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Wiesbadener Tagblatt
Freitag, 27. Februar 1942
Nr. 49 Seite 5
In Kürze erzählt;
Bilder aus dem alten Wiesbaden
Neues aus aller Welt
Sport una Spiel
Erst jetzt hat sich fremden Namen in
Gewohnheitsverbrecher erschossen. Der Reichsrubrer ff und Ches der deutschen Polizei keilt mit: Am 20. Februar 1942 wurde der Gewohnheitsverbrecher Gerhard »eine erschossen.
Jüdischer Börsenschieber in Frankreich verhaftet. Der französische Innenminister Pucheu hat die Verhaftung des berüchtigten Juden Raffael Worms, eines der Teilhaber des Bankhauses Worms, angeordnet. Die Festnahme erfolgte wegen umfangreicher Spekulationen. Worms kontrollierte vor und während des Krieges entert groben Ten der französischen Schuhindustrie. Außerdem war er Besitzer der Hetzblätter ..Le vetit bleu" und ..Le crt de Parts. die inzwischen ihr Erscheinen einstellen muhten.
Wirtschaftsteil
Geständnis eines Mörders auf dem Totenbett. Kurz vor seinem in Brüssel erfolgten Ableben hat der dort wohnhafte. 57 Jahre alte Paul Koch auf dem Sterbebett einen an seiner früheren Ehefrau im Jahre 1925 tn Duisburg begannenen Mord eingestanden. Koch wurde damals nach der Tat festgenommen, konnte aber aus der Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt in Bedburg-Hau. wo er zur Untersuchung seines Geisteszustandes untergebracht war, entfliehen und war seit dieser Zeit verschwunden, berausgestellt, daß Koch unter einem t—T— Brüssel lebte und dort eine zweite Ebe elngegangen war. Bor mehreren Zeugen hat er nun kurz vor seinem Tod die schreckliche Tat eingestanden.
Auslandswissenschaftlichen Fakultät der Berliner Universität hält als Ordinarius der Japanabteilung der in akademischen Kreisen weitbekannte und verehrte Profesior Dr. phil. Clemens Schar» sch mi d t Vorlesungen über „Volks- und Landeskunde Japans" ab. Ihm zur Sette arbeiten als Lektoren mit den Studierenden zusamnten die japanischen Professoren Haga und Kamitake. Wie deren Vorgänger Dr. Murata, der zur Zeit in Wien wirkt, haben diese beiden Herren in jedem Semester 25 bis 30 Schüler, mit denen sie sehr zufrieden sind Wenn die Deutschen etwas anpacken, so versichern die japanischen Lehrer, dann sind sie gründlich. Für das Studium der japanischen Sprache und Schrift muhten eigene Methoden entwickelt werden. Denn auf diesem Gebiete gab es bisher an der Berliner Universität weder eine Tradition, noch liehen sich die Erfahrungen, die man beim Lehren europäischer Sprachen gemacht hat, auf die japanische übertragen. Gegenüber der chinesischen Schrift, die Japan im sechsten Jahrhundert n. d. Z. übernommen hat, ist die japanische jung, wie sich die Japaner überhaupt als ein junges, in der Kultur wie in der politischen Macht aufsteigendes Volk fühlen, und in Japan wird jede geistige Entwicklung mit Feuereifer aufgegriffen, jede technische Schwierigkeit dabei um der Wisien- schaft und des Fortschritts willen überwunden. Wie in den japanischen Volksschulen jetzt bereits zum Teil neben der japanischen auch die lateinische Schrift gelehrt wird, so bringen die japanischen Lehrer in Deutschland ihren deutschen Schülern die Anfangsgründe der japanischen Sprache zunächst mit Hilfe der lateinischen Schrift bei, und erst nach zwei Monaten geht man allmählich zu den japanischen Schristzeichen über. Gewiß ist es schwerer, em japanisches Buch zu übersehen, als etwa ein lateinisches, aber es ist doch nicht unmöglich. Die Übersetzer machen zur Zeit sogar Versuche mit zeitgenösiischem japanischem Schrifttum. Erschienen ist zum Beispiel schon im vorigen Jahre das dreibändige Werk eines japanischen Soldaten über besten Erlebnisse im Krieg mit China. Endlich: wer sich ganz allgemein ein Bild von der japanischen Kultur machen will, der vertiefe sich in die Wunder und Schätze der Oftafiatischen Sammlung der Staatlichen Museens Berlin, deren Leiter Generaldirektor Prof. Dr. Otto Kümmel einer der besten Kenner Japans und japanischen Wesens ist.
