Nr. 381!.
Dienstag, 18. August 1914.
Die dritte Verlustliste.
8. Berlin, 17. Aug. (Eig. Drahtbericht) Der „Reichs- Meiger" veröffentlicht heute die Verlustliste Nr. 3. Feldzugs- ^unehiuer von Regimentern, die in Wiesbaden garni- gieren, sind darin nicht aufgeführt. Vom Infanterie- tfEgiment Nr. 171, 5. Komp., ist Leutn. d. R. Erich Freund- zu Biebrich a. Rh. leicht verwundet (Artilleriegeschoß, «nkes Bein).
Zur Erstürmung von Lüttich.
. Die Erstürmung Lüttichs stellt sich mehr und mehr als Tat allerersten Ranges heraus. Die Festung war , einem Kreise von ca. 12 Forts modernster Konstruktion ^»girrtet, und sämtliche Forts sind mit stürmender ? an 'b genommen worden. Der Elan unserer Truppen war unvergleichlich.
Lüttich in deutscher Verwaltung.
Berlin, 16. Aug. Der holländische „Provinciale en ^eldersche Courant" weiß Einzelheiten aus der Lütticher spMnd mitzuteilen: Visö ist zwar hart mitgenommen, aber verwüstet. — Das Dorf Argenteau, dessen Bewohnerschaft sich ruhig verhielt, ist ganz verschont geblieben. ~~ Berneau jedoch, dessen Einwohner so unglaublich roh Astralen, ist infolgedessen ganz und gar verwüstet. — In ^ von den Deutschen ganz besetzten Lüttich geht Leben nd Treiben wieder den gewohnten Gang. Durch Eingreifen /J* Deutschen ist (wie gemeldet) der Straßenbahnverkehr ^uder geordnet. Vier große Fabriken sind in vollem Betrieb.
Verheerungen sind weit weniger bedeutend als gemeldet worden ist. Am Sonntag besuchten Holländer vom Roten .?ouz, befreundete Behörden und sogar Damen aus Maastricht T Stadt Lüttich auf Einladung des deutschen Kommandanten, bewundernswert ist die Sorgfalt, die das deutsche Militär holländischen Abteilungen' des Roten Kreuzes zuwendet, ,£ te n Leistungen es hoch anschlägt. Das Vertrauen der deuten Soldaten auf die Stärke ihres HeereS ist ungeschwächt. Mar die Sterbenden in den Maastrichter Lazaretten er- Ua ’*n noch: „In 14 Tagen sind wir in Paris."
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts an das Feldpost- personal.
U Der Staatssekretär des Reichs-Postamts hat folgenden JH an das Feldpost- und -telegraphenpersonal gerichtet: "Deutschlands Waffenmacht ist zur Verteidigung des Vater- »ndes und zur Schirmung unserer heiligsten Güter aufge- wssn worden. Fern von Haus und Familie treten unsere ^oger in den uns aufgezwungenen blutigen Streit. Das mldpost- und -telegraphenpersonal hat die große Aufgabe, “ en Nachrichtendienst für das Heer pünktlich und sorgsam zu Mitteln, die Verteidiger des Vaterlandes mit ihren Lieben ^heiiu in Verbindung zu halten und damit Hunderttausen- N Trost und Zuversicht zu bringen. Ich weiß, daß jeder von seine Pflicht tun wird und mit dem äußersten Auf- r°t seiner Kraft. Meine herzlichsten Wünsche begleiten Sie Ihrem mühevollen Werk. Möge das Werk Ihnen wohl- ^"Ngen!"
^kkorierung italienischer Generale durch den deutschen Kaiser.
Hd. Lugano, 17. Aug. Die Dekorierung der italienischen Meraix C a d o r a n und M a s i durch den deutschen Kaiser 'wdet in der italienischen Presse freundlichen Widerhall.
Die Deutschen in England.
