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Wiesbadener Tagblatt

Samstag Sonntag, 17./18. Mai 10U

Schwierigkeiten enthüllt, denen sich das Empire in diesem krrtrschsten Augenblick seiner Geschichte gegenüber siebt.

. Das von der schmalen Basis des Mutterlandes aus re­gierte britische Weltreich war immer nur ein Koloß auf tönernen Füßen. Seine Macht, die es 300 Jahre lang zu behaupten wußte und mit den brutalsten Mitteln der Unterdrückung fremder Völker aufrecht erhielt, war nur so lange effektiv als man daran glauben konnte. Der Glaube an die Allmacht Englands aber ist heute gewaltig erschüt­tert. Zu den militärischen Mißerfolgen, die ihm die deutsche Webrmacht überall da wo sich die Möglichkeit dazu bot, bei­brachte, kamen. politische und diplomatische Fehlschläge in solcher Häufung, daß auch dem hartge­sottensten Englandfreunde schließlich die Augen aufgeben mußten. Die Tatsache ist nun einmal nicht wegzuleugnen, daß es die britische Diplomatie im Verlaufe dieses Krieges fertig gebracht hat. sieben europäische Staaten durch Verhetzung. Garantieverträge. Silssversvrechen oder Bestechung in den Krieg zu treiben und dem Verderben vreiszugeoen. Diese Staaten haben völlig nutzlos das Blut ihrer Söhne auf dem Altar der englischen Eroberungsvlane «mb der Wiederherstellung des britischen Weltberrschaftsan- wruches geopfert. Sie wurden verraten und im Stilb ge­lassen und zum Schluß noch verhöhnt, weil sie die Nieder­lage nicht verhindern konnten. England batte aber, dies­mal auch mit allen seinen Bundesgenossen Pech. Als einzige Hoffnung bleibt ihm beute allein die Hilfe, die es von

Vor einem Jahr

Um 11. Mai 1940

„Schlacht der Flammen ist die gefährlichste"

Morrikous Sorgen um die deutschen Vergeltungsschläge.

Amsterdam, 16. Mai. Im Londoner Nachrichtendienst gab der britische Innenminister Morrison seinen Sorgen über die Brandbekämpfung Ausdruck und erklärte bauet, „die Schlacht der Flammen sei das Gefähr­lich ste für Englanb." ..

„Es.ist nicht wie früher" so sagte Morriion. „wo die Feuerwehr nur mit einigen Branden zu tun gehabt vane. Heute entstäirden bei einem einzigen Angriff 50, 10 0 unb mehr Brände zu gleicher Zeit. Svrengbomben regneten auf die Feuerwehrleute herunter. Die Waller- leitung sei meistens zerstört. In dieser Holle sich einen Weg zu bahnen, um die Kriegsindustrie zu retten, sei für die Feuerwehrleute eine schwierige Arbeit. Auf unbekanntem Grund müßten sie sich vorwartsarbelten. mit den Armen und mit dem Kopfe kämpfend. Dieser Kampf dauere bis zum Morgen und weit in den Tag hinein.

„Im September 1940 batten wir. io berichtet Der Innenminister- weiter, „nur 1400 .Feuerwohrbrigaden die Tausende von Brigaden, die heute eingesetzt werden, und zu schwer zu handhaben gegen einen harten Gegner. Die An­forderungen an die heutige Feuerwehr sind weit über die wildesten Träume binausgelangt. Dazu brauchen wir noch eine große 3a6l von halberuflichen Feuerwehrleuten. Zwei Millionen Männer und Frauen setzen sich.em. um zu ver­suchen. das Feuer zu löschen, bevor es eine Feuersbrunst sibt'Dieser Bericht des Innenministers, der mit einem drin­genden Appell an hie Bevölkerung endet, alles etnzu-

tetzen um der wachsenden Gefahr Hert werden klingt freilich anders, als die sonitigen amtlichen Veröffentlichungen, mit denen man die Wirkung der deut­schen Vergeltungsschlage aut London zu bagatellisieren ver- sucht. - ... _

Nach den kürzlich in Stockholm eingegangenen Berichten aus England haben die letzten schweren deutschen Luft. angriffe gezeigt, daß alle Maßnahmen der engi ■ \iß*m Behörden. Sie seit Beginn des Luftkrieges aetroften worden find, unzulänglich waren und. infolgedessen die Notlage der Bevölkerung angegriffener Stabte in ben ersten Tagen sehr bebenkliche Ausmaße annabm.