Schachmeister Max Blümisch gestorben. R. Max Blümisch, einer der bekanntesten Theoretiker und Schriftsteller des Schachspieles, ist im Alter von 55 Jahren einem Herzschlag erlegen. 1923 wurde Blümisch deutscher Meister. Vielfach war er Sachsenmeister. Die Leipziger Meisterschaft hatte er soeben zum neunten Male errungen. An den letzten grohen Turnieren im Generalgouvernement hat er ebenfalls mit grohem Erfolg teilgenommen.
Die Fuhballmeisterschaftsspiele von Hessen- Nassau setzen am 8. März wieder stärker ein. Für diesen Tag sind Doppelspiele in Frankfurt und Hanau sowie ein Treffen in Worms angesetzt worden.
Der 18. Fuhball-Länderkampf zwischen Ungarn und Deutschland soll nach Wunsch des NSRL. vom 15. März auf den 3. Mai verlegt werden. Als Schauplatz ist Budapest vorgesehen.
Das grofte
Von Hans Reimann
ca war keine Luxuskalesche, die man da unter den Wer endlosen Beutcwagen erwischte, sondern der Abschaum eines alten Panjewagens. Aber wie manchmal diese alten Klamotten gerade besonders stabil und hartnäckig sind, so auch diese. Kurzum, man konnte sie noch ganz gut gebrauchen. Sie lieh sich in, den ewig »rollenden Nachschub einfügen, um allerlei Gepäck aufzunehmen. Noch stand das hochräderige Gefährt herum, untätig und faulenzend. Es war jedoch schon notiert, registriert, beziffert und benum- mert, bekannt und bespannt, wie cs bei Preußens die unübertreffliche Ordnung wollte. Eine Abteilung Infanterie rastete dicht neben der Karrete am Straßenrand. Jeder hatte sich eine Mutze voll Schlaf vergönnt. Gegessen und getrunken war auch schon. Nun saß man da und wartete aus den Einsatz, der ebenso bie|e Minute wie morgen kommen konnte. Einer sah den Panjewagen und trat näher, um sich das betagte Vehikel genau zu betrachten.
Und dann — nachdem er eine Weile nachdenklich davor gestanden hatte und mit den Gedanken wohl irgendwo weit weg gewesen war — zückt er ein derbes T-schenmester und begann, an der Seitenwand des Wagens zu schnitzeln. Der Feldwebel zu dessen Machtbereich die Karre gehörte, bemerkte es . . . aber soll man den Jungens einen Spaß verderben, so lange sie nicht ''slalisches Eigentum demolierten? Nachdem er dem Fortgang der Schnitzerei eine Weile zugeschaut hatte, entfernte er sich.
Die Schniherei ergab ein großes Herz, und mitten tn diesem Herzen das freilich eher einer verirrten Wanderniere glich, aber die gute Absicht erkennen ließ, prangten klein und bescheiden tue Namen Hilde und Ludwig
Ludwig trat einen Schritt zuruck und beäugte das Ganze. Bis auf den einen ausgerutschten Schnitzer rechts und die etwas bauchig geratene linke Seite war es recht ordentlich. Jedenfalls drückte es in lapidarer, wenn auch nicht neuer Form das aus, was ihn gestern, heute und vermutlich auch morgen zutiefst tn Gedanken beschäftigte.
Der Panjewagen rollte ab. Die Infanteriekolonne marschierte weiter. Mit keinem Blick folgte Ludwig der Karre. Denn was man sich von der Seele geschnitzelt hatte, das war verbrieft und be- siegelt und damit basta, und nun mochte es seinetwegen die ganze Welt lesen. _ . .
Tage verstrichen und Wochen, Tage in höllischem Feuer und Tage in verdienter Ruhe. Und dann sah Ludwig den alten Panfe- wagen wieder. Weih der liebe Herrgott, wieviel Kilometer et durch das weite bolschewistische Land geschaukelt war, sich durch Dreck und Lehm wühlend! Wieviel Kameraden mochten an ihm vorübermarschiert sein oder in seinem Schatten gerastet haben! Ludwig hätte die Karre kaum beachtet, wenn ihm nicht sofort seine Schnitzerei in die Augen gesprungen wäre. Was war daraus geworden!
