Montag, 12. Mai 1941
Wiesbadener Tagblatt
Kriegs-Kantgte-Taqung in Leipzig
lenschenantlitz trägt, zu Zeichen der Pfundnote
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In Deutschland erbebt stchdas Ingenium der Mensch- beit gegen ein ödes, unerträgliches öandlertum. An dieser groben Mobilisierung des Geistes, m der die Weltanschauung gegen die Eeldanschauung gesetzt wird. tst reder deutsche Mensch, jeder Soldat, teder. Junge, «der Arbeiter, jeder Bauer, jede Hausfrau bewußt oder unbewußt, beteiligt.
Die besondere Mission des BuchbänViers kennzeichnete Baldur o. Schirach mit den.^^en. Bucher kann man nicht verkaufen wie Apfelsinen oder Briketts. Em Buch für drei Mark, das ist eben nicht ein bestimmter -weit an Papier trotz Buchbinderarbeit ^"d redaktioneller bM verlegerischer Bemühung, sondern ein baung inU snonsch lichen Zahlungsmitteln nicht ausdruckbarer irrationaler Wert
Zum Schluß seiner Ausführungen richtete der Reichsleiter einen Appell an die Buchhändler, den iun gen unbekannten Autor zu verlegen denn es sei mehr Ehre für einen Verleger, einen lungen Dichte^velm ersten Aut- sitzen aufs Pferd den Steigbügel gehalMi zu haben, als einem alten zum 150. Tausend des 160. hmzuzufugen.
Leipzig, 12. Mai. Die zweite Kriegs-Kantate- Tagung der deutschen Buchhändler sand ihren festlichen Höhepunkt in einer Kundgebung des deutschen Buchhandels in dem Neuen Theater zu Leipzig.
Oberbürgermeister Ministerpräsident a. D. Frevberg gab bekannt, daß die Stadt einen Kantate-Dichter- preis gestiftet habe, der alljährlich an einen Schriftsteller oder Dichter, der durch seine Person oder durch sein Schaffen in kultureller Beziehung zu Leipzig steht, zur Kantate- Tagung des deutschen Buchhandels verliehen werden soll. Als ersten Preisträger verkündete er den Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Staatsrat Hanns I o h it, der aus Seerhausen (Bezirk Leipzig) gebürtig, seiner Heimat treu verbunden ist.
Sodann nahm Reichsleiter Baldur v. S ch i r a ch das Wort. Er begann seine Ausführungen mit einer Huldigung an die deutsche Sprache. ..Als der Führer die deutsche Sprache in allen ihren Möglichkeiten ausschöviend. zur Nation zu reden begann, war er seit Martin Luther der erste, der zu allen Deutschen in ihrer Sprache zu reden und zu schreiben verstand. Und wenn die Höfe und sogenannten führenden Schichten zu erbärmlich waren, um diese edelste und vollkommenste Sprache der Welt zu gebrauchen — auf Bauernhöfen und bei Arbeitern blieb deutsch deutsch."
Baldur v. Schirach warf dann die Frage auf. was uns in unserer Zeit die Bücher bedeuten: ..Jeder Deutsche wird im Hinblick auf seinen kulturellen Besitz als ein Krösus geboren. Das müssen wir unserem Volke immer wieder vor Augen stellen. Nichts ist io sehr Eemeinschaftseigentum als das kulturelle Gut eines Volkes. Jeder deutsche Mensch be-
Weltanschauung gegen Geldanschauung
Baldur von Schirach über die kulturpolitische Sendung des deutschen Buchhandels — Hans Johst erhält den Kantate-
• Dichtervreis. 'x
fitzt die ..Zauberflöte" Mozarts und besitzt Weimar. Das ill es, was wir gegen den Feind zu, verteidigen baden, was wir ihm gegenüber behaupten müssen und was m tot gegenwärtigen Auseinandersetzung tzesen mutz, um das An- rben und die Würde dessen, was Menschenantlitz tragt. zu retten sonst kann die Nachwelt im Zeichen der Pfundno e und des Beefsteaks die Radierungen Rembrandts und die Notenblätter der Matthäus-Paffion kiloweise als Makulatur
Sozialismus gegen Plutokrat e
In einem Betriebstypen der Betriebsgemeinschaft Warn Opel. AG.. Rüsselsheim a,«M.. sprach Reichrbauptamtsleiter Claus Selzner. Er überbrachte, die Grübe des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley und beschäftigte sich dann eingehend mit der Frage: Warum mutz Krieg sein? Der, Führer hat kürzlich in Linz den Begriff „Der deutsche Arbertsstaat geprägt. Darüber hinaus kennen wir eine Fülle von Begriffen. die sich um die Arbeit und den Arbeiter.bewegen. Dieses sozialistische Bekenntnis ist etwas, was vielen em Dorn im Auge ist. Die Engländer in ihrem Staat des Kapitalismus iahen, dab ihre Rendite in Gefahr ist Sie aber wollen ihre Herrschaft über die Sklaven ihrer Welt weiter ausdehnen. Früher erklärte man. es sei kein Geld da. man könne keine Arbeit schaffen. Heute stehen die Millionen Arbeitslosen wieder m Arbeit, die deutsche Frau ist berufstätig und Millionen Ausländer schaffen in Deutschland. Adolf Hitler hat die Entthronung der Allmacht Gold vorgenommen und damit eine Revolution in die Welt gebracht. Damit dies nicht gelinge — deshalb ist nach dem Willen unserer Gegner
