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Seite 4 Nr. 6

Wiesbadener Tagblatt

Donnerstag. 8. Januar IMS

In Kürze erzählt:

.Ich erlaube mir die Anzeige zu mach für das bevorstehende Theaterjahr

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>t« 1. November tMQ

Grand «per» ce S arte*. Mttsiqae per Mr. Bellini.

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3« Borst,ll»ng im Jabre«.Abonnement. IG» Vorstellung im Winter Abonnement Vorstellung im zweite« Monars,Abonnement

machen, daß di« Abonnements-

----------------------,-----\_',t vom 24. August d. I. an circulieren und außerdem von benanntem Tage an bis zum 7. September jeden Mittwoch und Freitag Nachmittag von 2 bis 4 Anmeldungen zum Abonnement im Theaterbureau entgegen- genommen werden. Indern ich die Hoffnung ausspreche, daß das vereheliche Publikum die rege Theilnahme, welche es dem Institute bisher erwiesen, demselben auch fernerhin bewahren werde, lade ich zur Unterzeichnung ein.

OroviK, Haupr der'Drmden .... S^ormtL drum Tochter, rwr Srherm

Adaizisa. PtteAeriv im Haine der Irmrofrulr Llot i ldr, Avrma'e Freuitdi» ...

Ktavius, Severr Begleiter

tisinMlkuncllichss aus äsmIogdlatt"->^rchiv

Theaterzettel vor 100 Jahren

. . . Mad. Sfd)fr»rit,r- von drr deutsche« Over m Amüerdai«, als Gast

Druiden, und Barde«ch»rr. Temsttwächler. Chor der Pneßerintten und der Mischen «krie-svölrer.

(Lceye: Gatüeu, der.heüuze Hai« der JrmeMuic.) . .

Personen

Sever, reurescher Protsnsul m GaLien .

Herr Stritt.

Meaer.

De«. Manw. '

Dem. Haqm.

Herr AdwerS-

Ergebenst

Dr. Meyer, Direktor des Theaters. Wiesbaden, den 18. August 1840.

So lautet dieTheater-Nachricht", die an dem genannten Tage in Wiesbaden veröffentlicht wurde. Sie enthält außerdem die Bedingungen für die Stammiete und die Preise. Man unter­schied zwischen einem Monats-, einem Winter- und einem Jahres­abonnement. 192 Vorstellungen kosteten für den ersten Rana 96 Gulden, so daß auf den besten Platz für jeden Kunstgenuß 30 Kreuzer, also etwa 60 Pfennige entfielen. Am 1. September 1840 fand die ersteExtra-Vorstellung" zur Eröffnung der neuen Spiel­zeit statt. Sie brachteWerthers Leiden ober die Macht der Liebe Passe mit Gesang." Offenbar hatte man soweit Distanz zu Goethe gewonnen, daß man eine Parodie wagen konnte. Man spielte durchschnittlich drei- bis viermal in der Woche, für eine Kleinstadt, die damals Wiesbaden war, eine immerhin beachtliche Zahl von Aufführungen. Wir wißen das aus den Theaterzetteln, die da­mals von der L. Schellendergschen Buchdruckerei ge­druckt wurden und in einem stattlichen Band imTagblatt"-Archiv vorliegen. Sie bieten ein sehr interessantes, kulturgeschichtliches Material.

Die Vorstellungen begannen gewöhnlich um y,l und endeten etwa 9 Uhr, also ähnlich wie auch heute wieder, und der Grund mag der gleiche gewesen sein, nämlich die damals allerdings un­freiwilligeVerdunkelung". Nur in der Wilhelmstraße gab es eine dürftige Beleuchtung durch Ölfunzeln. Sie hingen, wie sich das für das klasiizistische Wiesbaden gehört, an dorischen Säulen. Diese wurden erst mit Einführung der Gasbeleuchtung überflüsiig, und man benutzte sie, um mit ihnen den Aussichtstempel auf dem Nerobera zu stützen.

