Wiesbadener Tagblatt
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Nummer 32
Samstag/Sonntag, 7./8 Februarl942
90. Jahrgang
UBoöt-Erfolg vor USA.-KLste
Allein im Raum einer deutschen Armee 18000 gefallene Bolschewisten
Aus dem Führer-Hauptquartier, 7. Febr. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
2m Often dauern die Kämpfe bei grober Kälte und Schneeverwehungen an. „ _
2m mittleren Frontablchuitt wurden Rotte Teile von zwei sowjetischen Divisionen eingeschloNen und zerschlagen. Dabei fielen 15 Geschütze sowie 44 Maschinengewehre in unsere Hand. Bei den Kämpfen der letzten zwei Wochen wurde» allein im Bereich einer Armee 80 Panzer, über 300 Geschütze, 1000 Maschinengewehre und Granatwerfer sowie mehr als400 Kraftsabr- zeuge und 850 Schlitten erbeutet oder vernichtet. Der Feind verlor auber zahlreichen Gefangenen über 18 0 00 ° 2m nördlichen Frontabschnitt fügten die deutschen Truppe« dem Feinde bei mehreren Stohtruppunternehmun- gen schwere blutige Berluste zu und zerstörten eine grobe Anzahl feindlicher Kampfstände. _ ... .. . ,,,
An der Karelischen Front bekämpften deutsche und finnische Luftstreitkrafte mit Erfolg Eisenbahnanlagen der Murmanstrecke, sowie Barackenlager des Feindes. Am gestrigen Tage wurden ohne eigene Verluste »4 sowjetische Flugzeuge in Luftkämpfen abgeschossen oder am Boden zerstört. „ , a ,
2m Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge zwei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 10 0 0 0 ART. Fünf weitere grobe Frachter wurden lmrch Bombenwurf zum Teil schwer beschädigt. Westlich von England versenkte ein Unterseeboot einen britischen Zerstörer.
An der Ostküste Nordamerikas, versenkten deutsche Unterseeboote sechs feindliche Handelsschiffe Mit zusammen 38 000 BRT. Dabei zeichnete kick das Unterseeboot des Kavitäuleutnants Rasch besonders aus.
2n Nordafrika wurde im weiteren Vorstoh nach Osten Ain el Eazala erreicht. Deutsche Kampffliegerkratte unterstützte» die V e r s o l g u n g s k ä m p f e der verbündeten Truppen und bombardierten Materiallager westlich Marsa Mairut. Ein deutsches Unterseeboot griff einen britischen Geleitzug vor der Evrenaika an und erzielte erneu Torvedo- treffer.
Auf der 2nsel Malta trafen Bomben schweren Kalibers wiederum Unterseeboot-Liegeplätze und Dockanlagen des Hafens La Valetta. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen den Flugplatz Halfar. 2n Luftkämpfen über der 2niel verlor der Feind vier Flugzeuge.
Neue Ritterkreuzträger
Berlin, 6. Febr. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eikernen Kreuzes an Oberleutnant Alois Feueret, Kompauiefühtet in einem 2nfanterie-Regiment, Leutnant Hans Pfeiffet, Komvaniefühtet in einem Pionierbataillon. Auf Vorschlag des Reichsmarschalls zeichnete der Führer Leutnant Helmut Wagner, Zugführer in einem Fallschirmjäger-Regiment, mit dem Ritterkreuz aus.
