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Seite 2 Nr. 89

Wiesbadener Tagbkakr

Donnerstag, 17. April 1941

Bekenntnisses: die Serben Orthodoxe. die Kroaten römisch- katholisch. Auf diesen konfessionellen Unterschied geht zu einem Teil auch die Verschredenheit der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der beiden Völker zurück. Die Kroaten waren fördernden Einflüssen aus dem Westen und Norden gegenüber wesentlich aufgeschlossener, und während Serbien lange Zeit im Mittelalter stecken blieb, in seiner Landwirtschatt sogar überwiegend noch heute steckt, gewannen die Kroaten ihnen gegenüber einen erheblichen Vorsprung tn ihrer ganzen geistigen und materiellen Entwicklung.

Umso weniger konnten sie geneigt sein, den serbischen Herrschaftsanspruch widerstandslos anzuerkennen. Schließlich hatten sie die Abhängigkeit von Ungarn nicht abaeschütrelt, um nun in das gleiche Verhältnis zu einem Volke zu ge­raten, dem sie sich durchaus überlegen fühlen. Das Serben- tum, soweit es in den Belgrader regierenden Schichten ver­körpert war. bat gleichwohl versucht, das kroatische Unab­hängigkeitsstreben gewaltsam niederzuhalten: der Vor­kämpfer. der kroatischen Nationalidee, Pavelitsch, muhte emigrieren und in Italien Zuflucht suchen, und nur in zähem Ringen gelang es der kroatischen Bauernpartei aus ihrer Ovvositionsstellung heraus, endlich jenen Ausgleich vom Jahre 1939 auszuhandeln, der dann doch wieder in der Hauptsache aus dem Papier stehen blieb, bis jetzt der Größen- wahn der Belgrader Machthaber selbst den Krug zerbrochen hat, der schon allzulange zum Brunnen ging. Dieses Serben- tum wird in Zukunft nicht mehr darauf zu sinnen brauchen, wie es die Kroaten um ihr Nationalgefühl und ihr Selb­ständigkeitsstreben prellen kann: die Linie der neuen Entwicklung führt auch für dieses kleine Volk zu völ­kischer Selbständrgkeit. Die nationalkroatischen Kreise haben erkannt, dab ihre Zukunft bei dem nationalsozialisirschen Grundsatz der Achtung vor dem Volkstumsgedan­ken liegt, und sie haben daraus schnell entschlossen die aus der Situation gebotenen Folgerungen gezogen. Sie kommen mit ihrer Loslösung aus dem Serbenstaat aus einer Bin­dung heraus, die sie zweifellos nach falscher Richtung fesielte. Ihrer ganzen jahrhundertelangen Vergangenheit rm Ver­bände der österreichischen Monarchie nach gehören sie einem anderen Kulturkrers an als dem, in den ne sich nach dem Weltkrieg aus mehr gefühlsmäßigen als realpolitischen Gründen eingegliedert hatten: sie sind kein Balkanvolk im eigentlichen Sinne, sondern sie gehören zum mitteleuro­päischen Kulturkreis. Wie sich im einzelnen ihre Staat- werdung vollziehen wird, läht sich nicht vorausbestiwmeu. solange die Dinge unter Vortritt militärischer Ereignisse im Fluh sind. Aber das Grundlegende ist unter der Macht des deutschen Schwertes Tatsache geworden: der Serbenstaat liegt in den letzten Zügen, seine Auflösung auch von innen heraus bat begonnen. Der Weg zur kroatischen Freiheit ist offen.

Die Wirkung des Bergeltungsschlages

Planmäßige Säuberung in Serbien — In Griechenland weiterer Vormarsch nach Süden — 19 000 VRT. Handels- schifssraum an der griechischen .Ostküste versenkt — Schwere Schläge der Luftwaffe gegen die britische Versorgnngsschtff» fahrt — Kühner Handstreich am Eisernen Tor sicherte - Donauschiffahrtsweg

Der OKW.-Bericht von heute

Berlin, 17. Avril. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Als Vergeltung für den britischen Luftangriff auf das Wohn- und Kulturzentrum der Reichshauptstadt tu der Nacht zum 10. Avril führte die deutsche Luftwaffe in der letzten Nacht einen Erohangrif? gegen die britische Haupt­stadt. Zahlreiche deutsche Kampfgeschwader warfen wahreud der ganzen Nacht ununterbrochen zahllose Spreng­bomben aller Kaliber und Brandbomben ab. Bei guter Erdsicht konnten die Bombeudetonatiouen und ihre Wirkungen einwandfrei beobachtet werde».

