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Wiesbadener Tagbla

_ _ . . .. Hi* t« ft *n8<i<ibeii Erscheinungszeit werktäglich

90. Jahrgang

Dienstag, 27. Januar 1942

Nummer 22

Mißhandelte Wahrheit

riten ange -

Stimmen zu Rommel

von Washington beschlagnahmt. Seit

' u Lande und

Ritterkreuz für rumänischen General

Berlin, 26. Jan. Der Führer verlieb das Ritterkreuz des

Neuer Schlag gegen die USA-Schiffahrt

Wettere.zwölf Handelsdampfer mit 103000 BRT. an der nordameritanischen Küste verjentt

Australien um die notwendige Hilfe betrogen

Scharfe Kritik Curtins an demllnfeblbarkeits«-Fimmel Churchills

Die Bedeutung der Kriegserklärung Thailands

Tatkräftige Unterstützung der javanischen Overationen gegen Burma

Drntk und Verlag: L. Schellenberg',che Buchdrnckerei, Langgasse Nr. 21 (Tagblatt.Hans, Rernruf- Sammel-Nr. 59831 - Drahtanlchrifi: Tagdlatt, Wiesbaden Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 7405 SB eauasp teile: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2. einschließlich des Tragerlohnes Durch die Post bezogen für einen Monat RM 2.35, zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld Einzelnummern RM 0.10 Bei Behinderung der Lieferung infolge höherer Gewalt lein Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises

zeichnet. So warf er am 26. November 1941 den stark ver­schanzten Gegner aus Alau undstürmte aus. eigenem Ent­schluß mit seinen tapferen rumänischen Gebirgsjägern die Höben ostwärts des Kavellenberges. Emen Tag water nahm kitte Brigade nach hartnäckig e m Bunkerk a m v f eine wichtige Höbe, die für die Führung des werteren Kampfes von besonderer Bedeutung war. Am 17. Dezember führte General Lascar seine Truppen versonIrL in vorder st er L i n i e zum Sturm aus den Ort Korlowka und die wichtigen Höhen von Tichorbuny. Durch dreien mutigen Einsatz wurde die Verbindung mit einer deutschen Angrifssgruppe hergestellt und hierdurch wurden die Vorbe­dingungen für die weiteren erfolgreichen Angriffe geschaffen. Mit der Verleihung des Ritterkreuzes an General Lascar. der bei seinem persönlichen Mut und der oft be­wiesenen Kaltblütigkeit seinen oolbaten ein Vorbild ist, wird auchseinetapfereBugadeausgez e ich n e t, die im Verband der anderen rumänischen Gruppen seit dem 22 Juni auch in den harten Kämpfen des Winters nunmehr schon sieben Monate ununterbrochen Seite an Seite mit dem deutschen Heer in treuer Waffenkameradschaft kämpft.

Wöchentlich tu 6 Ausgaben Erscheinungszeit werktäglich nachmittags

^"'Brigade-Genera'l'Mihai Lascar. Kommandeur einer rumänischen Eebirgsbrigade.

Brigade-General Mihai Lascar bat sich wegen seiner persönlichen Tapferkeit und der vorbildlichen «nchrungder ihm befehligten Eebirgsbrigade wiederholt ausge­zeichnet. So warf er am 26. November 1941 den stark L«r- schanzten Gegner aus Alau unditurrr schluß mit seinen tapferen rumänisch! Höhen ostwärts des Kavellenberges. Ei

SchlachtschiffBarham" gesunken

Aus dem Führerhauvtauartier. 27. Jan (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Otten fügten die deutschen Truppen in andauernden harten Kämpfen dem Feinde erneute kckwere Ver - lüfte an Menschen und Material.zu. Dre Luft­waffe unterstützte diese Kämpfe trotz schwieriger Wetterlage. Die Beschießung kriegswichtiger Ziele in Leningrad wurde fortgesetzt.

, Wie durch Soudermeldung bekanntgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote an der nordamerikanischen und kanadischen Küste in Fortsetzung ihrer Angriffe aus die feind­liche Schiffabrt in diesen Gewässern weitere »wölf Han­delsschiffe mit zusammen 103000 BRT, darunter sechs grobe Tanker. Bei diesen Angriffen -roat das Unterseeboot des Korvettenkapitäns Zavv besonders er- folareid».

