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Wiesbadener Tagblatt

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Nummer 298

Samstag/Sonntag, 20./21. Dezember 1941

89. Jahrgang

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Dinen und letzt X deutliche Sprache.

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Reichsmimster Dr. Goebbels spricht

Berlin, 20. Dez. Reichsminifter Dr. Goebbels spricht am heutigen Sonnabend 20 Uhr vor dem Nachrichten­dienst des Rundfunks über alle deutschen Sender zum deutschen Volte.

Britischer Raubgriff nach Portugiesisch-Timor

Rener unverschämter Willtüratt Brittsche, australische und nieder ländlsch-indische Truppen besetzen die Insel Große Erregung in Por tugal

gung ist der Liebesdienst zu verstehen,.den General Rogi seinem Stabschef vor Port Arthur erwies. Rogi, meist bei den ersten Angriffswellen der Infanterie, der eben erst dle Nachricht erhalten hatte, daß auch sein zweiter und letzter Sohn gefallen war. gab seinem schwerkranken Stabs&ti, der sich kaum aus den Susen halten konnte, den Befehl, sich in die vordersten Linien zu begeben, wo er frei. ..Er warJo schwer krank", erläuterte »et General ferne scheinuare GttW- samkeit.daß er mir sicher im Bett gestorben wäre. Ich Hoche

Festung Hongkong erstürmt

Das viel gerühmte strategische Dreieck HongkongSingapurPort Darwin gebrochen

Japanische Truppenlandungen auf Mindanao

Tokio, 20. Dez. (Funkmeldung.) Die Armee- u. Marine­abteilung im Kaiserliche« Hauptquartier gaben «m 17.30 Ubr (10.30 Uhr deutscher Zeit) gemeinschaftlich bekannt, daß «rn- beiten der javanischen Armee «nd Marine am 20. Dezember bei Tagesanbruch eine Landung auf bet Intel Mindanao ausführte«. nachdem sie den feindlichen Wider- stand gebrochen hatten. Es wird hrn,«gefügt, daß die Lage sich rasch r« Gunsten der sapamschen Streitkräfte entwickele.

Mindanao ist die s ü d li ch ft e große Insel der Phi­lippinen.

Duff Cooper gibt britischen Rückzug zu

Stockholm. 20. Dez. (Funkmeldung.) Der neugebackene Minister für ostasiatische Angelegenheiten. Duff Cooper, mutzte gleich als erste amtliche Äußerung eine britische Niederlage eingesteben. Reuter zufolge erklärte er am Frei­tag. daß die britischen Truppen gezwungen wurden, tm Nord­westen von Malawi zurückzugehen. und Penang zu räumen. Er wolle offen zugeben, datz die Japaner bisher äußerst erfolgreich gewesen seien.

Die Besetzung der portugiesischen Pazifik-Insel Timor durch britische, australische und niederländisch-indische Truppen ist ein Willkürakt, der selbst in der Geschichte dieses Krieges nicht seinesgleichen hat. Unter denfadenscheinigstenVarwan- b en m damit das Territorium eines weiteren neutralen Staates van England mit Krieg überzogen worden. Wie in allen früheren Fällen der Verletzung der Neutralität von Norwegen, Holland, Belgien, Griechenland und Jugoslawien, erfolgt der Rechtsbruch van der Seite derjenigen Mächte, die angeblich diesen Krieg nur führen um die Freiheit und Souveränität der kleinen Staaten zu erhalten. Das Unternehmen selbst wurde van langer Hand vor­bereitet Schon vor vielen Wochen, d. h. lange vor Ausbruch des pazifischen Konflikts, waren Meldungen im Umlauf, die von einem Anerbieten der britischen Regierung wisien wollten, den pottu- giesische« Teil von Timorunter ihren Schutz" zu nehmen. Schon

Motive als Japan im Einverständnis mit den dorttgen Behörden auf friedliche Weise in Thailand und Französisch-Jndochina etn- drang paffe gut zu Großbritanniens ständiger Mißachtung der Neutralität unverteidigter Länder. Weiter weisen dieselben Kreise darauf hin, daß Großbritannien in ähnlicher Weise die Neutralität des Irak und Irans verletzt habe, wobei es kleinlaut darauf bestand, es müsse so handeln, um sich gegen eventuelle Drohungen zu schützen.

