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WjeMemr Tagblatt

e. 6»<n«Bcrg'i*e Sedjenutmt. .Amis- ub:x__«!x z. Erschetnungszeit:

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Unterhaltungsbeilage

Nr. 89

Donnerstag. 17. April 1941

89. Jahrgang

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Vergeltungsangriff auf London

Deutsche Kampfgeschwader in zehnstündigem Einsatz über der britischen Hauptstadt

dem Einsatz in der Nacht d i e britische Hauptstadt Industrieviertel wurden troffen.

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.„.äs- Die Engländer hatten sich, Mittelmeerraum eingesetzt wurden.

In USA. dämmerts

New Hork unter dem Eindruck des serbischen Zusammenbruchs und der britisch-griechischen Niederlagen

New Hork, 17. April. (Funkmeldung.) Die New Yorker Presse vom Mittwoch gibt den „Ernst der Lage" in Griechenland zu. „New Port Sun" erschien unter der ganz­seitigen Überschuss? „Jugoslawischer Zusammenbruch befürch­tet — Druck auf Griechenland wächst". Das Blatt bringt in großer Aufmachung eine Meldung, daß sich die Entwicklung in Griechenland verschlechtert habe, da Jugoslawien anscheinend zusammenbreche und gleichzeitig die Deutschen im Herzen der britisch-griechischen Verteidigungslinie durchge­brochen seien. Aus London meldet Associated Preß, dortige militärische Kreise gäben zu. daß der „deutsche Druck in Griechenland wachse". Nach in London vorliegenden Berich­ten sei die Lage in Jugoslawien „schlimm" und man habe den Eindruck, daß dort keine „Kontrolle" mehr über die Armeen bestehe.

Sondermeldung

Berlin. 17. Avril. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Als Vergeltung für die von der britischen Luftwaffe in der Nacht vom 9. jum 10. Avril angerichteten Zerstörungen an Berliner und Pots­damer Wohn- und Kulturzentren griffen «rblreicke deutsche Kampfgeschwader in zehnstündigem rollen-

zum Donnerstag an. Hafen- und sehr schwer ge-

Das alte englische Doppelspiel

(Eigener Drabtbericht unserer Berliner Schristleitung)

Auf der Flucht eingeholt und zum Kampf gestellt „Popolo di Roma" über den blitzartigen Bormarsch der Achsenstreitkräfte

, -X ro,Lb Radio London wahrscheinlich erzählen, so schreibt das Blatt weiter, daß die englischen Truppen Seite an Seite mit den griechischen Alliierten gekämpft haben und damit ausnahmsweise einmal nicht ausschließlich lügen Ber- schweigen wird man allerdings dabei in London den entschei­denden Faktor, daß diese überraschend« Wendung ganz allein das Verdienst der Soldaten des Führers und des' Duce dar- stellt.

Ständig fortschreitende Auflösung

Berlin, 17. April (Funkmeldung.) Die Auflösung der serbischen Truppen, in deren Verlauf die 2. serbische Armee kapitulierte, schreitet ständig fort. Von Stunde zu Stunde strecken immer weitere serbische Einheiten die Waffen. Eine dentsche Division meldet, daß sie durch die Gefaugenensammlungeu zeitweilig in ihrem Vormarsch stark behindert war.

Zweckpessimismus

. 1 Berlin, 17. April In zehn Tagen hat sich an

den Urhebern des Belgrader^Militärputsches das Schick- sa l v o l lzog e n, das der Führer am 6. Avril augetündigt ?^te. Die W a i i e n si r e ck u n g der 2. serbischen Armee in Sarajevo und die dauernd wachsende Beute zeigen, da« die Serben nicht mehr in der Lage sind, ernsthaft Widerstand zu leisten. Selbst Reuter muß nun zugeben, daß , x Serbien schlecht sei und daß es einen einheit­lichen Widerstand nicht mehr gäbe. Reuter verbindet damit einen Eielsiußtritt rut die von den angelsächsischen Kriegs­hetzern in das Verderben gestürzten Serben. Er meint näm­lich. die Serben seien »elbst schuld an dieser Katastrophe, da sie zu spat um Unterstützung gebeten hätten. Das wagt das englliche Nachrichtenbüro zu jagen, obwohl aus den. von uns oerofkentlichten Eeheimakten klar hervorging, daß die serbi­schen Militarkreise seit langem mit den englischen Kriegs- treibern unter einer Decke steckten. Für uns tst es besonders

‘S- d'.ese neuen großen Erfolge, wie sich beute

schon lestsiellen labt, dank der überlegenen deutschen Füh- on!tÄ;n?er 0ute:n deutschen Waffen und der vorzüglichen Ausbildung unserer Soldaten mit sehr geringen deutschen Verlusten erkämpft wurden.

