Seite 4 Nr. 141
Wiesbadener Tagblatt
Donnerstag, 19. Juni 1941
Wiesbadener Nachrichten
Der Leser hat das Wort:
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Unsere Modemitarbeiterin berichtet:
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— breite schwarze Streifen abwechselnd mit — dessen Weste ein Muster von breiten
Donnerstag Berdnnkelung von 21.39—5.17 Uhr
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K. Wintermeyer Wwe., Sedanstrahe 1. 2, 20. Juni 1941 ihren 70. Geburtstag begebt.
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Urteil vollstreckt
Sühne in der Raubmordsache Schmidt
geben wird, so haben sich doch jene chaotisch beblumten Muster etwas zurückgezogen, die in den letzten Sommern unsere Kleider überfluteten. Es herrscht ein wenig mehr Strenge und Ordnung. Ruhe und Aufteilung, man liebt regelmäßige Ornamente. E. L.
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Das Urteil gegen den Arbeiter Paul Schütz ans baden ist heute vollstreckt worden. Schütz wurde kürzlich — Autosallenstellens, Straßenraubs - und Totschlags zweimal rum Tode verurteilt.
Auch in diesem Sommer werden die Farben reich und die Muster mannigfaltig sein, aber es gibt manche Überraschung dabei. Bor allem ist der Einfall neu, zweifarbige Klerder zu schaffen, bei denen das Muster aufeinander abgestimmt ist. Beispielsweise lassen wir uns Rock mit langer Jacke arbeiten, das ein Muster in rot-weiß bat und bestimmen dafür eine Bluse, die das gleiche Muster in weitz- rot aufweist. Oder wir begeistern uns für ein schwarz-weitz gemustertes Kleid — schmalen weihen, — dessen Weste ein Muster von breiten weihen Streifen, abwechselnd mit schmalen schwarzen, zeigt. Aber auch einfarbige Stoffe werden farbig gegeneinander Bestellt: etn Mövengrau gegen Porzellanblau oder ein Terra- otta gegen Sandfarbe, ein Cvklamenrot gegen Russischgrün. Reu belebt sich die alte Technik des Blaudrucks, die sich vorzugsweise für Dirndl- und Svortkleider eignet.
Was die Muster anbetrifft, die die Sommermode bestimmen. so fallen Streifen auf. die wiederum mit kleinen Mustern (Pünktchen, Blümchen. Schnörkel usw.) in sich dekoriert sind. Solche Streifenstoffe eignen sich bei schlanken Figuren ausgezeichnet für die modischen auf Figur gearbeiteten Kleider, die weite Kimonoärmel mit engem Unterarm zeigen. Wenn es auch viele sehr lebhaft gemusterte Stoffe
richtet worden, die 1200 Zuhörer fatzte und deren Ausführung die Firma Eerster in Mainz übernommen hatte. Im „Wiesbadener Tagblatt" vom 20. Juni 1891 wird die Festhalle beschrieben: „Sie macht mit dem den Hauvteingang überragenden, mit vier Eckthürmchen und einer gefälligen Laterne geschmückten öauvtthurm, den Seitenthürmen und endlich den die Nebenräume verzierenden Balkons einen recht gefälligen und zugleich imposanten Eindruck, der durch eine reiche Decoration in Tannengrün, Wappenschildern und Fahnen noch erhöht wird. Die ursprünglichen Eröhenver- bältnijse der Halle haben sich durch die nachträgliche Vergrößerung des Podiums etwas verändert. Der Zuschauer- raum mit dem ursprünglichen Podium hatte eine Länge von 21 Meter und eine Breite von 26 Meter. Das Podium ist mit der nach den Plänen und unter Leitung der Herren Architekten Schellenberg und Jacoby vorgenommenen Erweiterung, welche nur mit Aufbietung aller Geschicklichkeit erreicht wurde, von 480 auf ca. 550 Quadratmeter vergrötzert worden . . . Im Innern der Halle befinden sich zu beiden Seiten-des Eingangs breite Treppen, welche zu der Tribüne emvorführen. Zwei Seiteneingänge führen zu den Logen. Licht und Luft wird der Halle durch große, mit Gaze bespannte fensterartige Öffnungen zugefübrt. Im Interesse der Mitwirkenden wird das Podium elektrisch beleuchtet."
