Wiesbadener Tagblatt
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$nK und «erlag: X. Lchelleuberg'jche «uchdrnckere», Langgasse Rr. 21 ,ragblatt- tzaus>
90. Jahrgang
Dienstag, 24. Februar 1942
Nummer 46
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Unsere U Boote versenkten erneut 63 üvv BRT
umgekehrt
Neue Ritterkreuzträger
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Kommandeur eines Jvsanterie-Reglments.
Ritterkreuz für einen italienischen General
as. In England beseitigen Churchill und Cripps die letzten Widerstände s
Die Nachtangriffe zu kostspielig
Auch sonst sucht man den Bolschewismus in jeder Weise zu popularisieren. So ist in London eine Ausstellung si>wjen^er Frontbilder und Karrikaturen eröffnet worden, dre auch em Bild
as. Die Meldung von dem neuen Erfolg unserer U-Boote im Atlantik und vor der nordamerikanischen Küste ist — zusammen mit der über London kommenden Nachricht, daß ein Punkt an der kalifornischen Küste von einem japanischen U-Boot mit etwa 20 Granaten belegt wurde — der beste ^Kommentar zu der Plauderei am Kamin, die Roosevelt gestern hielt. Wenn Roosevelt hierin erklärte, datz die USA. den Kamps über weite Strecken führen mützten, so zeigen diese Meldungen, datz die Gegner der USA. Herrn Roosevelt die Sorge um die Überwindung dieser Entfernungen abnehmen. Wenn freilich Roosevelt meinte, datz die USA. auch weiterhin den Feind dort treffen müßten, wo sie ihn fänden und wenn er prahlerisch hinzusetzte, datz die USA. dem Steinb ..jeden Taa einen Zoll abnähmen", so zeigen die neuen
Berlin. 23. Febr. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an:
Oberst Franz Reibecker. Kommandeur eines Ja- ttie-Regimenis, Oberstleutnant. Joseph P a u s r u g e r.
Fejnd ^jeden Tag einen" Zoll abnähmen", so zeigen Erfolgsmeldungen wiederum, datz die Dinge gerade
der amerikanischen Küste vernichtet
Bei Einflügen einzelner britischer Bomber in die Deutsche Bucht schoß Marine-Artillerie tn bett trüben Morgmistunden des 24. Februar ein feindliches Flugzeug ab. -
Acht Schiffe im Atlantik und vor
Aus dem Führerhauvtauartier, 24. Febr. (Funkmeldung).
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Au verschiedenen Stelle» der Ostfront brachten Verbände des Heeres und der Luftwaffe auch gestern feindliche Angriffe zum Scheitern. Kamvfverbande der Luftwaffe setzten die Zerstörung sowjetischer. Etienbahnltnten fort. Hierbei wurden südostwärts des Jlmen-Sees mehrere Trausvortzüge vernichtet nnd Teilstrecken der Murmaubahn schwer getroffen. Bet Nachtangriffen deutscher Kamvsffiegerkräftc auf die Festung Sewastovol entstanden große Brände.
Ja der Zeit vom 20. bis 23. Februar verloren dte Sowjets 83 Pauzerkampfwagen.
In Rordafrika mürben bei Spähtruppunter- nehmungen einige britische Panzerspähwagen zerstört. Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen rückwärtige Ber- binbungen unb motorisierte Kolonnen bes «»eindes. Deutsche Jäger. schossen ostwärts Sollum vier britische Flugzeuge tn 2“ alTbc” Insel Malta würben.Flugplatzanlagen unb Flakstellungen bei Tag unb Rächt mn Bomben belegt.
Wie bereits durch Sonbermelbung bekaunigegeben. versenkten beutsche Unterseeboote aus Geleit,ugenim Atlantik und vor der amerikanischen Küste wettere acht Schiffe mit zusammen 63 000 BRT„ darunter fünf Tanker.