Mit trübseligen Verhältnisien mag auch derBeleuchtungs­inspektor" in dem alten Wiesbadener Theater gekämpft haben. Bekannt ist ja, daß das sogenannte Rampenlicht seine Entstehung den Dochtlämpchen verdankt. Diese Lampen standen, der natür­lichen Beleuchtung zum Trotz, so tief, damit der Lichtputzer während der Pausen die herabgebrannten Dochte bequem mit der Schere kürzen konnte. Schauplatz der dramatischen Begebenheiten war nicht unsere heutige Prachtbühne, sondern das alte Theater, das sich an der Stelle -desNaffaner iiofes erhob. Es war von Zengerle gleichzeitig mit derBrunnenkolonnade" erbaut worden und fügte sich wundervoll dem strengen, hellenischen Stil jener Eesamtan- lage ein, die man heute als das Kureck bezeichnet. Eine Freitreppe führte zu einem von vier dorischen Säulen getragenen Portikus empor. Das Innere war von edler Einfachheit. In den Foyers lag gewöhnlich ein appetitreizender Duft von ungarischem Gulasch. Er stieg aus dem im Keller gelegenen Restaurant empor, dessen Wände von oben bis unten mit Bildern von Sängern, Schau­spielern und berühmten Gästen bedeckt waren.

Der Name L o r tz i n g war so recht charakteristisch für den Kunflgeschmack jener Epoche, die man als das Biedermeier be­zeichnet. Man mied, wie die Theaterzettel beweisen, nach Mög­lichkeit jede Aufregung, weil sie der Gesundheit schädlich fern könnte. Ab und zu mußte man ja wohl einen Klassiker geben, mehr für die Gymnasiasten als für das zahlende Publikum.Bald erscheint Schillers Jungfrau, bald der Teil oder der Faust auf dem Spielplan. Auch Shakespeare ist mit Romeo und Julia ver­treten. Gelegentlich spielte der berühmte Unzelmann Eharakter- rollen wie den Mephisto. Aber beliebter waren doch die von Tränen triefenden Tragödien eines Raupach oder der Charlotte Birch-Pfeiffer, die gelegentlich selbst in den tragenden Rollen ihrer Stücke auftrat. Wie zu allen Zeiten, so lange es ein Theater gibt, schätzte man Schwänke und Posten, deshalb Begegnen wir immer wieder den Namen Kotzebue, Nestroy und Raimund. Bei der Oper war die Sachlage ähnlich. WebersOberon" blieb wegen der feen­haften Dekorationen ein Zugstück. Aber häufiger erscheint der Name Vinzenzo Bellini. DieNachtwandlerin", diePuritaner", vor allem aberNorma", dieses klastische Meisterstück des allzu früh Verstorbenen, befriedigten die Bedürfnisse der Hörer mit ver­wöhnten musikalischen Ansprüchen. Dem gut bürgerlichen Gemüt wußte vor allem Lortzing viel zu sagen, daneben erscheinen auch Auber mitFra Diavolo" und Adam mit demPostillon von Lonjumeau", Konradin Kreutzer, der k. k. Hofkapellmeister aus Wien, dirigierte selbst seinNachtlager von Granada" am 17. September 1840 und hatte gleich seine Tochter Caecilie Kreutzer mitgebracht, die alsGabriele" auftrat. Die Ankündigung der Aufführungen fand stets aus deutsch und französisch statt, um dem internationalen Publikum Rechnung zu tragen.

Die Namen der Darsteller find heute völlig vergesten. Wer weiß noch etwas von Fräulein Segler, Frau Zschitschka oder Herrn Grabowski? Sonderbarerweise tritt fast in jeder Vorstellung ein Meyer" auf. Meyer, nichts als Meyer. Dabei spielt er die pom­pösesten Rollen etwa einen Rittmeister, der gleichzeitig Groß­grundbesitzer ' ist. Noch lieber tritt er als Graf Oerindur auf, als Oberpriester, als Götz von Berlichingen, ja als Philipp IV. und

eine etwa ausbleibende Gage zu trösten.

