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Nr. 83

Dienstag, 8. April 1941

89. Jahrgang

Neutralitätsbruch bewiesen

Dokumente enthüllen die Verlogenheit jugoslawisch-griechischer Politik

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«iernhaltung Iraks vom Kriege

Das Programm der neuen nationalen Regierung

Beirut, 8. April. (Funkmeldung.) Raschid ali ei Rai» lani hat nach seiner Machtergreifung im Irak im Rundfunk dem irakischen Volk die Programmpunkte seiner Regieruung dargelegt, die mit denen seiner früheren Regierungszeit übereinstimmen: 1. Fernhaltung des Iraks vom Kriege, 2 Einhaltung der internationalen Verträge, 3. Engergeftaltung der Beziehungen mit den arabischen und nichtarabischen Nachbarstaaten des Irak.

Ferner heiht es in dem Aufruf, daß der auf der Flucht befindliche Regent Abdul Jllah durch die Fehler seiner Regentschaft das Land einer großen Gefahr ausgesetzt habe. In demselben Sinne wandte stch der irakische Generalstabs« chef an das irakische Volk.

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Unerhörte Provokation

Budapest und Sofia protestieren gegen jugoslawische Luftangriffe

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Lidell Hart ist nicht ganz wohl dabei

Ein interessanter Aufsatz des bekaunteu euglischen Militärschriststellers über Churchills Balkanabenteuer.

Budapest, 7. April Die ungarische Regierung hat wegen der am heutigen Tage über ungarischem Gebiet erfolgten jugoslawischen Fliegerangriffe beim jugo­slawischen Gesandten in Budapest schärfsten Protest eingelegt. Der ungarische Gesandte in Belgrad wurde gleichzeitig ange­wiesen, gegen das Vorgehen Jugoslawiens bei der Belgrader Regierung ebenfalls energisch zu protestieren.

Der bulgarische Lustabwehrdienst gibt am 7. April be=

Es steht übrigens auch im seltsamen Widerspruch zu dieser Lüge, daß stch England gezwungen siebt, eine weitere Position auf dem Kontinent zu räumen. Der englische Ge­sandte in Budapest hat erklärt, daß die divlomatischen Beziehungen zwischen Ungarn und England als abgebrochen zu gelten haben. Er wird noch heute die ungarische Haupt- . stadt verlassen. Daß er dabei den Weg nach England über Sowietrußland, Javan und Amerika nehmen muß, zeigt der Welt erneut, wie es um das meerbeherrschen.se Albion bestellt ist.

Es ergibt sich also aus den Dokumenten noch einmal ganz klar, daß Griechenland und daß die serbischen Ofsiziers- kreise, die beute die Macht in Jugoslawien in der Hand haben, schon in den ersten Tagen und Wochen des uns von England und Frankreich ausgezwungenen Krieges ihre Position auf der Seite unserer Gegner be­zogen hatten. Dennoch bat Deutschland sich immer wie­der bemüht, den Frieden aufrechtzuerbalten und diesen Ländern die Leiden des Krieges zu ersparen.

Zugleich bestätigt nun auch das amtliche englische Nach­richtenbüro. nämlich Reuter. daß sich englische Truv- Be n schon leit längerer Zeit in Griechenland befanden, n dem Stolz darüber, daß die Kriegsausweitungspläne des Herrn Churchill unh (Ebert endlich Erfolg batten, äußert sich Reuter nämlich in einer Darstellung vom 7. 4. sehr be­glückt darüber, daß die Welt nunmehr Kenntnis von der Anwesenheit der Truppen des britischen Empires in Grie­chenland habe. Reuter fügt hinzu, daß es stch um beträcht­liche Truppenmassen bandele, die stch in entsprechen­den Stellungen befänden, wofür also Vorbereitungen er­forderlich gewesen seien. Daraus ergebe stch, so sagt Reuter dann, daß diese britischen Truppen sich .schon seit W o - chen in Griechenland" befänden. „Ihre Verbringung dort­hin war eines der am besten gewahrten Kriegsgeheimniffe". Nun, so geheim war diese Angelegenbelt wiederum nicht, zumal auch englische Zeitungen, als am 28. März Italien« Nische Kriegsschiffe einen Vorstoß nach Kreta unternahmen, erklärten, daß dieser Vorstoß die britischen Truppentrans­porte von Alexandrien nach Griechenland stören sollten. Die englischen Blätter lobten den Admiral Cunning­ham, der die Transporte nach Griechenland zu schützen

