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Seite 2 Nr. 3i Wiesbadener TagblaA

Freit««. 6. Februar 1942

der

Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten

Glückwünsche des Führers, an den Kaiser von Mandfchukuo

Berlin, 5. Febr. Der Führer bat Seiner Majestät dem Kaiser von Mandschukuo zum Geburtstag drochtlich seine Glückwünsche übermittelt.

Schwer verwundet den Rückzug seines Zuges gedeckt

Vorbildliche Tapferkeit eines deutschen Oberfeldwebels

Spende der Heimat - Ansporn zum Durchhalten"

Der Fahrdienstleiter schlug einen Angriff ab

Bolschewistischer Sturm und Untergang vor einem Bahnhof

Berfassungs-Senat in der Slowakei

Preßburg, 5. Febr. Am Mittwoch nahm das slowakische Parlament in seiner 80. Sitzung einen Gesetzentwurf an über die Errichtung eines Verfassungs-Senats. Dieser wird die Aufgabe haben, die slowakische Gesetzgebung aufihre Überein st immung mit der Verkassungzu über­prüfen. Das LlbervrLsunasverfaLren kann auf Vorschlag des Staatsvrä!Ü>enten. der Regierung, des Parlaments oder des Etaatsrates ausgeübt werden.

Das gewaltige Ar illerie-Duell um Singapur

Der Kriegshasen Seletar steht in Flammen

Verteidigung schlechthin. Er läßt den Gegner herankommen und ne r n i ch t e t i h n. Er schnürt ihn ab, keffelt ihn ein und sagt ihn in die Hölle. Er ist der stillere Bruder des offensiven Kampfes. Aber der Feind fürchtet ihn nicht minder.

Kriegsberichter Marco Heil de Brentani.

Mr alle haben seit vier Tagen nichts mehr ge­gessen, nur etwas Wodka, kein Stückchen Brot, keine Suppe wurde uns gegeben. Man versprach uns Fleisch und Butter und Brot, wenn wir den Bahnhof hier erstürmt hätten."

Tokio, 5. Febr. Bei dem gewaltigen Artillerieduell um Singapur, das seit Mittwochabend im Gange ist und immer heiliger wird, wurden die Batteriestellungen der Briten in Kranji zerstört, noch bevor der Gegner das Feuer erwidern konnle. Unterstützt von javanischen Bomben­fliegern. setzte die javanische Artillerie bei klarem Himmel und Mondschein die ganze Nacht hindurch das Feuer fort. Ein am Südende der Brückenstraße liegender Wald geriet in Brand, die ganze Gegend weithin erleuchtend. Auch der Kriegshafen Seletar. der Johore Bbaru unmittelbar be­nachbart ift. steht in Flammen.

Das javanische Artilleriefeuer richtet sich bauvtsachnch gegen den Nordabschnitt gegenüber Johore Bbxru. Hier sind, wie es beißt, vor allem im Gebiete des Brucken­dammes schwerste Auswirkungen des Artilleriefeuers fest- zustellen. Öltanks und Eummiplantagen stehen in Flammen Die englische Artillerie antwortet seit Donnerstagfrüh und beschießt unausgesetzt, aber ziemlich unvlanmaßig, die Stadt Jobore Bbaru. sowie deren nähere Umgebung.

Unaufhörlich find Detonationen zu hören

Tokio. 6. Febr. (Funkmeldung). Nachdem die Beschießung der Jnselfestung Singapur durch die javanische Artillerie einen Tag und zwei Nächte ununterbrochen anbalt.. machen sich, wie ein Frontbericht des javanischen Nachrichtenbüros ..Domei" meldet, bereits Anzeichen eines n a chl as,le nden britischen Wider st anoes bemerkbar. Die lavanische Artillerie bat sich jetzt eingeschosien, und das Feuer wird leit Donnerstag nachmittag zunehmend genauer. Am stärksten konzentriert sich das japanische Feuer zur Zeit auf emen Be­zirk Singapurs, der südwestlich von Jobure Bbaru liegt. Bon dort sind unaufhörlich schwere Detonationen der Einschläge zu hören.

