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Wiesbadener Tagblatt

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Druck und Verlag: L. TcheUevverg'sche Buchdruckerei, Langgasse Nr. 21 (Tagblatt-Hans)

89. Jahrgang

Mittwoch, 15. Oktober 1941

Nummer 242

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Engländer bombardieren Schweizer Dorf

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as. Berlin, 15. Okt. Hätte es noch eines Beweises da­für bedurft, daß die sowjetische Kriegsmaschine, die größte Kriegsmaschine der Welt, gründlich zerschlagen genannte Zahl der (Befangenen würde den Be

wt. Der deutsche Infanterist, dem der Führer seiner letzten Rede das höchste Lob gespendet hat. besteht den harten Kämpfen gegen den Bolschewismus seine

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Panama-Flagge Packpapier für Konterbandewaren

Der Eriks Roosevelts und des Wallst reet-Kapitals nach der Weltherrschaft

Weit über 3 Millionen Gefangene

Die Vernichtung der eingeschlossenen bolschewistischen Armeen bei Brjansk und Wjasma

Londoner Trauergesänge zum Ende der Sowjets

In Washington zweifelt niemand mehr am Zusammenbruch des Bolschewismus

Kein Hindernis vermag unsere Infanterie aufzuhalten

Stoßtrupps knacken Bunker modernster Bauart

Wiegand, daß die Niederlage des Bolschewismus bevor­steht. Über dem Verhandlungsraum im Kreml, wo die kapitalistisch-bolschewistische Dreimächte-Konferenz tagte, habe das Wortzu svät" gestanden. London stehe im Be­griff, seinen letzten Bundesgenossen auf dem Kontinent zu verlieren. Der USA.-Abgeordnete Sulec fügt laut Asso­ciated Preß hinzu, in Washington bezweifle niemand, daß die Sowjetunion völlig zusammenbrechen werde. London dürfte sich also auch weiterhin auf seine Trauergesänge be­schränken und dieungeduldigen" Tommies werden bis zum St. Nimmerleinstag warten müssen.

g u n g aus. Das müssen die Divisionen Woroschilows, die in Leningrad eingeschlossen sind, täglich am eigenen Leibe erleben. Sie reiben ihre Kräfte in ausfichtlosen, vergeb­lichen Ausbruchsversuchen auf. Immer wieder setzen sie zum Angriff an und erleiden dabei schwerste Ver­luste an Menschen und Material. Gefangene berichten, daß bei einem Durchbruchsversuch von 160 Mann einer Sowjet­kompanie nur sechs lebend zurückkehrten. An einer Stelle der Front blieben von 800 eingesetzten Matrosen, deren Schiffe durch das Feuer der deutschen Artillerie vernichtet wurden.über 600 tot oder verwundet vor den deutschen Linien liegen. Während so die Sowiettruppen aufgerieben werden, hämmert die deutsche Artillerie ohne Unterbrechung auf die militärischen Anlagen und die Versorgungsbetriebe der eingeschlossenen Stadt. Wirksam unterstützt von Kampf­flugzeugen. die allein in einer der letzten Nächte mehrere tausend Kilogramm Spreng- und Brandbomben bei guter Erdsicht abwarsen. Gleichzeitig versuchten die Bolschewisten von außen her durch erbittert geführte Angriffe den eisernen Ring zu sprengen. Alle diese Vorstöße wurden von den deutschen Truppen in Gegenangriffen zurückgeschlagen. In zahlreichen Fällen konnte bereits die deutsche Artillerie die bolschewistischen Bereitstellungen, bevor Re sich zum Angriff zu entwickeln vermochten, vernichten.

Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden in den letzten Tagen weitere bolschewistische Kräfte eingeschlossen. Sie werden aufgerieben. Starke Verbände der deut­schen Luftwaffe griffen in die Erdkämpfe ein. Bunker, Panzer und Geschützstellungen wurden vernichtet. Kampf-, Sturzkamps- und Jagdflugzeuge bekämpften mit Bomben und Bordwaffen, zum Teil aus niedrigster Höhe, sowjetische Truvvenansammlungen. fahrende Kolonnen und Eisenbahnlinien. 16 Bahnhöfe wurden schwer getroffen, vier Züge vernichtet, weitere 19 beschädigt und über 300 Kraft­fahrzeuge völlig zerstört. Die Menschen- und Materialver­luste des Gegners, der sich sehr oft nicht mehr von den Straßen in das schützende Gelände zu retten vermochte, und außerordentlich .hoch.

