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Wiesbadener Tagblatt
Samstag Somitag. S./4. Januar 1942
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Links: Munitionsnachschub ,ur Front. Rechts: 3n den aus gebauten Stellungen ist immer etwas zu tun. Neuschnee ,st gefallen, di-^-ben^mussen werd^em^ }
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Die Erde ist ein sehr unruhiger Stern! Richt nur d,e Volker, die ihr« einzelnen Weltteile und Landschaften bewohnen, prallen in allen möglichen Interessengegensätzen aufeinander und suchen, bald schiedlich-sriedlich, bald in gewaltigen Machtproben auf den ichtfeldern einen Ausgleich herbeizufiihren, sondern die ganze e Kugel selber, auf der mit Hausen wie Bakteriercheere aus it Kürbis, ist in einem ewigen Ausgleichkampf. Die Ruhe Friedlichkeit einer Landschaft ist nur trügerischer Schein. Di«
„Der Schatten patzt überhaupt nicht ins Glas!"
Die einzelne» Phasen der Versenkung des englischen Flugzeugträger» — Das erfolgreiche U-Boot Kapitänleutnants Bigalks ist wohlbehalten im Stii tzpuukt eingelaafen
t eine Weltkugel, auf der ab» ien. Es ist der bleiche Mond, cht Miseren Kämpfen zu" haut.
Er mutz in dieser Nacht noch unter die Wasseroberfläche!
Die Männer arbeiten im Bugraum wie die Wahnsinnigen. Sie wissen, worauf es ankommt. Der Torpedomaat den bereits die untrüglichen Zeichen einer beginnenden Kahlköpfigkeit zieren, schwitzt sich die letzten Haare aus.
Ein englischer Zerstörer taucht auf. Jetzt hecht es aufpassen!
Alles lauft wie am Schnürchen. Der Zerstörer läuft vorbei. Die Rohre find nun wieder klar gemeldet. Erneut pirscht sich Kavitänleutnant Bigalk heran. Das Wasser phosphoresziert in dieser Nacht sehr stark Jede Auffälligkeit, jedes unnötige Geräusch mutz vermieden werden. Heranschleichen muh sich das Boot. Genau liegt der britische Flugzeugträger vor den Rohren. Die gewaltigen Ausmaße des Schiffes bieten einen phantastischen Anblick.
„Rohre los!"
Aus sicherer Entfernung fallen die Schüsse, die unfehlbar ihr
sagten: Seien Sie nicht albern, Genosse Lehrer, was erzählen Sie uns da für Unsinn? Sind nicht vor etnem Viertel- iahr schon viele Mädchen aus der niedrigeren Klasse von der Schule abgegangen, die heute als Arbeiterinnen m der Fabrik 500 Rubel verdienen? Und Sie bekommen nur 350!
„Wir wollten wissen, was für, wenn auch noch so dürftige Abwechselungen — von Freuden oder Erholung wagt man ja nicht zu sprechen — das Dasein im .Arbeiter- varadies' denn wirklich gehabt habe.
„Eigentlich gar keine! Ich bin vielleicht zweimal im Jahre ins Theater gegangen. Aber jedesmal habe ich mir hinterher von neuem vorgenommen: Du tust es nicht wieder. Die Bühne, die Kulissen waren vrimitiv. die Vorstellungen meist schlecht und künstlerisch überhaupt nicht ernst zu nehmen. Das Publikum benahm sich wie ein Haufen unzivilisterter Neger. Wenn in einer Tragödie einmal ein ausnahmsweise gut spielender Schauspieler sein Taschentuch aus dem, Frack- schoh zog, so konnte das die Zuschauer nur zu einem minutenlangen Gewieher begeistern. Das Kino? Plumpe Tendenzfilme. Wenn sie es einmal nicht waren, dann waren sie regelmäßig schlecht, dab man schon nach den ersten fünf Minuten wusste, wie es weiter gehen und enden sollte.
Bleibt nur noch das sogenannte Tanzvergnügen in staubigen, verdreckten und langweiligen Lokalen."
Und das in einer Stadt von 50 000 Einwohnern!
„Sie, und noch mehr die Nachwelt, der alles dies einmal berichtet werden wird, werden es nicht glauben können, was für ein Hinvegetieren das Leben bedeutete, das wir bisher geführt haben." , „ .
