Wiesbadener TagblaLt
Freitag. 17. Avril 1942
Haltung des deutschen Bottes - entscheidend für den Sieg
NSV. ein. um ihr alle Sorgen
stellen „Mutter und Äinb'
Oberleutnant Friedrich Platzer flog gegen Polen. Frank- >. England und auf dem Balkan und hat durch unermud-
Völlige Neuordnung des Handwerks in der Ukraine
Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten
Abschnitt. 5lai
Körner, Tilla «uu»». -
loite Safte. Luise Millich, Joses Kainz, Hofbauer. C'"wina. Sornmcsdotf, Karl William Buller, August Junkcrmann, der berühmte Reuter-Darsteller, selbst der Dichter
Im Anschluß daran _______,...---- . - ----- - „
verdienstvolle Besitzer das Residenz-Theater, ttt dessen Räumen ein begabtes und gepflegtes Schauspielerensemble, neben Konzerten des „Vereins für Künstler und Kunstfreunde" und Gastspielen bekannter Theatergrotzen wie Heinrich George, Lil Dagover. Georg Alexander, Ida Wüst und andere, vorwiegend bte heitere Muse zu Wort kommen läht. Eva Marianne Saemann
Seite 2 Nr. 89
reich. England und auf dem Balkan und bat durch unermüdliches Draufgängertum auf über 200 Einsätzen im Ostteld« zug hervorragende Waffentaten vollbracht. Der vflrchtge- treue Offizier bat sich auch durch eine durch Flaktrefser er. littene Verwunoung tn ferner Weise tn seiner Einsatzbereit
es sein muh, sein Blut und Leben, so der schaffende Mensch m der Heimat, ob Mann oder Frau, durch seine Svende ein sichtbarer Beweis seines Opferwillens, der vor allem auch dadurch zum Ausdruck kommt, dah 1.1 Millionen ehrenamtliche Helfer in Ortsgruvve, Zelle und Block die wenige Freizeit, die ihnen das Kriegslchaffen läßt, der N S B. - A r b e i t zur Verfügung stellen. Vor allem die deutche Frau hat hier ein schönes Betätigungsfeld gefunden.
In einer Unterredung mit dem Wiesbadener Kreisamtsleiter der NSV. gewannen wir einen trefflichen Überblick über die Vielgestaltigkeit der NSV.-Arbeit. Sie erschöpft sich nickt darin, wie vielleicht noch viele Volksgenossen annehmen, die in den Sammlungen und durch die Mitgliederbeiträge aufkommenden Beträge zu verwalten und zu verteilen. Mit der Wandlung von Arbeitslosigkeit zum Arbeitermangel und nach der Sanierung der Schäden, die im Gefolge der liberalistischen Almosenvolitik aufgetreten waren, ist die Arbeit der NSV. mehr und mehr vom
Druck und Verlag, 0. vchellenberg'lche Buchdruckerei, Wiesbadener Tagblaet Wiesbaden. ch-lamüei>ung: Dr. phil. habil, chustav schell end erauud Otto Kaiser. Hauvtschriftleiter: Fritz Günther, lümtlich in ®Me* baden. 3ur Zeil «st Preisliste Nr. 10 atittg
Neue Ritterkreuzlräqer
Berlin, 16. Avril. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Ernst Maisel. Kommandeur eines Infanterie-Regiments und Major Gerhard Heilbronn. Bataillons-Kommandeur in einem Schützen- Regiment.
Obeist Maisel wehrte Mitte März im unteren Donezbecken 51 schwerste feindliche Angriffe. gegen d» Stellungen eines Jnfan^rie-Regiments erfolgreich ab. Sein zähes Ausharren war für die gesamte Abwehrfront des Abschnittes von entscheidender Bedeutung.
Major Gerhard Heilbronn trat aus eigenem Ent- schluß mit seinen durch die schweren und erbitterten Abwehr- kämvfe mitgenommenen Kompanien zum Gegenangriff an, als einem zahlenmäßig stark überlegenen Feind ein örtlicher Einbruch gelungen war und nahm im Eegenstotz einen aus- gebauten Stützpunkt wieder in Besitz.