Seit ihrem am 24. Januar gemeldeten ersten Auftreten am Westrande des Atlantischen Ozeans haben unsere Unter­seeboote damit dreißig kindliche Handelsschiffe mit z u - sammen 228 ÜÜO BRT. versenkt.

Kampfflugzeuge, die.?u. bewaffneter Ausklärung etnge- setzt waren, griffen militärische Anlagen an der schottischen Ottküste und in Südwett-England an.

I» Nordafrika hat sich die Beute der deutsch- italienischen Truppen in de« Kämpfen vom 21. bis 25. Januar aus 283 Panzerfahrzeuge. 127 Geschütze und 563 Kraftwagen erhöht; außerdem wurde zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. Durch Einheiten des Heeres wurden 28, durch Einheiten der Luftwaffe 12 britische Flugzeuge ab­geschossen oder am Boden zerstört.

In den Gewässern um Malta erzielten deutsche KamvkflugreE Bombenoolltre.sfer.ans ernem britlichen Zerstörer. Ern größeres kindliches SanDckimt,? routoe schwer getroffen. Luftangriffe auf Flug-

ber Insel Malta wurden Bet Tag und Nacht fortgesetzt.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht Svreng- und Brandbomben auf einige Orte tnN o r d w e ft beut w r a n b Die Zivilbevölkerung batte Verluste an Toten uno Verletzten. Einzelne feindliche Flugzeuge drangen hie nr die weitere Umgebung der Reichs Hauptstadt vor. Stet der o greifenden Bomber wurden abgefchonen..

Wie im Webrmachtbericht vom 26. November gemeldet wurde, griff ein deutsches Unterseeboot unter Führung des Kavitänleutnants Freiherr von Tiesenhaufen vor Sollum ein britisches Schlacht!chtff an und be­schädigte es schwer durch Torvedoirefter. Wte 'u^!"ben kit­gestellt werden konnte, handelt es sich um das Schlachtschiss »Barbarn«, das nach drei Torvedotrefser» ge­sunken ist. *

as Die neuen Versenkungen vor der ttotbameti = t a ni's chen und kanadischen Küste, über die die Sonder­meldung des OKW berichtet, zeigen den Amerikanern am besten, was sie von den Versicherungen Roosevelts und der amtlichen amerikanischen Stellen zu halten haben, daß der Kampf gegen die deutschen U-Boote mit größtem Erfolg g-khrt werde und daß bereits eine Reihe deutscher U-Boote vernichtet worden et Wtr haben es nicht nötig, einen solchen Unsinn jedesmal SN demen­tieren. Das beste Dementi sind die Erfolgszahlen unserer U-Boote Da auch die USA schon vor ihrem Eintritt tn den Krieg unter Schiffsraummangel litten, so machen sich die neuen Veiienkungen die ja nun an der nordamerikanischen Küste <Uletn schon die Viertelmillion überschritten haben, selbstverständlich stark bemerk­bar, denn alle die großen Pläne Roosevelts über gewaltige Schiffsneubauten stehen ja doch lediglich auf dem Papier und sind nicht von heute auf morgen zu verwirklichen.

Die Engländer müssen auch feststellen, daß tn No r d a s r r k a die Dinge ganz anders verlaufen, als sie das erwartet hatten. Nach alter englischer Methode gibt dabei allerdings dtt englische Nachrichtendienst jetzt Befürchtungen wider, die das richtige Matz überschreiten und die offenbar auch nur veröffentlicht werden, um nachher erklären zu können, daß es eigentlich doch gar nicht so

wt. Di« Kriegserklärung Tb ar lands an Groß­britannien und die USA. wurde durch den stellvertreteitt^n Außenminister Luang Vischmr Kadakan im Rundfunk ver­lesen. Es wird darin, festgestellt, daß Großbritannien krt der Ausbreitung des britrichen Weltreiches über Ostafwn einen ständigen Druck auf Thailand au^eubt bat. ktne Wirlickafi kontrollierte und Teile seines Gebietes raubk. Seit Beginn des Krieges im Pazifik verfolgten die USA. die gleiche Politik. Von Thailand gekaufte und bereits bezahlte Flugzeuge wurden von Washington beschlagnahmt Seit ZriegsUginn wurde Thailand 36mal -u Lande und 3 0 m a 1 aus der Luft von den Briten an ge­griffen Dabei kamen friedliche Burger ums Leben, die entgegen allen internationalen Gesetzen. Flugzeugen mit Bordwaffen beschossen wurden. Thailand, bade dreie Aggresiionshgndlungen nicht länger dulden können und^- balb den Krieg erklärt Der Glaube an die «ereckte Sachx. so schloß der stellvertretende Außenminister wörtlich die Vaterlandsliebe und der jahrhundertealt« Geist thailändi­scher Tapferkeit werden den sicheren Stea bringen.

