Wiesbadener Tagblak
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Druck und Verlag: L. Schellenberg'sche Buchdrnckeret, Langgasse Rr. 21 (Dagblatt-HanS)
89. Jahrgang
Montag, 18. August 1941
Nummer 192
Churchills gescheiterte
In neun Tagen verloren die Briten 29 8 Flugzeuge
klugzeugen, lugzeugen.
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Die von den Briten seit Wochen angekundrgte „Ron- Stov-Offensive" ist kläglich gescheitert. Die starke deutsche Jagd- und Flakabwebr hat die beabsichtigte Entlattungs- Offensive der Briten zum Scheitern gebracht. Immer wieder versuchen dennoch britische Flugzeuge, das besetzte Gebiet und das Reich anzugreifen.
„Non-Stop-Offensive"
ra. Berlin, 18. Aug. (Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Ist die Sache der anglo-ameri- kanischen Staaten durch die Atlantik-Botschaft der beiden obersten politischen Repräsentanten auch nur einen einzigen Schritt vorwärtsgekommen? Das allgemeine Urteil, zum groben Teil auch aus England und den USA., lautet bekanntlich nein. Deshalb wurde das Schwergewicht der politischen Versicherungen der Gegenseite sofort auf etwas anderes, auf die Gespräche verlagert, die zwischen Roosevelt und Churchill über andere konkrete Themen geführt wurden. Nach außen hin traten als die beiden wichtigsten der Auftrag für Lord Beaverbrok und der Brief an Stalin, mit dem Vorschlag einer neuen Konferenz in Moskau zu dritt hervor. Beaverbrok, Versicherungsspezralist der englischen Regierung, den man neuerdings immer mehr zum „zweitstärksten Mann" in England abstempeln möchte, ist nicht der erste, der aus London nach Washington kommt, um von dort das äußerste an Lieferung heraus- z u h o l e n. Drei Tage nach dem Atlantik-Treffen liegen
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schon zahlreiche nordamerikanische Äußerungen des Entsetzens über das Ausmaß der englischen Wünsche vor Denn Beaverbrok hat es für richtig gehalten, bereits vor Aufnahme der eigentlichen Verhandlungen unmißverständlich darauf hinzuweisen, daß er das allergrößte Verständnis erwarte. nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Nach Moskau aber hat man tröstend mitgeteilt, daß das Haupt- thema der geplanten Konferenz die sowjetischen Kriegs- bedürfnisie sein sollen und daß man hierfür eine englischnordamerikanische Hilfe organisieren werde. Was für eine widerspruchsvolle Situation! Die Nordamerikaner sind schwer beunruhigt von dem Umfang der englischen Forderung, weil diese ihre eigenen Möglichkeiten weit übertreffen, den besten Willen zu tatkräftiger Hilfe vorausgesetzt. Beide aber versprechen dem dritten im Bunde, der es noch notwendiger hat, ihrerseits Hilfe über Hilfe, während sie gleichzeitig gerade von ihm eine Wendung der Dinge zu ihren Gunsten erwarten. Wenn man drüben nur einen Augenblick bei der hysterisch aufgeregten Suche nach dem Ausweg aus dem großen Dilemma einhalten würde, so müßte man feststellen, daß man sich hier im Kreise bewegt. In den USA. ist bereits ein „Ver- teilungsprozeß" vorgesehen, eine Kommission, die diese Verlegenheit verkörpert. Ihr soll nach außen hin die Aufgabe zufallen, die Forderungen der verschiedenen Nationalitäten aufeinander abzustimmen, die Lieferungen so zweckmäßig wie möglich eben zu verteilen. In Wirklichkeit wird das ein „B r e m s a u s s ch u ß" werden, der den ungeduldigen Freunden in London und Moskau klar zu machen hat. daß nach nordamerikanischer Vorstellung und Praxis Zulagen und Lieferungen zweierlei sind. Hier wird einer breitesten Öffentlichkeit die ganze Brüchigkeit des stolzen Gebäudes der anglo-nordamerika- nischen Freundschaft sichtbar. Man hat sich also schnell entschlossen, eine neue politische Aktion zu starten, oder besser, einer eigentlich schon abgelaufenen neue Akzente zu verleihen. So ist wohl in erster Linie der neue Schritt Englands und der Sowjetunion in Teheran zu verstehen, der nach Form und Inhalt und angesichts der Tatsache, daß die iranische Regierung sich ja zu diesem Thema schon abschließend geäußert hatte, eine unerhörte Zumutung, einen neuen, beleidigenden Pressionsversuch darstellt. Mit dieser geradezu ultimativen Forderung beweist man besonders deutlich den Willen zu provozieren und sich für den Fehlschlag der Atlantik-Gespräche zu entschädigen. So ist auch dieser neue Schritt nur ein Zeichen der Schwäche dieser Mächte, die aus der gegenwärtig gegebenen Lage heraus niemals hoffen können, zu einem größeren Erfolg zu gelangen. Hier muß man nun an das Wort von den neuen Fronten im Brief der beiden Atlantikfahrer an Stalin denken.