In den Safenbezirken sowie in andere» Stadt­teilen entstanden schon beim Abflug der ersten Verbände große Brände, die sich teilweise zu ausgedehnten Flächenbriiuden vereinigten. Der Schein dieser Grohseuer war bereits vom Kanal, zum Teil von der belgischen Küste aus, zu beobachten. 3» Zukunft wird jeder britische Luftangriff auf Wohnviertel in Deutschland in verstärktem Mähe vergolten werden.

Wie bereits durch Sondermeldung bekannt gegeben, hat die in Auflösung begriffene 2. serbische Armee tm Raum von Sarajewo kapituliert. Die Säuberung des Landes von Verivrengten verläuft vlanmähig. Stellen­weise noch auftretender Widerstand wurde schnell gebro^en.

In Dalmatien sind italienische Verbände im Vor­gehen über Svalato (Splitt) noch Südokten. 3tt Süd­albanien wurde das unweit der griechischen Grenze gelegene Erkeke genommen. Weitere Kräfte griffen aus Nord­albanien heraus an und überschritten beiderseits des Skutari-Sees an mehreren Stellen die serbische Grenze.

In Griechenland sind die Truppe» des deutsche» Heeres weiter im Angriff nach Süden und nahmen das südlich des Aliakmon aelegene Servia. Zahlreiche Ge­fangene wurden eingebracht.

An der griechische» Oftkutte griffen Teilkrafteder deutschen Luftwaffe Schiffsausammluuge» a», versenkten insgesamt 19 000 BRT. Handelsschisssrallm und beschädigten weitere Schiffe.

Auch im Kampf «ege» die Bersorguugskchiffabrt de» britischen Mutterlandes hatte die Luftwaffe bekoudere Er­folge. 3m St. Georgs-Kanal beschädigte» Flugzeuge der bewaffneten Aufklärung vier Schiffe mit zusammen 28 000 BRT. und im Seegebiet 400 Kilometer westlich Irland einen Frachter von 5000 BRT. tm Tiefangriff so wirkungs­voll, dah ihre Vernichtung als sicher gelten kann.

Weitere Luftangriffe richtete» sich gegen Saien- und Werftanlagen am unteren Themse-Lauf sowie gegen einige Flugplätze. Bei einem Anarrff auf Great Varmouth trafen mehrere Bombe» schweren Kalibers eine Erobmühle sowie dazugehörige Lagerschuppen.

Der Feind warf in der Nacht an mehrere» Orten Rord- westdeutschlands Spreng- und Brandbomben. d»e aber keine nelluenswerten Schäden verursachten. Die Verluste unter der Zivilbevölkerung sind gering. Bier britische Flugzeuge wurden durch Nachtjäger und Flakartillerie abgeschosien.

Bei der Einnahme von S k o v l i e (üskiib) am 7. April hat sich Hauptmann Buschhausen. Kompaniechef in einem Schützenregiment durch persönlichen Einsatz gegenüber einem vielfach überlegene» Feind besonders ausgezeichnet.

Eine aus Vioniere», Teilen der Luftwaffe und Sonder- formationen zusammengestellte Eefechtsgruppe unter Oberst Bazing hat im Morgengrauen des 6. Avril die Donau am Eisernen Tor bei Orsova unter schwierigsten Stromverhalt- uissen überschritten. 3m kühnen Handstreich wurde das jugoslawische User genommen, zäher Widerstand gebrochen und alle feindlichen Versuche, die Fahrrinne zu sperren, ver­eitelt. Damit wurde durch entschlossenes Zufällen weniger deutscher Soldaten ein lebenswichtiger Schiffohrtsweg ge­sichert und dem beabsichtigten feindlichen Zugriff entzogen.

Falsch informiert gewesen

USA.-Regieruug hatte sich auf den englische» Nachrichten­dienst verlasse»

Auf der Flucht abgestürzt

Leichen hoher jugoslawischer Würdenträger aus brennende« Flugzeug in Rumänien geborgen

Glückwunschtelegramm Tisos an Pavelitsch

Prehburg, 16. Avril. Der slowakische Staatspräsident Dr. 11io sandte anläßlich der Anerkennung der kroatischen Unabhängigkeit durch die Slowakei an den Chef der kroati­schen Regierung Dr. Pavelitsch folgendes Telegramm: „Unsere Freude über den Endsieg des kroatischen Freiheits- kampses ist jener ähnlich, die wir selbst vor zwei Jahren erlebten. Ich bitte Eure Exzellenz, meine aufrichtigen Glückwünsche für Ihre Person wie auch meine besten Wunsche für die kroatische Nation, die mit den Slowaken so eng be­freundet ist, entgegenzunehmen."