Über die innere Ausschmückung heißt es u. a.: „Die Wände sind »um größten Teil mit kupferfarbigem Tuch bespannt und sämmtliche Plafonds mit himmelblauem »atin- itoff und die Logen mit schieferblauem Stoff überzogen. Die ächtbaren Pfosten und Binder haben eine Bekleidung von grünem Wollstoff erhalten . . . Kränze in frischem Grün erhöhen noch den Reiz des reichen Schmuckes. Der freie Raum wird in Dachhöbe der Länge nach von einer mächtigen Draperie durchzogen und von Fahnen in den Farben aller deutschen Länder durchkreuzt . . ." Der Bericht schließt: „So ist denn der Kunst ein nach jeder Hinsicht würdiges Helm für die kurze Zeit der Feste geschaffen worden und mit Ratb- baus und Kirche bildet die stattliche, grünumkränzte „Salle einen prächtigen Abschluß des Platzes." Diese „grunum- kränzte Salle" batte nur einen Rachteil — ihre Akuftlk war miserabel.
Nicht weitergeben!
Abgenutzte Geldscheine zu den Kassen
Das Papiergeld, vor allem die kleinen Scheine zu 1, 2 und 5 RM, ist häufig eine Quelle des Ärgers. Da bekommt man Scheine in die Hand, die zerrissen sind, die alle möglichen Klebestreifen tragen und schmutzig und unansehnlich geworden sind. So schnell wie möglich ist man bemüht, ne wieder an den Mann zu bringen. Sie setzen ihren Weg fort und ihr Äußeres verliert immer mehr an Ansehen. Meist bleiben die Scheine länger als nötig im Umlauf. Jeder einzelne von uns kann jedoch dazu beitragen, diesem Mißstand abzuhelfen. Wir wollen schmutzige Geldscheine nicht an Privatpersonen oder Geschäftsleute weitergeben, sondern zu Zahlungen an Geldinstitute und öffentliche Kassen verwenden. Dann ist die Gewähr dafür gegeben, daß he aus dem Verkehr gezogen und durch gebrauchsfähige und saubere Scheine ersetzt werden. Wir ersparen damit uns und anderen Volksgenossen manchen unnötigen Ärger. p.
„Gemischtes" bevorzugt
Eis auch in Wiesbaden eine begehrte Sommererfrifchung
. .In diesen Wochen sind die Eisstände wieder umlagert und Eisdielen und Cafss dicht besetzt. Eis ist zu einer Leidenschaft vieler Menschen geworden. Wiesbaden ist daran nicht arm. vom Rheinufer vis zum Neroberg überall gibt es Eis in Wiesbaden sowohl an freien Ständen als auch in Gaststätten. Die Kinder bevorzugen fast alle Tüteneis und große Freude kann man ihnen mit solch einer Waffeltüte machen. Dann leuchten die Äugen noch einmal so hell und das kleine Gesicht erstrahlt, wenn Buben und Mädels an so einem Eisberg schleckern können. Das Speiseeis, das der Florentiner Procove E u l t e l l i im Jahre 1660 erfunden bat. und das im 18. Jahrhundert in Deutschland eingeführt wurde, ist in den letzten Jahren immer mehr zur Volkserfrischung geworden. Es ist keine besondere Leckerei gewisser Stände mehr, wie in früheren Zeiten, beute gibt es Eis für alle Volksgenossen. , , , ,
Welches sind nun die begehrtesten Eissorten: Wrr erkundigten uns bei Kindern und Erwachsenen und ersahen daraus, daß das gemischte Eis immer noch bevorzugt wird. Meist ist es ein Fruchteis, zusammengesetzt mit einem anderen Eis. Und wenn wir durch die Straßen wandern, dann sehen wir überall die in Bewegung befindlichen Eismaschinen. Da gibt es kein Halten mehr. Wir essen Eisbecher und Eistüten von 10 Pfg. aufwärts an jedem Stand und dazwischen nochmals in den Lokalen, solange der Geldbeutel nicht streikt. «L
Aus der Bezugscheinpraris
Welche Reichskleiderkarten gelten?