Denn Wiesbaden befaß erst seit dem Regierungsantritt des Serzogs Adolf einHerzogliches Hoftheater". Der Direktor eines rivatunternehmens aber mußte rechnen. Daher die vielen Ein­lagen von spanischen Tänzen, Has de deux und Balletts, die wohl die Bemerkung auf dem Theaterzettel notwendig machten:Alle Besuche während der Proben, sowohl auf der Bühne als im Parterre und Orchester werden höflichst verbeten, so wie während der Vorstellung niemand aus die Bühne gelaßen werden kann, der nicht daselbst beschäftigt ist." Daher aber auch verschiedene merkwürdige Gastspiele beiAbonnement suspendu", so das eines französischen Künstlers, der als Stimmenimitator in sämtlichen Sprachen auftrat, ferner einesPastoral- und Nutional-Conzerts" von 40 Bergfängern aus den Pyrenäen, die aber im letzten Augen­blick absagten, und dieAthletisch-herkulische Vorstellung" des £>r- kules Quirin Müller. Wer wundert sich, wenn er vier Tage vorher auf einem roten Zettel lieft:Da das auf heute angekündigte Conzert des Herrn Franz Liszt nicht stattfinden kann, bleibt das Theater geschloßen. Morgen, zum Vortheile des Herrn Joskewitz Der Schwur" oder die Falschmünzer. Komische Oper von Auber. Nicht vergeßen sei Herr Anton Kratky,Virtuos auf der einfachen Mundharmonika im vier- und sechsfachen Satz mit Nachahmung der Flöten, Klarinetten, Hörner, Violinen, Fagotts, Trompeten und Basset-Hörner".

Erst seit dem Regierungsantritt des Herzogs Adolf gab es ein Herzogliches Hoftheater. und seitdem mögen die Herkulesse und Zauberkünstler des Herrn Dr. Meyer von bet Szene verschwunben sein. Dr. SB. SB.

lebeutungsncli finb. Die Familie Snell stammt, _____lensform Snell aus Schnell anbeutet, von der Wasserkante, von wo sie über Thüringen nach der Wetterau kam. Bezeichnend für die Sippe ist, daß fast alle Männer derselben dem Eelehrtenstand angehörten, wobei allerdings die Zahl bet Theologen überwag. Dieses Studium hatte auch Christian Wilhelm Snell gewählt, baneben aber fleißig Philosophie und Philologie studiert, wodurch er sich den Weg ins Lehramt eröffnete. 1784 wurde er als Prorektor an das Gymnasium in Idstein berufen und dann 1797 zu dessen Direktor ernannt. Das bedeutende Ansehen das Snell als Schulmann genoß, und das durch zahlrerche Revifionsberichte bezeugt wirb, geriet der Anstalt zum Segen, und ihre Schülerzahl stieg von 80 auf 130. Unter ihm erlebte das Idsteiner Gymnasium feine Blütezeit, der allerdings ein unerwartet

Der gestockene Star

Von Heinz Scharpf

Die berühmte Filmdiva batte, der ungefeierten Geburts. tage bereits so viele hinter sich, daß sie mit Anstand eigentlich nur mehr späte Mädchen batte svtelen dürfen, trotzdem klammerte sie sich mit allen Fasern an das rugendliche Rollenfacb.utoren begannen darob bereits zu seufzen, die Kritik meckerte zwischen den Zeilen, das Publikum zollte den Leistungen der Künstlerin mit den Worten Anerkennung. ..Fabelhaft. wie diese Schauspielerin sich ball! Wabrhaftig sie konnte etwas, nur eines konnte sie nicht, rechtzeitig von der Jugend Abschied nehmen.

