Mittwoch. 25. Setfrnat 1942
Wiesbadener Tagblatt
Nr. 47 Sette 9
Ein frohes Lachen
Wiesbadener Nachrichten
deshalb noiwendi!
Spiegeleier Weltkurstadt
Alle Wiesbadener im Dienste der Heimat
p.
Momentaufnahmen:
Mittwoch : Verdunkelung von 19.59 bis 7.55 Uhr
zwei japanische Gelehrte duichgeführt haben, die Geschwülste in Tieren hervorgeruscn haben, denen täglich eine bestimmte Menge Glukose eingespritzt wurde. Profeffor Roberti hat schon seit längerer Zeit die Jnsulinkur bei der Behandlung von Geisteskrankheiten angewendet, und er konnte auf Grund seiner Erfahrung mit Sicherheit Insulin in starken Dosen verabreichen. Diese Möglichkeit hat ihn auch in den Stand gesetzt, die die Glukose regulierende Eigenschaft des Insulins bei Krebskranken zu versuchen, mit dem Ziel, den Ceschwulstzellen ihre Zuckernahrung und damit die Quelle ihrer Entwicklung zu entziehen. Diese Versuche haben überraschende Ergebnisse gehabt..
und Bildungseinrichtungen des Berufserziehungswcrkes der DBF. gebührenfrei offensteht. Das Bcrufserziehungswerk führt Lehrgemeinschaften für nahezu alle technischen Berufe sowie für die kaufmännischen Tätigkeiten durch. Alle Lehrgemeinschaften sind methodisch so geordnet, daß ihr erfolgreicher Besuch dem Teilnehmer berufliche Aufstiegswegc eröffnet. Auf Grund der neuen Anordnung der DAF. werden wir in den Lehrgemeinschaften im Rhein-Main-Gebiet in noch größerer Anzahl graue Uniformen unserer Soldaten sehen. __
H<rlK«rs „Maximilian oon Mexiko“ Uraufführung im Staatlichen Schauspielhaus zu Dresden Das Staatliche Schauspielhaus zu Dresden war der Schauplatz eines ebenso großen und bedeutsamen, wie künstlerisch glänzend verlaufenen llrausführungsabendes. Das neue Schauspiel „Maximilian von Mexiko" von Fritz Helke, dessen „Herzog von Enghien" an der gleichen Stätte seine Uraufführung erlebt hat, wurde mit allen Zeichen eines großen inneren und äußeren Erfolges, der den Dichter wiederholt an die Rampe rief, aus der Taufe gehoben. Ein großer, geschichtlicher Stoff, der schon viele Dramatiker gereizt hat, und daneben ein ergreifendes Einzelschicksal hat hier eine wahrhaft prachtvolle, von tiefster dichterischer Reife und dramatisch-literarischer Erkenntnis zeugende Erfüllung gefunden.
Der Verfasser sagt selbst von seinem Drama: „Das Stück ist jenseits aller Theorie entstanden; es ist auch nicht um einer Id e e willen geschrieben worden. Lediglich die Intuition hat bei seiner Niederschrift Pate gestanden. Der Charakter hat die Entwicklung geformt, die Ereignisse gestaltet und das Geschehen vorwärtsgetrieben." Und so darf Helkes Drama, welches das tragische Geschick und furchtbare Ende des Habsburgers Maximilian in Mexiko schildert, tief und packend, folgerichtig und logisch zwingend in seiner ganzen Architektur und Gestaltung, sprachlich und dichterisch wertvoll und dramatisch Äußerst wirksam in seinem Szenenaufbau genannt werden.