Telegrammwechsel Matsuoka—Molotow

Moskau, 16. April. Nach der Unterzeichnung des Neu- tralitätspaktes zwischen Japan und der Sowjetunion fand ein Telegrammwechsel zwischen dem. lapanlswen Außenminister Matsuoka und dem Außenkommissar Mo l o t o w statt, in dem beiderseits der Überzeugung Aus­druck gegeben wird, daß der Pakt ein Zeichen für de» Le - ginn freundschaftlicher Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Japan sein wird.

Die Geheimsitzung desägyptischenParlaments

Rom, 16. Avril. ..Mellaggero" meldet aus K a i r o über Ankara, der ägyvtische Ministerpräsident Sirry Pascha habe in der Eeheimsitzung des ägyptischen Parlaments, in der die schweren britischen Niederlagen im Zusammenhang mit dem überschreiten der ägyptischen Grenze durch die deutsch-italienischen Truppen behandelt wurden, nach aus- Mrlicher Klarstellung des Ernstes der Lage den Stand­punkt vertreten, daß Ägypten Deutschland gegenüber die­selbe Haltung einnehmen mülle wie im vergangenen Jahr unter den gleichen Umständen Italien gegenüber. Mellag­gero" fügt hinzu, daß Ägypten demnach entschlossen sei. zwar den englisch-ägyptischen Vertrag einzubalten. aber darüber hinaus keinen Schritt zu tu», der das Land in einen Krieg verwickeln könne.

Washington. 17. Avril. (Funkmeldung.) Im Zusammen­hang mit den hier verheerend wirkenden Hiobsnachrich­ten vom Balkan und aus Nordafrika erklärte der Washingtoner Rundfunksvrecher von Columbia Broad­casting Co. am Mittwoch, die Regierung habe sich auf die Ansichten des englischen Nachrichtendienstes verlallen. und der sei offenbar ebenso falsch informiert gewesen wie vor dem norwegischen Abenteuer.

Die USA. könnten die Griechenland und Jugoslawien versprochene Hilfe nun nicht mehr bringen.

Offenbar batte Oberst Donovan seine Ansichten aus der gleichen englischen Quelle geschöpft.

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Senator Wheeler wünscht Rückkehr der „Wittkies"- und „Roosevelt-Gesandten"

New Bork. 16. April, ,3m Rahmen seines Aufklärungs- ieldzuges gegen den Kriegseintritt Amerikas erklärte Senator Wheeler nach einem Bericht der „New Bork Times", Oberst Donovan sollte nicht an alle vier Ecken der Welt geschickt werden, um Nationen zum Krieg aufzustacheln. Die „Willkies"- und sonstigen „Roosevelt-Gesandten" sollten von Europa zurückberufen und auf ihre Jagdgrunde in W a l l str e e t verwiesen werden. Er, Wheeler, sei ebenso wie Roosevelt im Jahre 1936 Isolationist gewesen. Roosevelt habe damals als Präsidentschaftskandidat erklärt, daß er Amerika von europäischen und asiatischen Kriegen isolieren wolle. Er, Wheeler. sei ein Gegner der Revision dieses Iso­lationismus Roosevelt aus dem Jahre 1941, England habe die größte Propaganda in den Vereinigten Staaten losge­lallen. die die Geschichte kenne. Ein britischer Propagandist habe ihm seinerzeit erklärt, daß. wenn die Propagandawelle anfange, der Kongreß es nicht wagen würde, gegen die Eng- landhilfe zu stimmen.

DerkanadischeMinisterpräsidentbeiRoosevelt

Washington. 17. Avril. (Funkmeldung.) Der kanadische Ministerpräsident Makenzie-King traf in Washington ein. um mit Roosevelt Besprechungen zu führen.

Der italienische Wehrmachtbericht von heute

Kämpfen westlich von Dembidollo nördlich von Eambela haben wir dem Feind starke Verluste rugesügt.

