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Nr. 92
Montag, 21. April 1941
89. Jahrgang
Die Flucht nach laynten
Mit dem Rückzug der britischen Truppen aus Griechenland wird die letzte englische Bastion auf dem Kontinent geräumt
Der militärische Hintergrund
as Berlin, 21. April. (Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) In der gesamten Welt besteht heute nicht mehr der geringste Zweifel daran, daß das europäische Festland binnen kurzer Frist vollständig von den Engländern und damit von dem Gegner der Neuordnung befreit sein wird. Immer kleiner wird der von ihnen noch in Griechenland gehaltene Brückenkopf. Der Olymp, auf dem die deutsche Kriegsflagge weht, liegt bereits hinter den deutschen Truppen, die weiter nach Süden oorstiehen. Das ist der eindeutige militärische Hintergrund für die Dinge, die sich in Athen abspielten. Der griechische Ministerpräsident Koryzis hat seinen Widerstand gegen die britischen Pläne mit dem Tode bezahlen müssen, wie sein Vorgänger Metaxas Ende Januar ebenfalls plötzlich starb, als er Bedenken trug, den von den Engländern Griechenland gewiesenen Weg weiter zu beschreiten. Es ist gleichgültig, wer nun in Athen den Versuch durchführt, ein Kabinett des Wider st andes zu bilden. Trotz größter Eeländeschwierigkeiten wird die deutsche Wehrmacht den griechischen Spuk ebenso beenden wie den serbischen. Dann werden die von England verführten griechischen Politiker ebenso jammern wie der serbische Putschist Simowitsch, daß man von vorneherein zu schwach gewesen wäre und man wird klagend hinzufllaen, daß die britische Hilfe ganz unzulänglich war. Selbst auf die amerikanischen Zeitungen machen die englischen Be- ruhigungslüaen keinen Eindruck mehr. Sie stellen fest, daß der britische Rückzug aus Griechenland, der in den nächsten Tagen so oder so komme, das erste Kapitel dieses Krieges beenden und Deutschland zum vollkommenen Herrn des europäischen Kontinents mache. Dazu bestätigen die amerikanischen Zeitungen erneut, daß englische Truppen bereits in kleinen griechischen Häfen verladen werden, also schon auf der Flucht nach Ägypten sind.
Der englische Rundfunk tröstet seine Hörer damit, daß das europäische Festland von Meeren umgeben ist, „und auf ihnen steht Englands Macht noch feft“. Wie fest diese englische Macht noch steht, das zeigt die Schlacht im Atlantik, das zeigen die unausgesetzten englischen Bitten an die USA, mehr Schiffe zu liefern, das zeigt zum anderen aber auch die Tatsache, daß es den Engländern nicht möglich war, den Transport des deutschen Afrikakorps über das Mittelmeer zu verhindern, was selbst die „Times" zu dem Eingeständnis veranlaßt, daß England seine Macht zur See und in der Luft überschätzt habe. Man kann auch in London nicht verkennen, daß der Plan, Deutschland in dem vollen Einsatz seiner Kräfte in der Schlacht im Atlantik und gegen die britische Insel zu hindern, kläglich gescheitert ist. Der außerordentlich schwere deutsche Luftangriff auf London in der Nacht zum Sonntag, der noch stärker war, als der Angriff am Mittwoch, der schon ungeheure Schäden hervorrief, hat den Engländern erneut gezeigt, daß sie nicht in der Lage sind, die Insel gegen die wuchtigen deutschen Angriffe ju verteidigen. Man griff zu den blödesten Lügen über angebliche schwere Schäden, die englische Luftangriffe in Berlin angerichtet haben sollen, um die Londoner glauben zu machen, daß die Reichshauptstadt nicht weniger unter den englischen Angriffen zu leiden habe wie London unter dem Hagel der deutschen Bomben. Und wieder einmal versucht man die Engländer jetzt, nachdem sich der von ihnen so gepriesene „General Frühling" als großer Versager erwies, auf den „General Herbst" zu vertrösten Ärbeitsminister Bevin meinte nämlich: „Wir haben unsere Festung in den nächsten vier Monaten zu halten, dann gehören jedoch die absteigenden Monate uns." Run, auch der „General August" oder der „General September" wird die Engländer genau so enttäuschen wie der „General Hunger", der „General Winter" und wie alle diese Hoffnungsschemen heißen, genau aber auch so enttäuschen wie die
Südostoffensive, die sich zu einer schweren Niederlage Englands und seiner Freunde gestaltete, einer Niederlage, die die starken britischen Stützpunkte im vorderen Orient in die G e f a h r e n l i n i e bringt.
