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Druck und Vcrlaa: L. Lcketlenbera'iche Budibruckerei. Lanaaaiie Sir. 21 iTaadtatt-.Hausi • ' Wückentliih in « Ausaaben Lrickeinunaöieit werktäglich nachmittaaS
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Druck und Verlag: £. Schelleuberg'sche Buchdruckerei, Langgas,e Rr. 21 (Tagblatt-Haus)
Wöchentlich in 6 Ausgaben
Samstag/Sonntag, 25 /26. April 1942
Nummer 96
90. Jahrgang
Riesengewinne für die amerikanischen Plutokralen
Für di« breite Masse des Volkes
mngen werd» Weltkrieg, ein
in Kanada Wehrpflicht Kriegshilfe 1918 hatte Soweit die
Höchstmaß an Leistungsfähigkeit
Reichswirtschaftsminister Funk verkündet die Neuorganisation der gewerblichen Wirtschaft
Abstimmung über die Entsendung kanadischer Truppen (Eigener Drahtbericht unkererBerlinerSchriftleitung)
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elastische Anpassung der Organisation an die wirtschaftliche Struktur des Eaugebietes dadurch erreicht werden, daß neben bet Eau- wirtschaftskammer noch eine oder mehrere Wirtschaftskammern oder Zweigstellen errichtet, werden.
41 Industrie- und Handelskammern aufgelöst
Um die erstrebte Entwicklung vorwärtszutreiben, seien 41 Industrie- und Handelskammern mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden, da die Bereinigung in gaulicher Hinsicht die Voraussetzung für die Bildung voy Gauwirtschaftskammern darstelle. Da im Reichsgau Steiermark alle Voraussetzungen für die Durchführung seiner Anordnungen vorlägen, erklärte Reichswirtschaflsmi- nister Funk mit sofortiger Wirkung die Wirtschastskammer für Steiermark zur ersten Eauwirtschasiskammer. Organisatorisch sei damit zum Teil der Zustand, wie er im alten Österreich bestanden habe, wiederhergestellt worden.
Die Zusammenarbeit von Staat und Selbstverwaltung der Wirtschaft müsse ihre Ergänzung finden in der Zusammenarbeit mit der Partei und ihren Dienststellen und in der Ausrichtung aus die Partei. „Im nationalsozialistischen Staat" — fuhr Reichs- wirtschafsmniister Funk fort — „ist die Wirtschaft durch die Macht der Partei und die Autorität des Staates dem Gesetz des Politischen unterworfen worden. Zwischen dem wirtschaftlichen Bereich und dem politischen Bereich habe sich, besonders unter den harten Forderungen des Krieges, eine erfreuliche und ersprießliche Gemeinschaftsarbeit vollzogen. Besonders innig zeige sich diese Zusammenarbeit im Falle der Personalunion zwischen dem Leiter der Wirtschaftskammer und dem Gauwirtschaftsberater. «Diese Personalunion, die sich in allen Fällen bewährt habe, brauche durchaus fein Schema zu fein. Aber in jedem Falle solle der Leiter der Wirtschastskammer der Vertrauensmann des Gauleiters in allen Wirtschaftsfragen sein.
Abschließend rief Reichswirtschaftsminister Funk die gesamte deutsche Wirtschaft auf, alle Kräfte dafür einzusetzen, um durch die nunmehr auch durch die Neuordnung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft geschaffenen Möglichkeiten eine weitere Leistungssteigerung des wirtschaftlichen Schaffens im Kriege zu erreichen. Es gebe nur ein Ziel für unsere Arbeit und unser Streben, das ist, den Krieg siegreich zu beenden.
Zum 101. Lufftieg Jhlefelds
Der Führer verleiht dem hervorragenden Jagdflieger das Eichenlaub mit Schwertern
Aus dem Führerhauvtauartier, 24. April. Der Führer verlieh beute dem Hauptmann Herbert I h l e f e lb, Eruppen- kommandeur in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des- Eisernen Kreuzes und sandte an ibn nachstehendes Telegramm:
„In Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 101. Luftsieges als neunte mOffizierderdeutschenWehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."