*

as. Die heute mittag über den Kampf um Singapur vor­liegenden Nachrichten besagen, daß das Artillerieduell über die Straße von Johore mit unverminderter Stärke anhält. Die japanische Artillerie nimmt weiterhin vor allem die Forts und anderen Befestigungswerke auf dem Nordteil der Insel, also aus der Seite die dem Festland zugekehrt ist, unter Feuer. In japani­schen Meldungen heißt es dazu, das Aufgehen mehrerer Öltanks tn Flamemn zeigte Volltreffer auf die in den Eummi­plantagen versteckt gelegenen britischen Forts an. Die englische Artillerie scheint ihr Feuer auf Johure Bharu zu konzentrieren, das Singapur gegenüber auf dem Festland ge­legen ist und von wo die Engländer wohl den japanischen Angriff erwarten. Amerikanische Büros wollen wißen, daß es den Eng­ländern gelungen ist, ihre schweren Geschütze, die auf die

Ein Feldpostbrief übermittelt den Dank der Front für die

Berlin, 5. Febr. Seit Tagen und Wochen tragen als zu- sStzliche Ausrüstung unsere tapferen Soldaten wahrend der Zeit ihres Wintereinsatzes an der Ostfront .die wärmenden Kleidungsstücke aus der W o l l - u n d W.i. n ters ach en - sammlung. Der folgende, an tue Eauleitung Berlin der NSDAP, gerichtete Feldpostbrief bringt den Dank unserer Soldaten an die Heimat tn beredter Weise zum Ausdruck.

O. N.. den 24. Januar 1942.

In den letzten Tagen trafen hier die Sachen aus der Wollsammlung des deutschen Volkes ein. Welch überwältigen­des Ergebnis deutschen Opfergeistes.! Ich war. in der Lage, als Kompanieführer jeden, mein et Man n e r mit durchschnittlich vier bis fünf Stucken warmer Winterbekleidung zusätzlich auszustatten.

Warum richte ich meine Zeilen nun gerade an den Gau Groß-Berlin? An einigen Stucken der gespendeten Woll­sachen waren kleine Zettel befestigt mit persönlichen Grüßen und den Anschriften der Spender Demnach kamen die meisten bei uns verteilten Sachen aus Ihrem G a u. Ihnen den herzlichsten Dank meiner Soldaten auszudrucken. ist der Zweck dieser Zeilen. Selten sah ich die Kameraden.mit strahlenderen Mienen an- und roegtreten, als $um Empfang dieser Liebesgaben kürzlich. Die Sachen sind bet uns gut an­gebracht, führt doch der Winter hier int Osten ein unerbittlich

nähme der Verwundeten. Er selbst deckt« als letzter den Rückzug. In heftigen Kämpfen, die bis gegen 8 Uhr mor­gens dauerten, schlug sich der Zug durch die immer wieder angreifenden Sowjets durch. Bei diesem Kampf wurde der Oberfeldwebel durch Splitter im Rücken und einen Ober­schenkelschuß verwundet. Aber auch trotz dieser schweren Verwundung blieb er der Letzte am Feind. Mit eigener Kraft schaffte er sich bis in .die eigenen vorderen Linien zurück. Seiner festen Entschlossenheit und seinem rücksichts­losen persönlichen Einsatz war es vor allem zu danken, daß der Durchbruch seines Zuges gelang und die zwölf Verwun­deten geborgen werden konnten.

