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Wiesbadener Tagblatt

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Nummer 199

Dienstag, 26. August 1941

89. Jahrgang

Der Schah gibt Befehl zu bewaffnetem Widerstand

Ali Mansur berichtet dem iranischen Parlament

der um

am er»

nicht gerechtfertigt werden könne. Bei dem Einmarsch Bolschewisten und Engländer handele es sich vielmehr einen völlig unbegründeten Überfall.

Sowjettruppen überschritten

wt. Am Montagabend gab der Moskauer Nach- richtendienst den brutalen Überfall auf den neutralen Iran bekannt. Er teilte mit, daß die Regierung in Teheran die Sowjet-Forderungen abgelehnt habe und daß die sowjetischen Truppen daraufhin den Befehl erhielten, in den Iran einzumarschieren. Wie der Moskauer Nachrichtendienst weiter berichtet, überreichte der britische Gesandte eine unge­fähr gleichlautende Note, in der der Beschluß der englischen Regierung, Truppen in das Territorium des Iran einrücken zu lassen, mitgeteilt wurde. Auch das englische Reuter- b ü r o gab den britisch-sowjetischen Überfall amtlich bekannt.

an zwei Stellen die Grenze

zipien" verstehen. England sagedeutsche Gefahr", so schreibt die spanische ZeitungJnformaciones", und meine das Petroleum.des Iran. Die Sympathie der anständigen Welt gehöre dem Iran. Der britische Erfolg werde nur ein scheinbarer sein, an dessen Ende der Sieg des neuen Europa stehe.

Planmäßig und erfolgreich

Militärische Anlagen in England bombardiert 6000 BRT. Frachter versenkt Stukas zerstören Safeneinrichtungen in Tobruk Sieben Britenflugzeuge abgekchossen

Aus dem Führer-Hauptquartier, 26. Aug. (Funk­meldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Operationen derlaufeu an der gesamten Ostfront planmäßig und erfolgreich.

An der britischen Ostküfte wurden am gestrigen Tage militärische Anlagen bombardiert. In der vergangenen Rächt versenkten Kampfflugzeuge im St. Georgs-Kanal aus einem Eeleitzug heraus einen Frachter von 8000 BRT.

In Rordafrika griffen deutsche Sturzkampfflugzeuge am 24. August und in der Nacht zum 25. August den Hafen von Tobruk an. Durch Bolltreffer schweren Kalibers wur­den Hafeueinrichtungen zerstört, ein gröberes Handelsschiff beschädigt und britische Flakbatterien zum Schweigen ge­bracht.

Britische Flugzeuge griffen in der letzten Nacht das west- und südwe st deutsche Reichsgebiet an, ohne nennenswerte Wirkung zu erzielen.Flakartillerie schob sieben der angreifenden Bomber ab.

Eine gemeine Schurkerei

Französisches Blatt prangert die niederträchtige Hunger­blockade der Engländer gegen Dschibuti an

Tanger, 25. Aug.Die Blockade von Dschibuti ist eine gemeine Schurkerei der Engländer", schreibt die in Casablanca erscheinende ZeitungLe Petit Marocain" in einem Leitartikel.Die Handlungsweise der Engländer gegenüber Französtsch-Somaliland", so fährt das Blatt fort, darf uns indessen nicht überraschen. Sie ist logisch und be­weist. dah die Briten die Lektion, die ihnen in Syrien er­teilt wurde, beherzigt haben und es nicht wagen, Dschibuti zu überfallen. Ohne Zweifel würde in Somaliland ebenso wie in Syrien die zahlenmäbige Überlegenheit der Briten unsere schwachen Truppen erdrücken. Aber um' welchen Preis? Die Engländer ziehen daher die bequemere Waffe der Blockade vor. die sie im Roten Meer leichter an­wenden können als im Atlantischen Ozean. Nichts kann die infame Absicht rechtfertigen, eine französische Kolonie, die der englischen Sache keinerlei Vorteile bringen kann, dem Hungertode vreiszugeben. Aber der britische Hochmut will Frankreich eine neue Niederlage erleiden lasten und eine neue Kapitulation erpressen. Mit diesen Schurkereien und Schikanen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben, will ein Volk, das seiner selbst nicht mehr sicher ist, der Welt Furcht vor seinem Namen einslöben.

