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Freitag, 2. Januar 1942

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 1 Seite 5

Mai

Wiesbadener Chronik 1941

n.*)

lothringer SA.-Führer besuchten Wiesbaden und den Rheingau als Gäste der SA.-Btigade 150. Aus Kleinfeldchen und an der Frankfurter Straße traf sich die deutsche Jugend zu den Reichs- kportlämpfen. Anwärterinnen des Deutschen Roten Kreuzes wurden in einer Feierstunde im Paulinenschlößchen verpflichtet. Eauredner, an ihrer Spitze der Stellvertretende Gauleiter Linder, sprachen zur Wiesbadener Bevölkerung. 3m Kurhaus fand eine Gedenk­feier der Stadtverwaltung zu Ehren des heldenhaften Unterganges des KreuzersWiesbaden" in der Skagerrakschlacht, in Gegenwart des einzigen Überlebenden, des ehemaligen Oberheizers Z e n n e, statt.

Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes wurden die Wiesbadener Betriebe:Ferienheime für Handel und Industrie" undReichsbahnbetriebswerk Wiesbaden" in denen vor 10 Jahren nationalsozialistische Betriebszellen gegründet wurden und deren Parteigenosien Kratzenberger und P o t h s ein Jahrzehnt hindurch ununterbrochen als Betriebsobmänner wirken, durch Ur­kunden der DAF. ausgezeichnet.Ohm Krüger", derFilm der Nation", wurde im Walhalla-Theater aufaeführt. 15 000 Wies­badener wohnten auf dem Dernschen Gelände dem Gastspiel der Camilio-Mayer-Truppe bei, die auf Veranlassung der NS.-Ee- meinschaftKraft durch Freude" zugunsten der NSV. Hochseil­artistik von Format vorführte. In Auringen trafen sich die Teil­nehmer am KdF.-Wandertag zu liedfroher Schluhrast. In einer Sitzung der Ratsherren verkündete Stadtbaurat Spieser einen Eeneralbauplan für die ersten zehn Friedensjahre. Geheimrat Dr. Wilhelm v. Opel wurde anläßlich seines 70. Geburtstages zum Ehrenbürger der Stadt Wiesbaden ernannt. Im Leistungs­kampf der deutschen Betriebe wurden wiederum acht Wies­badener Betriebe mit dem Eaudiplom für hervor­ragende Leistungen ausgezeichnet. Im Paulinenschlößchen führte das Sportamt der NS. - GemeinschaftKraft durch Freude" den Sportgruppenwettbewerb durch. In derScala" gastierte Mjmi Thoma, die bekannte Vortragskünstlerin. Lothringer SA.Sührer besuchten Wiesbaden und den Rheingau als Gäste der SA.-Brigade 150. Auf Kleinfeldchen und an der

Juni

An den Pfingstfeiertagen führte die KSE. 99 wieder ein Sportfest durch. Auf dem Schiersteiner Hafen fand eine Kanu- Regatta statt. Auf der Darmstadter Eauausstellung des WettbewerbsSeefahrt ist not!" entfielen 11 Reichssiege auf Wiesbadener Arbeiten. Im Reichskolonialbund hielt Kreisver- bandsfachredner E ö tz i n g e r einen Vortrag überDeutsch-Ost- afrika im Weltkrieg". In einer Festvorstellung im Ufa-Palast wurde erstmalig in Wiesbaden der Ufa-FilmU-Boote westwärts" gezeigt. Bei der Ablieferung von Fahrradbereifungen zeigte jung und alt freudige Opferbereitschast. Die Wiesbadener Verwundeten erlebten im Paulinenschlötzchen eine bunte Varieteschau. Männer und Frauen des RLB. führten auf den Plätzen der Stadt die Be­kämpfung original-englischer Brandbomben vor.. Im Kurhaus dirigierte Eduard K ü n n e k e. Der Beginn des Kampfes gegen

*) SieheWiesbadener Tagblatt" vom 31. Dezember 1941.

Sowjetrutzland wurde auch von der Wiesbadener Bevölkerung im stolzen Bewußtsein unserer Siegeszuversicht miterlebt. Das Rad­rennenRund um den Neroberg" wurde trotz der Kriegszert durchgeführt Reichspostdirektionspräsident a. D. Friedrich Storm verstarb im 78. Lebensjahr. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach in einem Wiesbadener Rüstungsbetrieb. Im Schatten der großen militärischen Ereignisse führten aufKlein­feldchen" Bann und llntergau 80 der HI. .ihr Sportfest durch.