benötigt werden, in einem anderen Betrieb aber 300, so steckt hier ganz zweifellos noch eine gewiße Leistungs- r e i e r d e. Der zu höchster Erzeugungsstufe emvorge- ftiegene Betrieb wird also für diejenigen Betriebe zum Musterbeispiel, deren Leistung hinter der desMusterbe­triebes" wesentlich zurückbleiben. Der gute Betrieb wird von. tüchtigen Rationalisierungsingenieuren studiert, seine Verfahren, die Ursachen seines Leistungsoorsprungs werden ermittelt. Dann gehen diese Ingenieure in die vergleich­baren Betriebe, die in der Leistung nachhinken, machen sie mit den beßeren Verfahren bekanni und versuchen das Leistungsniveau des Betriebes zu heben. Gewiße Be­denken. daß dabei etwa Fabrikationsgeheimnisse pretsge- geben werden könnten, müßen und werden zurücktreten im Interesse der großen Ziele. Es ist wichtiger, daß alle Be­triebe. soweit das irgend möglich ist. zu einem Höchstmaß in ihrer Tagesleistung gelangen, und vielleicht wird selbst der Musterbetrieb noch aus anderen Erfahrungen lernen können. Hand in Hand damit geht der Appell an die Eeiolg- s ch af t s m i t g l i e d e r. die Stiftungen zu steigern Das geschieht nicht, weil etwa irgendwo Über schlechte Leistungen zu klagen wäre, vielmehr wird man kaum einen Geschäfts­bericht finden, in dem nicht der große Fleiß, die Hingabe und die Ausdauer der gesamten Gefolgschaft lobend hervorge- hoben werden. Aber auch hier kommt es darauf an. daß jede Arbeitsstunde voll produktiv ausgenutzt wird. Es, gibt mancherlei Wege, die zu einem Erfolg führen werden man denke nur an die Schulungsvorträge, man denke an beson­dere Belohnungen für diejenigen Eefolgschaftsrnitglieder, die sich aut dem Gebier des betrieblichen Vorschlagswesens be­sondere Verdienste erworben haben So wird dieses Problem also auch von der Seite der Gefolgschaft her gelöst werden. Besonders aktive und vorbildliche Ärbeitskameraden die wißen, worum es gebt und die durch ihre Haltung und durch ihre Arbeit es verstehen, die anderen mitzureißen, werden die schwierige Aufgabe meistern helfen.

Das Problem der Leistungssteigerung wird also von den verschiedenen Seiten angevackt. Alle diese Maßnahmen sind die Garantie dafür, daß Deutschland in dem Krieg der Fa­briken ebensowenig zu schlagen ist wie auf dem Schlacht­feld. Es werden noch mehr und noch bessere Waffen fabriziert werden, und so werden Front und Heimat gemeinsam den Endsieg erkämpfen. as.

er sich hinter einem langgestreckten Schuppen decken konnte. Von hier aus belegte er die Bahnsteige mit teilweise gutgezieltem Ge­wehrfeuer und schoß zwei unserer Kameraden, die im Bahnhof zurückgeblieben waren, durch die Zwischenräume der Wagen eines ELterzuges, an. 3m nächsten Augenblick zischte hinter dem Schuppen her das erste einer ganzen Reihe von Eranatwerferge- schoßen, deren erste über den Bahnhof hinausführen, deren weitere aber rasch auf das Ziel den Güterzug zurückwanderten und endlich hart neben der Lokomotive in den hartgefrorenen Boden schlugen. Es war keine Zeit zu verlieren. Der Offizier war im Begriff, seine vorgeschobene Kompanie zum Sturm anzusetzen, als der erste Gegenstoß kam. Wir nahmen die Köpfe in den Schnee, glaubten im Augenblick an einen Einschlag in unserer Nähe und wurden sogleich beßer belehrt. Mitten aus dem Bahnhof, bester aus seinen von der Oktoberoffenfive Übriggebliebenen Trümmern, schoß ein deutscher Granatwerfer mit guter Stel­lage hinter den Schuppen. Der Fahrdienstleiter, ein Ge­freiter, hatte sich auf seine Ausbildung in seiner aktiven Zeit besonnen und feuerte über unsere Köpfe hinweg in den feindlichen Haufen.