Die Gültigkeit der ersten Reichskleiderkarte für Männer. Frauen, Knaben, Mädchen und Kleinkinder ist am 31. 3. 41 abgelaufen. Mit diesen Reichskleidetkarten sind auch die zugehörigen Zusatzklelderkarten, also die erste Zusatztleider- karte für Jugendliche, die Zusatzkleiderkarten für den Reichsgau Sudetenland und für die Ostmark sowie die für das Altreich (einschl Ostmark und Sudetengau) gültig geschriebenen ersten Protektoratskleiderkarten, ferner die erste Protektorats- Zusatzkleiderkarte für Jugendliche außer Kraft getreten.
Im Reichsgebiet sind demnach gegenwärtig in Kraft nur die zweite Reichskleiderkarte für Männer. Frauen, Knaben. Mädchen und Kleinkinder: die zweite Zusatzkleiderkarte für Jugendliche, die erste und zweite Säuglingskarte sowie die entsprechenden für das Altreich (einschl. Ostmark und Sudetengau) gültig geschriebenen Protektoratsileiderkarten und die auf sämtlichen Bezugsberechtigungen mit einem großen „E" in roter Farbe gekennzeichnete Elsaß-Kleider- tarte.
Farben und Muster der Sommer-Mode
Während die Wintermode stets ein wenig zurückhaltend in Farben und Muster auftritt, gestattet sich die sommerliche Mode fast immer mehr Freiheiten auf diesem Gebiet. Dte beiden letzten Sommer schwelgten geradezu in Buntheit und bizarren Mustern, und oft sahen die zarten Kleiderstoffe aus, als seien alle Farben in ihnen munter durcheinander gelaufen. Es schien, als bliebe nun nichts Neues mehr zu erfinden übrige als müsse der dritte Sommer ratlos auf die früheren zuruckgreifen. Doch die menschliche Erfindungsgabe ist unerschöpflich, wenn Frau Mode Forderungen stellt. Und da es durchaus etwas Neues zu geben hat, — nun so gibt es eben Neues.
Bequemlichkeit gibt es nicht
Jeder bat seiner Zeugenpflicht zu genügen.
Ein Unfall batte sich zugetragen: Ein älterer Mann war einem Kraftfahrer in das Rad gelaufen. Dabei hatte sich der alte Herr so schwere Verletzungen zugezogen, daß er dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Obwohl verschiedene Volksgenossen den Unfall beobachtet batten, war doch keiner bereit, eine klare Aussage zu machen und damit die Schuldfrage klären zu belfen. Sie wollten nun auf einmal nichts gesehen haben.
Solche Fälle kommen int Alltagsleben mebr vor. als wir selbst annehmen. Das Gericht ist nicht in der Lage, zu einer objektiven Betrachtung der Sachlage zu kommen, da die Zeugen — wie es der Volksmund ausdrückt — einfach ..um» gefallen" sind. Es ist ein selbstverständliches Gebot des Anstandes, daß jeder Volksgenosse, der Zeuge irgendeines Vorfalles wird, vor der Polizei oder in Gerichtsverhandlungen gerade steht und seine Aussage macht, wie er es gesehen oder selbst erlebt bat. Aus Beguemlichkeit eine Zeugenaussage verweigern wollen oder aus Feigbett überhaupt vor der Verantwortung als Zeuge zu kneifen, ist eines deutschen Volksgenossen in keiner Weise würdig. Von einer Zeugenaussage hängt mitunter das Glück eines Menschen ab. ein Wort kann über Wohl oder Wehe entscheiden. 3n Prozessen ist der Zeuge meist die wichtigste Person. Er prüfe deshalb genau, was er sagt, schildere die Vorfälle so. wie Re ihm bekannt sind. In oiejem Zusammenhang sei erklärt, daß das Vortäuschen von Nichtwissen einer falschen Aussage gleichkommt und entsprechend bestraft wird. Wenn also in einem Polizeibericht oder von anderer Seite Personen gesucht werden, die als Zeuge einen Vorfall beobachtet haben, dann St es nur, sich zu melden, denn: Jeder deutsche Dolksge-
t bat seiner Zeugenvflicht zu genügen!