Der Führer hat erkannt, dab er vier Aufgaben zu. lösen habe, eine politische, eine staatsmännische, eine militärische und eine kulturelle. Die politische Aufgabe mar eine einheitliche Nation zu schaffen. Die staatsmännische Aufgabe rst
seinen persönlichen tapferen Einsatz bei der schnellen Rückbeförderung deutscher Truvventransvortzuge, die aus dem weit vorgeschobenen Bahnbof Conflans bereitstanden, das Eiserne Kreuz 1. Klane. . Auch letzt wiederhat sich^Reichs- bahnamtmann Spengler freiwillig dem Vaterland zur Ber fügung gestellt und wirkt in dem gleichen Direktionsbezirk wie schon während des groben Völkerringens.
Öffentliche Belobigung für Lebensrettung. Der Stabschef der SA. sprach im Namen des Führers dem SA.- Standartenfübrer Wilhelm S u b. zur Zeit beim Aufbauitab der SA. im Elsaß. Standort Zubern, die öffentliche Belobigung für die Errettung einer weiblichen Person vom Tode des Ertrinkens aus. EA.-Standartenfuhrer Suß bat. als damaliger Leiter b,er Eruppenschule der SA.-Eru.vve Weichsel in Jurata am 18 Juli 1940 am Ostseestrand eine Volksge- nossin. die sich zu weit ins Wasser hinausgewagt batte, durch persönlichen Einsatz vorn Tode des Ertrinkens gerettet. Zum drittenmal befreite hierbei Standartenführer Sub einen Menschen aus Lebensgefahr.
Das „Urmeter“ wurde entthront! Das heutige internationale Normalmeter — bekanntlich der 40 millionste Teil des Äquators — fußt auf dem „Urmeter" aus Platiniridmm, das sich in Paris befindet. Es hat sich aber herausgestellt, daß dieses „Urmeter" keineswegs genau mit seinem geographischen Vorbilde Lbereinstimmt. Es kann daher den modernen Anforderungen der Technik und Industrie nicht mehr genügen. Direktor Dr. Kösters von der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt ist es nun gelungen, eine Mahein- heit zu finden, die zehnmal genauer ist als das berühmte „Urmeter". Dieses „Kadmiummeter" ist die Wellenlänge der roten Kadmiumlinie des Spektrums. Das bedeutet die Entthronung des „Urmeters" in Deutschland und vielleicht auch bald in der ganzen Welt.
gekennzeichnet durch die Zerreißung der Einkreisung, die Schaffung der Achse den Pakt mit Rußland und den Drei- mächtevakt. Auch, die militärische Aufgabe wurde gelost. So sehen wir das Volk geeint, den Staat gesichert, den Gegner zerschlagen. Die Lösung der kulturellen Aufgabe sehen wir in „Schönheit der Arbeit", in der Sauberkeit in Stint. Theater und Literatur, in der Schönheit der Bauten und der Retchs- autobahnen. in dem Wohnungsbauprogramm uiro. Und es ist dafür gesorgt, daß auch wenn wir nicht mehr da Und. ein Führernachwuchs vorhanden ist. der aus, derselben soztaltstt- schen Grundhaltung kommt. Das alles will die plutokratische Weltmacht nicht, die von England demonstriert und von Juden inwiriert ist. Aber der Führer bat in. dem Genre des Leistungsaristokraten die Voraussetzungen für den Steg der deutschen Idee geschaffen. „
Äeichshauptamtsleiter Selzner rotes bter auf bte feste Haltung des deutschen Menschen und auf Glaube. Liebe und Vertrauen des Führers zum Volk und des Volkes zum Führer hin. Dieser Krieg ist für uns die große Bewährungsprobe. Jetzt können wir zeigen, ob wir etwas geleistet haben Der Redner zeigte dabei die gewaltigen Aufgaben, die Dr. Ley im Auftrage des Führers löst: Die Altersversorgung der Wohnungsbau, der Volkswagen usw. So werden tut Krieg nur schneller Eopchen geschaffen, die auf die Leistungen der einzelnen Menschen aufbauen. Vor den Bajonetten aber muß immer noch die Fahne des Ideals fliegen, sonst siegt man nicht. Und wir werden England vernichten.