Berlin, 19. Dez. Australische und niederländisch- indische Truppen haben am 18. Dezember de« portugiesischen Teil der Insel Timor gemalt,am besetzt. Dieser Gewaltakt aeaen die portugiesische Souveränität wurde durch d,e Propa- g°a n"d a l uge eingeleitet, daß Japan die portugiesische Kolonie Macao besetzt hätte. Sowohl von japanischer wie von portti,,e- stscher Seite wurde diese Meldung sofort dementiert. Der Angriff ans die portugiesische Insel Timor hat ,« Portugal große Erregung Hervorgerufe«. Das portugiesische Paria- ment wird beute zur Entgegennahme einer Regierungserklärung fusammentreten.

Hierzu teilt die amtliche japanische Nachrichtenagentur Dome, mit: Der Regierung nahestehende Stellen, die die gewaltsame Be- etzung Portugiesisch-Timors durch australische und niederländisch- indische Truppen kommentieren, bezeichneten diesen Schritt als et« weiteres Beispiel für die flagrante R e u t r a l i t ä t s » e r -

,g gegenüber schwächeren Ländern. Dieselben Kreise er- Großbritanniens verbrecherische Verdrehung der japanischen

Ligen, so mutzte die Mehrzahl bet Zivilbevölkerung transportiert werden. Wir wollen nicht blind gegenüber dem Ernst der Lage und den Schwierigkeiten sein, die uns erwarten. Wir wollen offen zugeben, daß die Japaner bisher äußerst erfolgreich gewesen sind."

Zugleich macht dieTimes noch einmal den Englän­dern klar, was der Verlust von Penang bedeutet. Wenn Penang in die Hände der Japaner fällt, dann haben diese feiert ein Tor zum Indijchen Ozean. Für das Ooerkemmando in Indien wurden neue (tratest,a>e Probleme und für die lebenswichtigen Seeverbtndungen von Singapur nach dem Westen würde eine n e u e F l a n - kenbedrohung entstehen. In dem gleichen Artikel weist dieTimes" noch einmal darauf bin. daß die Japaner die Überlegenheit zur See besitzen und das beispiels­weise der bloße Gedanke an eine tspanische Landung tn Nord-Borneo tollkühn gewesen wäre, solange noch die Prince of Wales" und dieRepulse" auf dem Wasser waren und die amerikanische Flotte intakt .in Hawarlag.Bis wir die Überlegenheit zur See wieder zuruckgewonnen haben, genießt der Feind einegefährliche Bewegungs­freiheit". Das sind Feststellungen derTimes" die noch ein­mal die gewaltige Bedeutung der erste« japani­schen Siege erkenen lasten.

Um nun nicht ganz ohne Trost zu sei«, berichte« die englischen Zeitungen in großer Aufmachung über die große Produktionskraft der USA. und über die Rohstoffquellen dervier Alliierten" England... USA., Sonnet rußland und Tschungking-Cbina. Strome von Kriegsmaterial würden dem China Tsfiiangkatsfieks jufltefeen und man Jet fest überzeugt, daß die Chinesen den Japanern de« größte« Schaden zufügen würden. Scho« spricht man von den Tschungking-Divisionen. die angeblich tm Rucken der Japaner stehen sollen. Dazu erklärt Tokio tn aller Rutz, daß zwar 10 Divisionen von Tschunkt«g-Truppen tn der Ratz von Kanton zusammengezogen seren, das sie aber ntart für eine starke Offensive vorbereitet.erschienen. .Selbst wenn sie die japanischen Truppen tm Rucken angrettzn sollen, so sei man in Tokio doch der Meinung, daß dadurch das Ergeb­nis nicht wesentlich beeinträchtigt werden konnte. London läht es auch nicht an Hinweisen auf die vlotzlifi.gestiegene Rüstungsproduktion in Indien fehlen, roo sich die Brite«, wie Reuter sagt, in die Siele legen und wo plötzlich aus dem Nichts eine große Rüstungsindustrie erwachsen sein soll. Ob solche BeruhtLung^sLjltz^n beim engltsZen^Pubtt-

