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Wiesbadener Tagblck

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Drmt und Verlag: L. Schellenberg'iche VuchdruLerel, Langgajje Nr. 21 (Lagviatt-Haus)

90. Jahrgang

Samstag/Sonntag, 28. Februar/1. März 1942

Nummer 50

Rrttnruf. Sammel-Nr. 59631 Drahlanschrift: Taadlatl, Wiesbaden PdMchecNonto: Frankfurt a. M. 7405 Bezugspreise: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2.- einfchüetzlich des TrLgerlohnes Durch die Poft bezogen für einen Monat RM 2.35. zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld ■ Einzelnummern RM0.10 Bei Behinderung der Lteferustg infolge höherer Gewalt kein Anfpruch auf Rückzahlung des Bezugspreises

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Feinden den Mittelmächten gegen« ichten Ziel, Deutschland militärisch

Admiralität

Der australische Kriegsrat zusammengetreten

Stockholm, 28. Febr. (Funkmeldung). Nach einer nord- amerikan.ichen Agenturmeldung ist der sogenannte große australische Kriegsrat „zur Planung der Verteidigung des Kontinents zusammengetreten.

über, mit dem nie emiu,~„ .......

zu schlagen, so haben heute die Kriegstreiber in London und

Knor mutz die deutschen ll-Boot-Erfolge eingestehen

Die llSA.-Küfteaschissuhrt nicht mehr sicher — Schwere Bedenke« Venezuelas, «eiter« Schisse aussahren zu lassen

• Litwinow-Finkelstein barmt um britische Hilfe

(Eigener Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

New Bork tatsächlich die ganze Welt in Brand g e - st e ck t. Mit dem Kriegseintritt Japans, das sich als ehr- liebende Nation und Ordnungsstaat im ostasiatischen Naum die schmachvollen Provokationen Amerikas und Englands nicht mehr länger gefallen lassen konnte, batte Roosevelt endlich den Krieg, dem er so lange vergeblich nachgelaufen war und mit allen Mitteln zu erreichen versuchte. So. wie dieser Krieg, einmal entfesselt, aber von Anfang an verlief.

Nach dem Willen Churchills und Roosevelts aber hat dieser Krieg seit den ersten Dezembertagrn des vorigen Jahres eine Ausweitung erfahren, die ibn mit mehr Berechtigung als Weltkrieg erscheinen läßt, als es die ge­waltige Auseinandersetzung von 1914 bis 1918 war. Stand damals eine Welt von

logenheit jener Milchmädchenrechnungen des Londoner Nach­richtendienstes klar, der auch heute noch in seinen Agitations- Meldungen die Norkriegsbestände aller mit England und den . USA. zusammengehenden Länder addiert und uns als Ergebnis hochtrabende Tonnageziffern vorsetzt. In den 15*/s Millionen BRT. von deutscher Seite bisher amtlich gemeldeten versenkten feindlichen Schiffsraums ist die Hälfte der Tonnage enthalten, die Großbritannien besaß, als es im Vertrauen auf die Wirkung seiner Blockade den Krieg vom Zaune brach. Heute werden die Engländer durch die eigenen Nöte und das Zerbröckeln ihres Empire belehrt, daß sie sich damals auf einen schlüpfrigen Weg begaben, dessen Ende der Abgrund ist.

„ Stockholm. 28. Febr. (Funkmeldung.) Die britische -„..«ralrtat gibt bekannt, daß der frühere nordamerikanische Zerstörer „Belmont" gesunken ist.

as. Berlin, 28. Febr. Litwinow-Finkelstein bat in Wasbington seine erste öffentliche Rede als Sowjet- botschaster gehakten. Er gestand dabei indirekt ein. daß der Bolschewismus keine Siegeschancen mehr hat, denn er meinte, daß nur durch gleichzeitige offenstve Opera­tionen an zwei oder mehreren weit voneinander getrennten Fronten .chie Armeen Hitlers erledigt!" werden könnten. Hier taucht also die alte bolschewistische Forderung, die den Eng­ländern schon einmal wegen ihrer Unerfüllbarkeit so großen Kummer bereitete, auf. überhaupt ist Herr Finkelstein mit den englischen Freunden keineswegs zufrieden, denn an ihre Adresse richteten sich seine Worte: „Es-kann nicht von Nutzen sein, gut ausgerüstete Armeen, die. sagen wir irgendwo im Westen stehen, zu haben, während die Entscheidungsschlachten mit grober Heftigkeit im Osten geliefert werden." Diesen Gedanken variierte Finkelstein. Immer wieder kam er darauf zurück, daß man das Kriegsmaterial, aber auch die untätigen Truppen doxthin senden müsse, wo Re am meisten gebraucht würden. Die Sowjets verlangen also nicht nur mehr Kriegsmaterial von ihren englisch- amerikanischen Freunden, sondern Re verlangen auch die Ent­sendung eines englischen Expeditionskorps.