Aus der rhein-mainischen Wirtschaft. Die HV. der Kaiser- Friedrich-Quelle A E„ Offenbach a. M., hieß den Abschluß für 1940 für gut und setzte die Dividende auf 6 % (unverändert) fest. — Der Bauverein für Arbeiterwohnungen Gemeinnützige AG., Darmstadt, verzeichnet für 1939 40 eine ausgeglichene Ertragsrechnunq (i. B. 12 862 RM Reingewinn). — Während bei der S ü d w e st d e u t s ch e N Beamten-Spar- und Darlehnskasfe, eEmbH., Frankfurt a. M., die Umsätze in 1940 mit rund 59 Mill. RM etwa auf Vorjahreshöhe blieben, stieg dte Bilanzsumme um 17 % aus 2,9 Mill. RM. Spareinlagen allein erhöhten sich auf 1.09 (0,79) Mill. RM. Aus 44 300 RM Reingewinn werden 4 % Dividende auf 0,26 Mill. RM Eeschäftsguthaben ausgeschüttet, 20 000 RM gehen an Rücklagen. In der Bilanz find die Gesamtausleihungen durch verstärkte Rückzahlungen auf 0,71 (037) Mill. RM gesunken.
Berliner Börse vom 12. Mai. Zahlreiche Strichnotierungen waren an den Aktienmärkten das hervorstechendste Merkmal. Die Umsätze waren äußerst gering, und auch die Wertschwankungen blieben, bis aus wenige Ausnahmen, unbedeutend. Akkumulatoren minus 2, BMW. plus 2. Reichsaltbefitzanleihe 161%.
Frankfurter Börse vom 12. Mai. Bei großer Eefchäftsstille waren die Kursveränderungcn gering. Conti-Gummi und VDM. zogen je 2 % an. dagegen gaben Heidelberger Zement 2%, Südzucker 2 % her. Reichsältbefitz zogen % % an, Steuergutscheine I 105. 4 %ige Kommunalobligationen 102% (101). Tagesgeld 1% %.
Notierungen vom 10. Mai. Berlin: Vereinigte Stahlwerke 144%, Farben 193%; Reichsaltbefitzanleihe 161%, Eemeinde- umfchuldung 102,80; Frankfurt: Zement Heidelberg 214%, Vereinigte Stahlwerke 144%, BMW. 233%, Demag 206%, Rheinmetall 164%, Aschaffenburger Zellstoff 153%, Farben 194%, VDM. 245, Lahmeyer 168%, Deutsche Linoleum 165, Westdeutsche Kaufhof 145; am Rentenmarkt: Reichsaltbefitzanleihe 161%, Kommunalumschuldung 102%, Steuergutscheine I 104%.
Hohe Auszeichnung für einen Apotheker
- Frankfurt a. M., 12. Mai. Dem durch seine wissenschaftlichen Werke auf dem Gebiete der Heilpslanzenkunde tm In- und Ausland bekanntgewordenen Eausachbearbetter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpslanzenkunde und Heil- vflanzenbeschaffung Hesien-Nasiau und Kurbessen Apotheker Walter Rivverger in Frankfurt a. M.-Hochst. wurde wegen seiner großen Verdienste vom Reichsavothekersubrer die Ehrengabe der Deutschen Apothekerschast verliehen.
— Herborn, 12. Mai. Eine Frau erlebte dieser Tage eine große Überraschung als sie ein Hühnerei öffnete. Im Dotter und Eiweiß des Eies fand sich nämlich noch ein Heiners vollständiges Ei mit fester Schale!