Der Produktionsleiter der Filmgesellschaft, steckte sich hinter den Gatten des Stars, er sollte ihm ein vmuber- wechseln ins ältere Fach mundgerecht machen -dte.tempera­mentvolle Gattin ließ sich von ihm scheiden Dem Regisseur, der ihr zumutete, aus Eigenem, mehr 'bauliche Reife m eine Figur zu legen, sprang sie ins Gesicht, schließlich b^uftragte man die beiden dramatischen Hausdichter. ein Buch für die Diva abzufaßen, in dem behutsam ihren Jahren zu Leibe ge- gegangen werden sollte. Und. man muß sagen die Autoren singen es sehr geschickt an. Sie setzten sich bin und verfaßien eine recht dankbare Fabel. Mit dem

sie sich zur Schauspielerin, von der sie mit offenen Armen emv-

$Sie sprachen, abwechselnd natürlich:Im Mittelpunkt des Stückes steht eine reizende Frau, io gegen Ende. der zwanzig, eine blendende Erscheinung. Sie gerat m einen seelischen Konflikt durch ihre Tochter, welche in einem Kloster zur holden Jungfrau herangewachsen ist und nun von der Mutter nachhause geholt wird. .___ ..

Der Weg vom Kloster fuhrt über die Riviera, wo die beiden einen Sommer lang verweilen und durch ihre Schön­heit Aufsehen erregen. Sie werden allgemein.für Schwestern gehalten. Ein junger Künstler verliebt, sich in die Tochter. Und nun der Konflikt: Die Tochter, die den Künstler vom ersten Augenblick an heimlich liebt, flieht ibn, als sie bemerkt, daß ibre Mutter in ibn ebenfalls verliebt.ist.

Ungemein packend!" warf die Diva em. . '

Die Tochter verlobt sich mit dem alteren Freund des Künstlers, nur um der Mutter den Wey frei zu geben. Der Künstler, von der Tochter verschmabt. fluchtet verzweifelt zur Mutter. Zwei unglückliche Ehen stehen bevor. .

..Das muß ein Schlager werden." fieberte die Künstlerin bereits.

Eines Tages machen die beiden Frauen mit dem von ihnen geliebten Mann eine Segelpartie. Em Sturm bricht aus. das Boot kentert und nun rettet der Künstler nicht btt Mutter, sondern die Tochter." _

Ganz wunderbar!" klatschte der Star begeistert Beifall.

Der in den Wellen ringenden Mutter kommt der altere Freund zu Hilfe, der mit seinem Motorboot.herbeteilt. Am Strand' schlägt das ohnmächtige Mädchen die Augen, auf, die Arme um den Geliebten und von der Mutter hierbei überrascht, die Hände vors Gesicht. Da erkennt die Frau, daß sie der Jugend weichen muß, resigniert nimmt sie den Arm des älteren Freundes und besteigt mit ihm einen Ozean» bameinfa<6 großartig," gratulierte die Schauspielerin den Herren Autoren,das gibt Szenen! Ich werde mein ganzes Können in die Rolle hineinlegen, nur eines mochte ich gleich wißen, wer ist für die Mutter ausersehen?

* In bet Naßauischeir sarnilicngeschichilicheu Bereinigung gab Mittelschulrektor Max Ziemer in einem Vortrag über Christian Wilhelm Snell, den letzten Direktor bcs Jbsteiner Gymnasiums und sein Geschlecht, ein Muster wertvoller Familienforschung. Man hat den früheren Sippenforschern nachgesagt, ihre Ergebniße beständen aus Namen und den drei Zeichen: *, f, bas heißt geboren, kopuliert, gestorben. In seinem Vortrage wies Rektor Ziemer nach, unb in bet anschließenben Aussprache würbe bas von Pfarrer Fink unb Stubienrat Schnell ergänzt, baß richtig betriebene Sippenforschung für bie Allgemeinheit wertvolle Er­gebniße zeitigt, wie sie befonbets bei bet Sippe Snell für bie Kenntnis bes nassauischen Schulwesens unb bie politischen Ver­hältnisse Nassau- bedeutungsvoll find. DieFamftie Snell stammt, wie schon die Namensform der Wasserkante,

Theaterzettel aus dem Jahre 1840

(Reproduktion: ,,Tagblatt"-Archiv)

als des Heiligen Römischen Reiches kaiserliche Majestät. Oper und Schauspiel beherrscht er in gleicher Weise. Wer war bet geheimnis­volle Meyer? Nun ganz einfach bet Herr Theaterbirektor, Spiel­leiter, Charakterschauspieler, Statistenkönig unb erster Baß in einer Person, bet sich auf bem Programm in ebler Bescheibenheit mit seinem nicht ganz ungewöhnlichen Familiennamen anführte, währenb er seine Kollegen höflich als Madame, Demoiselle ober Herr bezeichnete, vielleicht um sie mit dieser Höflichkeit über

