Wmb ademr Tagblck
» Ä*»n»nh»rA'i*<> «itAhmrfrri»;. <ßr »i c«nnai * x «tnArutii* in ß AaSaabev EriÄeinunas;eit werktäglich nachmittags
Erscheimingszeit werktäglich nachmittag»
Wöchentlich in K Ausgaben
Druck und Verlag: L. Schellenberg'sche Buchdruckerei, Langgasse Nr. 21 (Dagblatt-Hans)
89. Jahrgang
Freitag, 11. Juli 1941
Nummer 160
Kontur: Sammel-Nr. 53631 . Drahtanschrift: Tagblatt, Wiesbaden • Postscheckkonto: Frankfurt a. Ti. 7405 Bezugspreise: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2.— einschließlich des Trägerlohnes Durch die Post bezogen für einen Monat RM 2.35, zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld . Einzelnummern RM 0.10 Bei Behinderung der Lieferung infolge höherer Gewalt kein Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises
Geschäftszeit durchgehend non 8—19 Uhr außer Sonn- und Feiertags - Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil RM 0.07, der 85 Millimeter breiten Spalte im Zezteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 10 maßgebend - Nachlässe nach Preisliste Nr. 10 • Schluß der Anzeigen-Annahme 9.30 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Vortage
Die größte Vernichtungsschlacht beendet
Ober 323000 Gefangene - 3332 Panzerkampftvagen und 1809 Geschütze erbeutet oder vernichtet
11. Juli. (PK.) In der kleinen Stadt
DNB.
Standpunkt Uruguays zu eigen machen, europäischen Konflikt zu verwickelndes
15
„Agoni!" schallt der Feuerbefehl des leitenden Sowjets über den Hof und im nächsten Augenblick zerreißen die ME-- Siöße die Luit, hämmern die Geschosse auf die Menschenmenge ein, bohrt sich ein Geschoß durch vier, fünf und mehr
Zocken. Die Sowiets wissen, wie man schnellsten ums Leben bringt. Sie haben '-----ME.-Stellungen stehen
Was hat die Roosevelt-Clique in Sibirien vor
lluterftützung der Bolschewisten und Einkreisung Japans?
Sowjetmachthaber metzeln 2800 Ukrainer nieder
National-Ukrainische Häftlinge nach monatelangem Kerker mit ME. und Handgranaten erledigt — überlebende schaufelten Massengrab
Leiber. Als alles niedergestürzt ist und die MGs. verstummt sind, werden die Handgranaten abgezogen und in die in ihrem Blute liegende Leib ermässe geworfen.. Krachend detonieren sie vor dieser Schreckenswand. Fast zwei Stunden lang wiederholt sich dieses traurige Schauspiel, bis sämtliche Insassen vor der Sowjetrohren gestanden haben.
Die Sowjets wissen aber aus ihrer langen Erfahrung: nicht alle Delinquenten werden bei solchen Massenhinrichtungen getroffen. So stellt sich jetzt ein Bolschewist vor dem Leiberberg auf.
„Wer von euch lebtnoch?", brüllt er in das blutige Chaos hinein. Zweimal wiederholt er die Frage, dann erhebt sich ein Mann, ein zweiter, jetzt find es drei, fünf, zehn. Insgesamt 46 Ukrainer konnten dem Blutge- richt entgehen, schieben die neben und über ihnen lie-' senden Körper vorsichtig beiseite und erheben sich mit blutverschmierten Köpfen und Kleidern. Ihnen fällt die traurige Aufgabe zu, ihre 2754 Hingerichteten Landsleute zu entkleiden, die Kleider am Hinrichtungsort zu verbrennen, damit das Blutmeer verschwindet, und die Leichen zu verscharren.
Wir stehen auf dem Hof des Gefängnisses, unter dessen Erde 2000 ukrainische Männer liegen. Die restlichen Opfer wurden in einem nahegelegenen Bombentrichter beigesetzt. Wir blicken auf die etwa 40 Meter lange Gefängniswand, an der die Spuren der Hinrichtung bis zum ersten Stockwerk hinauf noch deutlich sichtbar sind. Ukrainische Frauen kommen mit einem Funken von Hoffnung, ihr eigener Mann möge sich unter den 46 überlebenden befinden, gerade herauf und verlassen schluchzend diese Stätte des Grauens. Sie haben ihren Mann nicht mehr gefunden, werden ihn niemals wiedersehen. Sie wissen genau, wem sie ihr großes Leid verdanken und sie hassen fie:>diese Sowjets!
