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Wiesbadener Tagblatt

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Nummer 144

Montag, 23. Zum 1941

89. Jahrgang

Abrechnung mit dem Bolschewismus

Schamloser Bruch des Freundschaftspattes durch die Moskauer Machthaber - 3m Komplott mit den Briten - Deutsche Wehrmacht übernimmt, zusammen mit finnischen und rumänischen Soldaten, die Sicherung Europas - Kampffront vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer

Das Doppelspiel entlarvt

as. Berlin. 23. Juni. (Eigener Drahtbericht unserer Ber­liner Schriftleitung.) Wieder sind die deutschen Divisionen angetreten. DiePaus e". die nach der ruhmreichen Ein­nahme von Kreta eintrat in Wirklichkeit konnte von einer solchen Pause eigentlich gar nicht gesprochen werden, da der Kampf gegen England ununterbrochen weiterging und wertergeht ist beendet. Dem einen oder anderen mag es vielleicht scheinen, als ob sich eine Wendung damit voll­zogen habe, wenn jetzt die Kampfesfront gegen Osten ge­richtet ist. wenn es jetzt gilt, den Bolschewismus niederzuschlagen. Tatsächlich aber bat der Bolsche­wismus immer nur das eine Ziel verfolgt und immer nur feine alte Politik fortgesetzt, die darauf hinausläuft, jeden Aufstieg des Nationalsozialismus zu verhindern. Moskau war daran kann nicht der geringste Zweifel bestehen und der Ausruf des Führers an das deutsche Volk, wie di« Note des Reichsaußenministers von Ribbentrop, bestätigen das dokumentarisch entschlossen, uns. während wir im Existenz­kampf gegen die Plutokratien stehen, den Dolch in den Rücken zu stoßen. Sowjetrußland. das heißt, der Bolsche­wismus und seine Männer, warteten auf ihre Stunde. Sie hielten es vorübergehend für taktisch klug eine Verständigung vorzuspiegeln. nicht zuletzt, weil sie sich noch nicht stark genug fühlten. Heute wissen wir. daß in den Augusttagen des Jahres 1939 die russischen Machthaber von beute ihre wahren Absichten nur tarnten. Ihre Über­legung mag damals die gewesen sein, daß ein Krieg zwischen den westlichen Demokratien Europas und Deutschlands, Europa zum Ausblut en bringen und seine Kultur damit für den später vorgesehenen bolschewistischen Todesstoß reif werden würde. Als sehr bald der Verlauf dieses Krieges bewies, daß die Schlagkraft der deutschen Wehrmacht und die Umfaßt der deutschen Führung diese Folge des britischen Krieges zu verhindern wußte, hat Moskau sein Ränkesviel unter der Tarnung eines Freundschaftspaktes fortgesetzt. Der eklatanteste Verrat der Sowjets an diesem Freund- schaitsvakt ist die Tatsache, daß Moskau durchseine unsichere Haltung die Entscheidung des Kampfes in Westeuropa da­durch zu verzögern suchte, daß es große deutsche Truppen- massen im Olten band. Schon als Frankreich niedergeworfen war, sammelte Sowjetrußland an oerGrenze der Freund­schaft", wie man sich damals in Moskau auszudrücken be­liebte. Truppen in so großer Zahl, daß der volle Einsatz der gesamten deutschen Wehrkraft gegen England nicht möglich war. Zur See. zur Luft und auch zu Lande mußten große Reserven für den Fall eines gemeinen hinterhältigen Dolchstoßes des Bolschewismus bereits im August 1940 zurückgehalten werden. Wir wissen aus dem vom Oberkommando der Wehrmacht zur Verfügung gestellten Material, wie ssch der Aufmarsch der Sowjetrussen an der Grenz« gegen Deutschland immer weiter verstärkte.

Aber auch auf jede andere Weise arbeitete Ruß­land auf eine Kriegsverlängerung hin. So ist es besonders bezeichnend, daß die Bolschewisten gemeinsam mit den Engländern ihre Hand bei dem Belgrader Offiziersvutsch im Spiel batten. Der Sinn des Unter« nebmens war ja. die deutschen Kräfte möglichst lange im Südosten zu binden. Moskau gebärdete sich national, wenn es nötig war wie in Jugoslawien. Moskau gab sich den An­schein. als ob es bereit fei. mit dem Königtum zusammen- zuarbeiten. wenn es glaubte, auf diese Weise seine ver­brecherischen Ziele besser fördern zu können, wie beispiels­weise in Bulgarien. Auch hier bat die deutsche Diplo­matie eine unendliche Geduld bewiesen und immer wieder versucht, zu einem vernünftigen Ausgleich zu gelangen. Aber immer deutlicher zeigte ssch. daß Moskau an einem solchen Ausgleich nichts gelegen war. daß es lediglich Zeit zu ge­winnen suchte. Bis zum August dieses Jahres hoffe es mit feinen Vorbereitungen, mit der Aufrüstung der Luft- und Panzerwaffe fertig zu sein. Wieder hat der Führer die Ge­fahr, die hier dem deutschen Volke, ja ganz Europa d r o h te. rechtzeitig erkannt und hat rechtzeitig gehandelt. Das dankt ihm nicht nur das ganze deutsche Volk, das wird ihm das ganze Abendland danken, daß er Europa vor der Gefahr des Bolschewismus bewahrte. Der Führer riß dem Bolschewismus die Maske vom Eesscht. Auch in dem Gegen­angriff gegen die Rote Armee beugt der Führer einer Riesen- gefahr vor. die von Tag zu Tag drohender das Schicksal des

Kampfes, den wir zu bestehen haben, zu beeindrucken begann. Der Bolschewismus hielt seine Stunde für gekommen. Er glaubte, sein altes Ziel, die Vernichtung des national­sozialistischen Deutschlands, nunmehr durchsetzen zu können.