wt. Der Imperialismus Roosevelts nimmt so brutale Formen an. daß man auch dort, wo die jüdisch- plutokratische Propaganda schon seit Monaten am Werke ist. einzusehen beginnt, daß nicht die Achsenmächte-die Angreifer sind, sondern das Wallstreet-Kapital. Der Putsch in Panama hat auch den Leichtgläubigen in Südamerika die Augen geöffnet. Die Weigerung des Präsidenten Arias, fa schreibt ein führendes argentinisches Blatt, die Panamaflagge als Packpapier für Konter­bandewaren herzugeben, habe ihm eine Stirne einge­tragen, welche von der weltbekannten Pankee-Heuchelei Staatsstreich" genannt werde... Den einzigen Vorwurf ben man dem Präsidenten machen könne, sei. daß er versucht habe, die Oberhoheit feines Landes wenigstens äußerlich aufrecht zu erhalten. Aber selbst dieser bescheidene Anspruch habe ihm den Unwillen des Weißen Hauses eingetragen. Die Wall­street-Bankiers duldeten nicht länger, daß die Staatsfübrung in den ibero-amerikanischen Nationen von traditioneller Wurde und von dem Streben nach Freiheit getragen werde. Diese Feststellungen stnd eindeutig und bestätigen, daß Roosevelt der größte Aggressor der Welt ist. Daß er

wt. Der britische Rundfunk begleitet den Todeskampf der Bolschewisten mit wehmütigen und sentimentalen Trauergesängen.Faßt ein Herz', so funkt Radio London zum Kreml hinüber,Bewohner Moskaus: denn ieder Ar­beiter in England arbeitet heute nur noch für euren Steg und jeder Soldat in England wartet nur darauf, feinen Platz an eurer Seite entnehmen zu können . Sßem .steigt da nicht ein Gefühl der Rührung auf. ob soviel eimatz- bereiterWaffenkameradschaft". Und wir haben die Eng­länder immer für kühle Rechner und kaltschnäuzige Real­politiker gehalten! Wenn man der britischen Lügenpropa­ganda glauben könnte, bann wäre die Wartezeit für die Tommies schon vorüber, denn angeblich sollen tn Archangelsk 40 000 Briten gelandet worden sein. In einem zweiten Hafen derselben Gegend wurden angeblich kanadische Truppen ausgeschifft. Ganz New Bork wurde von einem Taumel der Begeisterung ersaßt. Nach so­viel Mauloffensive, endlich eine britische Tat! Aber der Rausch war schnell verflogen. Die amtlichen amerikanischen Kreise mußten den Neugierigen, die etwas Näheres über das britische Expeditionskorps und seine Pläne erfahren woll­ten, mitteilen, daß London die T r u v p e n l a n d u n g nicht bestätigen könne. USA.-Presse und Rundfunk taten bann plötzlich so, als ob sie überhaupt nichts über diese Sache gemeldet hätten und wenn es schon wahr wäre, tarne der Landung doch keine strategische Be­deutung zu. Das Ganz« war also wieder einmal ein Bluff und der britische Minister Ereenwood. dem man vorhielt, er habe am 12. Oktober gesagt. Großbritannien werbe von seinen Materfalreserven unb von seinen Mann- sckaften solange abgeben, bis es für England fühlbar werde, stellt mit Entrüstung fest, daß it nur von Materialreserven gesprochen habe. Der Einsatz englischer Truppen kommt also nicht in Frage. Auf den Schlachtfeldern mögen sich die ver­bluten, die dumm genug waren, auf englische Versprechun­gen und Vorspiegelungen hereinzufallen. Man weiß in Lon­don ganz genau, daß die Sowjets nicht mehr zu retten stnd. Warum in dieses verlorene Geschäft noch mehr htn- einstecken. als nötig ist, um den äußeren Schein zu roa6i*n. Bestätigt doch auch der amerikanische Korrespondent von