Glänzendes Zeugnis für Mannschaft und Material
des niederländische« Krenzergeschwaders
Grobe Frende in 2ava« über die Vernicht»««
as. Berlin, 7. Febr. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Die Nachricht von dem groben. Erfolg der javanischen Marineflieger gegen die bollanduch-mdiiche Flotte, die in Japan durch Extrablätter und Rundfunk verbreitet wurde, hat überall grobe Freude ausgelost. Nach ergänzenden Meldungen sichteten lavanische Marme- bomber am Tage nach dem Massenangriff aus den Flugstützpunkt Surabaya (Java), die feindliche Hauptflotte südlich der Insel Kangean bei Java. Die niederländischen Kreuzer, von denen zwei versenkt und der dritte beschädigt wurde, waren von Zerstörern begleitet und durch mindestens einen nordamerikanischen Kreuzer verstärkt, der duich iapanilche Bomben und Torvedos ebenfalls schwer beschädigt wurde Wieder hat damit die lavanische^ Marineluftwasfe einen groben Erfolg errungen,, der den Zähigkeiten diese,: voni frei lavanifchen Marine mit besonderer Liebe entwickelten Spezialwaffe, den Leistungen ihrer..Seeflieger sowie auch dem eingesetzten M a t e r i a l ein glanzendes Zeugnis ausstellt. Als die neuzeitlichste Fernwaffe der. Marine gegen nicht genügend aus der Luft unterstützte feindliche Kriegsschiffe haben die javanischen Flieger vernichtend zugeschlagen, ohne dab die javanischen Kriegsschiffe uit- mittelbar in den Kampf ei nz u greifen brauchten.
Die Betrachtungen der englischen und am er i- kanischenBlätter über die Lage in Ostasien. sind denn
auch angesichts der neuen lapanttchen Erfolge auf einen recht pessimistischen Ton gestimmt. So schreibt die „New Port Times", die letzten Tage hätten Nachrichten., von einer schweren Krise in Ostasien gerächt. Noch deutlicher werden die englischen Blätter, die auf die Bedrohung, Ranguns verweisen und keinen Zweifel daran lasten, dab die Japaner gleichzeitig systematisch ihre Streitkräfte immer werter nach Süden vorschieben. „Wir haben seit dem Krregserntnti Japans", Io schreibt die „Daily Mail" eine ununterbrochene Serie von Katastrovben-erlebt.
Zugleich ist ein recht bemerkenswerter Wandel des Urteils über die Verteidigungskraft Singapurs festzustellen. Sprach man bis vor kurze»! noch von Singapur als von einer der stärksten Festungen der Welt und stritt man sich darüber, ob Singapur oder Gibraltar starker Jet, so äußern sich die Londoner Zeitungen jetzt recht skeptisch. Die Blätter suchen geradezu nach Gründen, die dem Publikum begreiflich machen sollen, dab der Todeskampf Singapurs nicht lange dauern kann. Nach altbekannter englischer Agitationsmethode stellt man schon für die Japaner einen Terminkalender auf, verweist auf die Stärke des.lavanischen Bombardements, die Brände in der Stadt, in der sich Tausende von Flüchtlingen zusammendrängten usw., kurzum, alles Hinweise, die das Publikum langsam auf den Verlust Singapurs vorbereiten sollen.
Singapur weiter unter schwerem Artilleriebeschuß
Fieberhafte britische Befestigungsarbeiten südlich der Johore-Stratze
Tokio, 7. Febr. (Funkmeldung.) Die japanische Ar- tillerie setzte ihr Feuer aus Singapur mit größter Heftigkeit bis zum Samstagvormittag fort. Die Beschießung wurde dann durch neue schwere Luftangriffe aus dre sernd- lichen Verteidigungsanlagen abgelöst. Beobachtungen von Johore Lbaru aus, sowie Meldungen japanischer ^iteger lasten erkennen, daß die Engländer zurzeit fieberhaft damit beschäftigtsind, tn dem hügeligen Gelände drei Kilometer südlich der Johore-Stratze neue Befestigungen anzulegen, bzw. alte Anlagen werter auszubauen. Aussagen von Gefangenen ergaben, daß die Verteidigungslinien im Norden der Insel bisher von den Briten zugunsten der Anlagen in der Mitte der Insel, und rm Süden veinachlastrgt worden waren. Das neue Verteidigungswerl soll anscheinend die Flugplätze S e l e t a r und Sembawan miteinander verbinden In diesem Abschnitt werden Tausende von Arbeitern beobachtet.
28 Feindflugzeuge vernichtet
Talio, 7. Febr. (Funkmeldung.) Domei meldet von einem Stützpunkt in Malays datz 28 feindliche Flugzeuge Darunter vrer nicht bestätigte Abschüste) am 6. Februar abgeschossen oder am
Boden zerstört wurden, als japanische Heeresbomber den Luftstützpunkt von Palembang aus Sumatra, ungefähr 500 Kilometer südöstlich von Singapur angrifsen. Unter den in Lust- gesechten abgeschossenen Flugzeugen befanden sich acht Hurrrcane- Maschinen und vier Blenheim.
