Seite 2 Nr. 277
Wiesbadener Tagblatt
Dienstag. 25. November 194f
»in Raumes und den Besitz Konstantinopels als Ziele ischen Politik bezeichnet, echt oder nur aus der Auswertung des Verhaltens seiner Nachfolger entstanden ist: Jedenfalls entspricht die weitere russische Politik durchaus diesen Grundsätzen. Immer wieder erscheint seitdem Ruhland out der eigentlichen europäischen Bühne: unter Katharina I., der Gemahlin und Nachfolgerin Peters im polnischen Erbfolgekrieg. unter Elisabeth im Siebenjährigen, unter Alexander L im Kampf gegen die französische Nevolution und gegen Napoleon, bei welcher Gelegenheit er 1809 den Schweden Finnland und 1812 den Türken Bessarabien ent- nB. auf dem Wiener Kongreh, wo Ruhland sich das ganze Gebiet des sogenannten Kongrehvolens sicherte. 1850 ist es Rügland, das tm Zusammenwirken mit Österreich im Vertrag vom 29. November Preuhen zum Verzicht aus seine deutschen Unionsbestrebungen zwingt, An der Cinmischungs- und Ausbreitungstendenz nach dem Balkan hin, wo das Endziel neben dem Besitz der Meerengen die llderfübrung der slawischen Valkanstaaten in russische Protektorate war. scheiterte die im Anschluß an den Wiener Kongreh geschlossene Heilige Allianz zwischen Rußland. Österreich und Preuhen ebenso wie später das Dreikaiserbündnis von 1872. Als in Verfolg des Krieges gegen die Türkei im Jahre 1878 auf dem Berliner Kongreh die übrigen europäischen Grohmächte den russischen Ansprüchen entgegentraten, bemühte stch Bismarck als „ehrlicher Makler" um eine für das russische Prestige tragbare Lösung, mit dem Erfolg, dah sich die Feindschaft Petersburgs, geschürt durch des eitlen Gortschakows Eifersucht auf den deutschen Kanzler, gegen das Deutsche Reich kehrte. Damals wurde im Grunde bereits die weitere Entwicklung ungebahnt, die das Rußland der Heiligen Allianz und des fanatischen Antiliberalismus schließlich an die Seite der westlichen Demokratien und in den Untergang des Zarentums führte.
Aber aus diesem Untergang des Regimes wurde die alte Machttendenz mit ihrem Anspruch auf eine führende. ia beherrschende Rolle nur neu geboren, denn im Bolschewismus wurde die alte Voraussetzung des Absolutismus. die ihr jahrhundertelang die Grundlage gegeben hatte, wiedergeschaffen. Die Wetterwolke im Osten hing nur umso drohender über der europäischen Entwicklung. Es ist daher verständlich, wenn das bewußte Euroväertum in Würdigung dieser Tatsachenkette den jetzigen Kampf gegen den Bolschewismus unter gröheren Vorzeichen steht, als nur unter dem einer zeitbedingten Auseinandersetzung mit dem Regime. Es erhofft aus ihm die endgültige Befeiti- S u n g einer geschichtlichen Gefahr, der Drohung Astens über Europa, die immer latent vorhanden gewesen, durch den Bolschewismus aber bis zur unmittelbaren Ent- ladung akut geworden war.
„Verwirklichte Einheit der jungen Voller"
Die europäische Prell« im Banne einer
Rom. 25. Nov. (Funkmeldung.) Die Zusammenkunft | der europäischen Staatsmänner in Berlin zur Manifestation der antibolschewistischen Weltfront wird in der römischen Prelle eingehend gewürdigt. „Mellagero" hebt in seiner Überschrift die von der Achse verwirklichte weltanschauliche Einheit der jungen Völker Europas hervor. „Popolo di Roma" unterstreicht insbesondere den Beitritt Finnlands und Dänemarks zum Antikomin- ternpakt. „Das Berliner Treffen ist die Mobilmachung der lebensfähigsten Kräfte des Kontinents, die entfchlollen find, dem Angriff bolschewistischer Barbarei, der in den Demokratien dies- und jenseits des Atlantischen Ozeans ihren Verbündeten gefunden bat. den Weg zu verlegen."