— Fulda, 12. Mai. Auf einer Handwerkertagung, erhielt die Schmiedefamilie Greulich in Maberzell, in der seit mehr als 150 Jahren das Schmiedehandwerk von Generation zu Generation sich fortvererbte, das Sivpenbuch der deutschen Handwerksbetriebe überreicht.
= Büdingen/Oberb.. 12. Mai. Beim Knallen mit der Peitsche schlug einem Mann der Riemen ins Auge. Dadurch entstand eine solche Verletzung, daß das Auge in der Gießener Klinik entfernt werden mußte.
Deutschlands ältester aktiver Feldeifenbahner. Reichs- bahnamtmann Franz Spengler von der Reichsbabndtrektton München konnte dieser Tage als ältester noch aktiver.Feldeisenbahner Deutschlands sein goldenes Dienstiubilaum feiern. Der Jubilar wurde bereits im ersten Jahre des Weltkrieges mit der Leitung des wichtigen Eisenbahnknotenpunktes Ärlon in Belgien betraut und erhielt 1918 für
uno Hoyer Olutvrua mit Herzunruye, ILlywuroeigef^hj, JieiDo|dut, Mjrcniauien, Zirkulationsstörungen, Gedächtnisschwäche werden durch AniUklerosin nnr£ fam bekämpft. Enthält u. a. Blutsalze und Krerslaufhormone Greift die Beschwerden gleichzeitig von verschiedenen Richtungen her an Packung 6o Xabi JK 1.86 in «potfotttn. Interessant illustrierte Aufklärungsschrift liegt jeder Packung heil
— Aus dem alten Wiesbaden. Vor 80 Jahren richtete sich in Wiesbaden der erste Zahnarzt ein. Er empfahl .sich „allen Zahnleidenden" mit einer Anzeige, die das „Wiesbadener Tagblatt" am 16. Mai 1861 veröffentlichte und die wir nacfc stehend auszugsweise wiedergeben:.....Da mir, nachdem ich
mich während 4 Jahre mit Medicin, hauptsächlich aber mit meinem Lieblingsfache. Chirurgie und Accouchement. beschäftigt hatte, von verschiedener Seite auch zur Betreibung der Zahsiheilkunde gerafften wurde mit der Bemerkung, daß es für Wiesbaden gewiß sehr wünschenswerth wäre, wenn ein medicinifch gebildeter Mann dieses Fach aufgreife so tftat ich dies mit Vergnügen und machte schon tm Herbste 1857 mein Staatsexamen in letztgenannten 3 Fächern . . ging ich nachträglich auf'längere Zeit nach Paris . . . (und) . . .setzte sodann meine begonnene Laufbahn noch fort, indem ich m Frankfurt a. M. bei einem der renommiertesten Zahnarzte daselbst. S. Le Baillv Dentiste de Paris. Über ein Jahr thätig war . . . Jos. Westenberger, untere Webergasse No. 4 bei H. P. Altstätter." — Accouchement heißt Einschläferung. Die Zahnleidenden wurden damals, da die örtliche Betäubung noch nicht erfunden war. mit Chloroform betäubt, um sie die Schmerzen beim Zahnziehen nicht spüren zu lasten. Diese Methode galt damals als modern.
— Wir gedenken am 12. Mai: des 1670 in Dresden geborenen Kurfürsten Friedrich August der Starke von Sachsen, gestorben 1733 zu Warschau; Dresden erhielt durch diesen Fürsten seinen baulichen Charakter. — 1803 erblickte in Darmstadt der Chemiker Justus Freiherr von Liebig das Licht der Welt, gestorben 1873 zu München; er errang der Chemie eine bedeutende Stellung in Deutschland. — 1866 wurde auf Schloß Scharfeneck Adolf Graf v. Götzen geboren. der 1893—1894 Afrika von Ost nach West durchquerte, wobei er durch den innerafrikanischen Urwald den Kongo erreichte. Nachdem er 1896—98 als Militärattache in Washington gelebt hatte, wurde er 1900 Gouverneur von Deutsch-Ostafrika und später auch Kommandeur der Schutz- truvve. 1906 trat er in den Ruhestand und war bis zu seinem Tod 1910 in Berlin. Gesandter bei den Hansestädten tn Hamburg. — 1925 trat Hindenburg sein Amt als Reichspräsident an. — 1935 starb der polnische Marschall und Staatsmann Josef Pilsudski in Warschau, geboren 1867. — 1939 wurde zwischen England und der Türkei em Hilfe- leistunasabkommen abaeschlofien. — 1940 weht über der Zitadelle von Lüttich die Hakenkreuzfabne. die holländische Küste ist erreicht, der Albertkanal überquert und in Südbelgien französische Truppen geworfen.
