Wiesbadener Tagblatt
Montag. 19. Januar 1942
Wiesbadener Nachrichten
(Bewerber für Dienstverpflichte
ind
/
Montag: Verdunkelung von 17.59 di» 9.16 llhr
Ketzer Mensch kann einmal in eine Lage kommen, aus der er - - " ----- «—i. Er wird dann dankbar
" anderer Volksgenossen 'leren Lohn
Dienst in der stolzesten Lehrmacht der Wett
Freiwillige für die Fallschirmspringer . . .
Hilfsbereitschaft
Ein Besehl de» Kerzen» für jeden Volksgenossen
Nr. 15 Seite 8
sich mit eigener Kraft nicht losen kann.
dafür fein“ wenn er der Hilfsbereitschaft anderer Bolksgenossen begegnet, die ihm freudig und ohne Anspruch auf äußeren Lohn -ui Seite stehen. Die soldatische Kameradschaft schließt stete Hilfsbereitschaft ein; sie ist aber nichl an die Uniform gebunden ion« dein kann und muh von jedem, ob Frau oder Mann ob alt, oder jung geübt werden Sie sollte sich auch nicht darauf beschranken, nur in Augenblicken der Gefahr wirksam zu werden, sie kann auch s._____TsiMAßw hoc iSfliirfipn Peltens ein Segens-
igszeit gibt mehr Anlatz, hilfsbereit zu sein Fliedens Biele Männer stehen im Felde, Frau' und" Kinder sind auf sich selbst gestellt Hier ist es nicht Prioatsache, sondern ein sittliches Gebot der Heimatsront, einzu- springen, wo immer esjiot schuldig, die i
Wie der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe mifteilt, sind Meldungen zum freiwilligen Eintritt in die Fallschirmtruppe fortlaufend möglich. Es können sich in erster Ltnie Kriegsfreiwillige, dann längerdienende Freiwillige ' ": die llnteroffizierslaufbahn bei zwölfjähriger
istoerpflichtung) melden. Voraussetzungen für die Einstellung die gleichen wie für alle anderen Waffengattungen. Einstellungsalter. vollendetes 17 bis vollendetes 30. Lebensjahr. Als Unterlage sind jedem Bewerbungsgesuch ein handgeschriebener, ausführlicher Lebenslauf und eine amtlich beglaubigte Einwilligungserklärung des gesetzlichen Vertreters beizufügen. Der Lebenslauf mutz enthalten- Geburtstag, Schulbesuch, Beruf, sportliche Betätigung sowie gegebenenfalls Zugehörigkeit zu einer Gliederung der NSDAP. Bewerber, die sich schon zum fliegenden Personal gemeldet haben oder sich noch melden wollen, kommen für die Einstellung in die Fallschirmtruppe nicht in Betracht. Bewerbungen find nur an das für den dauernden Wohnsitz zuständige Wehrbezirkskommando einzureichen.
. . . und für andere Wehrmachtsteile
In die Wehrmacht werden laufend Kriegsfreiwillige und. längerdienende Freiwillige, die sich für eine 12jährige Dienstzeit verpflichten wollen, eingestellt. Es können sich melden: 1. Kriegsfreiwillige vom vollendeten 17. Lebensjahr ab: a) beim Heer: für Jnf.-Reat., Jnf.-Reat. (mot.) und Ge- birgesjäger, Panzertruppe (Panzer-Regt.), Schützen-Bataillon, Nachrichtentruppe [nut für Funkdienst), b) bei der Kriegsmarine für Küstendienst (See und Land), c) bei der Luftwaffe: für Fliegergruppe (als Flugzeugführer, Bombenschütze, Bordschütze, Fallschirmschütze) Luftnachrichtentruppe (als Bordfunker, Fliegerschütze. Höchstalter 28 Jahre. 2. Längerbienende Freiwillige: vom vollendeten 17. bis 25 Lebensjahr für alle Wehrmachtsteile und alle Waffengattungen. Meldung hat in jedem Falle bei dem für den Aufenthaltsort des Freiwilligen zuständigen Wehrbezirkskommando zu erfolgen. Weitere Auskünfte erteilt jedes Wehrbezirkskommando und Wehrmeldeamt. Einstellung in die Wehrmacht erfolgt jeweils nach Durchführung der Annahme als Freiwilliger. _________
„Riir jeden etwas"
Feldgraue Musiker spielten für» Kriegs-WHW.