Nach einiger Zeit setzten beide Granatwerfer zugleich aus, die Gründe waren nicht ersichtlich. Leuchtkugeln hoch: Feuer vorlegen. Fertig zum Einbruch, Siel: Der Schuppen, Eine LME-Garbe hielt uns jedoch zurück, der Feind war noch nicht am Ende. Da z w e i Panzerspähwagen polterten über die Eleisbohlen, kippten den Abhang hinunter, kamen mit heulenden Motoren auf dem un­wegsamen Gelände näher, gewannen festeren Boden und rannten geradewegs auf den Schuppen zu. in den sich der Feind verkrochen hatte. Die Gewehrgeschoße klatschten von ihrem Stahlmantel ab, jetzt begannen sie gleichzeitig zu feuern. Der Schuppen erbebte, Vollgas und tn bic zusammenkrachende Wand des Schuppens hinein, daß die Balken emporroirberten. Der Anprall genügte. Der Schuppen legte sich wie ein leckes Schiff auf die Seite und krachte zusammen, begrub den Rest der Boffche- wiften In diesem Augenblick fuhr hinter dem Walde her in den ärgsten Eefechtslänn hinein ein bolschewistisches Brand­geschoß und bereitete den Begrabenen ein weithin loderndes Leichenbegräbnis. Es war bas Ende des Bataillons. Das Eingreifen der Panzerspähwagen war so jäh und entsetzlich Über die Bolschewisten gekommen, daß sie nicht die Zeit und den Entschluß gefunden hatten, sich zu ergeben. Nur drei Gefangene fielen in unsere Hände. Weithin war bas Borgelänbe des Bahn­hofs mit gefallenen Bolschewisten bedeckt Einer hielt noch in der Todesstarre eine Flasche mit einem Docht, gefüllt mit einer bläulichen Flüssigkeit, hoch ein Molotow-Eocktail, die Brand­waffe der Bolschewisten. Es hatte ihrer nicht bedurft

Der Abwehrkampf dieses Winters im Osten bedeutet keine

Englands Zugverkehr weiter eingeschränkt

Eens. 5. Febr. DieDaily Mail" bereitet ihre Leset auf neue und weitgehende Einschränkungen im Betriebe der englischen Eisenbahnen vor. Damit die M u n i t i o n s - rüge laufen können, müssen weitere Personenzüge aus dem Fahrplan gestrichen werden. Das Blatt schildert die Schwierigkeiten im englischen Transportwesen und bemerkt, nicht nur der zur Verfügung siebende Schiffsraum sei absolut ungenügend, sondern auch die englischen Eisenbahnen hätten durch den Krieg schwer gelitten. Deutschland hat zwar auch den Personenverkehr einschränken müßen, weil die Deutsche Reichsbahn nicht nur im besetzten Frankreich. Belgien, den Niederlanden und in Norwegen, sondern jetzt auch aus den vielen tausend Streckenkilometern im Osien den Eisenbahnverkehr fast nur mit ihrem eigenen Personal und ihrem deutschen rollenden Material aufrechterbalten muß. die englischen Bahnen fahren aber nur auf ihrer Insel und nur auf . ihren Friedenssirecken. Ein Beweis mehr für d-e überragende Leistung der Deutschen Reichsbahn tm Kriege. ________

Der italienische ^Zehrmachtbericht

Rom, 6. Febr. (Funkmeldung.) Der italienische Webr- machtbericht vom Freitag bat folgenden Wortlaut:

Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt:

JnderöstlichrnCnrenaika rücken die Abteilungen, die den Feind verfolgen, nach der Besetzung von Intimi weiter gegen das Gebiet von Ain tl (Sa ja la vor. Die Zahl der bis zum 81. Januar erbeuteten oder zerstörten bri­tischen Kraftfahrzeuge ist auf 1 220 gestiegen.