Beitritt von sieben weiteren Staaten
Mailand, 25. Nov. Auch die norditalienische Prelle unterstreicht die grobe Bedeutung der Antikominternfront. Unter der Überschrift „Die europäische Front gegen den Bolschewismus — die Unterzeichnung des neuen Ann- kominternpaktes" erklärt „Corriere della Sera", daß die Reichshauvtstadt am Dienstag der Mittelpunkt eines doppelten. überaus bedeutungsvollen internationalen Ereignilles fein wird, nämlich die Erneuerung des am 25. November 1936 abgeschlossenen Antikominternvaktes. sowie des Beitritts von sieben weiteren Staaten.
Ein Akt staatsmännischen Weitblicks
Madrid, 25. Nov. Die Madrider Prelle berichtet ausführlich über das Antikominterntreffen in Berlin. In den Kommentaren wird die Zusammenarbeit einstimmig als eine eindrucksvolle Kundgebung der neuen europäischen Einheitsfront bezeichnet. „Jnformaciones" schreibt: „Die Fronten haben sich klar geschieden. Die angelsächsische Welt bat sich mit dem Kommunismus verbrüdert. Das gesunde Europa, gestärkt in einem jahrelangen Existenzkampf und gestützt auf eine jahrhundertealte Kulturtradition tritt zum Kampf an. Deutschland schuf in der Stunde des Friedens den Antikominternvakt. weil staatsmännischer Weitblick die grobe Gefahr für die europäische Zukunft erkannte. In jenen Tagen war der Antikominternvakt eine Schranke gegen die verderbliche Propaganda der kommunisti-
Stunbe von welthistorischer Bedeutung scheu Internationale. Heute wird er zu . einer stählernen Kampffront, an der stch die Gegner die Kopfe einrennen.
Gesetz des europäischen Schicksals
Budapest, 25. Nov. Die in Berlin stattfindende Anti- komintern-Konferenz der zwölf Staaten, die stch zum neuen Europa bekennen. bezeichnet das Regierungsblatt „Magyarorszag" als den größten diplomatischen Erfolg der Achse. Ihre Wirkung bezeichnet man dem Blatt zufolge als groß und ihre Erfolge als bedeutungsvoll. Der Kontinent zeige zum erstenmal ein wahrhaft kollektives Antlitz im Kampf gegen die große Gefahr des Bolschewismus. „Pester Lloyd" schreibt: ..Was vor fünf Jahren im Augenblick der Unterzeichnung des Antikominternvaktes ein entferntes Ideal war. das ist heute dank dem unbezwingbaren Kamvfwillen der Völker der eurovanchen Achse und ihrer Verbündeten, zu denen auch Ungarn gehört, zum Gesetz des europäischen Schicksals geworden.
Schaffung einer gerechten Ordnung
Sofia, 25. Nov. Auch die Sofioter Prelle steht beute ganz im Zeichen des Berliner Staatsaktes zur Verlängerung und Erweiterung des Antikominternvaktes. „Sora betont, diese Tage würden der Welt »eigen, daß die in Berlin vertretenen Völker entschlossen seien, gegen den Bolschewismus und alle seine freiwilligen und unfreiwilligen Helfer nt ber internationalen Politik zu kämpfen, um eine gerechtere Ordnung in Europa und im fernöstlichen Raum aufzubauen Der Staatsakt zur Verlängerung des Antikominternvaktes stelle eine große europäische politische Demonstration gegen den Bolschewismus dar, eine Demonstration der einheitlichen politischen und ideologischen, kämpferischen, schöpferischen Gemeinschaft.
Notwendigkeit des Antikominternvaktes bestätigt
Agram, 25. Nov. Die kroatifche.Presse veröffentlicht in großer Aufmachung die Meldungen über das Eintreffen der führenden Staatsmänner des neuen Europa tn Berlin, die anläßlich des Jabrestages der Errichtung des Antikomtntern- vaktes zu einem Staatsakt zusammentreten. Mit besonderer Genugtuung wird vermerkt, daß auch der kroatische Außenminister an diesem Treffen der Mächte der neuen Ordnung teilnimmt. Die Blätter veröffentlichen tm Anschluß daran Würdigungen des Antikominternvaktes. bei in den gegenwärtigen Ereignillen im Osten feine Notwendigkeit und Bedeutung bestätigt lebe.
