Mittwoch. 4. Sehrt-t 1342
Wiesbadener Tagblatt
Nr. 29 Seite 3
Wiesbadener Nachrichten
Wohin die beste Jugend?
Jungen und Mädel suchen einen Berus
Die Gaumaltung Hessen-Nassau der DAF. schreibt zur Frag« der Berufswahl
Alljährlich, wenn sich das Schuljahr seinem Ende zuneigt, et» hebi sich die Frage, was die Jungen und Mädel, die die Schule verlassen, werben sollen. Eltern und Kinder suchen den richtigen Beruf, und tausend Berufszweige suchen ihren Berufsnachwuchs. Überall wird dabei der Ruf nach der besten Jugend laut, die gerade in diesem oder jenem Beruf unbedingt eingesetzt werden mutzte. Der nationalsozialistische Staat konnte an dieser wichtigen Frage nicht achtlos vorübergehen und hat die Stellen ge- schaffen und eingeschaltet, die den Ausgleich zwischen den Wünschen der Lehrstellensuchenden und dem Angebot freier Lehrstellen nach den Erfordernissen unserer Volks-, Staats- und Wirtschaftsführung Herstellen
Dabei wird niemals der Matzstab angelegt werden können, datz dem einen oder dem anderen Beruf dre besten Jungen und Mädel zugewiesen werden. Wei sind denn überhaupt die Besten? Tausende unserer Jungen und Mädel verdienen nach Charakter, Fähigkeiten und Leistungen zur besten Jugend gezählt zu werden. Das Urteil hierüber liegt bei der Partei und ihren Gliederungen. Aber müsien sie wegen dieser ihrer Persönlichkeitswerte gerade Ingenieur, Lehrer, Schlosset. Bauer. Handwerker oder, welcher Beruf nun gerade in den Borderg-und gestellt wird, werden? Wir brauchen überall tüchtige Menschen, die als echte Nationalsozialisten führend in ihrem Berufszweig tätig sind. Für die Berufswahl aber darf nicht der Charakterwert des Menschen ausschlaggebend sein, sondern hier müssen die besonderen Anlagen und Fähigkeiten entscheiden, die die Natur dem Einzelnen mitgegeben hat.
Jeder Berufszweig braucht nicht die beste Jugend, sondern diejenigen jungen Menschen, die die größte Leistung gerade auf diesem Arbeitsgebtet erreichen können. Hier gilt es schon frühzeitig, den Berusswansch der jungen Menschen in die richtigen Bahnen zu lenken, damit die Arbeitseinsatzbehörden von einer gar zu grohen Spannung zwischen Berusswünschen und Berufsmög- lrchleiten entlastet werden Diesem Ziel dient die Einfachst» s ch u I u n g , wie sie auf Veranlassung der DAF. im Rhein-Main- Gebiet erprobt wurde und nunmehr im ganzen deutschen Reich eingeführt werden soll. Aus dem gleichen Grund zeigen die HI., die DAF. und andere Organisationen der NSDAP, immer wieder das Berussblld des Schlossers, des Holzarbeiters, des Chemiewerkers und aller der vielen einzelnen Mrufe.
So wird im nationalsozialistischen Staat dafür gesorgt, datz jeder falsche Berufseinsatz unserer Jugend nach Möglichkeit vermieden wird Die DAF. lägt es sich dann angelegen (ein, den jungen Berufstätigen auf feinem Berufsweg zu begleiten, zu beobachten, und ihm mit Rat zur Seite zu stehen Jeder wird dem richtigen Berufszweig zugefuhrt, und die beste Jugend findet in allen Berufen Aufstiegsmöglichkeiten zu verantwortlichen und leitenden Tätigkeiten Denn durch die Begabtenförderung der DAF ist dafür gesorgt datz für den tüchtigen und charakterlich wertvollen Menschen der Weg frei ist zu den führenden Stellen in Partei, Staat und Wirtschaft.