wt. Nach dem völligen Scheitern seiner wirtschaftlichen Experimente suchte Roosevelt den Amerikanern einzureden, daß der Krieg der Rüstungsindustrie einen neuen Aufschwung und damit für das ganze Volk besiere Lebensbedingungen bringen werde. Die Amerikaner glaubten wieder einmal, wie im Weltkrieg, ein gewinnbringendes Blutgeschäft betreiben zu können. Gewinne sind zweifellos vorhanden, und zwar Riesengewinne. Aber sie kommen nur einem ganz kleinen Kreis von Kapitalisten zugute. Der amerikanische Abgeordnete E. P o l a n d
as. Hauptmann Jhlefeld ist der neunte Offizier der deutschen Wehrmacht und der. siebente Offizier der deutschen Luftwaffe dem das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde. Als erster Offizier erhielt es am 21. Juni 1941 der damalige Oberleutnant E a l l a n d. einen Tag später Oberstleutnant M 8 l d e r s. Weiterhin wurden die Schwerter zum Eichenlaub den Fliegeroffizieren Hauptmann O e s s a u. Maior L ü tz o w, Hauptmann Baer und Hauptmann Philipp verliehen, die bei der Verleihung sämtlich über 80 Luftsiege errungen hatten. Von der Kriegsmarine erhielt die Schwerter zum Eichenlaub Korvettenkapitän Kretschmer. Vom Heer trägt die- Schwerter zum Eichenlaub Generaloberst Rommel. Die höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten ist bisher zweimal verliehen worden, nämlich Oberst M ö l d e r s und Oberst E a l l a n d.
as. Verliu, 25. Avril. Am Montag findet in Kanada eine Volksabstimmung darüber statt, ob es der kanadischen Regierung erlaubt sein soll. Kanadier künftighin für Kriegszwecke nach außerhalb der Grenzen Kanadas zu verwenden. d. b. als Kanonenfutter fur England, Die kanadische Regierung, an der Spitze der Ministervraudent Mackenzie K i na, hat zwar seinerzeit, als es nämlich darum mng. in den Wahlen 1940 die Mehrheit zu erringen. das Versprechen abgegeben, daß nur Freiwillige außerhalb des Landes verwendet werden wurden. Dieses Wahlversprechen bat Mackenzie, King genau so wenig, gehalten wie Herr Roosevelt seine Wahlversprechen hielt, Tatsächlich sind nach offiziellen Angaben bereits drei Infanteriedivisionen und eine Panzerdivision, nach den britischen Inseln geschickt worden. Eine weitere Panzerdivision soll verladebereit sein. An der Verteidigung Hongkongs waren bekanntlich ebenfalls Kanadier beteiligt. Die Opposition hat wiederholt darauf verwiesen, daß von einer Freiwilligkeit bei den Angehörigen des Expeditionskorps nicht die Rede sein könne. Auch kam es im Januar dieses Jahres auf einer in Montreal veranstalteten Protestversammlung gegen die Handhabung des Wehrpflichtgesetzes sogar zu ernsten ofientlichen Demon- fttarnte HNbersttmd gegen die Entsendung kanadischer Truppen nach Europa und nach den Kriegsschauplätzen des EhurchilliSen Krieges geht in erster Lime von dem französisch sprechenden Teil der kanadischen
Unzulängliche Kriegführung
Von Fritz Günther
In England sowohl als auch in Amerika brennt der Krieg den Plutokraten, die ihn entfesselt haben, jetzt auf den Nägeln. London hat ihn zwar von Anfang an „aus Warten" geführt, seine Trabanten für sich kämpfen lassen, solange es noch welche zur Verfügung hatte, sich im übrigen aber darauf verlassen, daß die Entwicklung dieses Krieges sich im Rahmen der Erfahrungen abfpielen würde, die England mit allen seinen Kriegen bisher zu machen gewohnt war: die Erschöpfung des Gegners abzuwarten und den vollen Einiatz der geschonten eigenen Kräfte zum Schluß in die Waagschale zu werfen, um damit die Entscheidung herbei- zufübren. Mit dieser Strategie, die sich, je länger der Krieg dauerte, immer mehr als unzulänglich erwies, bat sich England diesmal aber immer tiefer in die eigenen Niederlagen verstrickt. In Europa, wo es die von ihm garantierten Staaten schmählich im Stich ließ und eine Position nach der anderen aufgeben mußte, um schließlich völlig vom Kontinent vertrieben zu werden, bat England seine Rolle endgültig ausgesvielt. Was ihm an Machtfülle und Machtbewußtsein noch blieb, mußte es; je schwieriger seine Lage infolge der Atlantikicklackt wurde, immer mehr mit Amerika teilen, auf dessen Hilfe es seine ganzen Hoffnungen setzte und als Preis für diese Hilfe sogar in Gebietsabtretungen einwilligen, die dem Nimbus des britischen Empire äußerst abträglich waren.