Vor allem bie Versorgungslage der Zivilbe. oölkerung gestaltete sich in ben ersten Tagen nach derart inen Angriffen besonders ernst. So war es z. B. nach dem Be richt eines amerikanischen Korrespondenten nach dem letzten Luftangriff auf London nicht möglich, auch nur em Butter brot zu erhalten, selbst wenn man schweres Geld dafür be- zahlen wollte. Zehntausende der Bevölkerung mutzten 24.bis 48 Stunden einfach Hunger letden.

Der Londoner Vertreter des amerikan-.lchen Blattes „Christian Science Monitor" erklärt tn einem ferner letzten Berichte, die Moral der britischen Bevölkerung fei »warnofi nicht gekrochen, aber wenn bte Regierung nicht feftr braftnÄe Maßnahmen ergriffe, um der allgemeinen Notlage zu steuern, leien Schwierigkeiten in der britischen Heimatfront unver­meidlich.

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Pari», 17. Mai. (Funkmeldung.) Nach den steno- ihifchen Aufzeichnungen, bie ein Teilnehmer bei einer Zu. mentunft General Weyganbs mit französischen Gift’ tn Dakar nach bem englischen Überfall am 29. Olt

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kann. All biefer Stolz hinder

Die heutige Ausgabe umfaßt 16 Seiten

Erfolgreiche Kampfe bei Sollum und Tobruk

und Flugzeuge zur Verfügung, UM alle Punkte ausreichend zu decken. Den letzten Krieg hätten die Briten durch ihre Ruhe gewonnen. Diesmal fei es nicht so gut damit bestellt.

Die Dinge könnten noch schlechter werden, bevor sie sich bewerten.

Gewiß ist jedenfalls, daß bie Dinge für England noch schlechter werden. Ob der wachfende Stolz der Engländer auch damit Schritt hält, bleibt jedenfalls noch abzuwarten.

General Weygand über den britischen Verrat

„England verfocht sich feiner Lerpflichtongen ja entziehen"

„Es hätte noch schlimmer kommen können"

Wie die Engländer wer ihre Riederlag« ans dem Balkan getröstet werden

Wesentliche Schwächung der britischen Position

Zuversichtlich« Stimwnng der italienischen Truppen in Abessinien trotz fünffacher Übermacht *

rige Lage bedenkt, tn der sich unser« Truppen befanden 80 vom Hundert unserer Truppen find evakuiert worden und bte Evakuierung, die in kleinerem Maßstab als bei Dünkirchen vor stch ging, war eigentlich gefährlicher als jene, ist aber beffer vonstatten gegangen. In ben letzten Tagen hatten bte Deutschen ben Luftraum sozusagen für s i ch allein. Der RAF. kann kein Vorwurf gemacht werdens denn Iagdmaschinen können nicht von Kreta hin und zurück fliegen, und auf dem griechischen Festland hatten wir keinen Flugstützpunkt mehr. Die Armee ist stolz auf diese Taten."

Rom, 17. Mai, (Funkmeldung.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Samstag bat folgenden Wortlaut:

Das Hauptquartier der Webrmacht gibt bekannt:

In Rordafrika zieht stch der Feind, der mit starken Kräf­ten an der S o l l u m - F r o n t angegriffen und einige An­fangserfolge gegen unsere vorgeschobenen Abteilungen erzielt batte, vor den zum Gegenangriff ubergegangenen ttalieuisch- deutschen Streitkräften kämpfend zurück. Untere Smuwen stellen die Verbindung mit den eigenen vorgeschobenen Kral- ten wieder her, die, obwohl vom Feind überflügelt, zäh ibre eigenen Stellungen gehalten batten. Dem Feind wurden be- trächtltche Berluste zugefügt. „ , .

Italienische und deutsche Flugzeuge haben znm Erfolg der verbündeten Truvben wirksam beigetragen.

2m Abschnitt von Tobruk haben wir einige befestigte

Ädemtleitnng: Dr. phN. baHL Gustav 5*eH»n fcerg und Vtto KeHtt H*nftinter; Oüntbei. sämtlich in Vierbaden — Zur Zeil ist

Sreirlist, q aüktiq.

Stellungen erobert.

Unsere Jagdflugzeuge haben einen Blenheim-Bombe^ der einen Angriffsversuch gegen den Hasen non Beughast unternahm, brennend abgeschossen

Verbände des deutschen Fliegerkorps haben die Flotten- unb Luftstützpunkte von Malta bombardiert wo Brande. Explosionen und schwere Schaden an den militärischen An­lagen verursacht wurden.

2n Ostasrika ist die Lage unverändert.