Armut über England
Von Wilhelm Ackermann
Seit längerer Zeit bereits gehört es zu. den SKobe« erjcheinungen in der englischen Presse und in ..manchen politischen Zirkeln, sozialreformerische Eedankengange für die Zeit nach dem Kriege.zu entwickeln und er« örtern. Abbau des hochkavitalistischen Wtrtschattssystems. Überbrückung der gewaltigen Kluft zwischen arm und reich, größere soziale Gerechtigkeit, das sind die Themata, dre zum Teil mit weitgehender Nachahmung, der tatsächlich e n Entwicklung in den totalitären Staaten des europäischen Kontinents debattiert werden. Zweifellos entstammt ein Teil dieser Diskussionen dem Bestreben, deutlich vernehmbare Zukunstsforderungen der englischen Arbeiterschaft rechtzeitig abzufangen, tn derxn Kreisen der Entschluß sehr lebendig ist. nicht abermals wie nach dem Weltkriege um die Früchte ihrer Kriegsopfer betrogen, zu werden. Man will durch das scheinbare Eingeben aus ihre Forderungen dieser Stimmung in den breiten Massen nicht nur ein Sicherheitsventil öffnen, sondern sie auch r^tzeltlg eindeichen. Anderseits aber gibt es auf ben britischen Inseln auch vereinzelt Einsichtige, die bei ihren Überlegungen über die Kriegsfolgen zu der Erkenntnis gekommen sind, daß die Zukunft nicht wieder da sortfahren kann, wo die Vergangenheit durch den Krieg jäb unterbrochen wurde, und daß es richtig und notwendig ist. sich beizeiten auf ein gründlich verändertes Weltbild einzustellen.
Wenn der in ihrqr Vorstellung..schlimmste Fall eines eindeutigen Verlustes des Krieges für England zur Tatsache wird, dann darf man fraglos Churchill ebenso als den Begründer der englischen Armut bezeichnen, wie Lord Clive als Eroberer Indiens der Begründer des englischen Reichtums gewesen ist. Denn der Beginn dieser Verarmung ist schon jetzt immer deutlicher spürbar. Es sind, insbesondere seit dem Ausbruch des ostasiatischen Konfliktes, ganz gewaltige, in die Milliardenziffern gehende Verluste .an Kapitalien und den daraus fließenden Kentenetn« kommen zu verzeichnen. Sie beruhen ebenso auf der Einbuße natürlicher Reichtumsauellen an Rohstoffen, rote auf dem Dahinschroinden der Gewinne aus dem Handel und der beherrschenden Stellung der englischen Schfffabrt im Wel.t- transvortgeschäft. Die Kriegsverantwortlichen.. die sich bis zur endgültigen KatastrovÄ zu rosigem Optimismus verpflichtet fühlen werden, such«, Xroit tn .der oberflächlichen Vorstellung, daß der lavanlsche Gegner selbst tm ^all.des militärischen Sieges schließlich an der. Überspannung ferner Kräfte scheitern und auf dre Dauer nicht m der Lage se-n werde, seine Eroberungen zu behaupten und „nutzbar zu machen. Diese Hoffnung trügt in doppelter Hm sicht. Selbst wenn die Völker des asiatischen Raumes ihre zukünftige Schicksalsgestaltung nicht unter japanischer Führung in die eigene Hand zu nehmen, vermögen, ist Japan durchaus ,n der Lage, seine Machtstellung genau so zu behaupten, rote England sie jahrhundertelang aufrecht erhalten konnte Dazu bedarf es keineswegs einer Überspannung der Kraffe. denn auch die britische Herrschaft über die an Unterroerfun» und Duldung gewohnten Völkerschaften des asiatischen Ostens ließ sich mit einem Mindestmaß an tatsächlicher Machtentfaltung und Menscheneinsatz behaupten. Man schmeichelt sich, in gewissen englischen Kreisen mit der Vorstellung, im Raum des europäischen Kontinents werde die Neuordnung durch die. Achsenmachte letzten Endes doch an der steten Bereitschaft der übrigen Volker zur Rebellion gegen ihre vermeintlichen Unterdrücker, .scheitern. So falsch schon diese Auflassung von der eurovaiichen Situation an sich ist. so wenig läßt sie sich gar am die Verhältnisse in Asien übertragen Aber mcht nur au dieser Nachfolge Japans in der dortigen englischen Machtstellung beruht der britische Verfall, sondern auch auf der. bereits offensichtlichen Auflösung des weißen Empires.
