Wiesbadener Tagblatt
Mittwoch. IS. Oktober Ml
Wiesbadener Nachrichten
iat angegrbnet, bah eine Verteilung Weihnachten unb eine weitere Ver-
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Hochzeit.
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Mittwoch: Betbunlelung non 18.37 bis 7.50 Uhr
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vergib nicht. Deinen Dank an unsere Soldaten durch ein gutes Buch abznstattea!
(4. Büchersammlung der NSDAP, für die Wehrmacht) Spende« nehmen alle Ortsgruppen an
Auch im dritten Kriegswinter Bohnenkaffee
Ausgabe vor Weihnachten und im Februar
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Seite 4 Nr. L4L
Kunstwerke aus Schatten und Licht
Ausstellung .Italienische Photographische Kunst" im Paulinenschlößchea
Die Photographie ist eine der jüngsten mobeinen Künste. Überall bort, wo bet Amateur bie ihr innewohnenbe Eigengesetz- lichkeit achtet unb bem falschen Ehrgeiz es dem Maler, Radierer ober Zeichner gleichzutun nicht hulbigt, gelingen der von dem menschlichen Auge beherrschten Linse immer wieder Bilder, von magischer, ins Schwarzweihe gebändigten Eindringlichkeit. Der menschliche Seist schasst sich seine Motive, sindet immer wieder den rechten, saft mochte man versucht sein zu sagen, den schöpferischen Augenblick. Ein Gang durch die Ausstellung von 300 italienischen Meisterphotos im Rundsaal des P a u l i n e n s ch l ö h ch e n s , die in ihrer schlichten und doch auch wieder sestlichen Gestaltung den Wiesbadener Photographen, die ste in ihrer Freizeit aufbauten, stummes Lob zollt, wird das beweisen: darüber hinaus aber auch bies, bah auch in bei Lichtbilbkunst bie Eigenart eines Volkes, bas Wesen einer der uns geistverwandten Nationen seinen Nieder
schlag zu finden vermag.
Einen breiten Raum nimmt neben dem Stuleben, bei deren Ausnahme ausgezeichnete Ergebnisse erzielt wurden, das Bildnis ein. Italiener vom sorglos spielenden Kind, über kraftvolle Bauern und Arbeiter, den zuversichtlichen Mann und Künstler auf bei Höhe bes Lebens, bis zu bei einsamen, vor einer Mauer hingehenden Alten. Doch erst die Frauenbildnisse. In „Schönmachen" erscheint uns die ganze Grazie bet Italienern eingefangen, in bet „Fiau aus dem Madoniegebitge" ihte natütliche Anmut und in „'Der Fächel" ihre lachende Lebenslust auf die Platte gebannt. Zahlteich find die Schnee- und Schlechtwettet-Aufnahmen, tue Wiedetgabe von tieselndem Masset. Einmal witkt das Eegenein-
dei Welttevolution" zu verteidigen gedachten. Schon damals rourbe uns Hat, dah bet Feind in dieser Stadt nicht nur das Wirtschafts- zentrum unb ben Hafenplatz verteidigte, sondern dah er in ihr gewissermaßen ein Verdun desOstens erblickte, an dem sich das Schicksal der Sowjetherrschast wenden sollte. Wir haben diese Linie durchbrochen, haben ben zäh unb verbissen kämpfenden Gegner 100 Kilometer int täglichen Angriff zurückgeworfen, bis wir vor seiner letzten, längst ausgebauten Bastion Bastin standen, die in zwei mächtigen Ringen die eigentliche Stadt um- schloh. Unb auch hier haben Weber Minen noch Betonbunker, webet Panzetgtäben noch Feldstellungen unser Votdtingen aufgehalten. Vot wievielen Tagen haben mir bie Tütme von Ktasnowatdeisk gesehen, bie uns bamals wie eine Ver- heihung etschienen? Heute haben mir beibe Sefeftigungsringe butchbtochen unb sehen bas Ziel selbst! Manches Solbatenauge aber ist gebrochen, ehe ihm bieser Blick zuteil würbe, unb unab- bingbar spüren wir sein unausgesprochenes Vermächtnis in uns.