Von Rudolf Schröder wär es mit vorbildlicher künstlerischer Intuition inszeniert worden. Menschlich ergreifend und darstellerisch imponierend Carl Günther in der Titelrolle, "Friedrich Lindner als sein Gegenspieler Juxrez und Antonia Dietrich als unglückliche Kaiserin Charlotte. Starke Jllusionskrast besaß das Bühnenbild Adolf M a h n k e s. Felix v. Lepel
Nach siegreichem Kriegsende sind dem Wiesbadener Kur- und Berkehrsverern im Dienste der Kur- und Wohnstadt Wiesbaden grobe Aufgaben gestellt. Schon jetzt werden die organisatorischen Vorbereitungen getroffen, um den Erfolg dieser Arbeit zu sichern Der WKVV., als die kursördernde Ge- mernschaft aller Wiesbadener, bedarf bei seiner Arbeit der tatkräftigen UnteEützung aller Bewohner unserer schönen Stadt. Aber auch die Wiesbadener, die fern ihrer Heimatstadt leben und wirken, sind ausgerufen, daran mitzuarbeiten, daß der Ruf unserer Kureinrrchtungen und die landschaftliche Schönheit unserer Stadt in immer weitere Kreise dringt. Viele alte Wiesbadener haben bis jetzt schon in freudiger Bereitschaft in der Außenorgani- sation des WKV^. mitgearbeitet. Wie in der letzten Ausgabe von „Kur und Verkehr'^ mitgeteilt wird, ist der Name der Auhenorganifation geändert worden, um wiederholt aufgetretene Mißverständnisse und falsche Auslegungen zu vermeiden. Der WKVV. hat letzt hierfür die Bezeichnung „Heimatwerbe- dienst auswärtiger Wiesbadener" eingeführt. Diese Bezeichnuim bringt klarer den eigentlichen Sinn dieser für die Karstadt Wiesbaden tätigen Einrrchtung zum Ausdruck. An alle Wiesbadener ergeht die Aufforderung, Anschriften ihrer Verwandten und Bekannten dem „HWD." zur Verfügung zu stellen. Sicherlich gibt es noch viele alte Wiesbadener, die gerne Mitarbeiten. Sie sind von Ser Beitragspflicht befreit und übernehmen durch ihre Mitgliedschaft lediglich die schöne Aufgabe, sich für die Belange Wiesbadens in der Ferne in ihrem Bekannten- und Freundeskreise einzusetzen. Sie selbst werden auch über alles das unterrichtet, was in ihrer alten Vaterstadt vorgeht und so stehen die Volksgenossen Wiesbadens und alte die, dre einst hier das Licht der Welt erblickten in einer Front: in der Arbeit für unseteWeltkurstadt.
reich sich diese kurze Zeit der Entspannung auswirkt. Da kann im Haushalt noch so manch nutzloser Weg erspart, so manche Doppel« arbeit vermieden werden, wenn man vor Beginn seines Tagewerks ein genaues Programm festlegt. Auch wenn man über ein gutes Gedächtnis verfügt, ist es ganz vorteilhaft, einige Stichworte schriftlich niederzulegen Wenn man cs schwarz auf weiß besitzt, braucht man damit nicht seinen Kopf zu belasten, und eine Arbeit, die man folgerichtig zu Ende führt, hilft einem weiter, als wenn man vier Dinge nebeneinander zu erledigen sucht, wobei dann nichts richtig wird. Lange Telefongespräche sind heutzutage nicht am Platze. Dabei kommt oft nur Klatsch und unnützes Jammern heraus. Bekanntcnbesuche sind ja ganz schön; wenn sie jedoch un- eingeladen und zu möglichst unpassenden Tageszeiten erfolgen, sind sie eine Last und Plage für die arme Hausfrau. Ein entsprechender Hinweis ist keine Unhöflichkeit, und die wirklich guten Freunde verstehen es schon, wenn wir jetzt weniger Zeit für sie übrig haben.
Das waren nur ein paar Beispiele. Sicherlich treffen sie nicht auf jeden Haushalt zu, aber ebenso gewiß wird cs in jedem Fall noch Möglichkeiten geben, die Arbeit so zu gestalten, daß eine kurze Stunde der Freizeit dabei herausspringt. Aus diesen stillen Stunden der Besinnung und Sammlung wird uns jene Ruhe, Ausgeglichenheit und Zuversicht erwachsen, die allein die Kraft und den guten Mui zu weiterer Arbeit zu geben vermögen. P. St.
