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Verlag Langgasse 21

Tagdlatr-Hans".

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I' die Morgen-Ausg. bi« z Uhr nachmittags. Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts

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Bon

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öl.

^Nstag. 18. Kugust 1914.

Morgen-Ausgabe.

Ur- 381. » 62. Jahrgang»

«in

Der Weltkrieg.

entscheidender Sieg der Gesterreicher über die Serben.

T.-B.

Astern

Wien, 17. Aug. (Wiener Korr.-Bur.) ^ gemeldeten Kämpfe an der Drina haben entscheidenden Sieg der vsterreichisch- k ^ i. len Truppen über st a r k e feindliche rüste geführt. Zahlreiche Ge- >t"^e. wurden gemacht und viel Kriegsmaterial er

'-di:

[ ÜC.

Die Verfolgung des Feindes ist im vollsten Unsere Truppen kämpften mit bcwundcrungs-

ii[|| et Tapferkeit gegen den in starker Stellung be- i^^n und an Stärke ebenbürtigen Feind. Be

Erwähnung verdient

das

16 ,

Varasdiner dessen Offiziere

j^rerreregiment Nr. ,

. ^nnschaften unter den schwierigsten Verhältnissen altbewährten Tapferkeit der stets kaiser- !lw ^Kroaten zum Siege stürmten. Ausführ- l,uz^chrichten über den Verlauf der Kämpfe und die ^ ikn Trophäen. folgen.

Angriff der Montenegriner zurückgeschlagcn.

^ Cettinje, 17. Aug. Die montenegrinischen kzxz. haben .seit, zwei Tagen in der Umgebung des ^/tlsanitz in der Gegend von Grcchowo gegen f ] ? österreichische Streitkräfte gekämpft. Die W» e . der Montenegriner in dieser Kämpfen ^..bisher 45 Tote und Verwundete. Das 16.

1 - e . Armeekorps greift die Westgrcnze . -Mros' auf der Linie Krivaca-Grcchowo an. Das lOivit^bichische Korps marschiert auf die Linie ^ ?la-Gatsko und die österreichische Flotte ^rt die nrontenegrinischen Stellungen auf dem

Reine russischen Erfolge.

, ^ - iterreicher weiter im Vormarsch.

! üt)i Wien, 17. Aug. Die in ausländischen Zei- '^/rschiencncn Nachrichten über angebliche rnssi- in unseren Grenzgebieten stehen mit der ^ " in v ullko mmenem Widerspruch. Wüsche Detachements, die- stellenweise im

*

>>e

"^sche einige Kilometer weiter vorgerückt und gleich wieder über die Grenze zu- ->^"'orfe» worden, dagegen sind mehrere nn- nlIcri ekorps über die russische Grenze v 'S n nere N u sil a u d s eingcdrungcn.

^ russische Rarserfamilie zieht sich nach ' v, Moskau zurück.

Petersburg, 17. Aug. Der K a

"" abgereist.

will sein Verderben!

^i-Berlin, 17. Aug. DieNordd. Allg. Ztg." )i^uch der Einnahme von Lüttich hat die deut- H j' ^ung durch Vermittlung einer neutralen

&

- -« Negierung gegen Deutschland zu ,-»t Zusammenstoß gekommen ist. Deutschland «>, mt als Feind nach Belgien, nur unter dem 'tjfA der Verhältnisse hat es angesichts der Aschen Mahn n h m e n Frankreichs

e?

i s e r und die n-Throufolger öchtcrn gestern abend nach

iw ^ u sind mit dem Grostfürsten-Thronfolger - kaiserlichen

Berlin, 17.

Aach hex Einnahme von Lüttich hat die dent- - in durch. Vermittlung einer neutralen

.Brüssel mitteilen lassen: Die Festung Lüttich '!». 'Mercr Gegenwehr im Sturm genommen iile deutsche Regierung bedauert es aufs ' "ah cs infolge der Stellungnahme der en

umjH). ' «- » » hmen F r a n k r e l ch v

^kh, " Entschluß fassen müssen, in Belgien ein- ? .Lüttich als Stützpunkt für seine wci- Rh, "^arischen Operationen besetzen zu müssen, ii- E i fl tC desiülchc Armee in heldenmütige m p»xs,.. ud gegen die große Überlegenheit ihre p !)\ e aufs glänzendste bewährt hat,' bittet die Mx Gerung Seine Majestät den König und die Irir äimtnfl, _ Belgien die weiteren u- _u des Krieges zu ersparen. Die