Bei einem Einflug auf einen feindlichen Flughafen z er st ör^t en Verbände der Luftwaffe der Achse mehrere englische Flugzeuge am Boden und beschädigten viele andere schwer. Bersorgungsanlagen wurde» heftig beschoßen.

Deutsch italienisch« Bomber führten wiederum wirksame Angriffe auf Ziele auf der Insel Malta durch, wobei sie sichtbare Ergebnisse hatten, über der Insel schoßen deutsche Jagdflugzeuge drei Hurrikane im Lufikampi ab.

Einer unserer Torpedoflugzeug-Patrouillen, die erneu stark gesicherten feindlichen Eeleitzug auf der Höbe von Tobruk angriffen, gelang es trotz bet heftigen Luftabwehr, einen Saudesdampfer zu treffe», der brennend liegen blieb. Die Flug - »ne kehrten mit einem Tote» unk mehreren Verwundete» an Bord zu ihrem Stützpunkt zurück.

Woll- und Wintersachensammlung des deutsche« Volkes hartes Regiment. Doch soll uns die Spende der Heimat nun ein neuer Ansporn sein, durchzubalten und zu stehen, bis der Führer zu neuem Angriff blasen läßt und der Feind endgültig geschlagen ist.

Die Hoffnungen unserer Gegner auf einen Zusammen­bruch der inneren Front müßen am Beispiel dieser groß­artigen Spende schmählich zerschellen. Solange Deutschlands Volk solchen Opfersinn beweist, wird es unschlag­bar sein.

Es ist ein erhebendes Gefühl und Bewußtsein, Kleider zum Schutze gegen die Winterkälte zu tragen, von deren Spendern wir gar nichts wißen als das eine: Sie lieben uns sie glauben gleich uns an den Sieg, und sie setzen diese ihre Hoffnungen auf Sieg allein auf uns, ihre Soldaten!

llnd so dankt denn meine ganze Kompanie dem Gau Groß-Berlin aufs herzlichste. Wir stammen zwar in der Mehr­zahl aus der Südwest ecke des Reiches, doch schützen wir alle eine Heimat, Deutschland und unser geliebtes Deutsches Reich.

Heil Hitler

gez. Kiaiber , Leutnant und Kompanieführer.

DNB. 5. Febr. Zwei Angriffe unternahm ein bolschewistisches Schützenbataillon im norbwestlichen Operationsge­biet vor Moskau. Zwei läge, die uns mehr Aufmerksamkeit und Anstrengung kosteten als manche große kämpferische Entschei­dung. Der Einbruch durch die Linie nördlich der Stadt war mit überlegenen Truppenmaßen erfolgt, und es gilt nun, den läng­lichen Sack, der noch ohne rechte Verbindung mit der Opera- tionsbafis der Bolschewisten über das eigentliche Kampfgebiet hin­aus in den eigenen rückwärtigen Raum sich gebildet hat, unmittelbar unterhalb der Linie abzuschnüren und die Katze im Sack zu fangen. Während feuerkräftige Spezialeinheiten den Strick enger -und enger ziehen, versucht sich die eingekeßelte feindliche Truppe vom winterlichen Kartoffelvorrat der ausge­hungerten Kleinbauern zu erhalten, ist oft mehr auf die Stillung des Hungers bedacht als auf Siege. Sie bedeutet uns jedoch wie am ersten Tage des Ostfekdzuges einen st-U r vorangetrtebe- nen gefährlichen Gegner. Freilich, der Bolschewist hat die Artillerie daheim gelaßen. Der Gefangene, der zitternd vor dem Dolmetscher steht, weil er sterben zu müßen glaubt, berichtet:

Sie stürmten w i e die Blinden ins Feuer, von der Angst vor den Politruks und vom Hunger getrieben. Seit zwei Tagen schon waren Stukas gegen die beiden Dörfer eingesetzt würden, in denen sich das Bataillon festgesetzt hatte. Kein Balken blieb auf dem anderen. Die vertriebenen Bolschewisten besetzten mit dem verbliebenen Rest ihrer Mannschaften eine Kolchoswirt- schaft. Darauf aber hatte die Heerflak nur gewartet. 3m horizon­talen Beschuß wurde ausgelöscht, was nicht in das rückwärtige Sperrfeuer der Felbhaubitzen hineinlief. Zu unserer Überraschung tauchten aber feindliche Kräfte in Stärke eines Batail­lons hinter der Kolchose auf, überrannten die Trümmer und näherten sich im Schutze einer größeren Bodenwelle dem Gefechts­stand unserer Kompanie neben dem Bahnhof. Es blieb keine Minute zur Überlegung der taktischen Lage übrig, während wir den unvorsichtig vorgestoßenen Feind bislang der Luftwaffe und der Feld- und schweren Artillerie überlaßen konnten. Kein Mann soll geopfert werden, wenn nicht die höchste Not es fordert. Das Schicksal des Bahnhofs wird in unsere Hand gelegt. Was nun folgte, war das Werk weniger Minuten. Die Kompanie deren natürliche Aufgabe sonst tech­nischer Art ist, stieß sofort unter der Führung eines technischen Offiziers in drei Gruppen vor, kam dem Feinde ans diese Weise in die Flanke und verwirrte ihn bis zu dem Augenblick, wo er sich hinter einem langgestreckten Schuppen decken konnte. Von hier aus belegte er die Bahnsteige mit teilweise gutgezieltem Ge-

vruck und Verlag: 8.6<6ellenberg'tc6e Buchdrnrkrre', Wiesbadener lagb'att Wiesbaden. ®<famttei ung. Dr ohil. habü Tufta-S ch e > le nbera und Ott» ftet!er. ßauDtf^nftlettet- Fritz Süniher, ftlmNich m Wie», baknn: Zur Zei, 'ft Vr-isMt- 9?r. in afllttg

See gerichtet waren, jetzt soweit umzubauen, daß diese Ge­schütze auch das Festland unter Feuer nehmen können. Die Eng- länder sind sich offenbar nicht recht klar, wann sie mtl einem japanischen Infanterie-Angriff zu rechnen haben Sie geben zwar zu daß bas Feuer der japanischen Artillerie sich verstärkt hat, meinen aber bann, es habe noch nicht ben Charakter eines Trommelfeuers angenommen. Der Feind, so heißt es tn einer Reutermeldung, habe in diesem Augenblick offenbar noch nicht qte Absicht, zu einem Gelänbeangrifj überzugehen Auch die Luftwaffe hat erneut in den Kampf eingegriffen. Singapur wurde wiederum tm Hoch- und Tiefslug angegriffen.Der Schaden war zedoch gering, meint der englische Nachrichtendienst zur Be­ruhigung seines Publikums. Don japanischer Seite wird noch er­gänzend gemeldet, daß im Johore-Abschnüt weitere japanische Truppen zusammengezogen wurden.

Auch die Nachrichten aus Burma sind für die Engländer weiterhin schlecht. Wie London zugeben muß, haben die (Japaner oberhalb Mulmeins den Salwin-Fluß t n größerem Umfang bezwungen. Es entwickelt sich nun ein Stoß, der offenbar auf Thaion zielt, etwa 40 Meilen nördlich von Mulmein und durch den die britische Garnison von Martaban abgeschnitten werden soll. Man spricht auch schon von der Möglichkeit einer Räumung Martabans, das angeb­lich schwierig zu verteidigen sei. Die Hauptsvrge der Engländer gilt aber nach wie ovi Rangun, da sie wissen, daß der Verlust Ranguns auch den Verlust der Burmastraße, der Lebensader Tschungking-Ehinas bedeutet, desgleichen Tschungking-Chinas. auf dessen Menschenmaßen die Herren Engländer so große Hoffnungen setzen und bas man zur Sicherung der britischen Position tn Ost- asien einzuspannen hoffte.