Juli

In einem Eemeinschaftsabend der NS.-Frauenschaft sprach Frau Mühlhausen über das ThemaWeltsemd ohne Maske". Den Wiesbadener Verwundeten wurden von Kreisleitung und Stadtverwaltung durch Rheinfahrten und Kameradschaftsnach­mittage frohe Stunden bereitet. In einer Feierstunde vor dem Kurhaus wurden die Männer und Frauen des SHD. durch den örtlichen Luftschutzleiter Polizeipräsident v. G a b l e n z vereidigt. 900 Sänger beteiligten sich an dem Wertungssingen des Sänger- kreises Groß-Wiesbaden im Paulinenschlößchen und an Masien- chören vor dem Kurhaus. Gustav Schwab, das langjährige ver­diente Mitglied unseres Theaters, feierte seinen 75. Geburtstag. Rund 4000 Besucher wohnten einem großen Opern-, Operetten- und Tanzabend zugunsten des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz im Kurgarten bei. Einer der ältesten Parteigenosien des Kreises Wiesbaden, Kreispresieamtsleiter i. V. Oskar Peters, verstarb plötzlich im 85. Lebensjahr. Der in Wiesbaden geborene jugendliche Komponist Wolfgang Rudolf wurde mit dem Musik­preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Eine Ausstellung im Nassauischen Kunstverein zeigte Arbeiten deszeichnenden Philo­sophen" Hans Peters. Ein Sohn unserer Stadt, Leutnant Hans Sauer, wurde mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausge­zeichnet. Die NS.-EemeinschaftKraft durch Freude" führte für die Schaffenden schöne Rheinfahrten durch. Die Wiesbadener Schul­jugend betätigte sich auch in den Schulferien als eifrige Altmate­rialsammler. In einer umfangreichen Ausstellung zeigten Arbeits- maioen Arbeiten für die deutsche Siedleijugend im Osten. Zu Ehren des Geburtstages Musiolinis fand im Kurhaus ein Fest­konzert statt. Kreisleiter Brück verabschiedete sich von seiner Wiesbadener Tätigkeit, um seiner Wehrpflicht zu genügen. Stell­vertreter des Krersleiters wurde der Syndikus der Handwerks­kammer, Eauredner Hans Wagner.

August

In Kursen der DAF. und der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel wurdenVerkäuferinnen auf Zeit" äusgebildet. Wilhelm Bier­brauer, der Wiesbadener Bildhauer, wurde 60 Jahre alt. Bei einem Festakt im Rathaus wurde Geheimrat Dr. Wilhelm von Opel der Ehrenbürgerbrief überreicht. General der Infanterie Schroth wurde mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausge­zeichnet. Mit großem Erfolg wurde der Flieger-FilmStukas" im Ufa-Palast aufgeführt. Wahrend der Ferien waren Kinder der NSV.-Horte im Walderholungsheim Ehausieehaus untergebracht. Der Wiesbadener Schriftsteller Ludwig Reeg feierte seinen 75. Geburtstag. Bei der Reichsspinnstoffsammlung zeigten sich die Wiesbadener Einwohner wieder sehr opferbereit. In den Wies­badener Vororten begannen die Kerben, die vor gllem von der Jugend lebhaft besucht waren.

Äus Gau und. Provinz

Wintersachen-Marder gefaßt

= Fulda, 1. Ian. Ein Volksschädling schlimmster Sorte suchte sich an den für die Soldaten bereitgestellten Wintersachen zu ver- § reifen. In einigen Haushaltungen sprach ein den Bewohnern ieses Bezirks unbekannter Mann vor, um angeblich die Winter, suchen für die Soldaten abzuholen. In einem Fall gelang es ihm auch, einen Pullover und ein Paar Pulswärmer mitzunehmen. Als ihm eine Quittung aboerlangt wurde, gebrauchte er allerhand Ausflüchte und verschwand. Inzwischen konnte der Betrüger in Burghaun festgenommen werden. Es handelt sich um einen 62jährigen Mann, der in Alsfeld beschäftigt ist und einen Urlaub in Fulda verbrachte. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Wall- und Wintersachen für unsere Soldaten nur an die Beauftragten der Partei abgegeben werden, die ja fast überall bekannt find und sich auswekse« können.

m Geisenheim (Rheingau), 81. Dez. Hier fand eine Tierschau des KleintrerzuchtvereinsMittelrheingau" statt. AI» beste Gesamt­leistung mit siebzehmnalSehr gut" war die von Franz Engel­mann, Geisenheim, zu verzeichnen.

