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Verlag Langgasse 21

(z. _ ..Tagbtatt-Haus".

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.^v^?,-.^"ual,me: Für dieAbend-Ausg.bis 12Uhr ^ 01 < « . , .

wr dl«. Morgen-Ausg. bis 3 Uhr nachmittags. Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts

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Tagblatt-HailS" Nr. 6850-53.

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17. Kugust 1914.

Kbend-Ausgabe.

Nr. 380, 62. Jahrgang.

Engrands Rolle.

bleöermännische Ehrlichkeits-Maske ift öcr eng» liijjA wlitif schnell genug von öem scheinheiligen Sii« Cr Sefid)t gerissen worden. Soviel, wie Sir ;%r, ari & Grey in den letzten Monaten zusammen- ^6 hat, haben nicht einmal die Nassen ge­iz £ und wir müssen anerkennen, daß die Franzosen Anständigsten dast-chen. Freilich hatten sie es Dichtesten, sie brauchten nie Versteck zu spielen, sie iij, uns nie im Zweifel darüber, daß sie den Krieg ! 4n ^sehnten und alles baten, um ihn vorzube- Selbst mit dem gebrochenen Ehren- »ichg Zaren und der Herren Ssasonow und ?jttjinoto kann man sich noch -abfinden, weil es sich ilst^Zsermaßen um eine ehrliche Spitzbüberei han- -Aan sah und sieht doch Zugleich, wo und wie. ! °°U swsij. j e me j) r pie Siegel und Deckel pon ^W^imen Machenschaften Zwischen London und ^H^urg springen, immer abstoßender heraus, welche k/ l 9e, unendlich beschämende Hinterhältigkeit Sir s, ^ Grey getrieben hat. Man wird ihn fortan sstj'^n Schutzgötzen der Lüge betrachten und brand- ' " müssen. Mit der Miene eines Gentleman,

^ Wahrheit ebenso Bedürfnis ist wie die körper- .^etnlichkeit, versicherte dieser Mann wieiderholt

j»>t und feierlich im Unterhause, England habe Iliotr 121 Verpflichtungen gegenüber seinen Entente- E? übernommen, es besitze nach wie vor die volle % Handelns, die es natürlich nur für die Er- des Weltfriedens gebrauchen werde. Der itz^abei war die Unterscheidung zwischen Verpflich- !^?r.die durch Unterschrift der Staatsmänner be- tzjl und, und Militär- und marinetechnischen Ver- ^ugeu der verschiedenen Generalstäbe. Daß I^-^ereinbarungen vorbereitet würden oder schon )J' en seien, darüber freilich schwieg Sir Grey, und allgemeinen das Vorhandensein von Ver- ^Meitep. bestritt, konnte er in der Tat den Ein-

fc^toetfen, als seien auch die immer wieder ans- ^«1 Gerüchte von Militär- und Flotten-

jungen grundlos. -Inzwischen hat. es sich, bei- \\ Erwarten hinaus, bestätigt, daß wäh- Pariser Besuchs des Königs Georg im April wahres die längst fertiggestellte fran.- \2 Crt nltitf)e Konvention durch eine eng» >h ussische ergänzt werden sollte. Alles ist was über die betreffenden Verhandlungen be- \ -Worden ist, und eine neue Bestätigung wird so- k scannt. Professor S ch i e m a n n erfährt aus,

llA iagt und wie man ihm glauben kann, u nb c-

Qj Miui juit man- -

erlassiger russischer Quelle Tat­st chr deren Nichtigkeit er einsteht. Hiernach schlug

' .

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Herr Jswolski Herrn Grey vor, die in eine A l I i a n z zu . verwandeln, was zwar' ablehnte, aber die Fundamente zu ' i f ch - e n g l i s ch e n Marinekonv e n-

^.^uvden gelegt, und Sir Grey gab seine Zu- Ih L- dazu,' daß die Beratungen zur Feststellung

- Al . " °Gw'r"ltzbarnng von 5))1 . en ausgearbeit> t ^^'lneaeneralstab I

den beiderseitigen Marine-

. . _ D _.itet werden sollten. Der rnssi-

^inegeneralstab beantragte darauf, England r-N Kompensation dafür, daß für den Kriegsfall ber deutschen Flotte auf Rußland abgezogen Ausbruch des Krieges eine ausreichende itt, Handelsschiffe in die russischen Häfen k vle dazu benutzt werden sollten, um russi­sch?' p e n in Po m mein zu landen. Der btefer Konvention war für den August

Süß

nach dem Eintreffen

des Prinzen Ludwig in Petersburg. Der Prinz ist aber. nicht !> gefahren, der von Rußland uns aufgenötigte -s v^te es unmöglich.