Aus dem Leben deutscher Gemeinden
Ehrung für freiwillige Mitarbeit
Der Bürgermeister der Stadt Minden hat den freiwilligen Helfern Bei der Lebensmittelkartenverteilung als Anerkennung der Stadt eine Keramik-Plakette überreicht, die die Inschrift trägt: „Die Stadt Minden ehrt freiwillige Mitarbeit am Gemeinwohl im Kriegsjahr 1941.“
Handwerker in neuen Wohnsiedlungen
Der Reichsstand des deutschen Handwerks beschäftigt sich seit langem damit, die Voraussetzungen für einen planvollen Handwerksansatz in neuen Wohnsiedlungen zu erforschen. Wie jetzt mitgeteilt wird, sind für die Stabt des KdF. -Wagens bei einem Einwohnerstand von hunderttausend Menschen 604 Handwerksbetriebe vorgesehen, darunter 116 Bäckereien. Metzgereien und Konditoreien, 235 Betriebe des Bekleidung?- und Reinigungshandwerks und 95 Betrieb« des Metallhandwerks.
Neuerungen bei, Stratzenbahnen
Die ,B r e s l a u e t Stratzenb rhnverwaltung hat seit einigen Wochen Stehwagen eingesührt. Diese sitzplatzlosen Wagen, die ein weit größeres Fassungsvermögen aufweisen, haben sich bestens bewährt. — Die Strahenbahnverwaltung der Stadt Dessau gibt täglich ihren Fahrbeamten zur Erleichterung ihres schweren Dienstes im Winter .eine Thermosflasche mit Fleischbrühe oder Kaffee.
— Das „SB. T.“ gratuliert. Am Donnerstag feiert Reichsbahninspektor a. D Hermann Bergner Emser Straße 50, seinen 89 Geburtstag - Am gleichen Tage wird der Mitbegründer des Vereins der Ruhestandsbeamten Philipp H o e v e l, Dotzheimer Straße 18. 82 Jahre alt. - Prokurist Adolf Becker kann am 5. Februar auf eine 40jährige Tätigkeit bei der Firma Carl Gtünig, Wiesbaden, zurückblicken.
— Unfall. Ein zwölfjähriger Knabe wurde in der Aarstraße von einem Kraftwagen überfahren. Er erlitt innere Verletzungen und einen Bruch des rechten Oberschenkels.
Beifall, der schönste Dank
Uneigennützige Bereitschaft, unser« Verwundeten zu ersreuen
Das deutsche Voll schuldet seinen Verwundeten als Ehrenbürgern der Nation allen Dank In vielfältigen Bezeugungen der Pflege, der Betreuung und der Aufheiterung kommen wir in der Heimat einer selbstverständlichen Dankespflicht nach. Wir waren am Dienstagabend wieder einmal in einem hiesigen Jie)etDC> lazarett zu Gast und konnten uns davon überzeugen wie sehr Ärzte und Schwesternschaft darum bemüht sind, die Wunden der Kameraden zu heilen, sie zu pflegen und ihre Genesung zu fordern Nichts ist dem Pflegepersonal zu viel und viele Schreiben zeugen von der Dankbarkeit für die geleistete Hilfe. In diesen Dank werden auch die Männer und Frauen der Partei und der JioRtb. eingeschlossen die sich bet Betreuungsarbeit freudig unterziehen und die von der Bevölkerung aufgebrachten Liebesgaben verteilen Ein weiterer Dank gilt unseren Künstlern, die immer freudig und uneigennützig bereitstehen, wenn an sie der Ruf ergeht unseren Verwundeten eine Freude zu machen und ihnen durch ihre Kunst eine seelische Stärkung zu bringen Sie helfen die Stunden de« Kameradschaft verschönern und wenn sie ihre Lieder singen ihren Humor sprudeln lassen, dann vergessen die Zuhörer ihre schmerzen und wir, die wir als Gäste unter ihnen weilen dürfen, freuen uns tnit ihnen. So war es auch am gestrigen Abend, der Verwundete und Pflegepersonal, die Männer und Frauen der Paten- Ortsgruppen Geisberg und Sonnenberg, eine Abordnung der Paten-Konipanie und beliebte Künstler zusammensah. Ihnen allen entbot der stets rührige Betreuer des Lazaretts. Pg. Hermann Lang, den Willkommengruß, Ortsgruppenleiter Bach Sonnenberg brachte die Grüße und Genesungswünsche der Partei zum Ausdruck, ein Feldwebe' der Paten-Kompanie mit einem Geschenk die Grütze der Kameraden und schliehlich Charlotte Schütze, Joe E i b i n g e r , Viktor H o s p a ch und Otto Scheide! die schönsten Perlen aus ihrem Programm. Mit humorvollen Liedern zur Laute erfreute Hedi Reimer. Am Klavier waltete eine Künstlerin ihre Faches, Erna Ludewig. die seit mehreren Mo- naten Tausenden von Soldaten in der Heimat und den besetzten Gebieten hohe künstlerische Genüsse vermittelte, als anschmiegsame Begleiterin. Im Namen der Verwundeten dankte der Chefarzt allen Mitwirkenden, die gerne gekommen waren, um ihre Kunst wieder einmal, wie so oft schon vorher, in uneigennütziger Weise in den Dienst der Verwundetenbetreuang zu stellen. p.