„Semem kühnen Angriffsgeist fallt ihr nacheifern"
Tagesbefehl Reichsmarschall Görings an die Luftwaffe zum Fliegertode des Oberst Mölders
Berlin, 24. Nov. Reichsmarschall Göring hat zum Fliegertod des Oberst Mölders den nachstehenden Tagesbefehl an die Luftwaffe erlallen:
Soldaten der Luftwaffe!
Unser Oberst Mölders weilt nicht mehr unter uns. Eine unerforschliche Vorsehung bat hat es gewollt, daß der Sieger in 115 Luftkämvfen, der Offizier, der als einziger in der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten des Eisernen Kreuzes als höchste Tavferkeitsaus- geichnung trug, das Opfer eines tragischen Flugzeugunfalles geworden ist.
In tiefer Erschütterung treten wir an die Babre unseres Besten und Tavfersten. Unfaßbar ist uns allen, daß unser ruhmreichster Flieger nicht mehr in unseren Reiben steht. Wie ein strahlender Komet zog sein junges Heldenleben bell leuchtend als Beisviel unbesiegbaren Kampfes- willens und vorbildlicher Tavferkeit an uns vorüber. Siegreich auf allen Schlachtfeldern dieses Krieges um Deutschlands Ehre und Freiheit, bat ihn kein Feind überwältigen können. Nun ist er, der treueste Pflichterfüllung und höchste Einsatzbereitschaft verkörperte, in Walhall ein« gezogen.
Auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht trägt sein stegreiches Geschwader nun seinen
Namen. So wird er in der Luftwaffe wie in der Geschichte des deutschen Volkes bis in alle Ewigkeit fortleben. Sein Andenken soll uns stolze Tradition und stets Vorbild höchster militärischer Tugend sein. Seinem kühnen Angriffsgeist sollt ihr nacheifern, um so die Lücke zu schließen, die sein Tod in unsere Reiben gerissen hat. Darum vorwärts. Kameraden, zum Endsieg im Geist unseres unvergeßlichen Helden!
Göring,
Reichsmarschall des Eroßdeutschen Reiches und Oberbefehlshaber der Luftwaffe.
„Unter die Unsterblichen eingereiht"
Bukarest, 24. Nov. Kein Feind dieser Welt, nur das Schicksal selbst konnte einen Mölders bezwingen und auch das nicht, um ihn sterben zu sehen, sondern um ibn eingehen zu lassen in das ewige Vermächtnis seines Volkes — schreibt ein rumänischer Kampfflieger. Für uns — so heißt es weiter — war Oberst Mölders der Stolz und ein ständiger Ansporn. Sein Ruhm reiht ihn ein in die Kette der Unsterblichen, die die Geschichte, die Art und die Kraft seines Volkes gestaltet haben. Die Heldensage oom Flieger Mölders wird uns allen ein unvergänglicher Wegweiser fern.
General der Flieger Wilberg tödlich verunglückt
Liner der älteste» Fliegeroffiriere der deutschen Wehrmacht
Berlin, 25. Nov. General der Flieger Helmuth Wilberg verunglückte am 20. November 1941 auf einem 3) i e n ft f I u g tödlich infolge Flugzeugabsturzes. Mit ihm hat einer der ältesten Fliegeroffiztere der deutschen Wehrmacht den Fliegertod gefunden.
Bereits im Jahre 1910 ließ er stch auf eigene Kosten bei der Wright-Flugmaschinen-Eefellschaft zum Flugzeugführer ausbilden und erwarb am 18. 8. 1910 den Internationalen Flugzeugführerschein Nr. 26. Von Oktober 1913 ab war er in der Inspektion der Fliegertruppen tätig und rückte ins Selb. Bei Kriegsende leitete er als Kommandeur der Flieger der 4. Armee den Einsatz der Flieger in Flandern.