Kürzlich gastierte in Wiesbaden im Rahmen von „KdF."- Deranstaltungen die Kapelle „Meistersolisten im feldgrauen Rock" zui größten Freude der Zuhörer. Die Kapelle einer Nachrichten- Ersatz-Abteilung, die am Sonntagnochmittag im Paulinen- schlShchen ein Konzert zugunsten des „Kriegs-Winterhilfswerkes veranstaltete, verdient diesen Ehrentitel ebenfalls. Sie präsentierte sich den zahlreich erschienenen Zuhörern als ein Klangkörper, der sich hören lasten kann. Ihr Dirigent, im schlichten Rock des Gefreiten (im Zivilberus Musiker in Mannheim), hat musikbegabte Kameraden zusammengezogen, um sich und anderen durch die Musik Freude zu bereiten. Und nun konnte die Kapelle, die verschiedentlich bereits im kleineren Rahmen wirkte, mit einer musikalischen Großveranstaltung an die breitere Öffentlichkeit treten. Der lebhafte Beifall, der nach jedem Programmvunkt einsetzte, wird den Musikern bewiesen haben, datz die Zuhörer mit ihren Leistungen sehr zufrieden waren. Und das konnte man auch, denn alles, was die Kapelle bot, war fein abgetönt, technisch in jeder Beziehung einwanbfrei und mit einem solchen Schwung der Begeisterung dargeboten, wie man ihn nicht immer im Konzertsaal antrifft.
Die Dreiteilung der Vortragsfolge war geschickt und bot „Für jeden etwas". Zuerst Marschmusik: schmetternd machte der ^Regimentsgrutz" den Auftakt. Dann hörten wir zwei eigene Kompositionen des Dirigenten- ein .Funkerliedmarsch" sogar mit eigenem Text und ein Marschlied „Mein Schätzeletn mit dem Tert eines Hauptmacht Meisters der Abteilung. Die beiden Kom- positionen find schmissig gesetzt und sehr sangbar, was ein stattlicher Soldatenchor unter besten Beweis stellte, der sich auch mit dem „Westerwaldlied" und dem „Funkerlied" von Herms Niel begeisterten Beifall holte. In dem „Destauer Marsch trat ein (Befreiter stilistisch hervor, der die verschiedenen „Poften sauber blies. Im zweiten Teil: Unterhaltungsmusik. Hier war die Blaskapelle von einem gemischten Streichorchester abge- löft. „Treffpunkt Wien", die melodiöse Duoerture von Fischer, ' wurde schmissig geboten Dann wurden Kompositionen von Lehar, Lanner. Komczak. Koester und Risener klangschön zu Gehör gebracht. Dann im dritten Teil: Tanzmusik Wieder eine Umbesetzung des Orchesters, was beft Beweis erbrachte, daß verschiedene der Musiker- mehrere Instrumente beherrschten. Dieser letzte und sehr schmissig gebotene Programmteil, war so recht etwas für die zahlreich erschienene Jugend, die bei» frohen und beschwingten Weisen begeisterten Beifall zottten und zum Schluß die in guter Bearbeitung gebotene „Lilli Marlen mitsang Mit Zugaben bedankten sich die Musiker, die im Soldatendienst stehen unb trotzdem aus Liebe zur Musik ihre Freizeit zur Einstudierung benutzten für den reichen Beifall Es war em sehr schöner Nachmittag den uns die feldgrauen Musiker bereiteten. t>.
