Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tagbla

«HdviAA. ö MammaaCU <»« Ql a** - Ct Altai ' A i 1t 6 AvAaaüen roctUööliÄ

SErt«i und Verlag: L. Schelleuberg'fche BuchoruSerei, Langgasse Nr. 21 (Tagblatt-Haus)

Wöchentlich in 6 Ausgaben Erscheinnngszeit werktäglich nachmittags

Geschäftszeit durchgehend von 8—19 Uhr außer Sonn, und Feiertags Berliner Büro . DerltnEImersdort Anzeiaenprsise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigentnl RM O.OT^ b« 46 Millimeter breiten Spalte im Texteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 10 maßgebend • Nachlaß nach Preisliste Nr. 10 • Schluß der Anzeigen-Annahme 9 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Bortage

Fernruf: Sammel» Nr. SS6 81 Drahtanschrift: Tagdlatt, Wiesbaden »Postscheckkonto: Frantfurl a. M. 740S Bezugspreise: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2.— einschließlich des Trägerlohnes Durch die Post bezogen für einen Monat RM 2.35, zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld ■ Einzelnummern RM 0.10 Bei Behinderung der Lieferung infolge höherer Bemalt kein Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises

Nummer 39

Montag, 16. Februar 1942

90. Jahrgang

60000 Gefangene in Singapur

„Niemand kann auch nur abschätzen, was dieser Rückschlag Groh-Britannien gekostet hat"

chte Chance für eine Flucht erloschen war, britische Offiziere, geführt von Major

Nachdem die lei

Japan führt die militärischen Operationen in enger

n erwartet, daß Indien den ihm y ,Indien den Indern" wiederherstellen

Plutokratische Niederlagen auf der ganzen Linie (Eigener Drahtbericht unsererBerliner Schriftleitung)

begaben sich vier britische Offiziere, geführt von Major Wilde vom Armeegeneralstab, mit der weihen Parlamen­tärflagge in das javanische Sauvtauartier. öier mürben ihnen die Übergabebebingungen überreicht. Um 16.15 Uhr kehrten sie, nachdem die Zeit festgesetzt worden. war. wann die Armeembrer zusammenkommen sollten, in die englischen Linien zurück. Um 19 Uhr unterzeichneten Generalleutnant ?) a rn a s b i t a. der Oberbefehlshaber der lavanischen Strert- räfte in Malaven als Vertreter des Siegers unbEeneral- leutnant P e r c i v a l. der Oberkornmandierende der briti­schen Streitkräfte, als Vertreter der Besiegten, die Doku­mente, wonach die Briten bedingungslos kapitu­lier t e n. Um 22 Uhr wurden bte Feindseligkeiten einge­stellt. Damit ist. wie die javanische Agentur Domei feststellt, bte malanische Phase des vaziflschen Krieges

beendet.

Dem Wahn eines Säufers zum Opfer gefallen

Alle Bemühungen, das nicht mehr aufzuhaltende kom­mende Ereignis im voraus zu bagatellisieren,, sind gescheitert. Es gibt kein Vertuschen und Beschönigen mehr. Churchill entschloß sich entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, sofort und noch am Sonntagabend die, Kapitulation Sing^ vurs bekanntzugeben. Er erklärte im Rundfunk. ..-3a) spreche zu Ihnen allen im Schatten einer s ck w er en militärischen Niederlage von grober Tragweite. Es ist eine Niederlage Englands und des Empire. Singapur ist gefallen, die ganze Malaven-valbrnsel ist überrannt Mit diesen Worten gab der Kriegsverbrecher, der England nur, wegen seines wahnwitzigen, von ludischen vinter- männern geschürten Hasses gegen, Deutschland m das Ver­derben gehetzt hat. das Fiasko ieiner Politik bekannt. Er

Bedingungslose Übergabe

Tokio, 16. Febr. (Funkmeldung.) Die gegnerischen Streit­kräfte, die aus der Juselfejtung Singapur zur Übergabe ge­zwungen wurden, werden, einem Domei-Berrcht zufolge, auf schätzungsweise insgesamt 60 000 Mann beziffert. Davon sind etwa je 15 000 Engländer und Australier und 30 000 Inder. Auherdem hielt stch in der Stadt Singapur noch eine Bevölkerung von etwa, einer Million aus, dar­unter 120 englische Frauen und Kinder.