. Darstellung von Professor Schi e m a n n, ^Zuverlässigkeit gewiß kein Zwei- ! Hütet ist. Die Betrachtung der diplomatischen V 1 dem Kriege macht es immer deutlicher, daß

i gen kl i che Treiber zum Kriege nicht

,Nnd nicht Frankreich, sondern England zu Die Kläglichkeit der russischen

>w-ach

^ .'jujnnfl, die vollkommene Zerrüttung Ix Unserer östlichen Grenzen, die russische M- »gUnd ldie ungeheuren finanziellen B.e- -ii^ch s-e des Zarenreichs, das von Frankreich, ileHaenfalls finanziell überaus mißlich gestellten I M* n °ffen, kein Geld mehr bekommt, lassen es l°-Ubhast erscheinen, daß Ru-ßland den i es

ein Jahr

Hs

Be-

iisH Krieges, den es allerdings wollte, gern ^ Hasiens ein Jahr hinausgescho stman bei uns ganz gut, daß F r fl b e r e i t e t war und aus gleichen Gründen

hinansgeschoben hätte.

a n k r e i ch

«rK'kschub »Kl

der^ Abrechnung vorgezogen hätte. Aber den Krieä aerade ietzt. und S i r

toollte den Krieg gerade jetzt, und tvenn man für die Tragik weltgeschichtlicher eine persönliche Verantwortung feststellen

9 .

kann (bis zu gewissen Grenzen kann man das in der Tati der Hauptschuldige an dem ausgebrochcncn Weltkriege. Es ist nicht daran zu rütteln, daß, wenn England in Paris und Petersburg erklärt. hätte, um der serbischen Schmutzereien willen lassen wir un­sere Flotte nicht auslaufen, die bis zur letzten Stunde mit redlicher Hingabe betriebene Vermittlung Deutsch­lands Erfolg gehabt hätte. 'Solche Erklärungen aber wollte Sir Grey nicht ahgeben, und damit hat er be­wiesen, diaß der Krieg gerade in diesem Zeiträume im britischen Plane lag. Auf das Letzte hin angesehen, können wir den Engländern vielleicht doch noch dank­bar dafür sein, daß ihre Verblendung sie aus diese Bahn geführt hat. Denn auch für u n s und b e- sanders für uns mutz es heißen: Besser jetzt als später.

Zum Nusgebot des LÄttösturms.

W. T.-B. Berlin, 16. Aug. Wie schon amtlich mit­geteilt worden ist, gehört das Aufgebot des Land- st u r m s zu den plan m ä ß i g e n, von der a l I g e- m einen M ojä i I m a ch n n g u n t r- e n n bare n Maßnahmen. iL-cin Zweck' ist. in erster Linie, die sämtlichen zur Verwendung im Felde geeigneten Kräfte für die Einstellung in nt 0 bile Formationen frei zu machen. Das geht natürlich nur, wenn man ihnen den weniger anstrengenden, aber gleichwohl un­entbehrlichen militärischen Dienst im Heimat­gebiete abnimmt und andere Leute mit ihm betraut. In den von dem Feinde Zunächst bedrohten Gebieten muß das schon sehr frühzeitig, geschehen, denn hier kommt es darauf an, so schnell wie möglich Schutz- maßrogeln gegen feindliche Einbruchsversuche zu treffen, damit nicht nur das Leben und Eigentum der Landeseinwohner, sondern auch ein ungestörter Verlauf der Mobilmachung und des Aufmarsches gesichert wird. Gegenüber diesen dringenden militärischen Erforder­nissen muß die Rücksicht auf volkswirtschaft­liche Interessen in den Hintergrund treten. Wer sonst noch waffenfähig ist, muß sich an dem Schub der gerade in jenen Gebieten besonders bedrohten Wer­ke h r s e i n r ich t u n g e n und sonstigen militärisch wichtigen Bauten und Vorräten beteiligen. Es ist aber klar, daß man eine derartige Maßregel, die d-m bürgerlichen. Berufen so plötzlich gerade die besten Arbeitskräfte entzieht und dadurch große wirtschaftt'che Siachteile verursacht, so lange wie möglich aufzu- schiebe n sucht. Darin liegt auch der Grund dafür, ldaß die i n n e r p r e u ß i s ch e n P r 0 v i n z e n länger von ihr verschont geblieben sind als die übrigen, wo es nach dem oben Gesagten nicht möglich war, -das Auf­gebot des Landsturmes in einen späteren Abschnitt der Mobilmachung zu verlegen. In den inneren Provin­zen konnte man die ans die Schonung der wirtschaft­lichen Interessen abzielende Rücksicht auch schon deshalb -verantworten, weil es eine Reihe von Tagen er­forderte, bis die mobilen Truppen in die A u fma r s ch- gebiete abgeflossen, tearen, und weil sie daher viel länger als in den Grenzbezirken zur Verwendung blie­ben für, Zwecke, die ihrer ganzen Natur nach Sache des Landsturmes sind. Dieser Zeitabschnitt nähert sich setzt seinem E n d e, und deshalb muß die Ablösung des noch im Landinneren vorhandenen Restes . von mobilen Formationen durch solche des Landsturmes ein­geleitet werden. Übrigens bedeutet das Aufgebot des Landsturmes durchaus noch nicht die E i n- stellung sämtlicher Landsturmpflichtiger in mili- t ä r i s che Formationen. Man will zunächst viel­mehr nur einen Überblick über die Zahl der ver- sügboren Mannschaften gewinnen, die ja bekanntlich in Friedenszeiten keiner militärischen Kon­trolle unterliegen. Die Einbevufung wird erst nach Bedarf unter Berücksichtigung aller wirklich drin­genden Interessen von Landwirtschaft, Handel und Ge­werbe^ erfolgen und mit der jüngsten Jahre s- kla.sse beginnen. Niemand braucht also seine bürger­liche . Berufstätigkeit aufzugeben oder seine Stellung zu kündigen, bevor ihm ein besonderer -Stellungs- b e s e h l zugeht.