Neue Soldaten treten an unseren Platz, während wir uns zum Gehen wenden. Der Kampf der Monate hat seine Spuren in ihrem Äußeren aber auch in ihren Gesichtern hinterlassen. Kantig sind sie unb ungepflegt, von Bartstoppeln umrahmt. Äehmverschmiert unb zerknittert sind ihre Uniformen. Aber wer könnte bas noch waht- nehmen, wenn et jenes Leuchten sieht, das in ihren Blick tritt, aus innerstem Erleben heraus ihre Züge entspannt, ihnen in aller Schlichtheit die Größe des Sieges gibt.
Leningrad wird fallen, bie „Wiege bet Welttevolution" wirb zu ihrem Grabe werden, wir aber werden weiter- matschieren, bis Deutschlands letzter Feind vernichtet ist.
S ch m a l tz, Leutnant und Kp.-Fühtet.
„Frau aus dem Madoniegebitge' „Der Fächer" ihre lachende 2ebi Zahlreich find die Schnee- i Wiedergabe von rieselndem___— — ----- —
ander von verwehendem Regen und erstem hetvorbtechenden Sonnenlicht wie optische Musik. Außerordentliche Sorgfalt und Liebe spricht aus ben lierbilbctn, etwa „Die Hinbu-Katze", der eigenartigen Auffassung einet „Gottesanbeterin", ben „Pelikanen' ober bet Wiedergabe von Pflanzen und Blumen. Immer wieder aber ist es der tätige, bet arbeitende Mensch in bei Landschaft,
waren, sind nunmehr punktpflichtig geworden, wie beispielsweise Filz- und Stoffhüte, Pulswärmer, Brust- und Kopsschützer. Dazu gehört auch bie Gummi- unb Werkftosfbekleibung, für die aber nut bie Hälfte bet jeweils für bas betieffenbe Kleidungsstück erforderlichen Punktzahl „bezahlt" zu.werden braucht.
Der geänderte Borgriff
Die dritte Kleiderkarte kennt den bisher beim Einkauf von größeren Kleidungsstücken möglichen „Vorgriff" nicht mehr. Größere Kleidungsstücke, wie etwa Anzüge, Wintermäntel, Kostüme usw, können also normalerweise erst dann eingekauft werden, wenn die dafür erforderlichen Punkte sämtlich für ben Einkauf gültig geworben stnb Nur für bestimmte Kleidungsstücke, nämlich Wintermäntel für Männer unb Frauen. Anzüge und Männerwinterjoppen sowie jür bie zu ihre, Herstellung notwenbigen Stosse kann ein Vorgriff von bet Kattenstelle bewilligt werben. Voraussetzung ist ein bringenbei Vebarf, bet bann oorliegt, wenn bet Verbraucher nut noch einen nicht mehr tragfähigen Wintermantel, nut noch eine Joppe ober nicht mehr als zwei Anzüge besitzt. In biefem Falle einer unter bem Normalen liegenben Versorgung wirb ein Bezugschein ausgestellt Der Verbraucher braucht auch nicht die volle Punktzahl herzugeben, sondern nut für einen Männer- Wintermantel 30 Punkte, für eine Männer-Winterjoppe 20 Punkte unb für einen Frauen-Wintermantel 25 Punkte. Beim Anzug bleibt es bei den 80 Punkten
Nähmittel unb Strümpfe
Die dritte Kleiderkarte enthält, da sie eine etwas längere Laufzeit hat, statt bisher vier nunmehr fünf Nähmittel-Abschnitte. Werben Nähmittel eingefauft, so muß zu jedem Nährnittel-Ab- schnitt noch ein Punkt abgegeben werden. Frauen,.Männer und Kinder können wieder genau soviel Strümpfe und Socken kaufen wie mit der zweiten Kleiderkarte. Jede Karte enthält am Rande außerdem eine Anzahl mit A—F bzw. A—G gekennzeichnete Abschnitte, auf die gegebenenfalls Sonderzuteilungen erfolgen.