^ Das Schlimmste vom Kriege, schreibt der Berichterstatter r !l »Nieuwe Notterdamsche Courant" aus London, ist vordcr- die Behandlung der 10 000 Deutschen, die hier wohnen. 7? haben cs nicht so schlecht als ihre Landsleute in Frank- j tfj, Belgs"' ^ „hur als ibre Sveinbe in Deutsch-
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der? und Rußland oder als ihre Feinde in Deutsch- selbst. (Ich habe in Nijmegen Engländer gesprochen, die Kärlich froh waren, dem Feind entronnen zu sein, aber, Umständen Rechnung tragend, gern anerkannten, daß sie r behandelt worden seien.) Immerhin ist ihr- Lage ernst M. Sie fühlen sich nicht mehr wohl. Die große Meihr- , w der Engländer bemüht sich, sich nichts durch Freund.rc.,- J; gegen sie zu vergeben. Sie fühlen die überall zu- t. TOenbe Feindseligkeit und dürfen nicht mehr laut ->eut>ch suchen, ihre deutschen Schilder und Aufschriften verbergen hkr gibt darunter Leute, die mehr englisch als deu s ,J" f: rt, die aber darum nicht minder von ihrer Umgebung ab- ^^öen werden. In dem National Liberal Club zeigen sich d>^be deutschen und österreichischen Berufsgenossen mcht Zh s-c haben einen Wink erhalten. In dem großen konser- Klub, dem Constitutional, ist auf einer großen Tafel Mitteilung, daß die deutschen und österreichischen Mit- Aer, selbst die naturalisierten, besser tun würden, weazu- und daß Einführungen (auch von naturalisierten) li^^schen und Österreichern nicht statthaft sind. Eine wfrk- Gefahr bildet die überall aufflackernde Spionenfur^,t, die Berichte über das deutsche Späherwesen in Belgien K sonstwo geweckt worden ist. (Die belgischen Blatter sind jt* Meldungen von Ergreifungen deutscher Spione bei aller eigenen Schwatzhaftigkeit aber wissen sie nichts von den -Mnissen solcher Festnahmen zu melden. Auch in oer K^at des Spihelwesens, in Frankreich, Waren vor _ dem
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L. M «t des Spchelwesens, tn Manrreicy, rcateu uu*. .
?Ege täglich Meldungen von gefangenen deutschen Spionen Wissen, von Murteilungen aber nichts zu vernehmen. Diese jungen gehörten zum Verhetzungssystem.) Auch hier
iSpkt die Polizei andauernd mit Festnahmen, und ein Wie die Erschießung einer Schildwache in Brrkenhead - - . --Pool, gibt viel zu denken; aus näheren Meldungen geht SS daß es sich wahrscheinlich nicht um «neu Spion han- sondern um eine Verwechslung. Es ist äußerst schwer, tz?»^ugen über die Spionengefahr zu urteilen, allein me in ° tfc en scheinen es Nicht leicht zu nehmen. Eben wurde ich L a ein em unschuldigen Ferngespräch mit meiner Frau gestört, rz auf Holländisch geführt wurde: „Englisch sprechen oder aus", hieß es. Der Berichterstatter erwähnt dann, daß Modisch nrit Deutsch verwechselt wird, und dasselbe durfte q Ar die skandinavischen Sprachen zutreffen.
wohlerzogener russischer Botschafter.
Die „große Schweinerei".
^»H-rr Krupenski, der russische Botschafter in. Rom, hat V „Corriere della Sera" der über seine Bildungsstufe ^ir ^ensart noch nicht informierten Welt mitgeteilt, daß er »It, ütik Österreich-Ungarns für eine „große Schweinerei w • Der „Pester Lloyd" bemerkt dazu u. a.: „Die Tat-
„z, bon Beschimpfungen, wie sie in niedrigen Kneipftuben l,sn§s Wirkung ' einer zu weitgehenden Unterstützung der Alkoholmonopolverwaltung gaug und gäbe stno. nicht rechtfertigen, daß eine auf dem Gebiete der 1 ^chisch-ungarischen Monarchie erscheinende Zeitung sich >il politischen Teil mit Herrn Krupenski befasse. Wenn ^Nl gleichwohl die unverdiente Ehre antun, so geschieht
Wiesbadener Tagblatt«. Morgen-Ausgabe, 1 Blatt.Gerte 3. , .