Kriegsberichter Horst von Kobilinski.
Schimbun" schreibt hierzu: Nordamerikas itrategnche Plane im Pazifik mögen nt der Theorie gut aus- leeen In der Praxis würde jede Störung bei ihrer Durchführung ein zuverlässiges Arbeiten der USA.-Kriegsmaschine damit unmöglich machen. Man muß auch damit rechnen, daß die WA rm, Nordvazifik beispielsweise auf Kam tschatka Militärstützpunkte anlegen, um auch die norblt(6c Route su sichern. Eine solche Maßnahme würde ledoch bei Japans künftigen Entscheidungen eine maßgebliche Rolle spielen.
Weitere javanische Diplomaten aus Moskau abgereist
Tokio, 10. Juli. (Oftasiendienst des DRV.) „Tokio Asahi Schimbun" berichtet aus Moskau, daß weitere elf javanische Diplomaten aus Moskau nach Japan zurückkehren würden. 30 javanische Diplomaten aus Moskau seien bereits in Mandschuli eingetroffen.
Auf die Knie des an der Wand hockenden Opfers muß sich nun ein zweiter Ukrainer niederhocken, auf dessen Knie wieder einer und jo fort, bis teme11s zehn Manner voreinander bocken. Die Sowiets wissen, wie man 2800 Menschen am schnellsten ums. Leben bringt. Sie Haber genug Übung darin. Hinter den vier ME.-Stellungen lieber weitere sowjetische Henker mit Handgranaten bereit. Wai die Rohre nicht schaffen, müssen Re vollenden.
as Die Abschlußzablen für die Dovvelschlacht in Bialystok und Minsk, die das OKW. jetzt vorlegt, zeigen einen Sieg, wie er in der Geschichte b i s h e r no ch n i ch t zu v e rze l ch- nen war. einen fast unvorstellbaren, gewaltigen Erfolg. Erinnert man sich dazu noch der früheren Feststellung,, daß die Zahl der Toten die Gefangenen um ein Vielfaches übertrifft, so vermag man sich eine Vorstellung zu machen, wie vernichtend die Sowjets geschlagen wurden. Der genialen Führung und dem Heldentum.des deutschen Soldaten gelang es, in dieser größten Material- und Umfassungsschlacht der Weltgeschichte mindestens z w e i g e w a „l- tige Sowjetarmeen zu vernichtenund damit die Angriffsvläne der Sowjets ein für allemal zu zerschlagen.
Die Materialverluste, die die Sowjets hier erlitten, sind nicht wiedergutzumachen. Dieser Schlag ist nicht mehr zu reparieren. Die gewaltigen Gefangenen- und Beutezahlen zeigen zugleich aber auch die ungeheuren Gefahren, die ganz Europa drohten. Gefahren, vor denen unser alter Erdteil nur durch den kühnen Entschluß des Führers und durch die Einsatzbereitschaft des deutschen Soldaten bewahrt blieb.
Hinter dieser ersten gewaltigen Angriffswelle, die bei Bialystok und Minsk zerschlagen wurde, stehen weitere Kräfte der Sowjets bereit. Auch sie werden ihrem Schicksal nicht entgehen. In London möchte man zwar gern glauben machen, daß die Operationen keineswegs io verliefen, wie die Deutschen sich das vorgestellt hätten. Man übersieht dabei vollkommen die kurze, aber eindeutige Feststellung des OKW.- Berichtes, daß die deutschen Operationen unaufhaltsam vorwärts schreiten. Die Sowjets haben alle Offensivpläne aufgeben müssen, sie sind in die Defensive gedrängt. Wenn sie sich immer noch der Hoffnung hingeben sollten, daß der weite Raum ein guter Bundesgenosse sei, so übersehen sie, daß wir nicht mehr im Zeitalter Napoleons leben. Die Technik hat jich gewandelt, die deutsche Führung aber hat schon im bisherigen Verlauf dieses Feldzuges bewiesen, daß sie die Technik meisterhaft handhabt und Entfernungen 3U überwinden weiß. Wenn man aber auf das dünne Siraßen- und Eisenbahnnetz binweist, so treffen diese Schwierigkeiten den Gegner härter noch als uns. Das Heranfahren von Reserven, das seitliche Verschieben von Kräften, wie es die Abwehr bedingt, wird ihm äußerst erschwert, zumal unsere Luftwaffe immer wieder weit in das Hinterland des Gegners hineinreicht, Straßen- und Eisenbahnknotenpunkte ausschaltet und so die Bewegungen des Gegners noch mehr erschwert. Die nächsten Tage werden der Welt zeigen, wer besser der Schwierigkeiten des weiten Raumes Herr wird, der geschlagene und in die Defensive gedrängte sowjetische Gegner oder die deutschen Divisionen, die unaufhaltsam vorwärts drängen.