Der Führer verlieb auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe. Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant Platzer. Staffelfuhrer in einem Sturzkampfgeschwader.
Gauleiter und Reichsstattbalter Sprenger
Frankfurt a. M.. 16. Avril. 3m Rahmen einer Ber- sammlungsaktion der Partei des Kreises Eroß-srankfurt. zu der ftch in acht Versammlungsstätten Tausende von ottank- fnrtern eingefunden batten, sprach Gauleiter und Reiwsuatt- balter Sprenger am Donnerstagabend im„groncn «aal des Palmengartens zu der ibn freudig begrüßender, und seinen Worten mit Spannung und Zustimmung folgenden Zuhörerschaft. Wie alle in den letzten Wochen von der Partei durchgeführteu Veranstaltungen, war auch diese Versammlung vom Geiste des Willens getragen, alle, Kräfte für den Sieg einzusetzen. Sie wurde somit zu einer Kundgebung des starken und hiugabefreudigen Herzens oct schaffenden Heimat. ... ....
Mit seinen fesselnden und erläuternden Ausführungen über die geschichtlichen und volitischen Hintergründe des gegenwärtigen Krieges gewann der Gauleiter lotort tue volle Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Jeder einzelne von ihnen fühlte sich persönlich angesvrochem er cmvmnd die ganze Schicksalsschwere dieses Kampfes, dessen Ausgang über das Leben unseres Volkes und damit über das ^aje.in jedes einzelnen Deutschen entscheidet, und er gelobte, wie der zustimmende Beifall es ebenso, wie die entschlossenen und gläubigen Gesichter bewiesen, die notwendigen, vom Gauleiter erläuterten Gesetze und Anordnungen, wie ste im Interesse unseres Gemeinschaftslebens und damit zur Sicherung unserer Kriegführung erlassen wurden und werden, genauestens zu befolgen. , „ . . ,,,
Man erlebte dann, wie der Appell an die Anständigkeit der Gesinnung mit dem vom Gauleiter auf den todesmutigen, sieghaften Kampf unserer Wehrmacht gelenkten Blick den stärksten Widerhall fand und erkannte daran die durch nichts zu erschütternde nationalsozialistische Gesinnung der Heimat. Dankbarer . Beifall unterstrich die Rede, als,sie den bete:schen SB tnter- kamvf der Front würdigte und an den Erfolg dieses
sprach im Palmengarten der Eauhauvtstadt
Abwebrkamvfes anknüvfend auf die nunmehr durch nichts mehr aufzuhaltende entscheidende deutsche Initiative ein- 8m8$er Gauleiter behandelte dann im einzelnen die gescheiterten Kriegsvläne unserer Gegner. Die Blockade, die uns zugedacht war, ist in das Gegenteil umgeschlagen und trifft ihre eigentlichen Urheber. Die Konstellation ist heute eine wesentlich andere als im letzten Weltkrieg.
Sodann rechnete der Gauleiter eingehend mit den Volksschädlingen ab. Hamsterer und Wucherer werden nach den neuesten Verordnungen die härtesten Strafen treffen. Ohne Rücksicht auf die Person wird durchgegriffen werden, um zu vermeiden, daß sich ein bestimmter Vollsten zum Nachteil der Allgemeinheit bereichert. Die Bewirtschaftung bat sich bestens bewährt. Wenn sich jeder bewußt ist daß der Zweck der Bewirtschaftung der ist. den Bedarf für die gesamte Bevölkerung sicherzustellen, so ist cs etne Frage der Haltung eines jeden einzelnen, um dieses Ziel zu erreichen. Daher ist Zurückhaltung beim Einkauf tn teder Hinsicht geboten. Bei der Lebensmittelverteilung muß darauf geachtet werden, daß in erster Linie unsere Jugend die notwendigen Aufbaustoffe zugefübri bekommt, die sie notwendig bat. um später die Aufgaben zu erfüllen, die tbr etnst gestellt werden.