Verein der Aünstler und Kunstfreunde
Ein Konzert bes Quartette bi Rom abebeutet stetsein ausverkauftes Haus unb eine begeisterte Hörerschaft. So oft man auch bie vier Herren Oskar Zuccarint (erste Violine) Francesco Montelli (zweite Dwlme) Aldo Peri n (Bratsche) und Camillo Ob lach (Cello), Horen mag, man ist immer wieder von Bewunderung erfüllt über die Präzision des Zuiammenlpiels. die vollendete Tonschönheit und über die klar hervortretende Persönlichkeit jedes einzelnen, der sichdochwieder dem Ganzen cinordnet. so daß dte Musik rote aus einer einzigen Seele hervorzuströmen scheint Nicht zuletzt verdient die restlose Einfühlung in die deutsche Kunst höchste Anerkennung. Das Streichquartett begann allerdings mit einem Italiener, nämlich mit Gwoanni Giuseppe Gambtni, dessen Leben tm wesentlichen noch dem 18. Jahrhundert angehört Wie all die alten Herren von damals hat er eine fast unbegreifliche Fruchtbarkeit entroickelt unb allein an Streichquartetten nicht weniger ol» 104 in Deutsch- land fast veigefiene Kvmpofitionen hinterlassen- Cambim hat zu summen mit Narbini Manfredi und Boccherini, lauter berühmten Namen ein italienisches Streichquartett gegründet, da» Italien zuerst mit Joses Haydn bekannt machte. Sein Streichquartett tn 5>bur ist ein köstliches Versatzstück aus bet Puppenstube bes Rokoko Auf bas ebenso sauber rote zierlich gearbeitete Allegro unb die edle Kantilene bes Larghetto folgt ein auch tänzerisch vollendet durchgeführtes Menuett? Man glaubt die Damen unb bie fierten unterscheiden zu können, man sieht unb hört, tote die Schnallen- und bie Stöckelschuhe sich vorsichtig auftretenb auf bem Parkett begegnen unb bas Ganze schliefst bann mit einem gemüb n* fuaierten Finale In bet liebevollen Ausgestaltung bes Quartetts wurdk jeder Satz zu Filigran Welch ein Eegenfatz zu Beethoven Dort die tn Jahrhunderten gewachsene Form von der abzuweichen einen schweren Verstoß gegen die höfische Etikette bedeutet haben würde, hier die völlige Z^setzungdieser ftoim durck einen Revolutronar. der Empfindung und Lewen» Imaft frei dakinfträmen lähl Es handelt sich um eines der letzten Streichquartette des vereinsamten Meisters Ein Iaht oorseinem lobe, als et bie nie angeführte zehnte Sinfonie ffizziette W et bas Streichquartett cis=moD op l31 Bis in bie neue«: 3«« blieb es ben Hörern unverstanblich, unb dem abgestorbenen Gehör seines Schöpfers ist es ttte erklungen. Daraus erklären stq bie völlig abstrakten Klangwirkungen bas Fehlen bes Wohllautes im herkömmlichen Sinne, bte Schroffheiten unb Oemagten Harmonien. Und trotzdem zeigt gerade dieses Quartett das Bestreben, aus Wolkenhöhen herabzusteigen, Fühlung mit bet Eide unb ihren Freuden zu gewinnen Wie geheimnisvoll erklang in bet SBiebetgabe bet Italiener bas einküenbe Adagio! Wilm Halbdunkel schienen die Instrumente den Weg zu suchen Aber in einer Fuge löst sich bet Meister von quälender Unschlusftgkeih Der Weg zum Leben ist gesunden. Heitere Empfindungen scheinen sich zu regen. Aber etn-ut bringen sich in dem unendlich tiefen Andante die alten Schmerzen ein. jähem Wechsel dazu ein
11 e 111 ein leicht wiegendes. lieoenswür.diges Merkchen.