Goethe Denkmal am Neuen Museum
Schönheit Wiesbadener Denkmäler
Ein Denkmal stattlich stolz markant — der lauten Stratze zugewandt und doch in des Symbole? Frieden auch Welt für sich und abgeschieden.
So sehn wir Goethes Monument, das jeder Freund Wiesbaden? kennt. Beim Dichterheros ruht der Aar, es beut sich uns ein Gleichnis dar:
So wie des Adlers Höhenflug, der Dichterfürst uns aufwärts' trug und heut noch trägt mit seinem Geist und uns des Lebens Landschaft weist.
(Bild und Text: Ernst Sperk)
Elterntag im Landjahrlager
Was ein Landdienstjunge unseres Gaues darüber zu berichten weiß
„Unser erstes Vierteljahr im Landdienst ist nun um. Dies war zunächst die schwierigste Zeit, denn für uns Jungen aus der Stadt war dies neue Leben fremd und ungewohnt. Aber dann kam ein gemeinsames Erlebnis in der Lagergemeknschaft, und dies hat uns gejagt: Du darfst jetzt nicht feige werden, du mußt tüchtig fein, denn hier ist dein Platz! Du mußt durchhalten, dann hast du gesiegt - Nun, das muß ich sagen, mit ein wenig gutem Willen ist es auch gelungen. Und allmählich begannen wir unrichtig wohl zu fühlen.
Ein sehr schönes Erlebnis war unser El fern tag Wir hatten alle unsere Eltern eingeladen, damit sie einmal selbst sehen sollten, wie es ihren Jungen geht Schon lange Zeit vorher waren wir eifrig beim Üben, denn unsere Eltern sollten sich mal so richtig freuen. Endlich war es nun so weit Wir schleppten unsere Stuhle heraus und stellten sie im Halbkreis für die Zuschauer auf. Da wir all unsere Vorbereitungen vorsorglich getroffen hatten konnten wir nun beginnen. Nach einigen lustigen Liedern spielten wir ein kleines Theaterstück mit unserem Kasperle. Er hatte sich bald mit seinem unverwüstlichen Humor in alle Herzen eingeschlichen. Anschließend führten wir noch einige Neckspiele auf, bei denen es natürlich lebhaft zuging Dann kamen wir zum Schlußlied, das Eltern und Jungen zu einem großen, gemeinsamen Singkrers vereinte. Ich glaube, beide Teile haben vieles Schöne nut nach Hmise genommen. Man sah es unseren Eltern an, wie froh und dankbar sie waren, daß ihre Jungen ein solch gesundes und frohes Leben tm Landdienst führen dürfen.
Für mich war dies der schönste Tag im Landdienst.“
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Sinne der Kriegswirtschaftsverordnung,
— Wissenswertes «ns Bern Alltag. Der NS. - A Ith ett e n - bund und seine Altherrenschaften ist vom Reichsminister der Finanzen als gemeinnützig anerkannt worden. Er hat als einziger von der NSDAP, anerkannter Zusammenschluß der ehemaligen Studenten deutscher Hoch- und Fachschulen als nationalsozialistische Gemeinschaft auf seinem Sektor wichtige allgemeine Ausgaben im Staats- und Volksaufbau wahrzunehmen. - Die Reichszentrale Landaufenthalt für 6tadttin» d e r" steht seit 25 Jahren im Dienst der deutschen Jugend 1917 konnten 575 000 gesundheitsgefährdete Kinder einen mehrwöchigen Landaufenthalt bekommen. Nachdem die NSV. dre Führung übernommen hatte, wurden von 1934 bis 1987 alljährlich tunb 650 000 Kinder, baoon 400 000 allein burch bie NSV., verschickt. 1940 waren es 868 000.