Er grinste über das ganze Gesicht, trat dicht heran und studierte. Und bann bat er einen Freund, die Sache zu knipsen. Und dann schickte er das Photo an Hilde.
Und so kam es, daß Hilde inmitten eines Herzens sehn- _ süchtige mit der Lupe deutlich erkennbare Grüße empfing von Ernst Emil, Ferdinand, Paule, Otto, Mümmelmann, Karl, Franz, Ludwig, Bruno, Berthold, Kurt, Egon, Milke von der Spree, Klaus, Hermann, Hans, Oskar und Scheißerchen.
Wir lernen japanisch...
Das Kulturbündnis Berlin—Tokio
— er Der geistige Austausch mit unseren heldenhaften japanischen Waffengenossen war schon vor Ausbruch des Ostasien- krieges sehr rege, und die Fäden des gegenseitigen kulturellen Verständnisses werden auch während des jetzigen gemeinsamen Schicksalskampfes mit größtem Eifer weitergefponnen. An der in Berlin stattfindenden Tagung des deutsch-japanischen Kultur- ausschusies ist neben unserem Auswärtigen Amt und der Berliner Japanischen Botschaft in erster Linie das Japaninstitut beteiligt, das in der Brückenallee zu Berlin seinen Sitz hat. Es wurde vor dreizehn Jahren unter Leitung des unvergeßlichen Dr. Solf gegründet und nennt sich „Institut zur Förderung der wechselseitigen Kenntnis dsp geistigen Lebens und der öffentlichen Einrichtungen in Deutschland und Japan". Präsident des Japaninstituts ist heute Admiral a. D. Richard F o e r st e r, dem ein Kuratorium und als wisienschaftlicher Leiter Univcrfitäts- profesior Dr. Mamming zur Seite steht. Die Aufgaben des Japaninstituts urnfasien den kulturellen Austausch, die Vertiefung der Iapankenntnisie in Deutschland und die Vermittlung zwischen den beiderseitigen Kulturorganisationen. Das Institut gibt eine Vierteljahreszeitschrift heraus, die den Namen „Nippon" trägt. Im Mai v. 2. erschien, vom Japaninstitut herausgegeben, ein großes zweispaltig gedrucktes, 670 Seiten starkes Japanlexikon, ein vorzügliches Nachschlagewerk. Profesior Mamming hält außerdem in der Philosophischen Fakultät der Berliner Universität Vorlesungen über japanische Kultur und Literatur.
Neben dem Japaninstitut besteht in Berlin die Deutsch- Japanische-Eesellschaff die sich die Pflege freundschaftlicher und gesellschaftlicher Beziehungen zwischen Berlin und Tokio zum Ziel gesetzt hat und ebenfalls unter der Präsidentschaft des Admirals a. D. Foerfter wirkt. Die Gesellschaft fördert zugleich den Austausch künstlerischer Kräfte und stellt auch damit ein wichtiges kulturelles Bindeglied zwischen Japan und Deutschland dar Mit dem Wirken des Japaninstituts und der Deutsch- Japanischen-Eesellschaft ist die Arbeit an dem Kulturbündnis mit unseren oftafiatischen Freunden keineswegs erschöpft. An der
Brotkarten in der „alten, guten Zeit"
Nicht allein das Kriegsgeschehen hat Zeiten herbeigeführt, in denen die wirtschaftlichen Verhältnisie dazu zwangen, mit den vorhandenen Nahrungsmitteln sparsam umzugehen. Es gab auch Friedensjahre im alten Wiesbaden, in denen die Behörden gezwungen waren, fich für die minderbemittelten Volkskreise einzufetzen. Das war in der „alten, guten Zeit", wie wir sie jo gerne nennen hören, in denen in Deutschland die Kleinstaaterei mit ihren Zollschranken und anderen Verkehrsschwierigkeiten in Blüte stand. Eine teilweise Mißernte genügte damals Bereits, um einen Lebensmittelnotstand herbeizuführen, der die schlimmste Folgen annahm.