Griechenland bereits abgeschrieben
Berlin, 20. Avril. Di« amerikanische Prelle kann, wie aus New Bork gemeldet wird, nicht umhin in steigendem Maße zurugeben. daß auf dem Balkan die englischen Pläne v-ollkommen gescheitert seien. So schreibt z. B. im .lEvening Star" der Kommentator Brown, man mache große Anstrengungen, um möglichst viele Engländer und Griechen in Barkallen zu Transportdamviern in kleine Häfen zu bringen, von wo sie n a ch Ä g y v t e n gebracht werden sollen. Griechenland sei als Front bereits abgeschrieben und Verstärkungen würden nicht mehr dorthin entsandt.
Auch der Londoner Nachrichtendienst kann nicht umhin, zurugeben. daß die Lage aus dem Balkan-Kriegsschauvlatz „ziemlich dunkel" sei. Man spricht nach dem Muster von Dünkirchen bereits von einer „erfolgreichen RückzugsbeweMng".
Die amerikanische Nachrichtenagentur United Pretz schließlich geht noch einen Schritt weiter und meldet aus London, die britische Bevölkerung weid« bereits darauf vorbereitet, die Möglichkeit eines neuen Dünkirchens in Griechenland ins Auge zu fallen. Zwar sei. so beruhigt man vorläuftg noch die Gemüter, die britische Frontlinie noch intatt, aber die Meinungen über den Ausgang würden immer besorgter.
Mit anderen Worten: Das. was- wir schon seit einigen Tagen als schamloseste Gemeinheit der Engländer seinem Verbündeten gegenüber hinstellen. wird nunmehr nach anfänglichen Ableuynungsversuchen von London bestätigt. Die Engländer fliehen in Mallen und nehmen soviel wie möglich Griechen nach Ägypten mit. um diese dort als Kanonenfutter zu benutzen. So siebt die englische Quittung für die griechische Wasfenhilfe auL die man sich erst unter scheinheiligen Versprechungen erkauft batte.
Die Dominien sotten helfen
Man denkt an die Errichtung eines neuen „Imperial war Council"
New Port, 21. April. (Funkmeldung.) Nach Agenturmeldungen aus London bereitet die britische Regierung eine direkte Zusammenarbeit der Dominon-Regierungen mit dem Londoner Kriegskabinett vor. Es sei zwar noch kein formeller Schritt zur Bildung eines „Imperial war Council" wie im Weltkrieg erfolgt, doch sei eine Entwicklung in dieser Richtung nicht ausgeschloffen. Englands ernste Lage erfordere ein schnelles Handeln, und die Anwesenheit der Do- minion-Vertreter bei den Kabinettssitzungen sei erforderlich.
Weiterer Vorstob nach Süden
Bersolguna des geschlageuen Feindes
Berlin. 21. Avril. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In Griechenland stießen die deutsche« Truvveu in der Verfolgung des geschlagenen Feindes über Larilla hinaus weit nach Süden vor. Andere Kräfte nahmen im Vorgehen über das Bindos-Gebirge nach Wetten de» über 1500 Meter hohen Bad bei Metzovon
In Albanien erreichten die italienischen Truppen im weiteren Vordringen an vielen Stellen die griechische Grenze. Die Luftwafse bekämpfte an der griechischen Ost- lütte britische Truvventransportschiffe mit gutem Erfolg. Im Hafen von Bolos wurde ein feiiwliches Handelsschiff von etwa 7000 BRT. durch Bombenwurf r e r st ö r t. Bei E h a l k i s erhielten zwei große Transporter schwere Tresser. Jagdflugzeuge schollen am 19. April fünf britische Kampfflugzeuge und em Jagdflugzeug ohne eigene Verluste ab.
