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Wiesbadener Tagblatt
Dienstag, 12. August 1941
„Achtung! Bergsalamander!" Von einem vorbildlichen Beispiel unserer Gebirgsjäger bei der Bewahrung des Naturschutzes in unseren Bergen lesen wir in der vom Deutschen Alvenverein herausgegebenen Zeit- schrrft „Der Bergsteiger": Am Wendelstein übt ein Eebrrgs- lagerregrment. Spät erst geht die Übung zu Ende. Ein Leutnant tritt mit seiner Mannschaft den Abstieg an. Die Steine knirschen unter den genagelten Tritten. Da tönt Kommando- wort von vorne: Achtung! Bergsalamander! Links und rechts auswerchen! Und hundert Nagelstiefel treten an dem Kleingetier vorbei, das heil seine abendliche Brautschau fortsetzt.
Schreibzeug aus dreitausendjährigem Eichenstamm. Die Stadt Ealbe a. d. Saale erhielt, jetzt ein einzigartiges Geschenk. Aus dem Flugbett der Saale war vor drei Jahren bei Ausschachtungsarbeiten ein dreitausend Jahre alter Eichen- stamm geborgen worden, der etwa zweitausend Jahre dort gelegen hatte. Durch einen Bernburger Holzbildhauer wurde aus dem Holz ein Schreibzeug gearbeitet und dieses der durch rhre Braunkohlen-. Textil- und chemische Industrie, sowie Gurken- und Zwiebelbau bekannten Stadt Calbe a. d. Saale von heute rund 15 000 Einwohnern zum Geschenk gemacht. Das prachtvolle Stück, das im Rathaus aufgestellt wurde, zeigt armer dem Wappen der tausendjährigen Stadt die Symbole von Baugewerbe. Tischlerei. Tuchmacherei und Landwirtschaft.
Ebeprozeß um ein Gebiß. Ein grotesker Prozeh zwischen Eheleuten wurde in B u d a p e st entschieden. Der junge Ehemann Koloman D. war der unerlaubten Aneignung, persönlichen Mißhandlung und körperlichen Verletzung seiner Frau anaeklagt. Der Ehemann stritt fast täglich itzit seiner drau. Die Frau wiederum schrie derartig und geriet so außer Rand und Band dabei, daß ihr das Gebiß aus dem Munde fiel. Mit Blitzesschnelle ergriff der Ehemann das Gebiß, steckte es in die Tasche und rannte davon. Als er zurückkehrte, zeigte er hohnlächelnd der Gattin zwei schöne Kravatten, einen neuen Hut und ein Paar Manschettenknöpfe. Das hatte er alles für den Erlös des Gebisses gekauft. Die wütende Ehefrau klagte ibn an und der Ehemann wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt.
Befestigung von Lorch und im Tale etwa das. was der N o l I r ch auf der Hohe darstellte.
Von den L o r ch e r Verteidigungsanlagen sind nicht nur der Graben und dre Stadtmauer aus längere Strecken nachweisbar sondern vor allem auch die beiden Türme erhalten, welche den, Eingang ins Wispertal sperrten. Der „Strunk" —. wie Weißkrautstrunk nach seiner kurzen, dicken Gestalt — rotroro oM non keinem Vorbeifahrenden übersehen. Landeinwärts führte aus Lorch der Weg hinauf zur Weiseier Höhe, ein alter Handelsweg aus der La-Tene-Jert. wie die Gräder- funde beweisen, und das hier befindliche Weiseler Tor war, wie die noch vo^andenen Reste erkennen lassen, beson- ausgbaut. So besitzt also Lorch eine starke Stadtbefestigung obwohl es im Mittelalter niemals Stadt war, sondern erst unter Preußen Stadtrechte erhielt. Daraus ergibt sich für, den Geschichtswissenschaftler die wichtige Frage: Wer hat diese, starke Befestigung erbaut, Kurmainz oder Lorch selbst? Die. Beantwortung dieser Frage wird Professor Lunn er auf einer späteren Tagung der Ärbeitsgemein- schoft geben. Studienrat S ch m i d t dankte unter lebhafter Justimmung der Teilnehmer dem verdienstvollen Forscher für die tiefgründigen und vielseitig anregenden Ausführungen. _n.