«i»

Wt. Der letzte Akt des Dramas Singapur ist be­endet. Der stärkste britische Stützpunkt, auf dem stch jeder Engländer, wie Ward Price in der »Daily Mail seststellt, so stcher wie zu Sause gefühlt hatte, «ft endgültig liquidiert. Am Sonntagmittag um 14.30 Uhr ver­ständigte das britische Oberkommando das japanische Saupt- Suartier davon, dah die e n g l i k ch e A r m e e z«r Übergabe ereit sei. Damit zog Generalleutnant Percival die Konsequenz aus der völlig unhaltbar gewordenen Lage. Fluchtversuch gescheitert

Verwundete britische Soldaten, die in einem unge­nannten niederländisch-indischen Hafen ausgeschifft wurden, erklären, dah Singapur in den letzten Stunden einer bren­nenden Hölle glich. Die Truppen, die Va Monate in einem ununterbrochenen, verzweifelten Kampf gegen bte Japaner standen, waren völlig erschöpft. Die Versuche., größere Ein­heiten mit Schiffen nach Niederländisch-Jnoien zu retten, scheiterten. In der Zeit vom 10. bis 14. Februar wurden 32 britische Kriegsschiffe und Transporter tn den Gewässern südlich von Singapur und in der Banka-See versenkt, beschädigt, ober gezwungen, auf ©runb zu laufen. Dabei ist ber 5200 Tonnen große, leichte Kreuzer „Aretusa" wahrscheinlich vernichtet worden. Versenkt wurden: ein Hilfskreuzer, etn U-Boot, zwei Kanonenboote, ein Minenleger, ein Spezialschiff, acht Transporter darunter einer von 30 000 BRT.. einer von 8000. vier von 5000 BAT. und zwei von 3000 BRT. Wie Reuter zusibt,. wurde'ein Transporter von 20000 BRT. von.nner Bombe getroffen, und in Brand gesetzt. 1534 britische Soldaten wurden von einem australischen Kriegsschiff übernommen, das noch 200 weitere aus dem Master auffischte. Kleinen australischen Verbänden gelang es. nach Java.zu entkommen. Wieder Bilder wie in Dünkirchen, ober auf Kreta! Ein winziges Boot, das gewöhnlich nur 50 Personen befördert, traf mit 500 Flüchtlingen in Java ein.

Die Feindseligkeiten um 22 Uhr eingestellt

as. Berlin, 16. Febr. (Eig. Drahtbericht unserer Ber­liner Schriftleitung.) Noch bat sich in England bte, Er­regung unb Empörung darüber, daß etn deutscher Krregs- schiffverband bei hellichtem Tage den Kanal durchfuhr unb darüber, daß die britischen Abwehroperationen nut der englischen Luftwaffe schwerste Verluste brachten, sonst aber kein Erfolg hatten, nicht gelegt und schon trtfft etn neuer Schlag gegen die englische Öffentlichkeit. Die,. Armee S i n g a p u r hat stch zur Übergabe bereiterklart. Uns kommt diese Nachricht weniger überraschend als den Englän­dern, denn wir wußten, dah die Lage der britischen Vertei­digungstruppen in Singapur absolut hoffnungslos war. jn England aber hatte Churchill immer wieder versichern müssen, dah man noch um den Hafen von Singapur tampfe unb dah in bem offenen Gelände die Kampf Handlungen an­dauerten. Die englischen Zeitungen erklärten, darüber hinaus, dah es vermutlich gelingen wurde, den grvhten Teil ber Besatzung Singapurs rechtzeitig .abzutransportieren. Churchill hat nicht nur Singapur, sondern er hat gleich- zeitig eine weitere Schlacht — bte Landung auf Sumatra — verloren. In Java und in A u st r a 11 e n durfte diese Meldung die ohnehin nicht kleinen Sorgen noch erheblich vermehrt haben.

Churchill bat sich angestchts dieser katastrophalen, Ent­wicklung genötigt gesehen, für die recht erhebliche Mitzstirn-