— Bezugscheinfrei und doch lebenswichtiger Bedarf. Laut ichsgerichtsentscheidung zählen auch-viele Gegenstände die nicht Bezugscheinpflicht unterliegen, zum lebenswichtigen Bedarf ,m me der Kriegswirtschaftsverordnung, zum Beispiel Ge
flügel. Die Deckung dieses Bedarfs wird aber dann als gefährdet anzusehen sein, wenn der geordnete Gang der Verteilung solcher Waren an die Bevölkerung gestört wird dadurch, daß die Waren nicht auf dem von den zuständigen Behörden vorgesehenen, auf eine gleichmäßige Verteilung bedachten Wege (Kundenlisten, Kundenkarten usw.), sondern in unkontrollierbarer Weise durch „wilde“ Händler an den Verbraucher kommen Auch kann eine Bedarfsgefährdung durch das Beiseiteschaffen von Geflügel erblickt werden, selbst wenn das Fleisch nachher der Bevölkerung zugeführt wird; Dies nämlich in Fällen, in denen Tiere vorzeitig geschlachtet werden. Deshalb sei der Diebstahl von Geflügel und Kaninchen als Volksschädlingstat besonders hart zu bestrafen.
— Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat mit Recht auch im Binnenlande viel Freunde und Förderer und wer einmal alt der See weilte, wird von der Küstenbevölkerung erfahren haben, wie segensreich die Rettungsmänner der Gesellschaft wirken. Auch das Kriegsjahr 1941 brachte wiederum dem Rettungsdienst an bet deutschen Küste vielfachen Einsatz und Erfolg Es wurden 129 Personen in 17 erfolgreichen Rettungsfahrten (1940: 147 bzw. 19) glücklich aus Seenot geborgen. Seit 1865, dem Gründungsjahr der Gesellschaft, konnten durch deutsche Rettungsstationen 6248 Menschenleben aus Seenot gerettet werden. Die Organisation der Gesellschaft könnte sich trotz Kriegszeit mit über 800 Vertretungen im Reich weiter günstig entwickeln.
— Das Vermögen im Sparstrumpf. Eine ernste Nutzanwendung für alle diejenigen unbelehrbaren Sparet, die sich von dem Sparstrumpf nicht trennen können, enthielt ein Prozeß vor dem Esiener Strafrichter Eine fast 80 Jahre alte Frau hatte in jahrelanger Sparsamkeit ein Varvermögen von ungefähr 5000 RM erworben, das sie in einem Strumpf aufbewahrte. Schon seit Jahr und Tag muhte sie die Wahrnehmung machen, daß zeitweilig Geldbeträge verschwanden. Der muimaßliche Dieb war ihr Enkel, der aber nicht einwandfrei überführt werden konnte. Als dann die alte Frau ins Krankenhaus gebracht werden mutzte, wollte sie ihr Vermögen zu stch holen lasten. Sie muhte aber die traurige Feststellung machen, dah ihr 30 Jahre alter Enkel das ganze Geld Bis auf einige hundert Mark in leichtsinniger Gesellschaft durchgebracht hatte. Das Gericht verurteilte den gewistenlosen Butschen, der sich sonst bisher straffrei geführt hatte, zu einem Jahr Gefängnis.
HMasbaöan-Dofcßafm
Das „SB. T.“ gratuliert. Am Mittwoch begeht Herr Josef Schmitz, Schönbetgstrahe 7, in guter Rüstigkeit feinen 80. Geburtstag.
Efesbaöen-Rambatß
Die Rambacher Sängervereinigung hielt ihre Jahreshauptversammlung ab. Das Vorstandsmitglied W Kratz eröffnete die Versammlung mit dem Dank an die Einsatzbereitschaft der Sängerinnen und Sänger auch während des Krieges. Die Kasten- verhaltniste find in bester Ordnung. Das 80jährige Gründungsjubiläum soll in einer schlichten Gedenkfeier gewürdigt werden. Zum Bereinsführer wurde Emil Kratz wiedergewählt.
Mittwoch: Berbunkelung von 19.19 bis 8.36 Uhr
Leiter der Ausstellung, durch den Genetalgounemeur Reichs- Minister Dr. Frank eröffnet. Mit der Durchführung dieser Ausstellung in Krakau werde — jo führte Dr. Frank in seiner Eröffnungsrede aus — betont, dah innerhalb des Generalgouvernements das künstlerische Prinzip in der praktischen Tätigkeit des Verwaltens, Ordnens und Werteschaffens nicht vernachlässigt werde. Die mit rund hundert ausgesuchten Gemälden unb Plastiken beschickte Ausstellung wird bis zum 22. Februar in Krakau geöffnet bleiben.