Zuschläge für Schlachtschweine. Es wird darauf hingewiesen, daß die bis um 17. Januar 1942 festgesetzten Zuschläge für Schlacht- schweine über 100 Kilogramm Lebendgewicht mit den Schlacht- ivertklaßen s. bl, b2, c und g 1 auf Anweisung der Hauptver. einigung der Deutschen Viehwirtschaft. Berlin, nunmehr bis zum 31. Januar 1942 zu zahlen sind. . . ... .

Berliner Börse vom 8. Januar. Bei verhältnismäßig kleinen Umsätzen herrschte ein festerer Grundton vor. JE. Farben jogett um l*/e % an. Diesem Kursgewinn lag ein Umsatz von 300 000 RM .. T k für Brauindustrie und Maßet Gelsenkirchen f» 55r'aSfurierötfe1 n o m 8. Januar, Nach anfänglich freundlicher Tendenz kam es im Verlause zu einigen Abgaben, wobei IG. Farben von 1% Anfangsgewinn 1V* % wieder Beigaben. Siemens 2% fester, Scheideanstalt 3% niedriger; tm Freiverkehr nannte man Dingtet 144147 (143'/-), Katz und Klumpp 195 (180); Tagesgeld VA %.

silberne Hochzeit feiern am Freitag die Eheleute Adam Henrich und Frau Christine, gebotene Blank, Eöbenstraße 19, und die Eheleute Karl Theiß und Frau Wilhelmine, geborene Zerbe, Bertramstraße 20.

Vorgriffe auf Lebensmittel nicht möglich. In der letzten Woche der Zuteilungsperioden wurde wiederholt festgestellt, daß Verbraucher auf die ihnen ausgehändigten Lebensmittelkarten schon in der Ausgabewoche der Karten Lebensrnittel beziehen, ob­wohl die Karten erst zum Bezug von der auf den Ausgabetag fol­genden Woche ab berechtigen. Ein solches Verhalten ist unzu- läffig und strafbar, da es geeignet ist, die laufende Versorgung zu stören. In gleicher Weise ist dies der Fall, wenn Waren auch tm Laufe der sonstigen Wochen einer Zuteilungsperiode auf Ab­schnitte von Lebensmittelkarten bezogen oder abgegeben werden, die erst zum Bezug für eine spätere Zeit berechtigen. Die Ernäh- rungsämter werden durch Kontrolle bei den Gewerbetreibenden sich künftig von der fristgemäßen Abgabe der Lebensrnittel über­zeugen und bei festgestellten Vorgriffen die Beteiligten zur Ver­antwortung ziehen.

TBiesbaöen-ßfebsfdi

DasSB. T." gratuliert. Sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Kalle u. Co. AG. begeht am Donnerstag der Buchhalter Willi Mangelsdorf, Rathausstraße 9.

Die NSKOV. als Mittlerin

Vorarbeiten für eine gerechte Versorgung

Der Neichsktiegsopferführer Oberlindober nimmt in der Deutschen Kriegsopferversorgung" grundsätzlich zur Versorgung bet Kriegsopfer Stellung. Die Partei und ihr Kriegsopferamt hätten von Anfang an eine Kriegsopferbetreuung in des Wortes umfaßender Bedeutung angeftrebt, die mit der Rentenzahlung eine erstklassige Heilbehandlung und eine mustergültige soziale Für­sorge verbind^. Sie habe sich stets gegen das sogenannte System der Nur-Rontenzahlung verwahrt. Der Reichskriegsopferführer vergleicht Sie Weltkriegsverhältniße mit den heutigen. Während der Frontsoldat von 1914 kaum etwas von Versorgungseinrich­tungen wußte und einen fast 20jährigen erbitterten Kampf um bie Anerkennung seines Einsatzes unb damit um seine gerechte Ver­sorgung zu führen hatte, wußte der junge Kamerad von 1939 dank der Arbeit des Führers und seiner Partei bis ins kleinste Dorf um Bedeutung und Inhalt der Kriegsopferversorgung.