Es spricht auch nicht für die Stärke der sowjetischen Position, daß Moskau dringend englische Unterstützung anfordert und daß es eine Agitationsflagge nach der anderen streicht. Die Eottlosenbewegung ist plötzlich unzeitgemäß. Nichts ist mehr von der Weltrevolution und der Internationale zu hören. Vielmehr find Heimat und Vaterland. Worte, die man in der Sowjetunion gar nicht mehr kannte, jetzt die Parole. Die Intelligenz, gegen die man einen erbarmungslosen Vernichtungskrieg führte, wird plötzlich umschmeichelt. Dieser Wandel ist echt jüdisch. Man hofft durch solche Tarnung sich retten und — soweit das noch nötig ist — in England und in den USA. den Bolschewismus Hof- und salonfähig machen zu können. Aber auch diese Mätzchen werden das jüdisch-bolschewistische Verbrechergesindel nicht retten. Die große Aktion zur Befreiung Europas, die mit dem Dopvelsieg von Bialystok und Minsk eingeleitet wurde, wird planmäßig fortgeführt und wird ihr Ziel erreichen.
Der OKW.-Bericht von heute
Aus dem Führerhauvtauartier, 11. Juli. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Wie bereits durch Sondermelduna bekannt gegeben, ist mit der Dovvelschlacht um Bialystok und Minsk mwmehr die größte Material- und llmsassungsschlacht der Weltgeschichte a68e3238198l" Gefangene, darunter mehrere Kommandierende Generale und Divisionskommandeure fielen in unsere Hand.
3 332 Panzerkampfwagen, , ... m .
1809 Geschütze und zahlreiche Mengen an sonstigen Waffen wurden erbeutet oder vernichtet. .
Damit hat sich die Gesamtzahl der bisher an der Ostfront eingebrachten Gefangenen auf über 409 000 erhobt. ,
Die Zahl des erbeuteten oder vernichteten feindlichen Materials ist auf 7615 Panzerkampfwagen und 4423 Geschütze anaewadjfcn.
Die Sowjetluftwaffe verlor bisher insgesamt 6233 Flugzeuge.
3m Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Unterseeboote im Nordatlantik vier fe,ndliche Handelsschiffe mit 2 7 600 ART. Ostwärts Peter- head wurde durch die Luftwaffe etn Frachter von 4000 BAT. ”erk3nSer letzten Rächt bombardierten starke Verbände von Kampfflugzeugen den Bersorgungshafen S u l l am Sumber mit durchschlagender Wirkung. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen die Safenanlagen von Great Barmoutb und Berwick sowie Flugplätze und Scheinwerferttellnngen tn Ost- URi’ Bei^Versachen des Feindes, am gestrigen Tage die Kanalküste anzugreifen, schossen Jäger 21, Flakartillerie ^Marineartillerie 3 britische Flugzeuge ab. Zwei eigene Flugzeuge rott^SeZseinb warf in der letzten Rächt mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben an einigen Orten Westdeutschlands. Die Verluste ocr Zivilbevölkerung sind gering.
_, Rew Bork, 10. Juli. Die Wochenzeitschrift ..United States News", meldet, Washington werde versuchen, die Sowietregierung auch dann noch zu unterstützen, wenn Re aus Europa nach Sibirien vertrieben sein wurde. Dies solle zur Einkreisung Japans und zur Stützung Chinas erfolgen. Diese Meldung bestätigt die Berichte der vorigen Woche, nach denen die Sowjetunion den Bau neuer Flugzeug- und Rüstungsfabriken in Sibirien erwäge und entsprechende Pläne -um Ankauf von Maschinen bereits der ÜSA.-Regierung eingereicht habe.