Wenn Hilflose einander helfen wollen
Die Brüchigkeit des stolzen Gebäudes der anglo-nordamerikanischen-sowjetischen Freundschaft
Berlin. 17. Aug. Die deutsche Luftabwehr bat am 16. und in der Nacht zum 17. August die sogenannte Non-Stop- Offenkive der Briten erneut abgestoppt. 3« Lustkampfen über dem Kanal verlor die britische Luftwaffe 15 Flugzeuge, darunter einen viermotorigen Bomber. Set Angriffsoer- luchen der Briten in der Nachr zum 17. August gegen Westdeutschland wurden 11 Bombenflugzeuge zum Absturz ge-
Verfolgung in der Süd-Ukraine
Mit stärkeren Kräften gegen den britischen Bersorgungshafen Hüll
Die britischen Verbände werden jedoch zersprengt und unter schweren Verlusten für sie abgewiesen. Deutsche Kampfflugzeuge stoßen im Gegenangriff Tag für Tag weit rns britische Mutterland vor. Sie beweisen die Überlegenheit der deutschen Luftwaffe trotz der Inanspruchnahme im Osten. Neben den schweren!' Verlusten, mit denen die Briten ihre Angriffsversuche auf das besetzte Gebiet und auf das Reich bezahlen, muß die britische Regierung jetzt noch über 500 Tote im Monat Juli unter der Ztvilbevölkerung melden. Wahrhaftig eine traurige Bilanz der großsprecherisch ange- kündigten Entlastungsofsensive für den bolschewistischen Verbündeten, zumal die britischen Terrorangriffe auf deutsche Wohnstädte nennenswerte militärische oder wehrwirtschaftliche Schäden überhaupt nicht angerichtet haben.
Gewiß, auch für uns ist es bitter, wenn die britischen Angriffe im Monat Juli in Deutschland 298 Menschenleben forderten. Allein schon die Gegenüberstellung der Todesopfer aber zeigt, w e r sich die Überlegenheit in der Luft erkämpft hat. Daß sie eindeutig in der Sand der deutichen Luftwaffe liegt, geht außerdem aber auch aus den geringen Schäden hervor, die die britischen Luftangriffe der deutschen Wehrwirtschaft zufügten. Im Gegensatz dazu stehen die erheblichen Störungen in der britischen Wirtschaft, die die Folgen der deutschen Luftangriffe der letzten Zeit sind, in der das Schwergewicht des Kampfes bekanntlich an der Sowjetfront liegt.
Der OKW.-Bericht von heute
Aus dem Führerhanvtauartier, 18. Aug. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In der Süd-Ukraine wurde die Verfolgung des geschlagenen und zum Teil fluchtartig weichenden Feindes gegen den unteren Dnjepr fortgesetzt.
Auch an den übrigen Teilen der Ostfront brachten die Overationen wesentliche Erfolge.
Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich mit guter Wirkung gegen militärische Anlagen tn Moskau, sowie gegen verschiedene wichtige Eisenbahnltnten.