Der japanische Premierminister T oj » brachte seine tiefe1 Ehrfurcht vor der Weitsucht und der Gntschlosien- heit der thailändischen Nation zum Ausdruck. Er.wies darum bin. daß man in Bangkok schon seit langem die wtMtchen Absichten Japans begriffen und besBaI6 am 21. Dezember vergangenen Jahres ein Sckutz- und Trutzbundnis mit-stavan abgeschlossen habe.Ich gebe der festen Überzeugung Aus- druck«, o betonte Tojo. ..daß der Tag nrckt fein ist. an dem

eine neue Ordnung im größeren Litauen, für deren ethische Prinzipien sowohl Java« rote auch Thailand, gemeinsam, alle Anstrengungen machen, vollständig verwirklicht fein wird.

In der japanischen Presse wird die strategische Bedeutung des Kriegseintritts Thailands unterstrichen. Man spricht von einem Wendepunkt in den Beziehungen zwischen den Völkern Ostasiens. Thailand habe stch durch die Kriegs­erklärung an die angelsachsticken Unterdrücker seinen Platz im zukünftigen OKasten ««sichert Jet. abgesehen von Mandickukuo und China, das einzige Land tn QItalien, das eine beachtliche Waffenhilfe leisten könne. Thai­land stellte bisher schon über die Halste aller Transport­mittel vor allem aber die Eisenbahnen, den lavanischen Streitkräften für ihre Overationen gegen Burma, zur Ver­fügung Während sich javanische Stoßtrupps mühsam den Weg durch das Feindaelände bahnen, folgen ihnen auf. dem Fuß thailändische Jäger und Tausende von Arbeitern, die so­fort die Straßen für die Truppentransporte und den wichtig gen Nachschub ausbauen. Vor Beginn des Vormarsches kl Tag und Nackt im Grenzgebiet der Straßen- und Brückenbau mit Hilfe thailändischer Arbeitskräfte ausgeführt worden. Die anrückenden Javaner wurden von den thailändischen Ar­beitern mit herzlichen Bamai-Rufen empfangen. Obwohl die Bevölkerung durch den Ausfall eines großen Teils der Transportmittel für die zivile Versorgung viele Unannebm- lickkeiten tragen muß. zeigt sie den .Javanern überall, doch großes Entgegenkommen, so daß sich die Javaner tn Thailand rote zuhause fühlen.

Churchill ist in der peinlichen Lage, vor dem Unterhaus sprechen zu müssen. Wieder einmal find ihm alle Prophejej« ungen danebengegangen Rommel, um «ui: ein Set« spiel anzuführen, bewies ihm noch, kurz bevor das Unterhaus- Theater in Szene geht daß aus der angetundigten Vernichtung der Achlenftreitlräfte in Nordafrika nichts geworden ist. Churchill wird, wie es seine Art ist, die erregten englischen Parlamentarier mit Zulunstsh-ffnungen abzuspeisen, das Fiasko der alten Versprechungen mit neuen Siegesankündigungen zuzudecken suchen. Wie skrupellos dieser Amateurstratege dabei voraeyt, zeigt eine Zusammenstellung seiner Voraussagen nnl 6?t folgen« den Resultate aus der Vergangenheit, die uns DNB. zur Ver­fügung stellt.

Churchill als Krieffsstrateffc

Am 8. Oktober 1914 erklärte Churchill dem Bürgermeister von Antwerpen:Es geht alles in Ordnung, Sie brauchen keine Sorge zu haben, wir werden die Stabt retten." .

groei Tage später, am 10. Oktober, fiel Antwerpen tn deutsche $On2im 21. September 1914 erklärte Churchill:Wenn die deutsche Flott« nicht aus ihren Häfen kommt, werde ich sie ausgraben arte Ratten aus ihren Löchern." .. m

Tags darauf, am 22. September 1914, torpediert« Weddtgens U 9 die britischen KreuzerAboukir",Sague undCreffy'.