Einkauf mit zweiter unb dritter Kleiderkarte
Die zweite und dritte Kleiderkarte können bis zum 31. August 1942 zusammen zum Einkauf' verwendet werden. In den wenigen Fällen, wo Punktwerte der dritten und zweiten Kleiderkarte voneinander abweichen, gilt der Punktwert bei brüten Kleiberkalte. Ausgenommen finb Männer-Wintermäntel, bie bei* gleichzeitiger Verwenbung von zweiter unb dritter Kleiderkarte 120 Punkte erfordern. Die dritte Kleiderkarte gilt im ganzen Reich einschließlich Elsaß, Lothringen, Luxemburg, aber nicht im Generalgouvernement. Dagegen gilt sie auch im Protektorat, jedoch muß dort beim Einkaus ein Personalausweis mit vorgelegt werden.
welcher die italienischen Lichtbilder anzog. Daß mit der Kamera ganz eigenartige unb boch nicht nur spielerisch zu mertenbe Wirkungen zu erzielen sind, beweisen Bilder wie »Kurven, ,,Un- schlusfigkeit" und „Eine Seltsamkeit", hier spiegelt sich Landschaft und der knipsende Amateur im Glas eines Autoscheinwerfers. Verhältnismäßig wenige Bilder zeigen das soldatische Italien und das politische Wollen der uns befreundeten Nation, in dem „Gruß an die Helden" ist jedoch beides mit einer Versinnbildlichung der Aviatik in eine hinreißende Dreiheit gebracht. Zum Schluß unserer kleinen Betrachtung sei auf das Bild „Die Turme der Achse" hinaewiesen, in der der Hohe Sinn der Ausstellung sich spiegelt. Karl Emde.
Etwas für die „Bauchlappe"
Eine gute Ernte harrt der Berwertung
Mr wollen keinem Wiesbadener den Mund wässerig machen . . . Aber an Leberklöße und an „Bauchlappe", an das schmackhafte Dörrfleisch denkt jeder gern. Unb auch bet Küchenzettel mag hin und wieder so gnädig fein, diese gastronomischen Beliebtheiten zu gewähren. Zu einem richtigen Leberknödl oder „Baucklappe" gehört aber etwas so notwendig witzzum „i" das Tüpfelchen: dies ist das Sauerkraut. Auch in unserer Gegend ist das Sauerkraut eine „Nationalspeise" nicht nur in der nächsten Umgebung bes Hofbräuhauses. Und baß es in jebem Haushalt, bei hieisüt schwärmt, genügenb Eingestampftes gibt, dafür sorgt die fleißige unb fürsorgliche Wiesbadenerin.
In biesen Tagen kann man auf bem Markte die „Sauerkraut- Maschine" sehen. Appetitliches Weißkraut wird hier im Nu zer- idjnitten unb zum (Einftampfen unb Einsäuern vorbereitet. In aubeien Körben ober Bütten, mit weißen Einschlagtüchern ab geleckt, wird bas zerschnittene Weißkraut nach Hause getragen. Die biesjährigen Weißkrauternten sinb gut ausgefallen. Es ist also eine begrüßenswerte Maßnahme im heimischen Selbstverbrauch, wenn man dem Weiß- bzw. Sauerkraut das nötige Augenmerk widmet. Und wenn hierbei die Vision Hälftiger Sonntagsgerichte in Gestalt von Leberklößen oder anderen schmackhaften „Ingredienzien" aus Fleisch austaucht, so ist dies unbedingt vorstellung- echt und erlaubt. sp.