Aus alle dem geht hervor, daß es völlig unbe­gründet wäre, wenn ängstliche Naturen etwa aus der, Ausdehnung -es Landsturmaufgebotes auf das g e samt e Reichsgebiet den Schluß ziehen wollten, daß die militärische G e s a m t l a g e weniger g ü n st,i g geworden wäre. Mit den Vorgängen im Qvcrati 0 nsgebiet hat das Land- st u r.m an s g e b 0 t n n m i t t e lb a r n i ch t s z u t u n. Es. ist vielmehr, wie nochmals wiederholt sei, nichts weiter als ein planmäßiges, schon in der Frie­densvorbereitung von langer Hand vorgesehenes Mit­tel, um. in , dem Kampf um S e i n oder N i ch t s e i n die völlig selbstverständliche Ausnutzung der gesam­ten Wehrkraft des Volkes zur Niederwerfung un­serer Feinde durchznsctzcn.

Kufruf zu Gunsten der Rleinkinderfürsorge.

Ihre Majöstät -die Kaiserin und Königin halben mich durch Allerhöchstes Kabincttsschreiben -sowie wündlich beauftragt, aufs nachdrücklichste darauf hlnzüwirken, daß in den ernsten Kriegszeiten die Säuglinge -und -Kleinkinder des Schutzes nicht cnibehrcn, der jetzt doppelt notwendig ist, wo die Väter ins Feld gezogen und die -Mütter -sehr häufig zu außer­häuslicher Erweubstätigkeit -gezwungen sind. Mühsam er­rungene Erfolge dürfen nicht in Frage gestellt werden, Deutschlands j ü n g st e Jugend muß erhalten werden -und statt heranwachsen, -um -an die Stelle derer treten zu können, die der Krieg dähinrafift. Alle Organisationen für Klein­kinder-, Säuglinsgs- und M ü t t e r f ü r s 0 r g e müssen mit ihrer Arbeit auf dem Platze bleiben, die Anstalten für Wöchnerinnen, Kranke und gesunde Säuglinge und Klein­kinder müssen nicht nur ihre Pforten offen halten, sondern wenn möglich ihre Tätigkeit vermehren. Die SäuNlingsfnr- sorgestellen müssen, besonders da viele arbeitende Mutter nicht mehr oft genug stillen können, rege, arbeiten und vor allen. Dingen müssen die Krippen uns Horte stark -vermehrt werden, wenn sie auch nur in einfacher Form arbeiten. -Dwn Bei­spiele -einiger Städte folgend, -müssen die Kinder der -arbeiten­den Mütter -über Tags' ausgiebig versorgt werden. Däs von Ihrer Majgst-ät begründete Kaiserin-Auig-ufte-Viktotiahans zur Vek-ämpfung der SünglingAsterblichkeit im Deutschen Reiche in Eharlottenburg V, Privatstraßc, erteilt auf alle Arisvagen sofort unentgeltliche Auskunft. Es wäre ein schweres Unglück, wenn unter der Wucht der äußeren Verhältnisse die Sorge für die Jüngsten unseres Volkes erlahmen sollte, denn die Be-. Wogung der Säuglings- und Müttevfürforge gilt der Zükunft unseres Volkes, die gegenwärtig weniger als je aus den Augen verloren werden -darf. Mögen nach dom Wunsch Ihrer Majestät der Kaiserin alle beruflichen und ehrenamtlichen Pflegerinnen im Sünglingss-chutz auf ibiLm Posten bleiben, mögen sich noch viele neue freiwillige Kräfte -für diese Arbeit finden, möge insbos-ond-ere die deutsche so mütterlich gcisonnene Frauenwelt zeigen, was sie vermag. -Dr. jur. Dr. mcd h. c. von Behr-Pinnow, Kabinettsrat a. D.

