Wöchentlich
89. Jahrgang
Dienstag. 15. April 1941
Nr. 87
Britenfiudit auf die Schiffe
bauen könne. Inzwischen hat man in London den Verlust
glischen Zeitunasleser RAF. den Luftraum
Engländer
Londoner
..Stockholms
ein
führt. Der Erfolg war, datz di« serbische 3 Widerstand nicht mehr zu leisten vermag.
Eine Woche
um die Arbeit des'Aufräumens.
zu
„ine Sollum ging tabio London gräbt
Schmachvoller Rückzug des englischen Expeditionskorps aus Griechenland - Churchill ermuntert die Serben zum „Weiterbluten" - Neue Schlappen an der afrikanischen Nordfront
Tibninyen" meldet in einem Eigenbericht aus Istanbul, daß einige lugoslawische Minister im Flugzeug in der Türkei eingetroffen seien, um zu versuchen, Verbindungen mit den Engländern aufzunehmen.
beoorktebenden Abtransports der aus Griechenland einzusetzen.
Jugoslawische Kriegsverbrecher laufen ihren Auftraggebern nach.
Stockholm, 15. Avril. (Funkmeldung.)
Proklamation des unabhängigen Kroatien
Anerkennung durch D eutschland und Italien
hat genügt, um diesen ganzen Spuk hinwegzufegen. Es handelt sich im Gebiet des ehemaligen jugoslawischen Staates
Die Gegenwart dunkel, die Zukunft nicht hell
Weisheiten der „Times* zur Lage im Südoste» — Londons Verbindungen stnd abgeschnitte»
reichen Vormarsch der Truppen der Achsenmächte seine langersehnte Freiheit wiedersindet. Ihnen die Anerkennung des unabhängigen kroatischen Staates durch das Deutsche "eich ausiprechrn zu können. Die deutsche Regierung wird erfreut fern, sich über d-.e Grenzen des neuen Staates mit der nationallroatilchcn Regierung in freiem Meinungsaustausch zu verständigen. Meine besten Wünsche gelten Ihne« und der Zukunft des kroatiichen Volkes.
Adolf Hitler.
. Der Du re. dem durch ein Telegramm von Vavelitsch eine gleich« Mitteilung wie dem Führer und die Bitte um Anerkennung des unabhängigen Kroatien durch Italien zugegangen war. hat daraufhin heute wie folgt geantwortet:
Dr. Ante Vavelitsch, Agram.
Ich habe das Telegramm erhalten, mit dem Sie mir dem Wille« des kroatnchen Volkes entsprechend, die Vroklamation des unabhängigen Staates Kroatien anzeigen, und in dem Sie mich um bte Anerkennung des unabhängigen kroatischen Staates durch das faschistische Italien bitten.
findet südlich in dem gebirgigen Herzen des Landes statt, wo die Jugoslawen ihre Truppen in einer groben Schlacht einsetzen. („Times" weih das durch die abgeschnittenen Verbindungen (!). Es wurde nach allem, was wir in der Vergangenheit gesehen haben. Torheit sein, die Stohkrast der deutschen Offensive gegen die gegnerischen Stellunyen der Jugoslawen oder der Angriffe, bte in jebem Augenblick gegen die neuen griechisch-britischen Linien erfolgen können, zu unterschätzen, aber wir können daraus Hinweisen, daß der Feinb letzt tm Süden auf einen Widerstand unserer Flugzeuge trifft, die er in dieser Stärke in früheren Landkämpsen noch nicht erlebt hat. Er bat stch in eines der schwierigsten Abenteuer eingelassen, die er jemals unternommen hat. Die Gegenwart ist dunkel und die Zukunft ist nicht hell. Aber der Feind mutz noch sehr viel zustande bringen, ebe er dir Entscheidung berbeifübren wird, bje ec sucht.
Wir finden es lebr beareiflich, datz die „Times* entsetzt ist, über das ..schwieriae Abenteuer*, das wieder einen der iKane Englands durchkreuzt. Die deutschen Truppen haben aber schon mehr zustandegebracht. als alte Tanten wie das Blatt der Londoner Eitvhelden erwarteten. Man ersteht aus ledern Satz dieses ebematigen Weltblattes, datz ihm die Verbindungen abgeschnitten stnd.