* Behring-Preis der Universität Marburg. Zum Andenken an den überragenden deutschen Arzt Emil von Behring, den Entdecker de? Diphtherie-Serums und Begründers der Serum- Therapie, hat die llniverfität Marburg einen „Emil-von- Behrung-Preis" geschaffen, der aus einer Medaille mit dem Bild des Forschers und einem Geldbetrag von 5000 RM besteht Der Preis wird alle zwei Iahte für besonders wissenschaftliche Leistungen auf medizinischem, veterinär-medizinischem und naturwissenschaftlichem Gebiet mit besonderer Bevorzugung der Immun- Biologie und Seuchenbekämpfung an deutsche und ausländische Forscher verliehen werden. Er soll dazu beitragen, der Heilkunde neue Wege zu erschließen im Geiste Behrings, bet unbeirrt durch Rückschläge unb Anfeindungen sein ganzes Leben der Wissenschaft» lichen Forschung im Kampf gegen die Infektionskrankheiten gewidmet hat.
* Di« Goethe-Medaille für Pros. Dr. Meißner-Bonn. Der Führer hat dem ordentlichen Ptofesior em. Geheimen Kegierungsrat Dt. phil. Dt. jur. h. c. Rudolf Meißner in Bonn aus Anlaß der Vollendung seines 80 Lebensjahres in Würdigung seiner wissenschaftlichen Verdienste um die ältere germanische und deutsche Philologie die Goethe-Medaille für Kunst und Wisienschafi verliehen.
* Hundertjahrfeier des Kölner Mannergesangvereins. Der Kölner Männetgesangverein, der am 27. April 1842 gegründet wurde, will sein Hundertjähriges Bestehen mit einer Reihe von musikalischen Veranstaltungen feiern. In zwei großen Chorkonzerten am 26. und 27. April sollen im Kölner Gürzenich ^-oapella-Chöre uraufgeführt werden, die dem Verein gewidmet wurden von Richard Strauß, Hans Pfitznet, Paul Graener, -Heinrich Zöllner, Richard Trunk, August von Othegraven und Eugen Papst.
* Borttagsreisc Anton Dörflers auf dem Balkan. Der main- fränkische Erzähler Anton Dörfler, der 1935 mit dem Raabe-Preis ausgezeichnet wurde, wird von Mitte bis Ende Februar eine Vortragsteise durch Rumänien und Bulgarien unternehmen.
yijö Kilpmen
3«m 50. Geburtstage des finnischen Komponisten
Zu den treuesten Freunden Deutschlands auf dem Gebiet bet Musik gehört feit manchem Jahr bet finnische Tonjetzet 2)tjö Äilpinen. Zu Helsinki vor einem halben Jahrhundert am 4. Februar geboren, studierte et dort, wo das Musikleben seit j« einen gewissen deutschen Einschlag gezeigt hat, ging bann nach Wien und nach Berlin um seine Studien abzurunden, und gehört nun zu den namhaftesten her modernen Komponisten seiner Ration, ja, man darf wohl behaupten daß er neben Sibelius im Ausland als der berühmteste musikalische Vertreter feines Volkes gelten kann — einer Nation, die nicht nur durch einen ganz ungewöhnlichen Reichtum an Volksmelobien, sondern auch durch ein höchst entwickeltes Chorwesen ausgezeichnet ist.