Dazu kommen schließlich die Eebietsverluste in O st a s i e n. die als Ergebnis verlorener Schlachten ebenfalls auf das Konto einer völlig unzulänglichen Kriegführung zu Wasser und zu Lande verbucht werden müssen und. nach den militärischen Niederlagen im Kampf mit den Javanern, der politische Mißerfolg in Indien, dem letzten Bollwerk Englands in Asien, dessen Aufgabe das britische Empire auslöschen würde. Grund genug für London also, sich über die weitere Kriegfübrung Gedanken zu macken, auch obne die dringenden Hilferufe Stalins, der seine Rettung von der Aufrichtung einer zweiten Front in Europa erwartet. Kein Wunder, daß eine gewisse Nervosität und Überreizung die Londoner Kreise ergriffen bat. die für die Kriegfübrung verantwortlich gemacht werden. Um so mehr, als sich die auf die Kampfkraft des Bolschewismus gesetzten Hoffnungen im Laufe des Winters als trügerisch erwiesen haben. Die Fähigkeit der Bolschewisten, unter normalen Verhältnissen einem deutschen Angriff entscheidenden Widerstand zu leisten, aber wird nach den Erfahrungen im vorigen Sommer und den ungeheuren Verlusten an Menschen und Material, die der Sowjetkamvfkraft inzwischen zugefügt wurden, auch von dem optimistischsten Engländer nicht mehr sehr hoch eingesckätzt.
Auck Herr Roosevelt, der diesem Krieg, den er von Amerika fernzubalten versvrochen hatte, solange nachgelaufen ist. bis er ihn endlich, wenn auch anders als er erwartete, erreichte, ist nach den unangenehnvn Begleiterscheinungen, die er von Anfang an im Gefolge batte, gar nicht mebr so glücklich wie es ein Mensch sein sollte, der seinen Willen endlich bekommen hat. Nicht nur di'e schweren Niederlagen im Pazifik, auf den Philippinen und in Jnsulinde erbrachten den Beweis dafür, daß man in Amerika den Mund zu voll genommen hatte, als man von bei gewaltigen Kampfkraft dex USA.-Flotte sprach und von den Möglichkeiten, mit Japan in 90 Tagen fertig zu werden, um sich dann mit voller Stärke zur Verteidigung der westlichen Hemifvbäre nach Europa zu wenden. Falls bis dahin nicht die Bolschewisten. • oon denen man auch in Amerika bis vor kurzem noch Wunderdinge erwartete, den Kontinent zurückerobert, d. h. alles Land dem Erdboden gleich gemacht hätten. Peinlicherweise hat sich aber berausgestellt. daß auch das soviel gerühmte amerikanische Kriegsvotential. das angeblich nur eingesetzt zu werden brauchte, um die Entscheidung berbeizuführen. keineswegs Io überwältigend war. wie angenommen wurde. Die amerikanische Pazifikflotte wurde vernichtend geschlagen, die amerikanischen Stützpunkte im Stillen Ozean von den Javanern besetzt, die Philippinen erobert und der amerikanische Einfluß in Ostasien ausge- ichaltet. Im Lande selbst aber hat Amerika die Wirkungen des Krieges weit schneller zu spüren bekommen, weil der
aber Steuer» und Preiserhöhungen
scheute sich nicht, vor der Marinekommission des Abgeordnetenhauses offen auf die Rieseneinkünfte einzelner Plutokraten hinzuweifen. So sind während des Krieges die Einkünfte Mc Cop’s, des Vizepräsidenten der Dunlop-Eefellschaft, von 45 000 auf 213 000 Dollar gestiegen. Die Bezüge Eugen (Srace's, Präsident der Bethlehern-Steel-Eo. erhöhten sich von 378 000 auf über 700 000 Dollar. Die Nordamerican Association Jnc. sah sich sogar gezwungen, einen Tei?der bereits kassierten Beträge für Rüstungslieferungen an das Kriegsproduktionsamt freiwillig zurückzuzahlen, weil sich die Leitung der Gesellschaft darüber klar war, daß ihre unglaublichen Gewinne nicht zu verheimlichen sind und böses Blut auslösen müssen. Für die breite Masse der Amerikaner aber brachte der Krieg nur Steuererhöhungen, Preiserhöhungen und ein ständiges Absinken ihres Lebensniveaus. Gegenüber dem Vorjahre stiegen die Preise für Mehl um 25%, für Milch um 24%, für Speck sogar um 70%. Monat für Monat erhöhen sich die Lebenshaltungskosten um 5 o. H und „New York Times" weist darauf hin, daß 78 v. H. der amerikanischen Einkommen unterhalb der fttiheren Mindest- einkommensteuergrenze von 2500 Dollar im Jahre liegen. Auch diese Einkommen, die vordem steuerfrei waren, werden nun heran- gezogen und müssen zu dem Krieg Roosevelts beisteuern.