zu

Der Glaube siegt

Bo« Heinrich Karl Kunz

Am vergangenen Sonntag ließ der Tenno durch Beauf­tragte in 120 000 Tempeln den Ahnen die Kriegserklärung Sapan an USA. und England bekanntgeben. Diese kultische Handlung mag sie uns auch fremd anmuten laßt die ge­heimen Äraftauellen sichtbar werden, aus denen das javanische Volk schöpft Sie offenbart -me benei^ns- roerte Geschlossenheit, eine Einheit von Innerlichkeit und äußerem Machtwillen, von Religion und Staatsauti fassung. die hohe Energien frei macht, Verschleiß durch innere Gegensätze ausschaltet und dem lapantifien Sandeln die Stoßkraft verleiht, die wir tn Äneg und Frie­den an ihm bewundern. Japan ist et ne von Gott geschaffene Ewigkeit, eine Summe aus Vergangenheit.und Zukunft,.die in dem gottgeborenen Tenno, Himmelskonig. zu deutsch, ihre Verkörperung findet. Unter seinem also göttlichem Befehl kämpfen die Soldaten Japans. Unsichtbar ihnen zur. Sette die Millionen, die einmal waren, verantwortlich für die Lebensmöglichkeiten.derer, die nach ihnen fern werden. Eingebettet in die Überzeugung von der Ewigkeit des Lebens im Schobe der Nation, verliert der Soldatentod jegliche Schwere und nur aus dieser Uberzeu-

im Sommer dieses Jahres verbreiteten angelsächsische Nachrichten­agenturen das Gerücht, die Japaner suchten auf Timor einen Luftstützpunkt; Kommentare ließen durchblicken, daß dies für Eroßbtttannien und die USA. untragbar sei. Die Be­hauptung, die Japaner seien im Begriff gewesen, sich Timors zu bemächtigen, ist an den Haaren herbeigezogen. Die Vielfalt der japanischen Aktionen in den letzten Tagen beweist vielmehr, datz die Japaner eine solche Absicht nicht hatten. Wäre ihnen Timor wichtig erschienen, oder hatten sie von den Rechten der kleinen Böller eine ähnliche Auffassung gehabt, wie sie jetzt in der britischen Aktion zum Ausdruck kommt, so wäre es ihnen ohne Zweifel ein leichtes gewesen, den Engländern zuvorzukommen. Wie sehr gerade die Japaner das Recht neutraler Staaten zu respettieren wissen, zeigt die Schlacht um Hongkong, wo die der britischen Festung gegenüberliegende ebenfalls portugiesische Kolonie Macao von den Japanern nicht besetzt wurde. Die englische Be­hauptung, die Japaner seien aus Macao gelandet, «mrde vielmehr in Tokio und in Lissabon dementiert. Sie wurde offenbar nur M dem Zwecke ausgestellt, um das jedem Völkerrecht hohn- sprechende Vorgehen aus Timor nachträglich zu rechtfetti­gen. Es bleibt daher eine geschichtliche Tatsache, daß Japan Macao nicht besetzt hat, obwohl es davon einen handgreiflich strategischen Vorteil für die Offensive gegen Hongkong erlangt haben würde. Ebenso ist es Tatsache, daß die Briten in Portugiesisch-Timor ein» rückten, obwohl weder politisch noch militärisch der geringste Anlaß dazu bestand. Der britische überfall erfolgt dazu gegen das Ge­biet eines Staates, der nach der letzten Botschaft des britischen Königs an den portugiesischen Staatpräsidenten alsder älteste undtreuesteFreundEroßbritanniens" apostrophiett wurde. Daß die holländische Exil-Regierung in London an diesem Unternehmen mitwirkte, charakterisiett sie als eine politische Prostituierte niedrigen Grades. Gerade die Holländer in Nieder- ländi »-Indien hätten aus der Geschichte dieses Krieges wiffen sollen, welche Folgen fich für Völker, die das Opfer solchen Neu- tralttätsbruches werden, ergeben können. Der Verlust Cu­ra c a o s an Großbritannien und bet Verlust Guayanas an die Vereinigten Staaten hat der holländischen Exil-Regierung offenbar das letzte Gefühl von Ehre und Anstand geraubt und sie zur Teilnahme an der Verschwörung gegen ein Land ermutigt, das mit den Niederlanden niemals die geringsten Differenzen hatte. Vielleicht ist die Wegnahme dieses Gebietes nur bas Vorspiel einer noch größer angelegten Verschwörung nach dem Beispiel jener bri­tischen Unternehmungen in Irak und in Iran.

ihm geholfen, den Heldentod das ist die höchste Änegerebre.'