Einen erneuten Appell richtete der Gauleiter an die Frauen, sich in die Gemeinschaft der Arbeit einzuschalten, um so eine erhöhte Produktion auf allen Gebieten zu erreichen. Ein Volk, das in einmütiger Geschlossenheit den Forderungen der Stunde gerecht wird, hilft mit. den Frieden unter der Führung unseres genialen Führers Adolf Hitler sicherzustellen.
Als die Kundgebung mit den Liedern der Nation ausklang, war die Parole ..Sieg um jeden Preis", unter welcher ste durchgefübrt wurde, innerster Besitz aller Zuhörer.
des Residenz-^.., , , ■ - . , - „ „■—-
während der ein spannendes und ereignisreiches Kapitel Theatergeschichte über die Bretter gezogen war, verkaufte Hoftat Rauch das Haus an Norbert Kapferer. Die Operette und zeitweise auch das Kino, nahmen nun von der Bühne Belitz, die dann an da» Landestheater verpachtet und unter der Leitung von Dr. Haae- mann neben dem Großen — als „Kleines Haus' geführt wurde. ~ ...... n übernahm Direktor Max Müller, der heutige
nunmehr mit einer Reibe von Anordnungen die Neuordnung des ukrainischen Handwerks in Angriff genommen. Je nach seinem beruflichen Können und seiner Leistung wird der Be- rufsangebörige einer bestimmten L e l st u n g s k I a 11 e — Meister. Vollbandwerker (Geselle) oder angelernte Kraft — zugeteilt. Die Zuteilung zu dieser, nach der sich auch die Entlohnung richtet, wird dem Handwerker schriftlich bestätigt. Der Meister erhält das Recht, einen Betrieb zu führen, Vollhandwerker zu beschäftigen und Lehrlinge aus- zubilden: der Vollbandwerker (Geselle) wird,, unter entsprechender Entlohnung seinem jeweiligen Tonnen entsprechend angesetzt. Dabei wird dem Handwerker Gelegenheit gegeben werden, sein Wissen und Können zu vervollkommnen, damit et auch tn höhere Leistungsklassen auf» steigen kann.. Deutsche Meister sollen tn der Ukraine Muster- beirl^ebe ^einrickten. ,g Jahren bolschewistischer Ausbeutung und Niederhaltung kaum damit ru rechnen ist. daß der einzelne Ukrainer überall aus eigener Kraft leistungsfähige gewerbliche Betriebe schaffen oder,unterhalten kann, wurde die Bildung handwerklicher Eemeinschaitsbetrlebe auf freiwilliger Grundlage zugelassen, in denen der Handwerker ie nach dem Stande auch seines gegenwärtigen Könnens am gewerblichen Wiederaufbau des Landes teilnehmen kann. Für die Entgegennahme und Verteilung größerer Auftrage, bie ben Einsatz einer Reihe von Betrieben erforbern. für die Beschaffung und Bereitstellung von, Materialien, insbe- sonbere oewirtschafteter Rohstoffe, für bie erfaHung unb ben Absatz von Massengütern unb ähnliche Ausgaben können stch die verschiedenen Gruppen der handwerklichen Betriebe auf Anordnung des zuständigen Gebiets- oder Stadtkommlstars auch zu den Arbeitsgemeinschaften zufammenschließen.