Nach Meldungen aus Teheran stoben die Sowjets an zwei Stellen vor, nämlich längs der Bahn Naschitschewan Täbris in Richtung Täbris. Zum andern,bei Astara, der Küste des Kaspischen Meeres entlang nach Süden und auch nach Westen auf Ä r d e b i l zu. Sowjetflugzeuge griffen in den frühen Morgenstunden des Montags die Stadt Täbris an. Unter anderem wurden der Flugplatz sowie die Kasernen mit Bomben belegt. Die Wirkung war gering. Es werden einige Tote und Verwundete gemeldet.

Der Teheraner Rundfunk verbreitete eine Prokla­mation des Schahs an die iranische Bevölkerung und den Befehl an die iranische Armee, dem sowjetischen und britischen Einmarsch be­waffneten Widerstand entgegenzusetzen. Der iranische Botschafter in Ankara weist daraufhin, dab der Überfall mit dem Punkt 6 des sowjetisch-persischen Vertrages

Truppeueiumarsch erfolgte schon vor Überreichung des

Istanbul, 26. Aug. (Funkmeldung.) Wie der Rundfunk Teheran am Montagabend meldet, har der iranische Minister­präsident Ali M a n! u r in einer Auherordentlichen Sitzung des iranischen Parlaments folgende Ansprache an die Ver­treter des iranischen Volkes gerichtet: . . .

Sie wissen alle, dab zu Beginn des retzigen Krieges die iranische Regierung in Übereinstimmung mit den Wünschen des Schah die strengste Neutralität.des Landes er­klärt batte. Diese Politik wurde im vollen Sinne des Wortes und nach unserem besten Vermögen durchgeführt. Wir ver- iolgten die Politik freundschaftlicher und herzlicher Beziehun­gen mit allen Ländern, die mit dem Iran in Berührung kom­men. vor allem mit unseren Nachbarn. Trotzdem stellte die britische Regierung im Einverständnis mit der sowjetischen Regierung ein Ultimatum, worin sie den Iran aufforderte. die Mehrzahl der im Lande an­sässigen Deutschen auszuweisen. Die iranische Regierung versicherte diesen Regierungen, dah das Iran über jede Bewegung der gesamten Ausländer im Lande wache, und dah keine Gefahraus der geringen Anzahl von Deutschen entstehen könnte. Mit der Absicht. Eng­land und die Sowjetunion zu beschwichtigen, unternahm die iranische Regierung sogar geeignete Schritte, die Zahl der Deutschen im Lande zu beschranken und tot ihr möglichstes.