Diese Entscheidung kann durch nichts mehr revidiert werden. Wenn die Engländer heute große Märchen von Truppenlandungen in Archangelsk erzählen, io hat das nur den einen Zweck, die Stimmung in Moskau zu beleben. Selbst in den USA. hält man die englischen An­gaben. die von 40 000 Mann sprechen, für einen Agitations- schwindel. Wenn es wirklich den Engländern gelingen sollte, einige hundert ober auch einige tausend Mann irgend­wo an der sowjetischen Eismeerküste zu landen undwenn eben selbst diese Truppen in ben Kampf eingreifen wurden, so wäre das eine sehr nebensächliche A n g e I eben­ste i t. Im übrigen aber tun die Sowjets gut, sich einmal bei den Griechen, den Franzosen und den Norwegern nach den Erfahrungen zu erkundigen, die diese Völker mit briti­schen Expeditionskorps machten. Die Nachrichten über eng­lische Truppenlandungen in oder bei Archangelsk stnd ebenio ein Agftationsmanöver zur £>ehung bet Stimmung in Mos­kau, wie die Rooseveltschen Erzählungen von den großen Mengen amerikanischen Rüstungsmaterials. die nach Sowjet­rußland abgehen lwohl gemerkt abgehen, nicht etwa an- tommen, davon spricht selbst Roosevelt nicht).

härteste Leistungsvrobe. Schon mehrfach wiesen wir darauf hin, daß einzelne Formationen an einem ein­zigen Tage 90 und mehr Kilometer kämpfend und mar­schierend zurückgelegt haben. Auf Wegen, die diesen Namen nach unseren Begriffen überhaupt nicht verdienen. Auch die stärksten Befestigungsanlagen bilden kein Hindernis für sein ungestümes Vorwärtsdringen. Der Kampfbericht einer Diviston gibt dafür wieder überzeugende Belege. Im Raume von Rawa Ruska wurden durch ge­mischte Stoßtrupps von Infanteristen und Pionieren ins­gesamt 34 Bunker modernster Bauart außer Ge­fecht gesetzt. Diese Bunker waren zwei- und dreistöckig, durch Panzerkuppeln verstärkt und mit Maschinengewehren und Kanonen außerordentlich stark bestückt. Dabei kämpften bft Besatzungen verbissen bis zur Sprengung der Befestigungs- Werke. Dem Schneid und dem Angriffsgeist der deutschen Infanterie stnd die Sowjetarmeen, trotz ihrer sturen, fata­listischen Todesbereitschaft nicht gewachsen.

Ebenso ungestüm wie der deutsche Musketier in der Offensive ist, so zäh und eisern hält er in der Verteidi-

Angesichts der trostlofen Lage der Sowjets hielt,es selbst der sonst ko redselige Herr Churchill für gut, sich über die Situation in der Sowjetunion auszuschweigen. Auf eine Anfrage im Unterhaus lehnte es Churchill ab. sich ausführ­lich über das zu äußern, was sich im Osten vollzieht.Eine Erklärung über die dortige Lage sollten wir dem sowjetischen Oberkommando überlasten. Ich glaube, so fuhr Churchill fort,es kommt mir nicht zu, über die amtlichen sowjetischen Berichte hinaus in diesem Zeit­punkt etwas zu erklären." Ebenso wenig wunitbte Churchill eine Debatte über dieses Thema, da eine solche Aussprache im gegenwärtigen Augenblick nur schädlich sein könne. Der Arbeitsminister B e v i n unterstützte die Ausführungen seines hohen Chefs, konnte sich aber nicht enthalten »u äußern, daß er es für schädlich und unklug gehalten habe zu erklären, England sei zu einer Offensive im Westen Europas nicht in der Lage. Damit habe man dem Feind zu verstehen gegeben, daß et im Westen nicht angegriffen werben würbe. Diese Worte Benins richteten sich gegen Lord Halifax, der als Botschafter in den USA. bekanntlich eine derartige Erklärung ab gab. Churchill bedauerte zwar diesen Angrin aufeinen Mann mit hoher Million im Ausland", doch sprechen mancherlei Anzeichen dafür, daß Senin durchaus im Einverständnis tuit seinem Chef vorging, ist doch schon seit einiger Zeit festzustellen, daß Churchill einen oun> denbock sucht, der in die Wüste geschickt werben soll, um auf diese Weise die Krittler zu beruhigen und daß dieser Blitzableiter und Sündenbock der fromme Lord Halifax sein wird.