Mittelteil „col legno“, also mit Aufschlagen des Bogenholzes geipielt wurde was einen zwar äußerlichen, aber reizvollen Effekt hervorbrachte. Das Publikum ließ es an begetftertem Beifall nicht fehlen. Dr. Wolfram Waldschmidi.
Kompaniechef der 4. Kompanie war, beging in soldatischer Frische den 70 Geburtstag. Der jetzt in Neckargemünd ansässige Jubilar, ein Bruder des Afrikahelden, hat am Weltkrieg mit Auszeichnung teilgenommen unb 1916 eine schwere Gasvergiftung erlitten, die ihn dienstuntauglich machte. Oberstleutnant von Lettow-Dorbeck. der sich auch als Schriftsteller einen Namen machte, schrieb die Regimentsgeschichte unseres 80er Regiments, das Drama „Tochter und verschiedene Romane.
— Das „W. T." gratuliert. Der Gefreite Fritz Hoch. Brügge, Roonstratze 20, wurde mit dem E K II. ausge- zeichnet - Frau Wilhelmine Edingshaus, Mullerstratze 1, begeht am Dienstag tn geistiger und körperlicher Frische ihren 85 Geburtstag. — Seine Meisterprüfung im Jnstallateurhandwerk bestand Wilhelm Laux, Blücherstratze 7.
— Zwei kleine Brände. In der Aarstraße brach in einem Eartenhauschen ein Brand aus, der sich auf Bretter und Werkzeug erstreckte. Die Feuerschutzpolizei griff sofort mit einer Schlauchleitung ein konnte jedoch nicht mehr viel retten, da das Feuer bereit- stark vorgeschritten war. — In der Herrnmühlgasse entstand ein Balkenbrand, der bas Haus stark verqualmte. Die Feuer- schutzpolizei legte die Balken frei.
— Unfälle. In der Marktstraße fiel eine Frau so unglücklich, daß sie sich einen Armbruch zuzog. — Am Boseplatz stürzte ein Knabe beim Lauf und erlitt dadurch blutende Gesichts- und Handverletzungen. - Am Michelsberg ritz sich eine Frau an einem Spezialmesser den linken Handballen auf.
Dissdaösn-ötsrstaLt
Konzert zugunsten des Kriegs-WHW. Zum dritten Male veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP, am Sonntag im über, füllten Saattau „Zur Rose" ein Konzert zugunsten bes Kriegs- 2ßfi2B Der Großteil des Konzertes wurde von Musikvortragen eines Wehrmachtmustkkorps getragen. Nach den Begrußungs- worten des Ortsgruppenleiter Staub rollte das Programm ab. Man hörte von bet Kapelle schwungvoll vorgetragen, Marsche, Walzer Ouvertüren und bekannte Solbatenliebet. Aber auch bas Potpourri aus „Land bes Lächelns" von Lehar, „Wiener Blut" von Joh. Strauß und „Lilli Marlen" von Norbert Schulze waren Höhepunkte des Programms. Ein Männerchor, von den beiden hiesigen Gesangvereinen gestellt sang unter der Stab, führung von Chormeister Troxel, Mainz: „Mahnung von Heinrichs, „Hüttchen im Tale" von Simon und „Vaterland' von Wohlgrnnut. Der Handharmonikaklub „Bierstadt , Leitung Walter Gemmerich, fand ebenfalls mit seinem Orchester hohe Anerkennung Als Solisten traten die Baritonsänger Kurth vom Staatstteater Dessau und Rudi Stemberger auf. Ersterer brachte „In diesen heiligen Hallen" aus der „Zauerflote von Mozart und bie Sitte bes Bacculus aus „Der Wildschütz von Lortzing. Rubi Stemberger sang „Tapfere kleine Solbatenfrau unb .Unter bem Sternenzelt". Mit bem Marsche „Vorwärts nach Osten" von Norbert Schulze enbete hie reichhaltige Vortragsfolge. Fünfzig Verwundete wurden durch die Frauenschaft und bte Ortsbäuerinnen bewirtet.