Feindluftwaffe auf Java vernichtet

Tokio, 5. Febr. Das kaiserliche Hauptquartier gab qm Donnerstagnachmittag bekannt, daß japanische Marinestreit- kräfte die über dem südwesipazifischen Gebiet operierten, am 8. Februar einen M a s s e n a n g r i ff auf den Marine­stützpunkt Surabaja und den Luftstutzpunkt Malang auf Java unternahmen, wobei sie insgesamt 85 feind­liche Flugzeuge abschossen oder auf dem Boden zerstörten, darunter sechs, von welchen die Bestätigung noch aussieht Die japanische Aktion batte den Enolg. daß die gesamte feindliche Luftmacht so gut wie vernichtet wurde. Vier japanische Flugzeuge kehrten nicht zuruck .

In dem Eommuniauö wird weiter gesagt, daß lapanffche Flugzeuge bei ihren Patrouillenflügen über der Java-See. die am 1 Februar begannen, drei feindliche Schiffe von 6000. 3000 und 2000 BRT. mit Bomben belegten und ver­senkten.

Berlin, 5. Febr. Bei den barten Abwehrkämpsen an der Ostfront zeichnete sich ein Oberfeldwebel. Zugführer. in einem rheinischen motorisi e r t en 3 n f ankerte- Regiment, besonders aus. Der Oberfeldwebel hatte den Auftrag, mit seinem Zuge in einem Waldstück eine Sirafee für eine weiter vorn eingesetzte Kompanie offenzuhalten, da die Strafte durch bolschewistische Angriffe bedroht war.. Als die Sowjets dann eines Mittags überraschend vorstießen, griff der Oberfeldwebel in richtiger Beurteilung der Lage und vorbildlicher Entschlußkraft unter Vebaßung von schwachen Sicherungen mit der Maße des Zuges die Bolsche­wisten in der Flanke an. Hierdurch wurde den sowiets ein Zurückgehen unmöglich gemacht., Es kam zu barten Kämpfen, bei denen die tapferen Infanteristen den Bolsche­wisten erhebliche Berluste zufügten. Als em leichtes Ma­schinengewehr wegen einer Hemmung ausnel. Jprang der Oberfeldwebel kurz entschloßen an das Maschinengewehr, beseitigte die Hemmung, stürmte mit dem ME. dem Zuge voran und schoß selbst weiter, bis ihm mehrere _ytnger er­froren waren. Seine vorbildliche Tapferkeit riß feinen Zug zu höchsten Leistungen hin. Vis auf wenige Mann konnten die angreifenden Bolschewisten völlig vernichtet werden.

Schon am nächsten Tage erhielt der Oberfeldwebel Ge­legenheit, seine hervorragende Tapferkeit erneut zu be­weisen. 60 Bolschewisten waren bereits in die eigenen Stellungen eingebrochen und konnten wegen des, starken feindlichen Feuers nicht mehr im Gegenstoß geworfen wer­den. Auf den Befehl, sich vorn Feind zu lösen, schlug sich der Kompaniechef mit zwei Zügen nach rückwärts durch, wahrend der Oberfeldwebel mit feinem Zuge noch in hartem ffeuer- gefechi stand. Immer enger schloß sich der Ring der Sowiets um die tapferen rheinischen Infanteristen, die aber lepem Feindangriff standbielten und den Bolschewisten erhebliche Verluste zufügten. Längst war Mitternacht vorüber, doch noch immer tobte der Kampf.

Ms in den frühen Morgenstunden der Angriff der Sow>eis etwas abebbte, organisierte der Oberfeldwebel das Ausbrechen aus dem Rins der Bolschewisten unter Mit-