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Wiesbadener Tagblatl

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Nummer 164

Mittwoch. 16. Juli 1941

89. Zahrganq

Roosevelts Schießbefehl

Mister Willkie bestätigt die Absicht des USA.-Präsidenten den Kriegszustand zu erzwingen

Washington, 15. Juli. Wendel Willkie machte seinen Mitarbeitern und Vertrauten davon Mitteilung, dah Präsi­dent Roosevelt in mehreren Besprechungen mit ihm den B e - fehl an die USA.-Flotte, warnungslos auf deutsche Kriegsschiffe, U-Boote und Flugzeuge das Feuer zu eröffnen, bestätigt habe. Roosevelt habe bei all diesen Besprechungen, so erklärte Willkie, den feste« Entschluss ansgedrückt, unter allen Umständen den Kriegszustand mit Deutschland durch Herbeiführung eines Zwischenfalles heraufzubeschwöreu. Ein­heiten der USA.-Flotte haben Befehl, unter allen Umständen durch Angriffshandlungen auf deutsche Eiu- heiten diesen Zwischensall Herbeizuführen. Den Kongreh will, so sagte Willkie, Roosevelt erst nach Berküudung des Kriegszustandes vor vollendete Tatsachen stelle«.

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as. In dem gleichen Augenblick, in dem sich S t a l i n über die fundamentalen Grundsätze des Völkerechts durch Nicht­anerkennung von Lazarettschiffen in der Ostsee und im Eismeer hinwegsetzt, bereitet sich Roosevelt, der sich schon ganz und gar als Verbündeter der Bolschewisten fühlt, auf den beispiellosen Völkerrechtsbruch eines Über­falles auf deutsche Kriegsschiffe vor. Es kann heute nicht mehr der geringste Zweifel daran bestehen, dah der amerikanische Präsident seiner Kriegsmarine den Be­fehl erteilt hat, unter allen Umständen einen Zwischenfall herbeizuführen. Das wird neuer­dings von Wendell Willkie bestätigt, der ja zu den Ver­trauten Roosevelts gehört und der für feine enge Zusammen­arbeit mit Roosevelt, den er im Wahlkampf zu bekämpfen vorgab. demnächst mit einem hohen Amt, vermutlich, dem höchsten Posten in der Leitung der amerikanischen Kriegs- mdustrie, belohnt werden wird. Es ist also nicht irgendwer, der Roosevelts Schiebbefehl an die USA.-Flotte bestätigt, londern ein Mann, der zu den wenigen gehört, mit denen Roosevelt Staatsgeheimnisse zu besprechen pflegt. Im übri­gen aber liegt der Rooseveltsche Schießbefehl an die USA.- Flotte vollkommen auf der Linie der Politik, die seit langem nur das Ziel kennt, die USA. in den Krieg hineinzutreiben. Ganz systematisch macht Roosevelt Zug um Zug, um entgegen all seinen Versprechungen und entgegen dem Willen des Volkes der USA., die Teilnahme am Kriege zu erreichen.

Der frühere amerikanische Botschafter in Paris, Bullit, der im Auftrage des Präsidenten für den Krieg in Europa arbeitet, ist derweilen bemüht, denjenigen Amerikanern, deren gesundes Empfinden sich gegen jede Zusammenarbeit mit Statin und dem jüdisch-bolschewistischen Verbrecher­gesindel auslehnt, diese Kampfgemeinschaft schmackhaft zu machen. Er erklärte in einer Rede u. a., Stalin untergrabe die Macht Hitlers und diene somit der Menschheit. Stalin als Vorkämpfer der Zivilisation und Förderer der Menschheit, das also ist der letzte Agitationstrick der jüdisch verseuchten Clique um Roosevelt.