vergah zu sagen, die wievielte britische Niederlage der Fall Singapurs ist, die auf sein Schuldkonto verbucht werden muh. Von Dünkirchen abgesehen, handelt es stch um den schwersten Schlag, von dem — die strategischen Auswirkungen sollen einmal ganz unberücksichtigt bleiben — unzählige Engländer persönlich betroffen werden. Sind doch etwa 25 Prozent des gesamten englischen Auslandskapitals, wie Tokioter Finanzkreise erklären, im Südwestpazifik investiert gewesen. Wards Price bestätigt in ber ..Daily Mail" biete Tatsache unb schreibt: „Was immer sich in Sübostasten er­eignet, bas britische Empire hat praktisch alles v er - loten, was es bort besah, einschließlich Hongkong und der blühenden britischen Handelsbasis von Schanghai. Ja. alles, was britische Energie und . britischer Unternehmungsgeist während eines Zeitraumes von 150 Jahren in Ostasten auf- gebaut hatte, ist den Engländern in 66 Tagen genommen worden. Niemand kann auch nur abschätzen, was dieser Rückschlag Großbritanniens gekostet hatte. Reiche Rohstoff­quellen haben wir verloren und das britische Schatzamt wird in Zukunft die Steuereinnahmen aus dem Handel mit China unb Malakka zu streichen haben. Gehälter, Pen­sionen, Zinsen unb Dividenden, die viele in Eng- iattb lebende Leute bisher aus Ostasten bezogen haben, stnb gleichfalls verschwunden." Auf die Frage aber, warum das so kommen mußte, gibt es nur die eine Antwort: weil Chur­chill bas nationalsozialistische Deutschland haßte, weil die Plutokraten bas sozialistische Beispiel bes neuen Reiches fürchteten, weil Churchill perhinbern wollte, baß Deutschlanb noch einmal erstarke. Das Empire ist bem Habwahn eines Säufers zum Opfer gefallen.

Unkt- und Flottenlandung auf Sumatra

Doch der Fall Singapurs ist ja erst der Auftakt zu der völligen Liquidierung der vlutokrattscheu Positionen tm Pazifik. Während noch die letzten Schüsse durch die Straßen von Singapur peitschten, meldete das Kaiserliche Haupt­quartier in Tokio bereits die Landung japanischer Fall- schirmtruppen auf Sumatra, wo ste den Flugplatz Palembang und andere Schlüsselstellungen besetzten. Roch am gleichen Tage konnte der Lnftstützvunkt von japani­schen Geschwadern in Bennt-ung genommen werden. Wem«« Stunden später traf eine «apantiche Transportflotte östlich von Palembang ein und nahm, wie sowohl von Batavra. wie auch von London bestätigt wird, eine Landung tn grobem Maßstab vor. Die Truppen haben bereits tm Laufe des Sonntags den Angriff auf die Insel Palembang eröfnet. Das Gebiet Mittel-Sumatras, um das tm Augen­blick gekämpft wird, ist eines der wichtigsten . Ol­ren t r e n »nd bestritt etwa 50 v. H. der gesamten nteder- ländischen Ölproduktion.

Tojo an die unterdrückten Völker Ostasiens

Zusammenarbeit mit seinen Lerbündete« kraftvoll «etter

Tokio, 16. Febr. (Funkmeldung.) Premierminister T ojo versicherte vor dem Parlament, daß der „Fall Singapurs bte Besetzung aller wichtigen Stutzpunkte Erotz- britanniens unb bei US A., die bisher von diesen Lan­dern zur Unterdrückung Ostasiens benutzt wurden, durch die japanischen Truppen bedeute Japans Ättegytel, so Wiederholte Tojo ist die „sichere Einrichtung einer neuer Ordnung für bte ge­meinsame Existenzmöglichkeit auf ethischen Prinzipien Beid-^er neuen Ordnung wird das lapanische Karserrenh iebem ~anb und jedem Volk im größeren ostagatischen Raum deni ihm zu- tehenden Platz s i ch e r n Die Kaiserlichen „Trugen fuhren die Offensivoperationen tn Burma weiter, um bte britischen militärischen Stutzpunkte zu erobern und um bte anal», amerikanische V e r s o r g un g s st r aß e für Z sch u n 8 I ing abzuschneiden. Die Japaner denken nicht tm geringsten baran, bte burmesische Bevölkerung als-ihre Feinde zu betrachten. Wenn sich daher die Bevölkerung Burmas über die augenblickliche Lage Großbritanniens. die seine absolute Unfähigkeit klarlegt, Rechenschaft ablegt und willens ist, mit Japan bei der Ab- schüttelung der langjährigen britischen Fesseln zusammenzuarbetten, so wird Japan gern der Bevölkerung Burmas seine positive Mit. arbeit zur Einrichtung eines „Burmas für die Bur. mesen' gewähren. r _ . . < , ...

Tojo kam dann auf Indien zu sprechen. Indien hat jetzt, erklärte der Premier, die beste Gelegenheit, den ruck- sichtslosen Dospotismus Großbritanniens ab- zufchütteln unb am Aufbau bet großafiati,chen Wohlstanbs- sphöre teilzunehmen, Japan erwartet, baß Indien ben ihm An­kommenden Status eines „Cp.bi“ b" 7" . unb die patriotischen Anstrengungen verftärtt.