Neues aus aller Welt
Nus Gau und Provinz
= Diez (Lahn), 12. Aug. Der 65jährige Maurer Anton Schreiner aus Dorchheim stürzte bei Arbeiten auf einem Obstbaum so unglücklich ab, daß er neben einem Oberschenkelbruch auch schwere innere Verletzungen erlitt, an deren Folgen er im Krankenhaus starb.
m Lorch a. Slh., 12. Aug. Für langjährige treue Dienste wurde durch den Bürgermeister der Stadt im Auftrag des Landrats und in Gegenwart der Vertreter der Partei sowie der Köln-Düsseldorfer Rheindamxfschiffahrts-Eesellschast der Kapitän Peter Baus, der seit fünfzig Jahren bei der genannten Schiffahrtsgesellschaft in Dienst steht, in einer Feierstunde geehrt. — Der Fabrikarbeiter Johann Schiffer st ein wurde gelegentlich eines Betriebsappells für 25 Jahre treuer Dienstzeit geehrt.
— Andernach, 12. Aug. Ein bemerkenswertes Urteil wurde in einer Gerichtssitzung in Andernach gefällt. Eine Einwohnerin hatte ihre Hausverwalterin bei einer Auseinandersetzung mit gröbsten Schimpfworten und Beleidigungen bedacht, die die Frauenehre in verwerflicher Weise verletzten. Nach langer Verhandlung kam der Richter zu dem Schluß, daß diese Art Beleidigung nicht mit Geldstrafe gesühnt werden könne. Die Angeklagte wurde daher zu mehreren Wochen Gefängnis verurteilt.
— Mechernich (Eifel), 12. Aug. Nachdem es im Nachbarort Döthen zwischen einem Landwirt und seiner Hausangestellten wiederholt zu heftigen Zusammenstößen gekommen war, gerieten die beiden jetzt wieder in einen Wortwechsel. In ihrer Verteidigung griff die Hausangestellte zu einem Besenstiel, mit dem sie einen heftigen Schlag aus den Kopf des Bauern führte. Die Verletzungen des Mannes waren so schwer, daß et im Krankenhaus gestorben ist.
— Frankfurt a. ,M., 12. Aug. Wegen Betrugs, Vergehens gegen die Preisvorschriften, die Reichsabgabenordnung und das Tabaksteuergesetz verurteilte die Strafkammer den 35jährigen Zigarrenhändler K. T. und seine Ehefrau zu zehn bzw. sechs Monaten Gefängnis und je 400 RM Geldstrafe. Die Angeschuldigten, die in Frankfurt zwei Geschäfte betrieben und ein drittes eröffnen wollten, benachteiligten ihre Kundschaft dadurch, daß fit vortäuschten, der Inhalt von Zigarrenkistchen entspreche der Banderolierung. In Kistchen mit der Banderole von beispiels-
Sport und Spiel
Luftwaffe Wiesbaden — Poft-SE. Wiesbaden
Am Mittwochabend wird sich die Post erneut bemühen, endlich einmal die Luftwaffenmannschaft schlagen zu können, gegen die sie nun schon viermal den kürzeren gezogen hat. Das letzte Gefecht, Ende Juni, verloren die Schwarzroten mit 10:13. Mit Endler; Rienecker, Schmidt; Wiest, Senget, Becvai; Schemel, Buffe, Dauschet, Daun, Simmank erscheinen die Soldaten aber wieder etwas bester gerüstet als gegen Kalle und die Nachrichter, so daß es zweifelhaft ist, ob das Vorhaben der Post gelingt.
KSE. (Alte Herren) — Wehrmachtelf
Am Mittwochabend treten die zur Zeit wieder gut in Form befindlichen, technisch und spielkulturell ausgezeichneten „Alten Herren" abermals auf den Plan. Sie haben sich einen sehr starken Gegner ausersehen, die Wehrmannschaft aus Wackernheim, bei der bekanntlich der KSE.-Tormann Martin Wolf tätig ist, ferner gute Kräfte wie Fix, Bernardi und nun auch der tüchtige Waldhöfer Bettler. Diese Vertretung bewies jüngst noch ihr fußballerisches Können, mit einem 5:1-Sieg gegen die Luftwaffe, die Spieler wie Moog, Feltens und Förster in ihren Reihen hatte. Das ist ein vielsagendes Ergebnis, und man darf auch bei den kommenden Abendspiel vorzüglichen Sport erwarten, wobei das Abschneiden der Senioren besonders interestiert.
