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Nr. 94
Mittwoch 23. April 1941
89. Jahrgang
ve-ingungslose wasfenstreckuno der kpirus und Mcpedonlen flrmee
. Englische Nachhuten an derThermopylen zum Kampf gestellt / Sieben feindlicheSchiffe, überwiegend Transporter, mit zusammen 37000 BRT von der Luftwaffe in griechischen Gewässern vernichtet, 12 weitere beschädigt / Bombentreffer auf ein großes Kriegsschiff
Erfolgreiche Angriffe der italienischen Luftwaffe
Die Flucht aus der Hölle
«Eigener Drabtbericht unserer Berliner SLriitleitung)
Sondermeldung
Führer-Hauptquartier, 23. April. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be tonnt:
Die von deutschen und italienischen Truppen eingeschlossene Epirus- und Mazedonien-Armee hat bedingungslos die Waffen gestreckt.
Ausfalloerluche au«
Der italienische r'Zehrmachtbericht
Rom, 23. Avril. (Funkmeldung.) Der italienische Wehr- machtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:
Das Hauptauartier der Wehrmacht gibt bekannt:
, Unsere Truppen haben bis zum Augenblick der Kavi- tulation der griechischen Armee des Epirus und Maze- donieue ihren stegreichen Bormarsch auf feindlichem 6e» drei fortgesetzt und dabei hartnäckigen Widerstand überwunden sowie Befangene gemacht, Waffen und Material er- deutet.
Luftformatiouen haben griechische Schiffe im Kanal von »anta Manra angegriffen; ein SVVÜ-BRT.-Damvfer um zwei stqnc Segler wurden versankt, ein ll-Boot and wertere ferndltche Schiffe beschädigt.
Sm SstlichenMittelmeerhaiamri. Avril eine»
dir alte Luge von den angeblich so hohen deutschen Ver- msten auf. Das ist für uns nichts Neues. Denn die gleiche Behauptung wurde von den Engländern wahrend des Poleiueldzuges aufgestellt, während des Feldzuges in Norwegen. als man erzählte, das die See mit den Leichen deutscher Soldaten bedeckt sei und auch während des Westfeld- zuges fehlte diese englische Agitationslüge nicht. Demgegenüber konnte immer wieder feitgestellt werden, daß dank der ausgezeichneten deutschen Führung und dank der guten Ausbildung der deutschen Soldaten die deutschen Verluste erfreulich gering waren. Diese geringen deutschen Ver- luste sind geradezu ein Kennzeichen dieses Krieges. So schmerzlich jeder Verlust natürlich auch die Hinterbliebenen trifft und io gewiß kein Sieg ohne Blutopfer errungen werden tonn, io hat sich doch immer wieder, zuletzt in Serbien. §?£el0t’ daß die deutsche Führung es versteht, mit geringen Blutverlusten außerordentliche Erfolge zu erkämpfen. Hin- gegen weiß man schon beute, daß gerade die Australier aus diesem Kriegsschauplatz schwere Ovfer bringen mußten. Die ersten Nachrichten, die hierüber durchstckerten. haben in Australien eine starke Unruhe ausgelöst, sodaß die australische Negierung stch veranlaßt sah, das Parlament einzuberufen, bos sich mit der Frage befassen soll, warum überbauvt austra- lifche 3.nippen nach Griechenland entsandt wurden. Dazu man lagen, daß es Tburchillsche Tradition ist. Australier anden Ufern des Ägäischen Meeres bluten zu lassen. Schon ,m Weltkriege setzte Churchill hier die Australier bei einem verzweifelten Unternehmen ein. das mit einem ebenso kläglichen Fiasko für England endete, wie jetzt die gneSlsche Expedition. nämlich auf Gallipoli.
Handelsschiffe mit zusammen 11000 BRT. und beschädigten weitere drei große Schiffe.
. Starke Berbavde ron Kampfflugzeug eu beleateu m der Nacht mm 23. Avril abermals den wichtigen Kriegs- bafen Plymouth mit Spreng- und Brandbomben. Schwerpunkt des Angriffes waren die Werftaulagen. Bersorguugs- betriebe und Lebensmiftellager der Marine. Es entstanden aus gebreitete Brände. Andere Kampfflugzeuge griffen mit guter Wirkung den Kriegshafen von Borts- mouth lowie Safenanksen an 6er Endost- und Siidwest- Kutte der britischen Insel und an der schottischen Oftkutte an.
Bei Einflugverfuchen des Feindes in das besetzt» f^eSiet brachte Flak-Artillerie ein britisches Flugzeug zum Absturz.
Uber dem Reichsgebiet fanden keine Kampfhandlungen statt.
In der Zeit vom 19. bis 22. Avril verlor der Feind insgesamt, 95 Flugzeuge. Bon diesen wurden 38 irlugzeuge in Lufttompfen und fünf durch Flak-Artillerie abgeschoffen. der Rett am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen 14 eigene Flugzeuge verloren.
Verbände des Generals der Stieger Löhr haben an den großen, Erfolgen bet der Bekämpfung der feindlichen Schifffahrt in den griechischen Gewässern besonderen Anteil.
Ferner liefen...