Stockholm. 15. April. (Funkmeldung.) Die „Times* macht am Montag Ausführungen, die in ihrer einerseits naiven, andererseits düsteren Beurteilung der Lage im S L dosten für stch sprechen. Nachdem London wieder zwei Völker für seine Zwecke in den Krieg getrieben hat. beschränkt man stch jetzt auf akademische Vertröstungen. Sechs Tage Kamps haben vermocht, datz die englischen Drahtzieher bereits völlig im Dunkeln tappen über den Verlaus und Ausgang des Rinnens.
Über die Lage Griechenlands, so beiht es in der „Times" wisse man in London so viel als ohne Gefahr mit» geteilt weiden könn^ Das sei nicht der Fall binstchtlich Jugoslawiens. Die todbringenden deutschen Angriffe, die zu dem Fall von üsküb und Veles führten, schnitten die Verbindungen nach dem Norden ab. Seitdem kamen d-e meisten Nachrichten über die Kämvfe von den Deutschen. Die natürlich („natürlich! ) ihre Erfolge grob berausstellen. Der Feind scheint in dem bergigen Gelände dieselbe Taktik des Kämvfens anzuwenden rote bei trüberen Feldzügen auf ebenem Gelände. Sie hat tbrn grotze Anfangserfolge gebracht und kann ibm noch weitere bringen. Aber wenn die deutschen Panzerwagen weiterhin Taler und FlLste, die nicht von den Verteidigern gesäubert stnd, befahren, kann ihnen das noch teuer zu stehen kommen. Der Entscheidungskampf
Ich begrübe mit grotzer Genugtuung das neue Kroatien, das heute die fett langem ersehnte Freiheit wiedererwirbt, wo bte Achtenmächte das (ünitli*c jugoslawische Gebilde vernichtet haben. Ich freue mich. Ihnen die Anerkennung des unabbänaigev Staates Kroatien durch die faschi' i'che Regierung auszusprechen, die erfreut sein wird, stch mit der nationalen kroatischen Regierung in freiem Meinüngsai-s- tauich über die Bestimmung der Grenzen des neuen Staates “ verständigen, dem das italienische Volk alles Glü-t - < Benito Mussolini.
„Das trifte Volk mutz bere:t fein*
Eine Ansprache de Valeras
Stockholm, 14. April. Irlands Premierminister d e Valero hielt am Sonntagabend eine Rundfunkanspreche und forderte habet das irische Volk auf, am 25. Jahrestag des blutigen Osteraufstandes sich bereitzuhalten, seine He'imat gegen einen neuen Angriff zu Verteidigern Die Ansprache de Valeras folgte auf die größte militärische Parade in der Geschichte des unabhängigen Eire bei der 20 000 Soldaten der irischen Armee in voller Kriegsausrüstung durch die Straßen marschierten, an den Veteranen des Aufstandes von 1916 vorbei. „Wenn Eire", so saate de Valero, „gezwungen ist, seine Neutralität gegen einen An- griff von irgendeiner Seite zu verteidigen, wird das Leiden und den Tod für viele bedeuten.
Ein neuer Verrat
Nach de« vo« deutscher militärischer Seite aus Griechenland vorliegende« Meldungen beginnt zur Zeit das in Griechenland befindliche englische Expeditionskorps bereits, stch an zahlreiche« Stellen der griechischen Käste ei u z u s ch i s s e«.
Bezeichnend ist, daß diese Einschiffung nicht nur in den Häsen erfolgt, sondern daß die Engländer sogar an freier Knfte — wie damals am Strand von Dünkirchen! — auf die seit Tagen in den griechischen Gewässern bereitgestellten leeren Transportschiffe gehen.
von Bordio zur Kenntnis nehmen müssen, bas man nun als „Drecknest" unb „wahnsinnig heißen Ort" kennzeichnet. Aber auch bas schon auf ägyptischem Hoben gelegene Sollum ging ben Englänbern ebenfalls verloren. Rabio Lonbou gräbt nun biealtenen glischen Agitationslügen wieder aus, wenn es meint, daß bei dem schnellen Vormarsch der deutschen Panzer das deutsche Material sicher sehr gelitten habe. Das gleiche horten wir bekanntlich seinerzeit auch, als deutsche Panzer m Frankreich zur Atlantikküste durchstreßen.