Aber auch in anderer Hinsicht machen sich die Folgen des Abenteuers, in das Roosevelt das amerikanische Volk hinein- sttirzte, bemerkbar. So sah sich Washington gezwungen, in weiten Bezirken des Landes im Osten der USA, wie auch an der Pazifikküste und im Nordwesten die Benzinzuteilung auf die Hülste des Normalverbrauchers herabzusetzen. Man sieht daraus, wie groß bereits die Lücken sind, die die deutschen U-Boote in die USA.-Tankerflotte gerissen haben. Die ibero-amerikanischen Staaten, denen bisher aus dem Panamerikanismus Rooseveltscher Prägung nur Nachteile erwuchsen, werden ebenfalls von dem Betriebsstoffmangel betroffen. Ab 1. Mai darf in Brasilien höchstens noch die Hälfte des normalen Konsums verbraucht werden. Ein großer Teil der Mietautos hat bereits den Dienst eingestellt und die Omnibuslinien sind infolgedessen völlig überlastet. Die Behörden in Rio kündigen die Einstellung des gesamten privaten Autoverkehrs an. Auch Uruguay mußte sämtlichen Betrieben eine Verbrauchseinschränkung von 20 Prozent aufeilegen. So ist auch dies Experiment Roosevelts, mit Hilfe des Rüstungsgeschäftes die amerikanische Wirtschaft zu sanieren, völlig gescheitert.
Graz, 24. April. Reichswirtschastsminifter und Reichsbankpräsident Walter Funk nahm am 24. April in Eraz die Eröffnung der neugefchaffenen Eauwirtschaftskammer Steiermark vor. Dabei hielt der Reichswirtschaftsminister eine bedeutsame Rede, in der eAine von ihm angeordnete Neuorganisation der-gewerblichen Wirtschaft im Deutschen Reiche verkündete, deren Zweck es ist, die Organisation der gewerblichen Wirtschaft angesichts der gesteigerten Anforderungen der Rüstungswirtschaft auf ein Höchstmaß oon Sei« stungssii higkeit zu bringen. 5m Zusammenhang mit dieser Neuorganisation werden 41 Industrie- und Handelskammern aufgelöst, im übrigen die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und die jetzigen Wirt- Ichaftskammern in Eauwirtschaftskammern zufammengefaßt. Auch die bezirklichen Gliederungen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft «erden in die neue Eauwirtschaftskammer eingebaut werden, doch bleibt das Weisungsrecht der fachlichen Gliederungen, also der neuen Reichsgruppen, weiter bestehen. Als erste Ean- wirtschaftskammer des Reiches erklärt Reichswirtschaftsminister Funk die Wirtschaftskammer Steiermark.
Konzentration und Rationalisierung
Reichswirtschaftsnijnister Funk kennzeichnete einleitend das Rüstungspotential des Reiches und Europas und unterstrich, daß der Vorsprung Deutschlands und seiner Freunde gegenüber den Feindmächten- auch bei den größten Anstrengungen der Gegner nach menschlichem Ermessen nicht mehr eingehylt werden könne. Waller Funk wies in seinen Ausführungen des weiteren darauf hin, daß das Gebot des Tages eine ver - st ärkte Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft sein müsse. Wir seien um die Wende dieses Jahres in eine neue Phase der Kriegswirtschaft eingetreten, die durch zwei Worte gekennzeichnet ist- Konzentration und Rationalisierung. Durch die beste Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten, durch Zusammenlegung von Fertigungen, durch Vereinheitlichung und Vereinfachung der Formen und Stoffe, durch den rationellsten Einsatz der Arbeitskräfte, durch Leistungslöhne und Leistungspreise werde die deutsche Rüstungsproduktion eine starke Verbilligung und eine wesentliche Beschleunigung erfahren. Gleichzeitig finde eine Einsparung von Arbeitskräften statt, die der Wehrmacht oder der Rüstung zusätzlich zur Verfügung gestellt werden können. Um diese Aufgaben durchführen zu können, sollen der Wirtschaft alle nur denkbaren Erleichterungen und Entlastungen verschafft werden.