Hauptinteresse auch der Engländer wendet sich nun» e n l a n d zu. Sier ist, wie schon gestern be- durch die englischen Fluchtvläne zunächst einmal ein öufer Strich gemacht worden. Die schon eingeleitete Flucht mutzte unterbrochen werden, die Engländer wurden zu m Kampf gestellt. Nun, da sie also kämpfen müssen, verbreiten »e zunächst einmal eine Flut von Mel­angen über die Eefechtsberübrung mit den Deutschen, über die Verstärkung der britischen Linien usw.. um auf diese >e den Griechen das Gefühl des Verratenseins zu nehmen. Sreiiich scheint man in London die Lage alles andere als f.0,1!8 iu.. beurteilen. ..News Chronicle" bereitet die eng- lifche Öffentlichkeit bereits auf eine ..ehrenvolle Niederlage" tn Griechenland vor. Die ..Daily Mail" meint, England Rhe an ben Ufern des Mittelmeers ordentlich in der Patsche, •auo sonst fehlt es nicht an recht pessimistischen Äußerungen.

m. wird die Lage in Ägypten als außerordentlich geschildert. „News Chronicle" ergebt sich bereits in Betrachtungen über einen Verlust von Suez und über die Bedeutung eines solchen Verlustes für die gesamte englische Position im Mittelmeer. Der Sinn solcher düsteren Betrach­tungen ist leicht zu erkennen. Die Engländer, die so oft einen Zweckovtimismus entwickelten, wählen diesmal das M?ekehrte Veriabren: den Zweckvessimismus. Man schildert die Lage in Ägyvten in den allerdüstersten Farben, um die englische Öffentlichkeit geradezu zu der Forderung zu drangen, die englischen Truppen aus Griechenland zuriickzn- 3teben und zum Schutze Ägyptens einzusetzen. Man behält . alten l u ch tvläne durchaus im Auge und ist entschlosien. die Griechen im Stiche zu lasten, wenn sich der Abtransport der englischen Truppen bewerkstelligen läßt. Das kommt auch ganz deutlich in einem Bericht der New Bork Times" zum Ausdruck, in dem es u. a. beißt: „Falls dte Engländer Griechenland schließlich räumen mv^n. können sie darauf Hinweisen, daß sie dem Feind den Weg nach Kratten erschwert haben. Es kann wegen der Lage in Nordafrika nicht überraschen, wenn die englischen Truppen L!,'"^ae,og,n und b-e Gr-echen -m Stich gelasten würden " W'.eder einmal w-rd also e,n e ch t englischesDovvel- Iviel getrieben. Man beuchelt auf der einen Seite Kampf­entschlossenheit und möchte die Griechen sogar glauben

_ Rom, 17 April. (Funkmeldung.) Die Einnahme von Spalato durch italienische Truppen, die Eroberung von S a r a j e v o durch deutsche Einheiten, die Kapitula­tion der zweiten serbischen Armee sowie die ersten deutsche» Erfolge gegen die britischen Truppen in Griechenland be­herrschen am Donnerstag das Bild der römischen Morgen­blätter.

Die Engländer sind also doch gezwungen, die Schlacht an­zunehmen, betont „Popolo di Roma", das blitzartige Manöver der Streitkräfte der Achse hat einen Teil des in Griechenland in voller Flucht — der entehrendsten * 5 Iu t, die die Geschichte kennt — befindlichen britischen Expeditionskorps überrascht und gezwungen, gegenüber den ihnen aus den Fersen folgenden deutschen Kolonnen Front za machen. Die geplante Einschiffung ist damit zum Teil ge­fährdet und zugleich eine der „ruhmreichsten Traditionen" Großbritanniens, das sich darin spezialisiert hatte. Brände anzulegen und sich beim Emporschtagen der Flammen in Sicherheit zu bringen.