Niederländisch-Jndien braucht Waffen
Stockholm, 6. Febr. Der stellvertretende Gouverneur von Niederländisch-Jndien, Dr. van Mook. erklärte qm Dienstag in Washington datz Niederlandtsch-Jndien. in erster Linie Mafien brauche. . England und die USA. hätten doch sicherlich die lebenswichtige Notwendigkeit erkannt. Japan am Durchbruch durch den von Singapur einerseits und Niederländisch-Jndien andererseits gebildeten Wall zu hindern. Es sei. daher an der Zeit, datz die Ar- antwortlichen endlich dafür sorgten, dab Nlederlandlsch- Jndien Waffen erhält und dab mit den alten burokratt- schen Methoden und Verwaltungsvroblemen Schluß gemacht wird.
Landungspläne des Amateurstrategen ChurchM
Zur bevorstehenden Geheim sitzung des englischen Unterhauses
Bisher größtes Ergebnis
Sansttabenfammlunge« ergaben nahezu 70«/. mehr als im
Berlin, 7. Febr. (Funkmeldung). A'e im 2anuatd»tch- gefübtte» Eantttahenfammlungen tm Kt»egs-WSW. 1941-42 brachten das bisher günstigste Ergebnis von 37 210 <66,43 RM. Das sind 15140 38858 RM = 68,60 Prozent mehr OlS9Iu” bkfe^roaltige soziale Leistung 3 Äneosminter kann die Heimat stolz sein. Sie hat damit erneut bewiesen, dab sie die Opfer unserer tapferen Wehrmacht zu würdigen weib. Die Kämpfer an der Front können gewib sein, dab die Heimat inLiebeundTreue opferbe- leit D^ie^ Gegner ^unseres Volkes aber mögen aus diesem freiwilligen Sammelergebnis entnehmen, dab das Vertrauen des deutschen Volkes zu feinem Führer starker denn :e ist und Front und Heimat im festen Glauben an den Endsieg Deutschlands eng verbunden sind.
Die Eeheimdebatte wird die Frage klären, ob es Churchill gelingt das Unterhaus für feine Pläne zu gewinnen, um stch so vor dem sür ihn politisch nicht ungefährlichen Risiko des Unternehmens schon im voraus zu entlasten, oder ob die Meinung derer sich als stärker erweist, die die Erhaltung des noch vorhandenen britischen Schiffsraums für die Sicherheit der Seeverbindungen des Empire als notwendig und entscheidend ansehen.
«t-ckbvlm. 7. Febr. (Funkmeldung.) Die bevorstehende von Churchill angekündigte Eeheimdebatte des englischen Unterhauses über die Lage der btttischen Schiffahrt hat bereits jetzt - wie aus London eingetroffene Berichte erkennen lasten — lA,. englischen Hauptstadt lebhafte Diskussionen ausgelost. In fönst gut" unterrichteten diplomatischen Kreisen Londons nimmt man an dab im Verlauf dieser Eeheimsitzung eine Frage von weitreichender Bedeutung für die britische S°°!r>egs-Strategie zur Aussprache kommen wird. Im Hintergrund des zur Devane gehenden mm von zahlreichen Mitgliedern des Unterhauses als außerordentlich prekär angesehenen Tonnageproblems soll wie man hört, die Absicht Churchills stehen, die Stimmung des Hauser für die Durchführung einer von ihm geplanten brtti chen Landungsoperation an der norwegischen Küste zu gewinnen. Der eigentliche Zweck der Eeheimsitzung sei es, Klarheit darüber herbeizuführen, ob em solches Unternehmen unter Berücksichtigung aller lebenswichtigen Anforderungen an die britische Schiffahrt zur Zeit durchgefuhrt werden kann oder nicht. Es verlautet, datz bei der außerordentlichen angespannten Lage der englischen Tonnage sich ü-gen em solch-- Unternehmen zahlreiche Bedenken geltend gemacht hatten - Churchill selbst vertrete jedoch die Auffasiung, datz eine solche Operation durchgeführt werden müsie, selbst auf die Gefahr hm, datz em großer Teil des britischen Schiss-raumes dabe, verloren gehe. Wie es heitzt, beabsichtigt Churchill, bei dieser Unternehmung einige amerikanische Einheiten zu beteiligen, da er hasse, auf diese Weise eine demonstrative Wirkung aus die gegen ihn tm eigenen Lande anwachsende Opposition auszuuben.