ra. Berlin, 26. Aug. (Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Britische und sowjetische Truppen haben den Iran überfallen, sowietische Flugzeuge Täbris bombardiert. Eines jener Länder im Nahen Osten, das in der Zeit seit dem Weltkrieg einen sehr bemerkenswerten Aufschwung genommen hat, ist mit diesem Gewaltstreich, den London und Moskau gemeinsam vorbereitet haben, in den f^rieg hineingezogen worden. Die englische und die somatische Regierung haben, wie man weih, seit einigen Wochen auf dieses Ziel hingearbeitet. Es begann mit Auf­forderungen und Drohungen an die Regierung in Teheran: Im Lande seien zuviele deutsche Ingenieure, Techniker und Wissenschaftler. England müsse befürchten, dab sich hier eine »Fünfte Kolonne" Deutschlands gebildet habe. Von Woche zu Woche, von Tag zu Tag, wurden die englischen und d,e sowjetischen diplomatischen Schritte drohender. Die iranische Regierung stellte fest, dah die Zahl der Deutschen sich seit Kriegsausbruch vermindert habe. Sie stellte weiter fest, dab sie allein Richter darüber sein könne, ob dem Iran irgend eine Gefahr von Deutschland drohe. In London und tnz Moskau erklärte man diese Antwort als unzureichend und schickte eine neue Note mit dem Verlangen der sofor­tigen Ausweisung aller Deutschen. Man tat in England ein übriges und suchte einen iranisch-sowjetischen Vertrag vom Jahre 1921 heraus, der ein Alibi für einen Gewaltstreich abgeben sollte. Damals vereinbarten Iran und die Sowjetunion, dab die Sowjets das Recht haben sollten, im Iran einzumarschieren, falls Übergriffe dritter Staaten, die Rußland gefährlich werden könnten, von der iranischen Wehrmacht allein nicht abge­wehrt werden könnten. Der Sinn des Vertrages und seiner späteren Verlängerung im Jahre 1929 war ein Schutz Moskaus vor etwaigen gegenrevolutionären, antibolsche­wistischen Unternehmungen, die vom Iran aus gestartet wer­den könnten. Seinerzeit dachte man bei der Abfassung dieser Klauseln des Vertrages in allererster Linie an Eng­land. Moskau hat deshalb im jetzigen Augenblick an diesen Vertrag überhaupt nicht gedacht. Aber in London grub man ibn aus und machte in Moskau dafür Propaganda, dah man mit einer kleinen Sinnverdrehung diesen Ver­trag jetzt ausNLtzen könne. Bei der Begründung des Über­falls auf den Iran ist die englische Presse nun allerdings recht unvorsichtig. Sie verrät, welche tieferen Gründe bei diesem Gewaltakt eine Rolle spielen. DieTimes", um ein Beispiel zu erwähnen, spricht davon, dab im Falle einer deutschen Aktion gegen die Schwarzmeerküstedie russische Ölleitung, die über den Transkaukasus führt, sowie vor allem die Ölfelder der englisch-iranischen Ölkomvanie gefähr­det" sein würden. Das Blatt verrät weitergehende englische Beweggründe, wenn es in Erinnerung ruft, dah jbie ira-

Der iranische Gesandte in Washington begab sich Montag sofori zu Sumner Welles. Anschließend klärte er Pressevertretern, dah er Welles die Lage. rmJran klargelegt und daß er betont habe, dah sein Land ein offenes Spiel gespielt habe. Die Behauptung über eine große Zahl von Deutschen im Iran sei nur der Vorwand für den Überfall gewesen. In Iran, der stets freundschaftliche Be­ziehungen zu seinen Nachbarn gepflegt habe, gäbe es kerne deutschen Agenten.

.Man kann wirklich gespannt sein", so schreibt Eayda imEiornale d'Jtalia".auf die Stellungnahme Roosevelts und seiner Kriegstreiher, die den Mund täglich so voll Phrasen über die Notwendigkeit der Verteidigung neutraler, kleiner Völker nehmen. Der Überfall auf den Iran sei ein neues Dementi desguten Willens" der beiden Verfasser derPotomac-Erklärung". Der Überfall stelle den Ausfluh einer aggressiven und imperialisti­schen Gewaltpolitik dar. die kalt und vorsetzlich auf Eroberung ausgehe. Es handelt sich, so schreibt...Secolo Sera um eine der typischen Aggressionen im stillschweigenden zynischen Einvernehmen mit der Roosevelt-Eruvve. Wieder einmal erhält die Welt damit eine Lektion darüber, was Bitten und Nordamerikaner unterdemokratischen Prm-

nische Regierung auch in neuerer Zeit Ansprüche auf Vie Bahrein-Znseln erhoben hat", die sich jetzt im Besitze Englands befinden und die durch ihre Lag? im iranischen Eon tur England sehr wichtig sind. Was spielen gegenüber diesen tieferen Beweggründen der britischen Politik die vor­geschobenen Anlässe einer angeblichen Gefährdung des Irans ML flitsche Fachleute oder deutsche Touristen für eine Rolle! Mchrto ist allein, wie ein Schweizer Blatt in diesen Tagen feststellte, dah dersich rote ein Keil zwischen den Iran und Transkaukasien oorschiebende persische Westen eine direkte Huhlungnabme der britisch-sowjetischen Armeen verhindert". Wichtig ist also eine rein strategische Erwägung, die Rücksicht auf die Interessen der englisch-iranischen Öl­komvanie und auf Englands Bestreben, den unrechtmäßigen Besitz der Bahrein-Inseln zu sichern. Das sind für England Grunde genug, um einen Überfall auf ein weiteres Land zu rechtfertigen, nachdem es in ganz ähnlicher Weise im Irak und in Syrien verfahren ist, und es beweist die ganze Hinterhältigkeit britischer Politik, daß dieser Überfall auf Iran an dem gleichen Tage verübt wurde, an dem Churchill mit hochtönenden Phrasen den angelsächsischen Weltherrschaftsanspruch im Zeichen derFürsorge für die werktätigen Massen der Welt" verkündete.