Der Aufsatz weist daraus hin, daß beim Kriegseinsatz von Mil­lionen in der Versorgung schematische Richtlinien leider unver­meidbar seien. Die dadurch entstehenden Lücken schließe der NSKOV. - Kamerad durch die Ausnahme der persönlichen Verbindung, der fomit zum Mittler zwischen Volk und Behörde werde. Die in der kurzen Zeit seit 1933 verfügten Leistungen für bie Frontsolbaten unb Hinterbliebenen seien bekannt. Daß 1933 einige hunberttausend verwundete Frontsoldaten erwerbslos waren und alle wieder in Arbeit geführt wurden, daß der Nationalsozialismus den Wunsch des Frontsoldaten nach einem eigenen Heim weitgehend erfüllte, daß er eine Frontzulage schuf, Heilbehandlung für Hinterbliebene einführte, ein großzügiges Er­holungswerk über das ganze Reichsgebiet erstreckte, werde nicht nur von denen dankbar anerkannt, die unmittelbar daran Anteil haben Zwei Generationen standen im Einsatz für das Groß- deutsche Reich. Für alle diese Kämpfer seit 1914 werde eine Ver­sorgung zu schaffen fein, die der Große der Zeit, dem Maß der soldainchen Leistung und der unbegrenzten Dankespflicht des Volkes gerecht werde. Der Weg zu diesem Ziel sei bereits be­schritten. So schließt der Sieg zugleich die beste Versorgung in sich.

DasW. T." gratuliert Am Freitag begeht ein alter Wiesbadener der Tenor, Quartett- und Kirchensänger Melchior Ballhaus, Mauergaße 15 feinen 80. Geburtstag. Trotz seines hohen Alters ist er, dank einer bemerkenswerten geistigen und körperlichen Frische, noch heute in der Lage, gesanglich zu wirken. In 18 Wiesbadener Vereinen fang er aktiv mit und mar auch als Sänger bei Bestattungen, Trauungen unb sonstigen öffentlichen wie privaten Veranstaltungen bestens bekannt. Mehrere rühmende Anerkennungen. Diplome und Auszeichnungen sind tm Besitz des Jubilars, der auch bei den Komponisten Franz Abt, Ferdinand Möhring, R. o. Wilm, L. Seibert u. a. ein gern gesehener Familiengast war.Der Gefreite Walter N e u n zer 1 > n g , Nerostraße 19, wurde mit dem E. K. H. ausgezeichnet. Ihre

große Oper in zwei Abtheilungen.

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Umsätzen herrscht um VI» % an. D zugrunde. Bank

rasches Ende folgte. Im Zuge der großen nassauischen Schulreform bald nach den Befreiungskriegen wurde die Zahl der nassauischen Gymnasien stark vermindert, und unter den aufgelösten Anstalten befand sich auch Idstein. Snell, damals bereits über 60 Jahre alt, wurde zum Direktor des Weilburger Gymnasiums ernannt. Hier arbeitete er unter ganz anderen Verhältnissen als in Idstein Die starke Erregung, die von den Befreiungskriegen her damals die deutsche Jugend durchzitterte, fügte sich schwer in die strenge An­staltsordnung ein. Die benachbarten Universitäten Gießen und Marburg, wirkten mit ihrem studentischen Treiben nachteilig auf die Weilburger Gymnasiasten, und das Kollegium der Schule war nicht einheitlich Und geschloßen genug, um dem Treiben der Gymnasiasten, unter denen die Quartaner und die Tertianer bte schlimmsten waren, Einhalt zu gebieten. Dem alternden Snell fehlte es wohl auch an der gebotenen Rücksichtslosigkeit, und so wurde ihm, ein einzigartiger Fall, die Disziplinargewalt der Schule entgegen und einer aus Polizei, Militär und Juristen Bestehenden Kommission üBertragen. Karzer- und Prügelstrafen teilten dann in kurzer Zeit wieder normale Verhältnisse her. Nach einer Pensionierung 1828 lebte Snell in Wiesbaden, wo er 1834 tarb. Der Vortrag fand verdienten, starken Beifall. An die Monatsoersammlung, die von dem Ehrenvorsitzenden Konrektor Rudolf Dietz eröffnet worden war. schloß sich die Hauptver­sammlung, in welcher Archivrat Dr. Geist Hardt zum ersten, und Direktor Huth zum zweiten Vorsitzenden einstimmig gewählt wurden. n.