(,« to . . .... -

ifftt vpkerung ist zu jedem Abkomme n mit d"s sich irgendwie mit Rücksicht auf ihre ^llipletznng mit Frankreich vereinigen läßt, si t, d versichert nochmals feierlich, daß cs Absicht geleitet gewesen ist, sich b e l- e b s c t a n z u e i g n e n und daß ihm dies pr x f fern liegt. Deutschland ist noch ^ °°reit, das belgische Königreich unverzüg- s-k j.'n, sobald die Kriegslage es ihm gestattet. , !>iu-anf am 13. August eingegängene Antwort Ist ^ dat folgenden Wortlaut: Der uns von

ip bJ c . u Regierung unterbreitete Vorschlag wic- Ultimatum vom 2. August formulierten i&h» 11 . Getreu seiner internutinu-ileu ' Ber-

Getreu seiner internationalen ' Ver- ^ann Belgien nur seine Antwort ans die- ' is,, "s wiederholen, um so mehr, als seit ' Lust die Schrecken des Krieges in sein Ge­

biet getragen worden sind, und die Garantie- mächtc loyal und unverzüglich seinem Hilferuf entsprochen haben.

Eine deutsche Warnung an Rußland.

y. T.-B. Berlin, 17. Aug. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt unter der ttberschriftDeutsche Warnung an Ruß­land": Durch Vermittlung einer neutralen Macht ist folgendes zur Kenntnis der deutschen Regierung gebracht worden: Die Meldungen aus unserem östlichen Grenzgebiet berichten übereinstimmend, daß die russischen Truppen, wo sie preußisches Gebiet betreten haben, gegen Ortschaften und deren wehrlose Einwohner sengend und plündernd vorgcgnngcn sind. Besonders schwere Ausschreitnngcn sind auch in der Gegend von Schirwindt, Lyck und Soidau ge­meldet worden. Deutschland erhebt vor der Öffentlichkeit E i n s p r u ch gegen eine solche dem Völkerrecht znwider- laufcirde Art der KriegSführung. Wenn durch diese Kampfes­weise die Kriegsführung einen besonders scharfen Charakter annchmen sollte, so trifft Rußland allein dafür die Verantwortung.

Oie Not der MchtkSmpfer.

Es ist herzibewegenh zu sehen, wie in >der jetzigen schweren Zeit, obwohl bas Geld knapp ist und das Wirtschaftsleben stillsteht, bis Portemonnaies und die Geldschränke sich öffnen, ans daß den im Kriege ver­wundeten Soldaten, den ohne Ernährer zurückbleiben- .den Familien die schwersten Sorgen genommen wer­den. Der deutsche Wohktätigkeitssinn, seit altersher bewährt, hat sich in idealer Weise gepaart mit der schönen opferwilligen Vaterlandsliebe, der jetzt ganz Deutschland, hoch und niedrig, alt und jung, beseelt. Die reichlich fließenden Gaben für das Rote Kreuz und für die Fcvmilien der Hinterbliebenen sind, ein wundervolles Zeugnis sür den deutschen Gemeinsinn, für die herzbLzwingende Güte, die im deutschen Charakter wohnt. Und wie vo:i privater Seite die Gaben fließen, so haben sich auch die Städte in ihrer oft bewiesenen Tatkraft und Großherzigkeit beeilt, das Los der Soldatensanrilien durch Zuschläge zu der Reichsunterstützung zu erleichtern, für die Fortzahlung der Gehälter der ins Feld gezogenen Pribatdienst- verpflichteten und Arbeiter nach Möglichkeit zu sorgen und auch tonst allerlei Maßnahmen zu treffen, um die fürchterlichen Folgen des Krieges bei denen, die deni Vaterlande ihre ganze Person darbringen, und bei ihren Familien zu mildern.

Alles dies ist groß und schön und eine von allen Seiten gern erfüllte Pflicht der dankbaren Vaterlands­liebe. Überall regen sich die, Hände und die Herzen für unsere in: Felde stehenden Brüder, für die verwunde­ten Soldaten und für ihre Angehörigen.