Akrobatik und Humor in der „Scala"
Ein ausgezeichnete» Barietö-Prvgram»
Beste Attistik, ausgezeichnete Darbietungen unb hervorragende Leistungen werden auch diesmal wieder in einem ebenso bunt wie abwechslungsreich zusammengestellten Programm von der „Scala" geboten Varietö-Künstler von europäischem Ruf vermitteln mit ihrem Können einige unterhaltsame Stunden, an denen die be« geisterten Zuschauer freudigen Anteil nehmen. Bei der überragen« ben Qualität bes Gebotenen kann biesmal bte Reihenfolge nicht als Gradmesser der Leistung gelten. Stellen wir zunächst fest, daß
Gruh der Heimat
Kleine» Erlebnis um eine Plakette bei der Sauftratzensammlung
„Hawwe Se eichentlich noch bes Btewricher Schloß, mei Mutter wollt bes nämlich mei’m Saba noch Rußland schicke . .".Ich suckte und suchte unter dem Rest der Plaketten, unb naturgemäß wollen bie letzten nie so leicht alle werden, aber bas Biebricher Schloß, bas sand ich nicht mehr. Noch immer stand der Kleine vor mir unb schaute mich bittend an Vielleicht hatte es mit bem Biebricher Schloß seine ganz besondere Bewandtnis, von der der Kleine nichts ahnte. Doch da nahte ein Mann, et wollte schon vorüber, da wiederholte der Bub nach Art der Kinder seine Bitte erneut. Und der Mann blieb stehen, griff unter dem Mantelkragen her und zog die gewünschte Plakette hervor Er tauschte sie um gegen eine andere und ließ noch einen Fiinziger in die Sammelbüchse rutschen. Der Kleine aber rannte, nachdem auch er gespendet, schnurstracks "^ifnter6 solchen Erlebnissen vergeht ein Sammelnachmittag schnell. Aus der Sammelstelle der Ortsgruppe ging es zu wie in einem Bienenschwarm. Büchsen wurden ausgegeben, plombiert, andere wieder gebracht. Haufen von Münzen und auch Scheine' aufgefäult und gestapelt Der Ofen brummte in der Ecke. Die Wärme tat wohl. Sie belebte Die ein wenig starren Hände Aus bem Nachhauseweg ober traf ich den Jungen mit seiner Mutter. Der Junge beutete auf mich So tarn es zu einem kurzen Gespräch. „Wißen Sie . . .“, sagte die Frau, „gerade'das Biebricher Schloß mußte es sein wir haben uns doch damals dort kennengelernt, mein Mann und ich. Es ist schon hier in bem Feldpostbrief." Und sie schwenkte glücklich und mit leuchtenden Augen einen kleinen braunen Umschlag. , e-
Der NS.-Reichskriegerbund in zwei Kriegsjahren
Ein Rückblick des Eaukriegerverbanbes Fulba-Werra
Der NS-Reichskriegerbund hält es für seine vornehmste Pflicht, seine Kräfte im Schicksalskampf unseres Volkes zu praktischem und gemeinnützigem Einsatz zu bringen. Eine ruckblickende Darstellung bes Eaukriegerverbanbes Fulda-Werra satzi den Einsatz in ben beiden verflossenen Kriegsjahren zusammen und legt damit in knapper Form Rechenschaft über dre geleistete Arbeit seiner Männer ab So wurden in dem genannten Zeitabschnitt 52 359 Mitglieder mit praktischen Aufgaben des DRK. und des Luftschutzes Betraut 37 918 Mitglieder waren in der Erntehilfe eingesetzt. 92 863 hatten sich für die Straßensammlungen des Kriegs-Winterhilfswerkes zur Verfügung gestellt. 538 Freiplatz- spenden wurden genesenden Soldaten geboten und die Front durch Liebesgabenpakete, Lazarettbetreuung, Wunschkonzertspenden und Freiplatzspenden für genesende Soldaten im Werte von 211 019.74 RM betreut Auch bie soziale Arbeit wurde eifrig gefördert und unterstützt So konnte die Summe von 270 778.62 RM für Kindererziehungsheime bzw für Zwecke des Kriegs-WinteMlfswerkes abgeführt werb-n Am Schießdienst und dem Opferschießen für das Kriegs-WHW und das Wunschkonzert beteiligten sich 97 010 Mitglieder mit der dadurch aufgebrachten Summe von 70 282.38 RM
Aber auch die innere Arbeit des ©aulrtegeroerbanbes Fulda- Werra wurde fortgesetzt. Mit einem Monatsdurchschnitt von rund 1200 Vorträgen innerhalb der Gesamtorganisation wurde der Abwehr der Feindprapaganda sowie der Stärkung der seelischen Haltung der Heimat gedient.
