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Freitag, 1L Juli 1941

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 160 Sette 8

Wiesbadener Nachrichten

der ionitigen Betriebsorganisation immer die Erfüllung der Aufgaben zu sieben bat. die der Berufsverkehr einem öffentlichen Verkehrsunternehmen stellt. Unter Anspannung aller verfügbaren Kräfte an Personal und Material wird der Omnibusverkebr durchgefübrt und der stark gestiegene Verkehr bewältigt, immer unter dem Gesichtspunkts daß ine Ermllung persönlicher Wünsche bestimmter Fahrgastgrupven zuruckzu- treten bat binter dem Erfordernis dem berufstätigen Volks­genossen in erster Linie die Fabrmöglichkeiten zu bieten die »ihn schnell von und zur Arbeitsstätte bringen. Wenn diese oe bisher von den Städtischen Verkehrsbetrieben erfüllt n konnte, so nur deshalb, weil das gesamte Personal in lobenswerter Einsatzbereitschaft seinen schweren Dienst er­füllte. ohne an Freizeit oder gar längere Urlaubszeit zu denken. Aber schließlich muß auch hier eine verantwortungs­bewußte Betriebsführung Mittel und Wege suchen, um nicht die letzten Reserven aus Personal und Material herauszu- holen und dann letzten Endes vor einem Nichts zu stehen. Es mußte zu Maßnahmen gegriffen werden, denen alle vernünf­tigen Volksgenossen Verständnis entgegenvringen werden: der * ' : wird ab sofort einer Neuregelung :r Sonntag - V or.ni i t t ag bleibt bis auf jeder Linie

Sonntagsver unterzogen werden. ...

auf weiteres v e r k e b r s f r e i (je ein Wagen auf jeder Linie in der Frühe ausgenommen).: erst ab 13 Uhr wird der Dienst in einem zwar beschränkten, aber doch regelmäßigem Umfange durchgeWrt. wobei die letzten Fahrzeiten gegenüber bisher um eine Stunde verkürzt werden. Lediglich Vie Linie 15 (Wiesbaden-Schierstein) wird an Sonntagen ganz einge­stellt. Die Freunde des Strandbades haben jedoch Gelegen­heit. mit Der Straßenbahn, die einen verstärkten Verkehr durchführt, von der Hauptpost nach Biebrich zu fahren, wo vom Rheinuser aus direkte Vootsverbindung mit dem Strandbad auf der Retthergaue besteht, Uber alle.Änderungen gibt der Fabrvlan. den die Städtischen Verkehrsbetriebe veröffent­lichen, erschöpfend Auskunft. Es sei nur noch darauf verwiesen, daß die Linie 1 nach Biebrich auch an den Werktagen nur bis Scklotzvark verkehrt und lediglich, an 3 Abschnitten des Tages, an dem in der Hauptsache Berufsverkehr herrscht, die Wagen bis Horst-Wessel-Platz fahren. Aber auch hier kann man ja die Straßenbahn benutzen, die von Wiesbaden-Hauptpost bis Biebrich-Rbeinufer fährt.

Die Einschränkungsmaßnahmen werden von allen ein­sichtigen Volksgenossen verstanden werden, denn es gebt vor allem darum, in der guten Jahreszeit und hier vor allem in den berufsfreien Sonntagen Kräfte und Material zu sparen, die zweckmäßigerweise im Herbst und Winter eingesetzt werden können. W. P.