Im Mittelmeerraum versenkte ein deutscher Kampssliegeroerbaud aus einem feindlichen Eeleitzug ein grobes Transportschiff durch Bolltreffer schwersten Kalibers. Deutsche und italienische Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht wiedernm den Hafen von La Valetta aus der Insel Malta mit guter Wirkung an.
2n Nordafrika wurden erneute, mit Unterstützung von Panzern geführte feindliche Vorstöße ans Sollnm und aus Tobruk heraus abgewiesen. Deutsche Säger schollen hier im Lustkampf vier Jagdflugzeuge vorn Muster Hur- ricaue ab. Flakartillerie brachte ein britisches Kampfflugzeug zum Absturz.
Bor der britischen Oktkütte erhielt ein Handelsschiff von 3000 BRT. einen Bombentreffer, mit seinem Verlust kann gerechnet werden. In Nordostschottland wnrde eine Fabrikanlage im Tiesflng mit Bomben belegt.
Bei Lustkämpsen über dem Kanal und vor der Tbemle-Mündung verlor der Feind zwei Jagdflugzeuge vom Muster Svitsire. über der britischen Südwestkutte ein Kampfflugzeug.
Marine-Artillerie nahm feindliche Sandelskchiffe vor Dover unter Feuer.
Der Feiud warf in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften an mehreren Orten Nordwett- nnd Westdeutschlands Bomben, die lediglich Wohngebäude beschädigten nnd einige Opfer unter der Zivilbevölkerung forderten. Flakartiller« schoß eines der angreifenden Flugzeuge ab.
In den Kämpfen nördlich Agram hat sich Rittmeister Sachenbacher am 13. 4. dadurch ausgezeichnet, daß er mit keiner Radsabrschwadron durch entkchlollenes Zufällen einen feindlichen Divisiionsttab gefangennahm und dadurch die Übergabe der Malle dicker Division, etwa 12 000 Mann, berbeiführte.
„Sn der Gewitzheit des Sieges"
Telegrammwechsel des Führers mit dem Ko nig und Kaiser Viktor Emanuel und dem Duce
Berlin. 21. Avril. (Funkmeldung.) Das Telegramm des Königs von Italien und Albanien, Ka.sers von Athtovien zum 52. Geburtstag des Führers bat folgenden Wortlaut:
„Anläßlich Ihres Geburtstages möchte ich mit meinen lebhaftesten Glückwünschen alle meine heißesten Wünsche an Sie gelangen lallen, die für Ihr eigenes Wohl wie für das immer größere Wohlergehen des verbündeten Deutschland zu erneuern, mit beute ein besonderes Bedürfnis itt.
Viktor Emanuel.
Der Führer antwortete mit folgendem Telegramm:
„Eure Majestät bitte ich, meinen herzlichen Dank für die mir anläßlich meines Geburtstages übermittelten freundlichen Glückwünsche entgegenzunehmen.
Adolf Hitler."
Vom königlich-italienischen Regierungschef Mussolini ging folgender Glückwunsch ein:
„Das italienische Volk und seine Wehrmacht, die mit der
deutschen zusammenkampft. schließen sich von Herren den Kundgebungen an mit denen das deutsche Volk. Führer, -obren EeburtstU feiert Die Feier erfolgt in der Atmosphäre und der Gewißheit des Sieges, den wir nicht nur durch den Mut unserer Soldaten, sondern auch durch die Kratt unterer Ideen erringen werden, die die Zukunft gegen die Vergangenheit vertreten. Empfangen Sie. Führer, zu- kammen mit meinen heißesten Glückwünschen meine kameradschaftlichen Grüße.
Mussolini."