Im März 1915 wollte Churchill den Weltkrieg tn Ealltpolt ent­scheiden Das dilettantische Abenteuer kostete England 34 000 Tote und war ein völliges Fiasko. Und damals wurde Churchill als Erster Lord der Unfähigkeit" schleunigst ausgebootet.

Und wie ist es mit seinem jetzigen Krieg? Sm April 1940 startete Churchill das Norwegenabenteuer unter der Parole:Wtr werden an der norwegischen Küste das besetzen, was wir für notwendig halten." Die harte Wirklichkeit war auch hier schneller als Churchills Lügen.

Im Westfeldzug erklärte Churchill noch nach der Niederlage tn Flandern, am 28. Mai 1940, im Unterhaus:Die französische und die britische Armee werden trotz der letzten Rückschläge in Holland und Belgien die Sommelinie und die Äaginotlinte halten uno roerten J'jpgter roat ni$f nur die Maginotlinie zerbrochen, sondern lag ganz Frankreich am Boden, während die englische Kontinentalarmee zerrissen und zerlumptihr Dünkirchen hinter ftdj ig41 gberrirschte Churchill das englische Volk durch

die Nachricht vom Putsch -er Kriegshetzer in Belgrad mit den be­rühmten Worten, die er vor dem Zentralrat der Konservativen Partei sprach:3 have geat neros for you" (Ich habe gut« Nach­richten für Sie). ... ,

Vier Wochen später war Jugoslawien militärisch erledigt.

Bevor der Kamps um Kreta begann, erklärte Churchill am 6. Mai 1941 stolz:Wir beabsichtigen, Kreta bis zum Tode und ohne irgendeinen Gedanken an Rückzug zu verteidigen."

Am 2. Juni 1941 war der fluchtartige Britenrückzug aus Kreta bereits beendet.

Am 22. Juni 1941, dem Tag, an dem Europa unter Führung Adolf Hitlers der bojchewistischen Bedrohung entgegentrat, froh­lockte Churchill über den neuen Bundesgenossen und versprach ihm die Hilfe des gesamten britischen Empire.

Heute ist fast die Hälfte des europäischen Teiles der Sowjet­union mit seinen Rohstoffquellen in deutscher Hand und Churchills Prophezeiungen haben sich wieder einmal als Eeschwatz erwiesen.

Am 8. Dezember 1941 versicherte Ehurchill den Mitgliedern des englischen Unterhauses:Einige unserer schönsten Schiffe Huben

schlimm sei und daß die Deutschen bei weitem nicht ihr Ziel hatten erreichen können. ° Das also ist bei verschiedenen englischen * berücksichtigen. Die Anerkennungen für

kommen dabei immer wied e r zu m Ausdruck so wenn etwa der englische Nachrichtendienst erklärt, Rommel sei ein seh r fähig er E e ne ra I. In einer anderen Darstellung heißt es, Rommel teile har teSch I Den Londoner Börsianern sind di« Nachrichten aus Nordafrika offenbar stark auf die Nerven gegangen. Wenigstens berichtet Reuter daß die Börse, in den demokratlsch-plutokratischen Landern ja immer ein gutes Stimmungsbarometer, gestern nach eineran­fänglichen Freudigkeit" infolge desEinflusses der libyschen Un­gewißheiten" ziemlich lustlos »chloß. Weiterhin gibt man ui Eng­land heute zu, daß die Hauptmacht der vorgeschobenen Emptre- Streitkräste an der gegenwärtigen Schlacht teilnehme, wahrend man noch vorgestern behauptete, daß es sich nur um Vor­

truppen handele. Dabei hat man tn London auch schon begriffen, um was es geht. Wenigstens meinte der englische Nachrichten­dienst, daß es Rommel gar nicht auf Ee.l and egewinn ankomme, sondern vielmehr darauf, soviel britisches Material z n zerstören, w i e nur g lich. Die Times" befürchtet, daß Rommels Gegenstoß die britischen Bereit­stellungen ernsthaft gefährdet hat, da er in ein Gebiet führte, wo britische Vorratslager eisigerichtet wurden. Man versucht sich tn London wieder Damit zu trösten, daß britische Verstärkungen aus Ägypten herangebracht werden würden. Was es damit auf sich hat. bleibt abzuwarten. So wurde vor wenigen Tagen berichtet daß die Engländer Panzer zurückgezogen haben wobei die Stage: offen« bleibt ob es sich nur darum handelte, diese Panzer zu überholen und i'hren Besatzungen eine Erholungspause zu gewahren, oder ob, wie vielfach angenommen wurde, diese Panzer n a ch O st- asien abtransportiert werden sollen. Welches auch die Absicht der Engländer heute sein mag, Rommel hat diese eng­lischen Pläne durchkreuzt.