Steine Entlastung für die Insel

(Eigener Drabtbericht unlerer Berliner Schriftleitung)

aber Truppen, dann gewinnt Hitler eine Möglichkert, uns zu „büntiriben“. ..,

Dies setzt Lidell Hart dann etwas ausführlicher aus­einander. Aber dies, sagt er, ist nicht alles. Deutschland bat noch. weit größere Vorteile qon einem mazedonischen Feldzug zu erwarten. „Je mehr englische Streitkräfte nach dem Ägäischen Meer gezogen werden, um so größer wird die Aussicht auf einen erfolgreichen Angriff auf Eng­land selbst. Und zugleich wird damit die afrikanische Unternehmung gestört. Je mehr Truppen von England nach dem Nahen Osten geschickt werden, um so größer wird die Tonnage zu ihrer Versorgung und Erhaltung und um so kleiner wird die Zahl der Schiffe, die für das englische Mutterland verfügbar bleiben. Die Verwendung der über­zähligen deutschen Landtruppen an der Küste des Äaäischen Meeres ist eine wohlfeile Unterstützung der deutschen Unter­seeblockade gegen England. Der direkte Druck im Naben Osten ist die wirksamste Form des indirekten Druckes auf die westlichen Zufuhrwege Englands."

Nach Lidell Harts Ansicht ergäben stch noch weitere Möglichkeiten, die et nicht im einzelnen erörtert Aber er warnt seine Landsleute zum Schluß noch einmal vor der Strategie des deutschen Führers. Sie sei debnbar für ibn. bringe aber England in eine Zwangslage Es sei eine Entwicklung, die für Deutschland die verschieden­sten Abzweigungen und Möglichkeiten enthielte, die jedoch Gngland in eine Falle führen könnten.

as. Berlin, 8. April. (Eig. Drahtbericht unserer Ber­liner Schriftleitung.) In dem Aufruf des Führers und in den Erklärungen der Reichsregierung über die Haltung Jugoilawiens und Griechenlands ist bereits ein erdrücken­des Beweismittel für das neutralitätswidrige Ver­halten dieser beiden Staaten, die sich schon frühzeitig auf die Seite unserer Gegner schlugen, erbracht worden. Das Auswärtige Amt liefert nunmehr auch die doku­mentarischen Unterlagen hierzu. Es sind streng geheime Anweisungen und Mitteilungen unserer Gegner, Dokumente, die uns bei dem bekannten Fund in 2 a Cbaritd in die Hände fielen. Diese Dokumente, von denen die ersten über die Haltung Griechenlands und Jugoslawiens jetzt veröffentlicht werden, wird das Auswärtige Amt in einem neuen Weißbuch (Nr. 7) äuiammenfaikn. (Erneut zeigen diese Dokumente auf. wie Frantreich sowohl als auch England sich mit allem Eifer bemühten, eine Balkan- front z u schaffen. General G a m e l i n befürwortete eine solche Aktion besonders stark. Sie sei, so meinte er am 10. März 1940, vorteilhafter als ein Unternehmen in Skan­dinavien. weil dadurch der Kriegsschauplatz in großem Made erweitert" werde. Alle englisch-französischen Kriegs» ausmeitunasoläne sind in Griechenland und Jugoslawien von Anfang an auf fruchtbaren Boden gefallen. Schon im Oktober 1939 erklärten die Griechen, einem Salo­niki-Unternehmen unserer Gegner bei Mitwirkung Jugo- Uawiens aktive Beihilfe zu gewähren. Richt minder kenn­zeichnend ist auch die Anweisung der Athener Regierung an die griechischen Reeder, ihre Schiffe in den Dienst Englands zu stellen, eine Anweisung, die ebenfalls im Oktober 1939 erging. Die gleiche Doppel­züngigkeit und die gleichen Neutralitätswidrigkeiten ließen sich die Jugoslawen zu schulden kommen. Bereits unmittel­bar nach Kriegsausbruch sperrte Jugoslawien den Trans­port aller Rohstoffe, die Deutschland hätten von Nutzen sein können, ließ aber alles für Polen bestimmte Kriegsmaterial durch. Besonders deutlich tritt die Ein­stellung jener serbischen Offizierscliaue, die den Staats­streich am 25. März beging und Jugoslawien in den Krieg stürzte in jener B»tte vorn 27. November 1939 zutage, zur Herstellung engerer — ------ ----