Bei sreundlicher Bedienung fühlt man sich wohl
Wir haben alle mehr oder weniger unsere Sorgen ist es aber ..." ‘ sg, seine Mitmenschen damit zu behelligen? Nicht
immer ist es leicht, im Verkehr mit dem Publikum jene Geduld zu bewahren, die notwendig ist, um einen freundlichen Verkehr mit den Volksgenossen aufrecht zu erhalten. Das wißen wir, denn gar zu oft werden unberechtigte Wünsche gestellt, die nicht e nullt werden können. Wird dann der gestellte Wunsch aber noch in unhöflicher Form abgelehnt, dann ist die Verstimmung da. Wir können aber auch vom Gegenteil aus eigener Anschauung berichten. Wir kennen da eine Weinstube im Stadtinnern, in der wir uns ab und zu ein gutes Glas „Rheingaucr" zu Eemüte führen. Hier finden wir sowohl bei der Wirtin als auch bei der Bedienung, eine solch gleichbleibende Freundlich- und Höflichkeit, daß man sich sofort heimisch fühlt. Und so geht es nicht allein uns, sondern den meisten Besuchern, die hier zu einem besinnlichen Trunk zusammenkommen Die Frauen, die Träger dieser E a ft ft ä 11 e — im wahrsten Sinne des Wortes — find, sehen ihre Verpflichtung darin, auch während der Erschwernisse der Kriegszeit dem East die Freundlichkeit entgegenzubringen, die wir häufig an anderen Stellen gar zu schwer vermissen. Und dafür sei ihnen gedankt, p.
Karl May unö Mo Zugond
Zum 100. Geburtstag des Bolksschriftstellers (25.2.)
Dielen Aufsatz schrieb einer, der nach dem Weltkrieg zum ersten Male Karl May las, also ein Vertreter unserer jungen Generation. Der Autor Heinz Rusch erhielt den Leipziger Dichterpreis.
Eigentlich, sollte man meinen, müsse Karl May heute im Herzen der deutschen Jugend durch eine andere Erlebniswelt verdrängt sein, durch die harte und reale Erlebmswelt des ersten Weltkrieges und des gegenwärtigen Krieges, der ja genügend Abenteuerliches allein schon durch die dramatisch-gegensatzlichen Kriegsschauplätze der Vorstellungswelt bietet: Afrikas heiße oder Nordlands falte Wüsten. Aber ist es wirklich so? Ist Karl May der deutschen Jugend von heute gleichgültig geworden. Und ist das abenteuerliche Reich, das der Volksschriftsteller Karl May tn seinen Büchern schuf, wirklich schon in Vergessenheit gesunken.
Als vor 30 Jahren, am 30. März 1912, der siebzigjährige Mann mit dem schönen, silbergrauen Haar und den jungen leb- haften Augen in der „Villa Ehatleryand" in Dresden-Radebeul ldort, wo heute ein romantisches Blockhaus das Karl-May-Museum beherbergt) starb, konnte er nicht ahnen, welchen umwälzenden Ereignissen das deutsche Volk in den nächsten Jahrzehnten aus» gesetzt sein sollte. Die Welt von heute ist anders geworden, und auch die Jugend, die in unseren Tagen lebt, kennt andere Ideale als damals. Aber, cs gibt Ideale, die unsterblich find, die Generationen erheben und begeistern, auch wenn die Menschen sich gewandelt haben. Von solchen Idealen sind auch die Bucher Karl Mays erfüllt. ...
Es war im Weltkrieg, wenige Jahre nach dem Tode ihres Schöpfers als wir die ersten Bücher von Karl May in die Hand bekamen Mit leuchtenden Augen und glühenden Wangen lasen wir von den Abenteuern, Verfolgungen, Rettungen, von den mörderischen Kämpfen, die sich in den riesigen Waldern und Prärien Nordamerikas abspielten, und wir vermeinten ste — immer umhüllt von Gefahr, von Lift und Pulverdamps - alle vor uns zu sehen: Winnetou, Old Shatterhand, Sam Hawkens, Old Fiieband und wie sie alle hießen. Und der große Kamps, der draußen in der Welt tobte, schien uns nicht einmal |o fern von all dem zu liegen, was wir in diesen Romanen Karl Mays lasen. Denn was man uns erzählte, von den Heldentaten deutscher Soldaten, von feigem Verrat und Frcundestreue, von Aufopferung und Mutigen Schlachten, war ja in diesen Büchern, in das Gewand einer fremden, romantischen und darum nurx um so reizvolleren Welt gehüllt, enthalten. „ .