des australischen Ministerpräsidenten an dem -»umeblbaren Churchill ist offensichtlich die Antwort darauf, daß Churchill sich auch weiterhin nicht durch «in Emvire-Krregs- kabinett in seine Amateurstrategie hmelnreden lasten will. Australien erstrebt ein solches Kabinett, in dem all e D o - minien vertreten sein müßten, um auf diese Weise seine Forderungen und Ansichten nachdrücklicher in London zu Gehör bringen zu können. Churchill, bei ein solcher Ka­binett. das seine Selbstherrlichkeit beschneiden konnte, ablebn.t, hat sich dahinter verschanzt, daß man natürlich, erst bte anderen Dominien befragen müßte'. Er hat dabei offenbar sofort bei den ihm besonders ergebenen Mannenr, rote dem kanadischen Ministerpräsidenten. Mackenzie K i n g, und dem südafrikanischen Ministerpräsidenten, Smutr, ent­sprechend vorgearbeitet. So verlautet nämlich, beide seien der Ansicht, daß die Dominien in einem solchen Kriegs- kabinett nur durch ihre Ministerpräsidenten vertreten sein könnten. Das aber wiederum sei nicht möglich, weil die Ministerpräsidenten nicht auf längere Zeit ihr Land ver­lassen könnten. Wenn nicht alles tauscht, so ist hier allo das schönste Intrigenspiel im Gange, um die australische Forderung zu Fall zu bringen.

Irgend einen Ersatz oder irgend eine Hilfe vermag Churchill den Australiern nicht zu bieten. Die Londoner amtlichen Stellen verschanzen sich vielmehr dahinter, daß man die australischen Gesuche ..prüfen« müsse, wobei die Times« ehrlich genug ist einzugestehen, daß man den Australiern keine Hilfe bringen könne, solange die Javaner die Herrschaft über die ostasiatiscken Gewässer haben. Die aber könnte man ihnen nur entreißen, wenn man selbst die Herrschaft erringe. Damit wird noch einmal ganz deutlich, daß der ganze Streit über das, was man tun will oder tun soll, eigentlich überflüssig ist. weil man prak­tisch nichts tun kann.

Der neueste Dreh Churchills gebt nun offenbar dabin, die Schuld auf die Amerikaner zu schieben. Man ver­weist nämlich auf die Feststellungen der amerikanischen llntersuchungskommission über die katastrophale Versäumnis auf Hawai und möchte nun alle Rückschläge im Pazifik auf das Ausbleiben der amerikanischen Hilfe schieben. So hätten die SchlachtschiffeRepulse« undPrince of Wales keinen Fliegerschutz erhalten, so sei Malava den Javanern in die Hände gefallen, so sei heute Australien bedroht Mw. Aber auch mit dieser Verdrehung der Tatsachen wird Chur­chill die Kritik in Australien nicht zum Schweigen bringen und die Stimmung in England nickt beruhigen können.

as. Berlin, 27. Jan. (Eigener Drahtberickt unserer Berliner Schriftleitung.) Australien in Not! Das ist in wenigen Worten ausgedrückt der Sinn und der Inhalt zahl­reicher Artikel der australiicken Presse und all der Reden der australischen Minister und Politiker. Dabei richten sich die heftigsten Angriffe der australischen Staatsmänner gegen Churchill., dem man vor­wirft. daß er für die Lage Australiens ketnerlei-Ver­st ä n d n i s habe.Kerne Nation. so erklärte beilvi.els- roeik der australische Ministerpräsident Curtln in einer Rundfunkansvrache.kann wegen bet Unfehlbarkeit eines Mannes ihre Zukunft aus Spiel setzen, ober aur bas Recht verzichten, ihre Ansicht zu Gehör zu bringen, weil bte anbere Nation glaubt, allwisienb zu sein. Diese wutenbe Kritik