Freilich muh man auch in den USA. erkennen, dah es

mit der Untergrabung der Macht Hitlers durch Stalin nicht weit her ist. Selbst die USA.-Blätter. die bisher mit grober Begeisterung die verlogenen sowjetischen Heeresberichte ver­öffentlichten, lassen sich jetzt von ihren Londoner Korrespon­denten berichten, dah man in der englischen Hauptstadt mit weiteren sowjetischen Rückschlägen,rechnet. In London selbst spricht die „Times" davon, dah eine Periode schwerer Prüfungen für die Sowjetarmee begonnen habe, während andere englische Blätter von der gefährlichen deut­schen Offensive gegen Leningrad und Kiew berichten und davon sprechen, dah deutsche Panzerkrafte wieder tief im Rückendes Fern des stehen. Man ist denn auch bemüht, die sowjetisch-englischen Militarbe- sprechungen zu beschleunigen, obwohl man sich auch in Lon­don klar darüber ist, dah man den Sowjets keine wirksame Hilfe bringen kann.

Herr Churchill hat sich im Unterhaus gestern be­müht, den Sowjets bereits insofern eine Aufmunterung zu­teil werden zu lasten, dah er das Abkommen mit Moskau feierte und erklärte, es sei selbstverständlich ein Bündnis und die Bolschewisten seien jetzt- die Alliierten Englands, wobei er Herrn Eden demonstrativ für das Zustande­kommen dieses Bündnisses lobte. Im übrigen war Herr Churchill bestrebt, den sehr ungünstigen Eindruck der letzten Rustungsdebatte zu verwischen. Er kündigte eine neue Aussprache über dieses Thema an, für die man die Rollen rechtzeitig verteilen wird, schon um den bolschewistischen Bundesgenosten nicht fovfscheu zu machen.

Höchste Auszeichnung für Mölders

Der erfolgreichste Jagdflieger der Welt — Fünf Sowjet­flugzeuge an einem Tage von ihm abgeschossen

Aus dem Führer-Hauptquartier, 16. Juli. (Funk­meldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bei den Kämpfen an der Ostfront schob Oberi.ntnant Mölders, Kommodore eines Jagdgeschwaders, geller» fünf Sowtetflugzeuge ab. Er hat damit in diesem Kriege insgesamt 101 Abschüsse erzielt und eiulchlieblich seiner 14 Abschüsse im Spamenfeldzug insgesamt 115 Luft- fiege errungen.

Der F ü h r e r und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat diesem heldenhaften Vorbild der Luftwaffe und erfolg­reichsten Jagdflieger der Welt als er st em Offizier der deutschen Wehrmacht die höchste deutsche Tapfer- keitsauszeichnung, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ver­liehe«.

Günstiger Verlauf der Operationen

Verzweifelte sowjetische Gegenangriffe zurückgeschlagen

Aus dem Führer-Hauptquartier, 16. Juli. (Funk­meldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Oste« nehme» die Operationen ihre» günstigen Verlauf.

An mehreren Stelle» wurde» verzweifelte sowjetische Gegenangriffe unter blutigen Verlusten für de» Fei»d zurückgeschlagen.

Im Kampf gegen Erobbritannien beschädigte die Luft­waffe ostwärts Newcastle zwei grohe Frachiichiffe schwer. Kampfflugzeug- bombardierten in der letzten Nackt die Hafen- anlage« von Margate.

Der Feind warf in der letzten Nackt mit kckwacken Kräfte« eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben in Westdeutschland. Nachtjäger schossen drei der an- greifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

Wie bereits durck Sondermeldung bekanntgegeben, schob

Oberstleutnant Mölders. Kommodore eines Jagd­geschwaders. gestern fünf weitere Sowjetflugzeuge ab und errang damit in diesem Krieg seine» 101. Luftsieg.

Tief nach Osten vorgeftotzen

Berlin. 15. Juli. Nach dem Durchbruch durch die stark befestigte Stalin-Linie stieben deutsche Verbände am 14. Juli weiter in Richtung auf Kiew vor. Die Reste der zwischen S b i t o m i r und Berditschew geworfenen Bolschewisten, verstärkt durch rasch zusammengestellte gemischte Einheiten, versuchten, den tief nach Osten hinein stob enden Keil der deut­schen Truppen anzugreifen. Obwohl gleichzeitig weiter westlich eingeschlossene starke Sowletver- bände verzweifelte Ausbruchsversuche unternahmen, brachen zahlenmäßig weit unterlegene deutsche Kräfte nach drei Tagen die bolschewistische Übermacht. Die eingeschlosienen Sowjets im Raum weltlich Berditschew wurden vernichtet oder gesangengenommen. Der Widerstand in den Flanken wurde überall gebrochen. Die Bolschewisten hatten hohe Verluste an Menschen. Waffen und Gerät.