Das ist es: Keine Regierung auf der Erde bat es verstanden, die Umwelt über die Verhältnisse in ihrem Lande so im unklaren zu halten, ja der übrigen Welt sogar derart überlebensgroße Bären aufzubinden, wie es die Sowiets fertiggebracht haben. Und umgekehrt gibt es mit misnaome einiger Hinterwädlerstämme wahrscheinlich kaum Menschen, die so nebelhafte Vorstellungen von der Welt jenseits der Grenzen ihres Vaterlandes haben, wie die Bürger der „Union der sozialistischen Sowjetrepubliken".
Sei bet Kriegsmarine, 2. Jan. (PK.) Es ist der Nachmittag des 21. Dezember. Erst wenige Tage ist „ll . . .“ in See. Ein durch Zerstörer stark gesicherter Geleitzug, der auf dem Wege von Gibraltar nach England ist, wird gemeldet. Kapitänleutnant Bigalk nimmt die Verfolgung auf. Er pirscht sich ran.
Da — ein Flugzeug kommt in Sicht! Eine feindliche Maschine! Glocken schrillen durchs Boot. Fliegeralarm!
„ll . . .“ geht auf Tiefe. Hat der englische Pilot das deutsche ll-Boot entdeckt? Die Bomben werden die Antwort geben. Es bleibt ruhig.
Befehl des Kommandanten: „Auf Seerohftiefe gehen!'
Er nimmt einen Rundblick. Noch ist nichts zu sehen. Das Boot stößt wefter vor. Angestrengt sucht das Auge des Kommandanten, um den Eeleitzug wieder zu entdecken. Der Blick tastet die Kimm ab.
Wer hat schon so gezählt? Es ist. als ob ein großartiger Gewinn in der greifbaren Nahe liegt.
Hurraaaaaa . . .! Treffer! Treffer! ■
Begeistert jubelt alles in überschwenglicher Freude durcheinander. Ein Feuerschein schießt wie ein Blitz am Heck des Flugzeugträgers empor Im Bugraum ist deutlich die Detonation zu Horen. Der Träger fährt noch einen Bogen, geht auf Südkurs und bleibt bewegungslos liegen. Der Torpedo hat die Schrauben und das Ruder zerschlagen. Der Flugzeugträger schießt alle 10 Minuten rote Notsignale. , ,
Er mutz in dieser Nacht noch unter die Wasseroberfläche!
Also ran!
Plötzlich zackt der Schatten ab. Aber der Kommandant hält wettet auf ihn zu. 3m selben Augenblick setzt bei dem Eeleitzug ein wüstes Leuchtgranatenschießen ein. Taghell ist die ganze Gegend beleuchtet. Andere deutsche Unterseeboote müssen gerade einen Angriff unternehmen.
Die Situation ist für „II .. sehr ungünstig und kitzlig. Das Boot stößt zwischen den vermuteten Tanker und dem Hellen Horizont durch. Da zackt der lange Schatten plötzlich wieder. Es ist ein Wunder. Damit hat der Gegner selbst ganz unvermittelt die Angriffsposttion für das deutsche Unterseeboot geschaffen. Jetzt heißt e» blitzschnell handeln und zuschlagen, bevor da» Boot vom Feind gesehen wird. Eine leichte Erschütterung, und die Torpedos haben die Rohre verlassen. , _
Herrgott, was ist denn nun los? Gebannt blickt alles nach oben 10 bis 15 Leuchtgranaten stehen wie hingezaubert über dem Boot. Alles ist hell erleuchtet. Doch nur für einen Bruchteil von Sekunden ist der erstaunte Blick dem Himmel zugewandt: denn ein tolle, Freudengeheul fesselt die Augen sofort wieder in die Richtung, wo die Torpedos ihrem Opfer entgegenjagen. Freudig er- schreckt und überrascht brüllt alles durcheinander, gestikuliert mit den Armen. Die Helligkeit der Leuchtgranaten hat aus dem langen Schatten des vermuteten Tankers die riesigen Formen eines Flugzeugträgers wachsen lassen.
Schon beim ersten Jnsichtkommen wurde auf einen Flugzeugträger getippt Das lange von vorn bis achtern durchgehende platte »deck, das an Bug und Heck wett nach Backbord und Steuerbord olt, war noch vom Norwegenfeldzug bekannt. — Es ist eine einmalige Chance, die sich hier Kapitänleutnant Bigalk und seiner Besatzung bietet. In dieser hervorragenden Schußposition einen großen Flugzeugträger vor die Rohre zu bekommen, es ist einer derglücklichenZufälledesKrieges.
Kaum ist die Tatsache mit freudiger Erregung festgestellt, da erhebt stch wieder riesengroß die quälende Frage: Werden die Torpedos treffen oder verhindert es irgend ein unglückliches Mißgeschick? Ungeduld Überfällt alle Männer auf der Brücke, llnwill- Lirlich formen die Lippen Zahlen, die Sekunden der Laufzeit.