Tennis-Schluß in Braunschweig
Am Montag fielen bei den nationalen deutschen Tennis- Meisterschaften rn Braunschweig die restlichen Entscheidungen. Im Gemachten Doppel sicherten sich Frl. Thiemen/Koch (Hanno- ver/Münster) den Meistertitel. Das Paar war kampflos in die Schlußrunde gekommen und besiegte hier die ziemlich abgekämpften Titelverteidiger Frl. Rosenow/Eies mit 6:3, 6:3. Die Unterlegenen hatten vorher noch das Paar SchmeilMaltentynowicz 6:0, 9:7 geschlagen. Frl. Thiemen eroberte noch eine zweite Meisterschaft, und zwar die im Frauendoppel mit Frl. Buß als Partnerin. Nach einem 6:1-, 6:4-Sieg über Frl. Rosenthal/Frl. Kappel schlugen sie in der Schlußrunde Frl. Bösel/Frl. Sander, die vorher die Titelverteidiger Bartel/Hammann 6:8, 6:2, 6:4 ausgeschaltet hatten, mit 6:1, 4:6, 6:2.
Leichtathletik der Jugend
Im Kölner Stadion trafen sich die Jugend-Leichtathleten der Gebiete Moselland, Köln-Äachen und Hessen-Nassau zu einem Vergleichskampf. Die Moselländer siegten mit 118 Punkten vor Köln-Aachen (107) und Hessen-Nassau (99). Es gab folgende Ergebniffe: 4X100 Meter: 1. Hessen-Nassau 44,8; 2. Moselland 45,1; 3. Hessen-Nassau H 45,7; 10 X250-Meter-Staffel: 1. Hessen-Nassau 5:11; 2. Moselland 5:14,8; 3. Köln-Aachen 5:17,8; Weitsprung: 1. Reisdörfer (MZ 6,65 Meter, 2. Neue (H.-N.) 6,61 Meter; Hochsprung: 1. Naumann (H.-N.) 1,74 Meter; Dreisprung: 1. Schwarz (M.) 13,59 Meter, 2. Naumann (H.-N.) 13,43 Meter; Stabhochsprung: 1. Born (M.) 3,10 Meter; 100 Meter: 1. Neue (H.-N.) 11,4; 400 Meter: 1. Rückricht (H.-N.) 52,7; 800 Meter: 1. Herdecke (K.-A.) 2:02,0; 1500 Meter: 1. Königsfeld (K.-A.) 4:15,2; 110-Meter-Hllrden: 1. Weimerskirch (M.) 16,2; Kugel: 1. Schiestel (K.-A.) 11,76 Meter; Diskus: 1. Kremer (M.) 38,84 Meter; Speer: 1. Neuhaus (M.) 45,35 Meter; Keulenwerfen: 1. Neuhaus (M.) 71,45 Meter; 2. Krähle (H.-N.) 69,07 Meter.
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Den Heldentod starben im Osten Feldwebel Hans Scheele, der mehrfache deutsche Meister und Europameister im
weise Fünfzehner-Zigarren verwahrten sie minderwertige Zigarren oder brachten an Kistchen mit Zigarren minderer Sorte höherwertige Banderolen an. Die Angeklagten muffen außerdem gemeinsam einen Wertersatz von 418 RM leisten. — Trotzdem er einen Barbetrag von etwa 3000 RM bei sich zu Hause verwahrt hatte, ging der 77jährige Rentner E. S. das WHW. um eine Unterstützung von 12 NM an. Der Mann mußte sich nun wegen gesetzwidriger Zurückhaltung des Geldes und Betrugs vor dem Sondergericht Frankfurt verantworten, das ihn zu einer Geldstrafe von 320 RM verurteilte. Als der Angeschuldigte das WHW. um die Unterstützung bat, will er an die 3000 RM, die er im Klosett versteckt hatte, nicht mehr gedacht haben.
— Bad Homburg, 12. Aug. Ein fünfjähriges Bübchen wollte Fallschirmjäger spielen. Es holte sich einen Regenschirm der Eltern, stieg auf die Fensterbank der im zweiten Stock gelegenen Wohnung, spannte den Schirm auf und sprang in den Hof. Wie durch ein Wunder blieb das Kind unverletzt, da es sich um ein älteres, niedrig gebautes Haus handelte. — Im Stadtteil Kirdorf feiern am Mittwoch die Eheleute Wilh. Becker und Frau Ursula, geb. Ernst, das Fest der diamantenen Hochzeit in körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Drei Söhne des Jubelpaares standen im Weltkrieg unter den Fahnen, einer ist gefallen, Der jüngste Sohn und drei Enkel verteidigen jetzt Deutschlands Freiheit. Sechs Kinder, 17 Enkel und 8 Urenkel können den Ehrentag mitfeiern.