Berlin. 16. Avril. Nachdem bereits rm letzten öerbft das Handwerk im Reickskommittariat Ostland auf völlig neue Grundlagen gestellt.worden war. bat numnebi auch der Reichskommissar für die Ukraine mit einer Reihe von Anordnungen eine systematische Neuordnung des ukrainischen Handwerks verfügt. Auf Grund dieser Anordnungen werden die Handwerker der Ukraine, wieder mis dem Zwangssystem der bolschewistischen Kollektivierungsbetriebe herausgelöst, unb bas persönliche Leistungsprinzip wirb m Zukunft allein über die Entwicklungsmoglichkeiten rebes einzelnen Handwerks entscheiden. Nach der Einführung bet Agrarordnung ist biete Neugestaltung des Handwerks im Osten ein wesentlicher unb zielbewußter Beitrag mr Über« mhtbung der sowjetischen Kollektivierungspolitik
einen Handwerker tn dem uns geläufigen Sinne einer Beherrschung aller Leistungsvorgange K-nes bestimmten Faches bat es tn der bolschewistischen Wirtschaftsordnung kaum gegeben. Weit vom Stadium einer vollen Jrchustriali- sierung entfernt, war auch der Bolschewismus auf den handwerklichen Fertigungsbetrieb angewiesen. In feinem Streben, jegliches Schaffen zu vervroletarisieren, bat er aber systematisch ben selbständigen Meisterbetrieb ausju» rotten versucht. Er zwang ben Handwerker in einen Kollekiivbetrieb unb löste hier das vielseitige unb hockqualifizierte Handwerksschaffen durch weitgehende Arbeits- teilung in seelenlose Einzelverpflichtungen ohne tnneren Zusammenhang auf. Daß der Leistungsbestand unb. das Leistungsvermögen bes bolschewistischen ^tzAAs hierbei weit Sinter dem des deutschen Handwerks ^uriitfftel, ließt nuf i’erUmanbas Hanbwerk roieber auf einen, normalen Leistungsstand zu bringen, hat der Relchskommrsfar für die Ukraine
„heilen“ zum ..vorbeugen“ übergcgangen. Der Einsatz der NSV. konzentriert sich heute vornehmlich auf bie Sorge um bie Erhaltung unb Schaffung eines starken, lebenskräftigen deutschen Nachwuchses. Die NSV. ist mehr und mehr zu einem Werk bes ganzen Volkes zur Sicherung bet Zukunft geworben. Sie bestimmt bas Gesetz ihres Hanbelns aus dem biologischen Auftrag, dem Leben zu bienen unb bie eib= gesunde Substanz bes ganzen beutschen Volkes zu erhalten unb zu entwickeln. Zur Erfüllung dieser verantwortungsvollen Aufgabe dient vornehmlich bas Hilfswerk „M utter und K i n b“. Ein starkes Geschleckt wird bas tn Zukunft vom Sckwert gesickerte Reick ru bebauen haben. Dir erinnern nur an ben Aufbau in ben Ostgebieten. Arbeitet so bie NSV. an einem wertvollen Werk, so nickt minber auf einem wichtigen politischen Gebiet. NSV.-Arbeit ist bamit zugleich Zukunftsarbeit. Was heute gesät, werben kommende Generationen ernten. So gilt auch der Jugend als der Trägerin der deutschen Zukunft das besondere Arbeitsschaffen der NSV. Das Kind ist das kostbarste Gut unseres Volkes. Sein Schutz fängt bereits bet der werdenden Mutter an. 3Eo immer es not tut, greift, bte NSV. ein. um ihr alle Sorgen zu nehmen..In ben Hilfsstellen „Mutter unb Kind“ erhalten bie Mutter bas Rüstzeug, um bas gefunbe Heranwachsen bes Säuglings sicherzustellen. In ben Kindertages stätten wird das Kleinkind nicht nur verpflegt, sondern auch gesundheitlich überwacht. Im Kinderhort findet bann bas schulpflichtige Kind die segensreiche Betreuung, die es — zumal wenn die Mutter berufstätig im Dienste ber Kriegswirtschaft steht — oft in der Familie entbehren wurde. Die Mutter selbst findet in den Erholungsstätten der NSV. neue Kraft für den Alltag. NSV.- Schwestern sehen dort nach dem rechten, wo es not tut. In den N S V. - Kucken wird schmackhafte unb nahrhafte Beköstigung geboten. Das alles Rnb Dinge, von denen der Außenstehende nur. wenig weiß. Hinzukommen noch die wichtigen Aufgaben, bte ber NSV. in Zusammenhang mit ber Rückführung von Volksgenossen aus gefährbeten Gebieten, mit dem Ernabrungshilfswerk. mit der Verwundetenbetreuung u. a. m. gestellt sind. Tausende von Fragen. Bitten unb Wünsche werben an „bte Kreisamtsleitung ber NSV. herangetragen unb auch erfüllt. Im nationalsozialistischen Werk ber Partei.verankert, arbeitet die NSV. als bie größte Selbsthilfeorganilatton aller .Betten.
