende Heide Meyer-Willich den ersten Preis und die Ausführung bekommen während der studierenden Liselotte Bauer Die Kostümgestaltung übertragen wurde. Die seit Jahren bestehende Arbeitsgemeinschaft zwischen bet Bübenkunst- tlajje unb den Rheinischen Bühnen hat sich aufs beste bewährt.
Der „tote Kampfflieger"
Manfred von Richthofen, der erfolgreichste Luftheld im ersten Weltkrieg
Vor fünfzig Jahren, am 2. Mai 1892, wurde in Breslau bei berühmte 'Kampfflieger Manfred o. Richihof en
geboren.
In bei Eintiittshalle bes Berliner Zeughauses steht im Erdgeschoß ein altes Fokker-Kampfflugzeug, das eine denkwürdige tzeschichte hat Es hat einst Manfred von Richihofen von Steg SU Sieg getragen. Der „rote Kampfflieger", rote et wegen der auffallend roten Färbung seiner Maschine von Freund und Feind genannt wurde, erblickte am 2. Mai 1892, also vor nunmehr sunjzig Jahren zu Breslau das Licht der Welt. Er entstammte einem alten schlesischen Adelsgl schlecht, das viele bekannte Diplomaten und Gelehrte hervorgebracht hat. Bei Ausbruch bes ersten Weltkrieges war Richihofen erst 22 Jahre alt. Mit Begeisterung verschrieb fich her junge Kavallerist bem Fliegen. Sein Lehrer in dieser schweren Kunst war kein Geringerer als Oswald Boelcke, der Begründer der deutschen Jagdsliegerei und Schöpfer der Taktik
DNB. ... 29. April. (PK.) Eine Schneewäsche des nackten Oberkörpers hat als wunderbares Radikalmittel die letzte Mübig- leit aus den Gliedern getrieben und schon beim Rasieren, das wir um so hartnäckiger durchführen, je primitiver und unmöglicher die Verhältniffe im Osten werden, besehen wir uns den am Vorabend fertiggestellten „Tagesfahrplan". „Hat es nicht ^allerhand für sich, wenn man seine Akten so nahe beim Strohsack hat , sagte lachend der 44-Untersturmführer. Chefzimmer, Vorzimmer, Registratur, Schreibzimmer. Telefonzentrale. Eßraum Schlasraum, Besprechungszimmer unb ehemalige russische Bauernstube — alles ein unb derselbe Raum! Da bekommt der langwierigste Dienstweg eine vorbildliche Kürze, und bas gemeinsame Rasieren wirb schon die erste Dienstbesprechung. „Also was bringt der Tages^hrplan? „Vernehmung im Dorf I. unb Vernehmung tm Dorf P »Paß' ia ausgezeichnet bei bem Schneesturm!" „Überprüfung von Arbeitskräften für das Reich, Benachrichtigung, der in unserem Bezirk an- fäinaen Volksdeutschen über die bevorstehende Umsiedlung. „Anzeige gegen einen Plünderer. Überprüfung der für den Ordnungsdienst in Frage kommenden Landeseinwohner."
Inzwischen hat sich vor dem Holzblockhaus unseres kleinen SD-Außenkommandos bas gewohnte jahrmärktlich anmutende Bild entwickelt. Pferdeschlitten unb „Fußvolk" - Manner unb Frauen in, allen Altersstufen unb in den abenteuerlichsten winterlichen Vermummungen. Sie alle wollen etwas von uns.
Unsere kleine Schreibmaschine, die wir durch alle Fährnisse gelotst haben, steht startbereit. Der erste Fall: eine altere Frau erklärt uns mit einem unglaublichen Aufwand an Worten, daß Re in ihrem Dorf auf offener Straße von meiner Nachbarin geohr- feigt und gekratzt worden sei. Sicher eine unterhaltsame Sache, für die Sicherheitspolizei aber beim besten Willen reizlos. — Dann kommt ein Finne, der Angaben über den Aufenthalt eines kommunistischen Aufwieglers tn der Nähe des Dorfes macht. Das können wir gebrauchen. Der Fall wird notiert unb fof°ri in Angriff genommen. — Wieder ein anderer bricht in wüste Drohungen gegen feinen Nachbarn aus, den er in allen Tonarten als einen Räuber und Heckenschützen bezeichnet. Der Bursche macht einen verschlagenen, Üblen Eindruck. Gut, wir werden seine An- gaben prüfen. Ob wir Zigaretten haben? „Nein, leibet nicht!"