Eine völlig diesseitig», religiöse 5 « b r u nft beflügelt Tun und Denken des 3apanets und es. Sitz M ihn keine Handlung, die nickt irgendwie auf die Rittion ausgerichtet wäre. Ob als Sportler im.OlympischenSta­dion. oder 12 und 14 Stunden hinter der Werkbank, kämpft und arbeitet für Japan. t Dieses. Sdwztel. vor dem Beschwernisse, Gefahren und auch der persönliche Ehrgeiz, vev blaffen, befähigte ibn. in.wenigen Jahrzehnten aus etnech abgeschlossenen, sozusagen m mittelalterlicher Kultur leben- den Land, eine moderne Großmacht zu Watten, die m« besten Erfolg sauslichten gegen zwei, die Weltherrschaft tut sich beanspruchende Imperien zugleich antreten kann. Mtt bmspiellosem Fleiß und Geschick erwarben sich die Javaner Kenntnis um Wesen und Anwendung der modernen Tech» nik, der maschinellen Waffen, die sie heute zum Teil bester als ihre Lehrmeister von gestern ihre Manne-Ofnziere gingen ja bei den.. Engländern m dr« Schule N ähren wissen. Es zeugt für den unfehlbaren Instinkt des Japaners, daß er sich das beste Heer, das deutsche, zumV oti- bildfürseineArmeeaussuchte. Als der »7Jahre alte Generalmajor Nogi, der spate« Eroberer vmi Port Arthur, her übrigens bei ieinem Studienaufenthalt, tn Deutschland auch mehrfach in Wiesbaden und Mainz weilte, nach Tokio »uruckkebtte, glaubte man i.m derttschen Generalstab, daß er vor allem über die vorzüglichen Ge­wehre und Kanonen, mit denen unser Heer ausgerüstet. war. berichten werde. Äber man tauschte, sich. Der lunge japanische General sah viel tiefer. Was tim am siaMey be­eindruckte, war gerade das, was tzn deutschen Offiziere« und Soldaten längst selbstverständlich geworden war: bro absolute Führerprinzip, die gründliche Disziplin und d«

Tokio, 19. Dez. Wie die Agentur Domei aus Kaulun meldet, befand sich der größte Teil der. Insel Hongkong am Freitag um 11 Uhr lapamkfier Zeit (4 Uhr deutscher Zeit) in japanischer Hand. Die Fahnen mtt der ausgehenden Sonne wehen über dem Hafen und flattern, von den Höhen der Insel. Die noch verbliebenen feindlichen Truppen haben sich auf den Victoria-Hügel zurückgezogen, während die Stadt Victoria selbst bereits von japanischen Truppen besetzt wurde. .,,

Damit ist das Schicksal der britischen Kron­kolonie besiegelt. Die javanischen Landungstruppen sind zur Zeit damit beschäftigt, den letzten britischen Widerstand zu brechen. Die endgültige Besetzung der ganzen Insel kann daher nur noch eine Frage der Zeit sein.

Der Kamps um die letzten Stellungen

Schanghai, 20. Dez. (Funkmeldung.) In einem Bericht über den Verlauf der Kämpfe nach der.Landung der javanischen Truppen auf Hongkong beißt es: Die Befestigun­gen an der Ostküste der Insel liegen seit Freitagmorgen unter schwerem Feuer der tapantifien.Artillerie, die von den Beobachtungsposten auf dem Jardtne-Hugel den Gang der Kämpfe verfolgt. Mehrere engltifie Sattenen sind bereits zum Schweigen gebracht. Die englischen Truppen leisteten erbitterten Widerstand, der von Stellung zu Stellung im Nahkampf gebrochen werden mußte Die Hälfte der Insel kam am Freitagnachmittag in lavamsfiem Besitz. Von den Landungsstellen der lapamschen Truppen, wo Benzintanks und Fabriken in Brand, geschaffen waren, leuchten nock immer hohe Feuersäulen herüber. .

Ein Korrespondent beschreibt die Landun g auf d er Insel, die durch ein zwölfstündiges Bombardement vorbe­reitet wurde. Als die Landung der japanischen Truppen tn vollem Gange war. hätten die Engländer S ch n e I l b o o t e eingesetzt. Die javanische. Artillerie..Akte den Schnellbooten die ersten Verluste zugefugt. Endgültig wurl^ der Angriff jedoch durch javanische Stukas abgeschlagen, die die restliche« Boote zum Sinke« brachten. Trotz des starken Feuers der englischen Abwehr batte« lavanische Seeleute viele überlebende der versenkten englischen Schnellboote auf­gefischt. Abschließend stellt der Korrespondent fest, daß der Widerstand der englischen Truppen tm Laufe des Frettag- nackmittag allmählich nachläßt und glaubt, daß Hong­kongs letzte Stunde geschlagen habe.