dies, um die Öffentlichkeit der Kultunwelt darauf ausmerVsam zu machen, d-aß Herr Krupenski nicht etwa Motz für seine Per. son den Beweis mangelhafter Erziehung erbrachte, sondern daß er offenbar aus der Schule der russischen Diplomatie geschwatzt hat. Herr Krupenski hat uns mit der Beschimpfung vielleicht kränken wollen. Das konnte ihm nicht gelingen, weil er, seitdem er die Stufen zur Kneipe hinabge- stiegen ist, nicht mehr auf der gleichen Ebene mit uns steht und nicht mehr in der Lage ist, unsere Empfindungen zu be- rühren. Wohl aberchc« die Offensive, die Herr Krupenski er- >griff, während die rusfifche Armee sie vermissen läßt, den allerdings kaum mehr notwendigen Nachweis .geliefert, daß der Krieg mit Rußland zu einer Unvermeidlichkeit gewor- den war."
Das Mißgeschick des russischen Kommandanten von Hangö.
# Berlin, 17. Aug. (Eig. Dvcchtbericht) Ein deutscher Reichsnngehöriger namens Hugo Richter, der in Hangö zum Badeaufenthalt weilte, erzählt im „>B. T." die Geschichte der Vernichtung des dortigen Kviegs- hafens. Der nouernannte Kommandant hat voreilig auf die Nachricht hin, 40000 deutsche Truppen würden in Hangö landen, die völlige Sprengung des Hafens und die Sprengung aller Gebäude angeovdnet. Alle Kräne und die Eisenbahnwerk- stätten fielen sofort dem Dynamit zum Opfer und in der Hafeneinfahrt wurde ein großer holländischer F r a ch t d a m p f e r, der von dem Kapitän für 500 000 Rubel ab.gekauft war, zum Sinken gebracht, um dieEin- fahrt zu sperren. Den deutschen Reichsangehörigen wurde zunächst die Abreise gestattet, dann aber aus dem Zuge heraus eine ganze Reihe von Deutschen wieder verhaftet, darunter ein Reisender aus Remscheid, ein Musiker aus Sachsen, zwei Brüder, die in Petersburg eine Automobilfabrik hatten, der Werkmeister einer Tuchfabrik aus dem Rheinlande, zuletzt aber auch der d e u t s ch e Konsul aus Hangö namens Möller. Im ganzen sollen 12 0 Deutsche und 2 Ö st e r- reich.er verhaftet sein. — Auch nach einer Meldung der „Magdab, Ztg." aus Stockholm soll die Zerstörung des Hafens auf ein Mißverständnis zurückzuführen sein. Der Kommandant hatte in Wirklichkeit nur den telagrapihischen Befehl bekommen, Minen zu legen. Als sich das Verhängnis ausklärte, soll sich der Kommandant erhängt haben.
Aufbietung des holländischen Landsturms.
Hd. Köln, 18. Aug. Die „Köln. Ztg." meldet aus dem Haag: Die Königin der Niederlande hat die Ermächtigung zum Aufgebot des Landsturms erteilt. Ein fast gleichzeitig mit der Ausdehnung des Kriegszustandes auf das gesamte Reichsgebiet an die Kommissare der Königin in den Provinzen ergangenes Rundschreiben bezweckt, die Bürgermeister und Einwohner folgendermaßen zu unterrichten: Inmitten von Kriegführenden, mit denen Niederland in guten Beziehungen steht, muß es Neutralität halten. Es genügt nicht, daß man das Strafgesetzbuch nicht verletzt, man muß sich vielmebr jeder kränkenden Meinungsäußerung enthalten. Es lassen sich keine bestimmten Zusicherungen für die Erhaltung der Neutralität geben. Man darf hoffen, daß sie gewahrt wird. Sollte sie dennoch verletzt werden, so wäre festzuhalten: Man überlaise der Wehrmacht allein die Sorge, die fremden Streitkräfte zu vertreiben. Dann wird der Feind auf die Personen und das Eigentum der Einwohner achten. Diese Aufforderung, sichtlich eingegebcn durch die Erfahrungen aus Belgien, ist sehr eindringlich gehalten.