Der Iran im Spiel der Mächte

Von Wilhelm Ackermann.

Der Iran, welchen Namen das frühere Persien seit der nationalen Erhebung unter dem jetzigen Herrscher Resa Schab Pahlewi führt, stellt mit seinen rund 1,6 Millionen Quadratkilometer und 15 Millionen Einwohnern ein wasser­armes Hochplateau mit Randgebirgen dar. von dem nur etwas über ein Drittel, hauptsächlich an den Abhängen dieser Randgebirge kulturfäbigen Boden aufweist, während der Rest sich auf Wald, Karstgebirge und SalzwLste verteilt. Die Existenzgrundlage der Bevölkerung ist in der Hauptsache die bäuerliche Wirtschaft, die auch auf dem Großgrundbesitz im Pachtverhältnis vorherrscht. Die verhältnismäßige Armut des Landes hat nicht verhindern können, daß es seit über einem Jahrhundert Gegenstand des Interesses seiner Nach­barn war. Rußland schwebte dabei über persischen Boden die Erreichung eines Ausganges zum Ozean am Persischen Golf vor, England die machtmäßige Erweiterung seines Vorfeldes zum Schutze Indiens gegen etwaige russische Be­gehrlichkeiten. 1826 machte Rußland den Anfang mit der Amputation persischen Gebietes, indem es die Abtretung der kaukasischen Provinzen Derbet. Baku. Georgien und des persischen Armeniens erzwang. Drei Jahrzehnte später gin­gen auch die östlichen Provinzen an die unter englischem Einfluß stehenden Nachbarstaaten Afghanistan und Belud- schistan verloren. Die seit der Mitte des 18. Jahrhunderts herrschende Dynastie der Kadscharen verstand es nicht, diesem Verfall des Reiches zu wehren, zu dem auch der Fatalismus des Mobammedanertums beitrug. 1907, im Zeichen der be­ginnenden Einkreisungspolitik gegen Deutschland, einigten sich dann die bisher rivalisierenden Großmächte England und Rußland auf eine endgültige Aufteilung Per­sien s in eine nördliche russische und eine südliche englische Einflußzone. Frei von unmittelbarer Bevormundung blieb nur ein schmaler Mittelstreifen um die Stadt Schiras. Das doppelseitige Interesse der beiden Mächte an dem Lande war inzwischen durch die Ölvorkommen im Kaukasus bei Baku und am Persischen Golf und in Mitteliran bei Napht-i-Schah noch verstärkt worden. Und so behielten sie auch während des Weltkrieges das ganze persische Gebiet fast in der Hand durch gemeinsame Besetzung: nur im Westen des Landes standen zeitweilig auch türkische Truppen.

Nach dem russischen Zusammenbruch hielt England seine Zeit für gekommen, die Alleinerbschaft anzutreten. Nachdem Persien auf der Pariser Friedenskonferenz vergeblich ver­sucht hatte, seinen llnabhängigkeitsanspruch zu vertreten, zwang London dem schwachen Schah im Jahre 1919 einen regelrechten Protektoratsvertrag auf, der das ganze Land unter britische Botmäßigkeit mit den üblichen englischen Beratern", Finanz- und Zollkontrolle ulro. brachte. In dem Maße freilich, wie sich die Herrschaft der Bolschewiken in Rußland festigte, erwachte von dort her auch wieder das Interesse an der vorübergehend aufgegebenen persischen Position. Damit aber boten sich der inzwischen im Lande erwachten nationalen Erneuerungsbewegung neue politische Möglichkeiten, und der jetzige Schah schloß als damaliger Kriegsminister mit Moskcku einen Bündnis- vertrag, der ihm eine größere Bewegungsfreiheit gegen den englischen Vormund gab. Von ihr machte er alsbald Ge­brauch. als er am 21. Februar 1921 die völlig abgewirt­schaftete Kadscharendynastie beseitigt und auf Beschlub der Nationalversammlung selbst die Herrscherwürde übernommen hatte. Bereits 5 Tage später erklärte er den Protektorats­vertrag von 1919 mit England für aufgehoben, und London fügte sich, bezeichnender Weise auf Anraten des damaligen Kriegsministers Churchill, der es wohl für zweckmäßig hielt, die mit dem persischen Öl verbundenen starken englischen Wirtschaftsinteressen nicht durch Überspannung der politi­schen Ansprüche zu gefährden.