Befreites Kroatien

Von Wilhelm Ackermann

Mit der Proklamierung des selbständigen Staates der Kroaten durch den trüberen Obersten in bei österreichisch- ungarischen Armee Kvaternic ist der staatsrechtliche Zer« lall des letzten Mißgebildes der Pariser ,,F ri eden s ina cher" von 1019 eingeleitet. Ähnelte doch der sugoslawische Staat in der Vielgestaltigkeit der in ihn hinemgepreßien Völkerschaften der Tschechoslowakei, wofern er sie nicht gar übertraf. Von seinen rund 15 Millionen Bewohnern stellten die Serben nur etwa 6,5 Millionen. 4-o Millionen sind Kroaten, rund 1 Million Slowenen, nahe­zu % Millionen Deutsche. Dazu kommen V- Million Magya­ren. 400 000 Albaner und schließlich Rumänen und Bul­garen in kleinerer Zahl. Bei der seinerzeitigen Staats- sruuhung nach dem Weltkriege stand im Vordergrund die -Jöee nicht eines Einbeits-, sondern eines Föderativstaates. der die drei größten Volksgruppen, Serben. Kroaten, Slo­wenen in einer Bundesverfassung mit Personalunion des «erblichen Königs zusammenfasten sollte. Deshalb lautete auch zunächst der Name des neuen Gebildes „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen". Es war aber bereits ein Beweis für das allmähliche Überwiegen des serbi- Ichen Zentralismus, wenn König Alexander schon Ende der zwanziger Jahre den Namen in „Königreich Iugo- Hawten änderte. Gegen diese zentralistischen großserbischen Bestrebungen erhob sich wachender Widerstand, zunächst und ohne Eriolg von den mohammedanischen Bosniaken und den Montenegrinern, die den Verlust ihrer früheren Selbständig­keit nicht verschmerzen konnten, nachhaltig und mit einem gewissen Teilerfolg aber besonders von den Kroate n. Das fühlbare Gewicht ihrer 4,5 Millionen Seelen ließ es der Belgrader Staatshibruug geraten erscheinen, ihnen gegen­über wenigstens den Weg des Kompromisses zu beschreiten, und nach langen Verhandlungen kam es kurz vor Ausbruch des europäischen Krieges zu einem serbisch-kroatischen Aus­gleich. der Kroatien eine teilweise Selbstverwaltung auf dem Gebiet der Verwaltung und der Finanzen zugestand. Kroatien als der kulturell, sozial und wirtschaftlich erheblich höber- Itebende Landesteil wollte sein verhältnismäßig größeres Steueraufkommen in erster Linie für die Zwecke des eigenen Volkes verwendet sehen. Im Grundsatz wurde das in dem Ausgleich von 1939 bewilligt, aber zur praktischen Durch­führung ist dieses Zugeständnis nicht mehr gekommen: dis vorgesehene Abgrenzung der kroatischen und serbischen Land­schaften unterblieb ebenso: sie bereitet allerdings auch menen der starken gegenseitigen Durchdringung der beiden Volks- tumer erhebliche Schwierigkeiten.

, Die Geschichte des kroatischen Volkes ist seit langen Jahrhunderten die einer Fremdherrschaft. Als selb­ständiges Königreich bestand Kroatien nur knapp 170 Jahre. Als 1091 das Geschlecht seines Gründers und ersten Königs Tomislav ausstarb, ging auch die staatliche Unabhängigkeit verloren. Seitdem bildete es bis zum Weltkriegsende durch­weg einen Teil der ungarischen Monarchie, wenn auch rein staatsrechtlich als besonderes Königreich abgetrennt und von einem eigenen Bonus regiert. Nach der ungarischen Revo­lution von 1848/49 gegen das »aus Habsburg wurde Kroatien vorübergehend österreichisches Kronland, kehrte aber schon 1867 wieder in das frühere Verhältnis zu Ungarn jurutf. Aus dieser geschichtlichen Entwicklung erklärt es sich, daß die Kroaten die ersten Vorkämpfer des Gedankens einer ludilawischen Gemeinschaft wurden, der allerdings zunächst nur den Wunsch nach einer Kulturgemeinschaft ver­körperte. Erst der schärfer werdende Gegensatz zwischen Kroatien und Ungarn lieb die Idee sich auch nach der staats­rechtlichen Seite entwickeln, und im Zusammenbruch des Habsburgerreiches fanden sie sich dann mit Serben und Slowenen zur schafmng eines gemeinsamen südslawischen Staatswesens zusammen. Es liegt eine gewisse Tragik darin, daß. gerade sie als Vorkämpfer dieser südslawischen Ver­einigung sehr bald erkennen mußten, wie sehr viel weniger der Gedanke der slawischen Brüderlichkeit auf serbischer Sette geachtet wurde, wie man vielmehr von dorther ver­nichte. das Serbentum in die Rolle des Herrenvolkes zu bringen, ähnlich dem Beispiel der Tschechen in deren kunter­buntem Staate. Zu diesen staatsrechtlichen Gegensätzen zwi­schen Serben und Kroaten kam noch die Verschiedenheit des