_ Nicht anders ist es heute: Wieder sieht die Welt int Kriege,
Rolandsbogen aus, den grau Fischer-Dyck u. a. neben den immer wieder gern gelesenen unvergleichlichen „Tippelbildern" und der erschütternden Ballade vom „Elockenwunder von Hadamar zum Vortrag brachte. Waltrud Ritzel las verschiedene spanische Novellen, die südliche Glut atmen, sowie entzückende Kleinstadtschilderungen und sang drei von ihr trefslich vertonte, charmante Lieder des Vaters „An Marie-Lott", „Alle Sieben" und „Der ver- liebte Hecht" zur Laute. sL
— Letzte Warnung an die Säumigen. Es liegt im Interesse der säumigen Kraftfahrzeughalter, den wiederholten Aufforderungen des Wirtschaftsamts bctr. Meldung beschlagnahmter Kraft- fahrzeug-Luftbereifungen nunmehr gewissenhaft nachzukommen, da sie sich sonst wegen ihres die Kriegswirtschaft schädigenden Verhaltens schwerer Bestrafung aussetzen.
— Franz Fehringer heute im Deutschlandsender. Zum 150. Ge« burtstag Rossinis bringt der Deutschlandsender in der Musik zur Dämmerstunde von 18—19 Uhr Musik aus Opern des Meisters. Die Solisten der Sendung sind Elisabeth Reichelt, Franz Fehringer und Hermann Abelmann. Dirigent Generalmusikdirektor Erich Orthmann. — Das Abendprogramm des Groß- deutschen Rundfunks am Donnerstag beginnt am 20.20 Uhr mit einem musikalischen Gruß aus dem „Singenden, klingenden Frankfurt".
— Personalien. Anwaltsassessor Hans Irinins, Wiesbaden, ,st als Rechtsanwalt beim Amts- und Landgericht zugc- lasien worden. — Beim R^ierungs-Rechnungsreoisor bei der Regierung Wiesbaden wurde Regierungsinspektor Willi B e n a ck ernannt.
— Wieder 71/» Wochen Sommerferien für die Schulen. Auch im Jahre 1942 werden die Sommerferien der Schulest wieder 7Vr Wochen betragen und dreifach gestaffelt fein. Hessen- Nassau gehört zur zweiten Staffel, für die die Ferienzeit vom 4. Juli (erster Ferientag) bis 24. August (letzter Ferientag) läuft. Das Land Hessen gehört zur dritten Staffel (11. Juli bis 1. September). Für die ländlichen Volksschulen ist mit Rücksicht auf die verschieden liegenden Erntezeiten eine unterschiedliche Festlegung der Termine angeordnet worden.
— Ab 1. April Berufsschule kostenfrei. Als eine der Maßnahmen zur Sicherstellung einer möglichst guten Ausbildung des Nachwuchses für die Berufe war bereits vor Kriegsbeginn die Berufsschulpflicht für das Reichsgebiet eingeführt worden. Die Berufsschulpflicht steht nunmehr neben der Volksschulpslicht. Zum Unterschied zu der Volksschule waren aber bisher bei den Berufsschulen von den Arbeitgebern noch Kostenzuschüsse, sogen. Be- rufsjchulbciträge zu leisten. Nunmehr ist angeordnet worden, daß die Träger der Berufsschulen mit Wirkung vom 1. April 1942 von Gewerbebetrieben, von Gewerbetreibenden, von nicht gewerbetreibenden Arbeitgebern oder von den gesetzlichen Vertretern der Schüler Abgaben zur Deckung der Kosten der Berufsschulen nicht mehr erheben dürfen. Die Berufsschulbeiträge sind damit weggefallen.