Der britische Botschafter in Washington. Lord Halifax, hat die Antwort schon vorweggenommen. Er wandte sich nämlich in einer Rede gegen den Vorwurf, daß England tatenlos auf der Insel verharre. Die britische Insel, so meinte er, sei nun einmal der Eckstein des Empire. Deshalb lei es nötig, dort ständig eine starke Streitmacht zu unter­halten. Schon dieser Salffax-Rede kann man entnehmen, daß man in London über den Appell mnkelfteins wenig erbaut sein dürste. Oder war die Rede Finkelsteins viel­leicht eine Aufforderung an Herrn Crivvs. die Widerstände zu beseitigen, die bisher der Entsendung britischer Truppen nach der Sowjetunion entgegenstanden? , ,

Der Avvell Finkelsteins läßt jedenfalls deutlich er­kennen, welche Sorgen man stch beute in Moskau über die

Schwere Tankerverluste vor ASA.-Küste

Stockholm, 28. Febr. (Funkmeldung.) Das USA.- Marmemmisterium gibt bekannt, daß die Tanker „W.D. Anderson" (10227 BRT.). „R. P. Resor" (7451 ART.), der der Standard Oil Company gehört, vor der Atlantischen Küste torpediert wurde.

Britischer Zerstörer „Belmont" gesunken

Berlin, 27. Febr. Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete. Alfred Rosenberg, hat im Einvernehmen mit dem Beauftragten für den Bierjahresplan, Reichsmarschall Göring, eine neue Agrarordnung für die berckits von der Zioilverwaltung übernommenen Gebiete der früheren Sowjetunion, in den Grenzen von 1939 erlassen. Die neue Agrarordnung beseitigt die Kollektiv Verfassung und das zz» ihrer Durchführung bestimmte sogenannte JIRufterftafut des landwirtschaftlichen Artels." An die Stelle des bolschewistischen Kolchokensystems tritt eine neue Ordnung, die in verschiedenen ineinanderfließenden und stch ergänzenden Formen die Landbevölkerung des Ostens zur individuellen Bodenbewirtschaftung zurücksührt. .

Aus verständlichen Gründen ist es nicht möglich, die seit zwei Jahrzehnten mit allen Mitteln der Gewalt befestigten bolschewistischen Methoden zur praktischen Versklavung des Bauern von heute aus morgen umzuftelten. Die ausgelösten Kollektivwirtschaften werden daher zunächst in Gemein- wirtschaften umgewandelt. Aus diesen Eemeinwirt- schaften entwickelt stch die individuelle Wirtschaftsresorm tn Gestalt der genossenschaftlichen Landbauweise und des Einzel- bofes. In der Landbau-Eenossenschaft wird das bisher ge­meinschaftlich bewirtschaftete Land den Mitgliedern zur selbständigen Bearbeitung und Nutzung zugeteilt und nach einem festgesetzten Plan einheitlich bebaut. Unab­hängig von der endgültigen Gestaltung wird das bisherige Hofland zum Privatbesitz erklärt, von Steuern befreit und kann aus Antrag vergrößert werden. Die Viehhaltung unterliegt in Zukunft keiner einschränkenden Bestimmungen.

Ein Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehr­macht gilt die neue Agrarordnung auch in den von den deut­schen Truppen besetzten Gebieten, die noch nicht von der Zivilverwaltung üernommen worden sind.

as. Die neue Agrarordnung für die besetzten Ostgebiete ist her erste Schlag gegen die bolschewistische Wirtschafts„ordnung". Richt ohne Grund fängt der wirtschaftliche Ausbau im Osten bei der Landwirtschaft an. Es ist dabei natürlich nicht möglich, sofort einen völlig radikalen Wechsel überall vorzunehmen. Die neue Agrarordnung sieht deshalb die allmähliche Änderung

weitere Entwicklung macht, der man ohne starke Hilfe nicht mehr gewachsen zu sein glaubt. Man spürt eben doch die st a r k e n Verluste, die das fortgesetzte nutzlose An­rennen gegen die deutschen Stellungen mit sich bringt. In den letzten Tagen haben die Sowjets dabei, wie sich aus der häufigeren Erwähnung von Orten auf der Krim in den OKW.-Berichten und in den ergänzenden Meldungen ergab, besondere Aktivität auf der Krim-Halbinsel ent­faltet. Alle Versuche, durch solche Vorstöße den deutschen Südflügel auszurollen, oder die sowjetische Posttion an dieser, nach Ansicht der Sowjets besonders gefährdeten Stelle zu beseitigen, blieben ohne jeden Erfolg. Sie kostete die Sowjets nur sehr erhebliche Verluste.