Der OKW.-Bericht von heute

Aus dem Sübrerbauptquartier. 15. Okt. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, sind die im Raum von Wjasma eingeschlollenen Kräfte des Gegners nunmehr endgültig vernichtet. Auch in dem Kelle! Sri auf! schreitet die Auslösung des Feindes unaufhaltsam fort. Die Gefangenenzahl aus dieser gewaltigen Doppelschlacht ist auf über 500 000 augewachsen und ist noch ständig tm Steigen. _ ,

Die Gesamtzahl der seit Beginn des Ostfeldzuges entge= brachten sowjetrullischeu Gefangenen hat schon letzt die Hobe von 3 Millionen weit Überschritten.

Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 15. Oktober kriegswichtige Einrichtungen in Moskau an. -on webrwirt« schaftlichen Anlagen entstanden mehrere Brände.

Bor Gibraltar wurde ein britischer Zerstörer durch ein Unterseeboot versenkt.

Die britische Luftwaffe flog in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften in Wett- und Suddeutschland ein. Durch Abwurf von Spreng- und Brandbomben entstand tn verschiedenen Orten geringer Schaden.

Sechs britische Flugzeuge wurden abgefahren.

sein Ziel bisher ohne Anwendung von Waffengewalt, durch wirtschaftlichen und politischen Druck zu erreichen suchte, ändert nichts daran, daß er die Weltherrschaft a n - strebt. Belege dafür bieten auch die Verhandlungen, die der Vertreter der USA.-Regieung tn Tschungking führt. Washington gewährt Tschiangkaischek neue Anleihen unb verlangt dafür ein langfristiges Monopol für die Aus­beutung der wichtigsten Bodenschätze Chinas, in erster Linie der Wolfram- und Zinnvorkommen. In der Not frißt der Teufel fliegen! So geht es auch dem chinesischen Marschall, der dabei völlig übersieht, daß et die Freiheit seines Landes, die er angeblich gegen Japan verteidigt, den Amerikanern in die Hände spielt. Die wirtschaftliche Ab­hängigkeit ist genau so schwerwiegend, wie die politische, ja sie hat die letztere zwangsläufig zur Folge. Tokio sucht einen autarken, in Frieden unb Wohlstand lebenden ostasiatischen Raum zu schaffen. Die USA. aber verfolgen nur imperia­listische Ziele, lallen sich allein von dem Streben nach der Weltherrschaft leiten sind raumfremd und ein ewiger Störenfried. Tschiangkaischek ist hier im wahrsten Sinne des Wortes vom Regen in die Traufe geraten.

. Bern, 14. Okt. Wiederum haben englische Flieger be­wiesen, daß sie die Neutralität der Schweiz nicht im geringjten a<6ten. Nach Schweizer amtlichen Mit­teilungen haben Flugzeuge in der Nacht zum Montag auf das Dorf Buwil im Kanton Thurgau Bomben abge­worfen. Die Untersuchung ergab, daß die Bomben englische Herkunft waren. DreiPc.s......__ .....

vier verletzt. Ein Haus ist völlig zerstört worden.

Wjasma-Brjansk

Die größte Vernichtungsschlacht der Weltgeschichte (Von unserem militärischen Mitarbeiter)

Am 23. August 1914 begann die Schlacht von Tanne n- berg. Die russische Nord-Westfront stand mit 485 000 Mann gegen die 173 000 Mann zählende deutsche Ostfront. In der achttägigen Schlacht bei Tannenberg kämpften 153 000 Deutsche gegen 191000 Russen. Die Deutschen waren zum Teil unzureichend ausgerüstete Landwehrmänner und nicht mobile Ersatztruppen. Sie standen gegenüber russischer Garderegimentern. Trotzdem endete diese Schlacht mit her russischen Niederlage, weil die russische Führung es nicht verstand, die mehr als doppelte Übermacht auszunutzen. Tannenberg war bis dahin die größte Einkreisungsschlacht, nicht nur des Weltkrieges, sondern bet Weltgeschichte über­haupt.

Diese Erinnerungen sind nötig, um einen Begriff von der Größe der Einkreisungs- und Vernichtungsschlacht zu geben, die jetzt geschlagen ist. Nach Schätzungen aus dem Fiihrer-Haupfauartier bestauben bie Armeen bes Marschalls Timoschenko aus etwa 60 Divisionen, bas sind 1,2 Mil« lionen Mann. Noch bebeutfamer ist aber eine andere Zahl aus bem Bericht bes Öbetiommanbos der Wehrmacht: Die Länge bei Durchbruchsfront bettug 500, Kilometer. Das kommt etwa gleich bei Stiecke von Beilin nach Kattowitz. (Inzwischen hat sie sich auf 1200 Kilometer verbreitert. Schriftleitung.)