Heftiger Lustangriff auf den Piräus

Stark« englisch« Brr lnst« in Ostafrika

Rom, 16. April. Stefani meldet aus Bukarest, am Abend des 12. 4. sei in der Nähe von Candesti ein großes jugoslawisches dreimotoriges Flugzeug brennend abge- stiirzt. Aus den Trümmern seien die Leichen von neun Personen, davon drei Fliegeroffiziere und sechs Zivilisten, geborgen worden. Nähere Ermittlungen haben ergeben, daß die sechs Zivilisten, die dabei ums Leben gekommen sind, sechs jugoslawische Würdenträger waren, die mit wich­tigen Dokumenten nach dem Osten gelangen wollten. Aus den Trümmern des Flugzeuges war es möglich, auch Bruchstücke von Dokumenten zu bergen, aus denen hervor- aeht, daß die jugoslawischen Persönlichkeiten den Auftrag er­halten hatten. Die Aufnahme von Mitgliedern der jugo­slawischen Regierung und des jugoslawischen Hofes in einem ausländischen Staat vorzubereiten.

Der schöne Anthony als Sündenbock

Londoner Kritik an Eden

New Bork, 17. Avril. (Funkmeldung.) „New Pork Sun" schreibt, die Lage in Libyen und auf dem Balkan, die als gefährlich erachtet werde, habe in Londoner volitischen Kreisen erneute Kritik an Außenminister Eden ausgelöst, der allgemein für die schweren Niederlagen der jüngsten Zeit verantwortlich gemacht werde. Eden habe diese durch sein Ungestüm, den jugoslawischen und griechischen Widerstand herbeizuführen (!) hervorgerusen. London befürchte, daß sich Jugoslawiens Widerstand als militärischer Nachteil ent­puppen werde, und auf Grund seiner Reise nach Ägypten und Griechenland werde Eden wahrscheinlich die Schuld auf sich nehmen müllen.

Neue Verluste englischer Kühlschiffe

New York, 17. April, (Funkmeldung.) Englands Ver» sorgungslage ist in letzter Zeit durch die Versenkung oder Be­schädigung mehrerer Kühlschiffe wieder schwer getroffen wor- den. Wie in New Parker Marinekreisen verlautet, ist das englische Motorschiff „Northern P r i n c e“ (10 917 VRT.) vor etwa acht Tagen im Nordatlantik versenkt wor­den. Es war ebenso wie das vor einiger Zeit versenkte Schwesternschiff „Western Prince" (10926 BRT.) mit Gefriereinrichtung zum Transport von Fleisch und anderen leicht verderblichen Waren versehen. Den gleichen Marine­kreisen zufolge ist ein weiteres Schwesterschiff dieser beiden, das Kühlschiff „Castern Prince" (10 926 BRT.), bei einem deutschen Luftangriff auf einen englischen Hafen schwer beschädigt worden.

Rom. 17. Avril. (Funkmeldung.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut:

Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt:

In Jugoslawien rücke» motorisierte Kolonnen der 2. Armee von Spalato. auf Raguia vor. Abteilungen der Kriegsmarine habe» die Besetzung der dalmatinischen Küste vollendet.

Bon Albanien aus rücken weitere motorisierte Kolonnen »ach Überwindung der feindlichen Stellungen und Be­setzung von A n tivari und Seit nie aus Eattaro und Raguia vor, um sich mit den von Norden kommende» Trup­pe» der 2. Armee zu vereinige».

An der g r i e ch i s ch e » Front geht der Vormarsch unserer Truppen vom Presba-See zum Adriatischen Meer trotz star­ken gegnerischen Widerstandes und zahlreicher Straßenunter- brechungen weiter. Truppen Der 11. Armee haben »ach er­bitterte» Kämpfen K l i s u r a besetzt und rücke» redet vor. Der Feind hat erhebliche Verluste erlitten und zahl­reiche Gefangene sowie eine gewaltige Materialbeute in unseren Händen gelassen.

Zwei britische Bomber, die versuchte», das albanische Gebiet zu überfliegen, wurde» von unsere» Sagern ange­griffen. Ein Blenheim-Flugzeug wurde abgeschollem Aus dem Piräus haben unsere Flugzeuge »u der Nacht zum 16. einen heftigen Angriff gege »di e Has en au - lagen und die vor Anker liegenden Schiffe durchgefuhrt.

Die Aktion der Torpedoflugzeuge, die im Wehr­machtbericht vom Mittwoch erwähnt wurde und zur Ver­senkung eines großen 15 000-Tonnen-Dampfers führte, ist von Hauptmann der Luftwaffe Flugiemiführer Buscagl,a und von Leutnant zur See Beobachter Caftagnacc» durchgeführt worden.