London vernimmt nun aber die Hilferufe nicht nur von sowjetischer Seite. Es blickt vielmehr sorgenvoll nach Ost- anen. wo man Rangun schon abgeschrieben bat und von wo ebenfalls immer neue Hilferufe kommen. Die grobe Frage für die englischen Politiker und Militärs ist. ob es gelingt, durch irgendwelche Zugeständnisse an Indien, stch dieses Land mehr als bisher für den Krieg nutzbar zu. machen. Dazu kommen die immer stärker werdenden Sorgen um den Schiffsraum. Die schlimmste aller Gefahren, die Großbritannien überhaupt drohen könnten, sei für Eng­land wieder auferstanden, so stellt die „Daily Expreß" fest. Gewaltige Schiffsverluste habe England in letzter Zeit im Atlantik zu verzeichnen. „Überall, wo man im Atlnntik nur Hinblick!, steht man deutsche Unterseeboote." Gewiß ein guter Kommentar zu den neuen U-Boot-Erfolgen, die auch die jetzt abgelaufene Woche im Mittelmeer, vor der nord­amerikanischen Küste und im mittleren Atlantik wieder brachte, wurden doch von Sonntag bis Freitag nach den OKW.-Berichten 136 000 BRT. versenkt, wobei die schwer­beschädigten Schiffe, mit deren Verlust als stcher gerechnet werden muß. noch nicht einmal berücksichtigt sind.

Spiel mit Zahlen

Von Fritz Günther

Eines der Mittel, mit dem der britische Nachrichten­dienst nach jeder Niederlage den Willen zur Fortsetzung des Kriegs im eigenen Lande stärken und der Welt den Glauben an die Unüberwindlichkeit des Empire einreden wollte, war das Zahlensviel mit der Masse der Menschen die angeblich immer noch bereit seien, sich für die vlutokratr- schen Interessen des Jnselreiches einzusetzen und die Auf­zählung der märchenhaften Reichtümer, die England auch nach dem Verluste seines Einslusses auf Europa, noch immer zur Verfügung stehen sollten. Alles was die Erde an lebenswichtigen Gütern und kriegsnotwendigen Rohstoffen hervorzubringen in der Lage war. stand danach zu einem Prozentsatz, der vom Hundert immer nur wenig entfernt war, dem britischen Weltreich aus seinen Kolonien und Dominien zur Verfügung. Eisen und Kohle. Öl und Gummi. Kupfer Zinn. Aluminium und was sonst noch alles für die Herstellung von Kriegsmaterial benötigt wurde, war aut dem Papier ebenso reichlich vorhanden, wie die militärischen Kräfte, die diesen Krieg für England führen und gemimten sollten. Wobei man einfach die Millionenziffern der . Ein­wohner in den fernen Einflußgebieten gleich setzte mit der Zahl der Menschen, die in „The British Commonwealth of Nation" ledten und angeblich für England zu kämpfen bereit waren. Das wären, alles in allem gerechnet, immerhin 530 Millionen, eine Ziffer, die Respekt einflößen konnte, wenn sie an sich nicht ohne jede praktische Bedeutung für die Kriegführung bliebe. Braucht man doch von ihr nur die 350 Millionen der heterogenen Masse des indischen Volkes in Abzug zu bringen, das trotz allem Liebeswerben noch immer keine rechte Begeisterung aufbringen kann,, stch bis zum Opfertode für seine britischen Unterdrücker einzusetzen, um auf eine wesentlich geringere das tatsächliche Kräitever- hältnis aber richtiger kennzeichnende Summe zu kommen.