— Sendungen an beurlaubte Wehrmachtangebörige genießen ebenso wie alle übrigen, an eine Privatanschrift des Wehrmachtangehörigen gerichteten Sendungen n ich 1 die Ee- bübrenvergünstigungen der Feldpost. Eine Ausnahme machen nur Sendungen, die ursprünglich an die Feldvostanschnft gerichtet waren und dem in Urlaub befindlichen Empfänger nachgesandt worden sind, und ferner die Sendungen, deren Absender zum Kreise der Feldpostberechtigten gehört, also etn Soldat usw. ist.
— Ernennung. Regierungsrat Dr. E r ö n e r wurde zum Oberregierungsrat ernannt.
— HJ.-Sonntags-Dienst nach Fliegeralarm. Nack einer Anordnung des Jugendführers des Deutschen Reiches verschiebt sich nach voraufgegangenem nächtlichem Fiegeralarm der Dienst ber Hitler-Jugend an Sonntag-Vormittagen auf d-<> Wt nnn 10 bis 13 Hftr
fierten Chopin mit brillanten Figuren und Läufen spielerisch umperlt. Besonders zart empfunden war die Kolumbine mildem silberigen, fast an eine Spieluhr erinnernden Tönen. Man könnte sich denken, daß die beiden Kompositionen durch die Ausdeutung eines feinfühligen Tänzerpaares noch gewinnen könnten.
Dr. Wolfram W a l d f ch m i d t.
„Deutsche- Theater Lille" feierlich er öffnet (Ein Geleitwort Dr. Goebbels — Arno Hafienpflug, Wiesbaden, spielt die Titelrolle in „(Eginont"
Der Bereich des Militärbefehlshabers in Belgien und Nordfrankreich hatte bei der ersten Wiederkehr des Jahrestages des Feldzuges im Westen ein hervorragendes kulturpolitisches Ereignis zu verzeichnen. In dem imposanten ehemaligen Opernhaus von Lille wurde das „Deutsche Theater Lille" mit der Festaufführung von Goethes Trauerspiel „Egrnont" und der dazu gehörigen Beethoveiuchen Musik feierlich eröffnet. Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels unterstrich mit folgendem Geleitwort die Bedeutung des Tages: „Mit der Eröffnung des Deutschen Theaters in Lille stattet die Heimat der Front einen Teil der Dankesschuld ab, der dem deutschen Soldaten für die ruhmvolle Schlacht gebührt, die xr vor einem Jahr in diesem historischen Raum schlug. In der Kunst, die diese Bühne vermittelt, begegnet er einem jenet hohen nationalen Werte, für die er mit der Waffe eingetreten ist. Ich bin gewiß, daß sie nicht nur [ein deutsches Bewußtsein steigern, sondern auch feine Kraft und Entschlossenheit für den weiteren Einsatz mehren wird."
Reichsdramaturg Ministerialdirigent Dr. Schlösser überbrachte persönlich die Grüße der Heimat und insbesondere der deutschen Künstlerschaft.
Die neue deutsche Kulturstätte steht, wie der Intendant Ernst Andreas Ziegler mitteilte, sowohl für das musikalische wie für das schauspielerische Ensemble große Aufgaben vor, unter denen vor allem Konzertabende und Gastspielreisen zu melden sind, die demnächst nach Antwerpen, Eiügge, ©ent, Brüssel Namur, Lüttich, Charleroi, St. Omer, Calais, Arras und Cambrai durchgeführt werden. Die Künstlergruppe, die aus allen Gauen des Reiches zufammengestellt wurde, steht unter der Gesamtleitung non Ernst Leinperle. Führende Dertreter der deutschen Militar- und Zivilverwaltung füllten mit zahlreichen Soldaten die geschmackvoll renovierte Oper. Der reiche Beifall, der am Schluß der Vorstellung in brausenden Applaus ausklang, bewies, daß die Erstaufführung des Deutschen Theaters in Lille bei allen Zuschauern einen tiefen Eindruck Hinterlasten hat. Die Titelrolle tn „Egrnont" spielte Arno Hafienpflug vom Deutschen Theater Wiesbaden, der eine längere Gastipielverpflichtung nach Lille übernommen hat.