Rüdesheim (Rheingau), 31. Dez. Im Jahre 1941 wurden beim hiesigen Standesamt, das auch die Gemeinden Eibinaen und Aulhausen umfaßt 88 Geburten, 63 Steriefäll» und 34 Ehe- schlietzupgen gezählt. Im Ortsteil Eibingen begeht der Winzer Martin Morr am Samstag seinen 75. Geburtstag.

= Rüdesheim, 30. Dez. Am Freitag feiern die Eheleute Schuhmachermeister Franz Kraus und Frau Henriette, geb. Eöt- tert, ihr goldenes Hochzeitsfest.

Andernach, 1. Jan. Seit einigen Tagen wird die 18jährige Veronika A r e n z aus Namedy vermißt. Von dem Mädchen konnte bisher noch keine Spur festaestellt werden. Eigenartig ist es, daß bereits vor etwas Jahresfrist in Namedy ein neunjähriger Junge verschwunden ist, von dem bislang auch noch keine spur festgestellt werden konnte.

m Soberuheim (Nahe), 31. Dez. Das dreijährige Kind eines hier wohnenden Elektromonteur stürzte in ein Gefäß mit heißem Wasier und trug so schwere Brandverletzungen davon, daß er im Krankenhaus in Kreuznach starb.

= Friedberg, 1. Jan. In der gefährlichen 8-Kurve in Nieder- mörlen stand die 12jährige Tochter des Lehrers Schwickert an einem Hoftor, als ein Brauerei-Lastauto die Straße passierte. Der Wagen geriet auf den Bürgersteig und erfaßte das Mädchen, das zu Tode gedrückt wurde. Es ist dies der dritte tödliche Verkehrs­unfall an dieser Stelle innerhalb kurzer Zeit.

= Trier, 1. Jan, In einer Gaststätte machte ein -in den 30er Jahren stehender Mann durch Erschießen seinem Leben «in Ende.

Aufruf des Reichssportführers

Kameraden und Kameradinnen! Der Führer braucht für seine Soldaten warme Wintersachen. Ich habe Euch deshalb um die Herausgabe Eurer Winterausrüstunggebeten. Jetzt schon sind viele Tausende meinem Aufruf gefolgt. Die Front aber braucht mehr. Es ist angeordnet worden, daß parallel zur Sammlung der Winter- kteidung eine Sammlung von Skiern und Skistiefeln erfolgen soll. Das Heer braucht die Skier nicht zur Stählung des Körpers oder zum Erlebnis der winterlichen Natur, sondern zur unerbittlichen Verteidigung der Front. Das Skilaufen für das Ostheer eine notwendige Brauchkunst. Skischuhe und Skier gehören somit zur unbedingt erforderlichen Ausrüstung. So rufe ich denn Euch, meine Kameraden und Kameradinnen, alle auf, Eure Skischuhe und Skier, soweit sie nicht für di« Zwecke der Front unbrauchbares Spezialgerät find, den Soldaten zu geben. Ich weiß, daß Ihr damit für eine Zeitlang Abschied nehmen müht von Eurem über alles geliebten Sport. Wer ermnal Skiläufer ist, der ist dieser so wunderbaren Leibesübung mit Leib und Seel« verfallen. Für Euch bedeutet bk Hergabe Eure- Geräte» mehr als di« Wgabe irgend einer anderen Äiche. Dennoch werdet Ihr bei dem Gedanken an Eure Kameraden draußen nicht von einem Opfer reden wollen. Ihr gebt der Front, was st« braucht, und Ihr wißt, daß unsere Sol­daten den Kampf nur siegreich beenden können, wenn alle Voraus­setzungen dafür erfüllt sind. Die Hergabe Eures Gerätes trägt dazu bei den Sieg zu sichern, Euch Eure Heimat, Eure Berge und Wälder, Eure Hänge und Höhen in noch größerer Schönheit wiederzugeben.