Der werktätigen Frau gebührt der Bortritt Die letzte Stund« vor Ladenschluß gehört in erster Linie diesen Frauen
Wenn man morgens oder abends, jeweils zu den gleichen Zeiten, im Omnibus oder tn der Straßenbahn zum oder vom Dienst fahrt, eng gedrängt zwischen Männern und Frauen nahezu jeden Lebensalters, so blinkt von den Händen der Frauen immer wieder der Trauring. Aus so manchen Gesprächen vernimmt man, daß die Männer an den Fronten stehen. Der Arbeitstag dieser wackeren Frauen endet ineist erst am späten Nachmittag, mitunter zu einer Stunde, da die Zeiger der Eeschäftsuhren die letzte Verkaufsstunde bereits überschritten haben. Um diese Zeit sind fast alle Läden überfüllt. Da treten nun die werktätigen Frauen, noch matt und bleich von Arbeit und Fahrt, in den Laden. Vor ihnen stehen ein Dutzend und mehr Menschen, welche den ganzen Tag über Zeit zu ihren Einkäufen gehabt hätten, aber nein, erst kurz vor Torschluß fiel ihnen ein, daß sie noch dies brauchten und auch noch das. Nun bilden ihre Rücken, Ellbogen und Handtaschen, von ihren Hüten überhaupt nicht zu reden, eine nur schwer zu durchdringende chinesische Mauer, ihre Stimmen erfüllen den Laden, und das dünne Organ der grau, die den Tag über an ihrem Arbeitsplatz ihre Pflicht erfüllte, deren Kinder nun zu Hause auf die Mutter warten, das verweht. Da fällt aus ihrer Tasche ein Täschchen und aus dem Täschchen der Werkausweis; die vor ihr stehende grau bückt sich nach ihm. Sie murmelt nur ein verlegenes „Bitte" und tritt vor der werktätigen grau zurück. Aber nicht immer ist ein Käufer so hilfsbereit. e.
Besinnung gibt Straft
Unser aller Leben steht unter dem Zeichen unermüdlicher Arbeit. Selbst der Feierabend ist oftmals ausgefüllt von taufenb Dingen, die zur Erledigung drängen und uns nicht zur Ruhe kommen lasten. Wenn wir auch wisten, daß unsere heutigen gewaltigen Anstrengungen einstmals tausendfach belohnt werden, so mag doch bet eine ober anbere manchmal mutlos werben, wenn ,hm die Arbeit über den Kopf zu wachsen droht. Dann ist es höchste Zeit, einmal zu prüfen, wie man seine Arbeitsmethoden ober seine Zeiteinteilung änbern kann, daß man einerseits mit seinem Arbeitspensum fertig wird und andererseits noch jeden Tag eine kurze Zeitspanne für sich selbst zur Verfügung hat, wo man frei vom Slutag seinen kleinen Liebhabereien nachgehen und alle Hast hinter sich lasten kann, um so die Kräfte zu sammeln, die für weitere Arbeit so notwendig sind. Ein kurzer Spaziergang, ein gutes Buch, ein wenig Blumenpflege oder ein kurzes Besinnen füllen diese Freizeit aus, und die noch bevorstehenden Aus- gahen gehen bann um vieles leichter.
Vielen von uns mag biefe Forberung unburchsührbar erscheinen. Aber bei richtiger Zeit- und Arbeitseinteilung und einigem guten Willen wird es sicherlich gelingen, diese kurze Arbeitsruhe für sich zu erwirken. Wer einmal den festen Vorsatz gefaßt hat und ihn durchhält, wird Zehr bald spüren, wie fegens« der in seinen riesenhaften Ausmaßen mehr noch als damals ferne Länder und fremde Völker in unseren Erlebniskreis zieht. Und wenn sich auch unsere Vorstellung vom Indianer, wie ihn Karl May schilderte, längst gewandelt hat, wenn wir auch wisten, daß der Amerikaner die Rothäute, eine heroische, aussterbende Raste, nur nach als „busineß" betrachtet, als Ausstellungsstück von bunter Exotik — was schadet es? Was wir damals an Karl May liebten, als wir „Winnetou" und den „Schwarzen Mustang" verschlangen, ist gehlieben: abenteuerliche Ferne, Heldenmut und Freundestreue, Rache für erlittenes Unrecht und jene erregende Mischung von Sentimentalität und Spannung, die man Karl May immer als Schwäche ausgelegt hat. Aber er wußte wohl nur zu gut, wodurch die Jugend am meisten zu fesseln ist, und wir wissen heute, daß nicht dies das Ausschlaggebende war, sondern die sittliche Haltung, der edle Sinn und der jugendliche Kampfesmut, vor dem alles, was man persönlich an Karl May auszusetzen hatte, in nichts versank. Die indianische Raste rückte in ihrem heroischen Daseinskamps in erregender Buntheit zum ersten Male — wenn auch erfüllt und umrahmt von vielen phantafievollen und romantischen Zügen — in das Blickfeld der deutschen Jugend.
