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Nr. 84

Mittwoch 9. April 1941

89. Jahrgang

Serben und Griechen getrennt! Vardar überschritten - Metaxas- Linie durchbrochen darunter sedks Generale

Derna erreicht

Berlin, 9. Avril. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Webrmacht gibt bekauut:

Schnelle Truppen und Infanteriedivisionen unter dem Befehl des Eeneralfeldmarschalls L i st baden aus Bul­garien heraus vorgebend die iugoklawikche Grenz- verteidigung durchbrochen, find trotz schwierigen Berggeländes über lvv Kilometer tief in das Becken llslüb tSkovlie) oorgestoheo und haben den Vardar überichritteu. Damit ikt die Trennung zwischen den jugoslawischen und griechisch-englischen Streitkräfte» vollzogen. Weiter südlich stieben andere Verbände über den Doiran-See auf griechische» Gebiet vor. Bisher wurden in Südkerbiea über 20 000 Gefangene, darunter 6 Ge n e r a l e. gemacht. Die Beute en Geschützen und Kriegsmaterial aller Art ist grob.

An der griechischen Grenze durchbrachen dem Eeneralseldmarlchall List unterstehende Gebirgs- und In­fanteriedivisionen. unterstützt von Sturztampsslieqern und Flakartillerie. nach erbittertem Ringen die sogenannte Metaxas-Lin,«, einen in jahrelanger Arbeit in das Gebirge eingebauten neuzeitlichen Befestiguugswall.

3m Zug« der Angriffsoverationen gegen die Evre- netto durch italienische und deutsche Verbände haben Truvveu des deutschen Afrikakorp» am 7. April Derna er­reicht.

Der Kampf der Luftwaffe gegeu dir britische Bersortzuugsschtssabrt und kriegswichtige Ziele in Grog- britannieu wurde mit starten Krüsten und grobem Erfolg weitergefübrt. Dabei waren besonders die Verbände der Luftflotte des Eeneralfeldmarschalls S v e r r l e beteiligt.

Flugzeuge der bewaffneten Aufklärung versenkten an der britischen Ost lüste ein Handelsschiff von 4000 BRT. und beschädigte» 3 weitere grobe Schisse durch Bombentreffer.

Ostwärts Skegneh erzielte ein Aufklärungsflugzeug iw Tiefanilug zwei Volltreffer schweren Kalibers auf einen britischen Zerstörer.

Sn Nordafrika bekämpften Kamps- und Zerftörer- flt'gzei ge gröbere feind! ch« Truppenausammlungen erfolg­reich mit Bomben und Bordwaffen. Ein britisches Kamvt- mimeufl wurde in der Evrenoiko abgeschoNen.

In der Nacht.zum 9. Avril führte der Feind in den be- ftMen Gebieten einig« Küstenfliige durch. Ein stärkerer Verband der britischen Luftwaffe flog wiederum in das norddeutsche Küstengebiet ein unb warf an verschie­denen Orten Svreng- und Brandbomben. Der Houvtangrikf des Feindes richtete fidi gegen Kiel. Hier wurden neben m*liflteS JnbuRrieHen Schäden vor allem in Wohnvierteln erhebliche Zer >t Ur ungen verursacht, die «int gröber« Anzahl von Opfern an Toten und Lerwundete» unter der Zivilbeoölkeruna forderte.

Furchtbare 9BTfung un srer Stukas Die serbischen Berteidigungslinsen bereits beim ersten Angriff zerstört. Jammervolle» Eindruck der Ge­fangenen.

Sofia, 8. Avril. Die er st en serbischen Ge­fangenen llnd in Sofia eingetrofsen. 36t Aussehen be­schreibt die bulgarische Zeitung$uma* als lammet» voll. Sie leien entmutigt, und ibte Gesichtet feien bläh vot Erschövsung. Biele von ihnen befänden llch noch unter dem Eindruck der furchtbaren Stuta-Angrifse und der llegreichen deutschen Panzerdivisionen in einer Nerventrike. Die deutschen Soldaten hätten den Ge­fangenen, so schreibt das Blatt weiter, nachdem ihnen die Waffen abgenommen worden waren, die erste sanitäre Hilf« zuteil werden lassen: sie hätten ibuen Essen gegeben und sie dann nach hinten abgeschoben. Biele Gefangene sprächen bulgarisch und erklärten, Re Rammten aus Mazedonien. Wo* weiteren Aussagen serbischer Gefangener soll die Wir­kung der Stuka-Angriffe auf alle Soldaten furchtbar ge­wesen sein. Alle Berteidigungslinieu des serbischen Kom­mandos seien schon bei dem ersten Angriff zerstört worden.