Ich selbst aber weiß, daß meine Bitte an Euch, Euer Gerät der Front zu geben, mich verpflichtet, am Tage des Friedens Euch so schnell wie möglich wieder in den Besitz Eurer geliebten Skier zu bringen. Ich verspreche Euch heute schon, daß im gegebenen Augenblick meine ganze Sorge der Einlösung die,es Versprechens gelten wird.

Ich vertraue auf Euch und weiß, daß Ihr mich nicht enttäuschen werdet. Hinter dem Willen zum Endsieg werden alle anderen Wünsche zurücktreten. Die Heimat wird ihrer Soldaten würdig sein; sie roitb unseren Führer nicht enttäuschen.

gez. von T s ch a m m e r, Reichssportführer.

Hoher Opelsieg in der 1. Klasse

TB. 1817 Mainz Opel Rüsselsheim 2:18 (0:5)

Während Weisenau, der punktgleiche Rivale an der Tabellen­spitze, sein letztes Vorrundenspiel erst am kommenden Sonntag gegen Reichsbahn Wiesbaden austrägt, trat Opel bereits zu Neu- iahr bei TV. 1817 an und übernahm mit einem doppelstelligen Sieg die alleinige Führung. Die Rüsielsheimer haben.damit sogar das glänzende Torverhältnis Weisenaus noch wesentlich über­trumpft, Sie Mainzer Vorstädter müßten am Sonntag schon mit

Wiesbadener Lichtspiele

* Walhalla-Theater.Sechs Tag e H e i m ° t u r l a u b" lwie sich der Cine-Allianz-Film von Walter Forster und Rudolf Ritter betitelt) find für einen Frontsoldaten gar zu schnellver- gangen. Aber sie können doch sehr reich an Inhalt und Erlebnis sein zumal wenn es mancherlei Freunde und Kollegen aufzusuchen und" vor allem die Herzenssache mit einem jungen Mädchen zu regeln gilt mit dem sich unbekannterweise zwischen Heimat uns Front ein reger Briefwechsel angesponnen hat. Derart ergeht es dem Unteroffizier Werner Holt, der nun die Schreiberin ,o mancher, froh erwarteter Feldpostsendungen personlny sehen will. Das Mädchen aber hat sich in einen kleinen, im Grunde harmlo,en Schwindel verstrickt, sie sandte dem Soldaten in unberechtigtem Mißtrauen gegen die eigene, anmutige Erscheinung ein fremdes Bild, und dieser aus Verlegenheit begonnene Betrug hat not­gezwungenen neuen Schwindel und eine Fülle von Verwicklungen zur Folge. Der Urlauber glaubt sich zum Besten gehalten, gekrankter männlicher Stolz treibt ihn fort, während sein Herz em wesentlich milderer Richter ist. Ein heiter angesponnenes Spiel streift fast das Tragische, bis schließlich auf originelle und rührende Art der Rundfunk zum Mittler und Liebesboten wird. Den frrsch m Gegen- wartserleben unserer Tage greifenden Film verstand Jürgen von Alten regiemäßig geschickt und schwungvoll zu gestalten, mit Wärme, Humor und auch einem Schuß zu dem Stop gehörender freundlicher Romantik. Gerade die wohlabgcwogene Mi chung aber wird dem Spiel sicherlich zum Erfolg nützen, denn es enthalt alles, was der Zuschauer an Laune, Stimmung, Gefühl und einem über Schicksalswert triumphierenden glücklichen Ende sich wünscht. Die Darstellung gefällt ebenso durch ihre unverfälschte Natürlichkeit, im Mittelpunkt steht Gustav Fröhlich als frischer schmucker und sympathischer Fronturlauber, ein echter Kerl, ehrlich, gerade und von bezwingendem Temperament. Seine Partnerin gibt Maria A n d e r g a st mit viel Innigkeit und Gefühl, und sehr fern ist Hildegard Grethe als kluge, tapfere Soldatenmutter. Hilde S e s s a ck verkörpert eine unternehmende junge Schriftleiteriii und Kollegin des Unteroffiziers Holt, humorige Tvpen bieten Gunther Lüders und Lotte Werkmeister, selbst in einer kleinen Rolle offenbart Käthe Haack ihr reifes und beseeltes Können. Edmund R i ck schuf die untermalende Musik, nicht unerwähnt darf bleiben, daß der hier bestens bekannte Karl Schmitt-W alter gesanglich mitwirkt und Herms Niel als Dirigent ernes Mufik- zuges des RAD. - Auf der Bühne stellt sich die vielseitige Schau von E n i d l e y s - L i I i P u t - A r t i st e n vor kleine Künstler von großem Können, die in buntem Wechsel als Turner Balance­künstler, Pyramidenbauer und dergleichen Bemerkenswertes leisten.