Die unruhvolle Erde
Bon Bnuw H. Siegel
aller Erdteile über dem Meeresspiegel beträgt nur 825 Meter, die mittlere Meerestiefe läßt stch zu 3700 Meter angeben: könnten wir also die Länder abhobeln und das Material ins Meer versenken, so stiege der Wasserspiegel, und die ganze Erde wäre gleichmätzig von der Meeresflut umzogen, sie erschiene vom Monde aus betrachtet als eine Wasserrugel. Tatsächlich find auch die abtragenden Kräfte dabei, das zu tun, aber auch heute noch arbeitet es im Schollengefüge, in der steinernen Erdhaut, auch heute noch werden langsam Teile der Erdrinde emporgepreht: langsam, unendlich langfam wird zum Beispiel die Himalaja- Kette höher.
Ziel erreichen müssen, weil der Träger immer noch bewegungslos daliegt. . . . n ,,
Zwei mächtige Detonationen zerreißen die Luft. Wassersäulen schießen hoch und brechen wieder kraftlos in sich zu- jammen. Der erste Torpedoschuß bohrt sich in das Vorschiff, der zweite trifft mittschiffs. „ _
Da! noch eine dritte Detonation im Vorschiff, Benzin oder Munition muß dort explodiert sein. , _ .
y “ muß sich sofort wieder aus dem Staube machen. Britische Zerstörer jagen heran. Der Träger schießt immer noch Notraketen Ein feindlicher Zerstörer dreht genau auf das deutsche U-Boot zu, aber das Boot entzieht sich der Verfolgung. Wasserbomben werden geworfen, detonieren aber nicht dort, wo das deutsche U-Boot liegt . . , . v.
Kapitänleutnant Bigalk wendet das Glas noch einmal tn die Richtung, wo der schwer getroffene Flugzeugträger liegt. Das Vorschiff ist bereits soweit abgesackt, daß die Wellen das Startdeck umspülen. Das Heck ragt hoch aus dem Wasser. Mehr und Genaueres ist vorläufig nicht zu beobachten, da die Zerstörer das Boot immer weiter abdrängen.
Nach einiger Zeit steht Kapitänleutnant Bigalk mit seinem Boot wieder in der Nähe, um dem Flugzeugträger, wenn es notwendig sein sollte, den Fangschuß zu geben. Doch von dem britischen Flugzeugträger ist nichts mehr zu sehen. Nur zwei Zerstörer kreuzen an der Stelle, wo die britische Flotte einen neuen furchtbaren Schlag erhalten hat. „ .. „ . .
Kapitänleutnant Bigalk, der inzwischen mit seiner Besatzung und seinem Boot wohlbehalten in einem Stützpunkt eingelaufen ist, darf besonders stolz auf diesen großartigen Erfolg sein.
Kriegsberichter Kurt Schulze.
Schlachtfeldern einen Ausgleich herbeizufiihren, sondern die ganze tiejige Kugel selber, auf bet wir hausen wie Bakteriercheere auf einem Kürbis, ist in einem ewigen Ausgleichkampf. Die Ruhe und Friedlichkeit einer Landschaft ist nur trügerischer Schein. Die Eintagsfliege, die nur einen einzigen lag, nur einen Sonnenuntergang und einen Sonnenaufgang erlebt, sieht den Eichbaum, um den ne schwirrt, völlig unverändert in dieser kurzen Zett. Daß auch er wuchs, sich ausbreitete, daß auch ihn einst der Herbststurm vermorscht mederwerfen wird, muß ihr naturgemäß „unbekannt bleiben, und sie sieht auch nicht, wie sich zwischen Frühling und Sommer, Herbst und Winter das Bild dieses Baumes ändert Nicht anders geht es dem kurzlebigen Menschen hinsichtlich der ewigen Veränderungen der Erdoberfläche. ■
Aber der aufmerksame Wanderer am Gestade des Meeres, etwa am Hochufer der Insel Rügen, erkennt schon daß er hier auf einem Schlachtfeld steht. Land und Meer find da im Kampf seit Jahrtausenden! Hoch ragen da die Kreidefelsen des Ufers, in grauer Vorzeit entstanden und aufgetünnt, unablässig prallt der Wogenschlag des Meeres dagegen an, unterspült, zernagt wascht aus Der Regen, der Sturm, Sonnenhitze und Frost sind ferne Silstruppen, sie alle helfen den Kreiderels abtragen, ins Meer schütten Der Strand ist weithin übersät von Feuerstein, von Muscheln, von allerlei Resten von Meerestieren, die einst tn diesen Kreidefelsen eingebacken waren wie Rosinen in einem Kuchen: denn der Kreidefels war ja früher selbst einmal Meeres- hoben, auch er kündet schon von Kämpfen zwischen Land und Meer in vergangenen Jahrmillionen. Immer mehr wird diese dem Wanderer am Meeresstrand so liebe, dem Naturforscher so interessante Küste verändert, es kehrt zum Meeresboden zurück, was ihm einst angehörte, es wird herabgezogen, zernagt, erniedrigt, was sich einst emporhob! „ .