Wie sich inzwischen die Eroßenverhaltmlle gewandelt haben unb wie weltgeschichtlich entscheidend dieser Ostfeld­zug ist, bas zeigt sich aber auch, wenn man noch weiter zurückgreift unb an eine Schlacht erinnert, bie auf bem gegenwärtigen Schlachtselbe einstmals im Jahre 1812 ge­schlagen würbe. Am 7. September 1812 begann bei Vorobino an bei Kaloischa, einem Nebmtfluß bei Moskwa, eine gioße Schlacht, bie bie NullenSchlacht bei Boiobino", bie FianzosenSchlacht an bei Moskwa' nennen. Hiei hatte nach ben Schlachten bei Smolensk unb Lubina bei lussische Heeifühiei Kutusow, um bem Feind den Weg nach Moskau zu oeifaetten, Stellung genommen unb Ver­schanzungen aufgeworfen. An biefem Tage standen sich 104 000 Nullen mit 637 Geschützen unter Kutusows Ober­befehl unb 124 000 Franzosen mit 587 Geschützen gegen­über Am Abend hatten bie Franzosen den größten Teil bes Schlachtfelbes inne, doch konnten sich bie Nullen unver­folgt, in guter Orbnung zurückziehen.. 28 000 Franzosen und 44 000 Nullen blieben in diesem Kampf.

Das damalige Schlachtfeld war ja nur ein Miniaiur- schlachtfeld, wenn man es in Vergleich, zu den ^heutigen Riesenräumen setzt. Diese Räume ober sind für unsere Heerfiihrung nicht Gesahrenauellen. sondern erst die Be­wegung der Truppen in solchen Räumen bietet überhaupt bie Möglichkeit, Einkesselungen größten Formats vorzu- nehmen.

Daß es sich babei um gigantische Ausmaße Han- beit, beweist schon bie Länge der Angriffsfront. Es muß aber weiter darauf bingewiefen werden, daß die Entfer­nung z.V. zwischen Moskau und Charkow etwa der Ent­fernung zwischen Wien und Hamburg entspricht. Das be­leuchtet bie Schwierigkeiten, bie hier überwältigt werden müllen. Sie sind nur zu bewältigen, weil die Truppen ihr letztes hergegeben haben. Was unsere Infanteristen leisten, bas geht ja aus einer kürzlich bekannt geworbenen Tat­sache hervor, baß eine Jnfanteriebivision innerhalb von 24 Stunden eine Strecke von 90 Kilometer kämpfend und mar­schierend zurücklegte. Dieser Marsch ging aber nicht auf guten Straßen vorwärts, sondern er führte zum allergröß­ten Teil durch Moore, Wälder und wegloses Gelände.

Die ungeheure Leistung unserer Führung, unseres Eeneralstabes und unserer kämpfenden Truppen ist aber auch weiter erkennbar aus der Tatsache, daß die größte

Kriegsmaschine der Welt, gründlich zerschlagen ist, bie letzt genannte Zahl bei Gefangenen wüibe den Beweis erbracht haben. Man muß sich einmal not Augen halten, daß, mit drei Millionen eingebrachter bolschewisti­scher Gefangener, nach noch nicht einmal vier Mo­naten Krieg im Osten, die großen Zahlen des Welt­krieges weit überschritten sind. Damals betrug die Gesamtzahl aller von den deutschen Truppen, tn den Jahren 1914 bis 1918 eingebrachten Kriegsgefangenen 2 520 983, die Zahl bei kriegsgefangenen Russen 1434 529, also weniger als die Hälfte der bisher gezählten bolschewisti­schen (Befangenen. Zu diesen ungeheuren Gefangenenzahlen muß man noch die blutigen Verluste htnzurechnen. bie bie Sowjets erlitten. Niemand kann bann bezweifeln, bau bie Hauptmasse der ausgebildeten sowjetischen Truppen auf­gezehrt. was auch durch die Tatsache bestätigt wird. daN die Sowjets jetzt schnell herangefahrte Reserven von sehr ver­schiedenem Kampfwert in die Schlacht werfen. Die einstige bolschewistische Kriegsmaschine existtert heute weder mehr als Slnariffstraft noch als moderne Verteidigungskraft. Die Entscheidung im Osten ist gefallen.

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