Es sind auf der großen, langen Front von Finnland bis zum Schwarzen Meer, unsere Divisionen zum Kampf gegen die geschulte und gutausgerüstete Rote Armee angetreten. Das ist. wie der Führer tn seinem Aufruf an das deutsche Volk erklärte, ein Aufmarsch, der in Ausdehnung und Umfang der größte iss. den die Welt bisher gesehen hat. Auch die deutsche Luftwaffe hat sofort den Kamps am der gesamten Front ausgenommen und ihre rollenden Angriffe gegen Flugplätze. Truvvenansammlungen und wichtige Stutz­punkte des Gegners gerichtet. Schon am Abend des ersten Tages könnte man dazu feststellen, daß die kampferprobte mit dem besten Material ausgerüstete deutsche Luftwaffe ssch einen erheblichen Vorsprung gesichert bat. Die deutschen Ver­bände sieben in diesem Kampf nicht allein. ,Jm Norden kämpfen sie vereint mit den bewahrten finnischen S o l d a t e n. die unter dem Befehl des bekannten finnischen Generals Mannerheim stehen. Im Süden kämpfen sse vereint mit den durch die deutsche Armee setoulten rumänischen Soldaten unter dem Befehl des Staats­chefs General Antonescu. Den Kern bilden aber tue kampferprobten deutschen Divisionen, die Sieger von Polen, Norwegen, Holland. Belgien. Frankreich, die Sieger des Balkan, die Eroberer von Kreta. Sie verbürgen die Be­freiung der Welt vom Bolschewismus. v

Interessant iss natürlich das Echo, das aus England berüberklingt, wie schon die an anderer Stelle wieder- gegebene Rede Churchills zeigt. Es iss ein Beweis für die enge Zusammenarbeit zwischen England und Sowietrußland und zeigt damit der Welt erneut, daß unser Kampf gegen Sowjetrußland ein Bestandteil des Kampfes gegen England ist. Aus der englischen Presse kann man immer mehr er­kennen. daß die Absicht der Sowietrussen und der Enländer dahin ging, möglichst viele deutsche Kräfte im Osten zu bin­den. wobei dann freilich die Sowietrussen auch die Eng­länder veraien haben würden, da es ihnen auf die E r - schöpfungbeider Teile ankam. Die amerikanische Presse hält sich zunächst noch etwas zurück. Sie wartet offen­bar ein Stichwort von der Regierung ab, die ja bisher anti­bolschewistisch eingestellt war. Doch liegt auch im Kongreß schon ein Antrag vor. das Hilfsgesetz auf Sowjet­rußland auszudehnen.

Der Tagesbefehl des Führers

Berlin, 22. Juni. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht erläßt zum 22. Juni 1941 einen Tagesbefehl an die Soldaten der Ostfront, in welchem er ihnen die Auf- klärnng gibt, die er der Heimat in feinem Aufruf an das deutsche Volk gab. Der Tagesbefehl schließt mit folgenden Worten:

Deutsche Soldaten! Damit tretet ihr in einen harten und oerantwortungsschweren Kamvf. Denn das Schicksal Europas, die Zukunft des Deutschen Reiches, das Dasein unseres Volkes, liegen nunmehr allein in eurer Hand.

Möge uns allen in diesem Kampfe der Herrgott helfen!"

Vom Eismeer bis rum Schwärzen Meer

(Weltbild-Eliese, M.)

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Des Führers Aufruf an das deutsche Volk

Berlin, 22. Juni. (Funkmeldung^) Der Führer hat folgenden Aufruf an das dentsche Volk erlassen:

Deutsches Volk!

Nationalsozialisten!

Bon schweren Sorgen bedrückt, zu monatelangem Schwei­gen verurteilt, ist nun die Stunde gekommen, in der ich endlich offen sprechen kann.

Als das Deutsche Reich am 3. September 1939 die eng­lische Kriegserklärung erhielt, wiederholte ssch aufs neue der britische Versuch, jeden Beginn einer Konsolidierung

und damit eines Aufstiegs Europas durch den Kampf gegen die jeweils stärkste Macht des Kontinents zu vereiteln.

So hat England einst in vielen Kriegen Spanien zu­grunde gerichtet.

So mhrte es keine Kriege gegen Holland.

So bekämpfte es mit Hilfe von Europa später Frank­reich.