— Oberursel, 12. Slug. Ein in einem hiesigen Werk beschäftigter Mann stieß, als er mit seinem Motorrad in die Frankfurter Straße einbiegen wollte, mit einem Straßenbahnzug zusammen. Das Motorrad wurde völlig zerstört und der Fahrer schwer verletzt. Er starb aus dem Transport ins Krankenhaus.
— Heidelberg, 12. Aug. Im hiesigen Krankenhaus ist an einer Blutvergiftung, verursacht durch einen Insektenstich, der 14 Jahre alte Heinz Engelhardt von Hoffenheim gestorben.
— Aschaffenburg, 12. Aug. In Kleinblankenbach stürzte beim Strohabwerfen der auf Ernteurlaub weilende dreißigjährige Josef Frühwacht so unglücklich auf den Scheunen- loben, daß er schwere Verletzungen erlitt, denen er im Krankenhaus erlag. — In Eroßw enkheim kam dieser Tage Bei den Landwirtseheleuten Ludwig und Agnes Ziegler das fünfzehnte Kind an.
400-Meter-Hürdenlauf, und Leutnant Herbert L e u p o I d, der bekannte Fußballspieler der SpVgg. Fürth.
Die deutsche Leichtathletik betrauert erneut den Tod eines ihrer Besten. Weitsprung-Europameister Wilhelm L e i ch u m (Berlin) fand als Leutnant bei den Kämpfen im Osten den Heldentod.
Weltrekordmann Rudolf Harbig startete am Sonntag wieder für seinen Stammverein Dresdner SK. im Leicht- athletik-Klubkampf gegen den LSV. Rerik, den der DSK. mit 7867,6 zu 7312,8 Punkten gewann. Harbig gewann dabei die 200 Meter in 21,4 und die 400 Meter in 47,6 Sekunden.
Vorzügliche Leistungen wurden bei einem leicht- athletischen Abendsportfest in Oberhausen erzielt. Der Hamburger Warnemünde siegte über 2000 Meter in 5:26,2 Min. vor Raff (Oberhausen) und Syring (Wittenberg). Im Hammerwerfen stellte der deutsche Meister Storch (Arolsen) mit 57,48 Meter eine neue Jahres-Weltbestleistung auf.
Im Rahmen eines leichtathletischen Kampfes zur Deutschen Kriegs-Vereinsmeisterschaft der ft Bad Tölz konnte der deutsche 1500-Meter-Meister Ludwig K a i n d l (Jahn München) über 2000 Meter mit einer Zeit von 5:25,8 Minuten eine neue deutsche Bestleistung aufstellen. Der bisherige Rekord stand auf 5:27,4 Minuten und wurde von Schaumburg (Berlin) gehalten.
Der deutsche Fußballmeister Rapid Wien wurde erneut besiegt, diesmal von Wacker Wien mit 2:3 (2:1) Toren.
Im Fußball-Tsch ammerpokal wurden am Sonntag noch drei rückständige Spiele der zweiten Schlußrunde erledigt. Rotweiß Frankfurt unterlag 0:2 gegen den FB. Metz, der 1. FK. Nürnberg schlug die SpVgg. Fürth 4:1 und Schalke 04 war mit 4:2 über Fortuna Düsseldorf erfolgreich. Die Runde der „letzten Se^ehn" steigt nun am 24. August.
Eine neue Weltbestleistung im 1500-Meter-Laufen stellte der bekannte Schwede Eunder Sä g g bei den Landesmeisterschaften in Stockholm mit 3:47,6 Minuten (bisher Lovclock- Neuseeland 3:47,8) auf. Auch in den übrigen Wettbewerben warteten Schwedens Athleten mit großartigen Leistungen auf. Es gab einige Jahres-Weltbestleistungen, so über 400-Meter-Hürden von L a r s s o n mit 52,9 Sekunden und über 3000-Meter-Hinder- nis von A r w i d s s o n mit 9:12,4 Minuten.