Meldungen aus Schanghai, wonach die Bildung einer britisch-amerikanisch-sowjetisch-chineRschen Allianz beabsichtigt sei, die besonders Japans Handlungsfreiheit einschränken soll, werden von der javanischen Presse mit Aufmerksamkeit wiedergegeben. Man weist insbesondere aus die steigende Verwicklung der USA. in die ostasiatischen Verhältnisse durch wachsende Hilfe Washingtons an die Regierung in Tschungking bin.
am mittleren Stur, wo die wolhynische Ebene in die weiten Sumofgebiete des Pripet übergeht, in Lu ck, hat sich kurz vor der Einnahme der Stadt eine in ihrer barbarischsten Niedertracht kaum zu überbietende Bluttat der sowjetischen Machthaber abgespielt. 2800 ukrainische Häftlinge, die seit sechs Monaten von den Sowjets eingekerkert waren, wurden von ihnen kurzerhand im Gefängnis« hofzusarnmengetriebenund unter Verwendung von Maschinengewehren und Handgranaten niedergemetzelt.
Seit Stunden bringt bereits Geschützbonner in die wolhynische Stabt, bringt auch bis hinter die „kleinen vergitterten Fenster, hinter betten ukrainische Häftlinge, auf engstem Raum zusammengepfercht, hohläugig unb abgezehrt, seit Monaten ein kaum vorstellbares Leben fuhren. Man braucht nur bei ben Sowjets „verdächtig zu sein. Es genügt. um bas ohnehin überfüllte Gefängnis von Tag zu Tag voller zu propfen. In ben Zellen, bie die Große einer Stube von etwa zehn Meter Länge haben, sink) weit über 200 Menschen zusammengedrängt. Keine Spur von „Stroh ober gar von Pritschen ist in diesen Elendszellen zu finden.
Plötzlich werden auf dem Gang wuchtige Schritte hörbar. Die im Flüsterton geführten Gespräche der Häftlinge verstummen. Die in den Angeln knarrenden schweren Zellen- türen werden aufgerissen. Männer mit dem Sowietstern an der Mütze, auf dem Karabiner das Seitengewehr aufge- vflanzt, brüllen auf die wehrlosen Menschen ein, helfen mtt einem Kolbenschlag nach, wenn es ihnen nicht schnell genug geht. Die Insassen von je zwei Zellen werden auf den Ee- fängnishof getrieben. Das sind jedesmal annähernd 500 Ukrainer.
Als die Menschen durch bie Gittertür des Hauses auf den Gefängnishof hinausstolpern, erkennen Re bereits, was man mit ihnen vor hat. Die vier auf die Hauswand gerichteten Maschinengewehre sprechen eine deutliche Sprache. Wut und Saß liegen im Blick der ukrainischen Manner, aber auch eine grenzenlose Verachtung. Keiner von „ihnen wird letzt schwach. Mit freiem Blick stellen Re sich tn Lime an der Mauer auf, gehen — wie es von den vertierten Bolschewisten befohlen wird — in Hockstellung und lehnen sich mit dem Rücken an die Wand.
Indessen Uncle. Sam „ist zah: und da diese wirtschaftlich aufgezogene Tour nicht eingeichlagen hatte, versuchte er es wieder einmal mit der direkten politischen. Die Regierung S.01L 1 VuclL-ile Mi bekanntlich, wie ihr Verhalten im Sap des Vanzerschmes. Grat Soee“ gezeigt hat, durch Deutsch- unireunbltcMett. auszeichnet, wurde aus dem Weißen Sause angestiftet, sich tn den Dienst einer panamerikanischen Unter« Nutzung der Rooseoelticken Politik der europäischen Abenteuer 3ii. stellen. Die.Sache sah praktisch so aus, daß ihr Außen- mtnuter Guant den anderen sudamerikanischen Regierungen eine Note zustellte mit der Auswrberung. sie möchten sich den Standpunkt Uruguays su eigen machen, wonach ein in den europäischen Konilikt zu verwickelndes amerikanisches Land als nichtkriegfuhrend -zu betrachten sei. Der Sinn dabei: wenn die USA. Waktiv am Krieg beteiligen, so tun sie das ginn angeblichen Schutz Gesamtamerikas, und die südlichen Staaten müssen ihm lebe. erdenkliche. Erleichterung zugute kommen lassen Seine Kriegsschuld können, da es ja als ni4ttrtegfu6renb betrautet wird, südamerikanische Säsen zur ausbeReru.nn unö zur Veriorguna anlaufen, solange sie wollen, "te armen des Völkerrechts gebunden zu sein usw. Wichtiger aber wäre natürlich die, moralische Unterstützung, bie tn einer solchen SohbaritotserHarung Südamerikas läge.