gegen eine Bolschewifieiung. Das ist bet9 Sinn des letzten Ministerschubs, der mit der Ausbootung des bisherigen Kriegsministers Margesson, des früheren konservativen Einpeitschers und anderer konservativer Mitglieder eine weitere Schwächung des konservativen Einflusses brachte. Nachträglich wird man sich auch im konservativen Lager darüber klar daß der Name Lord Hal, fax, Botschafter in Wshington, der'bisher Mitglied des Kriegskabinetts war, ,n bet neuen Ministerliste fehlt. Kennzeichnend ist denn auch, daß die Blatter der Rechten die neueste Kabinettsumbildung am kühlsten kommentieren. Wenn gleichzeitig der bisherige Erzbischof vonYork Temple gegenüber dem Widerstand gerotfiet konservativer Kreise zum Erzbischof von Canterburrp und damit MM Haupt der englischen Kirche ernannt wurde so entspricht das dem Cripps Kurs. Temple ist als Bolschewistenfreund bekannt und ist noch radikaler als sein berüchtigter Vorgänger.
Cripps bestimmt die Marschroute
Nach dem Kriegskabinett auch das übrige englische Kabinett umgebildet
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verlaufen.
Im ganzen war die Roosevelt-Rede dann auch auf einen ziemlich pessimistischen Ton gestimmt. Erinnert man sich früherer amerikanischer Reden, nach denen man Tokio in Flammen aufgehen lassen und Japan innerhalb 90 Tagen vernichten wollte, so find die jetzigen Ausführungen auf einen ganz anderen Ton gestimmt. Bekundete doch Herr Roosevelt geradezu Sorgen um die nordamerikanische Küste, Sorgen, die — wie die letzten Ereignisse zeigen — nicht unberechtigt sind. Wenn Herr Roosevelt freilich feine Hörer aufforderte, einen Weltatlas aufzuschlagen und wenn er damit die Erwartungen der Hörer hochspannte, so hielt er nicht, was man vielleicht erwartet hatte. Irgendwelche strategischen Dinge wußte Roosevelt nicht zu berichten, sondern in dieser Hinsicht war seine Rede mehr als kläglich. Es war im ganzen die Ansprache eines Mannes, der innerlich wohl erkannt hat, daß er sich schwpr verrechnete, wenn er bas auch nach außen noch zu verbergen sucht. Die neuesten (Erfolge der deutschen und japanischen U-Bootwaffe werden aber auch den amerikanischen Hörern des Herrn Roosevelt die Augen weiter öffnen.
Verlust einer Korvette eingestanben
Stockholm. 23. Febr. Die Korvette „Alic e". die im englischen Eeleitbienst eingesetzt war. wurde, wie Reuter jetzt zugeben muß, am 22. Februar im Atlantik bombardiert und versenkt. Von der Besatzung werden 34 Mann vermißt.
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Stockholm. 23. Febr. Nachdem Churchill , erst am Donnerstag das Kriegskabinett umgebildet hatte, indem er es auf sieben Mitglieder reduzierte, den Bolschewisten Cripps, als Lordsiegelbewahrer hineinnabm und Lord Beaverbrook nach USA. schickte, hat er nun auch das übrige Kabinett einer gründlichen Umgestaltung unterzogen. Fünf Mitglieder wurden fallen, ge.- lassen, vier neue Männer ausgenommen und zwei Minister mit anderen Aufgaben betraut.
Entlassen wurden: Kriegsminister Margesson. der Minister ohne Geschäftsbereich Greenwoob. der Minister für öffentliche Arbeiten Lord Reiht. Kolonialminister Lord Moy ne. unb bei Minister für Flugzeugproduktion Moore-Brabanzon.
Ernannt würben zum Kolonialminister Viscount C r a n- b o r n e. zum Kriegsminister Sir James G r 16 6. zum »an« delsminister Hugh Dal ton. zum Minister für öffentliche Arbeiten unb Ersten Kommissar für öffentliche Werke Lorb Portal, zum Minister für bie FluMugprobuktian Llewellin unb zum Minister für den Wirtschaftskrieg Viscount Wolmer.
Margesfon war am 23. 12. 1940 zusammen mit Eden ins Kahinett einaetreten. Bevor er Kriegsminlster wurde, war er varlamentarifcher Sekretär des Schatzamtes unb Sauvteinveitfcher bei Konservativen Partei. Gegen iHv richteten sich schon seit einiger Zeit scharfe Stimmen be*- Kritik, die ihm mangelnde Energie vorwarfen. Um der schleichenden Krise, b. h. bei überband nehmenden Verärgerung des englischen Volkes über die dauernden Mißerfolge, entgegenzutreten, hat Churchill ihn ausgebootet.