Das ist überhaupt das Charakteristikum dieses Kampfes auf der Erde. Es sind Kräfte am Werk, die langsam, unendlich lang. fam Erdschollen, Teile der Erdoberfläche empetbefx», und *
Kampf also, ewiger Kampf einander widerstreitender Kräfte! Der kämpfende Mensch steht inmitten eines viel, viel größeren Schlachtfeldes, auf dem freilich Siege und Niederlagen Jahrmillionen beanspruchen. Ein einziger Fluß, wie die Donau, führt jährlich 85 Millionen Kubikmeter Sand ins Meer, der Mississippi schafft gar 212 Millionen Kubikmeter fort: das alles ist ja zernagtes, zerriebenes Eesteinsmaterial vom Land, und wir begreifen, daß auf die Dauer so an manchen Stellen Seen zngeschuttet werden, Häfen versanden, unbrauchbar werden, ja Meereseinbuchtungen versanden. Man hat ausgerechnet, daß die Rhone den schönen Genfer See in rund 45 000 Jahren mit dem Sand, den sie dort ablagert, zugeschüttet haben wird. Messungen ergeben, daß ganz Skandinavien sich sehr langsam emporhebt, in einem Jahrhundert um etwa zwei Meter; der Kanalboden zwischen 0rankreich und England dagegen senkt stch, die Tiefe wächst im ahrhundeit um drei Meter. Selbst die mächtigen Schollen der irdischen Kontinente scheine^, nach neueren Untersuchungen nicht unbeweglich fest zu liegen, sie verschieben sich im Lause langer Zeiträume: nichts ist „fest", nichts ist in „Ruhe", nichts ist „enb gültig"!
Vielleicht hat der unruhevolle Mensch von der Allmutter Erde die Unruhe mitbekommen! Alles Menschentum ist ja im Grunde Wunsch und Wille, seine Lebensgüter zu vermehren, Lebensfreuden und mehr Lebensficherheft zu gewinnen; Überwindung der Widerstände bedeutet eben Kampf, der lob nicht immer mit dem Schwert ausgefochten werden mutz. Wo ist Ruhe? Dott, wo der Tod ist. der ja auch nur die * ' Spur eines gewesenen Kampfes barst eilt. Die unruhevolle
Genosse Lehrer erzählt...
Von Kriegsberichter W. Thiele.
PK. Wir haben ein einfaches Experiment gemacht: Dem Bürgermeister einer mittleren sowretlschen Stadt — er ist von den deutschen Behörden eingesetzt worden — eine deutsche illustrierte Zeitschrift vorgelegt. Er wendete andächtig Blatt um Blatt und schüttelte nur zweifelnd den Kopf. Aber einmal konnte er doch nicht mehr an sich halten. „Das soll ein Bauer sein?" Das Bild.zeigte einen Erb- Hofbauer in seinem Sonntagsstaat neben einem auf der Ausstellung prämiierten Stier. „Solche Anzüge hat niemand in meiner Stadt, und sie zählt 50 000 Einwohners Er konnte es nicht glauben, dab ein Mensch, noch dazu ein Bauer, einen Extra-Anzug für den Sonntag haben sollte.
„Sehen Sie mich an! Wie alt schätzen Sie mu6? Er sah aus, wie 55. Scharfe Falten umrahmten den Mund, die fahle Haut spannte über den Backenknochen. Das Gesicht eines Mannes an der Schwelle des Greisenalters.
„41 Jahre bin ich alt. Habe auf der Universität Moskau Philologie studiert. bin hier in.der Stadt feit 1917 Lehrer an einer höheren Schule. Gekleidet bin ich wie ein Bettler in ihrem Land. Ich habe es in meinem Leben noch nicht dazu gebracht, mir eine Uhr zu kaufen. Kaum einmal habe ich andere als die billigsten Zigaretten geraucht, und auch die konnte ich mir nicht immer leisten. Für ein Gehalt von 350 Rubel mußte ich 18 Unterrichtsstunden in der Woche geben. Ich habe mehr verdient, um meine Familie zu ernähren: Meine Frau, zwei Kinder und meine Schwiegermutter. Mindestens 60 Stunden in jeder Woche muhte ich sprechen. um 1200 Rubel zu verdienen. Sie haben mich als habgierig und geizig verschrien und beneidet. In ihren Augen war ich einer der Reichsten in der Stadt, die Narren! Ich mußte 800 Rubel Steuern zahlen.