Der deutsche Eegenschlag

Bon Wilhelm Ackermann

Zur Beurteilung der jüngsten Entwicklung auf beut Balkan genügt es im Grunde, die in beutidien Besitz ge- langren Dokuinente sprechen zu lassen, auf die sich die Note der Reichsregierung an Griechenland und ihre Erklärung über Jugoslawien bezieht. Sie lassen mit völliger Klarheit erkennen, wie weitgehend und wie bemüht die beiden Staa­ten sich der weitmächilichen bzw. englischen poliliichen Um» garnung zur Verfügung gestellt haben, wie einseitig gegen Deutschland und im weiteren Sinne gegen die Achse sie sich selbst ausgerichtel fühlten. Wenn etwas Verwunderung er­regen kann, io nur die Tatsache, daß deutscherseits, trotz der Kenntnis solch grundsätzlicher Gegnerschaft der Regime Griechenlands und Jugoslawiens, nicht schon viel früher ent­sprechende Folgerungen gezogen worden llnd. Niemand wird bezweifeln, dah dazu die nötigen Machtmittel zur Ver­fügung qeitanben hätten. Der Führer bat die Erklärung für die Zuruckhaltung und diese Geduld gegeben: Es wider- ivrickit durchaus den deutschen Ausfällungen von der Organ i» Nerung eines neuen Europas, diese Zukunftsgestaltung aus» JtbltWub aus die Macht der Waffen zu gründen. Eine Politik, die der Veiriedung dienen soll, setzt sich am beiten auch mit friedlichen Mitteln durch. Von dieser Überzeugung ist die. bisherige Wirksamkeit der Achse sowohl wie des Dreimächtepaktes getragen worden, und die Beilviele Ungarns, der Slowakei. Rumäniens und Bulgariens Semei» len, bah eine solche Einstellung Überall ba Erfolg verspricht, wo nicht eine grundlegend ablehnende und feindselige v a l t u n g den Europa-Ideen und ihren Trägern gegenüber vorhanden ift. Weder in Belgrad noch in Athen wird man tagen können, bafe die Propagierung des neuen Europa den beiden Staaten gegenüber mit politischem oder militärischem Druck erfolgt sei. ähnlich dem von englischer Seite, dem lle nch freilich nur allzu gern gebeugt haben. Griechen'"nd gegenüber bat Deutschland trotz des von Athen herausbe- nfiroorenen Komhttes mit Italien die Rolle des mätziaenden und zur,Lotung »einer verfahrenen Lage behilflichen Freun­des gespielt, solange dis an der M i h a ch t u n g solcher ein« ttellung durch die griechische Regierung selbst kein Zweifel mehr erlaubt war. In Jugoslawien schien die deutsche Be- sriebungstentenz der Vernunft nach mancherlei Kreuz- und Querzugen zum Siege verholten zu haben. Da sanden sich in

In der letzten Nacht griffen mehrere hundert Flugzeuge in rollendem Einsatz zahlreiche Hafen- u»d Industrieanlagen in Süd- uud Mittel­england an. Der Hanvtktoh richtete llch dabei gegen Werke der Flugzeugrüstuugsindultrie im Stadtgebiet von Coventru. Tausende von Spreng - und Brandbomben ver­ursachte» starke Zerstörungen in den Industrieanlagen. Auch in de» Hafen- und Dockeinrichtungen von Portsmouth waren zahlreiche Brände zu beobachten.

Erfolgreiche ungarische Luftabwehr

Neu» jugoslawische Flugzeuge bei Angriffen ans ungarische Städte abgeschosse»

Budapest, 8. April. (Bin jugoslawisches Born- beugeschwader hat am Montag die Stadt S z e g e d i n angegriffen. In dem über der Stadt entstandene» Luft- lampf schossen ungarische Jäger sechs jugoslawisch« Bomber ab. Zwei jugoslawisch« Bombenflugzeuge griffen am gleichen Tage Fünskirchen an und warfen sechs

Bomben ab. Einige Personen wurden verletzt. Die un­garische Flak hat beide Flugzeuge abgeidjofien.

(Bin jugoslawisches Bombenflugzeug, das die Stadt Siklos angegriffen hatte, stürzte ab. Die vier Mann der Besatzung kamen ums Leben

Die allen Sorgen bleiben England treu

Der oorhandeue Schiffsraum genügt beute fcho« nicht mebr znm Transport des USA. - Materials

wt. Die britische Admiralität denkt natürlich nicht daran, die Tonuage-Verlustziffern anzugeben, die der OKW.- Berichi für den Monat März meldete. 7 1 8 000 BRT. verlor die englische Schiffahrt in einem einzigen, dazu durch seine Witlerungsbedingungen noch ungünstigen Monat. Das entspricht einer Flotte von 150 Schiffen zu 5000 BRT. Wenn auch Herr Churchill hartnäckig leugnet, so bat diese oiiier doch in London tiefen Eindruck gemacht. In einge- weihten Kreisen weih man nur zu gut. dah lle noch nicht einmal alle Verluste enthält, und dah die Lage tatsächlich noch viel bedrohlicher ist. Das Komitee der natio­nalen Exporteure sieht sich angellchts dieser katastrophalen Entwicklung oeranlaht. in der ..Times" einen Notruf auszuttohen, in dem eine Beschleunigung der Entladungen verlangt wird. Darüber hinaus fordert das Komitee, dah die havarierten Schiffe im Ausland repariert werden. Nach einer Meldung der ..New Bork Times" wies der Leiter der britischen Schitfahrtskommillion in USA. darauf bin, dah England beute schon nicht mehr genügend Schiffsraum be- llbe. um das in den Vereinigten Staaten hergestellte Ma­terial nach der 3mel zu bringen.