— Zwei Stunden gute Laune brachte am Sonntagnachmittag die Eesangsabteilung der Wiesbadener Verkehrsbetriebe unter Leitung ihres rührigen Kapellmeister August Boschek den Verwundeten eines hiesigen Lazaretts, die dichtgedrängt ben Festsaal bes Gebäudes füllte und mit ihrem Beifall nicht zurückhielten. Die Darbietungen begannen mit „Mahnung" unb „Die Himmel rühmen" unb setzten sich alsbann mit Volksliedern fort. Dazwischen war dann so allerlei eingestreut August Schlicht, der Wiesbadener Komiker, hatte bald die Lacher auf feiner Seite. Das Steinmetz-Akkordion-Quartett spielte Märsche und Walzer, flott und einschmiegsam, Lstdwig Menges betätigte sich als Kunstpfeifer., als Vibraphonist, als Glasglockenspieler und an der „singende Säge“. Neben Karl Winkler eom Deutschen Theater, bem Tenor, der u. a. eine Puccini-Arie aus Bohsme fang, war es vor allem der Bariton Adolf Schmitz, ein Mitglied der Gesangabteilung, der klangschön unb untadelig eine Arie aus „Der Wildschütz" von Lortzing und Carl Strässers „Tapfere Heine Soldatenfrau" zu Gehör brachte. In einem Duett aus Verdis „Macht des Schicksals" ernteten dann beide Sänger reichen Beifall. Am Flügel begleitete August Boschek. e.
— Todesfall. In Wiesbaden starb kurz nach Vollendung feines 85. Geburtsjahres Generalleutnant a. D Curt von Gollwitz, genannt Dreyling. Er war alb Fähnrich in das 3. Earde- Erenabier-Regiment eingetreten unb war bis 1912 Kommandeur Der Kriegsschule Metz. Als Oberst wurde er bann Kommandeur bes Grenadier-Regiments Graf von Kleist-Nollendorf (1. West- preußisches) Nr. 6 in Pofen. Im Weltkrieg war er Führer der 21 Reserve-Infanterie-Brigade, der 6. Earde-Jnfanterre-Brigabe, bet 217. Infanterie-Division unb zuletzt Gouverneur bes eroberten russischen Kriegshafens Sewastopol.