Die belgische Sozialdemokratie gegen die Schandtaten des Pöbels.
Hd. München, 17. Aug. Rach Mitteilungen, die der Münchener „Post" aus Holland zuaegangen sind, Hai die sozialdemokratische Organisation in Belgien die Aufgabe übernommen, die brutalen Exzesse des Pöbels mit Nachdruck zu bekämpfen. Ferner wird mitgeteilt, daß Vandervelde als Mitglied des belgischen Ministeriums vergebens auf die Notwendigkeit verwiesen habe, gegen die Barbareien des Pöbels einzuschreiten.
Der ruflische Konsul in Czernowitz hat sich geirrt und seine Negierung falsch unterrichtet.
Hd. Czernowitz, 17. Aug. Der russische Konsul Dobrowski gestand vor seiner Abreise angesichts der begeisterten Kundgebungen der Volksmenge in Österreich ein, er habe die Tragweite der inneren Differenzen nicht richtig abgeschätzt und seine Regierung falsch informiert.
Eine Reise türkischer Staatsmänner nach Bulgarien und Rumänien.
IV. T.-B. Sofia, 17. Aug. (Agence Bulgare.) Der türkische Minister des Innern Talaat-Bei und der Präsident der türkischen Kammer sind hier cingetroffen und vom bulgarischen Eifenbahnminister sowie den Mitgliedern der otto- mannischen Gesandtschaft empfangen worden. Sie werden morgen nach Bukarest Weiterreisen.
Eine Verständigung zwischen Türken, Rumänen und Bulgaren?
siä. Sofia, 17. Aug. Die Bemühungen der Türken und Rumänen, zu einer Verständigung mit Bulgarien zu gelangen, nehmen eine immer bestimmtere Form an. Bulgariens Entscheidung bleibt abhängig von den Fortschritten der Österreicher in S e r b i e n.
Die Diplomatie bei der Pforte.
IV. T.-B. Konstantinopel, 17. Aug. Der englische Botschafter sowie die Gesandten Belgiens und der Niederlande sind heute abend an Bord eines italienischen Schiffes vom Urlaub zurückgekehrt.
Die amtliche Neutralitätserklärung Spaniens.
W. T.-B. Berlin, 17. Aug. Die spanische Regierung hat amtlich durch den hiesigen Botschafter Polo de Bernaribi der deutschen Regierung mitgeteilt, daß Spanien in der gegenwärtigen Krise strikte Neutralität befolge.
... , Selbsthilfe der Neutralen.
Vioru Björn son hat der „Franks. Zig." zufolge in Berlin ein Nachrrchtenbureau eröffnet, von dem die skandinavische und die holländische Presse objektiv über den Verlauf des Krieges unterrichtet werden sollen. Tie fortgesetzten Lügeii der französischen, englischen, und russischen Telegraphenagenturen, die ihren Weg auch in die Spalten der Presse des neutralen Auslandes gefunden haben, lassen in J} 3 bemerkt das genannte Blatt dazu — eine unparteiische Ergänzung unserer Kriegsberichterstattung not
wendig erscheinen. Hoffentlich gelingt es Herrn Björnson, b\C öffentliche Meinung der uns befreundeten skandinavischen Länder und Hollands vor loeiierer Irreführung zu bewahren.
Im Lügen sind sie grstz!