Greenwood, der bereits am vergangenen Donnerstag aus dem Kriegskabinett, in das er am 11. 5. 1940 als Minister ohne Geschäftsbereich eingetreten war. heiausge- setzt wurde, ist nun gänzlich fallengelassen worden.
Lord Reith batte sich als Jnsormationsminlster. wozu er am 6. 1. 1940 ernannt wurde, keinen rühmlichen Namen gemacht und wurde bald durch den noch unrühmlicheren Duff Cooper ersetzt. Churchill Befielt ibn aber als Ver- kehrsminister bei. Als er auf diesem Posten in fünfmonatiger Tätigkeit kein Glück batte, erhielt er am 3. 10. 1940 das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Bauten, bis er jetzt endgültig fallen gelassen wurde.
Lord Movne war seit dem 8. 2. 1944 Äolontalmtntiter. Seine Verabschiedung wurde bereits bei der Kabinettsumbildung am Donnerstag vorausgesehen.
Moore-Brabanzon trat am 3. 10. 1940 tn Churchills Kabinett ein unb löste Lorb Reitb als Verkebrsmmister ab. Am 2. 5. 1941 würbe er anstelle von Lorb Beaverbrook Minister für Flugzeugproduktion. Seine Entlassung soll die beunruhigte öffentliche Meinung befriedigen.
Viscount C r a n 6 o r n e, der seit dem. 3. 1p. 1940 als Dominienminifter die Belange der Dominien so glanzend vertrat, daß Churchill ihn. um die Beschwerden bet Domtttten abzustellen, am Donnerstag durch Attlee ersetzte, soll es nun als Kolonialminister mit ben Kolonien versuchen. Er bleibt fernerhin Sprecher bes Oberhauses, wozu er am 23. 12. 1940 ernannt wurde. , . .... . ..
Sir James Grigg, der neue Kriegsminlster. war seit dem 3. 4. 1940 Finanzsekretär im Kriegsministenum. nachdem er vorher parlamentarischer Sekretär beim Insorma- tionsminifterium unb viele Jahre btnburdj der erste Privatsekretär verschiedener aufeinanderfolgender Staats« kanzlet war. ,, . . nr ,
Hugh Dal ton gehörte schon vor seinem neuen Amt als Handelsminister dem Kabinett an. unb zwar war er seit dem 15. 5. 1940 Minister für ben Wirtschaftskrieg
Lord Portal war. bevor er letzt Lord Reith als Minister für öffentliche Arbeiten abloste. parlamentarischer Sekretär im Versorgungsministerium.
Oberst I. I. Llewellin. der neue Minister für die Flugzeugproduktion, war erst vor kaum drei -ZBotben. am 4. 2. 1942. zum öanbelsminiiter ernannt worden nachdem er seit dem 2. 5. 1941 den Posten eines parlamentarischen Sekretärs im Verkehrsministerium bekleidet batte.
Viscount Volmer tritt mit der Übernahme.des Ministeriums für ben Wirtschaftskrieg neu m bas Kabinett em. Seitdem er 1929 von dem Posten eines Uellvertretenden Eeneralvostmeisters unter Baldwin zuruckgetreten war. hatte et kein Regierungsamt mehr inne.
Protest -er Konservativen Partei
Sens.24.Febr. (Funkmeldung). Sir DouglasSackins, der Präsident der britischen Konservativen Partei, ist nach in Eens eingetroffenen Nachrichten von seinem Amt zuruckgetreten. s ,
In britischen politischen Kreisen zeigt man nw nach weiteren Londoner, Meldungen über diesen Entschluß des Vorsitzenden der Konservativen Pattei seht überrascht und laßt durchblicken, daß er zweifellos mit den letzten vorgenommenen Änderungen int britischen Kabinett zusammenhangt und
soll zum Nachfolger Hackmgs Major Thomas B u d a 11 aus- erfehen sein.
zeigt, das ein angebliches Zusammentreffen englischer und sowjetischer Flieger bei einem Bombenangriff über Berlin darstellt. Wir bezweifeln gar nicht, daß sich die englischen und bolschewistischen Wünsche in dieser Richtung Bewegen. Die deutsche Abwehr aber, sowohl die Abwehr durch Jäger, als die Abwehr durch Flakartillerie hat alle solche Wunschträume unserer Gegner zunichte gemacht. Ja, sie nötigt jetzt sogar dem Luftwafsensach- oerständigen des „Observer" die Frage, auf, ob man nicht viel zu viel Zeit auf den Bau großer Nachtbomber verwende. Bombenangriffe gegen unverteidigte Ziele hätten zwar, so meint er, eine furchtbare Wirkung. Dieses Kampfmittel verliere jedoch einen großen Teil seiner Wirkung, wenn die Verteidigung s o stark sei, wie in Deutschland. Damit Beginnt man in England, sich von einer großen Hoffnung zu trennen.