— Ein alter 80er. Oberstleutnant a. D. Friedrich von Lettow-Borbeck, ein verdienter Offizier bes ehemaligen Wiesbadener Füsilier-Regiments Freiherr von Gersborff (Kur- hessisches) Nr 80, in bem er vor 1914 Hauptmann unb Scherzo mit luftiger Tanzweise, unterbrochen von einem gemütlich pastoralen Satz wo Bratsche unb Cello die Melodie fuhren. Erneutes schwermütiges Sinnen Dann ein fast wilder Sprung ins Leben. Beethoven wird lustig. Aber es ist keine echte Freude, sondern ein bärbeißiger Humor, ben er entwickelt. Das Quartette bi Roma wurde all den sprunghaften Gegensätzen, all dem Ab- gerifienen manchmal sogar Bizarren unb Dann roteber unirdisch Leidvollen des späten Beethoven tiefschürfend gerecht. Erschütternd war es, in der kongenialen Wiedergabe bie Sehnsucht eines Menschen in Tönen zu vernehmen: Auch ich möchte Teil haben am Glück. Warum ist es mir als bem einzigen von allen
Bernhard ßerrmann f
Aus Berlin kommt bie Nachricht, daß dort im Alter von 66 Jahren der Leiter ber Fachschaft Bühne in der Reichs- theaterkammer, Oberspielleiter Bernhard Herrmann, plötzlich und unerroartet verstorben ist. Das deutsche Theater betrauert den Heimgang eines Mannes, der, ein Künstler von Format, auch nach feinem Weggang von der Bühne, feine ganze Arbeitskraft Dem Theater unb feinen Berufskameraden gewidmet hat. Besonders, mit Wiesbaden war der Vorstorbene aufs engste verbunden und viele Freunde feiner Kunst bedauern aufs tiefste bas frühe Hinscheiden eines Mannes, der 25 Jahre hindurch eine bet bekanntesten unb beliebtesten Persönlichkeiten bes Wiesbadener Kunftlebens war. Im Jahre 1908 kam er an bas damals Königliche Theater als Bonvivant und jugendlicher Komiker. Die heitere Muse fand in ihm einen ihrer besten Diener, bei sich auch später mit stetig steigerndem Erfolg als Operettenbuffo betätigte. Die elegante Erscheinung, bas charmante Spiel unb eine urwüchsige Komik befähigten ipn, allen Rollen ein eigenes Gesicht zu geben. Wenn wir seiner gedenken, so wollen wir auch seines Kollegen Max B n b r i a n o nicht vergessen. Beide waren zu ihrer Zeit bie tra« genben Stützen bes Wiesbadener Lustspiels; sie werben unvergefien bleiben. In ben letzten Jahren seiner Wiesbabener Bühnentätigkeit trat Vernhard Herrmann auch als gewandter unb einfall- reicher Spielleiter von Lustspiel unb Operette hervor. Das Theaterblut, bas in seinen Adern rollte, befähigte ihn dazu, entstammte et doch einer Berliner Theaterfamilie, bte seit fünf Generationen bem beutschen Theater wettvolle Kräfte geschenkt hatte. Seine Mutter war bie erste Frau SBolffen in Hauptmanns „Biberpelz". Nach Beendigung seiner Berliner Gymnasialzeit ging et mit 16 Jahren zur Bühne Als er im Jahre 1933 Wiesbaden verließ, wurde er wm Ehrenmitglied unseres Wiesbadener Theaters ernannt. Gleichzeitig wurde er als Mitglied in den preußischen Theaterausschuß berufen und mit der Leitung der Fachschaft Bühne in der Reichstheaterkammer betraut. Bei Vollendung seines 65. Lebensjahres wurde Bernhard Herrmann durch Reichsmintfter Dr. Goebbels in Anerkennung seiner Verdienste um bas Wohl bet beutschen Bühnenschafsenben zum Präfibialrat bei Reichstheater- tammei ernannt Nun ist ein teiches künstlerisches Leben zu Ende gegangen. Det Vetstotbene, de- sich als Mensch größte! Wertschätzung erfreute, hat sich auch neben seiner Bühnentatigkeii auf anderen künstlerischen Gebieten einen Kamen gemacht. In vielen Wohltätigkeitsveranstaltungen und Lunten Abenden während bes Weltkriege- bewährte er sich als trefflicher Leiter unb gewandter unb humo,voller Ansager. Kurz nach Kriegsende drehte er in Wiesbaden mit Wiesbadener Kollegen einen Film, schrieb eine oft aufgeführt- Revue „Bei uns“, war als Bühnenautor bekannt, erst dieser Tage berWeten wir über bie Uraufführung feines rheinischen Volksftückes „Der Lanbrat kommt", bas auch in Wiesbaden angenommen ist, im Plauener Stadttheater. Als Schriftsteller schrieb et humorvolle Bücher und Skizzen, bie z. T. auch tm „SB. T-" erschienen sink». Das letzte seiner Bücher „Menschen, die
• Pfitznertaae in Straßburg. Die bedeutungsvollen Jahre im Schaffen Hans Pfitzner» in Straßburg — es waren elf — sind in diesen lagen den Straßburgern wieder lebendig geworden, als sie ihren verehtten Meister tn feinen Werken, am Dirigentenpult unb am Flügel erleben konnten. In einem Katnmermufikabenb mit Liebern von Schumann und Hans Pfitzner begleitete er bie Frankfurter Sopranistin Loba Wackers in einer Form bie: (eine Lieber bem Hörer zur Neuschöpfung werden ließen. 3m fünften Sinfoniekonzert bes Theaterorchesters birigierte Pfitzner von eigenen Werken „Elegie unb Reigen" unb die Sinfonie tn eis-moll. Das Gewandhaus-Quartett vermittelte in einem Kammer« mufikabend bet NSG. Kraft durch Fteube u. a. ein Streichquartett in v-bur. Hans Pfitzner würbe überall stürmisch gefeiert.