Von einem solchen Notstand erzählen die behördlichen und privaten Bekanntmachungen des „Wiesbadener Wochenblatts" aus den Jahren 1846 und 1847 Im Januar 1846 kosteten vier Pfund Schwarzbrot in Wiesbaden 16 Kreuzer oder 45 Pfennig. Dieser Preis war für damalige Verhältnisie sehr hoch, konnte man doch für den Preis eines Brotes l*/t Pfund Schweinefleisch oder beinahe 2 Pfund Kalbfleisch erstehen. Der Brotpreis stieg bis kurz vor der Ernte des Jahres 1847 auf 23 Kreuzer für ein vierpfiindiges Schwarzbrot. Mancher Arbeiter mußte einen Tagesverdienst aufwenden, um einen Laib Brot kaufen zu können. Die nasiauifche Regierung griff bereits im September 1846 dadurch ein, daß sie die zollfreie Einfuhr von Mehl und anderen Mühlenerzeugnisien, Getreide und Hülsenfrüchten gestattete. Wie war cs damals mit der Kartoffelversorgung? Auch hier mußte sparsam gewirtschaftet werden. Man verbot zunächst den Ankauf von Kartoffeln zu Brennzwecken. Da die Schnapsbrennereien im damaligen Nasiau eine bedeutende Rolle spielten, war die teilweise Beschränkung des Branntweinbrennens nicht ganz nebensächlich. Als
Nur ein Spiel in Hessen-Nassau
FC. Hanau 93 — Kickers Offenbach
Auch am kommenden Sonntag bleibt der Fußballbetrieb noch stark eingeschränkt. Lediglich ein Treffen steht auf dem Programm, und zwar gastiert der ungeschlagene Tabellenführer in Hanau. Beim Vorspiel auf dem Sicherer Berg hielten sich die 93er mit 2:4 recht tapfer, zu Hause sind sie zweifellos noch gefährlicher einzuschätzen. Trotzdem glauben wir, daß die Kickers auch diese Klippe umschiffen werden, schon ein Unentschieden wäre für Hanau ein bemerkenswerter Erfolg. Die Hiesigen sind an dem Ausgang insofern interesiiert, als eine Schlappe der 93er ihnen zustatten käme; denn gelänge es ihnen danach, Hanau in Wiesbaden zu besiegen, so würden sie mit diesem Konkurrenten gleichziehen können und der Kampf um den wichtigen vierten Tabellenplatz wäre noch keineswegs entschieden.
Vom 8. März an ist dann wieder voller Spielbetrieb in der Eauklasse geplant. Hm das Programm nicht wieder unterbrechen zu müssen, wurde der für den zweiten Märzsonntag' vorgesehene Vergleichskampf Moselland — Hesien-Nasiau in Esch auf Ostern verschoben.
In der I. Klasie herrscht vorerst weiterhin Spielruhe.
Südamerika ohne Tennisbälle
Die für den Sommer dieses Jahres in Rio de Janeiro vorgesehenen Tennismeisterschaften von Südamerika mußten abgesagt werden, da in ganz Südamerika nicht genug Tennisbälle hierfür aufzutreiben find. Bezeichnenderweise war es den Veranstaltern auch nicht möglich, vom Tennisverband der USA. Bälle zu erhalten. Als weiterer Grund für die Absage dieser Titelkämpfe wird die Tatsache angegeben, daß die Reisemöglichkeiten in Süd- amerika mit der Zeit immer geringer werden.