Karl Mays Werke sind heute in mehr als sechs Millionen Bänden verhreitet. Ein Bücherregal müßte 180 Kilometer lang fein, um alle Bände unterzubringen. Sie wurden in - fünfzehn Ssremdfprachen übersetzt. Das deutsche Volk aber wird das um- angreiche, fünsundfechzig Bücher umsastende Werk des am 25. Februar 1842 geborenen und am 30. März 1912 zu Radebeul verstorbenen Volksdichters Karl May weiterhin getreulich im Herzen behalten.
* Rudolf Reis, Martha Bruns, Joe Eibinger verlassen uns mit dem Ende der lausenden Spielzeit. Reif geht^an das Deutsche Theater in Prag, Martha Bruns wurde an das Staatliche Schauspielhaus nach Hamburg verpflichtet. Joe Eibinger folgt einem Ruf an das Operetten-Thcatcr in Mährisch-Ostrau.
* Neues über die Natur der Krebskrankheit. In der Medizinischen Akademie von Florenz machte Profestoi R o b e r t i eine Mitteilung oon besonderer Bedeutung über die Natur der Krebskrankheit. Die Krankheitsursache liegt-nach seiner Meinung in einer Störung der Zuckerverhältniste des Körpers. Wie cs bei der Zuckerkrankheit die Menge der zirkulierenden Glukose ist, von der das Leiden abhängt, so ist cs beim Krebskranken die Qualität der Glukose, die die Entwicklung der Geschwulst begünstigt, und vielleicht ist die Entstehung der Krankheit die Folge einer pathologischen Reizung dieser Art. Diese zweite Annahme wird weitgehend durch Forschungen unterstützt, >e neuerdings
Wichtig für den Einzelhandel
Verkürzte Aufbewahrungsfrist für äBarcncingangsbclegc
Nach den geltenden Bestimmungen sind das Wareneingangsbuch die zum Wareneingangsbuch gehörigen Belege und die Buchungen übe den Warenausgang zehn Jahre lang aufzubewahren Der Reichsfinanzminister hat sich damit einverstanden erklärt, daß die zum Warencingangsbuch gehörigen Belege und die Buchungen über der. Warenausgang nur fünf Jahre lang auf bewahrt werden. Für Buchungen über den Warenausgang, die Bestandteile einer anderen Buchführung werden sowie für das Wareneingangsbuch selbst bleibt es bei der zehnjährigen Aufbewahrungsfrist. __
Zwei Lehrlinge auf jeden Anlernlchrling
Im Zusammenhang mit der Anerkennung des Anlernberufs „Verkaufsgehilfin" hat die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel für die Zahl der in einem Unternehmen insgesamt im Lehrberuf „Einzelhandelskaufmann" und im Anlernberuf „Verkaufsgehilsin" zur Ausbildung kommenden Jugendlichen näheres bestimmt. Hiernach soll die Zahl der in einem Unternehmen in dem genannten Anlernberuf auszubildcnben weiblichen Jugendlichen im Verhältnis 2:1 stehen. Bei einem Unternehmen mit insgesamt weniger als sechs genehmigten Ausbildungsplätzen ist dieses Zahlenvcr- hältnis wie folgt anzuwenden: Bei insgesamt vier oder fünf Ausbildungsplätzen müßen wenigstens zwei Lehrlinge und bet zwei Ausbildungsplätzen ein Lehrling vorhanden fein. Betriebe mit nur einem Ausbildungsplatz können entweder einen Lehrling oder einen Anlernlchrling ausßtlben. Ausnahmcregelungcn sind für besondere regionale Verhältnisse möglich. Gleichzeitig bat die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel den Anlernberuf „Verkauss- gehilfin^ in folgenden Fachzwcigen untersagt: Leder- und Schuh- bedarfsartikel, Drogen, garben, Photo, Lhirurgieinstrumentc und Sanitätsbedarf, Optik, Kraftfahrzeuge, Kohle und Rundfunk. In den letztgenannten Berufen ist also nur der Lehrberuf möglich. Der Reichsarbeitsminister hat die Arbeitsämter gebeten, der Bestimmung der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel bei Durchführung des Zuftimmungsvcrfahrens Rechnung zu tragen.