Kreta unter britischem Joch

Blutige Zusammenstöße mit der Bevölkerung — Wachsender Haß gegen die griechischen Handlanger Englands

Rom. 17. Mai. (Funkmeldung.) Über bie Lage auf Kreta berichtet der Bukarester Vertreter des „Popolo M Roma auf Grund von Auslagen über Istanbul nach Konstanza ge­flohener Reikenber interestante Einzelbeiten. Danach werben der Äönig unb bie Minister der sogenannten snechi- scheu „Regierung" von starken britischen Streit­kräften unb Spionen b es 3 n t e 111 qe nce Se r« Dice überwacht, weil ihr Leben von Patrioten der Insel stets bedroht wird? Selbst in den entlegensten Dörfern wurden britische Garnisonen eingerichtet, und »war wenigen aus militärischen Notwendigkeiten, als aus Gründen der inneren Ordnung, da man einen Auf st a n b b e t -o e • völkerung von Kreta befürchtet Zahlreiche dem englanb» hörigen Regime ergebene griechische 'Gendarmen unb englisch« Polizisten mürben ermorbet. Das anmaßend« • Auftreten ber englischen Offiziere, bas gewaltsame unb will- kürliche Vorgehen der Soldaten des britischen Imperiums haben nicht nur in der Hauptstadt sondern an vielen Orten der Intel wiederholt zu blutigen Zwischenfällen geführt, urll» die wenig angenehme Lage aller dorthin geflohenen griechi­schen Politiker, bie von der Bevölkerung als bie Verantwort­lichen für alles Elend angesehen werden, noch vericharft.

Zum Abdrehen gezwungen

Berlin, 16. Mai. Vor der Kanalküste wurden am 16. Mal feindliche Schiffe.die sich ber Küste zu nähern ver- suchten, von deutscher M a r t n e a r 1111 e r i e mit Erfolg unter Steuer genommen und »um Abdreben gezwungen.

sammenkunft General Weyganbs mit französischen vtst- zieren tn Dakar nach dem englischen Überfall am 29. Dlt 1940 machte, berichtet ber „Matin" in großer Aufmachung über Äußerungen, bte General Weygand damals übet bte Ge- schichte ber französischen Nieberlage machte

„Ich bin im Weltkriege", so erklärte Weyganb, „Waffen- geführte der Engländer gewesen. Ich kann keiner Vor- eingenommenheit in bezug auf sie verdachtigt werden. Aber nun muß ich die Gefühle beiseite lasten und die Tatsachen tn den Rahmen der Wirklichkeit stellen. Die Wirklichkeit aber ist, daß bereits am Tage nach Versailles

Stern, 16. Mai Zur militärischen Lage in Italienisch- Ostafrika stellt man in italienischen politischen Kreifen fest, daß die italienischen Truppen heldenhaft bis »um äußersten fämpften unb bem Feind größtmögliche Verluste zufügten. Obwohl die italienischen Truppen in Abessinien ohne jede De rsoraungsmoalichke11 aus ber Heimat gegen eine fünffache Übermacht, die leberjeit mit Nachschub rechnen könne, zu kämpfen haben, seien bte Ost- afrika-Kämpfer, angefangen mit dem Herzo a v o n A o st a. nach wie vor bet zuversichtlichen Hoffnung, °i« 'talienijche Fahne in Abessinien bis ,um Endsieg der Achse wehen 3U "England sei es weder gelungen, die Eroberung tn wenigen Monaten durchzuführen noch einen Ausruhr ber ein­geborenen Bevölkerung gegen Italien zu provozieren, unb

Das Eiserne Kreuz für Garibaldi

Überreichung durch General Rommel

Rom, 16. Mai. Der Kommandierende General des deut­schen Asrikakotps, General R o m m e l. hat dem Oberbefehls­haber der italienischen Streitkräste in Norbairika, General Gariboldi, bas Eiserne Kreuz I. unb U Klass« Überreicht, bas ihm vom Führer verliehen rootben war. Der feierlichen Überreichung wohnten ber Stab von General Gatibolbi unb hohe beutsche Offiziere bei.

General Rommel prach General Gariboldi seine Glück-

bas englisch-franzöfische Bündnis ein zerbrechliches Jnstru- ment wat, weil England stch seiner eingeganaenen Verpflich­tungen zu entledigen versuchte, und weil es fein eigene« Interesse votdas Frankreichs stellte."

General Weygand betonte bann, baß er in ben entschei- benben Stunden des Feldzuges vergeblich auf den britischen Oberkontntandietenden General Gort gewartet habe, der jedoch nichts von sich hören lieh.