Dem Sozialismus der Tat tn Deutschland steht im feindlichen Ausland der Sozialismus der Phrase gegenüber. Bei uns ist ber Sozialismus zur greifbaren Wirklichkeit geworben. Armeen kranker unb verwahr- lotter Kinder in ben bolschewistischen und vlutokratischen Ländern klagen die bortigeti Machthaber an. deren Eelbsack- interetten es nicht zulassen, Abhilfe zu schaffen. Und wie. die Kinder so verkommen auch die Erwachsenen m den „freien Ländern ber Erbe. Hundert Millionen Deutsche dagegen kämvfen für ihren Sozialismus. So ist auch der zehniahrige Grünbungstag ber NS.-Dolkswohlfahrt sogleich ein Gebern« tag für unseren Kampfeswillen.
schäft hemmen lassen. Er ist im März bei einem erneuten Einsatz ben Heldentod gestorben.
Tödlich verunglückter Ritterkreuzträger
Berlin, 16. April. Ein Königsberger Ritterkreuzträger, Oberleutnant Hans Riechert, wohnhaft in Bartenstein, wurde durch einen tödlichen llnglücksfall mitten aus den Reihen seiner Kameraden gerissen. Ein tapferes und.reiches Soldatenleben fand damit seinen iahen Abschluß., ein hervorragend bewährter Offizier und Vorkämpfer ist nicht mehr.
Fünf Jahre NSFK.
Würdigung der Leistungen durch den Reichsmarfckall
Berlin, 16. Avril. Anläßlich des 5. Jahrestages des Nationalsozialistischen Fliegerkorps empfing Reichsmarschall Göring den ständigen bevollmächtigten Vertreter des Korvsführers und Chef des Stahes NSFK.-Obergruvven- führer Saufe unb Sen Chef bes Führungsamtes NSFK.. Brigabefübrer Kehrherg. Der Reichsmarschall würdigte babei bie hervorragende Leistung unb bte großen Verdienste, bie stch bas NSFK. um ben fliegerischen Nachwuchs und betten weltanschauliche Ausrichtung erworben hat.
Kurze Umschau
' Am 15. und 16. April fand in Berlin etne Z-sammenl-nst een in Europa beglaubigten japanischen Militärattaches statt. 3m Sinne der engen deutsch-tapanifchea Zusammenarbeit gab dies« Tagung auch Gelegenheit zu Besprechungen mit Vertretern der. deutschen Wehrmacht.
Der Presseattache der königlich-rumSuischen Gesandtschaft in Berlin, Ovid C i o r d a s , der van der rumänische» Regierung zurückberufen worden ist, hat die Reichshauptftadt verlassen. Rach nahezu zweijährigem erfolgreichem Wirken in Berlin scheidet damit ein rumänischer Patriot und ein wahrer Freund Deutschlands. Der Führer hat dem Presseattache Eiardas das Berdienftkrenz L Stufe der Deutschen Adlerardens verliehen.
Rach einer Londoner Meldung der Zeitung -Rya Dagligt Alle- handa" haben di« LondonrrSaswerke ihr« Tarif« um z«hn vom Hundert erhöht.
Bezeichnend für den immer fühlbarer werdenden Rohstoffmangel in England ist die vom Londoner Nachrichtendienst verbreitet« Bekanntmachung des britischen Luftfahrtminifter« Sir Archibald Sinclair, dah in Zukunft keine Messingknöpf« mehr an den Uniforme» getragen «erden können, da der Bestand an Knöpfen erschöpft sei.
Die 50 Millionen Einkommenempfänger Nordamerikas werd«» »ach «inet Meldung aus New York aufgefordert werde», ein« sogenannte »Freiheitsverpflichtung" zu unterzeichnen, mittels derer ste zur regelmähigen Zeichnung von Kriegsanleihen für die Dauer des Krieges gezwungen werden solle», mit das Schatzamt der USA. am Mittwoch bekaantgab.