Schutz unseren Vögeln
Gerade die Kriegsjahre fordern verschärften Kampf gegen
das schädliche Ungeziefer. In diesem Kampf sind die Vogel
die wertvollsten Verbündeten des Gartenbesitzers. Darum bringt Nistkasten in euren Gärten an: es ziehen Vogel hinein, die schneller als unsere besten menschlichen Seifer von
früh bis spät Schnecken. Raupen und anderes Ungeziefer ab- ; lesen und uns dabei noch durch ihren lieben Gesang erfreuen. Nistkasten sollen schon im Herbst angebracht werden, weil Re , im Winter als Schlafplätze von den bei uns bleibenden Singvögeln benutzt werden. Ristkasten für Meisen. Rotschwänzchen. Fliegenschnäpper usw. werden in etwa 4—5 Meter Hohe, Starkasten nickt unter 10 Meter Höhe angebracht. — Und wie werden gerade die Stare verkannt. Ich kann mir einen Garten '
ohne Starnistkasten nickt denken; in meiner Heimat (Mittel- 1 deutsckland) war es ein ungeschriebenes Gesetz, daß jeder Obstgartenbesitzer eine der Größe seines Grundstückes entsprechende Anzahl von Starnistkasten anbrachte und laufend instandbielt. Gerade die Stare suchen die kleinen unscheinbaren Nackt- schnecken. die die jungen Pflänzchen abfrellen. Duldet es nicht, daß man diesen billigen Gartengehilfen, die in der vpr»us- gegangenen Zeit wahre Unmengen schädlicher Insekten vernichtet haben, mit der Flinte zu Leibe gebt. Solange es btt gesiederten Gäste nicht gar zu schlimm treiben, sollte man Re ruhig gewähren lassen, denn einen kleinen Anteil an der Kirschenernte haben sie sich wohl verdient. Machen Re euch aber wirklich Schaden, dann nehmt eure Zuflucht zu allerlei ■ Vogelscheuchen, wie Blechstreifen oder leere Konservenbüchsen. Wo die Stare in Scharen zu Tausenden auftreten, können Re wohl zur Plage werden; aber dort greifen die maßgebenden . Behörden ein. __ 3-
— Wir gedenken am 19. 3uni: des 1861 in Leipzig ge- borenen Bildhauers Karl Seifner, gestorben 1932 daselbst. Er hat besonders durch gut gesehene und fein durckgearbeitete Bildnisbüsten einen wohlberechtigten Ruf erlangt. 1885 brachte er mit der Bachbüste eine seiner besten Leistzunge« hervor. — 1884 starb in Dresden der 1803 daselbst geborene 1 * * * * * * * * Maler und Zeichner Adrian Ludwig Richter: 1828—35 Lehrer an der Zeichenschule der Porzellanmanufaktur Meißen, 1836—77 an der Akademie in Dresden. Die größte Fruchtbar- ! feit hat er als Zeichner für den Holzschnitt entfaltet und zahlreiche Illustrationen für volkstümliche Schriften, Kinderbücher, Kalender, Gedichte. Märchen, Lieder und Erzählungen geliefert. Mit ihnen bat er sich einen festen Platz im Herzen unteres Volkes erworben. Man darf ihn wohl den volkstüm- , lichsten Maler des 19. Jahrhunderts überhaupt nennen. Er beschränkte sich auf die Welt des Kleinbürgers der Bieder-1 meierzeit. Aber diese Welt hat Ludwig Richter in all ihrem gemütlichen und besinnlichen Leben, in ihrer liebenswürdi- - gen Schlichtheit erfaßt und mit treuherziger Eindringlichkeit dar gestellt. Seine „Lebenserinnerungen eines deutschen Malers" (1885) sind ein rechtes Bolksbuch geworden. — 1933 > wurde in Österreich die NSDAP.. SA. und Mi verboten. Eine Leidenszeit für den Ostmärker begann unter dem Dollfuß- Regime. ' ;<S
— Schutz dem keimenden Leben. Eine frühere Hebamme war vor Jahren öfters wegen gewerbsmäßiger Abtreibung. Beihilfe und Versuch hierzu mit dem Gesetzbuch in Konflikt geraten. Ihre letzte Zuchthausstrafe hatte scheinbar ihren Eindruck nicht verfehlt. Sie wurde aber angezeigt, sich im Jahre 1936, zu einer Zeit, die vor ihren letzten Verurteilungen liegt, sich nochmals der Abtreibung schuldig gemacht zu haben. Hätte die heute geständige Angeklagte bei den oor- angegangenen Strafsachen diesen Fall mit angegeben, so wäre dies beim Strafmaß nicht so zur Auswirkung gekommen wie heute. So mußte Re mit der Mindeststrafe für gewerbsmäßige Abtreibung von einem Jahr Zuchthaus bestraft werden. Mit einem offenen Geständnis, das beweist auch dieser Fall wieder, kommt man bei Gericht weiter als mit dem Verschweigen strafbarer Handlungen.