Will man das englische Fiasko in seinem ganzen Umfang würdigen, so muß man stch einmal an ein Wort erinnern, das der britische Jndienminister Amery im Dezember
as. Die Engländer schicken stch an, die Folgerungen aus bet Entwicklung auf bem Balkan ju ziehen. Nach ben letzten Meldungen beginnen fie bereits, das in Griechenland Ben de Expeditionskorps wieder einzuschiffen. Man hat es ei so eilig, daß die Einschiffung nicht nur in den Häsen, sondern auch an Der freien Küste erfolgt. Wieder einmal ’ wird also ein Verbündeter schmählich im Stich gelassen. Seit einigen Tagen machten stch bereits Anzeichen bemerkbar, daß England einen neuen Verrat, ein neues Anbalesnes vorbereitete. Während man die englischen Zeitunasleser noch glauben machen wollte, daß die RAF. den Luftraum über Griechenland beherrsche, forderte die „Daily Mail* bereits die Räumung der griechischen Position, die nicht zu halten sei. Gleichzeitig tarnen auch schon Nachrichten, daß leere Transporter nach Griechenland unterwegs seien, um Die britischen Truppen abzutransportieren. Die Völker, die es aufgeputscht hatte, läßt London also genau so im Stich, wie es die Polen, die Norweger, die Holländer, die Belgier unb bte Franzosen im Stiche ließ. Zugleich bebeutet bieser schmachvolle Rückzug auch, baß Englanb ben letzten Zipfel bes europäischen Kontinents preisgibt Es ist eben alles roieber einmal ganz anders gekommen, als bte englischen Kriegshetzer es stch erträumt hatten. Die dösen Deutschen haben roieber einmal alle schönen englischen Pläne über ben Haufen geworfen. Dort wo, rote noch unlängst englischer Militärsachverstänbiger meinte, „nur bie Ziegen Krieg führen" könnten, stnd fie mit ihren Panzern erschienen, bereu Operationen englische Militärkritiker als gerabezu frappierenb bezeichnen. Währenb man erwartet habe, baß bie Deutschen von Narben her Jugoslawien angreifen würden, hätten fie im Süden einen äußerst heftigen Angriff geführt. Der Erfolg war, daß die serbische Armee ernsthaften
fich der gewiß nicht kleinen Mühe unterzogen, in serbischer und kroatischer Sprache eine kurze Rede int Rundfunk zu verlesen, in der er die Parole „Weiterbluten" ausgab. „Großbritannien". so erklärte er ben Serben unb Kroaten, „steht hinter euch unb hinter uns steht bie große Demokratie ber Vereinigten Staaten. Es wäre den serbischen Verschwörern, die ihr Land in diesen Krieg stürzten, zweifellos lieber gewesen, wenn die Engländer nicht hinter ihnen, sondern vor ihnen gestanden hätten. Daß Herr Churchill noch die Frechheit besitzt, zu erklären, die Serben und Griechen seien ebenso angegriffen worden wie die Engländer, sei nur nebenbei erwähnt. Das sagt ausgerechnet der Ministerpräsident des Landes, das Deutschland den Krieg erklärte.
Auch in Nordafrika müssen die Engländer neue Schlappen einstecken. Noch am Samstag gab man fich in London ber Hoffnung hin. daß man in der Gegend von Tobruk einen Widerstand gegen die deutschen Panzer auf»
Berlin, 15. Avril. (Funkmeldung.) Die neugebildete kroatische nationale Regierung in Agram hat durch Telegramm ihres Chefs Dr. P a v e l i t f ch und des Generals K v a t e r u i k dxm Führer die P r o k l a m i e r u n g des u n a b h ä n g i g e n Staates Kroatien bekanntgegeben und die Anerkennung des unabhängigen Kroatien durch bas Deutsche Reick erbeten.
Der Führer hat darauf heute folgendes Telegramm nach Agram gesandt:
Dr. Ante Pape kitsch, Agram.
Ich danke Jbnen für Ihr Telegramm unb für bas Telegramm des Generals Kvaternik, in bem Sie mir gemäß bem Willen des kroatischen Volkes bie Proklamierung des unabhängigen Staates Kroatien bekanntgeben unb in dem Sie di« Anerkennung des unabhängigen Kroatien durch das Deutsche Reich erbitte«.