Kriegsverpflichtende Verkehrspotttik

<Eht neuer Sonntagskahrvlan der Städtischen Berkehrsbetriebe

Die kleinen Einschränkungen in unserer Lebenshaltung, die wir in der Heimat zu bringen freudig bereit sind, um auch unsererseits w Endsieg beizutragen, wiegen verschwindend gering gegenüber der Einsatzfreudigkeit und Opferbereitschait, die die deutsche Wehrmacht in den bisherigen Feldzügen dieses Krieges gebracht bat und gerade in diesen Tagen wieder im Osten stündlich und täglich bringt, um den Sieg an Groß- beutWanbs Fahnen zu heften. Wir in der Heimat gedenken mit Bewunderung unserer Vater und Brüder, unserer Ver­wandten und Berufskameraden im grauen Rock, die im schweren Kampfe gegen die Feinde der europäischen Kultur stehen. Wir lesen und hören von dem ständigen Vordringen unserer Truppen und wenn wir in den lebendigen Kampf- bildern der Filmwochenschau die Verwüstungen in den Städten und Dörfern in Feindesland sehen, können wir dem Führer nickt genug dafür danken, daß es seine Staats- und Feldherrn- kunst bewerkstelligt hat. das Kamvfgeschehen vom deutschen Heimatboden fernzuhalten und durch den Aufbau der Panzer- und Luftwaffe zwei Faktoren der Kriegführung zu Wh en. die überall da wo Re eingesetzt werden, für Deutschland sieg­reich sind Unsere Feinde haben damit gerechnet und tun dies auch sicherlich beute noch, daß diele gefürchteten deutschen An- Sfswafsen eines Tages doch einmal aus Mangel an ererb­en oder Ergämunasrnaterial ihrer Aktivität verlustig >n würden. Wie in io vielen Dingen dieses Krieges, haben lick auch hier die Plutokraten bittet getäuscht. Die Bewirt­schaftung des Brennstoffes und der sonstigen, für den Kraft­verkehr notwendigen Materialien, bat grundlegend dafür ge­sorgt. daß zuerst einmal die Truppe und dann die kriegsnot­wendige Wirtschaft ihren Bedarf restlos decken kann. Die Privatwagen wurden stillgelegt. Rutzfabrzeuge vom Benzin auf andere Treibstoffe umgestellt und wem wirklich das Ver­trauen geschenkt wurde und einen bemintelten Wagen zuge- gewiesen erhielt, der sollte sich vor jedem Kilometer.Fahrt Rechenschaft darüber ablegen ob er den dadurch bedingten Treibstoff- und Materialverbrauch gegenüber den Knegsmaß- nabmen vor seinem Gewissen verantworten kann.

Unsere Städtischen Verkehrsbetriebe haben ihre gesamte Tätigkeit unter dem Blickpunkt der knegsver- oilichtenden Notwendigkeiten gestellt. Das bedeutet, daß irn Vordergrund aller Matznabmen der Fahrplangestaltung und

Helfende Hände

Die Reichsfrauenfübrerin über den Einsatz bet Frau im Kriege

Reichsfrauenführerin Frau Sckoltz-Klink sprach in Düsseldorf vor mehreren tausend Frauen. Sie ging da­von aus. daß drei Grundsätze für die Arbeit der National­sozialisten seit Beginn des Kampfes ihre Gültigkeit behalten hätten, die Begriffe Glauben. Bert rauen und Arbeit. Der Glaube habe den Nationalsozialisten zum Sieg verhalfen, Glauben und Vertrauen zusammen hatten dann geboten, die Arbeit aufzunehmen. Arbeit bedeute nichts anderes als die tägliche Auseinandersetzung mit dem Leben. äir müssen uns arbeitend mit dem Leben. auseinander» ui. Wir arbeiten, um in der harten Auseinandersetzung unteres Volkes um seine Behauptung in der Welt unser Teil beizutragen. Immer mehr muß die innere Umstellung des Deutschen zur Arbeitsauffassung als dem Dienst jedes ein­zelnen Volksgenossen im Gesamtdienst der Nation alle Volks­genossen erfassen." . ,

Wenn es beute, wo unsere Manner in hartem Kampfe an der Front stehen, notwendig sei, daß auch in der Heimat keine Frauenhand untätig bleibe, so sei dieses Ziel noch nicht ganz erreicht. Leider stände heute im Einsatz für den Sieg noch manche Frau beiseite. Allerdings sei die Zahl der Men­schen, die noch zu einem wirklich nutzvollen Einsatz gebracht werden könnten, nicht mehr allzu groß. Nach weiteren Aus­führungen zu dieser Frage schloß die Reichsfrauenführerin: Es muß heute, wo das ganze deutsche Volk bestrebt ist, Opfer zu bringen, festgestellt und gesagt werden, daß die Arbeit der größte Adel und die größte Kriegsauszeichnung ist, die eine deutsche Frau sich in diesem Krieg holen kann. Nichtstun ist die größte Schande, die nachher zeitlebens an denen haften bleiben wird, die diese Schande auf sich genommen haben. Es darf heute keine deutsche Frau geben, die sich aus der Kette der helfenden Hände ausschließt. Keine Frau darf vergeben, daß die deutschen Frauen in großen gefährlichen Zeiten und in Zeiten innerer Kraftproben immer nahe zu­sammengerückt sind. Jede deutsche Frau muß daher auch heute ihr Teil zur Erringung des Sieges beitragen. Der größte Kamps unteres Volkes um seine endgültige Position in der Welt verlangt eben von allen Opfer.