— Jörg-Ritzel-Eedenkstunde der Ortsgruppe Wiesbaden Deutsche Frauenkultur. Im „Taunus-Hotel" hielt am Dienstag die Ortsgruppe Wiesbaden des Verbandes Deutsche grauentultur im Deutschen grauenwerk eine Gedenkfeier für den vor einem Jahr verstorbenen Heimatdichter Jörg Ritzel ab. Die stellvertretende Leiterin der Ortsgruppe grl. Passavant begrüßte vor allen die Gattin und Tochter Jörg Ritzels. Hieraus gab grau gischcr-Dyck einen fesselnden Abriß des Lebens dieses echt rheinischen Dichters und feiner verschiedenen Schaffensperioden, angefangen bei den Kindheitserinnerungen, die sich zwischen den Ruinen der Burgen „Katz" und „Maus" und den gelfen der Loreley abspielten, über die Jahre in fremden Ländern bis zur Rückkehr an den sagenumwobenen Rhein. Zahlreiche Dichtungen, epischer und lyrischer Art hat Jörg Ritzel in all diesen Jahren geschaffen. Alle sind charakteristisch und originell: voll dramatischer Kraft die Balladen, voll Witz und Humor die Erzählungen, Gedichte und Novellen. Erwähnt seien: „Trutz Katz", „Brautsucher", „Deutscher Föhn", „Die Orgelbornskirmcs" sowie die Bühnenwerkc „Spalierobst" und der „Kuß in der Westentasche", oder das Buch vom lachenden Rhein, in dem sich 1000 Jahre rheinischen Humors in Wort und Bild widerspiegeln. Aus allen Dichtungen Jörg Ritzels spricht uns sein sonniges Wesen, seine feine Charak- terlsierungskunst, seine treudeutsche Gesinnung an. Ein wenig schmerzlich war cs für Ritzel, daß ihn eigentlich nur das Lied vom „Rolandsbogen" in aller Mund gebracht hat, während er davon überzeugt war. in vielen feiner anderen Arbeiten Besseres gegeben zu haben. Das drückt er auch in einem Epilog zum
Bemerkenswert für unsere, So'daten
Schutz für ausgeschiedene Soldaten
Die Eaurcchtsberatungsstellc der DAg. weist auf folgende Entscheidung des Reichsversicherungsamtes (H a K 63/40) hin: Zu den Dienstpflichtigen, die beim Ausscheiden aus der Wehrmacht während ihrer Erwerbslosigkeit etwaige Ansprüche nach 214 RBO. gegen die Krankenkasse, der sie vor Eintritt in die Wehrmacht angehört haben, gemäß § 209 a Abs. 2 a. a. O. behalten, gehören auch die Personen, die der Wehrmacht freiwillig beigetreteit waren oder ihre Zugehörigkeit nach Ablauf der Pflichtdienstzeit freiwillig fortgesetzt hatten.
Gebührenfreie Ausbildung für Kriegsversehtte
Im Rahmen der gürforge und Betreuung kriegsversehrter Soldaten wird in Deutschland all denen, die infolge ihrer Verwundung nicht mehr in ihre alten Berufe zurückkehren können, bereits seit' geraumer Zeit Gelegenheit gegeben, sich für eine andere Arbeit ober aus einen neuen Beruf umschulen zu lassen. In unserem Gau wurde diese Arbeit schon frühzeitig von der Bcrufserziehungsstättc granksurt der DAg. in Angriff genommen. Diese Umschulung verfolgt das Ziel, den Versehrten einen Arbeitsplatz zu heschaffen, an dein er, wenn irgend möglich, mehr als früher, zumindest aber ebensoviel, verdient. Dabei hat sich die DAg. in unserem Gau die besondere Ausgabe gestellt, die Kriegsversehrten dafür vvrzubereiten, daß sie als Unterführer in der Wirtschaft eingesetzt werden können. Diese Umschulung ist für den Versehrten mit keinen Ausgaben verbunden. Nunmehr hat die DAg. bestimmt, daß auch solche kriegsversehrten Soldaten, für die zwar nicht die Notwendigkeit einer Umschulung besteht, die sich aber vor ihrer Rückkehr tn das Arbeitsleben beruflich fort« bilden oder vervollkommen wollen, der Besuch aller Schulungs-