Im Kamps gegen Großbritannien belegten in der letzten Rächt stärkere Kräfte der Luftwaffe den Berkor- gungshasen Hüll mit einer großen Zahl Bomben aller Kaliber. Volltreffer in Lagerhallen am Humber und in wehrwirtschaftlichen Anlagen der Stadt verursachten mehrere Brände. Andere Kampfflugzeuge vernichteten an der schotn- schen Ostküste einen Frachter von 4000 BRT. und beschädigten ein zweites Handelsschiff erheblich. Bei Nachtangriffen gegen verschiedene englische Flugplätze wurden starke Explosionen hervorgerusen.
Britische Bomber warfen in der Nacht zum 18. August an einigen Orten Wett- und Norddeutschlands eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbombe«. Die Angriffe blieben militärisch wirkungslos. Nachtjäger schossen zwei britische Bomber ab.
Nikolajew genommen
Aus dem Führerhauptquartier, 17. Aug. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In der Südnkraine haben deutsche Truppen im Zusammenwirken mit ungarischen Verbänden die auch als Flottenstützpunkt wichtige Jnduttrie- und Großstadt Nikolajew genommen. Unter dem Druck der rastlosen Ber- fotgung ostwärts des Bug verfällt der geschlagene Feind immer mehr der Auflösung. Die Beute an Kriegsmaterial und die Zahl der Gefangenen sind ttag-tg un Wachsen.
Auch an den übrigen Teilen der Ostfront verlaufen die Overationen erfolgreich.
Im Kampf gegen Großbritannien richtete sich ein wirksamer Tagesangriff der Luftwaffe gegen Rüstungswerke tn Rordkchottland.
In der letzten Nacht versenkten Kampfflugzeuge vor der englischen Ostkiifte zwei Handelsschiffe mit zusammen 5000 BÄT. und erzielten Treffer auf drei größeren Frachtern. Ferner wurden mehrere Flugplätze und Hafenanlagen im Otten der Insel bombardiert.
Bei Bersuchen, am gestrigen Tage die KanalkLtte anzu- greifen- verlor die britische Luftwaffe tn Lnft- tämpTCH 15 Flugzeuge.
Britische Bomber warfen in der letzten Nacht an einigen Orten Westdeutschlands eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben. Es entstanden keine, wehrwrrt- kchastlichen oder militärischen Schäden. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 11 der angretfenden Flugzeuge ab.
wohl von den Bewegungen östlich des Peivus-Sees im sogenannten Jngermann-Land wie auch von den Overationen in Nord-Estland, so daß eine baldige Verbindung zwischen den Armeen westlich und ö st l i ch des Peipus-Sees zu erwarten ist. Nördlich vom Ladoga-See meldet der finnische Wehrmachtbericht die Einnahme von Sortavala am Nordufer des Ladoga-Sees bereits am 15. August abends. Auf der Karelischen Landenge westlich des Ladoga- Sees ist die deutsch-finnische Offensive in zügigem Fortschreiten. Auch hier sind erhebliche Teile der Sowjettruppen in die bekannten schlimmen „Kessel" geraten.
Der Wehrmachtbericht vom 17. August rückt die schnell vorschreitenden Bewegungen in der S L d u k r a i n e in das Blickfeld. Deutsche und ungarische Truppen haben Nikolajew am (südlichen) Bug genommen und damit der Sowjetflotte im Schwarzen Meer ihre wichtigste Basis entzogen.. Östlich des südlichen Bugs verfällt der Feind der Auflösung — dieses Wort sticht besonders in die Augen — und es gehört keine besonders lebhafte Phantasie dazu, um sich das stündliche Wachsen der Beute und der Gefangenen vorzu- stellen. Denn die hier fechtende Budjenni-Armee war ausgezeichnet mit reichlichstem Material ausgerüstet.
Der militärische Mitarbeiter der „Times" beurteilte bereits am 14. August, also bevor die Operationen. wieder Io schnell und allgemein in Gang gekommen waren, die Lage dahin, daß zwei Faktoren von besonderer Wichtigkeit seien: 1. die Kraft der Deutschen, weiter heftigen Druck auf dre Sowjetarmee auszuühen und 2. die Fähigkeit des sowjetischen Oherkommandos, die Verluste an Menschen und Material so rechtzeitig zu ergänzen, daß der Feind seine militärischen Erfolge nicht voll ausnützen könne. Mit Verlaub: Das sind erstaunliche Binsenwahrheiten. Sie werden auch von dem militärischen Mitarbeiter der „Times" nur zu dem Zweck aufgetischt, um „z w i s ch e n den Zeilen" den Lesern eine gesunde Portion von Skepsis beizubringen, wie denn auch der englische Kriegsminister Äargesson dieser Tage ganz allgemein vor einer „Ferienstimmung" gegenüber den kriegerischen Ereignissen gewarnt hat.