Selbst wenn man nach diesem Abzug die 180 Millionen Einwohner der Sowjetunion und die 130 Millionen Be­wohner Roosevelt-Amerikas als Ausgleich betrachtet, so bleibt immer noch ein Rest von 40 Millionen (etwa die Bevöl­kerung der britischen Insel), der an den 530 Millionen, über die das britische Weltreich verfügen soll, fehlt. 530 Millio­nen. also genau soviel, aber beträgt auch die Beoolkerungs- zahl Europas, das heute unter der Führung Deutschlands im geschlossenen Abwehrkampf gegen die jüdisch-kapitalistische Welt der angelsächstschen Plutokratien steht und nach der Vertreibung Englands vom Kontinent nur noch im Osten einen Gegner vor stch bat. der sein Ziel, die Bolschewisierung Europas, im äuge des von den Kriegshetzern in London vom Zaune gebrochenen Krieges zu erreichen hoffte. Bevolke- rungsmäßig gesehen wäre also das Zahlenperbalt- nis, schon allein auf den europäischen Kriegsschauplatz be­zogen, gleich. Daß aber nicht nur die Zahl der Menschen und die Fülle des Materials im Kriege den Ausschlag geben, das haben die Siege der deutschen Waffen und die militärischen Erfolge der Achse und ihrer Verbündeten auf den Kriegsschauplätzen in Europa, in Afrika und auf allen Meeren im Verlaufe dieses Krieges immer wieder bewiesen. Nicht zuletzt in den heftigen Kämpfen dieses besonders harten Winters im Osten, der Moskau und London die ein­zige, heute bereits verpaßte Chance schien, die eiserne tirront der Eurovakämpfer zu durchbrechen. An der zähen Vertei­digung unserer tapferen Soldaten, an ihrer opferwilligen Hingabe und an ihrem kühnen Angriffsgeist scheiterten alle Durchbruchsversuche des Gegners, der einen hohen Blutzoll entrichten und wertvolles Kriegsmaterial vreisgeben mußte, ohne fein Ziel zu erreichen.

Bauern statt Kollettivstlaven

Einführung einer neuen Agrarordnung für die besetzten Ostgebiete

Berlin, 27. Febr. Unter dem Eindruck der ständig steigenden Dersenkungszifsern an der amerikanischen Küste sah stch der amerikanische Marineminister Knox genötigt, zuzugeben, daß bis jetzt 114 amerikanische Schiffe an den Küsten der USA. angegriffen worden seien. Knor kann also nicht mehr länger seine alte Taktik befolgen, die Erfolge der deutschen Unterseebootswaffe zu verkleinern und davon zu sprechen, daß , sich unsere U-Boote durch ihre Einsätze im Atlantik und im Mittelmeer „verausgabt" hätten. Das Geständnis von Knox ist der beste Beweis für die Tatsache, daß auch die amerikanische Küstenschiffahrt nicht einmal im angeblich so sicheren amerika­nischen „Mittelmeer", dem Karibischen Meer, vor unseren U-Booten stcher ist. Die Slzufuhr aus den Karibischen Produk­tionsgebieten ist schon jetzt durch die Tätigkeit unserer U-Boote in einem solchen Maße gefährdet, daß Venezuela, das wichtigste Sl-Produktionsland Südamerikas, bereits schwere Bedenken hat, seine Schiffe weiter ausfahren zu lassen, da die Verlustgefahr zu groß sei.

Knox wird die Erfahrung machen, daß stch die planmäßige Zusammenarbeit der Achsenmächte auch aus See für die USA. sehr unliebsam auswirken wird.

„Wenn wir 20 Millionen BRT. hätten“

Der Jahresbericht der englischen Schiffahrtskammer vermeidet natürlich Einzelangaben, aber er stellt klar und in dürren Worten fest: „Im "Augenblick herrscht ein bedenklicher T o n n a a e- mangel. Er wird durch den Verlust der Durchfahrt durch das Mittelmeer für England noch verschärft. Gerade dieser Faktor be­deutet eine Verminderung der Effektivität auf den Empirever­bindungen um 30 v. H. Die Reise um das Kap nimmt vier Monate in Anspruch. Jedes Schiff kann deshalb nur drei Reisen jährlich nach dem Nahen Osten durchfuhren. Zahl­reiche Schiffe sind außerdem beschädigt und müssen langer oder kürzer dauernden Jnstandsetzungsarbeiten unterworfen werden.

Verschlechterung durch den Pazifikkrieg

In einem anderen Abschnitt behandelt der Bericht das An­steigen der britischen Schiffsraumnöte durch den Krieg im Paziftk: „Der Eintritt Japans in den Krieg bedeutet eine erhebliche Verschlechterung der Lage. Die Verluste tm ostindischen Raum waren groß, besonders bei Hongkong und Singapur. Außerdem wurde es notwendig, das Eeleitzugsystem em« zufuhren, was eine schlechtere Ausnutzung der Tonnage in Ge­wässern bedeutete, die bisher als sicher galten. Durch den Cm» tritt der Vereinigten Staaten in den Krieg hat auch die Z u - rückhaltung der feindlichen U-Boote aufgehört, die bisher in Anbetracht der Neutralität der amerikanischen Gewässer noch sHtzustellen war, und die Versenkungen an der amerikanischen Ostküste und in der letzten Zeit im Karibischen Meer waren erheblich."