Nach zwei Monaten
Von Wilhelm Acketman«
Als am 8. Dezember 1941 der offizielle Kriegszustand zwischen Japan und der anglo-amerikanischen Mächtegruppe eintrat, begann er sofort mit einem lähmenden Schlag Japans gegen den Hauvtfeind. die Vereinigten Staaten, von besten Wirkung.sie sich nach den eigenen.Eingeständnissen der maßgebenden Persönlichkeiten in Washington, an ihrer Spitze der Marineminister Knox selber, in absehbarer Zeit nicht erholen können. Der kühn und überraschend durchge- sührte Angriff auf deren Hauotkriegshafen int Stillen Ozean, die Marinebasis von Pearl Harbour auf Hawai, hatten binnen wenigen Stunden die amerikanische SchlachtflotteaußerEefecht gesetzt. Zwar machten die Mashintoner Stellen im Zusammenwirken mit den englischen Nachrichtendiensten' verzweifelte Anstrengungen, den Umfang und die Bedeutung dieses ersten Anfangserfolges des Gegners aus der Welt zu leugnen, sie gaben von den tatsächlich 5 Schlachtschisfoerlusten nur anderthalben zu. Aber inzwischen hat das fast völlige Verschwinden ter amerikanischen Kriegsflagge im weiten Bereich des Pazifik längst die Richtigkeit der japanischen Meldungen erkennen lasten. Damit aber war bereits am ersten Tage, der gemeinsame englisch-amerikanische seestrategische Plan über, den Haufen geworfen, der die Vereinigung der beiderseitigen Flottenkräste in Singapur und von dort aus deren gemeinschaftliches Operieren vorsah. Während der englische Admiral Phillips, der Kommandierende des britischen Ost- asiengeschwaders in Singapur, noch auf das Eintreffen der Schlachtschiffe wartete, die seinem USA.-Kollegen Kimmel bereits abhanden gekommen waren, traf ihn selbst der zweite schwere Schlag, den die Javaner austeilten: in der Seeschlacht vor der malayischen Küste verlor er durch javanische Fliegerbomben das modernste der Mglischen Schlachtschiffe, die gerade erst in Dienst gestellte „Prince of Wales" und die ältere „Revulse" und fand selbst den Tod. Damit war auch die Aktionsfähigkeit des englischen Geschwaders weitgehend gdäfimt, weil ihm nur noch etn weiteres Schlachtschiff verblieb: und als man in London den ganzen Umfang der beiden Katastrophen von Pearl Harbour und Malaya übersah, entschloß man sich kurzerhand. Singapur überhaupt seines Charakters als Hauptflotten- stützvunkt zu entkleiden und den Rest der ostasiatlschen Marinestreitkräfte in niederländisch - indischen Hafen Zuflucht suchen zu lasten. Damit war in wenigen Tagen schon hinter der eigentlichen Kampffront die Grundlinie.des seestrategischenDreiecks Singapur—Port Darwin— Hongkong zerstört. Schnelle kleinere Aktionen brachten dann Japan in den Besitz der nur völlig ungenügend verteidigten amerikanischen Stützpunkte auf Guam und auf der Wake-Insel: und wenn sich der weitere Stützpunkt auf der Midway-Jnsel einstweilen noch hält, so lediglich. deshalb, weil die javanische Admiralität noch keine Notwendigkeit gesehen hat. ihn mit entsprechenden Kräften anzugreifen.