Die Burmastrahe

von Generalmajor Dr. h. c. v. Abercron

Nachbem bie siegreichen Javaner bas östliche China unb bie Zufahrtswege zum Pazifik besetzt halten, hat bte Burma­straße für bas Reich Tschiangkaischecks eine ausschlaggebende Bebeutung für bie Anlieferung von Kriegsmaterial erhalten. Hinzu kommt, baß bie Englänber in ihrer Sorge , um Britisch-Burma unb Singapur ben Anmarsch von Htlfs- truppen aus China angeforbert haben. Die Japaner haben bas Ziel, biete beiben Möglichkeiten zu unterbinben.

Das Radikalmittel, bie Kriegslieferungen abzuschneiben, wäre bie Besetzung Ranguns, bet Hauptstabt von Bntftch- Burma, am Rangunfluß, bem östlichen Mündungsarm bes vom Jrrawabbv gebdbeten, 40 000 Quabratlilometer großen Deltas. In bietem Überschwemmungsgebiet gebeiht ein vortrefflicher Reis.

Die mobetne, rechtwinkelige Stabt Rangun mit über 400 000 Einwohnern liegt 34 Kilometer nörblick ber Küste: ihr Wahrzeichen ist bie 170 Meter hohe, vergoldete Pagobe, ein Heiligtum ber Bubdhisten. Rangun tft ber größte Reisausfuhrhafen ber Erbe mit großen Docks unb Werft­anlagen: es ist ber Ausgangspunkt ber See- unb Fluß­schiffahrt sowie bes Eisenbahnverkehrs von Burma.

Der 2 300 Kilometer lange, im Norden Burmas ent­springende Jrrawaddy bildet neun Mündungsarme, von denen außer dem Rangunfluß nur noch der westlichste für Seeschiffe befahrbar ist. Auf dem ziemlich seichten Strom mH schwankender Wasserführung verkehren große Flutzdampfer über Mandalay bis Bbamo an der Einmündung des Taping. Bei Mandalay hat der Jrrawaddy in der Trockenzeit des Februar zwei, in der Regenzeit aber zwölf Kilometer Breite. Der Flußhafen und-Bahnknotenpunkt Mandalay mit 150 000 Einwohnern betreibt vorwiegend Handel mit China.

Bbamo in Nordostburma ist der Ausgangsort für den uralten Karawanenhandel auf ber einzigen Straße von Burma nach China, bem eigentlichen Landweg ber Burma- tt.rabe. Die bichi vor der chinesischen Grenze liegende Stadt mit 10 000 Einwohnern hat eine starke, militärische Be- ’TLt merke sich zunächst den Ort Bbamo. Dort werden die auf dem Jrrawaddy ankommenden Massengüter auf Last­kraftwagen verladen. Eilig zu beförderndes Kriegsmaterial wird mit ber Eisenbahn von Rangun nach Lakchio geschickt, einem lange unbekannten Platz, vis er ber Endpunkt ber Bahn wurde. Dort vereinigen sich brei Straßen zu einem brauchbaren Verbinbungsweg nach Vhoma. L a s ch i o ist ber zweite Name, ben man sich einprägen muß.

Hobe, schwer passierbare Gebirgsketten trennen bie Flußtaler bes Jrrawaddy, des Salween und des Mekong.

mung in England ein Ventil zu öffnen. Die Zeitungen dunen ihrer Unzufriedenheit Ausdruck geben und die Re- gierung kritisieren. Dabei richtet sich aber nach wie vor die Kritik in erster Lime gegen die Mitarbeiter Chur­chills. nicht gegen den Ministerpräsidenten selbst. Man fordert erneut eine Umbildung des Kabietts. „Churchill mußt jetzt unbedingt das Warnlicht sehen", so schreibt bei­spielsweise „News Chronicle". „Das Regierungssystem muß geändert werden, wobei nur die Rettung Englands entschei­dend sein kann." Der „Daily Mirror" erklärt im gleichen Stnne^ aber noch etwas schärfer: „Man kann noch sagen, daß wir Vertrauen zum Premierminister haben, obwohl wir kein Vertrauen zu seiner Regierung haben. Churchill würde unter Vertrauen noch immer haben, wenn man ihn dazu überreden könnte, seine Verwaltungsmaschine selbst zu refor­mieren und sich weniger um dre große Strategie, als um die ftubrung in den britischen Aufgaben zu kümmern." Diese und ähnliche Stimmen lasten schon er­kennen. wie, Churchill den neuen Stoß aufzufangen gedenkt. Er wird bte anfangs verweigerte Umbildung feines Ka­binetts nunmehr wahrscheinlich vornehmen.