Durchgreifende Vereinfachung
Die gesteigerten Anforderungen der Rüstungswirtschaft und die erhöhten Leistungen, Die von der gesamten Wirtschaft gefordert werden müßten, bringen für die Organisation der Wirtschaft neue, bedeutungsvolle kriegswichtige Aufgaben, zu deren Erfüllung eine durchgreifende Vereinfachung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft und eine weitere Zusammenfassung der Kräfte notwendig ist. Aus diesen Gründen habe Reichswirtschafts- minifter Funk am 20. April eine Verordnung über die Vereinfachung und Vereinheitlichung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft erlassen, die insbesondere die Bildung von Eauwirtschaftskammern vorsteht. Der heutige Zustand sei nicht befriedigend, denn es könne nicht geleugnet werden, daß zwischen Kammern und Gruppen in nicht unbeträchtlichem Umfange D o p - pelarb.eit geleistet wird, die die Schlagkraft unb Funktionsfähigkeit ber Eesamtoraanisation lähme und die im übrigen eine vielfach unrationelle, in der heutigen Zeit weniger denn je zu verantwortende Verwendung von Arbeitskraft und Arbeitszeit bedeute. Es sei daher notwendig, dem Grundsatz der Einheit der Organisation in der organisatorischen Gestaltung und in der praktischen Arbeit gerade bei der Wirtschaftskammer wirksam Ausdruck zu geben. Eine Vereinfachung des bestehenden komplizierten Apparates und eins noch straffere Zusammenfassung der wirtschaftlichen Selbstverwaltung im Gau sei gegenwärtig schon allein wegen des Personalmangels erforderlich.
Die Aufgaben der Gauwirtschaftskammern
In Zukunft werde ber Bereich ber Wirtschaftskammer auf bas Eaugebiet beschränkt unb nicht mehr, wie es bisher ber Fall war über mehrere Gaue ausgedehnt. Der Eauwirtschaftskammer werben grunbsätzlich alle Aufgaben unb Zuständigkeiten übertragen bie bisher von ben einzelnen, nebeneinanber bestehenben Organisationen wahrgenommen würben. Deshalb würben bie Jn- bustrie- und Hanbelskammern, bie Hanbwerkskammern unb die bisherigen Wirtschaftskammern auf die Eauwirtschaftskammer übergefuhrt, sowie zahlreiche fachlich-bezirkliche Gruppen in sie Ungegliedert.
In ber Regel sollte für jeben Gau nur eine Eauwittschafts- lammer bestehen, beten Grenzen sich grunbsätzlich mit den Grenzen der Gaue decken. Dieses Prinzip werde sich ohne größere Schwierigkeiten in ben Gauen verwirklichen lassen, bie eine wirtschaftlich geschlossene Einheit datstellen, wie beispielsweise im Osten unb Silben bes Reiches. Da aber bie wirtschaftlichen Verhältnisse in einzelnen Gauen verschieden gelagert seien, könne eine möglichst
Bevölkerung aus. Etwa drei Zehntel der Einwohner Kanadas sprechen französisch als Muttersprache. Sie siedeln in geschlossenen Gebieten und bilden das traditionell konservative Element im Lande. Auf diese Opposition muß der liberale Mackenzie King Rücksicht nehmen, stellen dock die französisch sprechenden Kanadier einen erheblichen Teil der Rüstungsarbeiter, oft gelobte Facharbeiter und Techniker. Eine Verstimmung gerade dieler Kreise muß die Regierung natürlich zu verhindern suchen. Sv befindet sich Mackenzie King in einer schwierigen Lage. Auf der einen Seite drängen Churchill, aber auch Roosevelt, daß Kanada neben Rüstungsmaterial und neben den bisherigen „Freiwilligen" weitere Divisionen stellt, auf der anderen Seite will ein erheblicher Teil der Bevölkerung — wie groß er ist, wird die Abstimmung am Montag zeigen — Blutopfer nur für die Verteidigung Kanadas gebracht wissen.
In England perfolgt man die Entwicklung in Kanada nicht ohne «orgen. Im Weltkrieg 1914/18 machten sich zwar ebenfalls Widerstände gegen den Einsatz der Kanadier in Europa bemerkbar, weshalb man damals auf die Einführung der allgemeinen verzichten mußte. Trotzdem war die kanadische für England damals sehr wesentlich. . Bis Kanada eine halbe Million Mann mobilisiert. _________
Kanadier in Europa eingesetzt wurden haben sie sich damals gut für England geschlagen. 62000 Mann von ihnen sind gefallen und gerade die Erfahrungen des damaligen Krieges wirken beute noch in Kanada nach.