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a.8. Berlin. 8. Avril. Die englische Agitation arbeitet neuerdings mit der Behauptung, daß Deutschland., durch die Kämpfe auf dem Balkan gezwungen iei. seine Kräfte zu zer­splittern. Eine solche Vebauotung ist nickt ganz neu. Sckon als beuttoe Flugzeuge im Mittelmeer eingesetzt wurden, er­klärte man. daß Deutickland nunmehr einen .Zwei­frontenkrieg führen muffe. Wenn man aber honte mit der Hervorbolung dieses Scklagwortes aus dem Weltkrieg Eindruck auf das deutsche Volk macken zu können, fo Jab man sich getäuscht. Deutscherseits wurde vielmehr mit Recht darauf erwidert, daß es für uns ganz gleichgültig ist. wo enalifche Sckiife versenkt werden, ob im Kanal, ob im Atlan­tik oder im Mittelmeer. Wir kämpfen immer an einer Front, nämlich an der Front gegen England. In­zwischen dürften ia auch die Engländer die Eriabruno . ge­macht haben, daß der Einsatz deutscher Flieger tm. Mittel­meerraum und der Einsatz deutscher Panzertrupven in Nord­afrika. über deren neue Erfolge der b..e u 11 g.e OKW.-Berickt Mitteilungen bringt für Gron- ßritannien eine überaus schmerzliche Angelegenheit ist. Sollte

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Der englische Gesandte abgereist

Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Ungarn

Budapest, 8. April. (Funkmeldung.) Der englische Ge­sandte in Budapest, Owen St. Clair Malley, hat dem ungarischen Ministerpräsidenten und Außenminister von B a r d o s s y mitgeteilt, daß Großbritannien die diploma- tischea Beziehungen zu Ungarn abgebrochen habe. Der eng­lische Gesandte erbat die möglichst schnelle Ausstellung d e r P ä s s e.

man sich aber in England etwa der Hoffnung hingegeben haben daß der Einsatz der deutschen Flieger auf dem Balkan nun zu einer (Entladung der britischen Insel führen würde, so zeigt der heutige Bericht des OKW. ebenfalls, daß das ein für die Engländer verhängnisvoller Irrtum wäre. Sie Haben vielmehr in der letzten Nacht erst erkennen muffen, daß wir durchaus in der Lage sind, mit starken Fliegerverbänden über der Jnfel zu erichemen und daß wir gleichzeitig sehr energische Schläge an den anderen Stellen, nämlich im Südosten und Afrika auszu- teiten vermögen Die Engländer können auch überzeugt fein, dag sie noch genug Beweise unserer starken Schlagkraft er­halten werden, und zwar überall dort, wo Enaländer auf- to> chen. ohne daß dabei die englische Insel mit ihren Häfen und die englische Schifiahrf auf den Zufahrtsstraßen zur Jniel vernachlässigt würde. Unter diesen Umständen dürfte die Redensart der englischen Agitation von der Zersplitte­rung der deutschen Kräfte sich sehr schnell als eine der typi­schen englischen Jllusionslügen Herausstellen.