Hirns! des Haushalten?
Die neue Neichskleiderkarte ist da
An anderer Stelle dieser „Taablatt"-Ausgabe finden unsere Leser Einzelheiten über die neue Reichskleiderkarte. Wer in den letzten Wochen „punktlos" durchs Leben ging, hat mit Ungeduld aus sie gewartet. Nun ist sie da und wird in den nächsten Tagen ausgegeben werden. Die Feindpropaganda hat sich ja wiederholt „liebevoll" mit dem Thema „Kleiderkarte" beschäftigt und die Verzögerung ihrer Herausgabe hat bei ihr den sehnlichsten Wunsch erweckt, sie möge überhaupt nicht kommen. Er ging jedoch nicht in Erfüllung. Auch im kommenden Jahre weiß jeder Volksgenosie, woran er ist Er kann seine Punktzahl auf feinen dringenden Bedarf einrichten, wobei wir nicht besonders darauf Hinweisen wollen, daß größte Sparsamkeit am Platze ist. Schließlich gehen wir ja in den dritten Kriegswinter und es ist selbstverständlich, daß unsere gesamte wirtschaftliche Kraft und unsere Rohstoffreserven in erster Linie unserer Wehrmacht zur Beifügung stehen müssen. Aber die maßgebenden Stellen haben voigesoigt, daß auch bem zivilen Be- batf so viel zugeführt wirb, baß allen Notwendigkeiten entsprochen werden kann. Es ist aber erforderlich, die Kunst des Haushaltens in höherem Maße als bisher zu üben. p.
Die Dritte Reichstteiderkarte
120 Punkte für 16 Monate
Demnächst wird mit bet Ausgabe ber brüten Reichskleiberkarte begonnen werben. Wie schon bisher, wirb es auch diesmal fünf verschiedene Karten geben, unb zwar je eine für Frauen unb Manner, je eine für Mäbchen unb Knaben vom oollenbeten 3. bis sum oollenbeten 15. Lebensjahr unb eine für Kinber im 2. unb 3. Lebensjahr. Alle Karten haben einheitlich 120 Punkte. Die brüte Kleiderkarte gilt vom 1 September 1941 bis zum 31. De- jembet 1942. also für 16 Monate. Außerdem gilt die zweite Kleiderkarte, bie s. Zt um zwei Monate früher als ursprünglich vorgesehen, ausgegeben würbe, noch bis zum 31. August 1942.
Fälligkeitstermine der Punkte
Die brüte Kleiderkarte weist gegenüber der zweiten außer der geringeren Punktzahl unb längeren Laufzeit noch einige anbere Unterschiebe auf. Die Numerierung beginnt nicht bei 1 und geht bts 120, sondern sie beginnt bei 120 und endet bei 1. Der Verbraucher weiß damit jederzeit, wieviel Punkte er noch auf seiner Karte hat. Die Punkte werden wieder zu verschiedenen Zeitpunkten gültig. Erstmals werden 20 Punkte der Frauen-, Mädchen- und Kleinkinderkarte ab 15. Oktober für ben Einkauf frei. 20 Punkte bet Männer- unb Knabenkarte ab 15. November. Die Übrigen Punkte werben jeweils mit 20 Punkten in etwa Viertel- jahrsabstanden für ben Einkauf frei. Bei ben Abschnitten 1 bis 20 ist kein Fälligkeitstermin eingebruckt. Da sich ein Versorgungszeitraum von mehr als einem Jahr im Kriege nicht genau überblicken läßt, werben sie zu gegebener Zeit durch besonderen Aufruf für gültig erklärt.