Es werden aber wohl nicht nur einige Minister abge­halftert werden, sondern es werden vielmehr darüber hin­aus noch einige „Ä ö p f e rolle n“. Man sucht nämlich verzweifelt nach dem Schuldigen für die Kanal- schlappe. Schon wird erklärt, daß einte Untersuchung ein­geleitet worden fei, und es wird binzugefügt, daß dieses Untersuchungsergebnis wahrscheinlich „höheren Ortes" nach­geprüft werden würde, eine Wendung, die offen läßt, ob diese Überprüfung durch Churchill, oder durch das Parlament erfolgen soll. Churchill versucht inzwischen die Öffentlichkeit etwas zu beruhigen, indem er erklärt, daß man den deutschen Schlachtschiffen 600 englische Flugzeuge, darunter fast 300 Jäger, entgegengeschickt habe. Das ist echt Churchillsche Angabe, bie eigentlich die Sache für bie Eng­länber nur noch schlechter macht, denn das wäre nur ein ver­stärkter Beweis für bie turmhohe Überlegenheit ber deutschen Luftwaffe. Weiterhin soll wohl auch bie Nachricht zur Be­ruhigung beitragen, daß demnächst eine Konferenz britischer und amerikanischer Sachverständiger über Flottenoperationen stattfinden soll. Es kommt Churchill darauf an. ben Ein­druck zu erwecken, als ob etwas geschieht, auch wenn man nur einmal wieder konferiert.

Gerade in diesem Augenblick mußte beim Stapel lauf eines Schlachtschiffes der USA.-Marineminister Knox, der früher den Mund nicht voll genug nehmen konnte, bekennen, daß man von allen Seiten bedroht fei. Nichts redet dieser alte Kriegshetzer von amerikanischen Angriffen. Er jammert, daßeine schwere Bürde auf bet USA.-Kriegs- matine laste. „Wir mästen untere Häfen, untere Küsten, unteren Sanbel fchsitzen. Wir mästen bie für untere Vertei- bigung lebenswichtigen strategischen Gebiete schätzen. Wir mästen so gut wir können bie fteigenbe Flut bes javani­schen Angriffes einbämmen, bis wir untere Kraft fammeln können, um biete Flut zurückzuiagen". So jetzt Herr Knox, der einst Japan in 90 Tagen vernichten wollte. Große Hoffnungen werden die Engländer nach dieser Rede am die amerikanische Hilfe zur See kaum noch setzen können.

Die holländischen Truppen, die den Japanern noch weiterhin Widerstand leisten, wird Japan niederschmettern, fuhr Tojo fort. Wenn die Bevölkerung Niederländisch-Ostindiens Japans Absichten begreift und bereit ist, mit Japan am Aufbau eines größeren Ostasiens zu arbeiten, so wird Japan ihren Wunsch und ihre Tradition b-rücküchtigen und sie von der despotischen Herrschaft der holländischen Flüchtlingsregierung befreien. Japan wird aus Niederländisch-Oftrndien etn Land der Zufriedenheit und des Wohlstandes für die indochinesische Bevol. kerung machen.

In bezug auf China erklärte Tojo, der Fall Singapurs be­deute den Zusammensturz eines Eckpfeilers der britischen Etn- kreisungsfront. Tschunaking-China sei infolge des unaufhaltsamen Vormarsches der kaiserlichen Truppen in Burma dazu verurteilt, in Kürze abgeschnitten zu werden. Das Regime Tschiangkaischeks sei isoliert und hilflos. Japan wolle diesem Regime mit aller Entschlossenheit den Todesstreich versetzen. Mit dem chinesischen Volke suche Japan jedoch, so betonte Tojo, einen brüderlichen Zu­sammenschluß, denn Japan wolle den Neuaufbau Ostasiens zu­sammen mit der Bevölkerung Chinas und zwar bei gegenseitiger Hilfeleistung durchführen.

Tojo wies abschließend darauf hin, daß der Fall Singapurs nur die Vervollständigung des ersten Abschnittes des Krieges im asiatischen Raum bedeute. Es dürfe kein Nachlasten in der Moral des japanischen Volkes und keine Überheblichkeit durch diesen Sieg geben. Japan wird mit seinen Verbündeten noch enger jufammenatJ eiten. Es wird die militärischen Opera­tionen kraftvoll weitefführen, um den USA., Großbritannien und ihren Trabanten die vernichtendsten Schläge zu erteilen“.