Kursdisziplin auchbeiKommunalobligationen
Die Tatsache, daß sich im Laufe der letzten Monate neben den amtlichen Pfandbriefkursen noch höhere „schwarze" Kurse gebildet hatten, hak den Reichswirtschaftsminister veranlaßt, den Banken den Handel in Pfandbriefen zu höheren als den amtlichen Kursen zu untersagen. Damit hat also der Pfandbriefhandel außerhalb der Börse, in dem sich natürlich nicht die Pfandbriefbanken selbst, wohl aber andere Institute teilweise rege beteiligt hatten, eine Einschränkung erfahren. Es war nun ausgefallen, daß in dem Schreiben, das der Reichswirtschaftsminister m dieser Frage an die Reichsgruppe Banken gerichtet hat, die sachlich und durch die gemeinsamen Emisiionsstellcn eng mit den Pfandbriefen verbundenen Kommunalobligationen nicht ausdrücklich genannt worden sind. In gleicher Weise könnte man pfandbriesahnliche Papiere wie zum Beispiel die Bodenkultur-Rentenbriesc oder Landesrentenbriefe, in diesem Kreis vermisien. Es ist aber anzunehmen, daß der Reichswirtschaftsminister in einer ergänzenden Maßnahme vor allem die Kommunalobltgationen tn die Bei den Pfandbriefen angeordnete Kursdisziplin mit einschließt, zumal sich die UBung der „doppelten Kurse" auch Bei diesen Papieren, wenn auch in geringerem Umfang gezeigt hat. Wie roett bte kommunale Sammelanleihe der deutschen Girozentrale auch dieser Besonderen Kursdisziplin unterworfen wird, steht noch nicht, fest. Bei den JndustrieoBligationen, wo nicht wie Bei den Pfandbriefen ein Richtkurs, sondern Angebot und Nachfrage den Kurs bestimmen, sind die amtlichen Kurse an sich schon recht hoch. In vielen Fällen werden sie sogar als stark überhöht angesehen. Ein Markt abseits der Börse besteht hierfür nicht. Es darf be, dieser Gelegenheit daran erinnert werden, daß für das ganze Gebiet der amtlich an den deutschen Börsen notierten Aktien schon seit langem den Banken der Handel außerhalb der Borie und zu höheren als den amtlichen Kursen verboten ist. In den neuen Maßnahmen des Reichswirtschaftsministers haben wir daher weitere Schritte zur „Totalität" der Börse auch am Ren.enmartt zu sehen.
Berliner Börse vom 27. Februar. Die Umsätze blieben nach wie vor gering. Klöckner waren um 1 und Buderus um 1 /< A> schwächer, Rheinbraun büßten 2'/-, Goldschmidt 2, Siemens o /r, Siemens-Vorzüge 3, AEG. IV», EW. Schlesien 1 /», Charlotte Wasier 2V», BMW. 2, Schubert u. Salzer, Deutscher Eisenhandel und Berger je IV- % ein. Stärker gedrückt waren Selten mit minus 3V« und Bremer Wolle mit minus 5*/= %. Dortmunder Union gaben 2V. nach. Höher lagen Aschaffenburger Zellstoff mit plus IV« %.
Frankfurter Börse vom 27. Februar. Die Abschwächungen setzten fich weiter fort und kamen erst im Verlauf etwas zum Stillstand. Siemens, Rheinbraun je 6, Velten 5, AEA, Scheideanstalt je 3, Mannesmann 2V», Berger, Holzmann, RWE., Sud- zucker je IV» % leichter. JE. Farben unverändert. Reichsaltbesitz 163V«. Steuergutscheine I 104'/°. Tagesgeld 1% %.
Notierungen vom 26. Februar. Berlin: JE. Farben 207, Bereinigte Stahl 154%, Reichsaltbesitz 163,40—163,50, Eemeindc- umfchuldung 102,70; Frankfurt: Siemens 364V», 36. 3ar6en 207'/,, Rheinstahl 194, Moenus 150V-, Felten 238, BMW. 208 MSBC 176V», Bereinigte Deutsche Metall 345, Reichsbank 141V,' Salzdetfurth 181V-, Wintershall 185, Elchweiler Bergwerk 285, ' Eichbaum-Werger 185, Reichsaltbesitz 163V«, Steuergut« scheine I 104V«.
Die Eishockey-Jugendmei st erschüft tn Prag wurde mit zwei Begegnungen fortgesetzt. Wien und Ostpreußen trennten sich 3:3, das Spiel zwischen Schwaben und Hochland endete 1:1. Wahrscheinlich werden nun in beiden Gruppen Entscheidungsspiele zwischen diesen Mannschaften notwendig. — Im Eiskunstläufen der Prager Jugendmeksterschasten fielen die ersten Entscheidungen. Im Reichswettbewerb der Jung» mädel Klasie B siegte Annelies Tischer (Böhmen/Mähren), während im gleichen Wettbewerb der BDM.-Klasie B Ingrid Wagner (Berlin) erfolgreich war. .
Dem Olympischen Kongreß will die Schweiz auf seiner nächsten Tagung den Vorschlag unterbreiten, den neu» geschaffenen Winter-Fünfkampf (Reiten, Fechten, Pistolenschießen, Lang- und Abfahrtslauf) in das olympische Programm attf« zunehmen.