London gibt Schiffsverluste nicht mehr bekannt

Churchill weib ans seinem Schwindel selbst nicht mehr ei» »och ans

Berlin, 15. Juli. Churchill ist offenbar hinsichtlich seiner Schisfsoerlustlügen am Ende seines Lateins angelangt. Die britische Admiralität veröffentlicht, wie Reuter meldet, das Cummuniauö mit dem Teilgeständnis Churchills über die Verluste an Handelsschiffen im Verlauf des Monats Juni. Gleichzeitig gibt sie bekannt, dab in Zukunft die Schiffs- Verluste infolge feindlicher Kampfhandlungen nicht

52 britische Schiffe mit 228 284 BRT. und 27 „alliierte" und „neutrale" Schiffe mit rund 101 000 BRT.

Diese Zahlen zeigen, dah Churchill und Vie britische Ad­miralität auch diesmal nicht daran denken, wenigstens an­nähernd die wirklichen Verluste an Handelsschiffsraum ein­zugestehen. Derartige „wichtige Informationen der britischen Admiralität wird man deutscherseits misten können, ohne Schaden zu nehmen.

Dollar-Imperialismus

Von Wilhelm Ackermann

Die Besetzung Islands durch Truppen der Ver­einigten Staaten, angeblich in der Stärke von zwei Divi­sionen. ist von Roosevelt unter Vorspiegelung falscher Tat­sachen sowohl den Isländern wie den Amerikanern selbst gegenüber angeordnet worden. Der von ihm selbst veröffent­lichte Brief des isländischen Ministerpräsidenten enthielt für die Zustimmung seiner Regierung zu dieser Besetzung die ausdrückliche Voraussetzung, dah sie im Zuge der A b - lösungder bisher auf Island befindlichen englischen Truppen erfolge. Diese Voraussetzung zu mißachten waren Roosevelt und Churchill von vornherein entschlosten, und der englische Premierminister hat inzwischen bereits amtlich im Unterhaus erklärt, englische Besatzung werde auch weiterhin auf Island bleiben. Für England ist es natürlich eine angenehme Prestige-Angelegenheit, auf diese Weise der Welt ein militärisches Zusammenwirken eng­lischer und amerikanischer Truppen vorzuführen. Und Roose­velt hofft vielleicht seinerseits, dadurch die noch etwas empfindsamen Nerven des amerikanischen Volkes in der Frage einer möglichen offenen Kriegsbeteiligung abzu- stumvfen.