W. T.-B. Berlin, 17. Aug. Unter diesem Titel schreibt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Seit
Ausbruch des Krieges hat unsere Presse T a g f ü r T a g die Upwährheiten fdstgeuagelt, die von seinen Tricks bis zum faulst dicken Schwindel im Ausland gegen uns tiw breitet werden. Wir >geben nachstehend noch eine Blüteniese. Der Pariser „New Jork Herald" weiß zu melden: Dem amerikanischen Botschafter in Berlin wurde die Berichterstattung an seine Regierung über Unruhen in Ber^ lin verboten. — Die Londoner „Times" bemerkt dazu: Diese Untersagung des diplomatischen Verkehrs mit Washington lbcweist ein vom normalen Zustand weit entferntes Benähmen Deutschlands gegen amerikanische Bürger und den Botschafter. — Das Rs u t er - B u r e a u meldet aus Brüssel: In Berlin seien ernste sozialdemokratische Unruhen
ausgebrochen. — Eine Brüsseler Meldung an holländische Blätter besagt, daß deutsche Truppen elf äs fische Frauen und Kinder als Avantgarde benutzten. — Londoner Pressemoldungen vom 14. August verbreiten, bet Belsort stehen eine Million Franzosen, von denen Teile die schweizerische Grenze übevschritten und Basel besetzt hätten. — Die russische Mobilmachung stelhe vor ihrem Abschluß. Am 16. August würden 2 Millionen R u s s e n gegen Deutschland und Österreich bereit sein. ■— In Bessarabien feien 6 österreichische Kavallerie-Regimenter vernichtet worden. Mer 600 000 Russen befänden sich an der russisch-tüvkischen Kaukasusgrenze. Am englischen Konsulat in Konstanttnapel sei amtlich ausgehängt, am 6. August habe eine große Seeschlacht in der Nordsee istatig-öfunden, bei der 22 deutsche und 4 englische Schiffe gesunken seien. (Schon bekannt. lSchristl.) — General French sei in Belgien gelandet und habe gemeinsam mit der belgischen Armee ein deutsches Elitereitcrregiment vernichtet. — Es ist dafür gesorgt, daß alle mit Berlin sin Verbindung gebliebenen Stellen des auswärtigen Dienstes über solche Lügen t ä g >l i ch Bericht erstatten und sie mit den für die Gegenwehr geeigneten Weisungen fortlaufend zu versehen.
8. Berlin, 17. Aug. (Eig. Drahibericht) Die englisch- rulfsische Lügenfabrikation wird .fortgesetzt. Der Petersburger Korrespondent der „Times" meldet unterm 7. August: Der
Angriff auf die deutsche Botschaft hat sonderbare Folgen gehabt. Ich vernahm von zuverlässigen Zeugen, daß dort große Vorräte von Gewehren und Revolvern, aufrührerischen Proklamationen von den Angreifenden entdeckt wurden. Es hat den Anschein, als ob die Botschaft ein geheimer Mittelpunkt revolutionärer Pro paganda war. — Es bedarf wohl keiner Versicherung» daß es sich auch hier um eine schaiulose Lüge handelt.
DsutscheZ Reich.
* Ern konservativer Brucki beS GottesfriedenS. Vom
Balkon des Schlosses heväb hat der Kaiser erklärt und in feierlichster Stünde hat er es im Weißen Saal vor dem versammelten ßdeichStäg wiederholt: „Ich kenne keine Par
teien mehr, ich kenne nur Deutsche." Diesem vom Kaiser verkündeten Gottesfrieden im Innern hatten sich bisher, soviel wir gesehen haben, rricht bloß die Parteien, sondern auch die Zeitungen unterstellt. Nur e i n Blatt erlaubt sich, ihn zu brechen, die „Post". Sie bringt unter dom Titel „Unsichere Kantonisten" einen dreispaltigen Hetzartikel gegen die sozialdemokratische Partei, der mit den Worten schließt: „Wie gesagt: der äußere Feind ist jetzt ungleich wichtiger. Der
innere aber im Auge zu behalten." Dtgser Versuch, im deutschen Volk ^Zwäetracht zu säen und damit seine Stoßkraft zu schwächen, muß allerdings niedriger gehcmgt werden. — Eine grobe Ungchörigkeit hat sich auch die Lipp- städter WaffeNsabrik guschiilden kommen lassen, indem sie, wie der Oberpsfarrer Rentz (Magdeburg) in der „Magdeburgischen Zeitung" mitteilt, in den letzten Tagen ein Inserat veröffentlicht hat, nach welchem sie Arbeiter sucht» „ausgenommen Sozialdemokraten» Epileptiker und Alkoholiker".