Heinrich Leis.

Das Mainzer H andb a l l4 u i n Itt, da» für d«, Januar in der Stadthalle vorgesehen ntoi, wurde auf dm

4.

am

Berlins Fußballmannschaft erMnpft« stch.^ am Reujahrstag vor 10 000 Zuschauern mit Stl (2nJ einen schonen Sieg über die Städteelf von Krakau.

«erliner Börse vom 2. Januar. Der Erundton war fest, das Geschäft in einzelnen Weiten etwas lebhafter. In den beiden Siemensweiten wurde die Notiz vorerst erneut ausgesetzt. 3®.- Farben, in denen zum ersten Kurs 350 000 RM umgingen, stiegen um V« o/o. Eebr. Iunghans und Sudzucker je plus 2, Rütge« plus 3 Holzmann plus 4, Conti Gummi plus 21/«. Reich-alt» besitz 161%.

Frankfurter Börse vom 2. 3anuar. Zu Beginn des neuen 3ahres eröffnete die Börse in freundlicher Haltung. Einzelne Werte hatten Kursbesierungen bis zu 3 % su verzeichnen, ledoch war di- Geschäftstätigkeit weiterhin Hem. Der Rentenmarkt lag freundlich; Steuergutscheine I verloren l*/i %:105. Tagesgeld 1/1.

Notierungen vom 31. Dezember 1941. Berlin: Reichsalt. besitz 161'/-, Gemeindeumschuldung 102%. Bgt. Stahl 146 /», Reichsbankanteile 134'/-. Frankfurt: Scheideanftalt 392, Metallgesellschaft variabel: 234, K-ssakurs: 235, Holzmann 158, Hoesch 162'/-, Ilse Genüße 196, Mannesmann 151 'h Stahlnerem 146%; Salzdetfurth 171, Daimler 199, Zell Wa dhof 127 3G.- Farben 197%, AEG.. 171, Lechwerke, nach Pause, 153, Westd. Kaufhof 138, Reichsbankanteile 133%. Am Einheitsmar» Schwartzstorchen 200, Große Kasseler Straßenbahn, nach Pause, 120 E. Am Rentenmarkt: Reichsaltbesitz 161%, Dekosama I 171, Steuergutscheine 1107, Kommunalumschuldung 102'/-, späte Schul­bücher 105'/«. 3m Freiverkehr: Els. Bad. Wolle 135, Ferst Seit 140, Torpedowerke 290, Eeiling Sekt 128.

acht Treffern Unterschied gewinnen, wenn sie wieder die Spitz« zimückerovern wollen. Der Zweikampf der beiden mit Abstand Führenden spitzt sich derart immer dramatischer zu.

Bei den Turnern stand der Opel-Sieg von Beginn an nicht in Frage Die Gäste kamen in stärkster Besetzung, mit dem 'ollen friedensmäßigen Sturm Bitter, Nold, Blücher, Knopp, Heroerich. Sie diktierten durchweg das Geschehen, während die Mainzer sich nur schlecht zusammenfanden und lediglich nach Kräften auf Ver- teidigung spielen mußten. Bereits im ersten Akt erzwang Opel fünf Tore. Rach der Pause steigerte sich noch die Überlegenheit bes Favoriten derart, daß die Mstgeber erst be,m Stand von 0:8 durch den Rechtsaußen einen Gegentreffer anbrrnaen konnten. Dann kam der Vorsprung gar auf 1:13 ehe in den letzten.Minuten em Durchspiel des Mainzer Linksaußen zu einem zweiten Einschuß führte Die Tabellenspitze sieht nun folgendermaßen aus:

Opel Rüfielsbeim 10 8 2 - 47dl 182

SpVgg, Weisenau 9 7 2 4314 - 162

Reichsbahn Mainz 05 10 6 2 2 2815 14:6

8 Die West inark - Fußballm eiste r s ch a f t wurde Neujahrstag mit zwei Spielen weiter gefordert. Durch ernen glatten 13:l(5:0>Gicg über Tura Ludwigshafen ruckte der 1. FK. Kaisers- lautern an btt Tabellenspitze vor, da di« TSG. 61 Ludwigshafen ihren Kampf in Metz nicht austragen konnte. 2n derzweir^ Begegnung holte stch die SpVgg. Mundenheim mA 8:0 (2:0) über gE M Pirmasens ihren , ersten Sieg.

Schicksals "äden

ROMAN VON FRITZI ERTLER

(Nachdruck verboten)

6L Fortsetzung

Harscher befand sich wieder auf bober See Er stand unten am Kessel. wie er sein,ganzes Leben an den Kesseln gestanden batte, der alte, in harter Arbeit «rau gewordene Heizer, aber er starrte nicht mebr mit finsteren Rachegedanken in die Glut des Feuers, er dachte an fort Madel und an

Diesem Brief Irmas lag auch ein Sdnetben an ihren Vater bei. Herschmann sah finster geradeaus. Wie frob war er jetzt, daß er nicht sofort zu Irma reiste. Er wäre von ibr bestimmt wieder abgLwieken worden! Harscher sab den Kampf auf dem Gesichte Herberts. ..Wenn Sie Ibre Frau lieben. Herr Herschmann". meinte er unruhig,holen Hre sie zurück. Ich war in diesem Winter einmal bei Fromsmo . beichtete er stockend. ..ffiau Irma und Fromsmo lagen sichdu !

Herbert reichte Harscher die Sand.3tb danke Ihnen. Harscher Meine Frau ist zur Zeit mit Fromsmo auf Reifen. Wenn Sie wieder auf See sind. Harscher, und vielleicht die Solveig" in irgendeinem Haien antretten sollten, so lagen Sie bitte meiner Frau, daß .das Mabel, das.ick damals tröstete, eine kleine Urlauberin der ..Monte. Sarmiento war. die um ibr verlorenes Liebesglück weinte, nt Kurze.aber die Frau eines Urlaubers jein wird, der mit uns dtt Fahrt machte Erklären Sie Irma, wie grundlos ihre Eifersucht war. und sagen Sie ibr. daß sie immer grundlos.war. diese Eifersucht. Wir Männer behandeln gerade oft die Frauen, die wir am innigsten lieben, unschön! Vielleicht tun wir das nur deshalb. weil wir uns gegen bte innere Belastung, die uns ein geliebtes Weib nun. einmal aufburdet. wAren wollen. Nach allem aber, ums Sie mir beute sagten. Harscher, muß Irma entwäer freiwillig zu mir zuruckkebren. oder mit

seinen Enkel. Harscher war nach so vielen leidvollen Jabren ein froher. glücklicher Mensch geworden.

Nur eine Sache ließ ihm keine Rübe. Er Batte Fortuna seine Unterredung mit Herschmann erzählt. Da war die junge Frau feuerrot geworden und batte ibn gam verzweifelt ge­fragt:Mein Gott. Vater, du hast der armen Frau wirklich von dem blonden Mädel geschrieben?" v.

Als er die Frage beiafite, war Fortuna aus dem Zimmer gelaufen und später mit einem Briefe zur Post gegangen. Harscher war sehr eifersüchtig auf die Liebe leinet Tochter. Daß Fortuna an Herschmann und seiner Frau so großes Iw teresie zeigte, das wollte ihm schon, gar nicht in den Kovt. Ob Herschmann nicht zu Fortuna in irgendwelchen Beziebungen gestanden batte? Das wäre ja noch schöner gewesen, wenn sein eigenes Kind die Veranlasiung dazu, gegeben batte, daß eine brave Frau aus dem Hause gewiesen worden war! Jedenfalls stand in Harscher fest: sobald es nut anglng, mürbe er Fromsmo und Irma besuchen und der «trau alles Mit­teilen. Er kam nicht gegen das Empfinden auf. daß er an Irma viel gutzumachen Batte.*

Es war Hochsommer. Auf dem Diaermulkollen stand Irma mit Fromsmö wortlos und in andächtiges Schauen vertieft.