Eine andere Meldung, die vom britischen Nachrichtendienst verbreitet wird, nennt das Bild der Kämpfe in der Ukraine „außerordentlich verworren". Das stimmt sogar. Denn es harren noch eine ganze Reihe von Kesseln der Liquidierung. Recht schwachmütig fährt dann der britische Nachrichtendienst fort, „es scheine, Marschall Budrennr hoffe, seine Streitkräfte mehr oder weniger intakt zurüÄiehen zu- können". Man sehe sich einmal den schönen Regenbogen in der Ausdrucksweise gemächlich an: von „scheine" zu „hoffe" bis „mehr oder weniger intakt".
Sehr interessante besondere Meldungen über große Erfolge der deutschen Luftwaffe an der gesamten Ostfront verzeichnen, daß im Raum von Nowgorod, also am Nordflügel, 72 Feindflugzeuge vernichtet. 245 Lastkraftwagen zerstört, 21 Truppentransportzüge erfolgreich bekämpft wurden, tnt Sübyt haben Sturzkampfflugzeuge sowjetische Rückzugskolonnen gefaßt und Eisenbahnlinien mehrfach unterbrochen. An der mittleren Ostfront wurden sowjetische Artilleriestellungen und Trupvenansammlungen erfolgreich bekämpft. Und Angriffe auf Kasernen und Flugplätze durchgeführt. Bewegungsfreiheit und Übersicht des Feindes werden durch die Luftwaffe mächtig beschränkt.
Die Höhepunkte der britische« Non-Stov-Offensive stelle« sich also folgendermaßen dar:
Am 23. Juli Verlust von 54 brttr
24. Juli Verlust vo« 35 6ith!_._ --------- .
30. Juli Verlust vo« 36 britischen Flugzeugen,
7. Augutt Verlust vo« 30 britischen Flugzeuge», 9. August Verlust von 19 britischen Flugzeugen.
10. Augutt Verlust von 19 britische« Flugzeuge«.
12. Augutt Verlust vo« 60 britischen Flugzeugen.
14. Augutt Verlust vo« 19 britischen Flugzeugen.
16. Augutt Verlust vo« 26 britischen Flugzeugen. Tagen Berlutt von 298 britischenn Flugzeugen.
Krieg und Weltwirtschaft
Von Wilhelm Ackermann
Eine der zweifelhaftesten amerikanischen Einfuhrwaren ist jenes Selbstbestimmungsrecht der Völker gewesen, das zwar nicht erst vom Präsidenten Wilson erfunden, aber von ihm und den anderen „Siegern" in karikierender Form auf Europa angewandt wurde. Denn die Selbstbestimmung blieb auf die Völker beschränkt, die man in der weiteren Entwicklung gegen Deutschland zu mißbrauchen gedachte, und sie wurde den Unterlegenen. Deutschen, Österreichern, Ungarn, Bulgaren versagt, deren Volkstum gerade gut genug war, die neuen angeblichen Nationalstaaten, Polen, die Tschechoslowakei, Jugoslawien aufzufüllen und damit in Wirklichkeit Nationalitätenstaaten aus ihnen zu machen, in denen zum Teil das eigentliche Staatsvolk selbst nur eine Minderheit darstellte. So unwahrhaftig und unsolide diese ganze Staatengründerei war, hatte sie doch über den von ihr betroffenen Erdteil hin die Wirkung, den Nattonalrsmus der einzelnen Völker bis zur Übertreibung zu steigern, eine Erscheinung, die sich nicht nur politisch, sondern auch w r lisch a f t l i ch verhängnisvoll auswirkte. Denn dieser wirtschaftliche Nationalismus führte gerade in den gekünstelten Staatsgebilden zu einer völligen Fehllei.tung ihrer wirtschaftlichen Kräfte. Statt sich in ihrem Wirtschaftsleben den natürlichen Gegebenheiten anzupassen, ihrer tatsächlichen Struktur als überwiegend agrarische Staaten Rechnung zu tragen, begannen sie, industriellen Ehrgeiz zu entwickeln tn der Vorstellung, in nationalistischer Abgeschlossenheit gegen mehr oder minder sympathische Nachbarn und namentlich gegen das Deutsche Reich sich von den zwangsläufigen Bin- düngen befreien zu können, die sich aus der gemeinsamen Zugehörigkeit zum europäischen Raum ergeben. Teilweise mit den Geldern der aus den unterlegenen Völkern herausgepreßten Reparationen gingen sie an den Ausbau eigener Industrien, die weder Bodenständigkeit besaßen, noch einem tatsächlichen nationalen Ver- sorgungsbedürmis entsprachen, und der Erfolg war eine weitgehende Schwächung und Zerrüttung der gesamteuro- päischen Wirtschaft, in der die naturgegebenen wirtschaftlichen Ergänzungs- und Austauschmöglichkeiten kurzsichtig ver- leugnet wurden.