Freitag Berdunkelung von 21.345.30 llhr

flämische Aulturwoche in Darmstadt

L

Das flämische Konzert im Hesstschea Landestheater

Es gibt kaum ein zweites Volk, das so innig mit der heimat­lichen Eide verwachsen wäre, diesem fetten Boden mit seinen wogenden Kornfeldern, seinen Viehherden, seinen Windmühlen, seinem schweren Wolkenhimmel und der Ilnendlichkeitspoeste seines Horizontes. Hier entwickelte sich ein derb gesundes, genug» freudiges Volkstum, dem aber in den alten, gotischen Städten ein mittelalterlich-phantastisches Wesen gegenübersteht. Am deut­lichsten spttcht die Volksseele zu uns aus den Gemälden der flämischen großen Meister. Aber auch in der Musik hat das alte Flandern von jeher eine Rolle gespielt. Große Komponisten wie Sweeling, Okhegem, oder Roland de Satire waren es, die die gotische Musik der Konttapunktik zur höchsten Blüte brachten, die ganze musikalische Welt befruchteten und den Boden vorbereiten haften, aus dem die klingenden Dome eines Johann Sebastian Bach emporwachsen sollten. Die politische Entwicklung, der Ver­lust der Selbständigkeit brachten es mit sich, daß diese Musik von ihrem germanischen Urquell abgedrängt wurde. Die künstliche Schaffung des Pufferstaates Belgien, der zwei ganz verschieden­artige Rassen zu einer Einheit zusammenzuschweißen suchte, brachte es mit sich, daß dieses kraftvolle, uns am nächsten stehende Volks­tum sich allmählich mit einem französischen Firnis überzog, und das galt besonders von der Musik, die dadurch ihre nordische Eigenart immermehr einbüßte. Aber der Flame ist nie ein rechter Romane geworden, urb wenn man Brüssel hundertmal als ein Klein-Paris bezeichnete.

Von der flämischen Malerei, auch der modernen, wußten wir chon lange allerlei. Von der modernen Musik recht wenig. Um o dankenswerter ist es, daß es den vereinten flämischen und beut» chen Bestrebungen gelang, ein Konzert im Landestheater zu ver­anstalten, das von dem Orchester der Königlich Flämischen Oper Antwerpen unter Leitung von Hendrik Diels ausgeführt wurde. Wir hörten zunächst die Ouvertüre zu der komischen OperDer Elfenkönig" von Peter Benoit. Dieser Westflame ist so recht der Bahnbrecher der neu- flämischen Musik. Alaine mit Leib und Seele, hat er eingehende Munkstudien in München, Leipzig und Dresden getrieben. Leiden­schaftlich befürwortete er, der sich auch als Musikschriftsteller be­tätigte, den künstlerischen Anschluß an das von ihm bewunderte Deutschland. Er schuf zahlreiche Werke der Kirchenmusik, Chor­werke und Opern, unter denen derElfenkönig" eine der be­deutendsten ist. Die Ouvertüre, die uns vorgeführt wurde, be­rührt uns beinahe heimatlich wie ein Stück deutscher Romantik. Zunächst scheint ein Gewitter niederzugehen, Blitze zucken in den Holzbläsern, bann breitet sich ein Gesang bet Celli aus, und den

Wir gedenken am 11. Juli: bet 1700 durch König Friedrich I. von Preußen, geb. 11. 7. 1675 zu Königsberg, gestifteten Akadernieder Wissenschaften in Berlin. 1826 wurde in Düsseldorf Franz Gr asbvf geboren, ge­storben 1893 zu Karlsruhe. 1855 Direktor des Berliner Eich­amtes. wurde er 1863 Professor für angewandte Mechanik an der Technischen Hochschule Karlsruhe. Er ist der Mitbegrün­der und langjährige Direktor desVereins Deutscher In­genieure" (VDJf. Für besondere Verdienste um die Technik verleibt diese Vereinigung eine nach Grasbof benannte Ge- dächtnismüme. 1897 stieg auf Spitzbergen der schwedische Ingenieur Salomon August A n d r 4 e im Freiballon zu einer Fahrt nach dem Nordpol auf und blieb lange verschollen, ge­boren 18. 10. 1854 zu Grenna. Am 6. August 1930 fand man auf der zum Spitzbergen-Archipel gehörenden Weißen Insel außer Andröes Aufzeichnungen das Lager der Expedition und in ihm seine und seiner zwei Begleiter Leichen. 1920 fand in Ost- und Westpreußen die Abstimmung statt. Sie gestaltete sich zu einem gewaltigen Bekenntnis für das Deutschtum. 1940 wurde Marschall H 61ain Chef des ftanrösischen Staates.