als deutsche Flieger im

—7.-7;— ............ der Hoffnung hingegeben,

daß Deullwland nunmehr durch den „Zweifrontenkrieg" seine Kralle 3eriDlittern müsse. Die gleiche Hoffnung wurde dann wieder laut als die Komme aus dem Balkan begannen. Jn- »wnchen ist den Engländern schon einige Mole zu Gemüte geführt worden, dag bei der Kriegführung das I n s e l r e i ch n i ch t v e r g e > s e n wurde. Jetzt nun Hot die deutsche Lufi- woite ichwerer noch als je bisher zugeschlagen und als Vergeltung für.die englischen Angriffe auf deutsche Wobn- vleriel und. Kulturstätten London mit Bomben belegt. Selbst bte englischen Nachrichten sprechen davon, daß es heb um den s ch l i m m st e n Angriff bandele, den London bisher erlebte und gestehen auch ein. daß „bedeutender Scha­den angerichtet wurde. Ausländische Korrespondenten fügen hmzm datz. besonders ichwerer Schaben in den Gegenden ay .der -Eßernle. das beist also in den Docks und Lager­häusern entstand. So bat die deutsche Luftwaffe Ver- g e 11 u n g tut die r uchloien englischen Angriffe auf deutsche Wohnviertel geübt und sie hat zu­

machen. daß man noch Verstärkungen herbeiholt und be- reltet aus der anderen Seite die angelsächsische Öffentlichkeit darauf vor, daß man wieber einmal fliehen und Griechenland im Stich losten muß. um Ägyptens willen. Es ist zu hoffen, do« dos schnelle Zppacken der deutschen Wehr- mocht diesem englischen Doppelspiel dos Ende bereitet, dos diese Verroteret Churchills verdient.

gleich den Engländern mit äußerster Deutlichkeit zu Gemüte geführt, dog wir, auch wenn wir auf dem Balkan und in morbofttfa lammen, tn der Loge sind, den Krieg gegen das ^nfeltetd) selbst, seine Jndustriestätten. Rüstungswerke und »afengnlagen mi t noch nie dagewesener Heftig­keit fortzufuhren.

„Der schlimmste Angriff den London erlebte"

. ^Stockholm 17, Avril. (Funkmeldung,) Wie bet eng­lische .Nachrichtendienst »uneben muß. ist London und das Gebiet an d e t T b e ms e m ü n i> u n g in der Nacht zum Donnerstag das Ziel heftiger Angriffe der deutschen Luit- wane gewesen. Bei den Angriffen auf London, die verschie- bene Stunden aebauert batten. sei „eine gerne Reibe von •ßtanben entstanden, wahrend auch gewiße Schäden anderer Art verursacht worden seien. Verschiedene Gebiete an der Tbemsemundung batten ebenfalls idimere Angriffe durch- zusteben gehabt. Uber verschiedenen anderen Teilen des Lan­des leien weitere Bombenwürfe erfolgt.

. .Bald barauf verbreitete Reuter eine Meldung, in der ee »echt: „Be, Tagesanbruch wurde es klar, daß der Angriff in der Nacht.»um Donnerstag auf London der schlimmste war. den wir bis letzt erlebt Koben. In den kommerziellen Stadtvierteln feien Zerstörungen angerichtet worden.

Sn der.offiziellen Mitteilung über den Luft­angriff schließlich wird geiaat: „In der Nacht zum Donners­tag unternahmen feindliche Flugzeuge einen sehr schwe- Le » u n bl anganhaltenden Angriff auf London. Der Angrift begann fern noch Dunkelwerden und wurde wahrend bei ganzen Mach; bis .kurz oor Tagesanbruchs fori- S^ebt. Den ersten Nachrichten zufolge war der Verl-st an Menschenleben ichwer. und es wurde bedeutender Schaden angerichtet. Es wurden auch Bomben außerhalb Londons abaeroorfen. hauptsächlich im Südosten."