Churchills Schwindel entlarvt

Auf der Jahresversammlung der Schiffahrtskammer, aus der dieser Bericht erstattet wurde, schnitt der Vorsitzende, Philip Runciman, in seiner Rede auch die heikle Frage an, wie­viel Schiffsraum den Engländern und Nordamerikanern eigent­lich zur Verfügung steht. Es ist eine Frage, die angesichts der Ehurchillschen Methode, den größten Teil der Schlffsversenkungen einfach in seiner nach aus dem Weltkrieg bekannten Schrewtisch- schublade verschwinden zu lassen, alle Kreise des englischen Volkes ständig in Aufregung hält und daher zu den verschiedensten, sich oft diametral gegenüberftehenden Wortmeldungen mehr oder weniger kompetenter Persönlichkeiten Anlaß gab.

Runciman sagte hier vor einem Kreis Wissender: .Mit allen ««* zur Verfügung stehenden Mitteln muyen «,r aus ei ne Handelsmarine voir wenigsten s »0 .^.'llionen BRT- hrnaebeiten. Dies ist unsere erste wirkliche Tat für die Zukunft, ahne welche alle militärischen Vorbereitungen wert, los bleiben."

20 Millionen BRT. Schiffsraum zu erreichen, das istalso das Ziel der seit einigen Tagen zusammengeschlossenen englischen und USA.-Haudelsslotte! Merken wir uns, daß ein wirklicher Sachverständiger es aufgestellt hat. Dann wird uns die Ver­

des bisherigen Zustandes durch die beiden neuen Formen der Be­wirtschaftung vor, die Eemeiuwirtschaft und die individuelle Bodennutzung, d. h. den Einzelhof. In beiden Fällen unterliegt aber im Gegensatz zum bisherigen Zustand die Viehhaltung keiner Beschränkung. Das Hofland ist Privatbesitz, von Steuern befreit und kann aus Antrag vergrößert werden. Der wesentliche Unterschied besteht in der Art der Bodenverwertung und der Bodennutzung. Bei den Eemeinwirtschasten wird der Boden von allen Mitgliedern, die zur Mitarbeit verpflichtet sind, gemein­schaftlich bearbeitet. Alle Mitglieder können also zu jeder Arbeit, die mit der Nutzung der Ackerflächen verbunden ist, hcrangezogen werden. Die einzelnen Felder werden daher auch nicht unterteilt, sondern im ganzen bestellt, gepflegt und geerntet. Anders fyei der individuellen Bodennutzung der Landbau-Eenossenschaft. Zwar werden auch hier Bodenbearbeitung und Saat gemeinschaftlich auf den großen Feldern durchgeführt. Aber die Pflege dieser Felder, ihre Ernte und deren Verwertung wird den einzelnen Fa­milien übertragen. Zu diesem Zweck findet eine Austeilung in Feldstreifen statt. Diese Feldstreifen werden in jedem Jahr den­selben Familien zugeteilt. Für die ihr zugeteilten Feldstreisen ist die Familie nach der Eemeinschaftsbestellung und Saat nun selbst verantwortlich. Sie muß also die Pflegearbeiten der Saaten durch­führen, die Schädlingsbekämpfung vornehmen, die Früchte ernten und dafür sorgen, daß sie gedroschen resp. richtig eingelagert wer­den usw Das erfordert natürlich ein großes Maß von Können und organisatorischem Talent, da es gerade in der ersten Zeit sehr schwierig sein wird, alle dazu efforderlicheu Mittel zu beschaffen. Daher kann auch nicht erwartet werden, daß die deutsche Verwal­tung den Übergang zur individuellen Bodennutzung sosost sehr vielen Eemeinwirtschasten gestattet, sondern das kann nur all­mählich erfolgen. Will eine Gemeinwirtschast zur individuellen Bodennutzung übergehen, so ist dazu ein Antrag bei der deutschen Verwaltung zu stellen, die prüft, ob alle Voraussetzungen gegeben sind. Mit der neuen Agrarordnung ist das bolschewistische Wirtschafts­system gebrochen, die Kolchoswirtschaft der Sowjets, oie so verheerende-Folgen hatte und die Versklavung des russischen Bauern und seine Auslieserung an die politischen Kommissare wer­den I i q u i b i e 11. Statt dieser Versklavung wird das Gefühl der Freiheit gestärkt, der Wille zur vermehrten Arbeit gehoben und das Interesse am eigenen Besitz geweckt.