Punktbewertung im wesentlichen unverändert
Die Punktbewertung ber einzelnen Bekleibungsstücke ist gegenüber ber zweiten Kleiberkarte, von einigen geringfügigen Anbetungen abgesehen, biefelbe geblieben, Ein Anzug z. B. kostet wie bisher 80 Punkte, ein kunstseibenes Kleib 23 Punkte usw. Der Män- nerrointermantel steht jetzt nur noch mit 90 Punkten (gegen vorher 120) „zu Buch". Währenb aber bei bet zweiten Kleiderkarte bie ursprünglich vorgesehene Möglichkeit, den Mantel gegen 120 Punkte frei zu kaufen, wiebet aufgehoben unb butch bie Bezugscheinpflicht ersetzt würbe, kann bei Mantel jetzt für 90 Punkte frei gekauft werden, sobald diese frei finb. (Einige Artikel, bie bisher punttfrei
Das planvolle Vorgehen ber ernähtungspolitischen Führung macht es möglich, auch im brüten Kriegswinter wieberum Bohnenkaffee an bie Bevölkerung abzugeben. Der Reichsminister für Ernährung unb Lanbwirtschaft Hal angeoibnet, baß eine Verteilung von Bohnenkaffee kurz vor Weihnachten unb eine weitere Verteilung im Februar 1942 erfolgt. Alle Versorgungsberechtigten, die bis zum 16. Dezember 1941 bas 18. Lebensjahr vollenbet haben unb bie bei bet für bie 31. Zuteilungsperiobe vorgesehenen Verteilung vor Weihnachten Pohnenkaffee an Stelle von Kaffee-Ersatz beziehen wollen, haben dies bei ben Verteilern bis zum 25. Oktober anzumelben. Diese frühzeitige Anmelbung ist etfotbetli'ch, um bie richtige Verteilung bes Kaffees von ben Votratslagern auf bie Stellen des Bedarfs sicherzustellen. Die genauen Einzelheiten über die Durchführung ber Anmelbung unb ber Verteilung werben von den Ernährungsamtetn örtlich bekanntgegeben werden. Vorherige Anmeldung bei ben Verteilern ist zwecklos und führt zu Doppelatbeit. Da der Kaffee auf einen Abschnitt ber Nährmittelkarte 31 nur gegen Vorzeigung des von dem Verteiler bei der Anmeldung abgestempelten Stammabschnittes bet Nähimütel- kaite 29 abgegeben wirb, ist es erforberlich, baß die Versorgungs- berechtigten, bie Bohnenkaffee beziehen wollen, bie Nährmittel- farte 29 bis dahin aufbewahren, worauf besonders hingewiesen wird.
Vision Leningrad
Auch die „Wiege der Weltrevolution" wird fallen!
Weiße Wolkenballen, deren Ränder ben rotgolbenen Schein der frühen Morgensonne aussaugen, vor tiefblauem Himmel lasten einen schonen Herbsttag erwarten. Schweigenb steigen wir die wenigen hundert Schritte bis zum Gipfel bet bichtbewalbeten Hohe, die wir gestern nacht in einem schwungvollen Ansturm genommen haben, während nur die zuckenden Lichter ber flammenden Häuser Freund unb Feinb unterschieben, Panzergräben, Bunker unb Felbstettungen erkennen ließen. Hunbert Meter nut ist bet Rücken hoch. — aber bas heißt viel in biefem Lanb ber unendlichen Weite, bet unermeßlichen Ebene. Wie weit wirb der Blick von hier reichen?
Noch wenige Schritte, — eine B-Stelle ber Artillerie, und bann klaffen bie hohen Tannen auseinanber, ein natuthaft großer Rahmen für ein Bilb, bas bie. Augen nicht zu fasten, bas bie Sinne nicht zu begreifen vermögen. Viele Kilometer breit und tief dehnt sich zu unseren Füßen bie gewaltige Ebene. Ist sie bebaut oder öde? Gibt es hier Straßen ober Eisenbahnen? Wie- viele Dörfer liegen in unserem Blickselb? Keiner vermöchte es zu sagen, benn wir alle sehen nur bas Eine, sehen am Ranb ber Ebene bie eine Kulisse, bie bieser großen Bühne Sinn gibt, sehen die Silhouette einet Riesenstadt mit weiten Vorstädten unb tau« chenben Schloten, sehen Leningrad!