Verratene Verräter

Von Heinrich Karl Kunz

„Der Angriff schreitet unter hartnäckigen Kämpfen plan­mäßig fort." Die sachliche Sprache der OKW.-Berichte.. hinter der |u£) ungeheure Leistungen verbergen. Rücksichtsloser, kämpferischer Einsatz des einzelnen Mannes und unvorstell­bare Strapazen. Es ist wieder wie vor einem Jahr. Wir versäumen keine Nachrichtensendung des Rundfunks. Sonder- meldungen gehen von Mund zu Mund. Begierig greifen wir nach den Tageszeitungen, um das Neueste zu lesen und die letzten Berichte unserer PK.-Männer. Unsere Gedanken weilen bei unseren Soldaten, die für viele zugleich die Söhne, Männer und Väter sind. Unsere Liebe und unsere Gebete! Der Führer sprach eine Wirklichkeit aus, die in uns übermächtig ist. Und doch müssen wir auf der Hut fein, damit sich nicht die Sensationslüsternheit in unsere Gedanken einschleicht, die H e i m a t st r a t e g i e. Die Versuchung ist groß nach dem reibungslosen Verlauf und dem Tempo der bisherigen Feldzüge. Und dazu das bren­nende Bedürfnis, irgendwie mit dabei zu sein und sei es auch nur mit Zirkel und Entfernungsmesser. Schon fällt hier und da bas Wort Belgrad. Doch lassen wir das! Ging es in Frankreich um Paris? Nein, auf die Vernichtung der feind­lichen Kampfkraft kam es an. Prestigeerfolge sind dem Führer nicht das Opfer eines einzigen Mannes wert. Mit leichtfertigen Spielereien werden wir dem Einsatz unserer Soldaten, die das denkbar schwierigste Gelände und einen fanatisierten, zähen Gegner zu bewältigen haben, nicht gerecht. Wir roiffen um das Feldherrngenie des Führers, um die Tüchtigkeit unserer Generale, die beispiellose Ta p f e r k e i t unserer Truppen, die zudem über eine un­übertroffene Ausrüstung verfügen. Das Schicksal der Nation ruht in besten, hundertfach bewährten Händen. Der Sieg ist uns so sicher, wie das Recht, das auf unserer Seite steht. Unser Teil in der Heimat ist die innerste Anteil­nahme, das Mit-Leiden und Mit-Freuen, das be- diaungslose Vertrauen Unser Teil ist die rast­lose Arbeit. Wir sorgen dafür, daß den Männern an der Front nichts mangelt, was ihren schweren Kampf erleich­tern hilft.

Auf unserer Zunge klebt ein bitterer Geschmack, den wir nicht los werden. Wir wissen dabei kaum, wenn wir die

I wisie. Geheim waren diese Truppenlandungen offenbar nur für die griechische Regierung, die nämlich auf unsere Vor­stellungen immer wieder erklärte, daß sich keine englischen Truppen auf griechischem Boden befänden. Reuter bestätigt damit also die Verlogenheit der a m flicken grie­chischen Erklärungen und er bestätigt zugleich da­mit. daß unser Vorgehen nicht, wie die englische Agitation glauben macken möchte, einen Schlag darstellt. sondern ein Gegenfchlag gegen die britischen Kriegsausweitungspläne. Untreiwillig wird Reuter zum Kronzeugen für die in den amtlichen deutschen Darstellungen schon belegte Behaup­tung. daß Deutschland in Abwehr gegen britische Pläne handelt.

Berlin, 7. April. England geht auf dem Balkan in eine selbstgestellte Falle. Dies ist die Überzeugung des führenden englischen Militärfchriftttellers. Hauptmann Lidell Hart. „Was kann Hitler", fo fragt Lidell Hart in einem Artikel vom 21. 3., „durch feinen Sieg in Griechen­land gewinnen?" Anscheinend sei Griechenland eine geographische Sackgasse, und viele Menschen begriffen nicht, wohin ein Einmarsch nach Griechenland für eine Landmacht wie Deutschland führen könne. Oberflächlich betracktet. könne ein Sieg über Griechenland keine entscheidende Wir­kung auf den Verlauf des Krieges ausüben.“

Lidell Hart hält diele Ansicht für völlig abwegig und falsch. England würde wiederum als der Feind des euro­päischen Friedens an den Pranger gestellt werden. Und außerdem würde England feines letzten Stütz­punktes auf dem europäischen Kontinent beraubt werden.

„Andererseits aber", führt Lidell Hart aus, „könne in Mazedonien eine Zerlvlitternng der englischen Macht erreicht werden. Es gibt vielleicht keinen einzigen Punkt, wo man England besser auf die Hörner eines Dilem­mas letzen kann als biet. Schicken wir keine Truppen“, lagt er bann weiter, „fo wird das Vertrauen in untere Fähigkeit und unteren Willen zur Unterstützung unterer Verbündeten erschüttert. Damit wird die moralische Wirkung der neuer­lichen englischen Erfolge in Afrika zerstört. Landen wir

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