Inzwischen hat der erneuerte persische Staat, der Iran, dank der Tatkraft und Initiative seines Herr­schers, zäh und mit Erfolg an seinem weiteren Aufstieg ge­arbeitet. Das Verkehrswesen ist stark entwickelt worden, vor allem durch den Bau der transiranischen Bahn, die das Kaspische Meer mit dem Persischen Golf verbindet. Anfänge der Industrialisierung sind bereits in beachtlichem Umfang gemacht, die Baumwollkultur ist bis zur eigenen Bedarfs­deckung entwickelt worden, und die Stärkung der Souver­änität des Landes nach außen bin fand ihren Ausdruck in der Aufhebung der bestehenden Ausländervorrechte, der sog. Kapitulationen im Jahre 1928. In den letzten Fahren haben sich gelegentlich auf wirtschaftlichem Gebiet iranisch- englische Konflikte aus der Ausbeutung der iranischen Öl­vorkommen durch die Anglo-Jranian Oil Co. ergeben, bei denen die Nationalregierung eine stärkere Berücksichtigung der iranischen Interessen durchzusetzen wußte. Nun aber scheint man in England den Augenblick für günstig zu halten, mit sowjetischer Unterstützung unter fadenscheinigen Vorwänden diese alten Rechnungen zu präsentieren und brutal in eine Entwicklung einzugreifen, die zum offensicht­lichen Segen des iranischen Landes und Volkes verlaufen ist. Der Iran hat eben das Unglück sehr zweifelhafter Nachbarschaften. Im Norden ist es die Sowjetunion mit ihren kaukasischen Provinzen, dem Kasvischen Meer und derBundesrepublik" Turkmenistan, im Westen eine ver­hältnismäßig schmale Grenze mit der Türkei und eine sehr

Brutaler Rechtsbruch

Britische und bolschewistische Truppen überfallen den Iran

Ultimatums Iranische Städte und Schiffe bombardiert

um die britische und sowjetische Regierung zufrieden zu stellen. Es ist höchst bedauerlich, daß trotz aller Bemühungen der irani­schen Regierung, den Frieden zu erhalten, die Vertreter Eng­lands und der Sowjetunion, statt die Angelegenheit auf fried­lichem Wege zu erörtern, am Montag um 4 Uhr mein Haus mit dem drohenden Ultimatum betraten. Nach mir zugänglich gewordenen Meldungen hatten die britischen und s o w- ietischen Kräfte di« Grenze bereits über­schritten. ehe die divlomatischen Vertreter mein Haus be­traten. Die britischen Streitkräfte haben Schiffe in iranischen Häfen angegriffen, und die britischen Flugzeuge haben bereits einige iranische Städte mit Bomben und Granaten belegt. Die iranischen Behörden haben alle notwendigen Schritte einge­leitet. um der Lage zu begegnen.

Im einzelnen wird zu dem britisch-sowjetischen Einbruch in den 3ran noch bekannt daß die Sowjets in Aserbeid­schan in einer Zone marschiert sind, die als nichtmilitärisches Gebiet betrachtet wird. Motorisierte Truppen der Engländer überschritten von Kbanakin kommend, die iranische Grenze bei Qasr-Schirin Die britische Flotte hat den Hafen und Kopskunkt der transiranischen Eisenbahn Bender Schapur und einen weiteren Hafen im Persischen Golf be­schossen. Die britische Luftwaffe machte einen Angriff auf Teheran.