Nach Kriegsende wirkte er int Reichswehrministerium und kämpfte um die Erhaltung des Fliegergedankens tn Wehrmacht und Volk. Neben der erfolgreichen Tätigkeit als Kommandeur der Flieger in den Flandern-Schlachten wird
feine Arbeit für den Wiederaufstieg einer deutschen Luftwaffe gerade in der schweren Nachkriegszeit unvergessen bleiben.
Nachdem er im November 1932 als Generalmajor und Kommandeur von Breslau aus dem Heere ausgeschieden war, wurde er im März 1933 ins Reichsluftfahrtministerium berufen. 1935 wurde er Generalleutnant. 3m Juli 1937 war er an der Aufstellung der „Legion Condor" maßgebend beteiligt. 3m März 1938 schied er nach Erreichung der Altersgrenze mit dem Charakter als General der Flieger aus dem aktiven Dienst aus. fand aber mit Kriegsbeginn erneut Verwendung als Höherer Flieger-Ausbiloungs-Kom- manbeur. Ein tragisches Schicksal setzte seinem Soldatenleben ein jähes Ende.
Mit General der Flieger Wilberg fand Oberstleutnant Äuerh s als Flugzeugführer den Fliegertod.
Kurze Umschau
Der rumänisch« Berkehrsmiuifter Professor Bu- s i l a und der Generaldirektor der rumäuische» Staatsbahueu, Oberst Orezeanu, trafen zu einem Arbeitsbesuch in Salzburg ein. Reichsminifter Dr. lobt zeigte den Säften deutsche Reichsautobahnen und besprach mit ihnen die Zusammenarbeit aus dem Gebiet de» Straßenbaues, Wasserbaues und Energieausbaues.
50 Kilometer nordwestlich von Moskau, also — von Deutschland aus gesehen — schon jenseits der Kreisstadt K l i n an der Sestra. die eine gewisse Berühmtheit bat, weil Re den Stammsitz des moskowitischen Bojarengeschlechtes der Romanow darstellt, die zwischen 1613 und 1730 im Mannesstamm die Zaren stellten. 3n neuerer Zeit wurde Klin dadurch bekannt, daß hier der Komponist Tschaikowskij von 1885 bis zu seinem Tod im Jahr 1893 gelebt hat.
Der Entschluß Dänemarks
Kopenhagen, 25. Nov. (Funkmeldung.) Di« Koven- hagener Blätter stehen ganz tm Zeichen der Berliner Konferenz und des Entschlusses Dänemarks, dem Antikominternvakt beizutreten. Sie veröffentlichen neben dem Wortlaut des Antikominternvaktes von 1936 eine Reibe, von Aufsätzen über die zersetzend« und verbrecherische Betätigung der Komintern und über ihre Bekämpfung durch die Anti- komintern, der jetzt ein erweiterter Umfang gegeben werden soll. Dazu kommen weiter eine Reihe von Berichten., die einer Orientierung über die deutschen 36een von enter gegenseitigen Unterstützung in dem von einer gemeinsamen politischen Grundlage aus geführten Kampf gegen den Bolschewismus dienen sollen.
Großes Interesse in Schweden
Stockholm, 25. Nov. (Funkmeldung.) 3m Brennpunkt des 3nter«ss«s der fchwebifchen Öffentlichkeit steht der Berliner Staatsakt. Besonderes Aufsehen ruft naturgemäß die Teilnahme Finnlands und vor allem Dänemarks als skanbi- navische Staaten hervor. 3n großen Schlagzeilen weist di« Stockholmer Presse auf diese Ereignisse hin. 3n, spalten» langen Berliner Eigenmeldungen werden Einzelheiten über den heute bevorstehenden Staatsakt berichtet.
1000 Feindflüge einer Fernaufklarerstaffel
Berlin. 25. Nov. Eine Fernaufklärer - Staffel konnte kürzlich ihren 1000. Feinbflug melden. Allem 7 89 Ein- säge wurden davon gegen die britischen Inseln ge* flogen. 3m ganzen haben die Besatzungen auf einsamen und B" ' rvollen Flügen 118 000 Quadratkilometer Setnäge» und 5 008 500 BRT. Handelsschiffstonnag« nn Bild festgehalten. Die Staffel spürte au6 den verdeckteften Schlupfwinkeln der britischen Flotte nach und brachte wertvollstes belichtetes Filmmaterial nach Saufe.