Es fällt kein Wort: Welches Wort sollte auch das umfasten, was dieser Anblick uns bedeutet? Wit alle wisten, welche wirtschaftliche und strategische Bedeutung diese Stadt für die Sowjets hat, kennen ihre unersetzliche Stellung als Rückhalt der feindlichen Dftjeeflotte, wisten, daß sie schlechthin den Schlüstel für die gesamte Nordposition der Bolschewisten darstellt. Auch der einfachst Denkende vermag zu ermesten, welche Bedeutung diese Stadt aber auch für uns haben wird, begreift sie als ein Angriffsziel allererster Ordnung. Sind es diese fachlichen Erwägungen, die in diesem Augenblick unsere Blicke hinüberbannen, die unsere Pulse stocken lasten unb bieses Bilb als ein unverlierbares Erlebnis in unsere Seele prägen? Nein, es bricht für Augenblicke tiefet aus uns hervor, mit Traumschnelle rollt bas Erleben ber letzten Wochen noch einmal vor bem inneren Auge ab und läßt uns diese Stadt als unser Ziel" erfassen in einer Bedeutung, an der kein anderer Teil haben kann.
700 Kilometer trennen uns von dem Punkt, an dem wir in jenen Sunitagen bes Reiches Grenze nach Osten überschritten. Wieviel bebeuten biese 700 Kilometer Luftlinie für die Truppe, die sie durchkämpfte? Weit in der Ferne und unklar nur empfanden wir damals Leningrad als das Ziel unserer Stoßrichtung, nähet rückte es, als wir mit bem Peipus-See seine erste geographische Vorbutg erreichten zum bannenben Schicksalswort würbe uns sein Name, als wir an bet 2 u g a vor jener stark ausgebauten Sefeftigungslinie lagen, hinter ber bie Sowjets die „heilige Stabt
Ein jugendlicher Dieb schlich sich am Sonntagnachmittag in ein Haus ber Wiesbadener Straße ein, wo er in einem 2aget versuchte, Zubehör von Fahrrädern usw. zu stehlen. Der etwa 16 Jahre alte Junge wurde bemerkt, feftgenommen und ber Pols, zei übergeben.
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Das „W. T." gratuliert. Am 16. Oktober feiert Landwirt Heinrich Ruf, Burgsttaße 31. seinen 82. Geburtstag.
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Freude spenden. Unter diesem Motto stand der Besuch der Sängeroereintgung Erbenheim in einem Wiesbadener Lazarett am Sonntagnachmittag. Unter Leitung seines Dirigenten Feldw E i e tz brachte der Chor eine Anzahl ausge» wählter Volkslieder zu Gehör und fand damit bei den Verwundeten eine dankbare Zuhörerschaft. Vereinsführer K ast würdigte in einer Ansprache die Verdienste unserer tapferen Soldaten, deren vollen Einsatz und Opferbereitschaft wir es zu bauten haben, baß dieser gigantische Kamps aller Zeiten außerhalb unserer Vater- landsgrenze ausgetragen wird.