Wirtschaftsbegriffe kurz erläutert

Was ist eine Gewerkschaft?

Die Gewerkschaft ist die älteste Form der Kapitalgesellschaft. Eine Ausbeutung von Bodenschätzen, wie sie von den Gewerk­schaften betrieben wird; ist nicht ohne weiteres möglich. Sie kann erst erfolgen, wenn die zuständige Behörde, das Oberbergamt, die Genehmigung erteilt, oder anders ausgedrückt, das Bergwerks­eigentum verliehen hat. Ist bas geschehen, so bedarf es nur noch einer weiteren Voraussetzung für die Entstehung der Gewerkschaft, nämlich, daß zwei ober mehr Personen an bem Bergwerk beteiligt sind. Währenb bei der Aktiengesellschaft die Aktionäre nach Maß­gabe ihres Aktienbesitzes beteiligt find, wird bei der Gewerkschaft der Anteil am Eesamtbesitz nicht Aktie, sondern Kux genannt und der Vefitzer des Kuxes, aus deßen Namen der Kux ausgestellt wer­den muß', heißt nicht Aktionär, sondern Gewerke. Der Kux ent­spricht also etwa im Hinblick auf das Beteiligungsverhältnis der Aktie, doch ist seine Rechtstellung ganz anders geartet. Der Hauptunterschied besteht darin, daß der Kux, der keinen Nennwert besitzt unb baher lediglich als Bescheinigung über die Beteiligung an der Gewerkschaft anzusehen ist. zur Zahlung von Zu­bußen verpflichtet, während das bei der Aktie nicht der <yall ist. Zubußen werden gefordert, wenn zum Ausbau des Bergwerks aber auch zur Deckung etwaiger Verluste aus bem laufenben Geschäfts­betrieb Mittel aufgebracht werben müßen. Die Höhe der Zubuße richtet sich nach der, Anzahl von Kuxen, die der Gewerke besitzt. Nach den geltenden Vorschriften darf die Gesamtzahl der Kuxe ' einer Gewerkschaft tausend nicht überschreiten." wahrend ihre Mindestzahl einhundert beträgt. Demzufolge spricht man von einer hundert- oder tausendteiligen Gewerkschaft. Das wichtigste Recht des Gewerken ist der Eewinnanspruch, für den ebenfalls die Hohe seines Kuxenbesitzes maßgebend ist. Die Ausschüttung wird Au s» beute genannt. Die Veschränkung der Kuxenzabl auf bochnens tausend hat es mit sich gebracht, daß bei großen Unternehmungen der einzelne Kur einen sehr hohen Wert darstellt, der die Moo ch- leiten eines Besitzwechsels einschränkt. Demzufolge ist auch tm Bergbau die Rechtsform der Aktiengesellschaft immer starker tn den Vordergrund getreten, da das Aktienkapital der Ausdehnung des Unternehmens entsprechend jederzeit erhöht werden rann.

Eintritts-Preise:

I st. 19fr Sperrst- Ist. Zweite 49fr.

parterre.Mi fr. Ampintbeotcr 18 fr. ®«U«rie 19 fr.

Die fer das zweite Mniarö-Adonmmevt poftet DiSetä önd nur iw» tbr dir ke«tige VorKeUnng gälttg.

Der Tttt der Gelange ist in dcr L. Schrlknbrrg'fchen Hofbuchhsndlong und Wends an der Casse für 12 kr.;« baden.

Anfang um 6 Ende gegen »I Uhr. #

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