Bon Wilhelm Ackermann
Die militärischen Ereignisse auf dem Balkan und das trotz aller früheren Erfahrungen abermals üderraichende Tempo ihres Ablaufs haben den Veranstaltern dieser neuesten Kraftprobe so gründlich das Konzept verdorben, daß zum ersten Male in diesem Kriege eine nachhaltige Rückwirkung in der angelsächsischen Öffentlichkeit zu verzeichnen ist. Vor der nichtabreißenden Serie von Hiobspoiten blieben die sonst üblichen Beschonigungsoersuche in den An- rängen stecken, zumal zu den Schlägen auf dem neuen Kriegs- icbauplae noch die in Afrika und gegen das englische Mutterland tarnen. Weder in der englischen noch in der nord- amerikanischen Presse ist es gelungen, Stimmen sehr eindeutiger Kritik zu unterbinden. Und wenn sie zum überwiegenden Teil auch nur auf nachträglicher Eimicht beruhen, so zeigen sie doch, daß diesmal die Öffentlichkeit nicht mehr bereit ist. sich eine ausgewachsene Niederlage nach dem Muster von Norwegen und Dünkirchen in einen Erfolg Umlagen zu lassen. Wenn Churchill und Roosevelt es nicht selbst wißen sollten, so jagt es ihnen dieses Aufbegehren Segen ihren jüngsten Meisterstreich: fte sind die eigentlichen Besiegten des von ihnen mit allen Mitteln der Intrige, der Überredung und der leichtfertigen Versprechen inszenierten Ballantrieges. Gewiß wußten auch sie, daß ihr Geschwätz von irgendwelchen Siegesaussichten dort gegenstandslos war. daß die Serben und die Griechen einem unausweichlichen Geschick entgegen gingen. Aber sie hatten gehofft, der Kampf werde mindestens so viele Wochen dauern, wie er nun tatsächlich Tage in Anspruch nimmt. Diese Hoffnung hielten ne nut dem Untergang zweier weiterer Verbündeter nicht für zu teuer bezahlt. Vielleicht, dachten sie. hätte sich in diesen Wochen die Lage in Afrika wieder Herstellen lassen, wenn inzwischen der Kampf gegen die Italiener in Ades- finten zu Ende ginge. Aber die deutsche Wehrmacht belaß die Untreundltchkelt, auf solche stillen Wüniche keine Rücksicht rn nehmen. Und so ist denn das Ergebnis, daß zur Niederlage auf dem Balkan die beunruhigende Verschlechterung der Situation in Nord- a f r t {a tarn. Es heißt, der General Wavell habe dringend vor dem balkanischen Abenteuer gewarnt. Wenn das richtig ist, so liegt darin vielleicht die Erklärung dafür, daß er nicht mit dem Oberbefehl in Griechenland beehrt wurde und — vermutlich ohne Bedauern — die zweifelhafte Gelegenheit einer dortigen, Lorbeerernte seinem Kollegen Maitland Wilson überlaßen mußte.
, , Wie sich die Stimmung in England entwickelt hat. baiur ein Beiwiel von vielen. Die „Satin Mail" schreibt: •>öeraus mit der Sprache", früher oder später muß eine Erklärung zu der fetzigen bedauernswerten strategischen Lage im Orient gegeben werden. Wenn das geschieht, dann wird 5?” auch Auskunft verlangen üher die Tätigkeit Edens und Dills. Die Öffentlichkeit wünscht zu wissen, in welchem Aus- mafc dreien Mannern gestattet wurde, das gesunde Urteil Wavells zu übertönen. Diese reisenden Politiker erwiesen sich schon tn Friedenszeiten als Unfug. In Kriegszeiten tonnen sie eine nationale Gefahr werden. Eden besitzt mehr Gefuhlsidealismus als Urteilsvermögen." Das ist immerhin eine ungewohnt deutliche Sprache, zumal wenn man bedenkt, daß hier zwar auf den Sack Eden geschlagen wird, aber der Esel Churchill gemeint ist. Denn schließlich ist ja der Herr Außenminister nicht ohne Wissen und Willen Churchills lange Wocyen als Wühlmaus im östlichen Mittelmeerraum umhergehuicht: und es wird auch in England noch unver- gelfen. fetn. daß der Premierminister seinen konservativen Parteifreunden den Militärputsch in Belgrad gegen die Regierung Zwetkowisch. also den Auftakt der stch dann überstürzenden Ereigniste, mit den Worten berichtete' Ich bringe Ihnen eine gute Nachricht." Da mag es ihm jetzt nicht To
Der OKW.-Berichi von heule
Berlin, 23. Avril. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Bewegungen des deutschen Heeres in Griechenland »erlaufen planmäßig.
_ „Uber Lama (Lamia) weiter nach Süden vorttoßende Kräfte stellten an der historischen Enge derThermopylen englische Nachhuten zum Kampf.