Wird dabei aber auch überall genügend derer ge­dacht, denen cs kein gütiges Schicksal.gestattet hat, für ihr Vaterland mit den Waffen in der Hand hinauszu- ziehen? . Trotz der Millionen Deutschen, die draußen stehen, sind es noch immer Millionen, die daheim blei- ben, und an die Tür von vielen dieser Nichtmitkämpfer klopft jetzt die chürre Hand des Mangels, der Not, der B e s chäftig u n g s l o s i ß k e i t. Unzählige kleine Handwerker, Geschäftstreibende, Arbeiter aller Art, Angehörige freier oder künstlerischer Berufe mit ihren Familien sind jetzt in der Zeit des fast stillstehen­den Erwerbslebens zur Untätigkeit und damit zur ärgsten No t verdammt. Ta sie nicht eingegogen sind, weU sie körperliche Mängel haben oder in zu weit vor­geschrittenen Alter stehen, so kommen ihnen und ihren Angehörigen die staatlichen und städtischen Vergünsti­gungen nicht zugute. An sie wird in der Zeit der all­gemeinen Begeisterung für das Heer einer Begeiste­rung, die recht aus dem vollen Herzen kommt und die ihre tiefste Berechtigung hat viel zu wenig gedacht. Und doch tut sich gerade hier ein Problem von ungeheurer Tragweite aiif. Staat und Gesell­schaft haben ein unbedingtes Interesse daran und eine cherne Verpflichtung, jetzt auch derer helfend zu ge­denken, die dem Staate ihre Kraft nicht als Soldat widmen können, sondern nur in bescheidener, aber notwendiger^ wirtschaftlicher Produktion.

Unsere Handwerker, Kaufleute, HandlungsgÄiilfen, Privatbeamten,^ Arbeiter, die nicht im Felde stehen, sich vielfach in einer schrecklichen Lage. Das Publikum gibt ihnen keine Aufträge, kauft nichts bei chnen, sie find stellungs- und brotlos; aber niemand kommt ihnen bisher gu Hilfe. Die Zahl der Stellen lI 5-.Fr* I>eK, f' e k en ' öurch den Weggang der Militär- pflichtigen freigeworden sind, sind entweder im Hand- umdrehen wieder besetzt worden oder sie sind durch die

a a u F.F. auf allen Gebieten des Wirtschastalebeiis überflüssig. Trotz der gewaltigen

Einschränkung der arbeitsfähigen Hände herrscht A r-

Ecken und Enden. Die kleinen Crw-erbstreibenden und Angestellten spüren es m Vernichtender Weise: und wie soll dies erst werden.

wenn die kalten Tage einsetzen und die hier und da noch verhandene Beschästigung im Freien au,Hört?

. D wird unbedingt notwendig seiir, daß anch an Hilfsaktionen für die N i ch t k ä m p f e r gedacht wird. v5 !m sozialen und staatIichen Interesse liegt es, Widder so etwas wie eine Art von Blutzirkulation in unferem Wirtschaftsleben zu ermöglichen. Staat und Gemeinden müssen wieder daran gehen, wenn auch natürlich in wohläbgawogenen Grenzen Arbe its- g c l e g e ii h e i t zu schaffen und damit in bescheide­nem Maße wenigstens ein K a n f b e d ü r s n i s -und eine V e r d i e n stm ög l i chk e i t herbeizusühren. Auch oaraiif muß Bed>acht genommen werden, Einrichtungen zu schassen, die es durch Kreditgewährung usw. Hand­werkern und Kaufleuten ermöglichen. sich über Wasser zu halten. Mehrere Städte haben bereits eingesehen, daß jetzt auch sür den gewerbtätigen Mittelstand etwas getan werden muß ^ und daß Arbeitsgelegenheit zu ichassen ist. Auf dieseni Wege- muß zielbewußt von allen Instanzen fortgeschritten werden. Nichts wäre verkehrter, als setzt die Hände vollständig in den Schoß zu legen un;d lediglich auf die guten und gerechten Waffen zu bauen, die wir führen. An -alle Stelle,' in Stadt und Land muß gerade jetzt der Appell ergehen, die Wirtschaftsmaschinerie nicht einrosten zu lassen, sondern sie im Betrieb zu erhalten, die schwer­

geprüften daheimbleibenden Angehörigen des Mittel- standes und der Arbeiterschaft Verdienst- und Arbsits- gelegenheit haben.

Die pslnische

O Berlin, 15. August.