Et begann mit drei Klaviersonaten unb mehreren Klavier- Suiten, denen seht viel später, erst vor einigen Iahten, temperamentvolle Violtn- und Violoncell-Sonaten gefolgt sind, die zwar mit denjenigen von Grieg und Christian Sinding den nordischen Ton gemeinsam haben, aber doch auch durchaus persönlich eigenen Wuchs zeigen Dazwischen steht als besonders beachtlich ein Sä)affen von übet 400 Liedern, das also dem Schuberrichen an Umfang kaum nachsteht. Selbstverständlich verbieten sich vergleichende Werturteile schon durch den zeitlichen und oolkischen Unterschied Trotzdem darf gesagt werden, dah wohl kern Nicht- deutscher auf dem Gebiet des Klavierliedes einen so wertvollen Zuwachs zum deutschen Liederbe geliefert hat, wie dieser zeit, genösiiiche Meister. Allein von Christian Morgenstern hat er 7v Stücke vertont, dazu etwa 20 nach Seegel ganze Liederkreise auf Gedichte von Zwehl und Rilke, die alle besonders durch den Baritoniften Gerhard Hüsch bei uns bekannt «--»Aden find Er begann in der Matschböhe etwa von Schumann. Brahms, Hugo Wolf und hat stch allmählich auch.zu recht kühnen neuen Aus- drucksmitteln weiter entwickelt — tm gamen aber Ijat et ben gefunden Boden hausmufikalifcher Möglichkeiten n -erl°fi-m Seine Vertonungen gehen dem Tert seht sorgfältig und liebevoll nach, ohne an melodischer Einfallskraft «nzubutzen. Die Klavier. Begleitungen find dankbar und gelegentlich sogar von nntreltzendet Virtuosität So ist alle Aussicht vorhanden, daß Kilptnens Werke stch in ständigem Maße bei uns heimisch machen werden
In den letzten Jahren hat sich Kilplnen, wie übrigen? die meisten Komponisten seiner Nation, so gut wie ausi$he(|Ita) t'mit Beschäftigt, künstlerisch hochwertige und eigengeprägie h..ilitärmätfche zu schaffen, um auch auf diesem Felde ben Dem finnischen Volke selbstverständlichen Vaterlandsdienst zu leisten. Wir wünschen dem sympathischen, schlichten Menschen und aus
gezeichneten Künstler herzlich eine erfolgreiche Weiterentwicklung feine? Schaffens zum Wohl des finnischen wie bes deullchen Musiklebens. Han? Joachim Moser
• Römische Erstausführung der „Arabella“. In der königlichen Oper zu Rom ging die lyrische Komödie „Arabella von Richard Strauß mit italienischer Besetzung erstmalig in Szene. Vincenzo Bellezza am Dirigentenpult, ein Vollblutmusiker von starker dramatischer Phantasie, erfüllte die Aufführung musikalisch mit eindringlicher Leidenschaft. Franca Som,gl, gestaltete die Titelrolle mit kluger Steigerung ihrer schonen Stimmittel und berührte zum Ausgang der Handlung durch beseelte Zartheit. Giovanni Jnghilleri gab der Rolle Des Mandtyka das erforderlich, Temperament des von der großen Liebe uberwatigten Mannes. Reizvoll der schlanke und grazile Sopran der Liana Cottini in der Partie der Zdenka. Guido Saloini führte leSenbtge Regie mit turbulenten Einfällen. Die wirkungsvollen Bühnenbilder stammten von Alba Calvo. Die Aufnahme des Werkes wat beifällig. Frank Wohlfahrt
* .Parsifal“ in Barcelona. Di« im Liceo-Opetnhaus tn Barcelona gastierenden deutschen Künstler haben ihren Erfolgen ein neues Ruhmesblatt hinzugefügt.durch die Aufführung von Richard Wagners Buhnenweihfestspiel „Parsifal . Nach den begeisterten spanischen Urteilen war Franz Konwitchnys ungewöhnlicher musikalischen Leitung die durch. Han? Meltzneis Regie auf der Bühne unterstützt wurde, qemeiniam mit den deutsch en Solisten eine präzise und ausgeglichene Darbietung des Werkes zu danken. In der Presie werden der Parsifal -on Sans Stahl die Kundin von Lotte Schrader und der einhellig gelobte Gutnetnanj von Rudolf Emmerich besonders hervoraehoben Das ausverkaufte Haus spendete den deutschen Gasten langanhalten- 6cn IBeater in Riga. Unter dem Schutz der deutschen Waffen entfaltete sich das kulturelle Leben im Genetallommtfla-- riat Riga immer mehr. Sieben Monate nach dem siegreichen Einzug bet deutschen Truppen in Riga konnte das Rigaer Schauspielhaus als drittes Rigaer Theater wieder seiner Bestimmung übergeben werden.
* Deutsche Kunstausstellung in Krakau. In den neuen Ausstellungsräumen des Instituts für deutsche Ostarbeit wurde bie mehr als siebzigste Ausstellung des 1936 von Reichsministet Dr Goebbels ins Leben gerufenen Hilfswerkes tut di« deutsche bildende Kunst nach Ansprachen des Leiters de? Hauptarbetts- gebietes Bolkswohliahrt der NSDAP. Arbeitsbereich Generalgouvernement, und des Reichsbeauftragten für künstlerische Formgebung, Professor Schweitzet-Mjölnir als dem künstlerischen