Die Ludwigshafener Straßenräuber »erhastet
= Ludwigshafen, 27. Febr. Die Suche nach den Tätern, di« in der Nacht zum 22. Februar in der Prinzregentenstratze einen Losverkäufer des WHW. niedergeschlagen und beraubt Hattern, führte zur Festnahme der beiden Täter. Es handelt fich um einen Hans Fuchs aus Wiebelskirchen und einen Peter Wolff aus Neunkirchen. Beide haben bereits ein volles Geständnis abgelegt und wurden ins Gefängnis eingeliefert. Weitere Ermittlungen find noch int Gange.
die Not aber immer größer wurde, mutzte schlietzlich die Schnapsbrennerei aus Getreide und Kartoffeln ganz verboten werden. Allgemeine Beschränkung Les Lebensmittelverbrauches und eine Ab- gabepslicht für Erzeuger gab es nicht, man suchte sich eben mit kleinen Mitteln zu helfen, so gut es ging.
In Wiesbaden bildete sich ein Hilfsverein zur Beschaffung billigen Brotes an solche bedürftige Einwohner, die nicht aus öffentlichen Kasten unterstützt wurden. Im Dezember 1846 konnte der Verein nicht weniger als 1300 Personen dieser Art feststellen; diesen wurden „für die Dauer des laufenden Winters" 4 Pfund gefchrotenes Brot für 12 Kreuzer und ebensoviel gebeuteltes Brot für 15 Kreuzer verabreicht. Wiesbaden zählte damals 14 000 Einwohner. Da infolge des Notstandes, der fich bis in die kleinbürgerlichen und kleinbäuerlichen Kreise hinein bemerkbar machte, die Feldbestellung gefährdet erschien, veranlahte die herzogliche Stadtarmenkommission die Abgabe von Gerste und Hafer an minderbemittelte Personen zur Aussaat und die Stabt« schultheitzerei gab an unbemittelte Bürger Setzkartoffeln zum Preis von 2 sl. 56 Kreuzer für bas Malter ab.' Die Kartoffelpreise waren bemnach trotz bes Kartoffelmangels nicht einmal besonders hoch. Als im Mai unb Juni 1847 bie Not ihren "Höhepunkt erreichte, würbe in Wicsbabcn eine Aufnahme ber Kartoffelvorräte vorgenommen und der Verkauf unter behördliche Kontrolle gestellt. Einige Wochen vor der neuen Ernte mutzte die den Un= bemittelten gewährte Erleichterung des Broteinkaufes auch auf die gering bemittelten Ackerbautreibenden unb Hanbwerker ausgebehnt werden. Um aber Ordnung in die kommunale Fürsorge zu bringen, wurde bie Einführung von Brotkarten notwendig. Die Brotkarte ist also keine Erfindung des ersten Weltkrieges, sie hat in der des Jahres 1847 eine Vorläuferin. Die Wiesbadener Brotkarte von damals war jedoch nichts weitör als ein Ausweis des Inhabers, daß et zum Einkauf von Brot zum herabgesetzten Preise bei einem bestimmten Bäcker berechtigt war. wt.
Fünf einiigevtige Vorteile
1. Wer eisern spart, zahlt weniger Steuern und 5. Das Sparguthaben wird in Notfällen, bei der Sozialbeiträge. Geburt eines Kin-
2. Die Höhe des Krankengeldes berechnet sich des und bei der trotzdem nach -dem vollen Lohnbetrag. Verheiratung einer
3. Der Sparbetrag wird zum Höchstsatz verzinst Sparerin auf Antrag
4. Das Sparguthaben ist unpfandbar. sofort ausgezablt
'en kannst Du nach dem Sieg!
Metallarbeiter Wilhelm K... aus Essen».
„Klar — wir müssen jetzt gewaltig ran, die Arbeit türmt eich. Dafür verdiene ich aber auch ein schönes Stück Geld. Jetzt wird eisern gespart. Wenn erst der Krieg vorbei ist, dann will ich auch draußen meinen Garten haben. Das ist viel besser, als jetzt alles mögliche unnütze Zeug zu kaufen.“
Spare eisern jetzt im Krieg, kau