Auch der britische Schiffahrtsminister Er oh konnte dem Berichterstatter des, ichwedischen Regierungsblattes ..Sorab bemofraten gegenüber feine Sorge nicht verbergen Die Echinsverluste nehmen schon jetzt ein oerbeerenbes Ausmah an Es fei Englanb unmöglich, die Ausfälle auch nur Halb­wegs auszugleichen. Seine ein, ige Hoffnung gründe llstt auf die Leistungsfähigkeit der USA.» We rrfe n; Durch das Meppenbe Tempo bet Auslobung und Abfertigung ber Schiffe in englischen Häfen gehe zudem "och viel Tonnage fur ben Transport verloren Das Tempo habe trotz aller Bemühungen bisher nicht hefchleu- «tgt werben können, ba ..die öafenarbeiten iowohlbei

Tag,wie bei Nacht durch deutsche Luftangriffe ?b>.fvrt wurden. Daran kann keine Organisation, das darf Mister Croh ruhig seinen Kritikern entgegenhalten, etwas andern. Wenn er ganz ehrlich gewesen wäre, hätte " nicht .nur zugeben müllen, dah die Hafenarbeiten sehr oft gestört, lonbern auch, das die Hafenanlagen tm weiten Um­fang zerstört worden .llnd. Die deutsche Luftwaffe wird ba« dah llch diese Zustände für England noch weiter verschlechtern.

Die dömmsien Kälber---*

Hus dieser Notlage glaubt Croh einen Ausweg zu finden, indem er die jugoslawische Tonnage an llch reiht 400 000 ART., ein Bruchteil von dem, was England in einem Monat verliert. Ein Tropfen auf einen heihen Stein. Aber immerhin ein Mittel, um die Stimmung wieder etwas auf» zupulvern. Sachlich läßt sich dazu also' kaum etwas sagen "w so notwendiger aber ift es. diesen Gewaltakt als typisches Beispiel britischer Mentalität herauszustellen. Die Serben bildeten stch ein, sie könnten auf ihren Schiffen ? w e r i k antsches Kriegsmaterial zur Ausrüstung ihrer Wehrmacht heranführen. Doch weit gefehlt. Obwohl die Engländer heute schon erklären, dah Re zu einer umfassen« de» Unterstützung nicht in der Lage stnd. sabotieren st« sogar die Bemühungen des neuenBundesgenossen", sich selbst zu dEfien. Sie zwingen die jugoslawischen Reeder ihre Schiff« Ju.r. d>e Versorgung Englands einzusetzen. Die serbische Derichworercligue hat llch gründlich verrechnet Auf ?,e p°üt das alte^Sprichwort:Die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber."

., wt.-. ®,e dlngrIsfe englischer und jugo­slawischer Bomber auf bulgari ches, rumänisches und ungarisches Gebiet stellen ein Verbrechen dar, zumal ste stch nicht gegen den deutschen Nachschub und die deutsche» Reserven richten, sondern gegen offene Städte. Mili- tartch sind Re vollkommen stnnlos. Sie stellen Demonstra­tionen dar, die nur beweisen, dah der Feind zu schwach und zu feige ist. an den Orten anzugreifen, wo wichtige Ziele ge­geben stnd, aber auch starke Abwehr zu erwarten ist. Selbst Reuter scheint ein Gefühl für die Schamlosigkeit dieses Vorgehens gehabt zu haben. Er suchte nämlich die Bom­bardierungen, denen wehrlose Zivilisten, Frauen und Kinder jumi Opfer fielen, abzuleugnen und behauptete, dah die Meldungen der Achsenmächte darüber von keiner anderen Seite bestätigt worden seien. Das Lügenbüro aber hatte wieder einmal Pech Während es sein Dementi in den Äther funkte, meldete das britische Hauptquartier in Ä "ito mjt sichtlichem Stolz den Angriff auf Sofia durch englische Flugzeuge. Reuter blieb nichts anderes übrig als kurze Zeit nach feinem Dementi die Wahrheit der deutschen und italienischen Mitteilungen zu bestätigen.

®e bulgarische, ZeitungWestnikna Westnizite" gibt ihrer tiefen Empörung über die britischen Angriffe Ausdruck. Sie verurteilt diese Mordflüge nicht nur wegen ihrer Grausamkeit, sondern auch wegen ihrer Sinnlosigkeit Bulgarien beflage feine Opfer und werde Re nie vergessen. 3m übrigen wies das Sofioter Blatt darauf hin, dahVul^ garten sich nicht im Kriege mit Jugoslawien 7^1' n° e. Auch der rumänische Propagandaminister beschäftigte sich mit ben feigen Luftangriffen die durch nichts gerechtfertigt * werden konnten. In Bukarest fei man 'edoch diese Provokationen, da Belgrad aus Sr ßma jttte.9e9en 3?Uman,en ^on lange fein Hehl