* Das Lebenswerk eines Hundertjährigen. Im Renaistance- faal des Hessischen Landesmuseums hatte sich am Samstagvormittag führende Männer aus Partei und Staat und vor allem aus dem Künstlerkreis Darmstadts zu einer seltenen und seltsamen Feierstunde zusammengefunden, die der Eröffnung etner Ausstellung über das Schaffen des hundertjährigen Malers Heinrich Reinhard Kröh galt. Oberbürgermeister Wamboldt begrüßte den Altmeister Kröh inmitten der zahlreichen Gaste und würdigte die Treue, die Professor Kröh der Kunst und [einer Heimatstadt gehalten habe. Reglerungsbaumeister E r o ß in a n n überbrachte die Grüße des Landesleiters für bildende Künste Hesten-Nastau, während Ratsherr (E'dett als Vorsitzender der Darmstädter Künstlergemeinschaft des Lebenswerk des Altmeister^ in dem die tiefe innerliche Art der deutschen Kunst zum Ausdruck komme, würdigte. Der älteste Sohn des Jubilars, Ministerialrat Kröh, Berlin, sprach kurze Dankesworte, die der Altmeister selbst durch schlichte Worte auf einer Schallplattenaufnahme tm Lautsprecher ergänzte. Mit seltener Frische ging er im Anschluß daran mit den Gästen an Hand der ausgestellten Bilder [etn künstlerisches Wirken durch, das von allen als die Lebensarbeit eines gottbegnadeten Künstlers gewürdigt wurde.
* Der Schauspieler Le« Hilgers, zur Zeit am Stadttheater Zwickau tätig, wurde ab 1. September ans Landestheater Stettin verpflichtet.
Oos interessiert die Landwirtschaft:
Überwundene Marktferne.
Eines der schwierigsten Kapitel der Landwirtschaft war früher die sogenannte Marktferne, also die wirtschaftliche Schlechterstellung und Benachteiligung der verkehrsfernen landwirtschaftlichen Betriebe. Die marktfernen Höfe er- -zielten die geringsten Einnahmen und waren daher in bezug auf moderne agrartechnische Einrichtungen hinter allen anderen Betrieben zurück. Erst der ernährungswirtschaft- lichen Marktordnung war es vorbehalten, diese aus einer natürlichen Lage heraus entstandene ungerechte Benachteiligung zu überwinden. Eines der hauptsächlichsten Mittel dafür waren die sogenannten Ausgleichskasien. die bei den einzelnen Hauvtvereinigungen eingerichtet wurden. Landwirtschaftliche oder ernährungswirtschftliche Verarbeitungsbetriebe in besonders günstigen Marktlagen führen auf diesem Wege einen geringen Satz ihrer Einnahmen ab und mit diesen Mitteln werden dann die Produktionspreise der Betriebe in marktfernen Gebieten unterstützt. Auch dte Preisstaffelung, nach räumlichen Unterschieden hilft die Marktferne überwinden. Daneben hat die Reichsbahn durch entsprechende Frachtfestsetzung die Möglichkeit gegeben, dte marktsernen Gebiete ohne preisliche Belastung mit den notwendigen Produktionsmitteln zu beliefern. So hat dte ernährungswirtschaftliche Marktordnung schwierige Aufgaben, an denen man früher jahrzehntelang herumgedoktert hatte, einer gerechten Lösung nähergebracht.
Mechanische Hilfe auf dem Hof.
Bei der Mechanisierung in den bäüerlichen Betrieben ist zu beachten, daß die Ackerarbeiten nur 40 Prozent der Gesamtarbeiten beanspruchen, die Stall- und Hofarbetten dagegen 60 Prozent. So braucht der Bauernbetrieb also nicht 'nur den Kleinschlevver mit Ackergeräten, sondern auch Wasserversorgung auf dem Hofe, die Melkmaschine, eine moderne Kücheneinrichtung und sonstige Arbeitserleichterungen, die zum Teil Umbauten erfordern. Allem für Neu- und Umbauten in Ältbetrieben werden nach dem Kriege 22,9 Milliarden RM notwendig sein, für Maschinen und Gerate für Haus- und Hofarbeit 5 Milliarden RM.
Altpaiier • Metal e • Alteisen
Heinrich Gauer
Telefon 24588