yeer und Klotte.
Militärischer Ran« und Bekleidung der Mitglieder usw. es Kaiserlichen Freiwilligen Automobilkorps. Der Kaiser hat olgendes bestimmt: 1. den JNttgliedern des Freiwilligen Auto- nobil-Korps. die in keinem militärischen Dienstverhältnis tehen und im Kriege mit ihren Personenkraftwagen als Führer bei dem Feld- oder Besatzungsheör vertraglich Verwendung finden, während der Dauer dieses Vertragsberhält- nsses im Krieg allgemein den militärischen Rang als Of f i.- i e r beizulegen; 2. den Mechanikern der Mitglieder des Frer- oilligen Automobil-Korvs. die in keinem militärischen Dienst- .erhältnis stehen und für den Fall eines Krieges als Mecha- itker für die Personenkraftwagen der Freiwilligen vertraglich Serwcndung finden, während der Dauer dieses Bertragsver- »ältnisses im Kcieg allgemein den militärischen Rang als Interosftzier Leizulegen. Außerdem wurde bestimmt daß 8 die Nitnlieder des Freiwilligen Automobil-Korvs, die dienstvslich- ig sind und keinen Offiziersrang haben, während, des mobilen zerhältnisses den militärischen Rang als, Offizier «halten; . die Jliechaniker des Freiwilligen Automobil-Korps, die dienst- iflichttg sind und Untoroffizierrang nicht haben, während des nobilen Verhältnisses den militärischen Rang als Unterofnzieir rhalten. Die Bekleidung und Ausrüstung für alle Mitglieder md Mechaniker, die bei dem Feld- oder Besatzungsheer Ver- oendirng finden, regelt sich nach der Bekleidungsvod-schrift für >as KorvS. Abweichend davon legen an: a) der Chef des
Stabes des Korps: Stabsoffizier-Achselstücke mit Vorstoß nach färbe des Kragens ohne jedes Abzeichen: d) Mitglieder, die licht Offiziere des Beurlaubtenstandes oder Omz,e.re a. D. mb. Leutnants-Achselstücke mit Vorstoß nach Farbe d^ Iragens ohne jedes Abzeichen; c) die Mechaniker am Kragen
Poft und Eisenbahn.
R. P. A. Der Postverkehr mit Ägypten eingestellt. Der Postanwersungs- und PchtauftragSverkohr mit Ägypten wird vorläuisig eingüstellt.
R. P. A. Dex Feld-Postscheckverkehr. Inhaber von Postscheckkonten können Zahlungen an Angehörige, Bchörden und Dieniststellen des Feldheeres auch mit Postscheck leisten, und zwar in Militärdienst-Angelegenheiten bis 800 M.» in Privat- angelegenheiten der Angchörigen des Heeres bis 100 M. Fm Scheck ist oberhalb des Vordrucks „Adresse für die Postbe.förde- rung" der Vermerk „Feldpost" zu schreiben. Ferner ist im Scheck genau anzügeben, zu welchem Armeekorps, welcher Division, welchem Regiments, Wslchsm Bataillon,. welcher Kompagnie oder welchem -sonstigen Truppenteile der Empfänger gehört sowie welchen Dienlstgrad und welche Dienststellung er bekleidet.