Modell gestanden hatten, kannte, war Dr. Rauch auf dar eingehendste vertraut. In Aufführungen wie der „Biberpelz, der sieht oft gegeben wurde, .Fuhrmann Henschel, "Michael Kramer usw. trat diese Kenntnis fördernd zu Zage. Ganze Zyklen wurden gespielt, so ein Ibsen-Zyklus, und ein historischer Zyklus, der viel Aufsehen erregte: „Em Jahrhundert deutzchen Schauspiels von Goethe bis Bened<. Er wurde tm Stil und der Inszenierung der jeweiligen Zeit im wandelbaren Rahmen der Bühne als unvergänglich bleibendes Kulturbild dem Publikum geboten. Namen, deren jeder einzelne bem theateriunbigen Besucher die persönlich-liebenswerte und künstlerische Eigenart gerade dieses Schauspielers erinnernd vor Auge und Ohr zaubert, ftaicken in Menge zu dieser Zeit auf dem Theaterzettel; es eien aus der Vielzahl einige genannt, wie bet geniale unb gefeierte Rücker, Gustav Schulze Bartak, Paul Otto Wegener, Kustermann, Echanbon, Manusfi. Bertram, Schäfer Wieske gebot Brühl, Wilhelmi, ber spätere Begrünbet bes hiesigen Bolkstheatets, Otto Kienschätf, Keller-Rebri, Hetebrugge Nesselträger S°g-r, Rolf Atiut Robert, der damals als junger schauspieler ebenso« leHans Albers, am Restdenz-Theater. seine glänzende Laufbahn begann. An Damen spielten u. a. mit: Agnes Hammer, Käthe Hausa, Frau Frey, Klara Krause, Sophie Schenk Rosel van Born Else Tillmann, Tendiert, Arndt Hermann N-rmann Die Gattin Rauchs Frau Alice Rauch, die als frische, lebensvolle Darstellerin zum BeiGiel der Käthe in „Alt Heidelberg“ und der Traute in ? Rosenmontag“ auftrat, wat bei dem theaterbegeisterten Wiesbadener Publikum besonders als „Ttilby“ gefeter„unb Midi
Aber nicht nur in die „Ferne“ des Theaterschaffens schweifte der auswählende Blick Direktor Rauchs, auch die Werke °on Wiesbadener Autoren gelangten zur Uraufführung, es seien die Namen Wilhelm Jacoby unb Gurt Kraatz hetaus- gegriffen. Um auch klassische Stücke geben zu können führte et die „Vothang“-Bühne ein. Manspielte „Eyges unb ein Ring „Medea“, „Sappho, auch ben „Hamlet“, tn dem Adele Sand rock die Rolle des Helden mit großem Beifall fpiette Als E «st k entfalteten Größen bes Theaterhimmels auf bei Buhne bes Residenz- Theaters ihr strahlendes, unvergeßliches Spiel, wie Agnes Sorma, die jedes Jahr mieberfam. Eleonore Düse, Hermine
—- Durieux. Rosa Poppe, Lucie Höflich, Deprez, Chat- iise Willich, Josef Kainz, Goyuelin, Paul Wegener.
fünfzig Zahrs Rafiöanz-I^catar
Heute vor 50 Jahren am 17. April 1892 wurde bas Restbenz-Theaiet gegründet.