In der C v r e n a i f a hält der Druck der italienisch- deutschen Truppen aus Tobruk und in der Gegend von Soll»« an. Auf dem Diebel in der Cvrenaika gebt die sauberungs- aktion gegen feindliche tm Verlaufe unseres raschen Vor- marsckis versprengte Abteilungen weiter.

In Ottafrika buben feindliche Kräfte, die den Üb«r- gang über Den Baro-Fluß (Golla-Sidamo) versuchten, nach bringen Gegenangriffen die „lucht..ergriffen und ihre Aus­rüstung in unseren Sanden zuruckgelalle». In heftigen

Unübersehbare Bente in Serbien

Berlin, 16. April. Von Tag zu Tag wächst die Beute, die deutsche Truppe» in Serbien mache». Der flüchtende Feind hat überall a» den Straßen des Rückzuges u » über - sehba re Mengen Kriegsgerätes zurückgelalle».

Panzerwagen, Krafträder, Personen- und Lastkraft­wagen, Schlepper, Mnnitiouswagen, pferdebespannte Fahr­zeuge u. a. sind zu Tausenden erbeutet worden.

An mehrere» Stellen find AusrÜstungsgegenstände aller Art in deutsche Hand gefallen, so z. B. Uniformen, Gewehre, Infanterie- und Artilleriemunition. Auch Pferde und Maul­tiere find erbeutet worden. Ein beträchtlicher Teil des Kriegsgerätes sowie der Ausrüstungsgegenstände befindet sich in gutem, noch verwendbarem Zustand.

'Das Gold des Verbündeten

Der griechische Kronschatz nach Alexandrien gebracht.

Rom. 17. Avril. Der von Athen nach Alexandrien ge­brachte griechische Kronschatz wurde, wie aus Istan­bul gemeldet wird, nach der Ankunft in Alexandrien unter starker Bewachung und unter dem Schutz von englischen Panzerwagen nach dem Flugvlatz gebracht, um von dort an einen „unbekannten sicheren Bestimmungsort" weiterbefördert zu werden.

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Dieser Bestimmungsort dürfte so sicher sein, daß die Griechen auch nicht einen roten Heller wieder zu Gesicht be­kommen werden, denn, was die britischen Räuber bisher „ficherstellten". haben sie freiwillig niemals wieder heraus- gegeben.

Britische Transportsiotte im Bombenhagel

Totaloerlust von 4 großen Schiffen

Berlin, 16. April. Zwei schwere Luftangriffe find über die im Piräus versammelte britische Transporterflotte hin­weggebraust. Am 14. 4. griff ein starker deutscher Kampf­verband Schiffsansammlungen überraschend an, versenkte durch zahlreiche Volltreffer vier große Transpott­dampfer mit zusammen 32 000—40 000 BRT. und beschä­digte a ch t andere größere Dampfer schwer.

Am Tage daraus erfolgte bereits der mit gleicher Wucht durchgeführte zweite Angriff deutscher Kamps- und Sturz­kampfflugzeuge. Nach Durchbrechen des heftigen Flakfeuers kamen die deutschen Flugzeugbesatzungen zu wirkungs­vollstem Bombenwurf auf die britische Transporter- flotte. Volltreffer und Naheinschläge, die hart neben der Bordwand niedergingen, riesen beträchtliche Zerstörungen hervor. Mehrere Schiffe standen in Hellen Flammen, andere trieben mit schwerer Schlagseite ab. Auf den brennenden Dampfern fanden mehrfach heftigeExplosionen statt.

— 17 weitere schwer beschädigt

so daß hier zweifellos verladene Munition zur Entzündung gebracht wurde.

Bei diesem zweiten Angriff wurden neun Trans­portdampfer mit zusammen 60 000—70 000 BRT. durch Spreng- und Vrandwirkung schwer beschädigt. Das Gesamt­ergebnis dieser beiden kraftvollen Angriffe auf die britische Transporterflotte in Südgriechenland umfaßt den Totalver­lust von vier großen Transportern und schwere Beschädigung und Inbrandsetzung von 17 Transportschiffen, deren schneller Ersatz für die in Vorbereitung befindliche Einschiffung der britischen Expeditionsarmee ausgeschlossen erscheint.

Druck und Verlag: L.Scbellenberg'iche 9ntf»brucferti, Wiesbadener Tagblatt Wiesbaden SefamtiettMng: Dr. phil. babil. Gustav Schellen berg und Otto KaHer haupychnNleiter: §riy Güntbei, lamtlitb in Wiesbaden. — Zur Zeit ist Sreislifte 9 gültig.

Die heutige Ausgabe umfaßt 10 Seiten