Zum Schluß ging Weygand auf die Katastrophe in Flan­dern ein und unterstrich, daß die Engländer in Dünkirchen alles daran gesetzt hätten, ihre eigene Armee zu retten, wäh- tend die Franzosen dort 12 Divisionen und ihr bestes Kriegs­material geopfert hätten.

Dte Engländer waten auch auf Dünkirchen stolz, auf Griechenland find sie nun noch stolzer. Das ist ausfichtsreich für bie Bahnen, die ihr Stolz ist Zukunft noch beschreiten kann. All dieser Stolz hinderte Collins indefien nicht, not zu freudigen Zukunftshoffnungen zu warnen. Etwas beklommen gab et folgenden nicht gerade rosigen Überblick über die Kriegslage: Der britische Genetalstab stehe vor einer schwie­rigen Aufgabe. Es müßte gleichzeitig der Krieg in Libyen, Abessinien, ’m Irak, bei Gibraltar, Malta unb Kreta geführt werben Man müfie im Fernen Osten auspafien und nicht zuletzt auf ber bri­tischen Insel. Niemals habe man genug Schiffe. Waffen

Amerika erwartet, eine Erwartung,, auf die es geradem an­gewiesen ist, wenn es das Eingeständnis feiner Niederlage noch hinausziehen will. Mit aKn Mitteln versucht es daher für diese Hilfe von jenseits des Atlantik Stimmung zu machen, in dem es die Parole ausgibt., daß dielet Krieg nicht nur ber Krieg Englands gegen, bte Achienmamte ist. wnderil daß es sich um eine Sache ber ganzen Menschheit banbelt, um einen Kampf bes Guten gegen das Böte, wo­bei Englanb natürlich bas Gute personifiziert. Englanb möchte also, nachdem es eingesehen hat. daß es nimt in der Lage ist. diesen Kampf gegen Europa durch,usiehen. den einen Kontinent gegen den an de re n mobili­sieren: Amerika gegen Europa, womit sich England bereits außerhalb Europas stellt. England vergibt dabei, daß es trotz seiner Jnsellage ein Bestandteil Europas ’st und bleibt und sich deshalb mit ober ohne Empire ber Neuordnung Europas eingliedern muß. daß sein Weltreich aber in dem Augenblick zerbricht, wo es sich politisch vom Kontinent löst.

Das Schicksal Englands kann deshalb auch durch ein Eingreifen Amerikas über bte bereits tatia* !* gewahrte Hilfe hinaus nicht mehr geanbert werben. Auf sich selbst gestellt unb in feiner Existenz durch bie vernichtenden Schläge der deutschen Luftwaffe immer starker bedroht, von seinen lebensnotwendigen Zufuhren aus Übertee durch die deutsche Seekriegführung immer mehr abgeschnitten, bleibt ihm allein die Möglichkeit zu kamvfen. oder.die, Er­kenntnis, daß seine Sache verloren ist. Emern entscheiden­den Kampf bat fick England bisher noch immer entziehen gewußt. Wenn man jahrhundertelang andere Volker für sich kämpfen ließ, bann scheut man sich schließlich, den letzten Einsatz selbst zu wagen, weil es bei diesem um Leben oder Sterben geht. Unb ?ie Einsicht, baß i n r ^ n a - lanb keine voifnung mehr besteht, ben verbrecherisch vorn Zaune gebrochenen Krieg zu gewinnen, wird Io hart­gesottenen Svielernaturen unb politischen Abenteurern wie Churchill unb Konsorten gewiß niemals kommen. Deshalb muß bem englischen Volke bas Bewußtsein ber Nieder - läge immer wieder auf das Nachdrücklichste einßcoammett werden.

Wann unb wie die letzte Entscheidung fällt, welche strategische Pläne zu ihrer Herbeiführung getroffen werden, willen wir nicht. Wir willen "ber. daß England in allen den Kriegsemflufsen unterworfenen Positionen, die e, zu verteidigen bat — und „nur auf die Verteidigung allem kann es sich beute beschranken — bart bedrängt ist und immer mehr bedrängt wird, daß sich bas ©e [amt- bild ber politischen Lage aerobe in ben „letzten Wochen immer stärker zum Nachteile bes Empire oeranbert bat. baß heute bie Achse bas Schicksal Europas bestimmt unb ber Drei­mächtepakt bas Bollwerk gegen angelsächsische Vergewalti­gungspläne ist. Unb wir haben vor allem bte Gewißheit, daß alle Möglichkeiten in Rechnung gestellt find und untere Wehrmacht bereit unb starker benn je HL um Englanb zu Falle zu bringen unb bamtt bte Entscheidung zu erzwingen.