• .Japanische Feftmufif in Wien. In Anwesenheit bes Komponisten der auch den Proben beigeroohnt hatte, wurde utüer Staatskapellmeister Rudolf Moralt mit dem verstärkten Orchester der Wiener Sinfoniker die „Japanifche Festmusik" zur Feier des 2600jährigen Bestehens des Kaiserreichs Japan, bekanntlich das bisher letzte Werk des mit unverminderter Frische schaffenden Richard Strauß, aufgeführt. Das Publikum brachte dem zur Zett in Wien lebenden Meister begeisterte Ovationen dar.
”eT 5§ie Durchführung der Stimmen, bie benttat unbequem geschrieben find, klang niemals spitz ober gar unrein Bei Johannes Brahms, besten Streichquartett ö-bur ben Schluß machte konnte man schon im Voraus mit einer klangschönen Wiedergabe rechnen. Denn dieses Weik, auf einen freundlich heiteren Grundton gestimmt, ist in reinen Wohllaut getaucht Der kunstvoll aufgebaute erste Satz mit seinen rhythmischen Wechsel unb bem ibyllischen Seitenthema, bas mit seinen? Abel an Beet- Hoven gemahnende Andante das „Sgitato“ mit bett grotesken Formen worin bie Brasche eine Art Tanzweise flicht, unb bas Schlußallegretto mit seinen meisterhaft gestatteten Variationen waren in Der Ausführung von durchsichtiger Klarheit. Als Zugabe hörten wir das Menuett aus bem Streichquartett in O-dui von Donizetti ein leicht wiegendes, liebenswürdiges Werkchen, dellen Mittelteil col leone“, also mit Ausschlagen des Bogenholzes
TUIlll UCUDI lüvivvll W**- !«***•*• *• — *•? 1 • * *------ , '
nur in Augenblicken der Gefahr wirksam zu werden, sie kann auch in den kleinen Dingen des täglichen Lebens ein großer Segens- spender fein. Die Kriegszeit gibt mehr r als die stille Zeit des Stiebens C Frau und Kinder sind auf sich selbst gestellt Privatsache, sondern ein sittliches Gebot bet .......------
bringen, wo immer es not tui Das sind wir unseren Soldaten schuldig die uns durch ihre stete Kampfbereitschaft schützen und die willen sollen, daß wir in der Silfsbereitschaft gegenüber ihren An- gehörigen ihnen einen kleinen Dank für ihr stetes Opfer abstatten wollen Alle Schwierigkeiten roerben leichter überwunden, wenn sie gemeinsam getragen werden Viele Erlebnisse und Vorfälle tm täglichen Leben beweisen, baß die Hilfsbereitschäft tm deutschen Volke wach und rege ist. Dte nationalsozialistische Vollsgemetn- schaft schreibt das „Wir" urb nicht das „Ich" groß. l>.