Zum Feldpostverkehr mit unseren Soldaten in Nord- afrika sind Feldpostsendungen in der gleichen Weise zu- gelassen wie auf dem. europäischen Festlande. Zusätze zu den Anschriften rote: Aftlkakorps, Nordafrika, Truppenteil oder Trupvengattung sind unstatthaft. Leicht verderbliche Lebens­rnittel sind wegen der hohen Temperaturen keineswegs zu schicken. Im Feldpostverkehr mit den deutschen Frei- roi II lgen bei italienischen Truppeneinheiten in I t aI ie- Nisch-Ostafrika sind nur gewöhnliche Postkarten und Briefe bis zum Gewicht von 5 Gramm zugelassen, die ge» bubrenfiei befördert werden. Die Anschrift dieser Sendungen mutz mit lateinischen Buchstaben geschrieben sein. Sie mutz enthalten Vor- und Zuname des Empfängers, die Feld- vostnumrner und die Bezeichnung der Abteilung, bei der sich der Empfänger befindet. Am oberen Rande der Anschriftseite ist der VermerkFeldpost Posta Militare" und am unteren Randedie LandesbezeichnungAftica Orientale Staliana" anzugeben.

Zur Vernichtung der blutigsten Tyrannei, die auch Dein Hans bedrohte, setzen unsere Soldaten ihr Leben und ihre Gesundheit ein. Danke es ihnen durch Deinen Beitrag für das Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes am Sonntag!

Schluß macht ein Brillantes, an Weber gemahnendes Allegro. Die ausgezeichnete Sopranistin Maria van der Meirsch sang sodann mit ihrer mächtigen, hochdramatischen und sehr kultivierten Stimme in flämischer Sprache die Arie aus der OperIsa" von Benoit, die einen fast volksliedhaft schlichten Charakter hat. Jof van Hoof ist einer der bei uns vorläufig noch wenig be­kannten Tonsetzer. Seine groß angelegte Sinfonie in A-bur be­ginnt mit einem kurzen, energischen Thema, dem ein einschmeichelndes Seitenthema entspricht. Das Moderato wird vor allem durch eine weiche Melodie der Geiger getragen. Ein Tremolo, über dem die Melodie der Klarinette schwebt, wird ab­gelöst von dem Vorwärtsdrängen des Orchesters voll jubelnden Merfchwangs, bis die Komposition in die Besinnlichkeit des ersten Themas zurücksinkt. Höchst drastisch ist das von echt flämischer Erdenfreude erfüllte Scherzo nut Pauken, Trompeten und Tam­burins, das ein Bild einer Kirmes von Brueghel vor die Sinne zaubert. Im gleichen übermütigen Ton setzt auch das Schlußallegro ein. Im Marschtempo brummen die Bässe daher wie Bei einer Bauernhochzeit, um dann mit allen ÜB eigen Instrumenten sich zu einem festlichen Finale im Sinne der Daseinsbeiahung zu oetBin» den. Es ist ein überaus farbenprächtiges Werk, unter dessen Wirkung das zahlreich erschienene Publikum sichtlich stand. Run kam Lieven Duvosel zu Wort, der 1871 in Gent, also im

Herzen des Flamenlandes, das Licht der Welt erblickte, und für

dessen Werke sich einst kein geringerer als Arthur Nikisch einsetzte.