3n der Schiffszielbekämvfung , tm Seegebiet vor der schottischen Ostküste und um die Färöer hat die Staffel eben- falls Außergewöhnliches geleistet. 17 Han del sich tffe mit 51 200 BRT. wurden versenkt und 21 weitere Echine durch Bombenwurf beschädigt. Kühne und erfolgreiche Tiefangriffe bei Tag und Nacht richteten stch ferner wiederholt gegen stark durch Flak geschützte Fabriken. Flugplätze, Funkstationen und Bahnanlagen. 3n Luftkämvfen mit feindlichen Sägern erzielten Flugzeuge der Staffel fünf Luftstege.
Dem Gedächtnis der irischen Märtyrer
Dublin. 24. Nov. Am Sonntag wurde ein« Gedenktafel an dem Hause in Sandycove. in dem Roger Caseme» t geboren wurde, von der Vereinigung für nationale Grabstätten „National Graves Association" enthüllt. Gleichzeitig wurde ein Kranz an dem Ehrenmal der Märtyrer von Manchester im Friedhof von Elasneviin niedergelegt.
Die Märtyrer von Manchester waren: Allen. Larkin und O' B r i n. Sie wurden in den 60er Jahren des letzte» Jahrhunderts gehenkt, weil Re einen Eefangniswagen, bet irische Nationalisten in Manchester in den Kerker bringe» sollte, aufbrachen. Die Stadt Ennis bat ein Denkmal z» ihrem fficbäcfitnis errichtet und bi« irischen Dichter hielten ihren Tob in Hymnen fest.
Aus Einladung de» Reichswirtschastsmiuifter» Fant traf der bulgarisch« Minister für Handel, Gewerbe und Arbeit, Prof. Dr. Zageross, zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin ein.
Bulgarien schenkte dem Reich ein in Sk«plje gelegenes, 6000 Quadratmeter großes Grundstück mit dem daraus befindlichen Gebäude, in dem die kürzlich gegründete dentsche Schule uutergebracht werden soll.
In Chlelnica bei Tyrnau wurde die erste HSHere Führerschule der Hliuka-Jugend von dem slowakischen Staatspräftdenten Dr. T i s o eröffnet. Die Feier gestaltete stch zu einer Kundgebung der deutsch-slowakischen Zusammenarbeit.
Portugal hatdieSarnison-ufdenSz-ren durch ein weiteres Truppenkontingent nerftärkt.
3n Portugal mußte ein zweimotoriger britischer Bomber netlenlen. Die sechsköpfige Besatzung verbrannte die Maschine und wurde interniert.
Durch den völlig darniederliegenden Ausfuhrhandel verschlechtert stch die Finanzlage Argentinien» immer mehr. Der Staatshaushalt für 1940 weist, wie der Finanz» Minister berichtet, ein Defizit von 170 Millionen Pesos auf, der diesjährige Etat läßt einen Fehlbetrag von 258 Millionen Peso» erwarten. Eine Steuerreform wird dadurch unumgänglich.
Statt der versprochenen 200-Millionen-Dollar-Anleihe ist Bolivien nur eine Anleihe »en 25 Millionen Dollar von Washington bewilligt worden. Die bolivianische Presse macht au» ihrer Enttäuschung feinen Hehl.
Da» USA. -Konsulat in Saigon ist durch Expl»- sion zerstört worden. Uber die Ursache der Explofiou wurde nichts bekannt.
Der Stammsitz der Romanows
Der Wehrmachthericht vom 24. November meldet die Einnahme bes Städtchens Solnetfchnogorski nach erbitterten Kämpfen durch Panzertruvven. Es liegt nur
Ritterkreuzträger General von Briesen gefallen
Ei» starkes beispielgebe»des Solbatenleben hat sei» Ende gefunden
Berlin, 23. Nov. Sm Kampf gegen den Bolschewismus fand General der Infanterie Kurt v. Briesen, Kommandierender Eenneral eines Armeekorps, am Done, den Heldentod. Ein reiches und tapferes Solbatenleben fand damit feine Erfüllung, ei» bervorrageud bewährter Soldat ist nicht mehr.