Ein Reigen, vielfältig-wechselnd an Gestatten des Lebens und der Dichtung, ist Übet die Breitet des Restdenz-Theattts gezogen, seit seiner Gründung am 17. April 1892, der bekannte Berliner Theaterleiter Kommissionstat Willy Hase mann war cs, der im Kaisetsaal, einem Tanz- unb Konzettlokal, bas von bem Architekten Euler umgebaut würbe, ben Anfang machte zu dem bewegten, balb heiteren, halb ernsten Spiel, bem seit 50 Jahren das theaterfreudige Publikum mit reger Teilnahme gefolgt ist. (Eine Posse „Unsere Don Juans von Mannstedt, fettete bte dreijährige Tätigkeit von Kommisstonsrat Hasemann ein in bet bie Muse bem Publikum vorwiegend ihr heiteres Gesicht zeigte: Operetten, Potte», Schwanke gingenüber.bte Bühne, bärgest eilt von Schauspieler» mte dem utdtolltgen Wandet, dem eleganten Gustav Schwab, Schlotthauet, ^em feschen, fein- komischen Hans Junketmann, dem spateren Filmschausptelet, Dalldorf, Ftl. Baselt, Soubrette Stegl, Frau Matetna u. a. Direktor Brand t, der anschließend für dte Dau-t «me, Jachre» die Leitung bes Theaters übernahm, gab hauptsächlich zahlreiche französische Stücke. Seht oft trat als Darstellerin Frau Schule, bte Gattin Direktor Brandts auf, die ebenso wie ihr Mann, der auch mitspielte, für ausgezeichnete schauspielerische Leijttingen viel Befall fand. Umfassenbere Ausblicke übet die Welt des Schau, spiels, in ber damals gerade als reiches Neuland das werdende unb entporblühenbe naturalistische Drama auftauchte, eröffnete den Theaterbesuchern Dr. Hermann Rauch, der nach Direktor Brandt bie Leitung bes Restbenz-Theatets übernahm Die Naturalisten auf eine Bühne zu stellen, bte vorher mit wenigen Ausnahmen ber leichten Muse gedient hatte, wat Wagnis spärlich gefüllt« Kassen mußten in Kauf genommen »erben. Das Wiesbadener Publikum für die Dt-nnen Hauptmanns, Sudermanns. Dreyers. Halbes, O. E. Hattlebens u. a. erwärm, und es so an den beständig weiietflietzenden Strom der Schanspteleni- wicklung herangesührt zu haben, itt eine kulturelle Erzi^ungs- atfecit, deren sich das Residenz-Theater , und sein damaliger Direktor Dr. Rauch mit Stolz rühmen darf.
Grade mit den H'"piin sichen G -llen, von denen er rneist die tatsächlich e' . .idcn Personen, bie zu bei Dichtung
Frank Wedekind und Frau, und viele andere wirkten als Schauspieler mit. Literarische Veranstaltungen, bei denen zum Beispiel Detlev o. Liliencton, Herbert Eulenbetg usw. lasen, Ensemblegastspiele von Wolzogens „llberbtettl“, der „Elf Scharfrichter“. Vortragsabende von Wüllner, Türschmann usw. und Tanzkunst wie die bet Schwestern Wiesenthal, bie Hannelore Zieglers, Istbota Duncans, ber Tänzerin Saharet, erweiterten in immer reget Folge ben weitgespannten Kreis bieses gehaltvollen unb nach so vielseitigen Eestchtspuntten gepflegten unb ausgebauten künstlerischen Unternehmens. Sein Leiter, Di. Rauch, wirkte außer seiner Direttionstätigkeit auch al, Xegiffeut und anfangs als Schauspieler mit, so zum Beispiel in Sudermanns „Ehre, tn „Über bie Kraft“ von Björns»» unb in „Dolly“, da, starken Beifall fand. Auch in Mainz war bas Refidenz-Theater-Ensemble eta freubig gesehener E a st. -
Um 1900 würbe das Residenz-Theater umgebaut, mit elektrischem Licht versehen und in jeder Weise dem empotblühenden Kunstleben in seinen Räumen angepatzt. Zehn Iaht« später erwarb Dr. Rauch einen Bauplatz in ber Luisensttatze, auf bem Gelände bet Attilletiekasetne, wie sich viele Wiesbadener erinnern werden, unb errichtete dort bas heutige Gebäude bes Residenz- Theaters. In einer Matinee-Veranstaltung wurde ber neue Bau mit zwei Einaktern, barunter das eigens gebichtete Festspiel von Elobes „Dies Haus ber Kunst“ eingeweiht. Ein Prolog von Rudolf Herzog, dessen Werke auch tn Uraufführung über die Bühne gingen, unb bie Vorstellung von Shakespeares „Viel Lärm um nichts“, in Bearbeitung von Bertram, eröffnete diesen neuen Abschnitt. RachAsähriger gestaltungsteicher und tn bet Geschichte des Residenz-Theaters hetvottagendet, künstlerischer Tätigkeit,