USA. — der falsche Freund
Von Wilhelm Ackermann.
u Bei seiner angemaßten WeltvoliMenrolle. die er soeben durch bie Besetzung Islands um einen neuen Zug bereichert bat. mochte der Präsident der Vereinigten Staaten liebend gern als Wortführer des gesamten neuen Kontinents, als Bevollmächtigter und Willensvollstrecker auch bet südamerikanischen Lander auftreten. Aus einem inneren unb einem äußeren Grunbe: bie Gefolgschaft bes Südens auf seinem Wege der Politik der kriegerischen Abenteuer würde ihm im eigenen Lande bei der Überwindung bestehender Schwierigkeiten mit den Isolationisten, mit der immer noch nickt kriegslüsternen Volksstimmung behilflich sein: und da er sich, insbesondere fett der Kampfgemeinschaft mit dem Bolschewismus, auf der anderen Seite des Ozeans einem geschlossenen Europa gegenubcrnebt. so möchte er als moralisches Gegengewicht die Geschlossenheit des amerikanischen Erdteils in die, Waagschale werfen. Seit Monaten geht das amtnrne Bemühen der Vereinigten Staaten dclhin. unter fortgesetzter Anrufung des panamerikanischen Gedankens die Süd- amenfaftaaten in ihr politisches Fahrwasser zu bugsieren: aber bisher sind alle aufgewandten Künste der Dollardiplo- matte an der Wachsamkeit bildlichen Mißtrauens gegen den großen Bruder aus dem Norden gescheitert. Dieses Mißtrauen ist ebensowohl politischer wie wirtschaftlicher Art. und man weiß aus den Erfahrungen der kleinen mittelamerikani- Ken Republiken, daß allzu oft.die politische Einflußnahme der USA. sich wirtsckaftlicker Sckleichwege. vor allem der verlockenden Dollaranleihen bedient. Auch in der jüngsten Zeit hat stck Washington rotier auf den wirtschaftlichen Jndianerpfad begeben, um politische Ziele anzuschleichen. Handelsverträge kamen zwar mit einzelnen, Ländern, mit Argentinien, mit Chile, zustande: aberste ließen sich nicht verallgemeinern, weil tm allgemeinen bte SBirtfiiaften Nord- und Südamerikas sich nicht ergänzen, sondern miteinander konkurieren. insbesondere auf dem für den Süden, ausschlaggebenden Gebiete des Agrar- exvorts.. Die Administration Roosevelts beschloß aber, die Dinge einmal anders aufzuziehen. Sie entsandte Herrn Rockefeller ir tn Sonberniission nach Lateinamerika mit dem Amtrag dort eine großzügige Propaganda für den Besuch sudlicher Touristen in den USA. zu machen. Er bekam eine wohlge-smckte Serie mit — Inhalt eine halbe Million Dollar — und sollte aus ihr in der Presse der süd- amerikanischen Staaten einen großzügigen Anzeigenfeldzug finanzieren. Zweck der Übung war natürlich nicht der kaum in größerem Maßstab zu erwartende Touristenbesuch, sondern rund und nett die hinter ihm getarnte Bestechung der mit 3n3etgen geiu tterten Presso Aber die Sache ging "s ÄMe: der Rockeiellersche Junior ist kürzlich in seine Heimatlicken Gefilde zuruckgekehrt, nachdem er sein Reklameunternehmen wegen der unfreundlichen Reaktion der sudamerikanischen Öffentlichkeit mit einigen kernigen Fluchen abrupt abgebrochen hatte. Nur 90 000 non der halben Million Dollar hat er an den Mann bringen können, und auch die ohne erstcktlichen Nutzen. Soweit die südliche Preß e bereit gewesen wäre, sich in angenehmen Formen für eine den USA. wohlgeialllge politische Meinung bezahlen zu lassen, ist Re nun natürlich erst recht wütend.
Gin anderer gutgetarnter Überredungs- und Provaganda- verfuch ist nicht besser, verlaufen: Roosevelt hatte den Solliwood-Star Dougals Fairbanks nach dem Süden delegiert, um die stärkere Aufnahme Nordamerika n i f ck.e r. F i l m v r o d u ktion zu betreiben. An sich kmn ungünstiger Augenblick, da die deutschen und italienischen Mme derzeit fehlen. Aber der Solliwooder kam zurück und berichtete, die Atmosphäre sei für seine Mission wenig er« jreulich gewesen Man habe ihm rund heraus erklärt, ehe der Gaben sich starker als bisher an. nordamerikanischem Filmschund belaufe, sollten die .Bereinigten Staaten ihm lieber einen Teil seiner überschüssigen, nach Europa unverkäuflichen Ernten abnehmen. Em Standpunkt, für den man außerhalb der USA. wohl ziemlich allgemein Verständnis