— Wir gedenken am 15. Oktober: der Einführung des Gregorianischen Kalenders, 1582, durch Papst Gregor X777. — 1758 wurde der Bildhauer Johann Heinrich von Dannecker in Waldenbuch bei Stuttgart geboren, gestorben 1841 in Stuttgart. Seit 1790 Professor der Stuttgarter Saris» atabemie, entwickelte er sich zu einem ber reinsten Vertreter klassizistischer Bilbnerei in Deutschland. Eine Nachbildung seiner Schiller- vuste schmückte burch Jahrzehnte ben Wilhelmsplatz, heute Kaiser- Friebiich-Platz. Die Büste befinbet sich jetzt in der Riehlschule am Zietenring. — 1844 wurde in Röcken bei Lützen der größte deutsche Philosoph bes ausgehenden 19. Jahrhunderts Friedrich Nietzsche geboren, gestorben 1900 in Weimar. — 1852 starb in Freyburg an der Unstrut Turnvater Friedrich Ludwig Jahn, nach dem eine Straße in ber Innenstadt benannt ist. Er wurde im Kreise der deutschen Bewegung bereits um 1800 der Schöpfer und wirksamste Vorkämpfer politischer Volkserziehung. — 1935 wurde in Berlin die 1810 von Scharnhorst gegründete Kriegsakademie wieder eröffnet; sie hatte auf Grund des Versailler Friedensdiktates geschloffen werden müfien.
— SHD. — der Bruder des Selbstschutzes, über diese gemeinnützige kriegsbedingte Organisation berichtet ausführlich in der neuesten Nummer bet „Sirene“ Major Lenzsch, Berlin. Neben diesem anschaulich bebilderten Leitaussatz finden wir eine doppelte Bildseite „Prüfungsfragen im praktischen Selbstschutz". Ferner enthält das Heft Bildberichte: „So hilft man sich im Spreewald", „Aus dem Geiste ber RLP.-Kamerad schäft", sowie die ständigen Seiten „Die RLB.-Eruppen berichten", „Das Präsidium des RLB. teilt mit“ und „Wir wissen Rat". Auch das Gedicht „Dringende Bitte“ verdient Beachtung, es weist nämlich darauf hin, daß die Eimer mit reinem Sand, die gut Btandbombenbekämpfung unerläßlich find, nicht gedankenlos mit Mülltonnen verwechselt werden. e.
— Wissenswertes aus dem Alltag. Der Verband deutscher Vereine für Volkskunde hatte bereits im Weltkrieg eine Sammlung bet Soldatensprache burchgeführt. Eine Kommiffion zur Sammlung ber beutschen Solbatenfptadje würbe in München errichtet, bie feit einem Iahte arbeitet unb bereits große Erfolge verzeichnen kann. — Für schwartenfreien Rückenspeck darf kein höherer Preis als für Rückenspeck mit Schwarte genommen werben. — Weiblichen Dienstverpflichteten kann vom Arbeitsamt zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Lage ein Trennungszuschlag bis zu 10.50 RM wöchentlich gewährt werden, wenn sie infolge der Dienstleistung unter Ortswechsel außerhalb einer Haushaltsgemeinschast mit Angehörigen leben müssen, bie in Form gemeinsamen Haushaltsführung bisher tatsächlich für sie ge- sorgt haben.
— Hören 61« am Donnerstag! Meinharb von Z a 11 i n g e t dirigiert im großdeutschen Rundfunk von 16.00—17.00 Uhr ein Opernkonzert. „Das glückhafte Schiff" mit den schönsten Seemannsliedern und -weisen wird von 17.25—18.25 Uhr gesendet. Die „Musik zur Dämmerstunde" von 18.00—19.00 Uhr (Deutsch- landsender) bringt Werke von Schubert, Schumann, Spohr unb Heger. Von 20.20—20.50 Uhr hören wir „Vertraute Klänge". „So rtingts bei uns in Wien" von 21.10—22.00 Uhr.
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Schiffsjungen und Berufsschule. Zur Erfüllung der Berufsschulpflicht in der Binnenschiffahrt werden die Schiffsiungen in Heimen zusammengefaßt. Für das Stromgebiet des R h e i n e s ist die Schisfsberufsfchule in Miltenberg am Main mit Schiffs- jungenheim zuständig.
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Das „W. T." gratuliert. Am 16. Oktober begehen die Ehe- leute Maschinenschlosser Willi Beckmann und Frau Emilie, ge« bereue Neutzerling, Rheinstraße 26, das Fest ihrer silbernen