Er brachte seinerzeit das sinfonische GedichtAn der Sete (Neben­

fluß der Schelde) in Berlin unter großem Beifall heraus. Das Naturhaste der flämischen Musik tritt uns in dem vorgeführten M o r g en besonders deutlich entgegen. Da haben wir die Breite Landschaft, die wir aus den lichtdurchtränkten Gemälden der flämischen Klassiker kennen. Harfen blinken auf wie die ersten Lichtstrahlen, Morgennebel wallen, Vögel zwitschern, die Bläser stimmen einen Choral an, bis der Sonnenball sich majestätisch er­hebt. Maria van der Meirsch fang noch eine Arte aus der Oper Winternachtstraum von Auguste d e B o e ck , der lange am Konservatorium in Mecheln wirrte und als Orgelspieler berühmt wurde. Der Sängerin wurden Blumen überreicht, die mit Schlei- fen in den deutschen und flämischen Farben geziert waren. Den Schluß machte eine sinfonische Dichtung von (&|at Franck, der aus Lüttich stammt, aber mütterlicherseits deutsches Blut hat. Be­kannt ist, baß er, d« Bach und den Wagner desTristan" zu einer neuen Einheit verschmolz, eigentlich erst in Frankreich die moderne Sinfonie ins Leben rief. SeinWiener Jäger" hat etwas von der Spukromantik der Wolfsschlucht. Bei all diesen zum Teil recht anspruchsvollen Orchesterwerken hatte der Dirigent Hendrik Diels eine sichere Hand. Sein elegantes Auftreten unterstützte die temperamentvolle Ausdeutung der Musik, so daß ihm stürmischer Beifall zuteil wurde.

Dr. Wolfram W a l d s ch m i d t. 1

Ehrenlisten der Heimat

Am Sonntag unser Opfer dem DRK.

In kühnem Siegeszug steht der deutscke Soldat im Osten bart am Feind. Wir in der Heimat begleiten die Operationen unserer Wehrmacht mit heißem Herzen und mit der inneren Bereitsckaft. unsere Pflicht bis zum äußersten zu erfüllen. Dazu gehört auch, daß wir der großen Organisation des 2. Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz untere Unterstützung leihen. Am Sonntag bei der Haussammlung ist wieder einmal Gelegenheit dazu gegeben, uns mit einem Opferin diese Ehrenlistender Heimat einzutragen. Unsere Soldaten haben uns davor bewahrt, daß unsere Hei­mat verwüstet wurde, wie es die roten Mordbanden geplant batten. Wir wollen unseren tapferen Feldgrauen dafür danken und diesem Dank am Sonntag sichtbaren Ausdruck geben. P-

Der Leser hat das Wort:

Kampf den Blumenzerstörern

Gibt es keine Möglichkeit gegen die Blumenräuber in Ihrer Zeitung öffentlich vorzugepen? Auck mir sind in den letzten acht Tagen fast sämtlich« Hortensienblüten abge» schnitten worden. Als wir vor zwei Jahren unser Häuschen mit Vorgarten bezogen, ließ ich von einem Gärtner zwei Fuhren Gartenerde auf Das das kleine Beet an der Straße auf» schütten, ließ 18 Hortensien pflanzen und freute mich wie ein Kind, daß sie jetzt endlich nach zwei Jahren trotz stiefmütter­lichster Lage Blüten angesetzt batten. Und nun wird von roher Hand eine nach der anderen abgeschnitten. Das tut richtig webRiesengroß und hellblau wären die Blüten gewor­den. eine Freude für jeden Vorübergehenden. Gleich nach dem erltenMord" brachte ich ein Schild an. die Blumen zu schoyen. Es wurde abgerissen Auch ein zweites. Nur aus Zerstörerwut. Monatelang haben die Pflanzen in Schnee und hoch in Eiswasser gestanden ich glaubte sie schon ohne Leben, aber treu und dankbar wie nur Pflanzen sein können, trieben sie Blätter und Blüten. Wie bin ich traurig, daß es kein Mittel gibt gegen die Bosheit schlechter Menschen." H. v. B.

Ein Erotzfeuer brach am Freitagfrüh in einem Kohlen­lager an der Koblbeckstratze im Stadtteil Dotzheim in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes aus. Eine große, weithin sichtbare Rauchwolke stand über dem Brandvlatz. zu dem gegen 6 Uhr die Wiesbadener Feuerschutzpolizei mit mehreren Motorspritzen ausrückte. Eine große, aus Holz er­richtete Balkenhalle, unter der Koblenbestände in hoben Halden lagerten, stand in hellen Flammen und stürzte schließ­lich zusammen. Unter Einsatz von 3 M-Spritzen gelang es der Feuerwehr nach mehrstündiger harter Arbeit, den Brand auf feinen Herd zu beschränken und die auf die Kohlen herab« gestürzten Balken abzulöschen. Bei Redaktionsschluß waren die Männer der Feuerwehr noch habet, die schwelenden Kohlenberge, in denen ein größerer Schaden dank des um­fassenden Eingreifens der Feuerwehr nicht entstanden ist, unter Wasser zu setzen. Alle Anzeichen lassen darauf schließen, daß das Feuer auf Selbstentzündung zurückzuführen ist.