Wenn ich den Mädchen in der zweithöchsten Klasse vorhielt: Ihr müßt mehr arbeiten, wenn ihr versetzt werden wollt. Nur mit Fleiß werdet ihr es im Leben zu etwas bringen und Geld verdienen, dann lachten sie frech und:
find andere Kräfte am Werk, die bas Emporgehobene wieder herunterzerren, abtragen, erniedrigen! Früherer Meeresboden wird Land, wird Hochfläche, ja Betgipfel, aber alle Gipfel werden wieder abgetragen, werden Schutt am Bergeshang, werden Sand in der Ebene, werden endlich Schlamm im Meer, von den 9en dorthin getragen. Berge werden nivelliert Meere werden chüttet, die Natur schafft wieder den Ausgleich sie kämpft für bie gleichförmige Ebene! So steigen Völker auf zu Macht, Ansehen, Grose, so sinken andere hinab von hohen Gipfeln verfallen; so find ganze Kulturen auf Erden, die der Menschheit viele Jahrhunderte bas Gepräge gaben fbenien wir an Griechenland!), zusammengesunken, wenn ihr „Winter" kam.
Die Geologen, bie ben Ausbau unserer Erbe unb bie Veränderungen im Antlitz der Mutter Erde untersuchen, lassen uns in bie Einzelheiten unb in bi* tieferen Zusammenhänge bieles Geschehens blicken. Man kann aber bas Gegenspiel all ber Kräfte, bie ben Erdball modellieren, besser einschätzen, wenn man sich einmal das zunächst Unübersichtliche übersichtlich macht. Wir lassen uns durch große Zahlen leicht verblüffen. Der höchste Berg der (Erbe, in ber gewaltigen Himalaja-Kette, ist 8840 Meter hoch, die größte Meerestiefe (Atlantik-Tief nördlich Portorico) beläuft sich auf 13 500 Meter. Denken Sie sich aber einmal die ganze Erdkugel auf bas Maß eines Fußballes ober einer Kegelkugel verkleinert, bann ist von biefen mächtigen Erhöhungen und Ver- tiefungen überhaupt nichts mehr zu sehen mit freiem Auge. Ja selbst wenn wir uns einen Riesenglobus Herstellen würden, eine Kugel von ber Größe eines normalen Großstadtwohnhauses, Io wäre bet höchste Sera nicht höher als eine Haselnuß und bie größte Meerestiefe hatte bie Tiefe eines Fingerhutes. — Wir sehen, im Verhältnis zur Größe b es ganzen Erdballes find all dies* Gebirge und Meerestiefen gering, unb es will uns nun schon eher einleuchten, baß langsame Verschiebungen, Verzerrungen tn ber steinernen Erdhaut solche Riveau-Unter- schiede verursachen können, baß Regen, Sturm, Wellenschlag, Hitze unb Kälte, Verwitterung ufio. im Lause ber Jahtmillionen nivellierend wirken müssen.
Wir überschätzen manches! Der Mensch steht vor bem Felsen- Laburinth ber Alpen wie eine Ameise vor einem Kirchturm, aber es laßt sich ausrechnen, baß bas europäische Seftlanb, wenn wir
Halt, ba war doch etwas?
Rauchwolken! unb bort Zerstörermasten!
Die Dämmerung senkt stch bereits. Scharfe Konturen verblassen, verschwimmen, werben von ber Dunkelheit ber Nacht verschluckt.
Der Geleitzug kommt näher. Die einzelnen Zerstörer, bie will» um bie Schiffsherve herumpirschen, sind genau auszumachen.
Boot unb seine Torpedos sind bereU!
__ chiebi sich links von ben Zerstörern an Backbordseite ein langgestreckter schmaler Schatten ins Blickfeld. Kapitänleutnant Bigalk preßt bie Augen gegen bas Dculat unb tust überrascht: „Donnerwetter, bet paßt überhaupt nicht ins Glas. Der füllt ja zwei Gläferbreiten aus!" Nach ber Form mußte es ein Tanket fein. Alle tippen batauf, bas wäre natürlich etn lohnender Brocken.