Was die Ernennung des bisherigen Weihbischofs Likowski zum Erzbischof von Posen-Gnesen bedeutet, braucht man nicht erst zu sagen; sie bedeutet den Friedens- s ch l u ß mit dem P o l e n t u m. Likowski selbst gilt als eine milde, versöhnliche Natur, jedenfalls hat er sich niemals als ausgesprochener Deutschenhasser gezeigt. Er hat sogar mancherlei Schwierigkeiten mit dem niederen Klerus gehabt, der in dem Kampfe des aufgestachelten Polonismus gegen Re­gierung und Deutschtum wiedeHolt eine führende Rolle er­strebt und durchgeführt hat. Man weiß ferner, daß Likowski mit denjenigen Mitgliedern der polnischen Aristokratie, die bis zuletzt und ersichtlich nicht erfolglos ein besseres Ver­hältnis zu Berlin herzustellen suchte, gute Beziehungen gepflegt hat. Sein hohes Mer macht es überdies zur Gewiß­heit, daß von dem neuen Erzbischof friedliche Einwirkungen erwartet werden dürfen. Was also seine Person anlangt, so brauchten auch solche Beurteiler, die gegen den sich an­bahnenden neuen Kurs Bedenken haben, keine Sorge zu hegen. Der neue Kurs selber aber ist, das sieht man, in der Entwicklung. Seine ersten Anzeichen liegen schon einige Zeit - zurück, sie wurden besonders sichtbar beim vorjährigen Kaisermanöver in der Provinz Posen, wo ein erhebllicher Teil des polnischen Adels der Einladung ins Schloß gefolgt war. Der Kaiser fand in nrehreren seiner Ansprachen Worte, die von den Polen als Beweise dafür empfunden werden konnten, daß es nur von ihrem Verhalten abhängen werde, ob die der Regierung aufgedrungene Kampfstellung wieder geändert werden könnte. Schon vorher hatte die Ansiedlungs- Politik merkliche Milderungen gegen früher erfahren. Wohl wurde von der gesetzlich gewährleisteten Zwangsenteig­nung in einigen wenigen Fällen, gleichsam versuchsweise, Ge­brauch gemacht, aber es geschah in einer Weise, die keines­wegs die Aussicht auf erneute heftigere Kümpfe eröffnete. Der Landwirtschaftsminister v. Arnim-Criewen hätte seinen Abschied genommen, weil er, wie in politischen Kreisen wohlbekannt ist, die Zustimmung des Ministerpräsidenten zur entschiedenen Durchführung des Zwangsenteignungsgesetzes nicht erhalten konnte, und sein Nachfolger, Herr v. S ch o r l e - m e r, bewies sich jedenfalls als ein geschickter Taktiker, in­dem er zwar, wie die von ihm einaeleiteten vier Zwangsent­eignungen zeigten, das Gesetz durchaus nicht als stumpfes Schwert betrachtet wissen wollte, gleichwohl aber die Waffe nicht scharf machte. Eine Milderung der bis dahin be­triebenen Ansiedlungspolitik mußte man auch darin er­blicken, daß die. Absichten des Gesetzes durch das gegenwärtige, dem Landtage vorliegende Grundteilungsgesetz, auf eine er­weiterte Grundlage gestellt werden sollen, von der aus man nicht mehr von einem Sonderkampf gegen das Polentum sprechen, vielmehr die allgemeine, für den ganzen Staat gel­tende Lösung einer der größten Kulturaufgaben erwarten kann, eben die Schäffung^ eines leistungsfähigen Bauernstandes zur Wohlfahrt und zum Gedeihen der Gesamtheit unseres Volkes. Alle diese Ansätze einer Ände­rung des Verhältnisses zwischen Deutschtum und Polentunt hätten aber nichts Entscheidendes zu bedeuten brauchen, sie hätten jederzeit wieder durch den früheren Zustand abgelöst werden können, wenn nicht der große Krieg einen so tief­greifenden Wandel der Dinge gebracht haben würde. Als man im Weißen Saale am 4. August zum ersten Male wieder seit den Tagen des Herrn v. Koszielski polnische Reichstags Mitglieder sah, mutzte man sich sagen> datz die Polen die Zeichen der Zeit begriffen haben. Sie werden besser als tvir alle, vermutlich auch besser' als die Negierung, Bescheid wissen, um die Vorbereitung und rnz