General der Infanterie v. Briefen wurde als Sohn des späteren Generals v. Briesen am 3. 5. 1886 in An klamm in Pommern geboren. 1904 trat er als Fahnenjunker in das Erenadier-Regiment 2 ein. Sn den vier Jahren des Weltkrieges, in dem Jein Vater als General vor dem Feinde fiel, hat er stch hervorragend bewährt: er bat an der Schlacht bei Namur und dem Übergang über die Aisne tm Rahmen der Kämpfe bei Reims sowie an den Kämpfen vor Bpern, an der Somme unb in ber Champagne tetlgenom« men. Für seine Verbienste würbe er mit bem E. K. 1. um> 2. Klasse unb dem Hobenzollernschen Sausorben ausgezeichnet. In ben Wirren ber Nachkriegszeit führte er zunächst bas Freiwilligen-Bataillon 52. bann fand er ah Avril 1919 wieder Verwendung als Eeneralstabsoffizier beim Generalkommando bes 2. Armeekorps. Am 9. 3. 1920 schieb er als Major aus dem Heeresdienst aus. 3n den folgenden Jahren betätigte er stch erfolgreich in Wehrverbänden unb tm Aufbau bes Grenzschutzes in Pommern unb in der Grenzmark Pofen-Westvreußen. Nach feinem Wiedereintritt in das Heer war er zuerst als Oberstleutnant Kommandant von Neustettin: 1934 wurde er zum Oberst befördert, im Oktober 1935 wurde er Kommandeur bes Jnf.-Regiments 69. Nach feiner Ernennung zum Generalmajor 1937 übernahm er die Jnfanterie-Diviston in Lübeck, wo er am 1. 8. 1939 zum Generalleutnant befördert wurde. Mit dieser Diviston zog er in ben Polenfelbzug unb batte an bet großen Schlacht an ber Bzura ruhmvollen Anteil. Trotz seiner Ver-
wunbung kehrte er noch während der Kämpfe nach Anlegung des ersten Verbandes wieder zu feiner Diviston zurück und war durch feinen persönlichen Einsatz seinen Soldaten ein leuchtendes Vorbild. Für seine persönliche Tavferkeit wurde er im Oktober 1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. 3n der Reichstagsrebe vom 6. 10. 1939 würdigte der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht sein beiwielhaft tavferes Verhalte».
3m Westen kämpfte der damalige Generalleutnant von Briesen mit seiner Diviston stegreich an der Maas. Schelde. Lys unb Bf er unb konnte auch hier burch leine überlegene unb entschlossene Führung entscheidende Erfolg« herbei» führen. Sm August 1940 zum General ber Snfanterie. be» förbert. führte er als Äommanbierenber General eines Armeekorps nach kurzem Einsatz im Balkanfeldzug im Verbände ber Armee bes Generalobersten Freiberrn v. Weichs im Felbzug gegen bie Bolschewisten sein Korps iu neuen Siegen. An ben Kämpfen im Brückenkopf Kremenifchug sowie an ben Erfolgen bei Poltawa hat bas Korps ruhmreichen Anteil. Selbst immer in vorderster Linie, fand dieser tapfere Offizier und kühne Führer am Donez den Heldentod. Ein starkes, beispielgebendes Solbatenleben bat bamit sein Ende gefunden. Aber der Geist dieses Mannes lebt unvergänglich weiter in den Herzen seiner Soldaten. In feinem Geiste werden Re weiter kämpfen und Regen.
Druck unb Verlag: 2. Schellenberglche Buchdrucker«', Wiesbaden« Tagblatt Wiesbaden. Tesinnüeiiung: Dr. phil. habil, chustao S chellenberauub Otto Kaiser. Hauvtschristleiter: Fritz Dünther sllintlich in Wie«, baden. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 10 gültig
Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seite» •