Tripolis-Offensive abgeschrieben
Ebenso hat man bereits die Erwartungen, die man auf General Auchinleck gesetzt hatte, aufgegeben. „Der Vorstoß gegen Tripolis ist in London abgeschrieben worden ‘, stellt der Londoner Korrespondent von „Nya Daglight Allehanda" fest und fügt hinzu, daß man sich jetzt in London gezwungen sehe, sich vor dem Genie des Generals Rommel zu beugen. Auch „Evening Standard" jammert, daß die Briten in Libyen einfach führungsmäßig unterlegen seien, wobei das englische Blatt die Überlegenheit Rommels anerkennt.
Stalin: „Der Feind ist stark“
Da auch die Nachrichten aus O st a s i e n immer unerfreulicher klingen, so bleibt für die Engländer nur noch eine Hoffnung: die bolschewistische Armee, deren 24. Jahrestag man denn auch in London mit viel Tamtam gefeiert hat. So hat man u. a. eine öffentliche Kundgebung veranstaltet, aus der die Leistungen der Bolschewisten verherrlicht wurden. Wenn man freilich Stalins langen Befehl zu diesem Tage zur Hand nimmt, so wird man auch in London feststellen müssen, daß darin nichts von einem Sieg der Bolschewisten, wohl aber die immer wiederkehrende Klage über die Stärke der deutschen Armee enthalten ist. Natürlich versucht auch Stalin, Effolge der Sowjets zu konstruieren. Dann aber spricht er von den „düsteren Tagen", die man jetzt durchlebe. Er meint: „Es wäre eine unverzeihliche Kurzsichtigkeit, anzunehmen, daß es mit den deutschen Truppen schon zu Ende gehe. Dies wäre ein leeres Eigenlob und Überheblichkeit. Man duffe nicht vergessen, daß noch viele Schwierigkeiten bevorstehen ... Der Feind ist st ar k". Wenn Stalin dann auf die Truppenkontingente der Verbündeten Deutschlands an der Ostfront hinweist und darüber klagt, daß ihm eine solche Unterstützung fehle, so ist das ein deutlicher Appell an England und die USA., nicht nur Kriegsmaterial, sondern auch Truppen den Sowjets zur Hilfe zu senden. Stalin widerlegt damit klar und eindeutig Churchills Zwecklügen von großen sowjetischen Siegen, die angeblich einen Umschwung in der Kriegslage herbeiführen sollen.
Davis besorgt die Geschäfte der Sowjets
Die Wünsche Stalins nach Truppen und nach Waffen, vermag man weder in London noch in Washington zu erfüllen. Dort begnügt man sich damit, den Bolschewismus als das Heilder Menschheit zu preisen. In dieser Hinsicht ist Herrn Cripps plötzlich in den USA. ein Konkurrent entstanden und zwar in dem früheren Moskauer Botschafter Davis, der in einer New Parker Versammlung die Amerikaner beschwor, nicht am Kriegswillen und an der Kriegsmacht Stalins zu zweifeln. Die Sowjets hielten die Quellen der Zivilisation. So schloß dieser Kapitalist, der sich selbst als solcher bezeichnete.
Berlin. 23. Febr. Der Führer verlieb bas Ritterkreuz bes Eisernen Kreuzes an ben italienischen General Hugo ^General ^Hugo be Carolis bat sich in den Ab webr- kämvfen an der Ostfront ganz besonbers ausge« zeichnet. Als bie von ihm geführte Dwision bei einem Angriff im stärksten Abwehrfeuer der Sowiets liegen blieb, ging er selbst nach vorn, um seine Truppen vorzureißen. Sein Beispiel wirkte. Der von ihm angeletzte Angriff gelang. Wähienb bes Angriffs ist ber tapfere General gefallen.