Aufruf an Deutschlands Männer und Frauen!

Eine schwere Aufgabe zu lösen, steht dem

Rcichsverlmiid zur Unterstützung deutscher Veteranen bevor. Die Söhne unseres Volkes sind hinansgezogcn, um in blutigen Schlachten deutsche Ehre und deutsches Eigentum vor schurkischem Überfall zu schützen. Überall lauern Neid und Haß gegen unser Vaterland, welches in friedlichem Streben zur höchsten Blüte der Zivilisation cmporgewachsen ist. Denen zu helfen, die ihres Ernährers beraubt sind und die selbst durch die Folgen des Krieges als Krüppel oder sonst erwerbsunfähig zurückkchren, das. ist die große Auf­gabe, die der Reichsverband zu bewältigen hat. Wir bitten deshalb alle deutschen Männer und Frauen, schnell und reichlich zu geben, damit möglichst -allen -geholfen werden kann, die jetzt freudig ausgezogen sind, um das Schwert zu führen für Deutschlands fernere Wohlfahrt. Der Reichs­verband richtet an die gesamte Bevölkerung Deutschlands die Aufforderung, in allen Städten und Ortschaften, großen und kleinen, Sammclstcllen zu errichten und der Zentrale sofort von der Bildung eines Komitees für die aus dem Felde er­werbsunfähig und körperlich gebrochen zurückkchrenden Krieger Nachricht zu geben. Die Zentrale wird alsdann den einzelnen Komitees Mitteilung zugehen lassen über bereits bestehende Unterstützungsvereine, damit die. gebildeten Komitees in der Lage sind, mit diesen Hand in. Hand die Sammeltätigkeit vorznnehmen. Spenden bitten wir an die Zentralstelle des Reichsvcrbandcs: Berlin W. 9,. Potsdamcr- straße Nr. 126, einzusenden und wir schließen mit dem Ruf: Helfe uns ein jeder, unsere schwere Ausgabe zu erfüllen, zum Segen unserer tapferen Krieger!

Der Rcichsvcrband zur Unterstützung Deutscher Veteranen (E. V.).

Freiherr v. L h n ck e r, General der Infanterie, ä la suite des Luftschiffer-Bataillons Nr. 2, Präsident. Edwin Graf Henckel von Donnersmarck, Mitglied des Abgeord- netenhiauses, stellvertretender Präsident. Adalbert S t i e y, 1. Vizepräsident.

Zur Abreise des Kaisers von Berlin.

Zur Abreise'-des Kaisers wird uns von unserer Berliner! Redaktion noch gemeldet: -

8. Berlin, 17. Aug. (Ei-g. Dralht-bcrichi) Man wußte ist Berlin zjwar, daß der Kaiser in diesen Tagen nach dem Kriegs­schauplatz abfahrcn würde. Dag und Stunde waren jedoch, ge­heim gehalten worden, so daß auf den Straßen und dem Bähnho-f verh-Atnismätzig wenig -Publiku-m sich ei.nge- fnnden hatte. Die Erschienenen begrüßten den kaiserlichen Wagenzug mit st ü r m i s ch e n Z u rufe n und drängten sich mit Hast an den Wagen des Kaisers heran. Der Monarch dankte gerührt und f r e u n d I i ch.

Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe gefallen.

^ Berlin, 17. Aug. (Eig. Drahtbericht) Zu den Ge­fallene» der letzten Tage gehört als erstes Mitglied eines regierenden Hauses von Deutschland der Oberst und Rcgimcntskommandenr Prinz Friedrich Wilhelm z u r Lippe. Der Prinz ergriff, bereits schwer verwundet, die Fahne des R c g i m ents und trug sie den Truppen voran, fiel aber alsbald von mehreren Kugeln durchbohrt, tot nieder. Der Verstorbene war der jüngste Bruder des verstorbenen G r a f r c g c n t e n E r 11 st zur Lippc-Vicsterfeld, der rechte Oheim des regierenden Fürsten Leopold IV. Er hintcrlüßt als Witwe die Prinzessin Gisela, geh. Gräfin zu Dsenburg und Büdingen, und drei Kinder.