Während diese Kampfhandlungen der Kriegsmarine vor sich gehen, trat die javanische Armee an drei Punkten zugleich an: gegen Hongkong an der chinesischen Küste, gegen die benachbarten Philivvinen und mit Besatzungstruvven aus Französisch-Jndochina und erheblichen Landungskräften aus der Heimat gegen die englische Front auf der malayischen Halbinsel. Die Widerstandsfähigkeit der englischen Kronkolonie Hongkong erwies sich zur allgemeinen Überraschung als sehr vrel geringer, als irgend zu vermuten war: sie hielksich nicht einmal soviel Wochen, wie man ihr jn England Monate zur Behauptung gab, und zweifellos wäre es bei vernünftigen militärischen Überlegungen auf englisch - amerikanischer Seite richtiger gewesen, bas dort verzettelte und umgehend verlorene Material an Menschen und Ausrüstung unter freiwilliger Aufgabe der hoffnungslos isolierten Position nach den Philivvinen überzuführen, wo dem amerikanischen Kommandierenden Mac Arthur eine solche Verstärkung . sicher sehr willkommen gewesen wäre. Denn auch dort erwies es sich schon in den ersten Kriegswochen., daß an eme irgendwie ausreichende Verteidigung dieser vorgeschobenen Stellung der Vereinigten Staaten nicht zu denken war. Die amerikanisch-vbilivvinischen Truvven batten _feine andere Wahl, als sich in einer Reihe verlustreicher Rückzugsgefechte auf der Insel Luzon unter Preisgabe der Hauptstadt Manila auf eine letzte Stellung in deren Nähe zurückzuzrehen und dort einschließen zu lasten, während die übrigen Philivvinen- Jnfeln nach einander ziemlich mühelos den Bentzer wechselten. Bei Manila und auf der Felseninsel Corregidor am Eingang zur Bucht von Manila leisten die Reste der Truvven Mac Arthurs einen zwar tapferen, aber aussichtslosen Widerstand, da die Möglichkeit eines Entsatzes oder auch nur einer unterstützenden Zufuhr nach dem «rundlichen Verlust der Seeherrfchaft von Amerika oder England her nicht be- ft^Tier Landfeldzug in Malaya bat bereits in den letzten Tagen des Januar seinen Abschluß mit der völligen Vertreibung der EmvirestreitkEfte von der ganzen Halbinsel gefunden, und seitdem liegt Singapur, kaum viel weniger isoliert, als gleich zu Beginn des Krieges Hongkong, unter dem Feuer schwerer javanischer Artillerie und unter dem Bombenhagel javanischer Stukas. Noch wahrend der letzten Tage des malayischen Feldzuges, der die Javaner immerhin über eine Strecke von mehr als 700. Kilometer Luftlinie durch schwierigstes Dschungel- und Gebirgrgelande führte, begannen sie eine neue Offensive gegen D u rm a, unter Beteiligung der Wehrmacht Thailands, da? inzwischen an ihrer Seite in den Krieg eingetreten ist. Sie hat schon in ihrem ersten Abschnitt zur Bedrohung der burmesischen Hauvtstadt Rangun und damit der Burmastraße als letzter Zufuhrmöglichkeit für Tfchungking - China geführt: und es sieht einstweilen nicht so aus. als werde sich dort der englische Widerstand stärker erweisen, als an den anderen Fronten. Auch Niederländisch-Jndien spürt bereits sehr eindringlich die Folgen seiner so selbstgewäblten Gegnerschaft gegen die ostasiatische Großmacht. Auf Borneo sind sdne letzten Stellungen bedroht, nachdem die englische Schwache in Nord-Borneo den Javanern die Möglichkeit gab, zunächst einmal festen Fuß auf der Insel zu fasten:, der Nordteil von Celebes befindet sich ebenfalls fest tn lavanlscher Hand: Java und Sumatra haben Bekanntschaft mit der javanische» Luftwaffe gemacht, und man erwartet in Batavia jeden Tag einen Angriff und eine Landung auf Timor oder anderen Inseln des Archivels. Die Kriegszone Nieder- ländisch-Jndiens aber ist inzwischen in der Seeschlacht bet Java fast völlig ausgelöscht worden.
Im Zusammenhang von Marine und Heer Javans ist also der Durchstoß durch die bisherige Deckung gelungen, hinter der man sich zunächst in Australien noch geborgen glaubte. Mit der Besetzung einiger Inseln tm Bismarck-Archivel und der unmittelbaren Bedrohung