wünsche und die der in Nordafrika stehenden deutschen Trup­pen aus und unterstrich die enge und wirkungsvoll« Zusammenarbeit der italienischen und deutschen Trup­pen. General Gariboldi gab in seiner Antwort feiner Dank­barkeit gegenüber dem Führer Ausdruck und unterstrich di« Leistungen der deutschen Truppen und ihres Kommandieren­den Generals.

zwar wegen des zähen unb heldenhaften Widerstandes bet italienischen Truppen, und weil fünf 2ahre italienischer auf Gerechtigkeit unb Besserung der Lebensoerhälknlfse beruhen- bet Politik bie (Eingeborenen davon überzeugen konnten, baß ihnen die italienische Herrschaft zum Segen gereiche.

Durch ben langen Feldzug in Abessinien habe England eine we sen t l iche st r a te gis che Schwä ch u n g et- fahren. Außerdem werde die Ende Mat beginnende Regen- periode dte Operationen für den Angreifer »ur «och schwieriger unb langsamer gestalten. Wie lange ber italie­nische Widerstanb noch bauern werde, könne niemand voraus- sehen. Sicher fei, daß bet in Ostafrika in bet Person des Ar- zogs von Aosta verkörperte Heldenmut bet italienischen Truppen bas äußerste leisten werde.

Berlin, 16. Mai. Der englische Generalmajor Collins versuchte in einer Rundfunksendung klarzumachen, daß die Engländer sich auf bem Balkan no* gut au, ber affäre gezogen hätten Er erreichte diesen Eindruck mit dem primitiven Mittel, davon auszugehen baß es n o ch Diel schlimmer hätte kommen können, währenb er bte Verluste gleichzeitig verkleinerte.

So gab Collins an Mannschaftsvetlusten nur 10 000 unb an Echiffsverlusten nur zwei Zerstörer und „einige Transporter^ zu Immerhin konnte er die mate­rial d e r I u ft e nicht geringer machen und sagte: „Außer­dem büßten wir s ä m 11 i ch e s > ch w e r e M a t e 11 a l, bte Geschütze, Tanks und Motorfahrzeuge ein." Zur Beruhigung ber Gemüter operierte er mtt den dunklen Verhälints- ongaben: „So schwer die Verluste aber auch fein mögen. Jo waren sie doch verhältnismäßig gering, wenn man bte fchwie-

Mecheln und Löwen würben von unteren Truppen in hartem Kampf genommen. Brussel wird kampflos übergeben. In Nordbelgien durchbrechen untere Soldaten den äußeren Gürtel der Festung Antwerpen. Üb­lich Maubeuge durchstoßen untere Panzer die französischen Grenzbefestigungen und zerschlagen zwei feindliche Divi­sionen. Der Feind verlor im Laufe des Tages 108 Flug­zeuge.

Äm 18. Mai 1940

Auf dem Rathaus von Antwerpen weht die Reichs­kriegsflagge. Westlich Antwerpen wurde die ?*elbe überschritten. Le Cattau und St. Q n e n t i n Rab in deutscher Hand. L a o n und bte Mtsne bet Re t hel sind erreicht. Nordwestlich M o n t m e d n ist in der Magtnot- Linie das Panzerwerk 505 genommen.

Die Luftwaffe unterstützte bas Vorgehen des Heeres durch Eingreifen in den Erdkamvf und vor allem erneute Großangriffe auf die rückwärtigen Verbindungen, «er- kehrsanlagen und Rückzugswege des Feindes. Insge­samt verlor der Fteind 147 Flugzeuge.

Victor Emanuel III. in Cetinje

Rom. 17. Mai. (Funkmeldung ) Der. König und. Kaiser Sictor Emanuel III. besuchte aut feiner Reife nach Ibanien am Freitag Ceti nie bas mtt italienischen unb montenegrinischen Flaggen reich geschmückt war. Nach, einer Parabe italienischer Truppen begrüßten ibn am Amtssitz bes Zivilkommillars bieSBürbenfrager Montenegros. Ein montenegrinischer Sprecher betonte mtemer Begrußungs- abrelle die durch die Person der Königin unb Kaiserin Helena gegebene Verbundenheit 3R 0 ntenegtos mit Italien. Auf bem Sarkophag bes Großfürsten Mirko, bes Großvaters ber Königin unb Kaiserin, legte Victor Emanuel einen Strauß Rosen triebet.