Die Antwort des Führers lautete:
„Ich danke Ihnen, Dnce, herzlich für die kameradschaftlichen Glückwünsche zu meinem Geburtstag. Mit Ihnen empfinde ich in diesen Tagen mehr denn je die Gewißheit, daß Deutschland und Italien, in ihrer politischen Weltanschauung und der Macht der Waffen eng verbunden, den Sieg erringen und Europa eine neue Zukunft bringen werden.
Mit kameradschaftlichen Grüßen
Adolf Hitler."
König Peter nach Athen geflüchtet
Bukarest. 21. Avril (Funkmeldung.) Ans verschiedenen Nachrichten des Athener Rundfunks geht hervor, daß König Peter von Serbien zusammen mit General Simowitsch und mehreren Ministern seit einigen Tagen in Athen weilt
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Damit bat die vierzehntägig« polittsche und militärische Laufbahn dieses siebzehnjährigen ..Heldenkönigs", den eine hemmungslose britische Stimmungsmache mit dem anmaßenden Namen „Peter der Große" schmückte, ibr verdientes Ende gefunden Er vermehrt jetzt di« Reihe der Könige und Königinnen, die ihre Völker um des eigenen Vorteils willen zu englischen Söldnrnattonen machten und sie dann im Kamvf feige im Stich ließen, um sich selbst in die Sicherheit internationaler Hotels und in das Wohlleben der von England Äusgebaltenen zu fluteten. In seinem Gefolge befinden sich die durch lange Korruvttonsiahre wohlgeschulten Putschgenerale und Parlamentarier Belgrads.
Sie alle haben vom britischen Gesandten in Belgrad
Schecks in einer Höhe erhalten, die weit über den sonst in dieser Stadt üblichen Bestechungssätzen liegt. Dem Knaben Peter wurde von Cburchill außerdem noch eine jährliche Apanage ausgesetzt, die selbst den Änsvrüchen eines alten, umsturzerfabrenen serbischen Bandenführers genügt hätte.
So erwartet denn Peter „den Großen" eine schöne Zeit des Ruhestandes nach seiner so „aufovternden" vierzehntägigen Regierungstätigkeit, zum mindesten so lange, als die Bank von England noch zahlungsfähig ist.
Das serbische Volk aber kann nicht mit einer dicken Brieftasche bewaffnet flüchten. Es muß das Elend tragen, in das es dieser PutschistenkLwig und leine mit ihm gekaufte Eliaue gestürzt haben.
Aber was kümmett England und die von ihm bestochenen Kreaturen die Leiden eines Volkes? Ibnen gebt es um Geld, und um Geld zu erlangen, gehen sie über Leichen — auch wenn es die Leiche des eigenen Volkes ist.
Peter von Serbien bat dafür aufs neue den Beweis geliefert.
Der Führer empfing König Boris
Führerhauvtnuarticr, 21. Avril. (Funkmeldung.) Der «yubrer bat am 19. Avril König Boris von Bulgarien zu einem Besuch empfangen.
Der König ist am 20. April nach Sofia zurückgekehrt.
Die ^lückwünf i)e des Auslandes
Zahlreiche Staatsoberhäupter und Regierungschefs gratulieren
Berlin, 21. Avril. (Funkmeldung.) Ans Anlaß des 6e= burtstaaes des Führers haben wiederum zahlreiche aus. ländische Staat s o 6 e r 6 a u »t e r und Regie- ru ngs chef s telegraphisch ihre Glückwünsche übermittelt dl- mit Danktelegrammeu erwidert wurden, viele andere führende Persönlichkeiten, und weite sonstige «reite des Auslandes gedachten ebentalls des Tages.
. 5te j11 6eßlaubt9ten ausländischen Vertreter brachten durch persönliche Eintragung in das in der Präsidialkanzlei des Führers ausliegende Besuchsbuch dem Führer tbre eigenen und die Glückwünsche der von ihnen vertretenen Staatsoberhäupter und Regierungen und Völker zum Ausdruck.