Jndesten ist das nur ein Zwischenspiel, geniesten an der übrigen, sich allgemach abzeichnenden Entwicklung, die klar erkennen läßt, dah das amtliche Washindton die günstig scheinende Gelegenheit zu weiteren imperialisti­schen Experimenten ausnutzen will. Die Begründung, die für die Jslandbesetzung gegeben wird, soweit sie die Not­wendigkeit der Sicherung des englisch-amerikanischen See­verkehrs im atlantischen Ozean hervorhebt, vaht ja schließlich genau so auf den Süden wie auf den Norden dieses Meeres. Deshalb werden denn auch in der amerikanischen Öffent­lichkeit, teils zustimmend und fordernd, teils ablehnend und warnend, als weitere Ziele Rooseveltscher Stützvunktpolitik die portugiesischen Azoren- und kapverdischen In­seln und die französische Westafrikaküste mit der Haupt- und Hafenstadt Dakar genannt. In Portugal ist man seit langem beunruhigt über solche Möglichkeiten nordameri­kanischer Abenteuerpolitik, hinter denen man auch handfeste Absichten aus endgültige Vereinnahmung der Azoren vermutet; und so sind die dortigen Garnisonen be­reits kürzlich verstärkt worden, und weitere Transporte sind in Vorbereitung. Das hat in englischen Zeitungen zu hämi­schen Elasten über den Kampfwert portugiesischer Soldaten geführt, die immerhin im Weltkrieg gut genug waren, um auf Grund des alten Bundesverhältnisses zwischen London und Lissabon halbausgebildet in die Schützengräben Nord­frankreichs geschickt zu werden. Aber auch in Frankreich nimmt man die «mexikanischen Dakargelüfte ernst genug, um ent­schiedenen französischen Widerstand dagegen anzukündigen. Es scheint in der Tat, als habe sich in Roosevelts unberechenbar gewundenem Hirn die Vorstellung eingenistet, die USA. sollten auch eine afrikanische Macht werden. Den Begriff der westlichen Halbkugel, auf die sich die amerikanische „Ver- teidigungs"-Politik beschränken sollte, hat er ja ohnehin in einer kürzlichen Pressekonferenz in fast zynischer Form über Bord geworfen.

Diese Afrika-Idee spielt auch in Mitteilungen eines amerikanischen Blattes hinein, das unlängst über einen Plan Roosevelts berichtete, in Zentralafrika eine gemeinsame englisch-amerikanisch-de Gaullistische Front gegen die Achsen­mächte zu bilden, unter Preisgabe des Nordens, also auch Ägyptens und der Suezzone. General W a o e 11, wurde wei­ter berichtet, habe diesem Gedanken durchaus zugestimmt wegen der Schwierigkeit für England, die Positionen im Mittelmeer und im vorderen Orient zu behaupten. Und eben diese Zustimmung und Stellungnahme sei einer der Gründe für seine Absägung gewesen, da Churchill er­klärt habe, er könne aus Gründen des englischen Ansehens und der Wirkung auf die englische Öffentlichkeit einer sol­chen Preisgabe wichtiger Stellungen und Gebiete nicht zu- stimmen. Gleichgültig, ob diese Geschichte aus dem Näh­körbchen in allen Einzelheiten stimmt, so liegt doch jedenfalls auch ihr die Voraussetzung eines aktiven Interesses der Ver­einigten Staaten an Afrika zu Grunde. Und damit verstärkt sich der Eindruck, daß Roosevelt die Gunst der Lage, die hilflose Abhängigkeit Englands nutzen will, zu einer regel­rechten weltweiten amerikanischen Beute- Politik, die keine Rücksicht mehr aus bisher englische Interessengebiete nimmt.

Aber die Dinge gehen noch weiter: es wird von USA.- Plänen gesprochen, amerikanische Stützpunkte auch in Nord- Irland und sogar in Schottland zu errichten, und die englische Regierung hat bereits amtlich zugegeben, daß amerikanische technische Spezialkräfte auf nordirischem Boden an der Arbeit sind. Allerdings mit der einschränkenden Be­hauptung, das geschehe im Rahmen privater Dienstverträge, die sie mit den Einzelnen abgeschlossen habe. Aber da Roosevelt selbst neuerdings erklärt hat. man werde ameri­kanische Arbeitskräfte im Dienste der englischen Verteidigung überall in der Welt antreffen können, so wird die eigentliche Tendenz durch feine Unterschiede zwischen Privatverträgen und amerikanischer Direktaktion nicht mehr allzusehr ver­schleiert. Nimmt man hinzu, daß in der Öffentlichkeit der Vereinigten Staaten immer wieder auch Stützvunktforde- mngen gegenüber der Sowjetunion für den Fernen Osten

mehr in regelmäßigen Zwischenräumen ver­öffentlicht würden, „da man dem Feinde sonst wichtige Informationen erteilen würde".