Und ko begann es um die Jahrhundertwende d i e E i n- k r e i k u n g des damaligen Deutschen Reiches und im Jahr 1914 den Weltkrieg.

1 Nur durch keine innere Uneinigkeit ist Deutschland im Jahre 1918 unterlegen.

Planmäßiger und erfolgreicher Verlauf der Kämpfe im Osten

Schnellbootvorstoß in die Küstengewässer der Sowjetunion 37 500 BRT. von U-Booten und Luftwaffe versenkt 237 Britenpanzer in der Abwe hrschlacht bei Sollum vernichtet

Bei einem Tagesanflug einzelner britischer Kampfflug­zeuge unter Jagdschutz zur Kanalkütte wurden in Luftkämpfen 11. durch Flakartillerie und ein Borpoftenboot zwei britische Flugzeuge abgeschossen.

In Nordafrika griffen gestern deutsche und italienische Flugzeuge feindliche Stellungen und Borratslager bei Tobruk an. 3n der Abwehrschlacht bei Sollum vom 15. bis 17. Juni wurden 237britikchePan,eroernichtet. Außerdem konnten 12 gebrauchsfertige Panzer, 10 Geschütze, 74 Lastkraft­wagen. sowie zahlreiche Handfeuerwaffen und Munition er­beutet werde». Mehrere hundert Briten wurden gefangen- genommen.

Ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge belegte in der Nacht zum 23. Juni den britischen Flottenstützpunkt Alexandria mit Bomben aller Kaliber. Im Hafengebiet wurden erhebliche Zerstörungen angerichtet.

Britische Kamvfklugzeuge warfen in der letzten Nacht eine geringe Zahl von Svreng- und Brandbomben im westlichen Reichsgebiet. I» Bremen und anderen Orten entstanden Eebäudekchäden in Wohnvierteln. Nachtjäger und Flak­artillerie schossen drei der angreifenden Flugzeuge ab.

Die rote Luftwaffe warf mit schwächsten Kräften in Ost­preußen Bomben, ohne nennenswerte Wirkung zu erzielen.

Oberstleutnant Mölders errang am gestrigen Tage keine« 72. Luftsteg.

Der OKM.-Bericht von heute

Berlin, 23. Juni. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gißt bekannt:

Im Oste« verlaufen die Kämpfe des Heeres und der Luftwaffe gegen die Rote Armee planmäßig und erfolgreich. In der östlichen Ostsee stießen Schnell­boote in die Küstengewässer der Sowjetunion vor und ver­senkten ein Küstcnwachboot und vier feiMiche Handelsschiffe mit zusammen 5950 BRT.

3m Schwarzen Meer wurde em gemischter deutsch- rumänischer Verband leichter Sreftreitkräfte bei einem Erkundungsvorftoß erfolglos durch eine Sowjetküstenbatterie beifbo^CH

3m Kampf gegen Großbritannien versenkten Unterseeboote im Nordatlantik und westlich Afrika fedjs feindliche Hwndelskchiffe mit zusammen 26 500 BR T. Dir Luftwaffe vernichtet« im Secgebiet um England drei Frachnckiffe mit zusammen 11 000 BRT. und erzielte Bombentreffer schweren Kalibers auf zwei wei­teren großen Handelsschiffen.

Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht Safenanlagen an der TbemsemLndung, Flugplätze m Nordschottland und militärische Ziele an der englischen SLdostkütte mit guteni Er­folg au.

Die Folgen waren furchtbar.

Nachdem man erst heuchlerisch erklärte, allein gegen den Kaiser und sein Regime gekämpft zu haben, begann man nach der Wafsenniederlegung des deutschen Heeres mit der plan­mäßigen Vernichtung des Deutschen Reiches. Während sich die Prophezeiungen eines französtkchen Staatsmannes, daß in Deutschland 20 Millionen Menschen zu viel seien, d. h. durch Hunger, Krankheiten oder Auswanderung beseitigt werden müßten, scheinbar wörtlich erfüllten, begann die Nationalsozialistische Bewegung ihr Einigungswerk des deutschen Volkes und damit den Wiederaufstieg des Reiches einzuleiten.

Diese neue Erhebungunseres Volkes aus Not, Elend und schmählicher Mißachtung stand im Zeichen einer rein inneren Wiedergeburt.

Besonders England wurde dadurch nicht berührt oder gar bedroht.

Die neue Einkreisungsfront

Trotzdem, setzte die neue haßerfüllte Einkrei- sungspolitik gegen Deutschland augenblicklich wieder ein. Innen und außen kam es zu jenem uns bekannten Komplott zwilchen Juden und Demokraten. Bolschewisten und Reaktionären mit den einzigen Zielen, die Errichtung des neuen deutschen Bolksftaates zu verhindern, das Reich erneut in Ohnmacht und Elend zu stürzen.

Reben uns traf der Haß dieser internationalen Welt­verschwörer tene Volker, die. ebenso vom Glück übersehen, im härtesten Dasemskamvf das tägliche Brot tu verdienen ge­zwungen waren. Bor allem Italien und Japan wurde der Anteil an den Gütern dieser Welt genau so wie Deutschland bestritten, ja förmlich verboten. Der Zusammenschluß dieser