Eine junge Frau erscheint mit einem blutigen Kopfverbänd (Eine Hausbewohnerin hat sie als „Deutschfreundin" bezeichnet und mit bet Axt geschlagen. Das Haus liegt ganz in bet Nahe. Unser 4^-Unterscharführer geht mit einem Dolmetscher bet Sache sofort auf den Grund. Die Angaben stimmen, und die Bolschewistin geht mH einer Schere auf den 44-Kameraden vor. Gegen dieses Eist gibt es ein sicher wirkendes Gegengift!
In bunter Folge reiht fich so Bild an Bild. Man muß die Geduld zu all diesen Aussprachen mit der Bevölkerung aufbringen: sichet, drei Viertel ihrer Anliegen entpuppen fich als b e « langlofet Kleinkram, aber plötzlich gibt es ein Hinweis die Sput zu wichtigsten Zusammenhängen über umher» ziehende ehemalige GPU. - Spitzel, Terrorgrup- pen, die Kräfte der bolschewistischen Unterwelt.
Mittlerweile ist es unserem Fahrer mit Feuer, Rauch und meterlangen Flüchen gelungen, den Motor soweit anzuwärmen, daß et widerwillig die ersten spuckenden Töne von sich gibt. In 10 Minuten find wir fahrbereit und mühsam quält fich unser Wa-
Gettetal George bei einem Flugzeugunfall getötet
Stockholm, 30. Avril. Nack einer Reuter-Meldung ift der Vefeblsbaber des USA.-F 1 i e g e r ko r v s in Australien. General George, bei einem Flugzeugunfall getötet worden. Außer ihm kam dabei auch ein nordamerikanischer Berichterstatter ums Leben.
dankbare Ausgabe für sein starkes Gestaltungsvermögen, das stch besonders eindrucksvoll in der Darstellung einer weltgewandten und humorbegabten Eminenz manifestierte. Als Novizin Angelika ließ Trude Ritter den ganzen Liebreiz bezaubernder Anmut und natürlicher Lebensfreude spielen. Eine besondere Nuance brachte Dora Tillmann mit bet charmanten Darstellung bet Frau von Schicketanz in bas abwechslungsreiche Spiel. Traute FöIß sprach als unbulbfame Abtissin in Haltung unb Ausbruck bestens an. Hilmar Mande - s unb Ernst von Reck waren als jjreunbe Charlys ein banblungsbelebenhes Element, Kurt Strehlen ein diskreter Diener und Gerhardt F r i ck h ö f fe r ein grotesker Mönch. In weiteren Rollen hatten Ludwig Ä e p p e rt Ursula Alexan- der und Else W e s e n b e t g Gelegenheit ihr Spieltalent zur Geltung zu bringen. Da? Publikum, das das Theater bis auf den letzten Platz füllte, nahm bas Stück in erster Linie als amüsante Unterhaltung, belachte laut unb unbekümmert die komischen Stellen und spendete der Darstellung herzlichen Beifall.
Fritz Günther.
Serlttt, 30. Avril. Im Eemeinschafisbaus der DAF. in Berlin begann am Donnerstag eine Kriegsarbeitstagung der Gauobmänner und Amtsleiter der Deutschen Arbeitsfront. Auch die Reichsfrauenfübrerin Frau Scholtz- K I i nkund die Reichstreubänder der Arbeit nehmen an dieser Tagung teil.
In Anwesenheit des Reichsorganisationsleiters der NSDAP.. Dr. Robert Ley. und feines Stabsleiters Simon eröffnete der Geschäftsführer der DM.. Oberbe- jeblsleiter Otto Marrenbach. die Tagung. Er wies auf Die kriegswichtigen Aufgaben der DAF. in den nächsten Monaten hin und gab als erstem Redner des Tages dem Reichskommiffar für die Preisbildung Staatssekretär Fi Ich bock das Wort. Im Anschluß an die Darlegungen dieses Redners sprachen der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz Gauleiter S a u ck e l und Reichsleiter Dr. Ley. Den eindrucksvollen Ausklang des ersten Tages bildete eine Rede des Reichsministers für die besetzten Oit- gebiete, Reichsleiter Alfred Rosenberg.
Am Freitag, dem 1. Mai. werden ReiLsminitter Speer und Reichswirtfchaftsminister Funk zu den Teilnehmern der laauna sprechen. Der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wird abschließend das Ergebnis der Reichsarbeitstagung in einer grundsätzlichen Rede zusammenfassen.