DieSolveig" war von Spitzbergens Eiswelt gekommen, batte den Weg durch den durch feine wilde Schönheit beruBm- ten Raftfund genommen und batte dann Bet Spoloatr ge­ankert. Sie Batten mtt dem Motorboot den Teufelskanal durchfaBren. deffenFelfen die Wasier so lebt zusammen- drängen. daß der Wasierarm kaum noch an Bunbert Meter breit ist. unb desbalb auch von großen Schiffen nicht befabren 061 3rmanitänb noch völlig im Banne der zerrissenen Wild­beit dieses Zauberfjordes: die Naturschonbeiten des. Nord- lanbes reibten sich gleich den Gliedern einer Kette aneinander und jeder neue Eindruck war ungewöhnlich und nie geschaut in diesem Lande der stets wechselnden Wunder.

Die Mitternachtssonne brannte auf den blitzenden Elet- fchergivfeln der Lofoten und ließ die unheimlich schonen und kantigen Zacken der Felsen rotglühend in den farbigen Sim­mel steigen. Der Blick auf die flammenden Spitzen, über die sich bas Firmament in eigenartig violetter unb verloren

moosgrüner Färbung wölbte, verbunden mit Benetgenarti- gen Lichtern welche die Mitternachtssonne auch draußen auf dem Ozean entzündete, wirkte.genau jo ergreifend, wie d^ GemäldeMitternachtssonne" im Musiksalon derSolverg.

Schöner ist es auch int Süden nicht als Biet, toffte Irma jetzt zu Fromsmö. ..Selbst die Schönheiten des -Rittelmeeres können diese zarte, lichte «Farbenpracht, des Nordens nicht überbieten. Nur die Nordlichter, bte wir ttn Winter sahen, wenn wir mit den Ski an den Fußen über bte weißen waen ber Berge flogen, diele schenkten oft eine noch unwabrscheti». lichere Farbenstimmung! ..Das Bild, das du geschaffen hast, deine Mitternachtssonne, ließ mich stets, das ahnen, was. ich jetzt wirklich erlebe. Unheimlich wird mir dieses. Sonnenlicht, das ich nun schon seit Wochen ununterbrochen lebe, t* roetö es nicht. Edvard, worum? Aber es ist mir bang vor all dieser Schönheit, ich sehne mich danach, daß ine Sonne auch wieder einmal untergebt, und roenn es nur auf ein paar Stunden wäre, daß es wieder einmal Nackt wird! Dieses fortwährende Lickt löst uns Menschen von allem los. Wir verlieren den Begriff ber Zeit, roenn die Nackt fehlt, rott verlieren uns in Eroigkettstraumereien. die aber für unser irdisches Dasein "^Fromsmö sab starr geradeaus.Du bast reckt" sagte er. langsam müde.Unser Leben gleicht der Natur dieses Landes. Wenn wir febr glücklich sind und Menicken um utfs wissen, bie uns lieben, so befinden wir uns gleichsam im Lickte der Mitternachtssonne! Es gibt bann keine Nackt für uns. wir Rnb Sonnenkinder, immer ist Licht um uns. und deshalb ver­lieren wir nur zu leicht den Begriff, was dieses Lickt wett ist Erst wenn die Dunkelheit der Polarnacht kommt, die Ein­samkeit. Irma, die ber Mitternachtssonne folgen muß. dann wissen wir. was diese Sonne wert gewesen ist!"

Irma antwottete nickt. Ihre Hand stahl sich in die Rechte Edvards, ibr Koof drängte an seine Schulter. Sie kannte und fürchtete diese Stimmung bei ibm. Edvard batte sie leit jenem Tage, an dem er erkannte, wie furchtbar Irma das Heimweb zuletzte. nickt mehr allein gelassen. Erst aus menschlicher Rück­sichtnahme. dann aber war ihm ihre 3eiejltoaft zu einer un­entbehrlichen Notwendigkeit geworden.

Irma schwieg, wenn Fromsmö nicht sprechen ollte. sie verstand ibn ebne lange Erklärungen. (Fortsetzung folgtJ