— Hören Sie am Freitag! Der großdeutsche Rundfunk bringt um 15.30 llhr das Streichguintett 6-dur von Dvorak. Die Sendung „Noten und Anekdoten" um 17.10 Uhr erzählt kleine Geschichten um große Männer. Um 20.15 Uhr sendet das Reichsprogramm „Frohe Klänge' und um 21.15 Uhr „Wiener Walzer. Der Deutschland- ,
sender sendet um 20.15 Uhr Szenen aus „Don Giovanni" von Mozart und dem „Barbier von Bagdad" von Cornelius. Um 21.15 Uhr plaudert Paul E i p v e r über die Anhänglichkeit der Tiere und von 21.25—22.00 Uhr sendet der Deutschlandsender „Kleine musikalische Kostbarkeiten“.
— Die staatliche Privatmusiklebrerprüsung in Wiesbaden fand im staatkichen Gymnasium statt. Die beiden Prüflinge. - Lilli Heckel und Hilde Witter, bestanden die Prüfung. Den Vorsitz führte Oberschulrat Prof. Dr. Siedel (Kallel), die Kommillion bestand aus: Albert Hofmann (Wies- baden/Mannheim) für Klavier. Dr. Franz F l ö ß n e r (Wiesbaden) für Musikgeschichte. Gehörbildung und Theorie. Elisabeth G ü n tz e l (Wiesbaden.) für Musikerziehung.
— Unfälle. In der Kirchgasse stolperte ein etwa zehnjähriges Kind über eine Zimmerschwelle und erlitt einen Schenkelbruch, so daß es ins Krankenhaus gebracht werden mußte. — Bei Gartenarbeiten im Wellritztal fiel eine Frau mit der rechten Hand in ein Eartengeräi und zog stch eine stark blutende Wunde zu. Die Frau mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden.
— Verkehrsunfälle. Am Mittwoch Segen 12 Uhr kam es auf der Kreuzung Schiersteiner Straße — Adelheid- und Wörtbstraße zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Last-; krafttvagen und einem Dreirad. Der Fahrer des Dreirades wurde leicht verletzt. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. — Gegen 16 Ubr kam es an der Einmündung Kaiser-Friedrich-Ring —j Ringkirche zu einem Zusammenstoß zwischen einem Personen- j kraftwagen und einer Radfahrerin. Die Radfahrerin wurde
— Das „W. T." gratuliert Herrn Fritz Henrich. Blücherstraße 24. Mitbegründer der Kameradschaft ehern. 87er. der am 20. Juni seinen 70. Geburtstag feiert und Frau - — - ■ ™ ~ bie am
Das ABC der Vitamine
Sommerliche Ernährungswillenschaft für die Hausfrau
Die Vitamine spielen in der modernen Ernährung eine so wichtige Rolle, daß es gerade für die Hausfrau wichtig ist. über ihre Beschaffenheit und Zugehörigkeit zu den einzelnen Nahrungsmitteln Bescheid zu willen. Vitamine sind Ergän- Wngsstofse. die neben den Nährstoffen. Salzen und dem Waller für den Aufbau und Bestand des Organismus uner- latzlich sind. Man hat den einzelnen Vitaminen Buchstabenbezeichnungen in der Folge des Alphabets gegeben. Die ersten vier davon sind am bekanntesten und am wichtigsten für den Aufbau und die Erhaltung des Körverbaushalts. Hausfrauen aber müllen willen, in welchen Nahrungsmitteln die verschiedenen Vitamine enthalten sind.