. ,2« den griechischen Gewässern vernichteten deutsche Kampfflugzeuge getteru sieben feindliche San d e l s s ch i f f e mit zusammen 37 000 BRT. und beschädigten zwölf weitere große Schiffe durch Bombenwurf. In der Suda-Bucht traf eine Bombe schwersten Kalibers ein großes Kriegsschiff. Bei den angegriffenen Schinen handelt es stch überwiegend um Transporter, die Teile der aus Griechenland flüchtenden britischen Truppen an Bord hatten.
Kampf- und Jagdflugzeuge zerstörten getteru und vorgestern bei Angriffen gegen feindliche Flugstützpunkte auf dem griedr.imen Festland 24 Flugzeuge am Boden und fetzten mehrere Flakgeschütze außer Gefecht.
Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge richteten in der letzten Nacht neue idimere Zerstörungen in der Krlegswerft und in Tanklagern des Hafens La Lale 11 a out der 2ufel Malta an. Ein britischer 3er» störet wurde schwer getroffen. 3m Hafen entstanden große Brande. Bei Luftkampfen über der Insel verlor der Feind etn Jagdflugzeug vom Muster Surricaue.
3m Seegebiet nm England versenkten Kamvk- f lu gzeu ge. durch Tiefangriff auf einen Eeleitzua südlich Aldebourgh etn Handelsschiff von 3000 BRT. und be-
Tobruk abgeschlagen
nuferer Torpedoflugzeuge einen in einem stark gestcherton 6eletiäug '°brendeu 8 000-BRT. - D ampfer verfen't.
An der Nacht jum,..22. hoben Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps die militärischen Ziele des Wastcrflugftütz- pnnktes von Malta wiederholt bombardiert.
bet Seinb bei Tobruk feine Aus- falloerfuche fortgesetzt, bte sofort durch bte italienischen und putschen Truppen zunichte gemacht wurden. Einige britische Ban-erwagen wurden zerstört. Waffen und Material er-
ILobcn Einflüge gegen einige Ort- unternommen. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschoffen.
” *bre=ei” neuerlicher feindlicher An- tm Abschnitt von $<JRe von unteren Truppen zurück-
Reite sich, wer kann
as. Berlin, 23. April. An der griechischen Küste spielen stch jetzt Sie gleichen Schreckensjzenen wie in den ersten Tagen des oum vorigen Jas res an der Küste von Dünkirchen ab. Vermutlich wird es allerdings lür diese Flucht der Engländer aus Griechenland ioäker keinen solch hi,tori,chen Sammelnamen wie Dünkirchen geben, denn praktisch versuchen die Engländer in jedem kleinen Hasen, in jeder Bucht, die die Voraussetzung daiür bietet, ihre Schiff? zu erreichen, um sich nach Ägypten zu retten. Sie überlaßen es den Griechen, aber auch den Australiern und Neuseeländern. öieien Rückzug zu decken. Genau wie an der Küste von Dünkirchen, io weiß aber auch unsere liurtmaffe die britischen Transporter auf dem Ägäischen Meer zu treffen und zu vernichten. In England selbst bereitet man die Öffentlichkeit ent langsam auf diese SchreckenskunLen vor. Churchill hat beispielsweise gestern im Unterhaus von diesen Schreckensizenen kein Sterbenswort verlauten lasten. Er erklärte lediglich, die Operationen in Griechenland feien fo kompliziert, daß nicht einmal die englische Negierung täglich vollständige Informationen erhielte. Das ist ein bereits so vollständiges Eingeständnis der englifchen Niederlage und der Hals über Kopf erfolgenden Ein- totfrung der Engländer, daß es kaum der beschwörenden Worte des englischen Ministerprästdenten, jetzt auf eine Debatte zu verzichten, bedurft hätte. Churchill hoffte auf die „Geduld des Hauses mit denjenigen, die mit der Führung des englischen Krieges beauftragt find". Er lehnte auch jede Debatte über Edens verschiedene Mittelmeerreifen ab. Auch wollte er sich über die Kämpfe in Nordafrika nicht äußern, obwohl et hierüber, wie er erklärte, genau unterrichtet sei.. Die Engländer werden wohl schon aus der Wort- torghe.it ihres sonst fo redseligen Ministerprästdenten ihre 6d)Iune ziehen. Im übrigen aber bringt nun die „Times" auch schon ichonend bei, daß stch die Flucht der britischen Truppen aus Griechenland zu einer Hölle gestaltet. Deutsche Bomber io fchreibt das englische Blatt, und tieffltegenbe Kamvimaschinen mit ihren Maschinengewehren führten die Verfolgung der britischen Truppen unentwegt durch. Die Zeitung bedauert dann, daß die Engländer nicht genügend Maschinen befaßen, um die deutschen Flieger abzuwehren. Amerikanische Korrespondenten berichten dazu noch, daß die erschöpften Engländer einem fortgesetzten Luftangriff furchtbarsten Ausmaße, ausgesetzt seien. Niemals fei der Himmel ohne deutsche Flugzeuge.
Die maßgebenden englifchen Kreise misten natürlich ganz genau, daß das englische Expeditionskorps in dieser Hölle schwere Verluste erlitt und daß es weiterhin Verluste an Menschen und Material in Kauf nehmen muß. wie sie Dünkirchen den Engländern brachte. Offenbar aus diesem Grund wärmt die englische Agitation wieder einmal