Aus Holland wird ein neuer F r a u e n - R e ko r d im Kugelstoßen von Frau Schouwen mit 12,37 Meter gemeldet. Sie erzielte diese Leistung bei den südholländischen Meisterschaften in Rotterdam. — In Amsterdam benötigte Osendarp für die 100 Meter 11,0 Sekunden, über 800 Meter war de Roode in 1:58,8 erfolgreich, wobei er den Rekordmann Bouman (1:59,1) hinter sich ließ.
Italien hat eine neue Rekordschwimmerin, die 14jährige Carla Campregher (Trient), die im See von Levice 1500« Meter-Kraul in der neuen Landesrekordzeit von 26:02,5 Minuten schwamm. Der alte Rekord war fast eine Minute schlechter.
Wirtschaftsteil
Pfandbriefe zu 3% Prozent
Durch die allgemeine Zinssenkung haben sich die Zinssätze für die verschiedensten Anleihen des Reiches, der Länder und Gemeinden, für die Pfandbriefe und Jndustrieanleihen weitgehend angenähert. Die vielfältige Skala bes Zinses für die Rentenwerte ist von nur noch zwei Zinssätzen abgelöst worben. Das Reich und ihm folgend die Reichsbahn und neuerdings auch die Länder geben für ihre Anleihen einen Zins von 3,5 %. Die Industrie und die Psaudbriefbanken, also die sogenannten privaten Kreditnehmer, legen ihre Anleihen ober ihre Pfandbriefe mit einem Zinssatz von 4 % auf. In der früheren, stark gestuften Zinsskala, fand die Kreditwürdigkeit des Anleihenehmers seinen Ausdruck. Die Abstufung mag manchesmal zu äußerlich gewesen sein, doch es hatte seinen guten Sinn, wenn der Zins bet Reichsanleihen am niedrigsten stand und über den Länderund Eemeindeanleihen, den Pfandbriefen Bis zu den Jndustrie- anleihen stufenweise anstieg. Die Zeitschrift „Die Bank" macht nun den Vorschlag, diese Regelung, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, so doch in ihrem grundsätzlichen Ausbau wieder herzu- stellen. Sie befürwortet deshalb einen Pfandbriefzins von 3,75 %. Damit würde sich die Staffelung 3,5 % für Reichsanleihen und Anleihen der anderen öffentlichen Schuldner, 3,75 % für Pfandbriefe und 4 % für Jndustrieanleihen ergeben. Heute, wo ein Wettbewerb der Käufer um die Anleihestücke besteht und nicht, was die Regel war und wieder werden wird, eine Konkurrenz der Anleihenehmer, mag nicht die Zeit für eine genauere Abstufung der Anleihekandidaten sein. In der Zukunft jedoch wird sich die Rangfolge des Zinses entsprechend der Güte der Kredit- nehmer wieder herausbilden.
Berliner Börse vom 12. August., Bei uneinheitlicher Grund- stimmung blieb bas Geschäft ruhig. EW. Schlesien ermäßigten sich um 2, BMW. um 4 %. Metallgesellschaft plus 2% %; Reichs- alibesitz unverändert 160,90.
Frankfurter Börse vom 12. August. Die Börse verkehrte in sehr stiller Haltung. Die Äutsoeränbetungen hielten sich bei starker Zurückhaltung in engem Rahmen und betrugen zumeist nur Bruchteile eines Prozent nach beiden Seiten. 3m Fretverkehr Rastätter Waggon um 2 % gedrückt. Tagesgeld 1% %.
Notierungen vorn 11. August. Berlin: Reichsaltbesitz 160,90, Eemeindeurnschuldung 102%; Vereinigte Stahlwerke 160, Farben 214%; Frankfurt: BMW. 299%, Westdeutscher Kaufhof 163, Rheinbraun 312, Daimler 204%, Junghans 150%, Zement Heidel- Berg 227, Farben 214%, Metallgesellschaft zirka 218%, VDM. zirka 310, Süddeutscher Zucker zirka 338’ am Einheitsmarkt: Wickrather Leder 254; am Rentenmarkt: Steuerautschelne I 104, Reichsaltbesitz 161; im Freioerkehr: Vereinigte Fränkische Schuh 119%—121%, Els. Bad. Woll 143, Ufa-Film 128.
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Der Zustrom hält weiter an, deshalb auch heute Dienstag noch
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Die Eroberung von Winniza
Sturm auf Mogilew
Die große Schlacht im Raume von Smolensk
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