Sternschau vom 11. bis 20. Juli. Der HA Stunden abends nach der Sonne in der Dämmerung untergehende hellste Stern des Himmels ist Planet Venus als Abend- ftern an der Grenze der Sternbilder Krebs und Löwe in 230 Millionen Kilometer (Entfernung. Der eine Stunde vor Mit- ternach im Osten aufgehende, auffällig rote, sehr helle Stern ist Wandelstern M a r s im Sternbild Fische in 105 Millionen Kilometer Abstand von der Erde. Der eine Stunde nach Mitternacht im Ost-Nordosten im Sternbild Stier sich er­hebende hellste Stern des Himmels ist der Riesenplanet I u p i t e r im Sternbild Stier 860 Millionen Kilometer von uns weg.

Vollkornbrot muß den genau festgelegten Herstellungs- vorschriften entsprechen. Das Brot selbst oder die Umhüllung muß mit einer Gütemarke versehen sein, um den Käufer vor unzulänglichen Nachahmungen zu schützen.

Kirche mit ihrem 1483 errichteten 15 Meter hohen Altar, dem mit schöner Bildhauerei verzierten Taufstein und dem Grabstein des 1548 verstorbenen Feldmarschalls Ritter r ilchen.sowie das im 16. Jahrhundert erbaute Hilchen» aus mit seinem einzigartigen Renaissance-Giebel und -Erker in Augenschein genommen und bewundert werden Großes Interesse erregte auch die Mitteilung von dem Berg­rutsch 1923 unter der Burgruine Nollich. und daß Lorch im Mittelalter als Umladeplatz wegen der Rheinschwelle bei Bingen wohlhabend war. Nach fröhlichem Umtrunk in eini­gen Weinstuben Lorchs erfolgte bei sinkender Sonne die Heimfahrt. Alle Teilnehmer waren erfreut von dem schönen Verlauf des Ausflugs._____________________ 3.

Die Ruhestandsbeamteu besuchten Lorch a. Rh. Ein Dampfer trug am Donnerstag etwa 250 Wiesbadener Ruhe- standsbeamte mit Angehörigen auf den Wellen des Vater Rhein nach der alten Grenzfeste Lorch. War schon die Fahrt an den grünen Auen und schönen Siedlungen beiderseits des Rheins ein großer Genuss so wurde dieser noch durch de» Besuch der Stadt an der Wispermündung erhöht. Denn unter sachkundiger Führunggestellt vom Verkehrsverein konn­ten die Reste der alten Stadtbefestigung mit ihrem noch gut erhaltenen Wifperturm. die 700 Jahre alte St.-Martins- Kirche mit ihrem 1483 errichteten 15 M

Bäume in der Groststadt

2m Steingewirr der großen, grauen Stadt stehn sie im Trubel einsam und verlassen: Die Blätter hängen staubbedeckt und matt und sterben, windverweht, im Schmutz der Gassen.

Ein armes kleines Viereck Erde nur

darf ihren Wurzeln Halt und Nahrung geben, stumpf gleich Gefangnen, fern von Feld und Flur, vom Stein bedrängt, fo fristen sie ihr Leben.

Kein Vogellang durch ihre Zweige zieht, der Bäche Plaudern können sie nicht lauschen, sie kennen nicht der Brüder Lebenslied, des Waldes trotzig-stolzes Sturmesrauschen.

Ihr Glück und Trost: ein bißchen Sonnenschein, dem recken ihre Arme sie entgegen, und ab und zu wäscht wieder grün und rein mit gütig zarten Händen sie der Regen.

Und wenn des Nachts der linde Sommerwind den Heuduft herträgt aus der blauen Ferne zum Zeichen, daß sie nicht vergessen sind, dann stehn sie wie verklärt im Licht der Sterne.

Marianne Fischer. Dyck, Wiesbaden.

Die Juli-Ausstellung des Nassauischen Kunftpereins

Am Sonntag, den 13. Juli, eröffnet der Nassauische Kunst, verein in fernem jetzigen Ausstellungsraum in der Wilhelmstraße eine Schau mit Aquarellen von Professor Philipp Franck Berlin, Handzeichnunaen von Hans Peters, Lübeck und Aquarellen von Will Lehmann-Carwy, Hameln

Wanderung der OrtSwaltungcn Vst, Geisberg und Rheinstratze

Sonntag, 13. Juli: nach Eltville, Treffpunkt 8 Uhr Elsässer Platz.