Es ist mir eine ganz besondere Freude und Genugtuung in dieser Stunde, in der das kroatische Volk durch den steg-
jetzt nur noch
Herr Churchill möchte nun denjenigen Kreisen, die er ins Verderben führte, noch einen Trost fpenben. Er hat
Geheimsitzung der ägyptischen Kammer
Beirut, 15 April. (Funkmeldung.) General W a v e 11 hatte eine Besprechung mit dem ägyptischen Ministerpräsidenten Sirry Pascha. Die ägyptische Kammer hat sich daraus in einer Eeheimsitzung mit der durch die schweren Niederlagen der Engländer in Nordafrika hervorge- tnfenen Sage beschäftigt.
„Für immer ehrlos!"
Rom, 15. April. (Funkmeldungk) Das weitere Vordringen deutscher und italienischer Panzer in Nordafrika unb Der Beginn ber FIucht des englischen Expeditionskorps aus Griechenland bestimmen am Dienstag das Gesicht der römischen Presse, die sodann vor allem noch die Vernichtung bes Eros bes serbischen Heeres durch bie deutschen Streitkräfte unterstreicht.
Obwohl bie Nachrichten über eine Einschiffung des englischen Expeditionskorps bereits aus verschiedenen Quellen einlaufen, ist man doch, wie „Popolo di Roma" betont, daß ein Land das Gefühl für seine Ehre bereits in so hohem Grade verloren hat, daß es kaltblütig zwei Völker, denen es hoch und heilig Hilfe versprach, ohne die geringsten Anstrengungen ihrem Schicksal überläßt. Mit Recht erkläre ein türkisches Blatt, daß ein neuer kampfloser Rückzug die Engländer nicht nur jeden Prestiges berauben, sondern auch für immer ehrlos machen würde.
Der Höhepunkt der Schamlosigkeit
Engländer verlangen Einsatz der griechischen Flotte zur Deckung ihrer Flucht.
Saloniki, 15. Avril. (Funkmeldung.) Die griechische Mariurleitung bat von der englischen Admiralität Befehl bekomme«, die griechische Flotte zum Schutz des
„Wendepunkt der britischen Geschichte"
Washington, 15. April. (Funkmeldung.) Gesandter Butler, einer der vielen Sonderbeauftragten bei der britischen Botschaft in Washington, hielt am Montag eine Rede, in bet er nach ber Feststellung, daß bet Krieg jetzt in seine entscheidende Phase eingetreten sei, die seherischen Worte sprach, dieses Jahr werde einen „Wenbepuntt ber britischen Geschichte" bringen. Butler hütete sich wohlweislich, näheres über bie Fahrtrichtung bes britischen Staatsschiffes nach bem Passieren ber von ihm ange» fünbigten SBenbemarte zu äußern. Statt besten gestanb er ein, datz jetzt bet kritischste Augenblick im Krieg zur See eingetreten sei. Er oerbanb damit die Hoffnung, datz „in einigen Monaten neue Frachtschiffe auf den Werften der USA. vom Stapel gelassen würden, um die Brücke von Schiffen aufzubauen ohne die das Leih- und Pachtgesetz nur ein vergängliches Wort märe“ — was ja nicht gerade sehr optimistisch klingt!
vorigen Jahres sprach: Wenn Griechenland, so meinte er damals in schöner Offenheit, aushält bis wir mit Italien in Afrika fertig geworden sind, dann haben wir für unsere Armee einen Brückenkopf, von dem aus wir dem deutschen Drachen ben Tobesstotz versetzen können. Vielleicht werben uns Dabei auch neue Verbündete unterstützen, die inzwischen bas Anwachsen ber britischen Macht erkannt haben". Heute tröstet manjtd) bannt baß wenigstens für einige Tage ein politisches Manöver Churchills gelang, auch wenn es jetzt mit einer furchtbaren Niebetlage endet. „Daß die Griechen und Jugoslawen überhaupt den Angriff begonnen haben", so meint jetzt der Innenminister Morrison, „ist schon an stch eine grotze Sache." So bescheiben ist man heute in Englanb geworben.
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