Penang von den Briten geräumt

Schanghai, 19. Dez. (Oftasiendienst des DNB.)Se«nal Sir Archibald W ave kl. der Oberbefehlshaber der briti- scheu Truppe» in Indien, gab, wie ans Delhi gemeldet wrrv, bekannt, daß die englischen Truppe« gelungen waren, die I n k e l Penang. die vor der Westküste der Malayischen Halbinsel gelegen itt, , u r ä u m r n.

Damit wird die gestrige Meldung bestätigt, d» davon sprach, daß die britischen Truppen sich ans der Provinz Kedah zurückziehen mußten. Die Insel Penang ist dieser Provinz vorgelagert, so daß den Engländer« "tchts weiter übrig blieb, als auch vo« der Jufelfeftuug Penang zu weichen.

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as Neue Hiobsvosten kommen für die Engländer aus Oftasien. Das Schicksal Hon s kongs ist besieg eit. Die Insel Penang ist von den engltschen'Truppen ge­räumt. Hätte es noch eines Beweises dafür bedurft, daß die Japaner, im Besitz der Luit- und Seeherrschaft, ihre Operationen vollkommen planmäßig durchsubrte-n, so wäre er hier erbracht. Hongkong ist nicht nur etn schwerer Prestige-Verlust für die Briten, sondern Hongkong war au* die nördliche Spitze des. viel genannten aber prak­tisch wenig wirksamen. strategischen Dreiecks Zongkoyg SingapurPort Darwin. Hongkong und die Philippinen sollten den Japanern den Zutritt zum sildchinesischen Meer abmebren, in dem sich heute die Kanuffe abspielen. . Hong­kong war aber auch für die Bitten der.SchluNel zum chinesischen Reich, eine wirtschaftliche Machtposition, etn erstklassiges Handelszentrum Die wirtschaftliche Be­deutung dieser britischen Kronkolonie wird am besten durch die Tatsache gekennzeichnet, daß em Viertel der chinesischen Einfuhr und etwa ein Drittel der Ausfuhr über Hongkong ging. Wie anders man .sich die Entwicklung vorgeftellt hatte, zeigen die Worte, die noch vorgestern der militärische Sachverständige Reuters schrieb: ..Hongkong ist bereit, io erklärte er,eine Belagerung, von 3 Monaten auszuhalten und scheint mit Gewißheit wenigstens diese lange Zeit Widerstand leisten zu könne«, wobei in der Zwischenzeit noch viel geschehen kann.<

Auch der Verlust P e n a n g s ist für die Briten über­aus schmerzlich. Aus die st^tegiiche Bedeutung dieser kleinen, in der Straße von Malakka gelegenen, also der Westküste der Malayen-Halbinsel vorgelagerten Insel, haben, wie wir berichteten, die englischen Blatter selbst btngeroteien. Man fürchtet, daß Penang zum. .Luftstützpunkt der Javaner gegen die britische Schiffahrt tm Indischen Ozean" ausgebaut und als Ausgangspunkt für weitere Operationen benutzt werden wird.

Kein Wunder, wenn unter solchen Umständen in Eng­land die Suche nach Sündenbocke n fortgesetzt wird. Der militärische Sachverständige Reuters erklärt bereits, daß Veränderungen im britischen Oberbefehl m Oftasien auf Sie Veränderungen folgen werden, die die USA. schon.Vor­nahmen.E r n ft e Mangel haben sich bet verschiedenen militärischen Führern gezeigt." Vorerst bat man einmal zur Entlastung der militärischen Stellen, wohl aber auch, um diese Stellen heffer gängel« zu können, einen. M t n t ft er für Ostasiatische Angelegenheiten mtt dem Sitz in Singapur ernannt. Dieses gewiß in der gegenwärtigen Zett nicht l-ichte Amt ift Duff Cooper übertragen worden, der als britischer Jnformationsminifter so kläglich versagte.. Er erhielt nach seiner Abhalfterung als Jnformationsminister zum Trost den Poften eines Beobachters tn Oftasien. Run wird er also wieder Minister und wieder Mitglied des Kabinetts Churchill. Zu seinen Obliegenheiten gehört auch, den Vorsitz des Kriegsrates m Singapur »u

hurchill bat unmittelbar na» seiner Ernennung eine Rundfunkansprache gehalten, .in her er u. a. erklärte. .Ich habe beute ernste 9t a fi r tfiten. Unsere Truppen wurden gezwungen, im Nordweften Malayens »uruckzugehen und da hiermit Penang einem Angriff ausgesetzt wird unb wir nicht genügend Truppen haben, um es zu vertet-