Da steht an erster Stelle das Vitamin A. zu ihm gehört auch seine Vorstufe, das Carotin. Dieses Vitamin ist als Vitamin A enthalten in Bollmilch. Butter. Fettkäse, Eigelb, Leber und Lebertran, als Carotin tritt es uns in vielen Frischgemüsen entgegen wie in Karotten. Blattgemüse (besonders Spinat, Mangold, Grünkohl. Kopfsalat), ferner in Brunnenkresse, grünen Erbsen, grünen Bohnen, in Blumenkohl- und Kohlrabiblättern, in Porreespitzen. Sttelmus (Rübstiel) und Tomaten. Das A-Vitamin fehlt dagegen in den meisten pflanzlichen Fetten, in Schweinefett. Kartoffeln. Getteide mit Ausnahme des Keims und Hülsenfrüchten. Vitamin A ist löslich in Fetten und 6ei küchenmäßiger Behandlung sehr widerstandsfähig.
ffauff-Pancpta
• - ♦'ft der richtige Fl,Im /t für Jhre Aufnahmen
Vor 50 Jahren
Mittelrheinisches Musikfest in der „Tonhalle am Marktplatz"
Eugen d'Albert als Solist.
Vor fünfzig Jahren sand in Wiesbaden das ..Mittels rheinische Musikfest" statt. Am 21.. 22. mü) 23. Ium prangte unsere Stadt im Schmuck zahlloser Zahnen, Die Leitung der drei Konzerte war dem K. K. Hosoverndlrektor aus Wien. Wilhelm Jahn, übertragen, als Klaviervittuose Eugen d'Albert aus Berlin gewonnen worden. ,„Das Musikfest wurde durch das Oratorium von G. F. Handel „Der Mellias" eingeleitet, bei dem ein gemischter Chor von 900 Mitwirkenden sang, das Orchester war 120 Mann stark. Während das zweite Konzert Werke von Beethoven brachte und mit der Rennten Sinfonie abschloß, sah das Abschlutz- konzert „Solo-Vorträge der fünf Solistmi und Werke von Mozart. Brahms. Liszt. Haydn unb Wagner: außerdem „unter persönlicher Leitung des Comvonlsten „Malinconia von Bernhard Sckoltz" vor. Die, Solisten waren außer d'Albert: Frau Dr. Maria. Wilbel.mi (Sopran). Fraul. Hermine S v i e s (Alt), beide aus Wiesbaden. Konigl. Hof- opernsänger Rotbmübl aus Berlin (Tenor) und Groß- herzogl. Kammersänger Plank (Bariton) aus Karlsruhe.
Den Auftakt des „Mittelrheinischen Musikfestes" bildete ein sogenanntes „R e r o b erg - Fest . das allerdings durch schlechte und kühle Witterung stark beeinträchtigt wurde. Von der Wiesbadener Baugesellschaft (Floeck und Rollel) war auf dem Marktplatz eine Festballe et«
Das Vitamin B. das aus mehreren Untergruppen besteht, ist vor -afiem in den Randschichten und im Keim von Getreide enthalten, weshalb auch der Genuß von Vollkornbrot besonders wertvoll ist. Daneben tritt es besonders in pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln. Gemüse. Früchten sowie in Milch (auch in entrahmter Frischmilch und Buttermilch), in Fleisch und Fisch auf. Dem „Mehlkörper". dem Inneren der Getreidekörner fehlt dieser wichtige Aufbaustoff, also auch dem weißen Auszugsmehl, ebenso fehlt er in den daraus hergestellten Erzeugnillen. den Ölen und Fetten. Vitamin B ist wallerlöslich, aber empfindlich gegen starke Hitze.
In schwarzen Johannisbeeren. Brombeeren und anderen Beerenfrüchten, in Hagebutten. Zitronen und Apfelsinen, in allen Gemüsen. Tomaten, Kartoffeln, Möhren, in inneren Organen wie Gehirn. Herz. Lunge und Niere kommt bas überaus wichtige Vitamin C vor. man kann deshalb gar nicht genug die Zeit der frischen Gemüse und des frischen Obstes ausnutzen. Dieses Vitamin fehlt in Hülsenfrüchten, im Getreide. in allen Trockenvrodukten. Ölen und Fetten. Es ist ebenso wallerlöslich, sehr unbeständig, empfindlich gegen langandauernde Sitze (Speisen nicht zerkochen!) gegen Luft und langes Warmhalten. •
Und endlich das Vitamin D. das wieder in Leberttan, Butter. Milch. Fett. Eigelb und einigen Fettfischen enthalten ist. In Gemüsen und Früchten. Pflanzenfetten. Fleisch und den übrigen Fischatten fehlt es. Es ist durchaus kochbeständig.
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