Washington vernichtet alle völkerrechtlichen Prinzipien

Bortugiesisches Hoheitsgebiet — solange die USA. will — Welles „erklärt" amerikanische Versprechungen

Letzteres ist natürlich eine faule Ausrede, da ja „der Feind" und mit ihm die Weltöffentlichkeit sowieso nie etwas auf Churchills Schwindelcommuniquss gegeben haben, geschweige daraus wichtige Informationen ziehen konnten. Schon seit der ersten Veröffentlichung der britischen Ad­miralität über die Handelsschifssverlufte wußte die Welt, daß es nur kümmerliche Teilgeständnisse waren, deren „Unter­schlagungen" dann x-mal durch die Veröffentlichungen der Oberkommandos der Achsenmächte bewiesen und richtiggestellt wurden.

In dieser Lage griff Churchill zu neuen Tricks. Jonglier- kunststückchen und raffinierten Täuschungsmanövern, dessen letztes vom 20. Juni bekanntlich in plötzlichen „Nachlieferun­gen" von rund 110 000 verlorenen BRT. für den Monat März und von rund 93 000 BRT. vernichteter britischer Tonnage für Avril bestand, womit aber noch lange nicht die vom OKW veröffentlichten Zahlen erreicht wurden.

An Schiffsverlusten für den Monat Juni gesteht die britische Admiralität insgesamt 79 Schiffe ein, und zwar

. Berlin. 15. Juli. Nachdem Die USA.-Regierung erst un­längst die Zusicherung gegeben hatte, die Ver. Staaten wür­den portugiesisches Hoheitsgebiet nicht besetzen, interpretierte der stellvertretende Außenminister SumnerWelles diese Zusicherung in einer Washingtoner Pressekonferenz auf eine Art und Weise, die praktisch das Versprechen rückgängig macht.

Wohl legen die USA. wert daraus, erklärte Welles, daß Portugal die Souveränität über die Azoren und die Kapverdischen Inseln behalte auch hätten die Der. Staaten keine aggressiven Absichten und wollten die territoriale Integrität der portugiesischen Besitzuimen nicht antasten — aber im gleichen Atemzug- verwies Welles auf Roosevelts letzte Botschaft an den Kongreß anläßlich der Besetzung Islands. Hieraus folgerte Welles, es sei für die Sicherheit der USA. lebensnotwendig, daß die strategischen Außenoosten ..in den Händenbefreundeter Nationen" blieben; Amerikas Politik von beute basiere auf dem unabänderlichen Recht der Selbstverteidigung.

Führt man diele schwülstigen Phantasien auf einen allge­meinverständlichen Nenner zurück, so heißt das. Welles hat die Zusicherung der USA. - Regierung an Portugal einfach rurückgenomme». wobei er

allerdings um ein Alibi für seinen Herrn und Meister Roose­velt besorgt war. Denn es dürfte niemand daran zweifeln, daß Roosevelt genau wie im Fall Island auch skrupellos gegen portugiesischen Besitz vorgehen wird, sobald ihm das in lein eurooafeindliches Konzept paßt. Die dehnbaren und völlig undurchsichtigen Voraussetzungen hierfür zu schaffen, ist Sache seiner politischen Handlanger.

Welles' Erklärung ist insofern lehrreich und aufschlußreich mgleich. deckt sie doch die ganze sture Arroganz der derzeitigen Machthaber im Capitol aui: Washington maßt sich an. ganz nach Belieben alle völkerrechtlichen und zwischenstaatlichen Erundmtze außer Kraft zu setzen. Die Regierung Roosevelt „ersetzt diele international anerkannten Grundsätze durch den höchst dehnbaren Begriff, daß die Sicherheit der USA. und das Recht auf Selbstverteidigung all? völkerrecht­lichen Prinzipien, auch das Souveränitätsvrinziv und die territoriale Unveriehrheit außer Kraft setze.

Europa wird sich dieses USA.-Programm gut merken, und es wird sich darauf einrichten. Bisher ist es jedenfalls ein Novum in der Weltgeschichte, daß ein Staat die angemaßten ^Ausenvosten seiner ..Selbltverteioigung" 6000 Kilometer über die Landesgrenze hinausschiebt.