Deutschland, dessen überragende Wirtschaftskraft innerhalb des alten Erdteils sich trotz aller Bemühungen seiner zahlreichen Feinde nicht hatte Niederhalten und ausschalten lassen, ist schon vor dem Ausbruch des jetzigen Krieges daran gegangen, im Wege friedlicher Wirtschaftsverhandlungen dem Widersinn dieser Entwicklung bet- Nach- welrkriegsperiode entgegenzuwirken, das natürlicheEefälle, das zwischen dem mittel- und dem südosteuroväischen Raum besteht, zur Verstärkung des gegenseitigen Güteraustauschs zu nutzen und den in eine falsche Bahn geratenen Ländern die Umkehr ohne schwere innere Erschütterungen zu ermöglichen. Was auf solche Weise der wirtschaftlichen Vernunft dienen sollte, würbe ihm freilich von ben Westmächten als politische Eroberungssucht ausgelegt unb biente zu einem erheblichen Teil als Erunblage bet von Englanb betriebenen Organisierung einer abermaligen beutfchen Einkreisung. Jnbessen steht schon heute als Ergebnis breses Krieges nach ber wirtschaftlichen Seite fest, daß sich bie beutsche Vorstellung von einer sinnvollen Neuorbnung bei gesamteuropäischen Verhältnisse -durchsetzen und damit den Erbteil als ganzes zu einem Wirtschaftfaktor machen wirb, bei von außen her in Zukunft nicht mehr nach Belieben labmzulegen ober auszuhungern ist. Dieser Entwicklungsprozeß ist auch burch
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Die beutsche Front befinbet sich in allgemeiner Bewegung. Nicht umsonst sagt bei Wehimachtbeircht balb in bieiei, halb in jenet Formulierung seit wenigen Tagen, baß sich — abgesehen von bet Südukraine — erfolgreiche Operationen auch an ber übrigen Ostfront vollziehen. Die zahlreichen besonberen militärischen Meldungen, bte letzt fast jeben Abend in Ergänzung bes Wehrmachtberlchtes ausgegehen werden, bringen bezeichnenbe Einzelheiten biefer allgemeinen Bewegung, bie vom Finnischen Meerbusen über die zentralen Stellungen bis an das Schwarze Meer reicht. Einen sehr klaren Beitrag zum Verständnis dieser schon in den vier Sondermeldungen vom 6. August angekündigten Unternehmungen zur Fortsetzung des Vernichtungskampfes in einem neuen Overationsab- schnitt hat auch der ungemein übersichtlich gegliederte Vortrag des militärischen Sprechers im deutschen Rundfunk am 16. August abends geliefert. _ ■
Danach haben neue, in ihrer Wirkung noch unübersehbare Angriffe an der mittleren Front nördlich der Pripjet-Sümpfe zu neuen Einkesselungen abgesprengter Teile der Sowjetarmee geführt. Auch auf dem Nord- flügel überwinden neue Angriffe die Schwierigkeiten etnes vielfach durchschnittenen Geländes und die verstärkten Feldbefestigungen von Abschnitt zu Abschnitt. Das gilt so-
